Ölig, edel, unvergesslich – Wenn Industrie zur Haute Couture wird
Man nehme eine Prise 19. Jahrhundert, reichlich edles Messing, einen Schuss nostalgisches Öl und eine ordentliche Portion Gusseisen – fertig ist das Fotoprojekt, das beweist: Technik hat verdammt noch mal Stil.
Auf diesen Bildern feiern wir die heimlichen Helden vergangener Epochen. Die historischen Öler (man schreibt das Jahr ca. 1890) glänzen vor der Linse um die Wette, als hätten sie gerade den Roten Teppich betreten. Jedes Detail – von der polierten Kolbenstange bis zur edlen Verschraubung – erzählt die Geschichte einer Zeit, in der Maschinen noch gebaut wurden, um Generationen zu überdauern (und dabei verdammt fotogen auszusehen).
Unter dem Motto „Industrie – Kunst“ zeigen wir dir, dass Ventile, Kolbenstangen und Schmiergefäße mehr sind als nur funktionales Metall. Sie sind kleine Skulpturen voller Charakter.
Vom edlen Tropfen zum harten Einsatz: Wenn Eisen rollt (und Öl fließt)
Im letzten Kapitel haben wir sie noch bewundert: die feinen, glänzenden Öler, die wie kleine Kunstwerke den Takt vorgaben. Doch was nützt der schönste Schmierstoff, wenn er nicht dort ankommt, wo die Arbeit wirklich schmutzig wird?
Denn Hand aufs Herz – ganz ohne Öl lief hier früher absolut gar nichts. Wer glaubt, Technikgeschichte bestünde nur aus poliertem Messing, der hat noch nie die echten Arbeitstiere alter Tage erlebt. Da wären zum einen die historischen Löschgiganten wie unser stolzes Hansa-Lloyd Löschfahrzeug aus dem Jahr 1924 und die imposante dampfbetriebene Spritze: Wenn es bannte, mussten diese Maschinen funktionieren, und das taten sie dank ordentlichem Öldruck und schwerem Gerät.
Und dann geht es noch eine Etage tiefer – dorthin, wo das Licht ausgeht und der Stollen beginnt. Unsere nostalgischen Bergwerks-Hunte auf verrosteten Schienen erzählen von schweißtreibender Arbeit im Untergrund. Ob aus purem Stahl oder historischem Holz mit Eisenbeschlägen: Hier wurde geschuftet, gerollt und transportiert. Auch wenn diese Räder vielleicht nicht ganz so glamourös glänzen wie ein Salon-Öler von 1890, hatten sie doch denselben Zweck: Geschichte voranzubringen.
Unter dem Motto „Industrie – Kunst“ schlägt sich hier der Bogen von der High Society des Maschinenraums bis hin zum rauen Einsatz auf Schiene und Straße. Kurz: Wo gehobelt wird, da fallen Späne – und wo Geschichte gemacht wird, da fließt eben Öl!
Dampfspritze Greenwich Gem 3272 von der Firma Merryweather, London, um 1880. Das Pumpen erfolgte über dampfbetriebene Zylinder. Der Dampfkessel wurde während der Fahrt zum Einsatz angeheizt.
Das gezeigte Löschfahrzeug der Marke Hansa-Lloyd (Baujahr 1924) befindet sich in der Ausstellung des LWL-Museums Zeche Zollern in Dortmund-Bövinghausen
(Die Originalfotos dieser Seite entstanden in den LWL-Museen Zeche Zollern, Zeche Nachtigall und Zeche Hannover.)











