Grosser Michel / Bergedorf und ähnliche

Die 1955 in Hamburg gebaute ehemalige HADAG-Fähre wurde in tausenden von Arbeitsstunden komplett neu konzipiert und hochwertig ausgebaut und bietet seither außen dezentes Understatement und innen elegantes und gemütliches Interieur mit edlen Hölzern und Dekors in warmen Tönen mit viel Komfort.

Die Hafenfähre Grosser Michel entstand auf der Oelkers-Werft. Schwesterschiffe waren die Bergedorf und Jungfernstieg. Auf der in Hamburg-Wilhelmsburg gelegene Johann Oelkers Schiffswerft wurde die Grosser Michel 1955 gebaut, der Stapellauf erfolgte am 21. Juni 1955 und am 20. Dezember des Jahres die Ablieferung an die HADAG. Diese Werft war lange Zeit mit sieben Hafenfähren der größte HADAG-Lieferant. Am 21. August 1975 erfolgte die Umbenennung in Moorburg. Das bisher relativ dunkle Oberdeck wurde heller, da seitlich große Seitenfenster und in die Decke eine große Dachluke eingebaut wurde. Neben dem Linienverkehr wurde die Moorburg mit ihrem extrem stabil ausgeführten Rumpf im Winter auch gern als Eisbrecher im Hamburger Hafen eingesetzt. Das Schiff wurde mit Eisklasse gemäß Zertifizierung der Schiffsuntersuchungskommission gebaut und war daher für leichten Eisgang ganzjährig zugelassen. 1991 wurde die Moorburg von der HADAG außer Dienst gestellt und im November des gleichen Jahres an den Kaufmann M. Doose verkauft. 1992 wurde das Schiff an die Firma 1st Congress Shipping Company veräußert und aufwendig zu einem Hotel- und Restaurantschiff umgebaut. Im Rahmen dieser Umbauten im Innenbereich entstanden ein Konferenzraum, eine Bar und ein Restaurant, außerdem Kabinen mit Duschbad, ein Wellness-Bereich mit Sauna. Auch der technische Bereich und die Antriebsanlage wurden überholt und modernisiert, um den Forderungen der Aufsichtsbehörden und den heutigen Ansprüchen der Passagiere zu entsprechen. Es wurde ein zusätzliches 50-Hertz-Wechselstromnetz installiert, das vom neuen Hafendieselgenerator versorgt wird, der als Nennleistung 48 kW erzeugen kann. Nach den Umbauarbeiten wurde sie wieder in Grosser Michel umbenannt. Heutzutage hat die ehemalige Hafenfähre (seit Juli 2016) eine Zulassung für 80 Fahrgäste/ Tagesgäste, ist auch als Hotelschiff mit drei Doppelkabinen und zwei Einzelkabinen für 8–10 Schlafplätze fahrtüchtig und unternimmt regelmäßig Fahrten.

Die ehemalige Hamburger Hafenfähre GROSSER MICHEL, 1955 als Typschiff für die HADAG gebaut, 1991 außer Dienst gestellt, hier am Sandtorhöft
Ehemalige Hamburger Hafenfähre GROSSER MICHEL

Bergedorf

Restaurant & Cafe - Die Bergedorf

In den Jahren 1952 bis 1962 wurden von der HADAG 28 Fährschiffe des Typs II und III bei verschiedenen Werften in Hamburg in Auftrag gegeben. Sie prägten das Bild des Hamburger Hafens über Jahrzehnte. Die meisten Fährschiffe erhielten einen dieselelektrischen Antrieb, der wegen der schnellen Umsteuerbarkeit der E-Motoren eine gute Manövriereigenschaft garantierte. Heute kommen für derartige Schiffe Verstellpropeller oder Pods zum Einsatz. Die Schiffe wurden überwiegend für den Personenverkehr im Hamburger Hafen und zu den Werften eingesetzt. An Wochenenden, Feiertagen und außerhalb der Personenbeförderung im Hamburger Hafen sind diese Schiffe auch im Ausflugsverkehr auf der Niederelbe und zu Hafenrundfahrten eingesetzt worden. Ende der 70er Jahre wurden die ersten Schiffe ausgemustert, d. h. sie wurden verkauft oder verschrottet. Heute hat die HADAG noch 1 Schiff des Typs III, die KIRCHDORF, in Fahrt. Die von der HADAG verkauften Schiffe trifft man auf der ganzen Welt. So ist z.B. die ex „NIENDORF“ in den Niederlanden im Einsatz. Die ex „REEPERBAHN“ fährt in St. Petersburg. Mehrere Schiffe sind im Hafen von Lissabon als Fährschiffe eingesetzt, weitere Schiffe wurden nach Israel und Cypern verkauft. Die „BERGEDORF“ ist das letzte bei der HADAG in Fahrt befindliche Schiff vom Typ IIIb gewesen und wurde am 01. September 1997 vom neuen Eigner Just Kleinhuis der auf der Fähre ein Café einrichtete für den Museumshafenverein Oevelgönne übernommen.

Tonndorf Hamburg

Die 1960 gebaute HADAG-Hafenfähre TONNDORF war der bunte Paradiesvogel in der Typschiff-Flotte. Nachdem sie Ende der 80er Jahre eine Zeit lang als farbenfrohes Kinderschiff durch den Hafen fuhr, war sie in den letzten Jahren bis zur Außerdienststellung als knallroter Werbedampfer unterwegs.

 

Die TONNDORF wurde auf der Sietas-Werft in Hamburg unter der Baunummer 461 gebaut. Stapellauf war im Februar 1960. Am 24.06.1960 konnte der Neubau an die HADAG übergeben werden. Die TONNDORF gehörte zur letzten Bauserie der Typschiffe, der Serie „Typ IIIc“. Im Unterschied zu den meisten anderen HADAG-Typschiffen, besaß die TONNDORF einen Diesel-Direktantrieb. Der Grund: Die diesel-elektrischen Antriebe verbrauchten mehr Treibstoff und waren etwas langsamer. Deshalb entschied sich die HADAG dazu, die letztgebauten Typschiffe TONNDORF, EPPENDORF, MEIENDORF und KIRCHDORF mit einem direkten Dieselantrieb auszustatten. Als Besonderheit erhielt die TONNDORF eine MaK-Hauptmaschine. Alle vier Schiffe hatten ebenfalls im Unterschied zu den übrigen Typschiffen eine hydraulische Ruderanlage.

 

Wie alle Hafenfähren vom Typ IIIc hatte die TONNDORF beim Bau auf dem Oberdeck ein abnehmbares Dach erhalten. Im Winter war es so möglich, das gesamte Oberdeck zu schließen und somit auch bei Kälte nutzbar zu machen. Im Sommer konnte das Dach abgenommen werden. Leider war dieses Konzept wenig erfolgreich. Der Grund: Die abnehmbaren Dächer verzogen sich bei der Lagerung im Sommer immer mehr sodass die Montage immer schwieriger wurde. Deswegen war die TONNDORF fast immer „oben ohne“ unterwegs. Irgendwann wurden auch bei den meisten anderen Hafenfähren vom Typ IIIc die abnehmbaren Dächer dauerhaft entfernt.

 

Nachdem die HADAG im Jahr 2006 ihr neuntes Einmann-Fährschiff vom Typ 2000 in Betrieb genommen hatte, wurde die (inzwischen viel zu große) TONNDORF überflüssig. In der Sommersaison 2006 wurde sie letztmalig auf der Niederelbe eingesetzt. Anfang 2007 verkaufte die HADAG die Hafenfähre für 80.000 Euro an den Privatmann R. Schwarz. Die schicken Elfenbein-Fahrhebel waren auch verschwunden und wohl noch einiges mehr… Ende Februar 2008 verlegte das Schiff in den Peutehafen. Nachdem der Ende 2007 angebrachte Holzaufbau wieder entfernt wurde, fuhr die TONNDORF am 4.12.08 in den Harburger Binnenhafen um als Filmkulisse für die ZDF Serie „Das Duo“ zu dienen. Anschließend verholte die TONNDORF zur Jöhnk-Werft, Harburg. Dort wurden u.a. umfangreiche Stahlarbeiten, eine Überholung der E-Anlage, Einbau eines Ruder-Joysticks, Sandstrahlen und ein kompletter Neuanstrich in blau-weiss durchgeführt. Das Schiff wird wieder als Passagierschiff eingesetzt. Am 15.8.09 lief das in TONNE umbenannte Schiff zu seiner ersten Fahrt aus.

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