Wer war August Vogel?

August Vogel wurde am 28. Juli 1859 in Flensburg geboren. Seine teilweise voluminösen Bronzen zu Allegorien, Figurenschmuck als auch seine Steinfiguren fanden hauptsächlich auf Berliner Plätzen und Grabmälern passende Verwendung. Aber auch in Dortmund, Koblenz und Hamburg wurden um die Wende zum 20. Jahrhundert Brunnen sowie Häuser mit Reliefs im öffentlichen Raum mit Kunstwerken des Bildhauers und Medailleurs bestückt. Ab 1914 war er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. August Vogel starb am 10. November 1932 in Berlin.

 

August Vogel und der Hamburger Michel waren durch den Wiederaufbau der Kirche nach dem verheerenden Brand von 1906 fest miteinander verbunden. Der Berliner Bildhauer prägte mit seinen Werken das Gesicht des Hamburger Wahrzeichens entscheidend. Der Großauftrag: Nach dem Brand wurde die Kirche barock rekonstruiert, jedoch mit moderneren Akzenten im Detail. Vogel gewann den Wettbewerb für die Gestaltung des wichtigsten Zugangs.

Die kunstvollen Schnitzereien auf der Tür zeigen zentrale biblische Szenen:

  • Linke Seite (Versuchung Jesu): Jesus Christus in der Wüste, konfrontiert mit dem Teufel, der mit Fledermausflügeln dargestellt ist.
  • Rechte Seite (Jesus am Ölberg): Jesus im Garten Gethsemane, betend vor einem Engel mit Kelch und Kreuz, während darunter die Jünger schlafen.

Die gezeigten Schnitzereien an der hölzernen Eingangstür wurden vom Berliner Bildhauer August Vogel (1859–1932) entworfen.

Nach dem verheerenden Kirchenbrand von 1906 gestaltete er beim großen Wiederaufbau der Kirche (vollendet 1912) entscheidende Teile des Hauptportals:

  • Die dramatischen Reliefs wurden von August Vogel im neobarocken Stil mit deutlichen Jugendstil-Einflüssen konzipiert.
  • Aus Vogels Hand stammt auch die imposante Bronzeplastik des Erzengels Michael im Kampf mit dem Satan direkt über dem Eingang sowie das darüber liegende, geschwungene Tympanonfenster mit der Heiliggeisttaube.
  • Die eigentliche handwerkliche Umsetzung, die feine Holzschnitzerei der Türflügel erfolgte nach seinen Vorlagen durch spezialisierte Hamburger Kunsttischler und Holzbildhauer der damaligen Zeit.

Oberhalb des Hauptportals zum Hamburger Michel, der Hauptkirche St. Michaelis, befindet sich ein annähernd rundes, reich verziertes Jugendstilfenster. Zwei Engel am linken und rechten Bildrand blicken erwartungsvoll nach oben, wo mittig eine Taube über einer stilisierten Burg schwebt. Die Taube steht als Symbol für den Heiligen Geist und den Segen Gottes, der sich über der Kirche und der Stadt ausbreitet. Nachdem die Kirche zuvor bereits zweimal durch Feuer zerstört wurde, begannen ab 1906 die Arbeiten für den dritten Bau, der 1912 fertiggestellt wurde. Der Segen sollte der Kirche und ihrer Umgebung ein günstiges Schicksal verleihen.