Alstertour:
Fleetenkieker, St. Georg, Alsterschwan und Co.

Die Alster war eine der cleversten Ideen der Vorväter. Im Jahre 1190 stauten die Hamburger Alster, Wandse und Osterbek zum See, vor 400 Jahren trennten dann die Wallanlagen Außen- und Binnenalster. Was einstmals eine Kornmühle antreiben sollte, ist heute Segelrevier, Naherholungsgebiet, Sportstadion, Park und Abenteuerspielplatz in einem. Seit dem 19. Jahrhundert ist er auch Ruderrevier – hier sind die beiden ältesten Ruderclubs des Kontinents beheimatet: der Hamburger und Germania Ruder Club und Favorite Hammonia.

 

Die Haupt-Schiffsanlegestelle der Alsterschifffahrt in Hamburg ist der Anlegesteg Jungfernstieg an der Binnenalster. Hier am Jungfernstieg zwischen der Hamburger Altstadt und Neustadt beginnen grundsätzlich alle Bootsfahrten, Bootstouren, Schifffahrten, Schiffstouren und Schiffsausflüge der Binnenalsterschifffahrt und Alster-Kreuzfahrten der Alsterschiffe auf die Außenalster und die sich anschließenden Kanäle, die Hamburg durchziehen. Bei einer Schifffahrt auf der Alster genießt man die traumhaften Hamburg-Perspektiven von Bord des ältesten und einzig echten Alsterdampfers. Auf dem Dampfschiff „St. Georg“ von 1876 bleibt die alte Zeit lebendig. Originalgetreu restauriert und geführt wie einst mit drei Mann Besatzung: Kapitän, Maschinist und Condukteur.

Niveauvolles Shopping mit Blick auf die Alster: Seit einigen Jahren erstrahlt der Jungfernstieg, der seinen Namen den einst zum Spaziergang ausgeführten Töchtern aus gutem Hause verdankt, in neuem Glanz. Das Niveau der Geschäfte am Jungfernstieg ist hoch. An der Uferpromenade der Binnenalster reihen sich Geschäfte und Kaufhäuser von hohem Rang.

Auf der Wasserseite des Jungfernstiegs befindet sich der Alsterpavillon (Alex), eines der bekanntesten Cafés von Hamburg. Der Anleger Jungfernstieg ist für die Alsterschiffe der Hauptanleger, von dem alle Linien der Alsterrund- und Sonderfahrten ausgehen.

Auf der Hamburger Reiherstiegwerft im Jahre 1876 für die Alsterreederei von H. E. Justus als „Falke“ gebaut, ist der Dampfer „St. Georg“ heute das älteste betriebsfähig erhaltene Fahrzeug des Hamburger Nahverkehrs und zugleich das älteste Dampfschiff Deutschlands. 63 Jahre lang war der Dampfer im Liniendienst vom Jungfernstieg nach Barmbek zur Von-Essen-Straße, zum Mühlenkamp und zum Winterhuder Fährhaus im Einsatz. 1911 erfolgte der Umbau zum Glattdecker sowie die Umtaufe zur „Galatea“. 1919 übernahm die Hochbahn AG den Dampfer und änderte den Namen 1936 in „St. Georg“. Nach dem Krieg fand das Schiff über Umwege in Berlin seine neue Heimat auf Havel und Wannsee, zunächst als Motorschiff „Deutschland“, später als „Planet“. Die drohende Verschrottung führte 1988 zur Rettungsidee und Gründung des Vereins Alster-Dampfschiffahrt. Die „Wiederbelebung“ gelang auf der Werft in Dresden-Laubegast. Sie gab dem Dampfer das Aussehen der 1930er Jahre zurück sowie ein neues Herz: Eine alte Zwei-Zylinder Dampfmaschine. Seit 1994 fährt das Schiff wieder als „St. Georg“ auf der Alster unter Dampf.  Das Besondere an diesem Schiff ist, dass Passagiere in den Maschinenraum dürfen. Hier bekommt man Erklärungen über die Funktionsweise des Dampfschiffes.

1974 und 1975 waren für Hamburgs Verkehrsgeschichte besondere Jahre. Das Jahrhundertbauwerk Köhlbrandbrücke wurde am 20. September 1974 eingeweiht, der Autobahn-Elbtunnel wurde am 10. Januar 1975 dem Verkehr übergeben. Im März 1974 konnte der fast vollständig fertiggestellte 185 m lange neue Anleger Jungfernstieg benutzt werden. Die Neugestaltung der Straße Jungfernstieg nach dem 1973 beendeten Bau des Schnellbahnknotens Jungfernstieg wurde 1975 abgeschlossen. Bereits von Mitte 2004 bis fast Mitte 2006 wurde die Alsterseite des Jungfernstiegs wieder umgebaut, und zwar zu einem sogenannten Erlebnisplatz. Im April 2008 war der nächste Umbau fällig. Im östlichen Bereich des Jungfernstiegs wurde eine Baustelle für die Erweiterung der U-Bahn in die Hafencity eingerichtet. Da die Alsterschiffe während der Bauzeit wieder nicht am Jungfernstieg anlegen konnten, schaffte man einige Pontons heran. Die Alsterschiffe legten in dieser Zeit an dem aus Pontons gebildeten Finger an. Die Pontons wurden zur Saison 2012 entfernt.

Sitz der Bürgerschaft (Parlament) und des Senats (Landesregierung): Das prächtige Hamburger Rathaus im historistischen Stil der Neorenaissance, 1897 errichtet. Der Turm ist 112 m hoch und damit eine markante Landmarke im Hamburger Stadtbild.

Die Idee zu der durchschnittlich 60 Meter hohen Fontäne hatte Carlheinz Hollmann, als er 1986 aus einem Flugzeug den Springbrunnen auf dem Genfersee (den Jet d’eau) sah. Hollmann schlug seinen Einfall dem Bausenator Eugen Wagner vor, der ihn an Oberbaudirektor Egbert Kossak verwies. In der Baubehörde vor dem großen Stadtmodell Hamburgs erläuterte er seine Idee und überzeugte den Pfeife rauchenden Senator letztlich mit einem gebogenen Pfeifenreiniger als Modell der Fontäne. Schnell waren Unternehmen wie Blohm + Voss als Sponsoren gefunden, und so spritzt seit dem 18. April 1987, 12 Uhr, der Alsterspringbrunnen. Die Höhe ist allerdings durch das windige Wetter in Hamburg begrenzt. Die Fontäne fand bei der Bevölkerung anfangs keinen großen Beifall, da die Binnenalster immer das „schlichte Wahrzeichen Hamburgs“ war. Mit der Zeit wurde die Fontäne aber Teil dieses Wahrzeichens. Im Winter wird aufgrund des Frostes jährlich zu Anfang November die Plattform, von der die Fontäne in die Höhe spritzt und auf der inzwischen auch mehrere Scheinwerfer installiert sind, die das hochspritzende Wasser abends beleuchten, abgebaut und über den Winter eingelagert, wobei meistens Wartungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt werden. In der Weihnachtszeit wird sie durch eine andere Plattform ersetzt, auf der ein großer, mit Lichtern geschmückter Weihnachtsbaum inmitten der manchmal zugefrorenen Alster steht. Im Frühling wird dann die Fontäne wieder aufgebaut, so dass sie wieder von 9 bis 24 Uhr sprudelt.

Binnenalster mit Fontäne, rechts das Alsterhaus: Vom Jungfernstieg geht’s über die Binnenalster unter der Lombardsbrücke hindurch auf die Außenalster. Hamburgs schönstes Gewässer bietet einen grandiosen Blick auf das Panorama der Stadt mit ihren vielen Türmen.

Blick in Richtung Planten un Blomen und den Heinrich-Hertz-Turm

Die Lombardsbrücke (erbaut 1865 bis 1868) trennt die Außen- von der Binnenalster.

Sie dient nicht nur Autofahrern und Radfahrern jeden Tag als Verbindung zwischen Binnen- und Außenalster, sondern allen, die das Alster-Panorama lieben, auch als perfekter Aussichtspunkt auf Rathaus und Alsterfontäne. 1868er Baujahr, 69 Meter lang, drei Bögen – diese Fakten sollten echte Hamburger Brücken-Fans schon kennen …

Dass die Hamburger mitten im Zentrum der Stadt segeln lernen, mit Paddelbooten fahren oder sich auf den Alsterwiesen erholen können, verdanken sie ihren Vorfahren im 12. Jahrhundert. Damals wurde das Flüsschen Alster aufgestaut, um eine Kornmühle zu betreiben. Viele Kanäle, die von der Außenalster abzweigen und an denen Trauerweiden wachsen, laden zu Bootstouren vorbei an luxuriösen privaten Wassergrundstücken ein. Zahlreiche Bootshäuser vermieten Kanus, Ruder- und Tretboote.

Blick von der Außenalster auf das Denkmal der "Drei Seeleute"
Bootshaus am Langen Zug Richtung Anleger "Mühlenkamp"
Bronzefigur von 1912 am Stadtparksee: Zentaur (weiblich) = Nereide, von Georg Wrba 1872-1939

Nereide: Die Zentauren standen bis in die 1930ger Jahre an der Hafeneinfahrt des Stadtcafés; als das Schwimmbad bei der Stadthalle eingerichtet wurde, bekamen die Figuren dort ihren Platz. 2004 wurden die Ufermauern nach historischem Vorbild restauriert, so dass ein direkter Zugang zu den Skulpturen wieder möglich ist.

Freibad im Hamburger Stadtpark
Mühlenkampbrücke

Dornheim Bootsvermietung; Cafe Zur Gondel

Dornheim Bootsvermietung; Cafe Zur Gondel

Die Dornheim GmbH wurde im August 1979 von Bernhard Dornheim und seinem Sohn Bernd Dornheim gegründet. Bereits vorher wurde die bestehende Bootswerft als Familienbetrieb am Winterhuder Weg (Isebekkanal) geführt. Da die Werft dort auf Grund von städtebaulichen Maßnahmen nicht bleiben konnte, wurde ein neuer Standort am Kaemmererufer (Osterbekkanal) gefunden und mit einer neuen Bootshalle bebaut. Im Laufe von 25 Jahren mussten die Geschäftsbereiche immer wieder dem Markt angepasst werden, so dass sich die Dornheim GmbH immer mehr weg vom Handwerklichen, hin zu Dienstleistungen für die Freizeitgestaltung entwickelte. Neben dem Werftbetrieb gab es die Bootslagerung und Mitte der 80er Jahre kam dann eine Vermietung von Kanus und Kajaks hinzu, wobei die Vermietungsboote allesamt auf der eigenen Werft gebaut wurden. Die Formen des „Hamburger Kanus“ und des „Alsterkanus“ wurden selbst entwickelt und auch auf dem freien Markt deutschlandweit verkauft, so dass im Wassersportbereich der Name Dornheim ein Markenname für Kanus wurde. Die eigene Flotte für die Bootsvermietung wurde auf über 200 Boote ausgebaut, so dass die Bootsvermietung Dornheim zur größten Bootsvermietung im Bereich der Alster wurde. Der Werftbetrieb musste aus wirtschaftlichen Gründen Anfang der 90er Jahre eingestellt werden, so dass das Standbein der Bootsvermietung und der Bootslagerung in den Mittelpunkt rückte. Um ein weiteres Standbein aufzubauen, eröffnete der „Kutterimbiss“ als gastronomisches Zusatzgeschäft Mitte der 90er Jahre. Untergebracht war der Imbiss in einem alten Fischkutter, der in der Mitte zersägt und dessen Bug aufrecht in den Himmel ragend aufgestellt wurde. Die Kombination aus Gastronomie und Bootsverleih wurde zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell, das Bernd Dornheim immer weiter ausbaute. Im Jahre 2002 entstand so aus dem „Kutterimbiss“ das Café & Restaurant „Zur Gondel“.

Café Seeterrasse auf dem südlichen Anleger im Stadtparkhafen.

Bootsverleih auf der "Liebesinsel"

Direkt gegenüber dem Stadtcafé liegt die kleine Insel, die wegen ihrer idyllischen Lage auch "Liebesinsel" genannt wird. Die architektonische Funktion dieser künstlichen Erhebung im Stadtparksee lag zum Einen in der Wahrung der Symmetrie, aber zum Anderen auch im Verdecken des Kanalzuflusses sowie der Bootsvermietung, die sich an ihrer Rückseite befand. Diese Insel ist mit hohen italienischen Pappeln bepflanzt, die das Häuschen, das auf ihr errichtet ist, fast ganz verschwinden lässt. Rückwärts führt eine zierlich geschwungene Brücke herüber, vorne ist durch flache, halbrund rückspringende Stufen, die von einer bildwerkgeschmückten Ufermauer flankiert werden, eine kleine Landestelle gebildet. Heute lässt sich von der gegenüberliegenden Seite des Sees die Insel mit ihrer Funktion kaum erahnen.

Bootsverleih auf der "Liebesinsel"

Paddeln im Hamburger Sommer ist ein echtes Muss unter den Freizeit-Aktivitäten. Sobald sich die Sonne ihren Weg durch die Wolken bahnt, zieht es die Menschen auf die unzähligen Wasserstraßen Hamburgs. Wer kein eigenes Boot oder Kanu hat, leiht sich eines aus, wie hier beim Bootsverleih auf der Liebesinsel.

Neubau am Alsterlauf nahe der Jarrestadt

Das Planetarium gilt als eines der Wahrzeichen des Stadtteils Winterhude und liegt unübersehbar im wunderschönen Stil des Art-Deco am Fuße der riesigen Stadtparkwiese. War der ehemalige Wasserturm einst mit 3.000 Kubikmetern Wasser gefüllt, finden heute jedes Jahr rund 350.000 Menschen aus aller Welt ihren Weg ins Planetarium. Neueste Projektionsmodelle und Lasertechniken heben seit der letzten Renovierung 2002 die Besucher zu den Sternen empor und führen sie auf raffinierte Weise in neue Welten der Wissen-schaft sowie der Unterhaltung. Hier kann man tatsächlich für eine Weile abheben und seinen Alltag hinter sich lassen. Wer mag, steigt zur Aussichtsplattform in 42 Meter Höhe hinauf und genießt den herrlichen Blick vom Hamburger Planetarium. Das Hamburger Planetarium wurde seit August 2015 umgebaut. Im Februar 2017 fand dann die Wiedereröffnung statt.

Am westlichen Ende der Ost-West-Achse steht der 1912 bis 1915 unter Fritz Schumacher nach einem Entwurf von Oskar Menzel erbaute Wasserturm, der 1930 zum Planetarium Hamburg umgebaut wurde.

Wassertürme sind außergewöhnliche Bauwerke. In Hamburg stehen davon noch 47. Den bekanntesten beherbergt der Stadtpark, der schon lange unter dem Namen „Planetarium“ bekannt ist. Über der Aussichtsplattform wurde 2013 die Außenkuppel in Kupfer gehüllt: Auf rund 600 Quadratmetern Fläche und 90 Metern Umfang wurden 800 maßgebogene Kupferbahnen in Stehfalztechnik verbaut. Damit ist die Kuppel für die nächsten Jahrzehnte gegen Sturm und Regen geschützt.

Die Barmbeker Straßenbrücke führt die Barmbeker Straße über den Goldbekkanal in Hamburg-Winterhude.

Der Goldbekkanal, ein langsam fließendes, bis 135 cm tiefes Gewässer, das ursprünglich aus dem Bach, die Goldbek, aus dem Moor bei der Fuhlsbüttler Straße und von den Winterhuder Höhen gespeist wurde. Die Wortbedeutung der Goldbek beruht auf "Gol" für Schmutzwasser und Morast. Die Alsterkanäle dienten ursprünglich vor allem als Überlauf für das alte Sielsystem. Bei starken Regenfällen floss das Wasser über sie in die Alster ab. 1914 wurde der Goldbekkanal bis zum Stadtpark ausgebaut, um weitere Fabriken in Winterhude zu versorgen. 1915 wurde der Kanal mit dem Barmbeker Stichkanal verbunden, der zum Kohletransport für das 1907 gebaute Kraftwerk der Hamburger Hochbahn diente. Um 1924 wurde auf dem Goldbekkanal für den Personentransport für Großveranstaltungen in der Stadthalle am Stadtpark ein Barkassen-Pendelverkehr zwischen Mühlenkamp und der Stadthalle eingerichtet. Zu beiden Seiten der Stadthallenbrücke wurden im Kanal geräumige Steganlagen gebaut, die noch heute existieren. Ein Anleger war zum Einsteigen und der andere zum Aussteigen vorgesehen, da nicht an Bord, sondern am Steg kassiert wurde. Zum Wenden der Barkassen wurde in diesem Bereich der Kanal verbreitert und erhielt den Namen Stadtparkhafen. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Barkassenverkehr eingestellt. Nach dem Krieg, die Stadthalle war ausgebrannt und wurde später abgerissen, wurde der Barkassenbetrieb nur noch einmal in 1965 für einige Monate aufgenommen. Am Ufer des Kanals sind heute noch einige Schiffswerften ansässig, die auch Bootslagerung und einen Bootsverleih betreiben.

Anleger Uhlenhorster Fährhaus

Am Langen Zug lag ein abgelegenes und unbewohntes Gehöft. Hier hausten die Eulen - Uhlenhorst. Hier und auf der gegenüberliegenden Harvestehuder Seite der Außenalster hatte ein Fährmann für sein Ruderboot Stege eingerichtet. Bereits die ersten Dampfboote benutzten den Uhlenhorster Steg des Fährhausinhabers. Die Bedeutung und Größe des Uhlenhorster Stegs und des Fährhauses stiegen. Das Bootshaus des Rudervereins Germania, das Fährhaus und die zugehörigen Steganlagen bildeten zusammen ein kleines Imperium und ein beliebtes Motiv für Ansichtskarten. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Uhlenhorster Fährhaus zerstört. Danach wurde es nicht wieder aufgebaut. Der jetzige Anleger „Uhlenhorster Fährhaus” liegt südlich der Einmündung der Karlstraße in die Straße „Schöne Aussicht”. Die Steganlage wurde 1964 vollständig erneuert. Der Steg und sein Stegkopf sind 4 m breit. Der Steg ragt gut 30 m ins Wasser, sein Stegkopf ist 50 m lang.

Vorbei an den schönen Villen Hamburgs: Die Fahrt durch die Alster-Kanäle zeigt Hamburg von der geheimnisvollen Seite. Gepflegte Villen mit versteckten Parkanlagen, luxuriöse Lofts, aber auch urige Schrebergärten und urwüchsige Uferpartien gleiten an den Bootsgästen zum Greifen nahe vorüber. Nur wenig entfernt von der Innenstadt erlebt man die grüne Idylle der alsternahen Wohngebiete. Die Kanalfahrt wird für verschiedene Strecken angeboten.

Wunderschöne Fahrten auf den Alsterläufen und der Alster mit einer original venezianischen Gondel. Ina Mierig ist nicht nur die einzige Gondoliera in Deutschland, sondern auch die Einzige, die die Befähigung eine Gondel zu führen in Venedig erworben hat.

MFS Alster Cabrio II
Ammersbek
Feenteichbrücke
Feenteichbrücke
Feenteichbrücke

An der Feenteichbrücke geht der seerosenbedeckte Feenteich in die Außenalster über. Die steinernen Löwenfiguren, die Granitbrüstung und das Hamburger Wappen bekam die Brücke beim Bau 1884 von zwei alten Hafenbrücken. Seit dem Jahr 1861 führte eine Holzbrücke über die Verbindung zwischen Feenteich und Außenalster. Sie wurde dann im Jahr 1884 gegen eine Steinbrücke nach einem Entwurf des Bauingenieurs Franz Andreas Meyer ersetzt, diese ist bis heute in der damaligen Form erhalten. Sie ist 7 m lang und 15,6 m breit, und steht auf einem Betonfundament. Auch die mit Feldstein verkleideten Flügelwände bestehen im Kern aus Beton.

 

Bei der Errichtung der Feenteichbrücke wurden Bauteile verwendet, die von der Brooksbrücke und der Kornhausbrücke stammten, die im Zuge der Umgestaltung des Hamburger Hafens durch Meyer, und der gleichzeitigen Errichtung der Speicherstadt, abgerissen und neu gebaut wurden. Die Kornhausbrücke war erst 1872 fertiggestellt worden. Von ihr stammen die granitene Brüstung und die vier Säulen, die sich links und rechts der Brückenpfeiler befinden und von denen jede eine Laterne trägt. Von der Brooksbrücke stammen zwei Löwenskulpturen, die alsterseitig im Wasser stehen und das Hamburger Wappen zwischen den Tatzen halten. Die kunstvollen Brüstungen der Feenteichbrücke haben spitzbogenartige Ausnehmungen und werden an den Enden durch Pfeiler eingefasst. Die Feenteichbrücke trägt die Brückennummer 172 und die Bauwerksnummer 2426 219.

Binnenalster mit 5-Sterne Hotel “Vier Jahreszeiten“

Herbst an  der Binnenalster (2015)

Schwimmende Figur auf der Außenalster von Stephan Balkenhol

 

Aufrecht steht er da, die Hände in die Hüften gestützt, den Kopf erhoben, den Blick in die Ferne gerichtet. Ein Mann wie viele; ­ durchschnittliche Größe, mittleres Alter, schwarze Hose, weißes Hemd: All dies wirkt vertraut, gewöhnlich und doch zieht die hölzerne Menschengestalt die Blicke der Passanten unweigerlich auf sich. Denn der Mann, der so völlig gelassen und selbstverständlich auf einem circa 40 Zentimeter hohen Sockel thront, hat keinen festen Boden unter den Füßen. Er treibt auf einer schwankenden Boje nahe der Gurlitt-Insel mitten im Wasser der Alster. Der deutsche Bildhauer Stephan Balkenhol hat ihn aus einem Eichenstamm gearbeitet, ebenso wie drei weitere, fast identische Figuren. 1993 haben diese "Vier Männer auf Bojen" Position bezogen: Auf der Außenalster, der Süderelbe in Harburg, im Serrahn in Bergedorf und in der Elbe nahe des Museumshafen Övelgönne treiben sie im Wasser; von November bis März werden sie eingeholt. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die vier Figuren nur durch die Haltung ihrer Hände. In Aussehen, Größe und Kleidung, vor allem aber in ihrer grenzenlosen Gelassenheit, ihrer stoischen Ruhe sind sie gleich. Keine Gefühlsregung ist ihren Gesichtern abzulesen.

 

Weitere Informationen zu Stephan Balkenhol finden Sie hier.

Schwanenwikbrücke an der Außenalster

Die Schwanenwikbrücke befindet sich am Ostufer der Außenalster bei Einmündung der Wandse auf der Grenze zwischen den Stadtteilen Hohenfelde und Uhlenhorst. Über die Brücke führt die Straße „Schwanenwik“. Die Fachwerkbogenbrücke wurde von 1874 bis 1878 nach Plänen von Franz Andreas Meyer erbaut. Sie hat eine Spannweite von 26 Metern bei einer Gesamtlänge von 55 Metern. Das Bauwerk verfügt über zwei Widerlager aus Granit, die jeweils einen Gewölbedurchgang für Fußgänger bieten. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Durchgänge zugemauert und als Luftschutzbunker genutzt; in den Folgejahren wurden sie nahezu vollständig verschüttet. Zwischen 1976 und 1980 wurde das Bauwerk saniert und umgebaut. Dabei wurde das ursprüngliche äußere Erscheinungsbild wieder hergestellt. Bogen aus Stahlbeton ersetzten die mittleren Träger aus Eisenfachwerk. Erneuert wurden auch die Gänge in den Widerlagern und das mit Rankenblättern verzierte Geländer. Zudem erhielt die Brücke acht statt zuvor 15 neue Kandelaber, die jeweils paarig angeordnet sind, wobei die neuen Leuchten den Ursprünglichen nachempfunden wurden, diesen jedoch nicht entsprechen. Seit der Sanierung hat die Brücke eine Tragkraft von 60 Tonnen (zuvor 30 Tonnen). Sie ist heute eine der ältesten erhalten gebliebenen Eisenkonstruktionen Hamburgs und steht unter Denkmalschutz.

Schwanenwikbrücke, im Hintergrund die Mundsburger Brücke mit der Spanischen Treppe

Als Verbindungsstücke zwischen Uhlenhorst und Hohenfelde wurde die "Mundsburger Brücke" im Jahre 1871 in Betrieb genommen. Sie überquert den Mundsburger Kanal und ist gleichzeitig die Straße "Mundsburger Damm". Von diesem Fotospot aus kann man, besonders im Sonnerhalbjahr, schöne Bilder (in Richtung Fernsehturm) von Sonnenuntergängen machen.

Anleger "Uhlenhorster Fährhaus"
Islamisches Zentrum Hamburg

Das Islamische Zentrum Hamburg (IZH) ist eine der ältesten islamischen Institutionen Europas. Es ist Träger der Imam-Ali-Moschee an der Außenalster Hamburgs. Die Imam-Ali-Moschee wurde als viertälteste Moschee Deutschlands 1960–1965 in Hamburg an der Außenalster (Uhlenhorst) erbaut. Die Grundsteinlegung erfolgte am 13. Februar 1960, die Einweihung 1963 und 1965. Dabei war das Fundament aufgrund des notwendigen Aufwandes wegen des feuchten Baugrundes an der Alster sehr kostenintensiv.

Die Moschee mit Kuppel und zwei Minaretten ist von Typ „Iwan-Moschee“ ausgeführt. Aus mehreren Entwürfen wurde ein Bauplan ausgewählt, der dann von den Architekten Gottfried Schramm und Jürgen Elingius in Zusammenarbeit mit dem iranischen Architekten Zargarpoor ausgeführt wurde. Im Beisein vieler Muslime, Vertretern der Stadt Hamburg sowie von Hodschatoleslam Mohagheghi wurde am 13. Februar 1960 der Grundstein gelegt. Im Mai 1963 wurde der Rohbau fertiggestellt. Im Sommer 1992 wurden die Kachelarbeiten abgeschlossen, einschließlich des Mihrab (Gebetsnische), einem Geschenk der Goharschad-Moschee in Maschhad. Da sich die Büro- und Studierräume bald als unzureichend erwiesen, wurde 1996 das Fundament für einen Anbau hinter der ursprünglichen Moschee gelegt.

Graffiti-Bootshaus in Winterhude
An der Alster in Winterhude
Alster in Winterhude

Hin und wieder werden die Hamburger Bürger von Zeitungen oder Webseiten dazu aufgerufen, ihren Lieblingsstadtteil zu wählen. Ein Name, der dabei immer wieder fällt, ist Winterhude. Mit diesem Flecken Hamburg verbindet man in erster Linie stuckverzierte Altbauwohnungen oder Villen an der Alster. Doch Winterhude hat viele Gesichter: zum Beispiel die Ende der 1920er Jahre als moderne Arbeitersiedlung erbaute Jarrestadt. Oder die Bürolandschaften der City Nord, in der einige der renommiertesten Arbeitgeber der Hansestadt residieren. Und natürlich liegt auch der Hamburger Stadtpark mit dem Planetarium auf dem Gebiet Winterhudes.

Fährdamm

Bereits 1857 nahm das erste, seinerzeit dampfbetriebene Schiff den Linienbetrieb auf der Alster und den einmündenden Kanälen auf. Zu Beginn nur eine Linie zwischen dem Mühlenkamper Fährhaus in Hamburg Uhlenhorst, dem Winterhuder Fährhaus und dem Jungfernstieg. Auf dieser Stecke verteilt befanden sich noch weitere Anlegestellen. Im Jahr 1890 wurde das Angebot um eine Linie durch den Eilbekkanal nach Barmbek ergänzt. Um 1900 befuhren rund 30 Alsterdampfer die Alster und die angrenzenden Kanäle. Die Hamburger Hochbahn übernahm 1919 den Betrieb der Alsterschifffahrt. Durch die U-Bahn und die Straßenbahnen sowie die Buslinien wurde der Linienverkehr auf der Alster unattraktiv. Ende der 1930er Jahre waren nur noch drei Linien im Betrieb. Im 2. Weltkrieg wurde der Schifffahrtsbetrieb eingestellt. Seit 1946 ist der Linienverkehr auf den Wasserstrassen wieder reguläres Verkehrsmittel. Mit der Gründung des Hamburger-Verkehrs-Verbund 1965 wurden die Linien in das normale Fahrgastangebot integriert. Mitte der 1950er Jahren wurden die ersten Kaffeefahrten auf der Alster angeboten später kamen dann die Kanalrundfahrten dazu. 1977 wurde die Alsterschifffahrt in eine Tochtergesellschaft die Alster Touristik GmbH ausgegliedert. Diese übernahm die Flotte und begann sich auf Ausflugsfahrten und Rundfahrten zu spezialisieren. Im Jahr 1984 wurde dann der Linienverkehr in eine Rundfahrtlinie umgewandelt. Zwischenzeitig kamen neue modernere Schiffe zur Flotte. Ein Brennstoffzellen betriebenes Schiff und ein Solarschiff sind heute auf der Alster unterwegs.

Die Alster ist ein 56 Kilometer langer Nebenfluss der Elbe und fließt durch Süd-Holstein und Hamburg. Der bekannteste und prägnanteste Teil der Alster ist der Alstersee, der im innerstädtischen Gebiet Hamburgs durch die Binnen- und Außenalster gebildet wird. Die Bebauung um die Binnenalster herum ist vielfach geprägt von weißen Fassaden und kupfergedeckten Dächern gründerzeitlicher Büro- und Geschäftshäuser. Das Gewässer wird in der ältesten überlieferten Urkunde vom Ende des 11. Jahrhunderts Alstra genannt. In der Folgezeit finden sich in den Urkunden verschiedene Schreibweisen; Alster taucht erstmals im 15. Jahrhundert auf. Der Name beruht auf einer indogermanischen Wurzel mit der Bedeutung „Gewässer", „Fluss". Am 1. Januar 1310 verkaufte Graf Adolf VI. von Holstein der Stadt Hamburg die halbe Alster für 600 Mark Pfennige und behielt sich auf 36 Jahre das Rückkaufsrecht vor. Die Alster war früher bis nach Stegen (Alster-Kilometer 16,5), einem heutigen Ortsteil der Gemeinde Bargfeld-Stegen in Schleswig-Holstein, schiffbar. Dort bestand für die Jahre 1529 bis 1550 eine Verbindung zum Alster-Beste-Kanal. Bis in die 1970er Jahre war die Alster ein wichtiger Verkehrsweg für den Gütertransport innerhalb Hamburgs und in die nördlichen Vororte. Die Güter wurden aus dem Hafengebiet mit Schuten über die Fleete zur Binnen- und Außenalster transportiert. Auch für den öffentlichen Personennahverkehr hatte die Alster mit ihren Kanälen (so der Osterbekkanal) erhebliche Bedeutung. Bis 1984 fuhren die Alsterschiffe als reguläre Verkehrsmittel im Linienverkehr des Hamburger Verkehrsverbundes auf der Binnen- und Außenalster. Heute fahren die Alsterdampfer vor allem Rundtouren. Im Sommerhalbjahr verkehrt aber auch die Museumslinie zum Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek. Das älteste noch erhaltene Alsterschiff ist die St. Georg. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es Schiffslinien bis Ohlsdorf und zum Stadtparksee in Winterhude. Obwohl die Alster intensiv für den Verkehr genutzt wurde, gab es früher am Ufer Schwimmbäder. In den 1920er/30er Jahren bestand eine große Badeanstalt am Schwanenwik. Im Zweiten Weltkrieg erhielt die Binnenalster eine Tarnabdeckung. Die fast vollständig aus Holz gebaute Innenstadtkulisse sollte anfliegenden Bomberverbänden die Orientierung erschweren. In der Außenalster befanden sich dazu eine „falsche“ Lombardsbrücke und eine Flakstellung.

 

ALSTER
Die Alster entspringt auf dem Gebiet der Gemeinde Henstedt-Ulzburg. Ihre Quelle befindet sich nördlich des Ortsteils Henstedt-Rhen. Von dort verläuft der teils stark mäandrierende Fluss zunächst nach Norden und knickt wenige hundert Meter weiter flussabwärts in Richtung Osten ab. Nach Passieren von Wakendorf II, nach der von Norden kommenden Rönne auf Höhe der Bauerschaft Naherfurth einmündet, und Unterqueren der B 432 (südlich von Nahe) wendet sich der Fluss Alster schließlich nach Süden. Dabei durchfließt bzw. berührt die Alster – überwiegend in südlicher Richtung – die Gebiete von Bargfeld-Stegen, wo bei Gut Stegen die von Nordosten kommende Alte Alster einmündet, Kayhude (hier beginnt der Alsterwanderweg) und Tangstedt-Rade. Kurz vor der Rader Schleuse mündet die von Westen kommende Sielbek in die Alster ein. Die Oberalster-Niederung zwischen Wakendorf II im Kreis Segeberg und Tangstedt im Kreis Stormarn ist aus der Verlandung eines in der Weichsel-Kaltzeit gebildeten flachen Eisstausees entstanden. Die Oberalster wurde im 15. Jahrhundert während des Bauens des Alster-Beste-Kanals (auch: Alster-Trave-Kanal) zur Schaffung eines direkten Wasserweges zwischen Hamburg und Lübeck kanalisiert. Die Alster erreicht kurz nach ihrem Passieren von Wulksfelder Schleuse und Gut Wulksfelde das Hamburger Stadtgebiet, namentlich die Stadtteile Duvenstedt und Wohldorf-Ohlstedt. An der Wohldorfer Schleuse mündet die von Osten kommende Ammersbek ein. Der Fluss windet sich dann durch die Endmoränenlandschaft des Alstertals. Bis zur Mellingburger Schleuse in Lemsahl-Mellingstedt münden in mehreren Naturschutzgebieten die Drosselbek, Bredenbek, Rodenbek, Horstbek und Saselbek ein. In Poppenbüttel folgt ein Wehr auf Höhe der früheren Poppenbüttler Schleuse und der Burg Henneberg. Die Alster erreicht im daran anschließenden Wellingsbüttel, läuft am Herrenhaus Wellingsbüttel vorbei. Sie erreicht in Ohlsdorf ein Wehr auf Höhe der ehemaligen Fuhlsbüttler Schleuse als letzte Wasserstands-Regulierung vor der dann weiter flussabwärts gelegenen Außenalster.

 

STREEK
Der Alsterabschnitt von Ohlsdorf bis Einmündung in die Außenalster wird gelegentlich als Streek (niederdeutsch für Gegend) bzw. Alsterstreek bezeichnet. Der Verlauf ist in diesem Abschnitt des Flusses künstlich begradigt. Der alte Flussverlauf führte durch Ringkanal, Brabandkanal und Leinpfadkanal. Parallel hierzu führen der Skagerrakkanal und der Inselkanal Richtung Süden. Nach Bau der Fuhlsbüttler Schleuse (1913, 2011 abgebrochen, dann ersetzt durch ein Wehr) legte Fritz Schumacher ein Konzept zur Kanalisierung der Alster unterhalb der Schleuse, bis nach Eppendorf, vor. Sein Konzept sah eine streng architektonische Fassung durch Böschungsmauern, Terrassen und Becken vor. Das Ingenieurswesen der Stadt Hamburg hingegen bevorzugte eine naturnahe Fassung des Flusses Alster. Die entgegengesetzten Entwürfe wurden kontrovers diskutiert, Schumachers Ansatz fand Anklang, schließlich wurde seine Idee in Teilen umgesetzt. Bei Eppendorf mündet die Tarpenbek, an der Grenze zu Harvestehude der Isebekkanal ein. Die Krugkoppelbrücke bildet schließlich die Grenze zur Außenalster.

 

ALSTERSEE
Der Alstersee entstand 1190 unter Graf Adolf III. durch Anstauung des Flusses mit einem Damm, um als Mühlenteich für das Betreiben einer großen Kornmühle zu dienen. Die unbewohnten Alsterwiesen wurden dabei großflächig überschwemmt. Nach dem späteren Pächter Reese erhielt der Damm den Namen Reesedamm, aus dem nach weiteren Verbreiterungen der heutige Jungfernstieg wurde. Erst 1616 bis 1625 wurde der Mühlenteich mit der Errichtung der Hamburger Wallanlagen in Außen- und Binnenalster getrennt. Der Durchfluss der Alster erhielt eine Holzbrücke, mit einem schwimmenden, an Ketten gesicherten Baumstamm als Sperre. An dieser Stelle wurden später die Lombardsbrücke und 1953 nördlich davon die Neue Lombardsbrücke, jetzige Kennedybrücke, gebaut.

 

AUSSENALSTER
Die Außenalster, die ca. 164 Hektar groß und bis zu 4,5 Meter tief ist, ist der größere, nördliche Teil des Alstersees. Sie wird von der Alster im Norden sowie der Osterbek und Wandse im Osten gespeist. Sie fließt im Süden in die Binnenalster ab. Rund um die Außenalster ist der Alsterpark angelegt, dessen westlicher Teil zeitgleich zur Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 1953 ausgebaut wurde. Hier hat man – mit wenigen Ausnahmen – einen freien Blick auf die Alster. Das ist besonders reizvoll beim alljährlich stattfindenden großen Feuerwerk aus Anlass des Kirschblütenfestes der japanischen Gemeinde in Hamburg. Erstmals fand dieses Feuerwerk statt im Jahre 1968 zur Erinnerung an die Pflanzung von rund 5000 Kirschbäumen im Stadtgebiet, gestiftet von in der Hansestadt ansässigen japanischen Firmen. Rund um diesen Stausee ziehen sich Fuß- und Radwege, die bei Hamburgern zur Erholung und zum Joggen sehr beliebt sind. Der fast durchgehend direkt am Ufer gelegene Weg wurde für Jogger und Läufer mit Halbkilometersteinen markiert und ist 7,4 Kilometer lang. Die Außenalster selbst wird viel zum Segeln, Rudern und Tretbootfahren genutzt. Als Segelrevier gilt sie als nicht ganz einfach, da die hier möglichen stark wechselnden Windbedingungen durch die Randbebauung und die einmündenden Straßenzüge einiges an Geschick der Segler erfordern – außerdem gilt hier auf dem Wasser grundsätzlich „rechts vor links“ (Alsterdampfer ausgenommen, die haben immer Vorrang). An der Außenalster liegen einige der begehrtesten Wohnlagen Hamburgs, unter anderem Harvestehude im Westen und die Straßen Bellevue (Winterhude) und Schöne Aussicht (Uhlenhorst) im Nordosten. Auch das bekannte Hotel Atlantic (St. Georg) liegt hier am südöstlichen Ufer. Die Lombardsbrücke markiert den alten Verlauf der Stadtbefestigung, die die Außen- von der Binnenalster trennt. Da diese Brücke den Straßenverkehr nicht mehr allein bewältigen konnte, kam bereits 1953 nördlich der alten Querung die Neue Lombardsbrücke hinzu, die 1963 zu Ehren John F. Kennedys nach dessen Ermordung in Kennedybrücke umbenannt wurde. Auf ihrem Gehweg (Nordseite) ist der 10°- Meridian im Pflaster gekennzeichnet. Die beiden Brücken sind für den innerstädtischen Fahrzeugverkehr sowie für den Eisenbahn-Nahund Fernverkehr (Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn) von großer Bedeutung. Die Alster teilt die Stadt in Ost und West und stellt den Nahverkehr vor ein Problem. Es gab bereits mehrere Planungen für Verkehrsgroßprojekte, die die Außenalster in einem Tunnel unterqueren sollten. In den 1920er Jahren wollte man eine U-Bahn-Strecke (Alsterhalbring) zwischen Hallerstraße und Mundsburg bauen. In der Nachkriegszeit wurde im Zuge einschneidender Straßenprojekte die Realisierung eines Schnellstraßentunnels zur Nordumfahrung der Innenstadt sowie der Alsterbrücken angedacht.

 

BINNENALSTER
Die Binnenalster, die eine Fläche von etwa 18 Hektar aufweist, ist der kleinere, südliche Teil des Alstersees. Sie wird von der Außenalster im Nordosten gespeist und fließt in der südlichen Ecke unterhalb des Jungfernstiegs über die Kleine Alster in Richtung Elbe ab. Privater Motorschiffs-Verkehr ist auf der Binnenalster mit wenigen Ausnahmen nicht zugelassen. In der Mitte der Binnenalster auf einem schwimmenden Ponton verankert, befindet sich seit 1987 die (von privaten Mäzenen finanzierte) bis zu 60 Meter Höhe speiende Alsterfontäne. Die damit verbundene Einbringung von Luftsauerstoff hat inzwischen zu einer anerkannt deutlichen Verbesserung der Wasserqualität beigetragen. In der Weihnachtszeit wird diese Fontäne durch einen beleuchteten Weihnachtsbaum ersetzt und in den restlichen Wintermonaten dann nicht weiter betrieben. Rund um die Binnenalster liegen verschiedene Geschäftsgebäude, unter anderem der Firmensitz der Hapag-Lloyd AG, das Hotel Vier Jahreszeiten, das traditionsreiche Kaufhaus Alsterhaus, der Alsterpavillon und die Europa Passage. Am Südwestufer, dem Jungfernstieg, liegt die Hauptanlegestelle für die „weiße Flotte“ der Alsterdampfer (Ausflugsschiffe), die von hier sowohl die Alster mit ihren Kanälen als auch die Hamburger Fleete befahren und zeitweise bis nach Bergedorf verkehren. Direkt an der Anlegestelle befindet sich ein Zugang zum U-und S-Bahnhof Jungfernstieg. Die Bahnhofsanlagen der City-S-Bahn-Linien S1, S2 sowie S3 und der U-Bahn-Linien U2 und U4 liegen kreuzweise in mehreren Stockwerken unter der Binnenalster bzw. Kleinen Alster, die der älteren U1 unter dem namensgebenden Jungfernstieg. Für die Bebauung rund um die Binnenalster – der so genannten „Guten Stube Hamburgs“ – bestehen mit der Binnenalsterverordnung strenge Bauvorschriften, die unter anderem gewährleisten sollen, dass beim Blick von der Lombardsbrücke das Panorama mit den Türmen der fünf Hamburger Hauptkirchen (Michel, St. Nikolai, St. Petri, St. Katharinen und St. Jacobi) und dem Turm des Rathauses nicht beeinträchtigt wird. Zudem ist vorgeschrieben, dass die Dächer der angrenzenden Gebäude wegen der angestrebten Grünspanbildung als Kontrast zu den hellen Fassaden kupferbeschlagen sind. Jährlich an einem verlängerten Wochenende Ende August findet rund um die Binnenalster das allseits beliebte Alstervergnügen auf den unmittelbar angrenzenden Straßen statt und ab Ende November bis Anfang Januar der Weihnachtsmarkt „Hamburger Winterzauber“.

 

KLEINE ALSTER
Die Kleine Alster in der Hamburger Innenstadt ist heute nur noch ein knapp 200 Meter langer und etwa 40 m breiter Abschnitt des Flusses, der die Binnenalster mit dem Alsterfleet verbindet. An dieser Stelle wird die Alster durch die Rathausschleuse gestaut. Die Kleine Alster wird begrenzt:

  • von den Alsterarkaden an der nordwestlichen Seite (Hamburg-Neustadt),
  • dem Reesendamm am gegenüberliegenden Ufer (Hamburg-Altstadt), wo eine breite Treppe hinunter zu einer Uferpromenade mit Anlegemöglichkeit für Boote führt,
  • von der Reesendammbrücke zur Binnenalster hin,
  • von der Schleusenbrücke mit der darunter angelegten Rathausschleuse zum Alsterfleet hin.

 

Nach Fertigstellung des U- und S-Bahn-Knotens Jungfernstieg wurde die Rathausschleuse darüber erneuert und 1975 eingeweiht. An der Schleusenbrücke steht das 1931 eingeweihte Hamburger Ehrenmal (Barlach-Stele) für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs mit dem Relief Trauernde Mutter mit Kind von Ernst Barlach, das gegen Kriege gemahnt. Während der NS-Zeit war das Relief als entartete Kunst entfernt worden, 1949 wurde es rekonstruiert. Im Sommer ist die Kleine Alster Anlaufpunkt vieler Touristen, die dort die bekannten Alsterschwäne füttern können. Für die Dauer der Wintermonate werden diese aber auf den Eppendorfer Mühlenteich umgesiedelt und dort vom „Schwanenvater“ betreut. Die Kleine Alster bildet zusammen mit dem Rathausmarkt und dem Rathaus ein städtebauliches Ensemble, das sich an den Markusplatz in Venedig anlehnt und allgemein als besonders gelungen angesehen wird. Es wurde nach dem Großen Brand von 1842 von dem Architekten Alexis de Chateauneuf gestaltet, der auch persönlich die Alsterarkaden und die damalige Schleusenbrücke entwarf. Wegen der geringen Höhe der Brücken kann die Kleine Alster nicht von großen Schiffen befahren werden. Ein Teil der Alsterflotte ist daher so dimensioniert, dass deren Schiffe über die Kleine Alster das Fahrgebiet von Elbe und Bille erreichen können.

 

ALSTERFLEET
Das Alsterfleet beginnt heute an der Schleusenbrücke, unter der die moderne Rathausschleuse betrieben wird, und mündet am südlichen Ende beim Steinhöft, unweit vom Baumwall, in den Binnenhafen. Früher grenzte die Kleine Alster direkt bis ans Mönkedammfleet, bevor der folgende Flussabschnitt Alsterfleet genannt wurde. Vom Alsterfleet führt rechts ein Stichkanal zum Bleichenfleet, deren Verlängerung ab Stadthausbrücke Herrengrabenfleet heißt und beim Baumwall in die Elbe mündet. Nach links, entlang und zum Teil unter der Hochbahntrasse, zweigt das Mönkedammfleet ab, das sich ab der Straße Großer Burstah / Mühlenbrücke (vom Gebäude der Hamburger Sparkasse überbaut) als Nicolaifleet fortsetzt und der frühere Hauptmündungsarm der Alster war. Das Nicolaifleet mündet wie das Alsterfleet in den Binnenhafen. Die Schaartorschleuse vor der heutigen Mündung des Alsterfleets in die Elbe wurde zum Schutz der Hamburger Innenstadt erst nach der Sturmflut 1962 angelegt. Um die Alster auch bei Elbhochwasser entwässern zu können, sind hier leistungsstarke Pumpen installiert.

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