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Wasserkraftwerk Hohenstein

Florian Schrader, Denkmalpfleger der Stadt Witten, stellt das Kraftwerk Hohenstein als Denkmal vor: „Das Laufwasser-Kraftwerk zur Stromerzeugung, welches unterhalb des Hohenstein-Felsens in der Ruhr, gelegen ist, wurde im Jahr 1925 fertiggestellt. Es spiegelt sowohl den technischen Fortschritt im frühen 20. Jahrhundert, als auch die Bemühungen um ein harmonisches Einfügen in das Landschaftsbild wieder", begründet Schrader seine Wahl. Welche stadtgeschichtliche Bedeutung das Gebäude hat, führt der städtische Denkmal-Pfleger im Folgenden aus.

 

Text-Quelle: Image Witten, Magazin für Witten, Ausgabe August 2014

Nur von außen romantisch

„Die aufwendige architektonische Gestaltung in den Stilformen des Expressionismus lässt dieses technische Bauwerk als natürlichen Bestandteil der Kulturlandschaft an der Ruhr erscheinen. Hier spielt vor allem die Verkleidung des Gebäudes mit Ruhrsandstein - wie sie auch am nahen Ruhrviadukt - eine Rolle. Dadurch wirkt das Kraftwerk von außen sehr romantisch. Doch im Innern ist es klar und modern gestaltet. So ist beispielsweise der Raum der Maschinenhalle ganz in Weiß gehalten und offenbart dem Betrachter die klaren Formen der winkelförmigen Stahlbetonträger der Dachkonstruktion, die in einem starken farblichen Kontrast zu den schwarz lackierten Maschinen steht. Bis hin zu den sepia-braunen Wandfliesen und der beige-schwarz gemusterten Bodenfliesenverlegung ist das lnnenleben des Kraftwerks farblich abgestimmt. Errichtet wurde das Kraftwerk von der Spatenfabrik Bredt & Co., die damals ca. 1500m entfernt an der Ruhrstraße 95 ansässig war. Die Firma wollte sich durch eine eigene Stromversorgung aus billiger Wasserkraft von den hohen Energiekosten befreien. Die kleine Ruhrinsel unterhalb des Hohensteins war bereits im Firmeneigentum. So konnte im Jahr 1922 mit dem Bau begonnen werden.

 

Kostenexplosion

Um die Fließgeschwindigkeit des Wassers zu erhöhen wurde das Stauwehr um 40cm erhöht und das Flussbett unterhalb der Anlage um 60cm vertieft. Für den Bau der neuen Kraftzentrale errichteten die Ingenieure vor und hinter der Ruhrinsel je ein großes Stauwehr, um die Wassermassen von der Baustelle fernzuhalten. Durch häufige Hochwasser wurde die Baustelle jedoch mehrfach geflutet, so dass die Baukosten stetig in die Höhe gingen. Auch die aufwendige Verkleidung des Mauerwerks mit Granitsteinen trug zur Kostenexplosion bei. Nur der Einstieg des Wittener Gussstahlwerks (heute Deutsche Edelstahlwerke GmbH) als Teilhaber mit 40-jährigem Nutzungsrecht im Jahr 1924 konnte ein Scheitern des halbfertigen Projektes verhindern. Am 27. Mai 1925 konnte das Kraftwerk Hohenstein seinen Betrieb aufnehmen. Bis Ende desselben Jahres waren drei Turbinen mit einer Gesamtleistung von 2.250 kW in Betrieb und versorgten Spatenfabrik und Gussstahlwerk über eigens verlegte Kabel mit Strom.

Schleuse unterspült

Die erste schwerwiegende Betriebsunterbrechung ereignete sich bereits im Jahr 1927, als bei einem Jahrhunderthochwasser die Fundamente der zugehörigen Schleuse unterspült wurden. Monatelang fiel das Kraftwerk aus, während sich die beiden Anteilseigner gegenseitig die Schuld zuwiesen. Nach einem langen Gerichtsprozess wurde das Gussstahlwerk alleiniger Eigentümer und errichtete 1927/28 die heute noch vorhandene Bogenbrücke als Zufahrt und das Wohnhaus am Kraftwerk. Durch die Weltwirtschaftskrise von 1928 geriet das Wittener Gussstahlwerk schon bald in finanzielle Schwierigkeiten. So wurde die Anlage an die Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen (VEW) verkauft, die den Strom ab diesem Zeitpunkt in ihr reguläres Verbundnetz einspeiste. Den 2. Weltkrieg mit vielen Bombardierungen und vor allem die große Flutwelle nach der Sprengung der Möhne-Staumauer im Jahr 1943 überstand das Kraftwerk weitgehend unbeschadet. Seit dem Jahr 2000 wird es von der RWE betrieben. Das Wasserkraftwerk Hohenstein ist seit dem 21.10.1986 in der Denkmalliste der Stadt Witten unter der Listen-Nr. 138 eingetragen.

Historische Aufnahmen vom Bau des Wasserkraftwerkes 1924/28

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