Rausfahren, wenn andere reinkommen: Die Seenotretter
Ihre Spende hält uns auf Kurs. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist einer der modernsten Seenot-Rettungsdienste der Welt. Wir finanzieren unsere Arbeit ausschließlich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen. Als Seenotretter sind wir auf Nord- und Ostsee bei jedem Wetter mit einer Flotte von 60 Seenotkreuzern und Rettungsbooten rund um die Uhr einsatzbereit.

Weitere Fotos im Einsatz

■ HINWEIS: Alle Bilder dieser Seiten unterliegen urheberrechtlichem Schutz. Wer Bilder dieser Seiten nutzen möchte, wende sich bitte an den Betreiber dieses Angebotes.

Ender Dorfkirche in Herdecke-Kirchende

Mitten im Herdecker Ortsteil Kirchende, hinter einer Häuserzeile gelegen und abgeschirmt gegen den Durchgangsverkehr, steht die Ender Dorfkirche. Erste Spuren einer christlichen Gemeinde und der Dorfkirche in Ende können bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Sicher datiert ist der Abriss und Wiederaufbau des Kirchenschiffes in den Jahren 1756-1759. So feierte die Gemeinde 2009 bereits das 250-jährige Jubiläum. Über den erneuerten Hauptportalen ist unter den Weihe-Inschriften aus der Bibel die Jahreszahl 1759 eingemeißelt. In diesem Jahr wurde die Kirche in ihrer heutigen Form eingeweiht. Vom Vorgängerbau ist nur der Turm erhalten. Das Kirchenschiff, das nur so breit gewesen war wie der Turm, war baufällig und zu klein geworden und wurde deshalb im Jahr 1756 abgerissen.

Wer den Kirchplatz betritt, der kann gleich erkennen: Dies ist ein besonderer Ort. Die alten Grabsteine, jahrzehntelang an der Kirchenmauer aufbewahrt, sind wieder zwischen die Eichen gestellt und machen deutlich, dass bis vor 150 Jahren die Ender ihre letzte Ruhestätte an ihrer Kirche gefunden haben.

---dreieck Über dem Südeingang steht:

DASS DEINE AUGEN OFFEN STEHEN UEBER DIES HAUS NACHT UND TAG. DU WOLLEST HOEREN DAS GEBET DASS DEIN KNECHT AN DIESER STAETTE TUT, UND DAS FLEHEN DEINES VOLCKS.
I. REG. VIII. 29. 30.  1759

Grundriss der Ev. Dorfkirche Ende, Herdecke-Kirchende

Die Beschreibung der alten Grabplatten folgt weiter unten.

---dreieck Wer das Kirchenschiff auf dem üblichen Weg durch den Turmraum betritt, der hat gleich die beeindruckende Altarwand vor Augen. Deren Krönung ist der älteste Teil, die Orgel. Ihr Prospekt wurde im Jahr 1663 für die Johannes-Kirche in Hagen geschnitzt. Zum 150-jährigen Bestehen der jetzigen Kirche, also im Jahr 1909, schuf der Industriemaler Fritz Gärtner das Altarbild: den auferstandenen Christus zwischen der Dorfkirche und dem Haus Mallinckrodt, dem damaligen Wohnsitz des Malers. Die dazu gehörenden Fenster mit Darstellungen der Geburt und der Kreuzigung Jesu wurden im 2. Weltkrieg zerstört. Sie wurden ersetzt durch Fenster, die das Leben Jesu und Gleichnisse darstellen.

---dreieck Der Evangelische Kanzelaltar: Der Kanzelaltar ist eine lutherische Erscheinungsform. Er ist aus dem lutherischen theologischen Verständnis heraus entstanden, aus dem Versuch heraus, Wort und Sakrament auch architektonisch miteinander zu verbinden. Die Kanzel, die im Mittelalter im Kirchenschiff stand, entweder an einer der Längswände oder an einem Pfeiler, entsprach so nicht mehr der protestantischen Bedeutung des Wortes. Die Reformation hatte die Heilige Schrift und die Predigt in den Mittelpunkt des Gottesdienstes gestellt. Gute Sichtbarkeit und auch Hörbarkeit des Predigers wurde zur Grundlage des protestantischen Kirchenbaues und der Ausstattung. Die Lösung lag darin, Kanzel und Altar räumlich miteinander zu vereinen. Das vielfach aufwändige Altarbild der Vergangenheit musste vielerorts weichen und wurde nun durch die Kanzel ersetzt. Die Kanzel erhielt somit ihren Platz über dem Altar.

Ab dem Jahr 1700 wurde der Kanzelaltar zu einer allgemeinen Einrichtung im lutherisch geprägten Kirchenraum. Die Verbindung Altar und Kanzel setzte einen neuen Symbolwert. Durch die Hinzunahme der Kanzel wurde der Altar zugleich auch Predigtstätte. Die Einführung der regelmäßigen Predigt durch die Reformation hat nicht nur die Bedeutung der Kanzel gesteigert, sie führte auch zu einer festen Aufstellung von Sitzen und Bänken in den Kirchen. Denn durch den Kanzelaltar konzentrierten sich die Blicke der Gottesdienstbesucher nun auf dieses eine Ziel im Kirchenraum. Infolge der jetzt strengen Sitzordnung wurden auch Emporen errichtet, um zusätzlichen Platz für die Mitglieder der Gemeinde zu schaffen. Damit trat anstelle der Bewegungsfreiheit im Kirchenraum der feste Platz der zum Gottesdienst versammelten Gemeindemitglieder. Das Mittelalter kannte keine Kirchenbänke und Sitze, die Gemeindemitglieder standen während des Gottesdienstes und konnten sich frei bewegen.

Auch die Aufstellung der Orgel oberhalb des Kanzelaltars entsprach den Empfindungen und Ansichten vieler damaliger Zeitgenossen. Die Übereinanderordnung von Kanzelaltar und Orgel wurde besonders im nachbarschaftlichen Herzogtum Berg zur Regel. Die Orgel war Ausdruck der Verherrlichung Gottes. Späterhin diente sie jedoch mehr der Unterstützung des Gemeindegesangs. Betrachten wir jetzt die Ender Dorfkirche unter dem Blickwinkel dieser Ausführungen, so muss man folgendes erkennen: Die Erbauung des neuen Kirchenschiffs in den Jahren 1756 bis 1759 als Saalkirche, ein stützenfreier Kircheninnenraum ohne Seitenschiffe, sowie die dann etwas später folgende Ausstattung mit dem Kanzelaltar und der Orgel als eine Einheit entsprach genau den architektonischen Vorstellungen des evangelischen Kirchenbaus des 18. Jahrhunderts. Die damaligen Baumeister der Ender Dorfkirche waren auf der Höhe ihrer Zeit, sie haben nicht nur irgendeine Dorfkirche gebaut, sie haben eine Kirche nach den Leitbildern jener Zeit errichtet.

---dreieck Die jetzige Orgel stammt zwar aus jüngerer Zeit, aber sie wurde in ein historisches Gehäuse von 1663 eingebaut. 2014 war aufgefallen, dass es in der Kirche ein Feuchtigkeitsproblem gibt. Das Gebäude ist alt, drinnen ist es kühler als draußen. Die erhöhte Feuchtigkeit hat zu Schimmel auf dem Kanzelaltar geführt, aber auch in der Orgel. An dem einen oder anderen Misston konnte Organist Andreas Schmid das merken. Als die Gemeinde dann etwas früher als sonst üblich eine Grundreinigung vornehmen wollte, kam ein Orgelsachverständiger des Landeskirchenamtes mit einer gravierenden Feststellung: Die Orgel stand nicht mehr im Lot. Die ganze Orgelempore war schief. Eine der beiden Stützen stand auf zu schwachem Fundament. Die Orgel drückte von oben und eine Stütze dabei in den Boden. So begann man 2014 mit der Renovierung. Bevor ein ordentliches Fundament gelegt werden konnte, musste der Altarraum frei geräumt und ein Teil der Orgel demontiert werden. Über Wochen lagerten die Pfeifen auf der gegenüberliegenden Empore, wurden dort gereinigt und instandgesetzt. Knapp drei Monate haben diese Arbeiten gedauert.

Eine erste Kostprobe des „neuen“ Klangs gab es dann am Reformationstag 2014. Die Orgel sollte nicht nur bei einem Gottesdienst eingeweiht werden, sondern auch gleich mit einem großen Konzert begeistern. Lob gab es vor allem für die Orgelbauer, die dem Instrument einen neuen Klang gegeben haben. Reiner als vorher, nicht mehr so schrill. Nun war die Orgel zuvor nicht unbedingt verstimmt. Doch haben sich die Hörgewohnheiten verändert. Pfeifen wurden stillgelegt, einige Töne erklangen nun ohne „Nebengeräusche“. Das Prinzipal, also jene Pfeifen, die die Gemeinde auch sehen kann, diente als Richtlinie für den Klang. Der folgt nun – für Experten – nach der so genannten Bach-Kellner-Stimmung. Dies wiederum soll andere Musiker anlocken, um das neu gestimmte Instrument zu spielen.

---dreieck Das Altarbild in der Ender Dorfkirche: Von dem Altarbild, das den auferstandenen Christus darstellt, muss offensichtlich eine gewisse Ausstrahlung ausgehen. Das Bild hat immer wieder Anlass gegeben, darüber zu berichten. Ein Auszug aus einer besonders zutreffenden Beschreibung sei hier wiedergegeben:
"Der Maler, Grafiker und Bildhauer Fritz Gärtner (1882-1958) aus München, der meist in den Sommermonaten auf Haus Mallinckrodt arbeitete, hat das halbkreisförmige, ikonographische Ölgemälde geschaffen. Jesus erhebt die von Wundmalen gezeichnete rechte Hand zum Friedensgruß. Mit seiner Linken hält er den Kreuzbalken wie eine Standarte des Sieges. Sein Blick ist ernst, nicht triumphierend, aber voll innerem Frieden. Hinter dem Haupt glänzt ein Heiligenschein. Und in seinem Rücken glänzen die Strahlen der aufgehenden Sonne. Das Bild weist zwei Besonderheiten auf, die nur entdecken kann, der das Altarbild mit der Darstellung des auferstandenen Christus aus nächster Nähe betrachtet. Der Künstler hat sein Motiv - wie es viele Maler schon vor ihm taten – in die heimische Region versetzt. In der unteren Ecke zur Linken Jesu ist die Ender Dorfkirche zu erkennen, und auf der anderen Seite das Schloss Mallinckrodt.“
Auch eine hübsche Bemerkung über das Altarbild gibt es noch zu berichten. „Kinder, setzt Euch und seht zu dem Bild am Altar“, pflegte der frühere Pfarrer Friedrich Türger oft seine Konfirmanden in der Dorfkirche aufzufordern. „Jesus guckt Euch immer an“. An jedem Platz besteht dank eines künstlerischen Effektes Blickkontakt zu den Augen des Mannes aus Nazareth. Mit diesem Altarbild besitzt die Evangelische Kirchengemeinde in ihrer Dorfkirche eine würdige Erinnerung an das 150jährige Jubiläum des Kirchenschiff-Neubaus.

 

Quelle: "Die Ender Dorfkirche", Jubiläumsausgabe 2009

Untere Ecke zur Linken Jesu: Ender Dorfkirche
Untere Ecke zur Rechten Jesu: Schloss Mallinckrodt
Altarschmuck
Altarschmuck
Fenster im Schiff: Rechteckmuster mit Rahmenbordüre. Paul Thol, um 1950, Antikglas/Blei

1951 wurden die letzten Kriegsschäden beseitigt. Kirche und Turm bekamen ein neues Schieferdach; die Mauern wurden ausgebessert. Das Gewölbe musste repariert werden und der Innenraum wurde gestrichen. Sämtliche Fenster mussten erneuert werden, sie waren durch den Abwurf einer Luftmine in der Nähe der Kirche zu Bruch gegangen. Die meisten zerbrochenen Fensterflächen hatte man übergangsweise notdürftig mit Aluminiumblechplatten verschlossen. Die zwei zerstörten Buntglasfenster im Chor wurden durch neue mit Darstellungen aus dem Leben Jesu und einiger Gleichnisse ersetzt. Den Entwurf für die Chorfenster lieferte Paul Thol aus Gelsenkirchen, ein Künstler, der in der Nachkriegszeit an der Ausstattung vieler historischer Kirchen im südlichen Westfalen mitgewirkt hat. Die zwei Fenster wurden von der Familie Springorum auf Haus Mallinckrodt und von Berta von Schell auf Haus Callenberg gestiftet. Die Heizungsanlage wurde erneuert. Die Neueinweihung der Kirche fand am 18. Oktober statt.

Empore

1962 begann die grundlegende Instandsetzung des Innenraums der Kirche. Darüber hinaus brachten die Arbeiten auch noch einige bemerkenswerte Erkenntnisse über den Vorgängerbau mit ans Licht. Die über 200 Jahre alte Empore war so stark von Holzwürmern beschädigt, dass sie einzustürzen drohte; sie musste durch eine neue ersetzt werden. Durch den völligen Abbruch der Empore und die damit verbundene Freilegung der Westwand war deutlich zu erkennen, dass diese Wand erst mit der Erbauung des heutigen Kirchenschiffs in den Jahren 1756 bis 1759 eingefügt worden war. Im oberen Teil endete diese Wand in einem Rundbogen. Nach dem Entfernen des Mauerwerks unter dem Bogen zeigte sich dahinter ein kleiner kapellenartiger Raum. Sein Zugang war bis zu dieser Entdeckung nur über die schmale Turmtreppe möglich. In der Vorgängerkirche bildeten dieser Turmraum und das Kirchenschiff eine Einheit. Diese „Kapelle“ ist wieder mit in das Kircheninnere einbezogen worden und jetzt über die neu erstellte Empore zugänglich. Allerdings hat der heutige Rundbogen nicht mehr seine ursprüngliche Größe, aus Stabilitätsgründen musste er mit zusätzlichem Betonrahmen abgefangen werden. An den Wänden dieses Raumes sind noch zwei alte Weihekreuze aus früherer Zeit zu sehen. Sie liegen jetzt in einer Vertiefung, bei den Arbeiten zur Bogenverstärkung hat man den Blick auf die Kreuze freigelassen. Bei Ausschachtungsarbeiten im Bereich des Fußbodens zu Zwecken des Einbaus einer Warmluftheizung und eines neuen Steinbelages wurden Fundamente der Außenwände des alten Kirchenschiffs aufgefunden. Sie lagen in Fortsetzung der Turmwände.

Blick von der Empore auf Altar und Kanzel, darüber die Orgel

Erstaunlich war die Dicke der Grundmauern - zwei Meter - und ihr festes Gefüge. Im Altarraum stieß man auf Steinplatten. Laut den Eintragungen im Kirchenbuch wurden früher die Patrone, die Herren von Vaerst, und die Pfarrer „vor dem Altar“ beigesetzt. Wahrscheinlich sind die gefundenen Platten die Deckplatten einer Gruft gewesen. Im Innenraum der Kirche lagen in ungefähr 80 cm Tiefe drei alte Grabsteine, von denen der älteste aus dem Jahre 1590 stammt. Interessant ist seine eingemeißelte Inschrift: 1590 IS BEHRENT T0 OSTENDE - JOHANS SONE - IN GOTT ENSLAFEN. Diese Grabsteine haben ihren Platz auf dem Rasen des Kirchplatzes erhalten. Weiterhin wurden die alten Bänke im Kirchenschiff entfernt und durch ein neues Gestühl ersetzt. Orgelprospekt, Kanzel und Altarraum wurden restauriert. Der braune Anstrich aus den Jahren 1892/93 wurde entfernt, darunter traten die ursprünglichen Farben wieder hervor. Den Hinweis zu diesem Vorgehen hatten ältere Gemeindemitglieder gegeben; sie behaupteten nämlich, dass die braun gestrichene Kanzel mit der Orgelempore früher weiß gewesen sei. Die Restaurierungsarbeiten gestalteten sich sehr aufwendig. Nicht nur, dass der letzte Farbanstrich zuvor entfernt werden musste, auch Wurmfraß hatte dem Holz heftig zugesetzt. Der untere Turmraum wurde zu einer Gedenkhalle für die Gefallenen ausgestaltet; statt der alten Gedenktafeln steht jetzt dort eine in Steinmetzarbeit ausgeführte Wand. Am 31. Oktober 1963 wurde in einem Festgottesdienst die renovierte Kirche eingeweiht.

Aufgang zur Empore

---dreieck Besteigt man die Empore in der Kirche, so erreicht man auch einen kleinen Raum, der hinter der Empore innerhalb der Mauern des Turmes liegt. Seine Bedeutung ist ungewiß. Vielleicht war er den Herdecker Stiftsdamen vorbehalten, wenn sie in Ende am Gottesdienst teilnahmen. Über diesem kleinen Raum, nur von außen auf einer schmalen Steintreppe erreichbar, befindet sich der Uhrwerksraum und darüber die Glockenstube. Hier hängen vier Glocken. Drei davon wurden nach dem Ersten Weltkrieg, in dem eine der alten Bronzeglocken eingeschmolzen worden war, als Stahlglocken beim "Bochumer Verein" gegossen. Die vierte, bronzene trägt die Jahreszahl 1426 und ist St. Urban geweiht. Sie dient der Gemeinde heute als Vaterunser-Glocke. Ihre Schwester, die Stephansglocke aus dem Jahr 1501, hängt in der Friedhofskapelle und ruft die Gemeinde zu den Trauergottesdiensten. So ist die Verbindung zwischen Kirchhof und Friedhof bis heute erhalten.

Kirchenfenster

Fenster im Chor links: Gleichnisse, Paul Thol, um 1950, Antikglas/Blei/Schwarzlot

Fenster im Chor rechts: Leben Jesu, Paul Thol, um 1950, Antikglas/Blei/Schwarzlot

Kirchenfenster links vom Chor

Fenster im Chor links: Gleichnisse, Paul Thol, um 1950, Antikglas/Blei/Schwarzlot
Fenster im Chor links: Gleichnisse, Paul Thol, um 1950, Antikglas/Blei/Schwarzlot
Fenster im Chor links: Gleichnisse, Paul Thol, um 1950, Antikglas/Blei/Schwarzlot
Fenster im Chor links: Gleichnisse, Paul Thol, um 1950, Antikglas/Blei/Schwarzlot

Kirchenfenster rechts vom Chor

Fenster im Chor rechts: Leben Jesu, Paul Thol, um 1950, Antikglas/Blei/Schwarzlot
Fenster im Chor rechts: Leben Jesu, Paul Thol, um 1950, Antikglas/Blei/Schwarzlot
Fenster im Chor rechts: Leben Jesu, Paul Thol, um 1950, Antikglas/Blei/Schwarzlot

2 Kirchenfenster links und rechts über der jeweiligen Seitentür

Rechteckmuster mit Rahmenbordüre. Paul Thol, um 1950 Fenster im Schiff, Antikglas/Ble

4 Kirchenfenster links und rechts 

Rechteckmuster mit Rahmenbordüre. Paul Thol, um 1950 Fenster im Schiff, Antikglas/Blei

Turm

In der Turmhalle sind an den Wänden vier Grabplatten angebracht. Bis zum Jahr 1928 haben sie vor dem Altar gelegen. Bestattungen dieser Art im Innenraum der Kirche waren Pfarrern und Kirchenpatronen vorbehalten. Bringt man die Steine zum Sprechen, geben sie Zeugnis von ehemaligen Ender Pfarrern und von der Familie von Vaerst, deren jeweilige Hausherren über mehrere Jahrhunderte das Kirchenpatronat in Kirchende besaßen.

---dreieck Links unter dem Bogen gegenüber dem Turmeingang steht die Grabplatte des Johann Gottfried Gießler, Pfarrer in Ende von 1707 bis 1719. 

Die rechts daneben stehende Grabplatte gehörte zu der Grablege des Johannes Springorum, Pfarrer in Ende von 1661 bis 1694. Leider ist der Text auf dieser Platte kaum noch zu entziffern.

Grabplatte des Johann Gottfried Gießler

---dreieck Rechts neben dem Bogen schließt sich direkt neben dem Durchgang zum Kirchenraum die Grabplatte des Pfarrers Johann Caspar Brügmann an. Er verstarb im Dezember 1738. Die Inschrift auf der Grabplatte erscheint sehr rätselhaft, die Worte sind nur schwer zu deuten:

DER HOCHWOHLEHR-WÜRDIGE UND HOCHGELAHRTE HERR = HERR JOH ° CASPAR BRÜGMAN ZUERST ZU WELLINGHOFEN HERNACH ZU ENDE EV ° LUTH ° PASTOR SELIG ENTSCHLAFEN SEINES ALTERS 28 JAHR Ao 1738 D 18 DC

MEIN LESER HIER RUHET DER LEIB DIE SELE ABER BEY GOTT EINES VERSTORBENEN LEHRERS DEN GOTT ZWEEN GEMEINDEN NICHT SCHENKEN SONDERN NUR ZEIGEN WOLLEN DER ABER SO GELEBET DAS ER NICHT STERBEN KONTE ° ALSO FINDEST DU HIER EIN GRAB ABER KEINEN TODTEN °

---dreieck Betritt man den Turm steht rechts neben dem Eingang die Grabplatte des Hermann von Vaerst mit den Wappen derer von Vaerst, Sibergh, Schenkber und Schelle; er verstarb am 13. November 1549. Ein eindrucksvoller Stein, der als das älteste Zeugnis derer von Vaerst und als älteste Grabplatte überhaupt in der Ender Dorfkirche noch erhalten ist:

ANNO 1549 DEN 13 NOVEMBER IST DER EDLER UND ERNVESTE HERMAN VON DEM VARST IN GOD DEM HERREN IHESU CHRISTO ENTSLAPEN ° D ° S ° G ° G ° S ° (D S G G S ist die Abkürzung eines Gebets: „Dessen Seele Gott gnädig sei“)

---dreieck Die wurmstichig gewordenen Gedenktafeln der im Ersten Weltkrieg Gefallenen der Gemeinde Ende, entworfen vom Künstler Fritz Gärtner, gestiftet im Jahre 1921 von Frau Dr. Jordan auf Haus Mallinckrodt wurden im Jahre 1962 ersetzt durch eine Steinmetzarbeit im Turmraum der Kirche.

Romanischer Taufstein im Außenbereich

---dreieck Der Taufstein aus der alten Kirche

Eine kurze Notiz im Pfarrarchiv der Evangelischen Kirchengemeinde Ende von 1784: "Gottfried Homann kaufte den alten Taufstein für 36 Stüber" (60 Stüber entsprachen damals einem Reichstaler) führte zu dem Verdacht, dass dieser Taufstein heute als Sockel des "Mühlstein-Tisches" dienen würde, der vor den Verkaufsraumen des Niermannschen Hofes in Ende aufgestellt ist. Wie ist dieser außen gewölbte und behauene, innen mit einer Mulde versehene Sandstein dort hingekommen?

Als im Jahre 1966 auf dem Niermannschen Nachbargrundstück der Familie Potthoff / Werner für den Einbau eines Öltanks eine Grube ausgeschachtet werden musste, wurde der Abraum mit einem LKW über den Hof von Gustav Niermann gefahren. Zufällig sah Gustav auf dem an ihm vorüber fahrenden LKW einen großen Stein. Er fragte den Fahrer: "Was habt ihr da für einen großen Stein geladen?" Die Antwort war: "Den bringen wir zur Kippe. Wenn du ihn haben willst, laden wir ihn wieder ab." So landete der Stein auf Niermanns Hof, wo er bis zum Jahre 2008 als Sockel des "Mühlstein-Tisches" Verwendung fand. Im Zuge der Recherchen zu diesem Jubiläumsbuch konnte festgestellt werden, dass Gottfried Hohmann (so unterschrieb er noch selbst im Jahre 1838 ein Protokoll als Angehöriger des Presbyteriums) damals Besitzer des im heutigen "Wiesengrund" gelegenen "Buschmanns Kotten" war. Zu "Buschmanns Kotten" gehörte damals auch das Grundstück, auf dem der große Sandstein gefunden wurde. Dieser Kotten war damals abgabepflichtig gegenüber der Endeschen Pfarre. Wozu der "alte Taufstein" von Hohmann damals genutzt wurde, darüber gibt es keine Überlieferungen; doch hat er wohl viele Jahrzehnte in der Erde geschlummert.

Die Entdeckung der kurzen Notiz im Pfarrarchiv und das bevorstehende Kirchenjubiläum im Jahre 2009 führten zu Überlegungen, den alten Taufstein der Dorfkirche wieder zurückzugeben. Dazu musste zunächst festgestellt werden, ob es sich bei dem gefundenen Sandstein wirklich um den alten Taufstein der Ender Dorfkirche handelt. Der Fundort auf dem zum ehemaligen Buschmanns Kotten gehörenden Gelände, die Form, Gestaltung und Mulde des Steines sowie Abbildungen von heute noch in anderen alten Kirchen vorhandener Taufsteine deuteten darauf hin, dass der Stein in der Ender Dorfkirche als Taufstein gedient haben könnte. Nach einer Besichtigung des Steines im Oktober 2008 durch das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Ende wurde das Amt für Denkmalpflege in Westfalen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe mit Sitz in Münster um ein Gutachten gebeten. Der Begutachtung fand am 3. Dezember 2008 durch den zuständigen Referenten des Amtes für Denkmalpflege statt. Nach der Besichtigung wurde der Stadt Herdecke in dem Schreiben des Amtes für Denkmalpflege mitgeteilt, dass nichts dagegen spricht, dass es sich bei dem auf dem Hof Niermann gefundenen Stein um einen Taufstein handelt. Nun wird der wieder gefundene alte Taufstein im Umfeld der Ender Dorfkirche einen würdigen Platz erhalten.

 

Quelle: "Die Ender Dorfkirche", Jubiläumsausgabe 2009

Türen

---dreieck Über dem Nordeingang steht:
WIE HEILIG IST DIESE STAETTE, HIER IST NICHTS ANDERES DANN GOTTES HAUS.
GENES. XXVIII. 17. 1759

Historischer Friedhof


Weitere Informationen zum historischen Friedhof finden Sie hier...


Historische Grabsteine/-platten an den Kirchenwänden

Der Kirchplatz, der bis zum Jahr 1847 als Friedhof gedient hatte und nun nicht mehr für weitere Bestattungen zugelassen war, geriet zusehends in Verwahrlosung. Auf Beschluss des Presbyteriums wurden im Jahr 1894 die alten Grabsteine entfernt und die Grabhügel abgetragen. Der Platz wurde dann eingeebnet. Der Schulgemeinde wurde anschließend der ehemalige Friedhof als Spielplatz für die Schulkinder übertragen. Sie hatte auch für die Instandhaltung des Platzes Sorge zu tragen. Die alten Grabsteine wurden zur Schaffung eines festen Gehwegs für die Kirchenbesucher von der Dorfstraße bis zum Südeingang der Kirche verlegt. Erst dreißig Jahre später, im Jahr 1926, wurden sie wieder aufgenommen. Stiefelsohlen und eisenbeschlagene Absätze hatten den alten Steinen inzwischen stark zugesetzt. Die am besten erhaltenen Grabsteine wurden an der Westwand der Kirche und den freiliegenden Außenwänden des Turmes wieder aufgestellt. Auch die Grabplatten der Pfarrer und der Kirchenpatrone, die vor dem Altar lagen, wurden aufgenommen, in die Turmhalle gebracht und dort an den Wänden angebracht. Der Boden der Turmhalle wurde dann mit den Reststücken der alten Grabplatten belegt. Wie viele alte Grabsteine dann für immer verloren waren, ist nicht bekannt geworden.

Erst im Jahre 1962 erkannte man offenbar wieder, dass der Kirchplatz ehemals auch ein Friedhof war. Es wurde ein schöner Rasenplatz angelegt durch den gepflasterte Fußwege zur Kirche führen. Auf dem Rasen wurden die alten Grabsteine, die an den Außenwänden der Kirche standen, wieder aufgestellt, um an die frühere Verwendung des Platzes als Friedhof zu erinnern. Die alten Grab- und Gedenksteine sind Zeichen christlichen Glaubens und wertvolle kunst- und kulturhistorische Zeugnisse. Sie vermitteln eine Reihe von Informationen über die Vorfahren des Kirchspiels Ende. Da gibt es Steine mit kurzen und bündigen Inschriften; andere sind mit Worten übersät. Überall findet der Betrachter, der sich bemüht die Inschriften zu lesen, ausreichend Gelegenheit, sich in die Gedankenwelt der Menschen vergangener Jahrhunderte hineinzuversetzen. Und er findet auch Familiennamen, die heute noch in Ende bestehen. Der wohl älteste Grabstein stammt aus dem Jahr 1590. Es ist ein kleiner Stein mit dem kurzen Text: 1590 IS BERRENT TO OSTENDE J OHANS SONE IN GOTT ENTSLAPEN. Leider sind viele der Schriftzeichen der steinernen Zeugen nur noch mit Mühe lesbar, man muss manchmal schon sehr genau hinsehen. Die Grabsteine sind oft in einem sehr traurigen Zustand; Wind und Wetter aber auch Flechten und Moose haben ihnen schon arg zugesetzt.

---dreieck Eingang zur Turmhalle: An der Außenwand rechts  sind zwei Grabplatten angebracht.

---dreieck An der Außenwand rechts neben dem Eingang zur Turmhalle sind zwei Grabplatten angebracht.

Die linke Grabplatte - eine recht aufwändige Platte - bedeckte ehemals die Grabstätte des Johan Könnemann aus Ostende. Er war Vorsteher und Kirchmeister in Ende. Er verstarb im Alter von 38 Jahren am 8. Juni 1718.

Die rechte Platte gehörte zur Begräbnisstätte dreier Angehöriger der Familie zur Nedden. Theophil zur Nedden hatte im Jahr 1803 das Haus Callenberg übernommen. Er hatte folglich auch das Kirchenpatronat inne. Auf dem Stein sind drei Namen eingemeißelt.

Grabstätte des Johan Könnemann aus Ostende

Kirchmeister war im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Deutschland ein städtisches Amt, das angesehenen und wohlhabenden Bürgern übertragen wurde. Die Ausübung war treuhänderisch und ohne persönlichen Gewinn. Der Kirchmeister verwaltete den Bau- und Ausstattungsfonds der ihm zugewiesenen Kirche, der aus frommen Stiftungen stammte. Er überwachte Baumaßnahmen und Anschaffungen und legte dem Stadtrat – nicht dem Bischof oder seinem örtlichen Vertreter – jährlich Rechnung ab. Kirchenvorsteher = Presbyter

---dreieck An der westlichen und nördlichen Außenwand des Kirchturms befinden sich weitere  Grabplatten 

---dreieck Westliche Außenwand des Kirchturms  

---dreieck Auf der linken Seite ist die Grabplatte der Charlotte Margarethe Katharina Engelbert Isabell zum Callenberg befestigt; am 28. September 1723 verstarb sie im Alter von 22 Jahren. Sie war eine Stiftsdame im Stift Herdecke.

 

Rechts daneben hat die Platte des Giesbert Jobst Balduin von Vaerst ihren Platz. Er starb am 23. Januar 1730. Von ihm ist überliefert, dass er seine Pflichten als Patronatsherr der Ender Kirche sehr genau nahm. Die einzelnen Grabplatten der Angehörigen der Familie von Vaerst tragen mehrere Wappenschilde, die sowohl Herkunft als auch gesellschaftliche Stellung des oder der Verstorbenen und damit auch ihrer Familie darstellen sollten.

 

Anschließend folgen die Grabplatten des Pfarrers Franz Erdwin Kruckemeyer und seiner Frau. Franz Erdwin Kruckemeyer war Pfarrer in Ende von 1720 bis 1732, er verstarb am 14. November 1732. Diese zwei Platten sind in einem sehr guten Zustand. Sie haben lange Zeit im Erdreich auf dem Kirchplatz gelegen und wurden durch einen Zufall entdeckt.

Grabplatte der Charlotte Margarethe Katharina Engelbert Isabell zum Callenberg von 1723

---dreieck Platte 1 (links außen):  AO 1723 DEN 8 SEPTEMBER IST DIE HOCHWOHLG  CHARL. MAR. CATHAR. ENGELBERD ISABEL FREULEIN ZUM CALLENBERG UND ......EERD.....SELIG IM HERRN GESTORBEN IM 22 JAHR IHRES ALTERS

Platte des Giesbert Jobst Balduin von Vaerst

---dreieck Platte 2: Platte des Giesbert Jobst Balduin von Vaerst 

Grabplatte der Ehefrau des Pfarrers Erdwin Kruckemeyer (2ter von rechts)

---dreieck Platte 3: ANNO 1730 DEN 19 APRIL IST DIE HOCHEDELE EHR UND TUGENDREICHE FRAU ANNA OSTERMAN EHEFRAU DES WOHLERWÜRDIGEN HERRN PASTORIS FRANTZ ERDEWIN  KRUCKEMEYERS HIESELBST IM 30 JAHR IHRES ALTERS TODT EINGEGANGEN ZUR SEELIGEN RUHE IN GOTT

Grabplatte des Pfarrers Erdwin Kruckemeyer (1ter von rechts)

---dreieck Platte 4: ANNO 1732 DEN 14 NOV IST DER HOCHWOL EHRWÜRD: UND HOCHWOL GELEHRTER HERR FRANTZ ERDEWIN KRUCKEMEYERS INS 13. JAHR  WOHL  CONSEQUENTER EVANGELISCHER PASTOR  ALHII IM 55 JAHR SEINES  ALTERS SELIG IM HERRN ENTSCHLAFEN

---dreieck An der Nordseite des Kirchturms stehen auch Grabplatten. Besondere Aufmerksamkeit gilt hier dem Stein des Heinrich von Vaerst, er verstarb am 17. März 1616. Heinrich hat die Durchsetzung des Luthertums voll miterlebt. Er hat in Ende mit Sicherheit den Übertritt zum neuen Glauben mitvollzogen.

---dreieck Die linke Platte (im Fußbereich teilweise zerstört) gehört Anna Catarina Springorum. Fragmente der umlaufenden Inschrift und der Psalm 73 sind noch lesbar: ANNO 1684 DEN 14 JULY IST ANNA CATARINA SPRIGORUM ZEITLICHEN PAST(or)? (Toch)TER? AN DER HAUPTKRANCKHEIT IN GOTT SELIG ENTSCHLAFFEN ALTERS IM 17 JAHR - PSALM 73: HERR WEN ICH NVR DICH HABE SO FRAGE ICH NICHTS NACH HIMMEL VND ERDEN VND WEN MIR GLEICH LEIB VND SEEL VERSCHMACHTET SO BIST DU GOTT DOCH ALLZEIT MEINES HERTZEN TROST UND MEIN THEIL.  

 

Anna Catharina Springorum  * 1667  + 14.07.1684

 

Johannes Springorum (15. Juli 1625 – 11. Februar 1694) war ab 1660 lutherischer Pfarrer in Kirchende. 1655 heiratete er Clara Reinermann. War Anna Catarina seine Tochter? Sein Sohn Johann Georg Springorum (ca. 1665 – 1706), geb. 1665 in Ende, wurde hier am 05.10.1692 ord. und Pfarrer 1694. 

Grabplatte des Heinrich von Vaerst aus dem Jahre 1616
Gottfried Vaerst, geboren d: 2te: Decbr: 1755 gestorben den 15ten Aprill 1824.

---dreieck Jesaja 57:1 Die Gerechten werden weggerafft vor dem Unglück und die richtig vor sich gewandelt haben, kommen zum Frieden und ruhen in ihren Kammern.

---dreieck Mehr ist an dieser etwa mittag gebrochenen und verwitterten Platte leider nicht zu entziffern.

---dreieck …ACHTER JOHANN HERMANUS VAN DER LACKE? SELIG…

ANNO …. DEN….IST DIE EHR UND TUGENT REICHE ANELSABET VAREN HOLT HERMANUS … SELIG IN HERREN ENTSCHLAFFEN IHRES ALTERS … JAHR

Bei Instandsetzungsmaßnahmen früherer Zeit wurde der Boden der Turmhalle und der Weg um die Kirche mit den Reststücken alter Grabplatten belegt. Wie viele alte Grabsteine dann für immer verloren waren, ist nicht bekannt.

...in Got entschlaffen..
Das Pfarrer Niemann Haus
Dezember 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Was Sie hier erwartet (Auswahl)