Ost(en)friedhof in Dortmund

Grabstätten vom Ende des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts mit Skulpturen des Historismus und des Jugendstils

 

Die Sepulkralkultur (lat. sepulcrum, "Grab", "Grablege“, sie umfasst die Kultur des Todes, des Sterbens, des Bestattens sowie des Trauerns) ist ein Spiegel individueller und sozialer Verhältnisse.
Die Form des Grabmals und die Art der Bestattung werden in entscheidender Weise vom Verhältnis des Menschen zum Tod geprägt. Friedhöfe dienen nicht nur der zeitlich meist begrenzten Aufnahme unserer Toten, sondern sind zugleich Orte der langfristigen Erinnerung und Besinnung. In ihrer Gesamtheit, mit ihren Gebäuden, ihrer Flächengestaltung und ihren Grabmalen sind sie Zeugnisse des Zeitgeistes. Sie spiegeln wandelnde Einstellungen zum Tod und zum Toten und verweisen auf die Geschichte der Gemeinde oder Region sowie handwerkliche Traditionen und Neuerungen. Jeder Grabstein ist als Ausdruck des Selbstverständnisses und Anspruches einzelner oder gesellschaftlicher Gruppen zu verstehen. Er ist ein bewusst gesetztes Denkmal und Erinnerungs-Zeichen, das den individuellen Ansprüchen und /oder materiellen Möglichkeiten sowie dem Zeitgeschmack entsprechend gestaltet wurde. Auf diesem 1876 angelegten Friedhof wird das besonders deutlich.

Das Gebäudeensemble aus der Trauerhalle und Verwaltung mit Wohnhaus am Haupteingang stammt aus der Gründungsphase des Friedhofs. Siestehen ebenso wie fast 100 Grabstätten unter Denkmalschutz.

Der Dortmunder Ostenfriedhof (auch Ostfriedhof oder Ostpark genannt) ist eine parkähnliche Grünanlage im Dortmunder Stadtbezirk Innenstadt-Ost. Viele berühmte Bürger der Stadt sind auf dem innenstadtnahen, ca. 16 Hektar großen Ostenfriedhof an der Robert-Koch-Straße beigesetzt. Schöne alte Gräber mit kunstvollen Grabmalen zeugen von begüterten Familien, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Zahlreiche Grabskulpturen stammen von dem jüdischen Bildhauer Benno Elkan. Der historische Teil des Friedhofs mit Baumbestand und Wegeführung, die Einfriedung, ein Tor, Brunnen, die Trauerhalle, ein Toilettenhaus, das Verwaltergebäude sowie 362 Einzelgrabdenkmäler sind als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen. Der Ostenfriedhof ist heute Teil der Route der Industriekultur.

Erst 1950 konnten die Trauerhalle neu errichtet und das Verwaltungsgebäude mit fünf Dienstwohnungen wieder aufgebaut werden. Gleichzeitig erfolgte die Instandsetzung der Bedürfnisanstalt am Friedhofseingang, wofür, um die durch Bombentreffer zerstörte Kanalisation wieder herzustellen, 400 Meter Leitung neu gelegt werden mussten. Mit Beendigung dieser Arbeiten waren die gröbsten Schäden behoben. Weitere Schritte wurden mit der Erstellung eines neuen Geräteschuppens, mit dem Wiederaufbau der Unterkünfte für die Belegschaft und mit der Aufstellung von Ruhebänken getan.

Nicht nur die Trauerhalle des Ostfriedhofs ist sehenswert und steht unter Denkmalschutz.

Der Ostenfriedhof in Dortmund wurde 1876 als zweiter städtischer Friedhof nach dem „Westentotenhof“, dem heutigen Westpark, eingerichtet. Diese zweite Friedhofsanlage steht im Zusammenhang mit dem rapiden Bevölkerungswachstum im Zuge der Industrialisierung des Ruhrgebiets. Während bei der Gründung des Westentotenhofs 1811 etwa 4.000 Menschen in Dortmund lebten, waren es 1876 über 50.000. Die erste Beisetzung fand am 1. April 1876 statt. Es wurde jeweils auf zwei Feldern, selten auf drei Feldern gleichzeitig beigesetzt.  Im Jahre 1898 sind erstmals Beisetzungen verzeichnet, was bedeutet, dass seit dieser Zeit die jüdische Abteilung des Friedhofs besteht. Bereits im Jahre 1912 wurde die Anlage des Hauptfriedhofs und damit die Umgestaltung des Ostenfriedhofs in eine Parkanlage beschlossen. Vor allem durch den ersten Weltkrieg wurde dieses Projekt allerdings verzögert und erst im Jahre 1921 fand die erste Beisetzung auf dem Hauptfriedhof statt. Mit diesem Tag wurde der Ostenfriedhof wie auch der Südwest- und der Nordfriedhof für Beisetzungen in Reihe geschlossen. Die Beisetzungen in Familien- und Erbgruften blieben gestattet. Der Ostenfriedhof erlitt während des zweiten Weltkriegs schwere Zerstörungen und wurde zeitweilig für jeglichen öffentlichen Verkehr gesperrt. Durch Vandalismus in der Zeit des Nationalsozialismus und schwere Bombentreffer war vor allem der jüdische Friedhof stark beschädigt. Die zerstörte und erst 1949 wiederhergestellte Einfriedung begünstigte noch in der Nachkriegszeit weiteren Vandalismus, etwa durch Bronzediebstahl. Die Wiederaufbauarbeiten verliefen aus Mangel an Personal und Material schleppend und dauerten bis in die fünfziger Jahre an. Zwischen 1950 und 1955 wurde der Ostenfriedhof erweitert und es wurden seitdem wieder mehr Beisetzungen vorgenommen.

Der Rundgang führt uns vom Eingang des Ostfriedhofs durch großen Gassen vorbei an bemerkenswerten Denkmälern. Entlang der Hauptachse, die vom Haupteingang in Richtung Süden verläuft, zeugen historisch wertvolle und minutiös aufgearbeitete Grabstätten von einer glorreichen Zeit der Industrialisierung. Hier ruhen ehemals große Bürger Dortmunds, die die Stadt- und Wirtschaftsgeschichte wesentlich mitgeschrieben haben.

Das Grab der 7-jährigen Carola Lützeler zählt zu den ältesten Gräbern auf dem Ostfriedhof

Hier ruht unser liebes Töchterchen Carola Lützeler“, steht in altdeutscher Schrift auf der oval eingefassten Grabinschrift. Ein kleiner, steinerner Lockenkopf hockt auf dem Sockel über der Inschrift, mit Schmollmund blickt das Mädchen leicht gen Himmel. Sein Körper ist verwittert und angelaufen, und an beiden Ärmchen fehlen die Hände. Kein Wunder, dieses Grab und das steinerne Kind sind weit über 100 Jahre alt. Die letzte Ruhestätte der kleinen Carola, die im Alter von 7 Jahren aus unbekannten Gründen starb, ist damit eines der ältesten auf dem 1876 gegründeten Ostfriedhof. Und dennoch zählt es zu den gepflegtesten: Wann immer man an dem Kindergrab ganz in der Nähe des Eingangs vorbeikommt, ist es frisch und liebevoll bepflanzt, und nicht nur das: Stets trägt die Kleine einige Stoffblumen oder kleine Windspiele in ihren beschädigten Ärmchen. Wer das Grab so hingebungsvoll seit Jahrzehnten schmückt, ist ein Geheimnis – eines der Rätsel des Ostfriedhofs.


Weiter geht es zum Denkmal der verstorbenen Grubenarbeiter des Schacht Kaiserstuhls aus dem 19. Jahrhundert. Immer wieder wurde der Schacht Kaiserstuhl von schweren Unglücken heimgesucht, wobei die schwerste Schlagwetterexplosion am 19. August 1893 in Schacht I insgesamt 62 Bergleuten das Leben kostete. 20 weitere Bergleute verloren ihr Leben bei einem zweiten Grubenunglück auf Schacht II am 22. Dezember 1897. Nachdem zur damaligen Zeit eine behördliche Genehmigung eingeholt wurde, hatte man auf dem Ostfriedhof ein Massengrab vorbereitet. Insgesamt wurden 48 Grabkreuze, die noch heute in einer Reihe stehen, auf dem Ostfriedhof aufgestellt.

Opfer der Schlagwetterexplosionen 

Nicht einmal 4.500 Einwohner hatte Dortmund anfangs des 19. Jahrhunderts. Bis 1815 war es kleiner als Iserlohn und Münster. Von Dortmund bei Lünen wurde gesprochen, die Stadt, deren Bewohner mehrheitlich von Ackerbau und Viehzucht lebten, abschätzig als Dorf mit Mauern tituliert. Mitte des 19. Jahrhunderts aber hielt die Industrialisierung Einzug in Dortmund. Und wie! Schwerindustrie und Bergbau boomten und die Eisenbahn wurde massiv ausgebaut, um Rohstoffe und Güter zu transportieren. Die Kohlevorkommen lieferten den Brennstoff für Maschinen und Hochöfen. Immer mehr Bergbaufelder wurden erschlossen. Auch im Stadtbezirk wurde Kohle abgebaut. Dortmund stieg zum industriellen Zentrum des Ruhrgebiets und Westfalens und damit zum Magnet für Arbeitskräfte auf. Im Jahr 1885 überschritt die Einwohnerzahl die 100.000er-Grenze. Überall wurden Arbeitskräfte gesucht und große Teile der Landbevölkerung zogen vom Land in die Städte, um hier ihr Glück zu machen. Aber auch das reichte nicht aus. Werber rekrutierten Arbeiter im Osten, vor allem aus dem nachmaligen Polen. Die Grünflächen, Äcker und Wiesen außerhalb der damaligen Innenstadt wurden rasch mit Fabriken, Fördertürmen und Wohnquartieren zugebaut. Hinter der technischen Entwicklung der Maschinen und Abbaugeräte blieben jedoch die Sicherheitseinrichtungen meist zurück. Häufige und schwerwiegende Unfälle machten so die Kehrseite der rasant wachsenden Wirtschaft aus. Auf vielen Friedhöfen des Ruhrgebietes befinden sich Gräber verunglückter Bergleute. Dabei kommt den dort für sie errichteten Denk- bzw. Ehrenmalen eine doppelte Funktion zu: Während sie für die Hinterbliebenen in erster Linie Ort des Trauerns sind, verfolgen sie ein weiteres Ziel. Indem sie den Gräbern der Verunglückten eine über Standardgräber hinausgehende Bedeutung verleihen, wird den Verunglückten zwar vordergründig Ehre erwiesen und eine gewisse Dankbarkeit ausgesprochen. Unterschwellig aber beschwichtigen sie und lenken von den mangelnden Arbeitsschutzmaßnahmen ab. Außenstehen - den suggerieren sie geradezu die Bestürzung der Arbeitgeber über die Katastrophe und stellen die Unfälle, die bei entsprechenden Vorsichtsmaßregeln hätten vermieden werden können, als Schicksalsschläge durch unvorhersehbare und unbezähmbare Naturkatastrophen dar. Über vom Anstand gebotene Beileidsbekundungen weit hinausgehend, wurde so etwaiges Protestpotenzial im Zaum gehalten. Auch auf dem Ostfriedhof wurden den Opfern zweier Bergwerkskatastrophen unmittel bar bei ihren Gräbern Gedenksteine errichtet: In Feld 10 wird der Mehrzahl der Opfer des durch eine Schlagwetterexplosion verursachten großen Unfalls auf Zeche Kaiserstuhl I vom 19. August 1893 gedacht, denen die Gewerkschaft Westphalia ein rund 4,5 x 6 Meter messendes Denkmal in Tempelarchitektur setzte. 48 der 61 verunglückten Bergleute fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Die goldene Inschrift auf beiden Seiten der unter einem Dreiecksgiebel zwischen zwei Pilastern eingelassenen schwarzen Marmortafel lautet:

„Den in treuer Pflichterfüllung am 19. August 1893 auf Schacht Kaiserstuhl I verunglückten Bergleuten gewidmet von der Gewerkschaft Ver. Westphalia“.

Hinter dem Monument aus rotem Ruhrsandstein reihen sich entlang eines vom Hauptweg abgehenden Seitenweges die Gräber. Sie sind jeweils mit einem gusseisernen Kreuz versehen, das Namen und Geburtsdatum trägt.

Ehrenmal für die Opfer des Grubenunglücks auf „Zeche Kaiserstuhl I“

  • Verunglückte vom 19.8.1893
  • Errichtungsdatum: nach 1893
  • Errichter: Gewerkschaft Vereinigte Westphalia
  • Künstler: unbekannt
  • Beschreibung: Antikisierende Ädikula mit Dreiecksgiebeln und Triglyphenfries, gerahmt von Säulen und Pilastern
  • Inschrift: „Den in treuer/ Pflichterfüllung/ am 19. August 1893/ auf Schacht Kaiserstuhl I/ verunglückten/ Bergleuten/ gewidmet von der/ Gewerkschaft/ Ver. Westphalia“
Denkmal und Massengrab für die Opfer einer Schlagwetterexplosionauf der Zeche Kaiserstuhl 1 in Dortmund - 19.08.1893 - 62 Tote & 15 Verletzte

Am 22. Dezember 1897 wurde Zeche „Kaiserstuhl II“ von einem Unglück heimgesucht. Die Ursache dieser Katastrophe wurde im Einbruch einer größeren Menge Kohle ausgemacht, infolge dessen eine mit hochexplosiven Gasen gefüllte Kluft freigelegt wurde. Die in diesem Bereich arbeitenden Bergleute befanden sich in einem plötzlich frei werdenden und explodierenden Gasgemenge. Die Zahl der Opfer betrug anfangs achtzehn, wurde aber durch den Tod eines schwer verletzten Bergmanns auf neunzehn erhöht. Auf Feld 11 haben achtzehn Bergleute ein gemeinsames Grab erhalten. Die ebenfalls aus rotem Sandstein gefertigte rund dreieinhalb Meter hohe Stele, die eine Art Urne krönt, trägt auf der den Gräbern abgewandten Seite auch eine schwarze Marmortafel, die eine bis auf die modifizierten Daten gleiche Inschrift trägt: „Den in treuer Pflichterfüllung am 22. December 1897 auf Schacht Kaiserstuhl II verunglückten Bergleuten gewidmet von der Gewerkschaft Ver. Westphalia.“ Auf der Rückseite sind die Namen der achtzehn Opfer verzeichnet, die in schmucklosen Einzelgräbern in einem mit Pfosten und schweren Ketten abgetrennten Bereich beigesetzt sind.

Denkmal und Massengrab für die Opfer einer Schlagwetterexplosionauf der Zeche Kaiserstuhl 2 in Dortmund - 22.12.1897 - 23 Tote & 6 Verletzte

Ehrenmal für die Opfer des Grubenunglücks auf „Zeche Kaiserstuhl II“

  • Verunglückte vom 22.12.1897
  • Errichtungsdatum: nach 1897
  • Errichter: Gewerkschaft Vereinigte Westphalia
  • Künstler: unbekannt
  • Beschreibung: Sandsteinstele mit leicht ausschwingenden Flanken, einem verkürzten dorischen Gebälk und gesprengtem Volutengiebel, bekrönt von einem urnenartigen Gefäß
  • Inschrift: Vorderseite: „Den in treuer/ Pflichterfüllung/ am 22. December 1897/ auf Schacht/ Kaiserstuhl II/ verunglückten/ Bergleuten/ gewidmet von der/ Gewerkschaft/ Ver. Westphalia.“ Rückseite: [Namen von 18 Verunglückten]

Künstlerischer Aufwand, der unüblich geworden ist: Auf dem Ostfriedhof gibt es viele Beispiele einer untergegangenen Friedhofskultur. Der Ostfriedhof ist nicht nur Trauerort und Natur-Oase, es stehen dort auch besonders viele Grabmäler von Dortmunder Familien, die die Stadtgeschichte prägten. Allerdings gibt es ein Problem. 

Natürlich sind Friedhöfe erst einmal Orte der Trauer. Längst aber dienen sie auch als Natur-Oasen mitten in der Großstadt, und einer, der Ostfriedhof  ist zusätzlich ein besonderer Ort der Geschichte. Hier liegen die Mitglieder vieler alter Dortmunder Familien begraben, die die Stadtgeschichte prägten und die ihre Bedeutung - oder ihren Reichtum - mit aufwendigen Grabmälern dokumentierten. Auf dem Ostfriedhof ergab sich mit der Zeit eine Ansammlung alter Grabstätten aus allen Epochen, angeordnet nicht in Reih und Glied, sondern locker hingestellt. Die üppige Natur tat dann das ihre, um nach und nach eine Art Geschichts-Park entstehen zu lassen.  Friedhofskultur früher - das war oft der Versuch, den Verstorbenen durch prächtige Grabmale ein Stück unsterblich zu machen. Der Bergwerksdirektor etwa zeigt mit Hammer und Schlegel, womit er zu Lebzeiten Bedeutung erlangte, und der Stahlbaron sucht mit Kopf-Bildnis und einem angedeuteten Geschützturm die heute Lebenden zu beeindrucken. Vergänglich ist auf dieser Welt aber eben letztlich alles - auch ein noch so solides Grab-Monument, sofern es nicht hin und wieder saniert wird, was auf dem Ostfriedhof die große Ausnahme ist.  Ansonsten regiert vielfach der Verfall.

Der Ostfriedhof ist ein Freilichtmuseum der Dortmunder Geschichte. Insofern kann man interessierten Essenern nur empfehlen: Besuchen Sie die historischen Grabmäler des Ostfriedhofs, solange es noch geht.

Unternehmerfamilie Albert Hoesch

Vom Haupteingang an der Robert-Koch-Straße 35 führt eine der Hauptachsen des Friedhofs Richtung Norden. Die Gründer-Generation der Familie Hoesch, lange Eigentümer eines der größten deutschen Stahlunternehmen, ist hier beerdigt. 

Auf dem Ostfriedhof ist die "Gründergeneration" des Hüttenunternehmens beigesetzt. Die Unternehmerfamilie Hoesch war seit Generationen in der Eifel und im Aachener Raum in der Eisen-, aber auch in der Metall- und Papierindustrie tätig. Eberhard Hoesch hatte 1823 unter Lebensgefahr die damals modernste Stahlproduktion in England ausspioniert. Die gewonnenen Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Eberhard Hoeschs Neffe Leopold verlegte die Produktion aus der Eifel ins Ruhrgebiet und trug damit sowohl dem voraussehbaren Niedergang der Eisengewinnung in der Eifel als auch dem Aufschwung des neuen Industriereviers Rechnung. Die Leitung des Werks in Dortmund übernahm Leopold Hoeschs Sohn Albert. Dessen Ehefrau Marie Johanna rief zahlreiche soziale Einrichtungen ins Leben. Sie gründete den ersten Werkskindergarten, schuf Schulen für die Frauen und Töchter der Hüttenarbeiter und unterstützte Frauen- und Wohltätigkeitsvereine. Nach dem Tode ihres Mannes brachte sie für Beihilfen in Notfällen 50.000 Mark aus ihrem Vermögen in die Albert-Hoesch-Stiftung ein. Als Albert Hoesch 1898 mit nur 52 Jahren starb, ging der Vorsitz im Aufsichtsrat an seinen Bruder Wilhelm über.


Grabmahl der Familie August Raude

Der Westfälische Industrieklub wurde 1918 als eine Vereinigung von Vertretern der mittleren Industrie des Ruhrgebiets in Dortmund gegründet. Der Initiator des Vereins war Wilhelm Pahl, der den Bedarf für eine branchenübergreifende Vereinigung sah, um sich vor Eingriffen durch Staat und Behörden insbesondere vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs besser schützen zu können. Der Verein wurde am 13. März 1918 im Hotel Römischer Kaiser von 44 Herren gegründet, darunter auch Justizrat August Raude von Dortmunder Union-Brauerei. Am 1. Mai 1918 zählte der Verein bereits 139 Mitglieder. Im April 1922 gründete man die Nordsternhaus GmbH, um das Nordsternhaus als Clubräumlichkeit zu erwerben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein als Westfalenhaus e. V. weitergeführt. Man schaffte Räumlichkeiten im Berghof. Im Jahre 1950 gab man sich die Bezeichnung Westfälischer Industrieklub zurück. Die Mitgliedschaft ist auch heute vor allem Unternehmern vorbehalten.


Grabmahl der Familie Ludwig und Luise Mönnig


Grabmahl der Familie Jucho

Caspar Heinrich Jucho, der Begründer der Firma Jucho, und seine beiden Söhne liegen im Feld 13 bestattet. Das Denkmal dieser Grabstätte ist deshalb besonders zu erwähnen, weil es anlässlich seines Besuchs der Weltausstellung 1889 in Paris von Caspar Heinrich Jucho erworben wurde. Caspar Heinrich Jucho gründete im Juli 1877 mit seinem Bruder Wilhelm als Aktionär die Dortmunder Brückenbau AG. Als unbesoldeter Stadtrat war er von 1891 bis zu seinem Tode für das Wohl der Stadt mitverantwortlich. Seine beiden Söhne, Dr. Ing. Heinrich Jucho (1878-1932) und Dr. phil. Max Jucho (1880-1933), führten das Werk weiter. Im Jahre 1907 gliederten sie das Werk Hamm dem Dortmunder an und sorgten für die Erweiterung der Dortmunder Brückenbau AG. Nach ihrem Tode lag die Weiterführung des Betriebes in den Händen der Söhne Heinrich Juchos. Das erste weltweit bekannte Projekt, das mit Beteiligung von Jucho entstand, war die Hochbrücke über den Nord-Ostseekanal, die bis heute längste Eisenbahnbrücke Europas. Auch das “Blaue Wunder”, Dresdens berühmte Elbbrücke, wurde in Juchos Werk gebaut.

SO IST ES KÖSTLICH GEWESEN

JOHANNA JUCHO geb. WENKER 28.01.1854 – 21.01.1910
MAX JUCHO, 03.08.1880 – 01.06.1933

LINA JUCHO, 08.02.1865 – xx.02.1945

SO IST ES MÜHE UND ARBEIT GEWESEN

CASPAR HEINRICH JUCHO, 02.03.1843 – 01.02.1906

HEINRICH JUCHO, 06.09.1878 – 30.12.1932

HILDE JUCHO geb. HOESCH, 06.04.1888 – 24.05.1973

ANNELIESE JUCHO, geb. CARSTANJEN, 01.01.1919 – 08.10.2008

GÜNTHER JUCHO, 19.05.1917 – 04.04.1974
NORBERT FRÖMMING, 15.08.1942  –  22.02.1982

Caspar Heinrich Jucho: JUCHO war ein deutsches Stahlbau-Unternehmen in Dortmund. Es wurde 1877 vom Konstrukteur und Techniker Caspar Heinrich Jucho (* März 1843; † Februar 1906) gegründet und 1974 geschlossen. Zunächst gehörten eiserne Brücken für Eisenbahn- und Straßenverkehr, Drehscheiben und Fördergerüste für den Bergbau zum Produktionsprogramm. Seine Blüte erreichte das Unternehmen mit Beginn des 20. Jahrhunderts. 1911 wurde die Rendsburger Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal, die bis 2010 – also 99 Jahre – längste Eisenbahnbrücke Europas, errichtet. Danach begann das Unternehmen auch im Behälter- und Maschinenbau zu arbeiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Unternehmen stark am Wiederaufbau beteiligt. Zu den Nachkriegsprojekten gehörte unter anderem die Instandsetzung zerstörter Brücken, auch der großen Rheinbrücken, sowie die Mitwirkung beim Wiederaufbau der Westfalenhalle. Später war das Unternehmen insbesondere auf dem Gebiet des Baus von Sendemasten tätig. So entstanden der Sender Mühlacker und der Florianturm in Dortmund. Bedeutende Aufträge kamen auch aus dem Ausland. Im Jahr 1974 wurde das Werk geschlossen und dann zum großen Teil unter dem Namen Thyssen Engineering weiterbetrieben. Grund für die Schließung waren Zahlungsschwierigkeiten in Verbindung mit dem tragischen Unfalltod von Günter Jucho, der das Unternehmen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs leitete. Betroffen von der Schließung waren 1200 Mitarbeiter.

 

Das Grab von Caspar Heinrich Jucho befindet sich auf dem Ostenfriedhof Dortmund.

Inschrift:

„UND IST ES KÖSTLICH GEWESEN SO IST ES MÜHE UND ARBEIT GEWESEN“

Deutlich wird die Verknüpfung mit anderen großen Industriellenfamilien Dortmunds durch Heirat, etwa Familien Hoesch und Wenker. Der Entwurf für das Grab des bedeutenden Bauunternehmens Caspar Heinrich Jucho stammt von der Pariser Weltausstellung von 1898.


Grabmahl von Karl Richter

Archivbild von 2015

Karl Richter, bekannt als Karlchen Richter, kam als 30-Jähriger 1860 aus dem mecklenburgischen Schwerin nach Dortmund. Hier wurde er Chefredakteur des „General-Anzeigers für Dortmund“, der sich unter Richter zur größten Tageszeitung von Deutschland außerhalb von Berlin entwickelte. Aus dieser außerhalb Berlins ging im Jahre 1946 die "Westfälische Rundschau" hervor. Richter gab als Lokal-Chronist und gleichzeitig als Satiriker unterhaltsame, aber auch kritische Einblicke in das aufstrebende Dortmund um die Jahrhundertwende. Er starb 1931 kurz nach seinem 70. Geburtstag, zwei Jahre vor jener Machtergreifung, die Deutschland in den Abgrund riss und natürlich auch das Lebenswerk Richters, den General-Anzeiger, vernichtete. Die Figur auf seiner Grabstätte, die "Wandelnde" ist die erste große Arbeit des Dortmunder Bildhauers Benno Elkan. Im Mai 2018 wurden 7 große Figuren und Tafeln vom Ostfriedhof gestohlen worden, darunter auch die „Wandelnde“.

 

Wer war eigentlich Benno Elkan?

Die jüdische Familie Elkan lebte in der Dortmunder Brückstraße. Als Benno Elkan 1877 dort an der Stelle des heutigen  Orchesterzentrum Dortmunds das Licht der Welt erblickte, führte Vater Salomon als Schneidermeister dort ein Herrenkleidergeschäft. Bennos beruflicher Weg führte über ein Sprachstudium in Lausanne nach Antwerpen, wo er als Kaufmann arbeitete. Erst ab 1898 führte sein künstlerischer Weg über München, Karlsruhe, Paris, Rom und Frankfurt bis nach London. Im dortigen Exil schuf er auch die große Menorah, die in Jerusalem vor der Knesset die Geschichte des jüdischen Volkes erzählt. Benno Elkan starb am 10. Januar 1960 in London… Während seiner Zeit in Karlsruhe erreichten ihn die ersten Aufträge aus Dortmund für den Ostenfriedhof. Sein erstes Werk war ein Grabmal für das Familiengrab Richter/Seippel. Karl Richter, genannt „Karlchen“, war ein Freund der Familie und Chefredakteur des damals sehr bedeutenden „Dortmunder Generalanzeiger“. Die 1,72m hohe Bronzestatue ist heute leider nicht mehr auf der Familien-Grabstelle zu bewundern.


Grabstätte Familie Kellhake


Familie Springorum

Nur wenige Meter entfernt liegt das Grab der Familie Friedrich Springorum. In engem Zusammenhang mit der Hoesch-Werke AG steht die Grabstätte Springorum. Hier liegt der in Schwelm geborene Friedrich Springorum (* 01.04.1858 / † 16.05.1938) bestattet, der 1884 die Leitung der Stahlwerke der Rothen Erde bei Aachen übernahm, um 1891 in die technische Leitung des Eisen- und Stahlwerkes Hoesch Dortmund überzuwechseln. Nach dem Tode Albert Hoeschs wurde er Generaldirektor des Unternehmens. Diese Position bekleidete er bis zu seinem Rücktritt im Jahre 1920. 


Ruhestätte Familie Louis Bäumer

Eines der letzten erhaltenen gusseisernen Grabmale in Westfalen ist die Gruft der Familie Bäumer mit eindrucksvollen Schmiedearbeiten im Jugendstil.

Weitere herausragende Grabstätten

  • Fritz Brinkhoff (1848–1927); Braumeister
  • Familie Wilhelm Brügmann; Unternehmer und Dortmunder Bürgermeister; Feld 21
  • Familie Crüwell; Verleger; Feld 2
  • Ludwig Holle; preußischer Staatsminister; Feld 21
  • Familie Kleine (Eduard Kleine, Geheimer Bergrat, Ehrenbürger,1837–1914; Eugen Kleine, Bergrat, Direktor der Harpener B.A.G. 1867–1928; Paul Kleine, Landgerichtsdirektor, 1871–1941 unter anderem)
  • Familie August Klönne; Unternehmer; Feld 21
  • Familien Kortenacker/Röllecke; Bauunternehmer; Feld 19
  • Familie Krüger; Buchhändler und Verleger; Feld 2
  • Bruder Jordan Mai (1866–1922); Franziskaner, wurde 1950 in die Franziskanerkirche umgebettet; Feld 14
  • Otto Rupprecht (1855–1902), Generalsekretär der Nationalliberalen Partei für Westfalen
  • Familie Wilhelm Schmieding: Dortmunder Bürgermeister; Feld 21
  • Familie Heinrich Schüchtermann; Fabrikant und Ehrenbürger; Feld 2
  • Familie Schulze; Architekten; Feld 23
  • Familie Friedrich Springorum; Industrieller; Feld 5
  • Otto Taeglichsbeck (1838–1903); Berghauptmann und Direktor des Oberbergamtes Dortmund; Feld 10
  • Carl Tewaag; Stadtpolitiker und Ehrenbürger; Feld 21
  • Albert Schulze Vellinghausen (1905–1967); Kritiker, Buchhändler, Übersetzer, Stifter der Sammlung moderner Kunst an der Ruhr-Universität Bochum

Dr. Ludwig Holle (Kultusminister)

Ludwig August Hugo Holle (* 27. Juni 1855 in Schwelm; † 12. Dezember 1909 in Dortmund) war preußischer Minister für geistliche-, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten (Kultusminister) vom 24. Juni 1907 bis zum 14. Juli 1909. Holle studierte Rechtswissenschaften. Seit 1878 war er Gerichtsreferendar und seit 1883 Gerichtsassessor. Ein Jahr später wechselte er zur landwirtschaftlichen Spezialkommission nach Höxter. Im Jahr 1889 wurde Holle zum Regierungsrat ernannt. Seit 1890 arbeitete er als Hilfsarbeiter im preußischen Landwirtschaftsministerium. Im Jahr 1891 wurde er in den Rang eines Geheimen Regierungsrats und vortragenden Rates befördert. Eine weitere Beförderung erfolgte 1895 zum Geheimen Oberregierungsrat. Im Jahr 1900 wurde Holle Landeshauptmann der Provinz Westfalen. Seit 1904 war Holle Unterstaatssekretär im Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Von 1907 bis 1909 amtierte er als preußischer Kultusminister. Allerdings war er schon seit 1908 aus gesundheitlichen Gründen beurlaubt. Seit 1876 war er Mitglied des Corps Bremensia Göttingen.

Brauer und Ehrenbürger – Carl Tewaag

Im Feld 21 (gleich nebenan) liegt das Grab des Geheimen Justizrates Carl Tewaag, der in den 1870er Jahren zum Staatsanwalt des Dortmunder Kreisgerichtes und 1879 zum Staatsanwalt des Landgerichtes ernannt wurde. 1881 nahm er seinen Abschied vom Staatsdienst, um sich als Rechtsanwalt niederzulassen. In der Folgezeit widmete er sich den Anliegen der Stadt, von 1884 bis 1897 als Stadtverordneter, von 1900 bis 1905 als stellvertretender Vorsitzender des Stadtverordneten Kollegiums und von 1905 bis 1915 als sein erster Vorsitzender. Anlässlich seines 70. Geburtstages wurde ihm 1914 in Anerkennung der während seiner ehrenamtlichen Tätigkeit erworbenen großen Verdienste das Ehrenbürgerrecht der Stadt Dortmund verliehen. Schließlich übernahm er 1923 noch die von seinem Vater 1871 gegründete Brauerei, die Union-Brauerei, die zwischenzeitlich größte Brauerei Deutschlands.


Hafendirektor Fritz Geck

Relief und Inschrift auf dem Grabmal von Fritz Geck
Relief auf dem Grabmal von Fritz Geck Inschrift: „Dem hochverdienten Vorkämpfer für den Mittellandkanal Herrn Hafendirektor Ingenieur Fritz Geck geb. 24. August 1848 gest. 21. Mai 1904 in Dortmund seine Freunde“

Otto Taeglichsbeck, Berghauptmann und Direktor des Oberbergamtes Dortmund

Grabmal des Otto Taeglichsbeck auf dem Ostenfriedhof in Dortmund von Clemens Buscher (1855–1916), 1904

Otto Taeglichsbeck (* 14. Juli 1838 in Brandenburg an der Havel; † 19. April 1903 in Wiesbaden) war Berghauptmann und Direktor des Königlichen Oberbergamts Dortmund. Taeglichsbeck absolvierte 1855 in seiner Heimatstadt das Abitur, arbeitete anschließend für zwei Jahre als Bergbaubeflissener in den schlesischen Bergbaurevieren und studierte dann von 1857 bis 1860 an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin das Bergfach. Nach Aufenthalten in den Bergbaudistrikten Westfalens, der Rheinprovinz, des Saarkreises und Schlesiens legte Taeglichsbeck am 14. Januar 1864 das Bergreferendar-Examen ab und bestand am 30. Januar 1867 das Assessorexamen. Eine erste Anstellung führte ihn im selben Jahr als Bergassessor und Hilfsarbeiter an das Oberbergamt Breslau. 1869 wechselte er als Bergwerksdirektor zum Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation und wurde 1873 zum Bergmeister und Bergrevierbeamten in Witten ernannt. Drei Jahre später übernahm er als Bergwerksdirektor und Direktor die Leitung der Berginspektion Heinitz. 1879 erfolgte seine Ernennung zum Bergrat und 1884 zum Oberbergrat und Mitglied des Oberbergamtes Halle. Ab 1891 war Taeglichsbeck für ein Jahr als Hilfsarbeiter im Berliner Ministerium für Handel und Gewerbe tätig, bis er 1892 zum Berghauptmann und Direktor des Königlichen Oberbergamts Dortmund ernannt wurde.

Im Jahr 1881 wurde er für die Nationalliberale Partei in den Reichstag gewählt und setzte sich für mehr Arbeitssicherheit im Bergbau und für eine Verbesserung der Wohnsituation der Bergleute ein.

Otto Taeglichsbeck ist auf dem Ostenfriedhof in Dortmund bestattet. Sein Grabmal mit einem trauernden Knappen in Festtracht wurde von Clemens Buscher gestaltet.


Bergwerksdirector Arthur Lindenberg

Grabstein vom Bergwerksdirector Arthur Lindenberg *1837 + 1896

NACHRUF
Glückauf - Berg - und Hüttenmännische Wochenschrift

Essen (Ruhr), 8. August 1896.

 

Bergwerksdirektor Arthur Lindenberg. Am 30. Januar 1837 zu Emmerich geboren, trat er nach Beendigung der Gymnasialzeit Herbst 1856 in die bergmännische Laufbahn als Bergbaubeflissener ein. Dem Probejahr schlossen sich Instruktionsfahrten und markscheiderische Arbeiten im Bochumer Revier bis zum Beginn des akademischen Studiums, im Herbst 1858, an. In die Periode der akademischen Studien auf den Hochschulen zu Halle und Berlin, bis zum Herbst 1861, fallt neben kurzen Unterbrechungen durch die Thätigkeit auf Staatswerken, auch die Ableistung der einjährigen Dienstpflicht beim Infanterie-Regiment 32, das damals in Halle garnisonierte. Die Zeit bis zur Ablegung des Referendar-Examens im Herbst 1865 war wiederum durch um fangreiche Instruktionsreisen und vielgestaltige Thätigkeit im praktischen Betriebe ausgefüllt. Anfang 1868 erbat und erhielt der Verewigte den Abschied aus dem Staatsdienste, nachdem er im Revier- und Betriebsdienste weitere Erfahrungen gesammelt hatte. Die erste Beschäftigung im Privatdienste als Direktions-Assistent der Gruben Graf Beust und Ernestine erfuhr durch den Krieg gegen Frankreich längere Unterbrechung. Schon im Feldzuge 1866 war das Avancement zum Vize-Feldwebel erfolgt, dem 1870 am 2. September die Beförderung zum Offizier und im Anfang 1871 die Dekoration mit dem Eisernen Kreuz als neue Auszeichnungen sich anschlossen. Nach mehr als zehnjähriger Thätigkeit bei der Aktien-Gesellschaft für Bergbau-, Eisen- und Stahl-Industrie, Union zu Dortmund, deren Abteilung „Kohlenbergbau" er seit Anfang 1875 vorstand, trat der Hingeschiedene 1892 zur Direktion der Gelsenkirchener Bergwerks - Aktien - Gesellschaft über, um die Leitung der Zechen Stein und Hardenberg zu übernehmen, zu denen später Hansa und Monopol hinzukamen. Auch über dieses Arbeitsgebiet hinaus war man von allen Seiten bestrebt, seine Thätigkeit für die Forderung des niederrheinisch - westfälischen Gewerbefleißes zu gewinnen. Das Berggewerbegericht zu Dortmund, die Berggewerkschaftskasse, ferner der Allgemeine Knappschaftsverein sowie der Verein für die bergbaulichen Interessen und nicht minder eine Anzahl von Grubenvorständen verlieren in ihm einen Mitarbeiter, dessen Wirken von regem Wohlwollen, vielseitiger Erfahrung und weitblickendem Urteil getragen war. Nicht treffender können alle ihm Nahestehenden seinen Verlust beklagen als mit den Nachrufsworten der Gelsenkirchener Bergwerks-Gesellschaft: „Wir verlieren an ihm einen hochverdienten und bewährten Kollegen, einen lieben, treuen Freund."


Probst Johannes Löhers

Der erste Propst der Propsteigemeinde Dortmund war Hermann Josef Wiemann (geb. 01.01.1819, gest. 22.05.1875, Propst von 1859-1875). Er wurde auf dem Südwestfriedhof begraben. Seit der Umwandlung des Friedhofs in den Westpark ist der Grabstein von Propst Wiemann in der Propsteikirche zu finden. Der zweite Propst, Johannes Löhers (geb. 20.06.1835, gest. 26.08.1904, Propst von 1889 bis 1904), liegt auch auf dem Ostfriedhof auf dem Grabfeld Nr. 004.


Grabstätte Louis Wilhelm Ulrich Harz / Danco 1893

Künstler: Friedrich Bagdons

Friedrich Bagdons wurde am 7. August 1878 im ostpreußischen Kowarren geboren. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Holzbildhauer in Königsberg und studierte anschließend ab 1895 Bildhauerei an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin. Zu seinen Lehrern gehörten Wilhelm Haverkamp, Fritz Heinemann und Karl Ludwig Manzel. Dieses Studium schloss er 1902 wohl erfolgreich ab. Vier Jahre später wurde er an die neu gegründete Dortmunder Handwerker- und Kunstgewerbeschule als Leiter der Bildhauerklasse berufen. Zu seinen Schülern zählten der Kirchenraumgestalter Friedrich Press und die Tochter des Hoesch-Betriebsdirektors Emil Bohnstengel, Margarete, die er am 2. August 1913 heiratete. Friedrich Bagdons erstes prominentes Werk war ein Entwurf für Holztüren des Neuen Marstalls in Berlin. Nach Beginn seiner Lehrtätigkeit in Dortmund erhielt er öffentliche und private Aufträge. Erste größere Aufträge ergaben sich, bedingt durch den Ersten Weltkrieg, als er Nagelfiguren in Dortmund, Hagen und Recklinghausen schuf. In den Nachkriegsjahren gestaltete er vor allem Kriegerdenkmäler, diese auch außerhalb Westfalens in Freudenstadt und Baden-Baden. 1927 erhielt er vom Westfälischen Provinziallandtag den Staatsauftrag für eine Monumentalbüste des verstorbenen Reichspräsidenten Friedrich Ebert. Bagdons war deutschnationaler Gesinnung, dennoch erhielt er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Berufs- und Lehrverbot. Dieses wurde jedoch bereits 1934 wieder aufgehoben und Bagdons schuf eine Büste Adolf Hitlers. Sein letztes vollendetes Werk war eine Kolossalstatue des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg im Tannenberg-Denkmal, die er 1935 fertigstellte. Im vorausgegangenen Wettbewerb konnte er sich unter anderem gegen Fritz Klimsch durchsetzen. Friedrich Bagdons starb am 7. März 1937 in Dortmund.

Steinfigur "Sitzender Totenwächter" vor dem Grabmal aus Sandstein

Zum ehrenden Gedächtnis
unseres leiben Sohnes und Bruders
THEODOR DANCO
der den Heldentod fürs Vaterland
starb in Mazedonien
im Alter von 28 Jahren


Familien Willich Linnenkamp


Grabstelle Peter Jürgen Kern


Friedrich Sigmund Freiherr Haller von Hallerstein


Grabstätte Otto Röder

OTTO RÖDER, 06.04.1823 – 20.01.1900

IDA RÖDER, geb. CAPPELL  07.06.1836 – 03.05.1861

LILLI RÖDER, geb. VON MENGERSHAUSEN 06.07.1836 – 01.02.1895


Familie Morsbach


Grabstätte Familie Heinrich Wenker

Heinrich Wenker, Auguste Wenker

Die Ruhestätte der Eheleute Heinrich Wenker, Besitzer der (einst) größten deutschen Privatbrauerei, der Kronenbrauerei, liegt nahe am Haupteingang.

Drei große Privatbrauereien waren noch nach dem Zweiten Weltkrieg an der Entwicklung der Dortmunder Brauindustrie beteiligt: die Privatbrauerei Dortmunder Kronen, die Brauerei Thier & Co und die Bergmann-Brauerei. Die Kronenbrauerei befand sich mehr als 250 Jahre lang im Besitz der Familie Wenker-Brand. Heinrich Wenker erlangte dabei als Begründer der modernen Brauindustrie in Dortmund, als Förderer öffentlicher Anliegen und als Mäzen die größte Bedeutung unter den Familienmitgliedern. Seine Vorfahren waren seit Generationen als Bierbrauer und Gastwirte in der "Krone am Markt" tätig. Heinrich Wenker wurde am 23. Februar 1825 in Dortmund geboren. Einige Jahre besuchte er das Gymnasium in Dortmund. Da der für die Nachfolge in der Krone auserkorene Bruder 1839 verstarb, ging Heinrich Anfang der 1840er Jahre nach München zur Franziskanerbrauerei und lernte dort die untergärige bayerische Braumethode kennen. Im Sommer 1843 begannen die Brauereibesitzer Overbeck und Wenker, wie es in den Steuerakten heißt, "besser eingerichtete Braulokale nach bayerischer Art zu erbauen", die "mit dem Jahre 1845 in Wirksamkeit treten sollten." Die neue Brauart unterschied sich von der bis dahin gebräuchlichen Herstellung des wenig haltbaren Braun- oder Altbieres nicht nur durch die Verwendung untergäriger Hefe, sondern auch durch die Notwendigkeit der Kühlung in speziellen Kühl- und Lagerräumen. Als Heinrich Wenker 1845 die elterliche Brauerei in eine Lagerbier-Brauerei umwandelte, sah er sich mit mancherlei Schwierigkeiten konfrontiert. Das in der Stadtmitte gebraute Bier konnte dort nicht gelagert werden, da es keine Kühlkeller gab. Heinrich Wenkers Bruder Friedrich Wilhelm, Gastwirt im Hotel "Zum Römischen Kaiser", hatte jedoch 1844 Kellereien im Süden der Stadt an der Kronenburg erworben. Das Bier wurde in den ersten Jahren in diese Kellereien an der Märkischen Straße zur Kühlung und Lagerung gebracht. In den Kellereien an der Kronenburg wurde aber nicht nur Bier gelagert. Wenker betrieb hier bereits ab 1863 einen Ausschank mit Gartenlokal und Kegelbahn. 1868 erweiterte er seinen dortigen Grundbesitz auf 6000 Quadratmeter. Er verfügte nun über einen den Erfordernissen der Zeit entsprechenden Industriestandort und über einschlägiges Fachwissen, beste Voraussetzungen also für einen industriellen Neuanfang. 1871 wurde die neue Braustätte errichtet. 1879/80 begann Heinrich Wenker mit dem Export seines Kronenbieres. Seine Mitarbeiter behandelt der "alte Wenker", wie er genannt wurde, mit patriarchalischer Fürsorge, womit er aber auch besondere Anforderungen an ihre Pflichterfüllung verband. Persönlich wenig anspruchsvoll lebte er bis zu seinem Tode 1905 in der Märkischen Straße.


Ruhestätte Familie Brand


Joseph Bruel und Fräulein Christine Schäfer


Grabstätte Familie Otto Pelzer

Ein sehr häufiges Motiv auf dem Friedhof ist der Mohn, der als Mohnblüte oder als Samenkapsel Grabsteine und wie hier das Gitter der Umrandung ziert. Wegen der berauschenden und einschläfernden Wirkung der in seinem Milchsaft enthaltenen Alkaloide wurde der Mohn in der Antike zum Symbol für den Schlaf (Hypnos), den Zwillingsbruder des Todes (Thanatos). Insbesondere im Klassizismus wurde die Pflanze häufig auf Grabmalen dargestellt, wo sie einen sanften Tod symbolisiert.

OTTO PELZER, 1875 - 1961

ELFRIEDE PELZER, 1895 – 1990

CHARLOTTE PELZER, 1921 – 2005

Ltn. HANS PELZER, 1923 – 1943 gef. im Osten


Grabstätte Maiweg

Grabmahl des Architekten und Ziegeleibesitzers Gustav Maiweg, der von 1906 bis 1910 als unbesoldeter Stadtrat tätig war.


Grabstätte Schmitz


Grabstätte Beckmann

FRIEDY BECKMANN, geb. POTH,

29.01.1898 – 16.08.1952
PAUL BECKMANN,

20.09.1888 – 19.11.1955

HERMANN BECKMANN,
22.05.1852 – 02.12.1906
DOROTHEA BECKMANN, geb. HAGEMANN,
23.03.1861 – 28.11.1916

GERD BECKMANN,
24.09.1923 – 04.08.1943
GERD BECKMANN,
01.10.1954 – 26.09.1957


Grabstätte Familie Karl Schulze und Familie Dietrich Schulze

Unter D. & K. Schulze firmierten das gemeinsame Architekturbüro und andere unternehmerische Aktivitäten der Brüder Dietrich Schulze (* 7. Februar 1864 in Bad Sassendorf; † 1938 in Dortmund) und Karl Schulze (* 18. Januar 1876 in Bad Sassendorf; † 14. Mai 1929 in Dortmund) in Dortmund und Umgebung. Die Brüder Dietrich und Karl Schulze waren ab 1902 mit ihrem Büro D. & K. Schulze vorwiegend in Dortmund und Umgebung tätig, wobei Dietrich Schulze die organisatorisch-kaufmännische und Karl Schulze die architektonisch-gestalterische Komponente zugeschrieben wird. Karl Schulze hatte drei Semester Architektur als Gasthörer an der Technischen Hochschule Hannover belegt. Sie errichteten zunächst im Auftrag verschiedener Zechenverwaltungen zahlreiche Bergwerkssiedlungen, oft dem Typus der Gartenstadt angenähert. Später kamen Industrie- und Verwaltungsbauten sowie einzelne Villen, Wohn- und Geschäftshäuser dazu. Die Architekten erkannten den großen Bedarf an Baustoffen und gründeten daher 1902 die D. & K. Schulze Dampfziegelei in Schwieringhausen. Der Betrieb wurde 1974 als letztes Dortmunder Ziegelwerk stillgelegt; das Unternehmen besteht fort. Nachdem Karl Schulze 1929 an den Folgen einer Operation verstarb, übernahm sein Sohn Karl Schulze jun. das Architekturbüro.

Ohne den Mut der Gebrüder Schulze gäbe es die Firma nicht

Als in Dortmund schon die Schlote rauchten, als die Stadt schon führend war in der Stahl- und Eisenindustrie, im Bergbau und in der Bierbrauerei, veränderten sich die Verhältnisse auch im Norden Dortmunds. Unter anderem entstanden in Mengede und in Lünen-Brambauer Zechen mit Ihren Industriebauten und Wohnsiedlungen, und zwischen beiden Orten querte der Dortmund-Ems-Kanal das Gebiet. Während des Kanalbaus wurden auch die Dortmunder Architekten Dietrich und Karl Schulze auf mächtigen Lagerstätten von verziegelbarem Ton in Mengede-Schwieringhausen aufmerksam. Die Architekten kannten den großen Bedarf an Baustoffen und entschlossen sich, die D & K Schulze Dampfziegelei zu gründen. Es war ein schneller aber ausgereifter Entschluss, begünstigt durch die Zusagen der Brambauer Zeche Minister Achenbach, nur noch Ziegel des neuen Ziegelwerkes zu verwenden und dem Werk Kohle zu liefern, und begünstigt durch die Aussicht, auf dem Kanal die Erzeugnisse preiswert auch an entferntere Orte zu transportieren, aber auch in der Nähe Abnehmer zu finden. Mit viel Geld wurden ca. 13 ha Land in der Nähe des Kanals erstanden. In den Jahren 1903 und 1905 wurden zwei für damalige Zeiten gewaltige Ringöfen gebaut. Dampfmaschinen und Elektro-Generatoren ermöglichten die Ziegelproduktion. Zuwandernde Mitarbeiter aus dem Lipperland und aus Schlesien fanden Arbeit in einem Ziegelwerk, das schon nach kurzer Zeit unter Einsatz der neuesten Anwendungstechniken das ganze Jahr hindurch betrieben werden konnte. Zeitgleich führten die Brüder Schulze in Dortmund-Mitte ihr Architektenbüro D & K Schulze weiter. Sie errichteten vor dem ersten Weltkrieg wohnliche Gartenstadtsiedlungen in Brambauer, Dortmund-Mitte und - Schüren, Lünen, Marl, Selm und im rheinischen Troisdorf, in denen sie bis zu 47 Häusertypen entlang gewundener Straßen und Plätze schufen, umgeben von viel Grün. Dazu kamen Industrie- und Verwaltungsbauten, in denen viele Menschen ihren Arbeitsplatz ausfüllen konnten. Eine stattliche Anzahl von einzelnen Villen, Wohn- und Geschäftshäusern, viele davon in Dortmund, rundeten das Wirken des Architektenbüros ab. Im ersten Weltkrieg  (1914 - 1918) wurden viele Mitarbeiter des Ziegelwerkes als Soldaten eingezogen, der Betrieb ruhte, und die geplanten Werkswohnungen konnten nicht gebaut werden. So durchlebten die Firmengründer und die Familien der Mitarbeiter die Kriegszeit mit schweren Gedanken und großen Sorgen. Als Architekten waren die Brüder weiter tätig. Es entstanden zum Beispiel Gebäude für das große Schulzentrum an der Brüggmannstrasse in Dortmund-Mitte, Schule und Saalbau in Mengede und das Verwaltungsgebäude der Dortmunder Bergbau und Hütten- AG an der Rheinischen Straße. Als der Krieg vorbei war, kam nach und nach ein neuer Aufschwung für das Ziegelwerk. Wichtige Absatzgebiete lagen jetzt in Norddeutschland und in den Niederlanden. In einer alten Chronik heißt es: „Die Produktion war mehr als umfangreich geworden, denn ohne große Umstellung konnten Hohlziegel, Biberschwänze in verschiedenen Größen, Doppelfalzziegel, Strang-, Kleeblatt- und Stiefelfirsten, Gratziegel, Kehlziegel, Doppelkrampen, Walmkappen und Dachgaupen in rot, schwarz und braun hergestellt werden". Ein Heim für Ledige und eine Werkswohnung nach der anderen entstanden in Schwieringhausen. Aber auch im ganzen Ruhrgebiet setzte das emsige Wirken des Architektenbüros wieder Akzente. Es entstanden weitere Gartenstädte, mehrere davon in Dortmund, und viele andere Bauten, darunter auch Schulen und ein Altenheim, Sporthallen, Bürogebäude, Wohn und Geschäftshäuser.

 

Quelle: Firmenchronik 100 Jahre H.D. Schulze


Grabstätte Krüger

Ostfriedhof Dortmund, Grabmal Christian Leonhard Krüger (1839-1936), Buchhändler und Druckereibesitzer

Bücher Krüger war eine traditionsreiche Buchhandlung in der Dortmunder Innenstadt. Das Unternehmen Bücher Krüger geht zurück auf den von Christian Leonhard Krüger gegründeten Verlag in dem das „Dortmunder Wochenblatt“ mit einer Startauflage von 600 Exemplaren erschien. 1833 übernahm das Verlagshaus Krüger die Nedermannsche Druckerei. Hier wurden neben dem Dortmunder Wochenblatt, das ab 1847 unter dem Namen „Dortmunder Anzeiger“ erschien, die Satirezeitschrift Kladderadatsch sowie Fachbücher gedruckt. Zum Verlagshaus gehörte bis 1868 auch eine Leihbibliothek, ursprünglich die private Sammlung der Nedermannschen Kinder, mit mehr als 10000 Büchern. Ab 1906 verlegt die Familie Krüger zusammen mit Friedrich Wilhelm Ruhfus den Dortmunder General-Anzeiger, die bis zum Zweiten Weltkrieg größte, überregionale Tageszeitung außerhalb Berlins. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde der linksliberale General-Anzeiger eingestellt und das Betriebskapital durch die Gestapo eingezogen. Nach der vollständigen Zerstörung der Betriebsanlagen wurde 1946 die Buchhandlung zunächst in einem Privatzimmer wieder eröffnet. 1948 erfolgte die Rückkehr an den alten Standort in der Krüger-Passage am Westenhellweg. Der Krüger Verlag spezialisierte sich auf Fachtitel für Industrie und Medizin. Auch Vorlesungsverzeichnisse und Bibliographische Taschenbücher für die Universität Dortmund und die Pädagogische Hochschule Ruhr wurden herausgegeben.

 

Im Feld 21 stößt man auf die Grabstätte Friedrich Wilhelm Ruhfus * 13.09.1839 / † 05.03.1936. Jeder Dortmunder wird mit diesem Namen Außenwerbung verbinden. Im Jahre 1866 gründete Friedrich Wilhelm Ruhfus die Fabrik und Buchdruckerei Fr. Wilh. Ruhfus. Damit hielt die erste Liniermaschine Westfalens Einzug in Dortmund. Berühmt wurden die Geschäftsbücher aus dem Hause Ruhfus. 1878 schloss Ruhfus nach dem Vorbild des Berliner Druckers Ernst Litfass einen Vertrag mit der Stadt Dortmund über die Aufstellung von Plakatsäulen. Gleichzeitig wurden bei Ruhfus die „Dortmunder Nachrichten“ gedruckt. Anfang der 90er Jahreging dieser Druck dann in andere Hände über. Im Jahre 1913 übernahmen die Söhne die Firma. Friedrich Wilhelm Ruhfus starb im hohen Alter von 96 Jahren. Noch heute zeichnet das Unternehmen für die öffentliche Plakatwerbung in Dortmund verantwortlich und verweist stolz auf das am längsten bestehende Vertragsverhältnis der Branche weltweit.


Grab der Henriette Davidis

Rechts im Bild das Grab der Köchin und Autorin Henriette Davidis aus Wengern.

Das Grab der Johanna Friederika Henriette Katharina Davidis (* 1. März 1801 in Wengern; † 3. April 1876 in Dortmund) war eins der ersten auf diesem Friedhof. Sie gilt als bedeutende deutsche Kochbuchautorin. Obwohl zu ihrer Zeit bereits viele ähnliche Kochbücher erschienen waren und unter anderem das Allgemeine deutsche Kochbuch für bürgerliche Haushaltungen von Sophie Wilhelmine Scheibler mehrfach neu aufgelegt wurde, entwickelte sich Davidis’ Praktisches Kochbuch zu einem wichtigen Kochbuch des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, das zur Grundausstattung vieler deutscher Haushalte gehörte. Die vielen heute noch antiquarisch erhältlichen Exemplare zeigen, dass das Buch rege benutzt und mit Anmerkungen versehen wurden. Viele Familien vererbten das Praktische Kochbuch von Generation zu Generation weiter. Davidis war, während sie ihre Bücher verfasste, selbst als Hauswirtschaftslehrerin, Erzieherin und Gouvernante, später nur noch als Autorin tätig. Obwohl ihre Bücher, insbesondere das Praktische Kochbuch, das im Jahr ihres Todes bereits in 21. Auflage erschien, schon zu ihren Lebzeiten sehr erfolgreich waren, konnte sie von den Erträgen nur ein eher bescheidenes Leben führen und bezog erst im Alter von 74 Jahren eine eigene Wohnung. 

Die Kochbuchautorin. Ob „Sauerampfersuppe“ oder „Rinderschmorfleisch in saurer Milch“ – Henriette Davidis ließ die Hausfrau am Herd nicht allein. Mit ihren Büchern wurde die Köchin berühmt. Viele Frauen schlugen im 19. Jahrhundert nach, wenn es um „Die Kunst“ ging, „gut und billig zu essen“, wie es Davidis in ihrem „Praktischen Kochbuch“ beschreibt. Mehrere hundert Bücher hatte sie geschrieben, bevor sie 1876 mit 76 Jahren in Dortmund starb. Dort fand sie auf dem Ostfriedhof ihre letzte Ruhestätte, die ebenso bescheiden ist wie ihr Leben bis zuletzt war.

Grabstätte der Henriette Davidis - auch nach 150 Jahren noch liebevoll gepflegt.
Grabstein mit Kochtopf

Familie G. Hammacher


Familie Brügman


Familie Metzmacher


Ein Wohltäter der Stadt – Heinrich Schüchtermann * 20.10.1830 - † 20.04.1895

Der gebürtige Recklinghausener Heinrich Schüchtermann soll ein schweigsamer Mann gewesen sein. Seine Ausbildung zum Uhrmacher erhielt er in London. In der unteren Brückstraße besaß er ein kleines Uhrmachergeschäft, dessen Absatz in Goldwaren als lebhaft galt. In den 70er und 80er Jahren wechselte er in die Industrie über, wo sein erstes Geschäft die Anlage einer Kokerei bei der Zeche Hansa darstellte. Schüchtermann wurde Beirat der Berliner Discontgesellschaft, die ihr Geld in Dortmunder Industriebetrieben anlegte, vermittelte in dieser Eigenschaft manches gute Geschäft und bekam zugleich Berührung mit der Eisenindustrie. Inzwischen zum gewiegten Finanzmann geworden, gründete er die Maschinenfabrik „Schüchtermann und Kremer“ und wurde so zum Fabrikbesitzer. Durch den Bau von Schlackenmühlen erwarb er ein Riesenvermögen. Da ihre Ehe kinderlos blieb, legten Heinrich und Antoinette Schüchtermann (geb. Schiller) das gemeinsame Vermögen in der Schüchtermann-Schiller-Stiftung fest, von deren Mitteln der Stadt Dortmund ein Drittel zugutekam. Davon waren wiederum zwei Drittel für skrofulöse Kinder und ein Drittel für die Unterstützung der städtischen Beamten vorgesehen. In Anerkennung seiner hohen Verdienste, besonders auf sozialem Gebiet, wurde Heinrich Schüchtermann, der von 1891 bis 1895 unbesoldeter Stadtrat in Dortmund war und zum Kommerzienrat ernannt wurde, Ehrenbürger der Stadt. Sein Grab am Hauptweg gilt als Ehrengrab. Auf dem Ostwall, wo die Arndtstraße ausläuft, hat die Stadt Dortmund ihrem Wohltäter im Jahre 1899 ein Denkmal errichtet.


Musikdirector Giesenkirchen und Capellmeister Giesenkirchen

Auch der Kapellmeister Franz Giesenkirchen, der beim tollen Bomberg spielte, ruht auf dem Ostfriedhof. Ihm sagt man nach, er habe jedesmal, um den Anschein einer großen Kapelle zu erwecken, Statisten engagiert.


Familie Althüser


Grabstätte Klaus Kafka


Familie Wilhelm Grüwell, Verleger


Ruhestätte Franz Röttgers


Grabmal Meyer


Grabmal Reinders - Frauenrechtlerin und Schulbegründerin

27.02.1867 - 21.03.1911 in Dortmund

Eine andere bedeutende Dortmunderin, die Frauenrechtlerin und Schulbegründerin Marie Reinders, ist im Gräberfeld 19 im westlichen Teil des Friedhofs bestattet.

Tochter eines Dortmunder Zechenbeamten und dessen Frau. Ausbildung zur Lehrerin und Anstellungen als Erzieherin und Lehrerin in Bodelschwingh und Stadtsulza. Rückkehr nach Dortmund und Übernahme der höheren Privatmädchenschule. Schulvorsteherin-Examen. Studienaufenthalt in Paris. Mitglied des von Helene Lange gegründeten Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins. Erkenntnis der Notwendigkeit einer Schulform für Mädchen, die in mittlere und gehobene Berufe streben. Anträge an die Stadtverwaltung zunächst nicht beachtet, dann auf eigenes Risiko mit Unterstützung des Direktors der höheren Mädchenschule nach Genehmigung des Regierungspräsidenten Gründung und Eröffnung 1901. Erster Standort: heutiges Karstadt-Gebäude in der Innenstadt. 1902 wegen großen Andrangs Neubau in der Lindenstraße. Einführung von Elternabenden und Schulbesuchen, intensiver pädagogischer Einsatz für die weitere Laufbahn der Schülerinnen. Wegen plötzlicher unheilbarer Erkrankung bei städtischer Übernahme der Schule keine Anstellung. Früher Tod. Ihrer Kollegin und Freundin Elisabeth Cordes sind die wenigen Überlieferungen zu verdanken.


Grabmal Propsteigemeinde

Ruhestätte der Geistlichkeit der Probsteipfarrei

Grabstätte Klönne

August Klönne – ein Dortmunder Pionier im Stahl- und Behälterbau, der mit seiner Arbeit die Welt eroberte

 

August Klönne wurde am 21. August 1849 in Mülsborn (jetzt Meschede) als Sohn der Eheleute Johann Nathanael Ludwig Friedrich Klönne (1811–1867) und Auguste Albertine Klönne, geborene Greve (1820–1869) geboren. Zu seinen Geschwistern zählten der Bergwerksdirektor Friedrich Wilhelm Klönne (1834–1904) und der Kaufmann Karl Engelbert Julius Klönne (1851–1882). Der Vater Friedrich Klönne entstammte einem münsterländischen Bauerngeschlecht, dass seit dem 17. Jahrhundert in Hamm ansässig war, der Großvater Johann Friedrich Nathanael Klönne (* 1775) war dort bereits Kaufmann. Friedrich Klönne war zunächst Besitzer des Ritterguts Goldschmieding bei Castrop, dann Gutspächter in Mülsborn bei Meschede und Kaufmann in Oberhausen. Alle diese Tätigkeiten hatten keinen wirtschaftlichen Erfolg, so dass er unvermögend starb. Die Mutter Auguste Klönne war die Tochter von Franz Carl Greve und Maria Antoinetta Roling und Schwester des Bochumer Bürgermeisters Max Greve.

Mit 24 Jahren wurde er 1873 zum Vorstand der Gas- und Wasserwerke der Dortmunder Union berufen. Im folgenden Jahr erfand er Verbesserungen zur Befeuerung von Gaserzeugungsöfen, die nach seinem System kurz darauf auch in Dortmund, Wesel, Barmen, Elberfeld, Hannover, Eisenach und Turin erbaut wurden. Hierdurch stieg seine Bekanntheit in Fachkreisen, und mehrere Städte versuchten, ihn als Leiter ihrer Gaswerke zu gewinnen. Er bildete sich auch in dieser Zeit privat weiter.

Aus der 1874 geschlossenen Ehe mit Gertrud Haverkamp (1846–1922), Tochter des Bernhard Haverkamp (1810–1847), gingen neun Kinder hervor, darunter die Zwillinge Max (* 17. Dezember 1878; † 14. April 1945) und Moritz Klönne (* 17. Dezember 1878; † 13. Januar 1962). Vier der gemeinsamen Kinder starben schon früh. Am 1. Juli 1879 machte sich Klönne jedoch mit einem Ingenieurbüro und den unter seinem Namen erteilten Patenten selbständig. 1892 kaufte Klönne die 1867 gegründete Adlerbrauerei in Unna, die 1922 mit der Lindenbrauerei vereinigt wurde. Als Brauereibesitzer wurde auch eine Biermarke nach ihm benannt. Abseits des Engagements für seine Unternehmen war er im Aufsichtsrat der Nationalbank und in der Mitgliedervertretung der Gothaer Lebensversicherungsbank tätig. In seiner Heimatstadt Dortmund nahm er keine öffentlichen Ämter an, wirkte jedoch im Stillen als Wohltäter für Kirchen, Kranken- und Waisenhäuser.

August Klönne starb am 30. Dezember 1908 im Alter von 59 Jahren in seiner Villa in Königsborn (jetzt Unna, Friedrich-Ebert-Str. 60) und wurde in der Familiengruft auf dem Ostenfriedhof Dortmund beigesetzt. Sein Unternehmen wurde von den Söhnen Max und Moritz fortgeführt und trug bis zur Übernahme durch die Thyssen-Röhrenwerke AG den Namen des Firmengründers.


Der rastlose Stadtvater – Dr. Wilhelm Schmieding * 20.07.1841 - † 7.10.1910

Als Sohn einer Pfarrersfamilie in Bönen (Kreis Hamm) geboren, wurde Wilhelm Schmieding, nachdem er in den Jahren zwischen 1879 und 1886 in Altena und Bochum als Landrat amtiert hatte, am 30.09.1886 in das Amt des Ersten Bürgermeisters von Dortmund eingeführt. Noch im gleichen Jahr, am 13.12.1886, wurde er zum Oberbürgermeister ernannt – ein Amt, das er vierundzwanzig Jahre lang bekleidete. Schmieding erwarb sich Verdienste mit der Stiftung des Kaiser-Wilhelm-Hains (der Keimzelle des heutigen Westfalenparks) aus freiwilligen Beiträgen, der Errichtung eines städtischen Elektrizitätswerkes, dem Ausbau des Straßenbahnnetzes und dessen Elektrifizierung sowie der Anlage eines Rieselfeldes mit einer Größe von 1330 Hektar im Norden der Stadt. Auch die Errichtung des Museums am Ostwall, des Stadttheaters und des Hauptbahnhofes gehen auf seine Initiative zurück. Schmiedings Hauptverdienst ist jedoch in der Anlage des Dortmunder Hafens zu sehen, der ebenso wie das Hafenamt und ein Lagerhaus zum größten Teil mit städtischen Mitteln gebaut wurde. Dank der Weitsichtigkeit des Stadtoberhauptes ließ die Anlage an Großzügigkeit nichts vermissen, da man von den im Norden erworbenen 152 Hektar Gelände sofort 80 für den Hafenbau zur Verfügung gestellt hatte. Noch heute trägt ein Hafenbecken aus Dankbarkeit gegenüber dem Förderer dieses Projekts den Namen Schmiedinghafen. Als 1899 anlässlich der Einweihung des Hafens Kaiser Wilhelm II. in Dortmund weilte, wurde Oberbürgermeister Schmieding der Titel „Geheimer Regierungsrat" verliehen. Im Jahre 1908 ernannte ihn die philosophische Fakultät der Universität Münster zum Ehrendoktor. 1910 machte ihn die Stadt Dortmund zu ihrem Ehrenbürger. Am 7. Oktober 1910 verstarb der unermüdliche Oberbürgermeister Dortmunds in Cappenberg bei Lünen. Sein Grab auf dem Ostfriedhof gilt noch heute in Anerkennung seiner Verdienste als Ehrengrab der Stadt.


Grabstätte der Bürgermeister- und Industriellen-Familie Brügmann

Auf dem Ostfriedhof finden sich die verschiedensten Gräberformen: Wahlgräber an Neben- und Hauptwegen, Familien- und Urnengräber, Keller- und Kammergruften. Wahlgräber im alten Teil des Friedhofes bieten im Vergleich zu den Familiengräbern im neuen Teil, wo die Anlage bereits Stille ahnen lässt, ein anderes, unruhiges – gleichwohl reizvolles – Bild. Das Beispiel für eine Kellergruft bietet im Feld 22 die Grabstätte Brügmann. Die Gruft ist ganz unterkellert, der Kellerraum hat eine Tiefe von 2,5 Metern und gewährt Platz für 22 Grabstellen. Auf Steinsockeln von etwa einem halben Meter Höhe werden die Särge aufgestellt. Die Gruft ist ganz zubetoniert. Lediglich vorn in der Mitte ist ein Eingang von der Größe eines normalen Grabes frei gelassen worden, der nach einer Neubelegung immer wieder ausgegossen wird.

Wilhelm Brügmann, Bürgermeister von Dortmund von 1832 bis 1848, gründete am 01.12.1848 zusammen mit seinem Sohn Ludwig die Firma Wilhelm Brügmann und Sohn, eine Holzhandlung. Als er im Jahre 1854 ausschied, führte sein Sohn das Geschäft weiter. Ludwig Brügmann starb unerwartet 1872 und seine Frau übernahm die Betriebsleitung, bis Sohn Louis (* 04.12.1854 / † 13.10.1908) 1875 in die Firma eintrat. Fünf Jahre später folgte ihm sein Bruder Alfred (* 26. 09. 1856 / † 06. 07. 1924) auf diesem Wege, den noch zwei weitere Brüder 1888 und 1902 beschritten. Die Brüder Brügmann verlegten den Schwerpunkt auf die Einfuhr ausländischer Hölzer und erweiterten die Firma durch die Errichtung von Zweiggeschäften in Lübeck, Wanheim bei Hochfeld und Düsseldorf. Louis und Alfred Brügmann sind auf dem Ostfriedhof beigesetzt. 


Grabmal der Familien Hoffmann/Knoll


Grabrelief Hugo Reinicke


Grabmal Familie Kleine

Eduard Friedrich Ferdinand Kleine war ein deutscher Bergbau-Ingenieur und -Unternehmer und von 1887 bis 1889 Reichstagsabgeordneter der National-Liberalen.

Eduard Kleine, der am 2. Oktober 1837 in Herford als Sohn des Pfarrers Johann Ludwig Kleine (1805–1885) geboren wurde, studierte nach Besuch des Friedrichs-Gymnasium Herford in Halle (Saale) und Berlin Bergwesen. Im Anschluss war Kleine kurzzeitig als Steiger tätig und beteiligte sich später finanziell an Steinkohlebergwerken. Er heiratete in die Familie Hueck ein, die unternehmerisch im Bergbau tätig war. Seit 1875 war er Stadtverordneter in Dortmund und von 1887 bis 1889 Abgeordneter für die Nationalliberalen im Reichstag. Ab 1904 saß Eduard Kleine im Aufsichtsrat des damals größten Bergwerksunternehmens im Ruhrgebiet, der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, die einige der Hueck'schen Zechen übernommen hatte. Von 1905 bis 1909 war Kleine Vorsitzender des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund. Hinzu kam das von 1905 bis 1914 ausgeübte Amt des Präsidenten der Handelskammer zu Dortmund. 1913 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Dortmund verliehen. Am 6. April 1914 starb Eduard Kleine in Dortmund.


Elisabeth Ruhfus

Wie im Kinderbettchen: Das immer noch gepflegte Kindergrab von Elisabeth Ruhfus 1873 – 1878


Grab Weltkriegstoter


Grabmal Bauunternehmer Familie Kortenacker / Röllecke


Grabmal königlicher Kanzleirat Paul Heyne


Grabstätte Familie Schmemann

Wilhelm Heinrich Alfred Schmemann (27. Juli 1830 – 2. Januar 1903) war Kaufmann und Eisenhändler in Dortmund. Sein Vater war Carl Wilhelm Heinrich Schmemann, seine Mutter Maria Luisa (Luise) Stemrich. Er war verheiratet mit Maria Johanna (Marie) Ruhfus. (Heirat: 19. September 1865). Sie hatten eine gemeinsame Tocher Clara Carolina Wilhelmina Schmemann (1874 – 1931).

Zu Füßen des Grabsteines Schmemann liegt ein weiterer, umgestürzter Grabstein:

Dr. Ewald Goerlich, 1858 - 1915
Marie Goerlich, geb. Schmemann, 1866 - 1944


Grabmal Carl Treeck

Auch der Gründer der Firma Carl Treeck und Söhne AG liegt mit zweien seiner Söhne auf dem Ostfriedhof beerdigt. Carl Treeck sen., (* 27.07.1841 / † 24.01.1928) begann im Januar 1867 mit der Errichtung einer Schlosserwerkstatt. Anfang der 1870er Jahre ging er zur Herstellung von Kochherden über. Sein Sohn, Carl Treeck jun. (* 09.12.1868 / † 24.06.1931) trat 1889 in die Firma ein. Mit der Verarbeitung von Streckmetall begann der Betrieb 1902 mit der Herstellung von Arbeiterkleiderschränken. Nachdem 1905 die Firma durch Carl Treeck sen. in eine GmbH umgewandelt worden war, trat 1908 der jüngste Sohn Walter (* 11. 09. 1883 † 03. 10. 1945) der Firma bei. Die Umgestaltung in eine AG erfolgte 1923. Nach dem Zweiten Weltkrieg, während dem das Unternehmen an der Rüstungsindustrie beteiligt war, begann man hier mit der Fertigung moderner Stahlmöbel.


Grabstätte Fickler (Holz, kein Stein)


Weitere Grabsteine

Familie Schulte / Wolters


Grabstätte der Familie Schulte


Familie Mauritz


Familie Moog


Autor / Wegmann


Familie Melcher

Der Abschied 1908; Relief 84 x 105 cm aus römischem Travertin auf der Grabsteile der Fam. Melcher. Oberhalb des Reliefs befand sich eine G. A. Melcher darstellende ca. 50 cm hohe Bronzebüste, die gestohlen wurde.

Louis Nordhoff


Ewald Goerlich


Grabmal Otto Estner / Witzel / Linde


Familie Schneider











Der jüdische Teil des Ostenfriedhofs, Mahnmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes

Feld 14 wurde gemäß Bestattungsregister seit 1898 als jüdischer Teil des Friedhofs genutzt, wobei das Feld 14a den Erwachsenen und das Feld 14b den Kinderbestattungen vorbehalten war. Die Gruften befanden sich entlang der Wege. Die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs zerstörten insbesondere diesen Teil des Friedhofs sehr schwer. Alleine drei direkte Bombentreffer wurden auf dieser verhältnismäßig kleinen Fläche registriert. Was die Bomben verschonten, wurde durch Plünderer geraubt oder zerstört. Im Zuge der Wiedergutmachung verpflichtete sich die Stadt Dortmund nach 1945 den jüdischen Friedhofsteil zu sanieren. Bombentrichter wurden beseitigt, die beiden Reihenfelder eingeebnet, Rasen ausgesät und eine neue Wegeanlage angelegt. Für die Dortmunder jüdischen Glaubens, die Opfer des nationalsozialistischen Regimes wurden, wurde ein Denkmal mit nebenstehender Inschrift errichtet. Jüdische Bestattungen wurden auf dem Ostfriedhof ab 1936 eingeschränkt und 1943 eingestellt. Auch nach 1945 fanden hier keine jüdischen Bestattungen mehr statt; für sie wurde ein separates Areal des Hauptfriedhofs Dortmund reserviert.

Zentrales Mahnmal von 1948

Den Toten der Jüdischen Gemeinde Dortmund
1933-1945

Im Angesicht Gottes eingedenk ihrer Lieben
mussten sie ihr Leben lassen für den Glauben ihrer Väter

Schon ab 1943 hatten die Nationalsozialisten keine jüdischen Bestattungen mehr auf dem Friedhof erlaubt. Während des zweiten Weltkrieges wurde der jüdische Friedhof durch Bombentreffer nahezu völlig zerstört. Heute steht hier ein Mahnmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes. Es wird umarmt von einer Reihe mit Ketten verbundener Steine, die die Namen verschiedener Konzentrationslager tragen.

Ruhestätte der Franziskaner

Franziskanerkloster Dortmund

Das Franziskanerkloster Dortmund wurde 1895 in der östlichen Innenstadt Dortmunds gegründet. Seit 1911 nehmen die Brüder Aufgaben in der Pfarrseelsorge wahr. 1954 wurde das Kloster zur Pfarrei St. Franziskus und Antonius erhoben. Hier leben heute rund 5.300 Gläubige. Am 20.02.1922 verstarb in Dortmund der von vielen Menschen als Heiliger verehrte Bruder Jordan Mai, dessen Gebeine 1950 in die Kirche übertragen wurden. Seit 2004 ist die Franziskaner Mission – eines der Missionswerke der deutschen Franziskanerprovinz – in Dortmund ansässig. Seit Sommer 2006 ist im angrenzenden Altenzentrum Bruder-Jordan-Haus die Senioren- und Pflegestation untergebracht. Zu den Aufgabenschwerpunkten zählen neben der Pfarrseelsorge, die Tätigkeiten der Franziskaner Mission, das Bruder-Jordan-Werk, Obdachlosenarbeit, und Hospizarbeit. Zurzeit leben 10 Brüder im Franziskanerkloster in Dortmund, sowie 8 pflegebedürftige Brüder im angrenzenden Altenzentrum Bruder-Jordan-Haus.

Franziskanerkirche im Dortmunder Osten
Urnengräberfeld für Obdachlose
Magnolien-Blüte März 2020

Im 19.Jh. entwickelten sich aus den Friedhöfen Parkanlagen, die nicht nur der Trauer und Erinnerung dienten; als grüne Inseln waren sie auch Erholungsraum für die Stadtbevölkerung. Ein außergewöhnlicher Ort der Erinnerung, den ich immer wieder gerne besuche, ist der Dortmunder Ostfriedhof; eingerichtet wurde er ab 1876. Seine parkähnliche Anlage mit dem alten Baumbestand ist ein Grund für meine wiederholten Besuche. Im Herbst mit dem bunten Laub und den Blättern auf den Grabstätten zeigt sich der besondere Reiz dieser weitläufigen Anlage. Ein weiterer Grund liegt in den vielen aufwändig gestalteten Grabstätten vom Ende des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts mit Skulpturen des Historismus und des Jugendstils. Das wirtschaftlich erstarkte Bürgertum ging im 19. Jh. dazu über, die Verstorbenen in pompös ausgestatten Familiengruften beizusetzen. Hier findet man Grabstätten bekannter Industriellenfamlien aus der Gründerzeit, wie z.B. die Gruft der Familie Hoesch oder der Metall- und Stahlbauunternehmer-Familien Treeck und Jucho. Auch die Bergbauvergangenheit Dortmunds wird dem Besucher hier bewusst, wenn er vor den Gedenkstätten für die Toten der Schlagwetterexplosionen auf der ehemaligen Zeche Kaiserstuhl I steht. Der jüdische Friedhof als Teil des Ostfriedhofs wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt und nach 1945 teilweise wiederhergestellt. Der Ostfriedhof ist somit ein besonderer Ort, in dem sich mehr als einhundert Jahre Dortmunder Stadtgeschichte spiegeln.

„Hier sitzen dürfen ist besser als hier liegen müssen.“

Der Denkmalumfang des Ostenfriedhofes

Historischer Teil des Friedhofes (Feld 1 – 18) mit Baumbestand und Wegeführung

 

Feld 2

  • Crüwell von 1910, monumentales Grabzeichen
  • Davidis von 1876, kleine Stele
  • Krüger von 1876, Säule
  • Hammacher von 1900, Obelisk
  • Wenker von 1880, Postament
  • Tewes von 1883, Obelisk mit 6 Pultkissen
  • Schlüter von 1882, Grabplatte
  • Gerstein/Davidis von 1889, 5 Pultsteine
  • Giesenkirchen von 1885, 2 Pultsteine
  • Lennich von 1917, breite Stele
  • Schüchtermann von 1895, Postament

 

Feld 3

  • Maiweg von 1899, monumentales Grabzeichen
  • Bäumer von 1895/1909, reich verziertes, schmiedeeisernes Grabmal
  • Stade von 1902, breite Stele
  • Morsbach von 1897, steinernes Kreuz
  • Hoesch von 1898, monumentales Grabzeichen
  • Meininghaus von 1899, Ädikula
  • Metzkes von 1914, Kissenplatte
  • Bruel von 1895, steinernes Kreuz

 

Feld 4

  • Borgmann von 1888, Obelisk
  • Hünecke von 1888, Obelisk
  • Mentler von 1887, große Stele
  • Schulte von 1919, breites Grabzeichen
  • Hecker von 1887, Pultstein
  • Beckmann von 1906, monumentales Grabzeichen
  • Bremmerich von 1889, Obelisk
  • Arnecke von 1888, Stele
  • Priester der Propsteigemeinde (Ehrenmal)

 

Feld 5

  • Borbein von 1886 –1895, monumentales Grabzeichen
  • Metzmacher von 1887, monumentales Grabzeichen
  • Wenker von 1880, große Stele
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