Rausfahren, wenn andere reinkommen: Die Seenotretter
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Schwerter - Ketten - Lagerleben

Im Mittelalter entwickelten sich Bewaffnung und Rüstung zwar langsam aber stetig. Der Wikingerkrieger des 9. Jahrhunderts war, genau wie der Träger eines gotischen Harnisches zum Ende des 15. Jahrhunderts, mit einem Schwert bewaffnet - doch hier enden die Gemeinsamkeiten auch schon. Gerade im Bereich der Körperpanzerung war der technische Fortschritt, an dessen Ende der Plattenharnisch stehen sollte, besonders augenfällig, und hat unser Bild vom mittelalterlichen Ritter in schimmernder Rüstung geformt. Mit dem verbesserten Körperschutz ging eine ständige Weiterentwicklung der Bewaffnung einher, und so wurde aus dem groben Hiebschwert des Wikingers das elegante lange Schwert, mit dem gezielt Schwachstellen der Panzerung attackiert wurden. Fernwaffen wie Langbogen, Armbrust und letztendlich Feuerwaffen führten zu massiven Änderungen in der Kriegsführung, die schließlich das Ende der Ritterheere bedeuteten.

Mittelaltermarkt im Dortmunder Zoo: Mit Speis und Trank, Musik und Spektakel verwöhnen Ritter, Gaukler, Marketender und Spielleut das kleine und große Volk beim Mittelaltermarkt im April 2009.

Der Ruf der Vergangenheit

Drei Tage fiel im August 2010 ein Zeitvorhang über Schloss Horst auf dem Gebiet des Gelsenkirchener Stadtteils Horst. Beim großen Festival „Gaudium.2010“ sorgten 350 Akteure dafür, dass sich auf dem restaurierten Renaissanceschloss ein einzigartiges historisches Spektakulum entfalten konnte. Mittelpunkt des Renaissance-Festes war die Re-Inszenierung der Hochzeit von Bertram von Loe und Margarethe von der Horst, der Tochter des Schlosserbauers, Rutger von der Horst, aus dem Jahr 1575. Die Ankunft der Braut, der Brauttanz, das Hochzeitsmahl und die sich anschließende Hochzeitsfeier konnten – stets in prächtiger renaissancezeitlicher Gewandung – live miterlebt werden. Tänzer, Gaukler, Falkner, Sänger, Feuerspucker, Jongleure, Artisten, Turnierkämpfer und Marktleute rundeten das Hochzeitsspektakel ab. Während sich die Besucher am Freitag- und Samstagabend an Met und Spanferkel labten, wurden sie von der Hauptbühne aus von Alter Musik begleitet, teils zünftig, teils nachdenklich. Am Samstag erhellte ein grandioses Renaissancefeuerwerk den Abendhimmel. Und natürlich gab es auch für die jüngeren Hochzeitsgäste allerhand zu erleben und zu entdecken – so beispielsweise die Fahrt mit einem mittelalterlichen Holzkarussell. Die kleinen Knappen übten sich währenddessen im Schwertkampf und die jungen Maiden studierten einen Renaissancetanz ein – oder umgekehrt.

Die Gruppe Circulus Amicorum stellte ritterliches Leben des späten 12. bzw. beginnenden 13. Jahrhunderts in historischen Gewandungen bzw. Rüstungen dar. Dazu gehörten u. a. die Demonstration des Schwertkampfes und die Präsentation eines kompletten Lagerlebens, in das der Besucher einbezogen wurde. Circulus Amicorum ist eine Gruppe von Mittelalter-Interessierten, die größtenteils aus dem Ruhrgebiet kommen. Die Interessen und "Darstellungen" innerhalb der Gruppe sind sehr unterschiedlich. Schwerpunkte liegen im Leben, Lernen und Entdecken des mittelalterlichen Lebens der Schotten, dem  Schwertkampf sowie den Tänzen des Mittelalters und der Renaissance. Wenn es Zeit, Wetter und  Situation erlauben, sind Turniere im traditionellen Bogenschießen angesagt.

Besuch aus der südlichen Nachbarstadt mit Fanfaren und Trommeln: Alt-Bochumer Landsknecht Fanfarencorps 1998 e.V. 

Drei Tage lang konnten die Besucher den Übergang vom Mittelalter zur Renaissance mit allen Sinnen erfahren. Eine kluge Dramaturgie mit zeitlich geschickt angesetzten Wiederholungen aller Programmpunkte gewährleistete dabei am Samstag und Sonntag, dass niemand Entscheidendes versäumen musste, weil er verspätet eingetroffen war oder sich zwischenzeitlich den Wanst mit Met und Spanferkel vollgeschlagen hatte. Solche Gaumenfreuden kosteten auf dem historischen Markt ein paar Batzen/Taler/Pfennige/Schillinge – sie waren im Eintrittspreis nicht inbegriffen. Gaudium est. Gaudete igitur!

Bier war reiner als Wasser: Bier trinken durften schon die Menschen im Mittelalter durchaus, denn der Gerstensaft war oft reiner als das schiere Wasser und damit weitaus bekömmlicher.

Vielfach vergessene mittelalterliche Künste wie das Schmieden, Tischlern, Kerzenziehen, Backen, Spinnen und Weben wurden dargeboten.

Löwenritter – Eventus Historia sind die Spezialisten, wenn es darum geht, Ritterturniere aus der Zeit der Renaissance zu inszenieren. Nicht anders als die Showkämpfe der Renaissance-Zeit zeigen sie auch heute noch, wie man sich schon damals Ritterturniere des Mittelalters vorstellte.

Die Falknerey: Aktuell in Mittelalter und Renaissance: die Jagd mit den Falken.

Der Anlass des adligen Festes:  Am 15. März 1575 gaben sich Bertram von Loe (1542–1611) und Margarethe von der Horst (ca. 1550–1625), die Tochter des Schlosserbauers Rutger von der Horst (1519–82) und seiner Frau Anna von Palandt (1512–85), das Ja-Wort. Die Hochzeit fand historisch in Orsoy am Niederrhein statt. Das war auf halbem Wege zwischen dem Herkunftsort von Bertram (Wissen – heute Weeze) und dem Wohnsitz der Margarethe von der Horst. 1570 verstarb Margarethes Bruder Johann, und Margarethe musste an seiner Statt in die väterlichen Rechte eintreten. Aus der Ehe von Bertram und Margarethe gingen sechs Töchter (Sophia, Elisabeth, Margarethe, Sibilla, Dorothea und Anna) hervor. Sie wurden zwischen 1575 und ca. 1590 geboren. 1582/85, nach dem Tod des Rutger von der Horst und der Anna von Palandt, siedelten Bertram und Margarethe von Haus Holten, dem Sitz der Familie von Bertram, nach Horst über. Doch schon 1589 zogen sie weiter nach Geist und überließen Schloss Horst der Obhut des Horster Richters Heinrich von der Bruggen.

Adelige Feste jener Epoche verstanden sich als Gesamtkunstwerke, bei denen alle Kunstsparten zum Einsatz kamen. Sie erstreckten sich mit vielschichtigem Programm gewöhnlich über mehrere Tage. Auf Bankette und Tänze folgten Ross- und Fußturniere, in welchen vergangene ritterliche Tugenden noch einmal beschworen wurden. Triumphzüge und allerlei Kurzweil wechselten sich in rascher Folge ab. Unbestrittener Höhepunkt war mitunter ein Feuerwerk. Heerscharen von Künstlern und Handwerkern fertigten Dekorationen, Kostüme und Requisiten. In Küche und Keller war lange vor dem Ereignis alles auf den Beinen. Man ließ es sich was kosten, auch das einfache Volk an den Festfreuden durch Märkte, Spielleute, Gaukler und Possenreißer teilhaben zu lassen. Der erlauchte Gästekreis wurde dabei zum willkommenen Rahmen für die seit der Renaissance äußerst beliebte inszenierte Selbstdarstellung. Genaueste Beschreibungen solcher Feste, wie etwa der Hochzeit Johann Wilhelms von Jülich-Kleve-Berg durch Graminäus, 1585, oder der Kindtaufe der Elisabeth von Hessen durch Wilhelm Dilich, 1598, verliehen diesen Ereignissen die gewünschte Nachhaltigkeit Jahrzehnte über das eigentliche Fest hinaus.

Die Kunst der Jonglage: Unter dem Begriff "Jonglieren" versteht man, verschiedene Gegenstände auf geschickte Weise zu werfen, halten, balancieren oder zu manipulieren. Bildhafte Darstellungen beweisen, dass die Kunst des Jonglierens mindestens  4000 Jahre alt ist. Dem Jonglieren gehören verschiedene Teilbereiche an. Zu den klassischen Geräten gehören Bälle, Ringe und Keulen.

La Riverenza ist ein Ensemble für historischen Tanz und wurde 1997 in Dortmund gegründet. Das Repertoire der Gruppe umfasst Tänze vom 15. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Unter Berücksichtigung historischer Quellen erarbeitet das Ensemble eigene Programme für historische Feste, Bälle und andere Veranstaltungen. Authentische Kostüme zu den jeweiligen Tänzen vermitteln dem Zuschauer ein interessantes Bild der verschiedenen Stilepochen. Der Name "La Riverenza" kommt aus dem Italienischen und bedeutet Kratzfuß, Bückling oder Ehrerbietung.

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