Waschkaue der Zeche Zollern mit Daueraustellung

Als die Waschkaue der Zeche Zollern gebaut wurde, hatten sich auf den Ruhrgebietszechen Umkleide- und Waschräume für die Bergleute bereits durchgesetzt. Die Badebassins, in die alle Angehörigen einer Schicht steigen mussten, wenn sie sich waschen wollten und die Verbreitungsherd vieler Infektionskrankheiten waren, gehörten fast schon der Vergangenheit an. Die Ausstattung der Kaue von Zollern entsprach dem Standard der Zeit: ein Umkleideraum mit Brausegang und Haken, an denen die Bergleute ihre Kleidung unter die Decke zogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Duschen in einen Anbau ausgelagert und es entstand ein neuer Umkleideraum, in dem nur noch die Straßenkeidung hing.

Seit den 1920er Jahren gibt es im Ruhrbergbau eine planmäßige Ausbildung. Sie war Teil einer neuen betrieblichen Sozialpolitik der Unternehmer: Der bergmännische Nachwuchs sollte systematisch geschult und über ein attraktives Freizeitangebot auch nach der Arbeit an die Zeche gebunden bzw. in die „Werksgemeinschaft“ integriert werden. Die Ausstellung „Keine Herrenjahre“ rekonstruiert mit Originalexponaten unter anderem aus der Lehrwerkstatt, der Berufsschule und dem Lehrrevier die Stationen der Ausbildung. Dabei geht es um den Arbeitsalltag der jugendlichen Berufsanfänger, ihre Lebensverhältnissen in der Kolonie, im Lehrlingsheim und im Pestalozzidorf sowie um ihre Freizeitinteressen im Spannungsfeld von betrieblicher Sozialpolitik, Arbeiterkultur und moderner Freizeitindustrie. Die Ausstellung skizziert darüber hinaus auch die unterschiedlichen pädagogischen und kulturellen Einflüsse, mit denen die jungen Bergleute sich auseinander setzten und zeigt, wie sie damit umgegangen sind, wo und inwieweit sie ihre Kultur und Geschichte selbst gestaltet haben.

Jukebox - Musikbox Rock-Ola: 1478 Tempo II, USA, Hersteller / Marke: Rock-Ola Manufacturing Corporation (Rockola); Chicago, IL, Baujahr 1960, Wechselstromspeisung: 117 Volt, 2 Lautsprecher: Ø 20.3 cm

In der Waschkaue hängen noch die "Püngelhaken" unter der Decke.

Im vorindustriellen Bergbau war die Kaue ein Überbau über einem Bergwerksschacht. Anders als die Bedeutung in späteren Zeiten. Da war ein Raum gemeint, den die Bergleute zum Waschen und Umkleiden benutzten. Früher war es üblich, dass sich die Bergleute in ihrer Arbeitskleidung bei der Zeche einfanden und dann auch mit der verschmutzten Kleidung nach der Schicht wieder nach Hause gingen. Mit den Waschkauen wurde später eine Möglichkeit geschaffen, um zwischen der Arbeits- und Straßenkleidung zu wechseln. Die Waschkaue besteht neben einem Duschraum aus einem Raum, in dem mit einer Kette an Haken die Kleidung unter die Decke gezogen wird. Die Kette wird mit einem Schloss gesichert. Der Haken diente sowohl zum Aufhängen der Straßen- als auch der Arbeitskleidung. Später wurden diese beiden Bereiche getrennt in Weißkaue und Schwarzkaue. Der Bergmann zieht seine Straßenkleidung in der Weißkaue aus, geht nackt durch den Duschraum und zieht in der Schwarzkaue seine Arbeitskleidung an. Nach Schichtende dann der umgekehrte Weg. Er lässt seine Arbeitskleidung in der Schwarzkaue, duscht sich und zieht in der Weißkaue die Straßenkleidung an. Ganz nebenbei hatte das auch Vorteile: Die Kleidung war so vor Diebstahl geschützt, wurde gelüftet und konnte trocknen.

Die Decke in der Schwarzkaue (mit Kleidung der Bergleute)

Als die Waschkaue der Zeche Zollern gebaut wurde, hatten sich auf den Ruhrgebietszechen Umkleide- und Waschräume für die Bergleute bereits durchgesetzt. Die Badebassins, in die alle Angehörigen einer Schicht steigen mussten, wenn sie sich waschen wollten und die Verbreitungsherd vieler Infektionskrankheiten waren, gehörten fast schon der Vergangenheit an. Die Ausstattung der Kaue von Zollern entsprach dem Standard der Zeit: ein Umkleideraum mit Brausegang und Haken, an denen die Bergleute ihre Kleidung unter die Decke zogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Duschen in einen Anbau ausgelagert und es entstand ein neuer Umkleideraum, in dem nur noch die Straßenkeidung hing.

Die Ausstellung "Sauber und gesund" zeichnet anhand der Kauenausstattung die Geschichte dieser Einrichtung nach und bettet sie in die allgemeine Hygienegschichte ein. Sie stellt mit Bild- und Tondokumenten die Menschen vor, die in der Kaue arbeiteten und die sie benutzten: den Kauenwärter, der sie sauber hielt, und die Bergleute, für die die Kaue auch ein wichtiger Ort der Kommunikation war. Einbezogen werden die Frauen der Bergarbeiter, die bis 1969 die Arbeitskleidung der Bergleute waschen und instandhalten mussten. Gezeigt werden außerdem medizinische Geräten aus zecheneigenen Gesundheitshäusern.

▼ Holzbottich-Waschmaschine vonHolighaus mit Wassermotor und Wäschewringer von Winkelsträter.

▼ Grubenklosett

Im Bergwerk wird ja an fast alles gedacht. Auch an die Frage, wo die Kumpel unter Tage dürfen, wenn sie mal müssen. Die Frage, wo die Kumpel während der Zeit im Berg die Notdurft verrichten, wurde so gelöst: Irgendwo in der Strecke wurde ein stilles Örtchen eingerichtet. Das war ein kleiner Bretter-Verschlag, ein Kübel mit Deckel, eine Kiste mit Kalksteinstaub und schon war für Abhilfe gesorgt. Ein alter Kumpel, Assanisator aber auch „Kübelmajor“ genannt, hatte dann die Aufgabe, die vollen Kübel gegen Leere auszutauschen. Die Tätigkeit war unbeliebt. Sie wurde oft als Strafe an Bergleute mit zu frühen Schachtausfahrten vergeben.

▼ Wanne für Unterwassermassagen in der Medizinischen Abteilung

Medizinische Abteilung

▼ Ladestation für Grubenlampen

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