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Lohnhalle und Waschkaue der Zeche Zollern mit Daueraustellung

Lohnhalle

Das auf der südlichen Seite des Zechenhofes gelegene Hallengebäude ist in drei Teile gegliedert. In der Mitte befindet sich mit die Lohnhalle, von der aus links die Waschkaue zu erreichen ist. Rechts befindet sich das Magazin.
 

▲Der ursprüngliche Entwurf des Architekten wurde nach Wünschen der Bergwerksgesellschaft geändert und mit einem noch reicher gestaltetem Giebel, zwei Ecktürmen mit Zwiebelhauben, einem vorgebauten dreiteiligen Portal und einem großen Rundbogenfenster ausgestattet.

Eingang zur Lohnhalle, zur Waschkaue und zur Lampenausstellung
 

Was im ersten Moment an ein imposantes Kirchenschiff erinnert, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Lohnhalle. Hier erhielten die Bergleute pünktlich am Zahltag ihren Lohn. Um die Lohntüte vom Zahlmeister in Empfang zu nehmen, mussten die Kumpel fast auf die Knie fallen, so tief waren die winzigen Schalter in der Wand angeordnet. Heute kann man sich in der Lohnhalle trauen lassen und in eine gemeinsame Zukunft starten – ohne dabei den Buckel krumm zu machen.

Durch Farbproben wurde festgestellt, dass die Flächen im Fries gelb waren und die Putzflächen zwischen den Türen grün. Sie wurden deshalb auch in diesen Farben nachgestrichen. Für die Flächen über dem Fries konnte keine ursprüngliche Farbe entdeckt werden. Man entschied sich deshalb für hellblau.

 
 

Der Innenraum der Lohnhalle beeindruckt besonders durch seine Größe von 13 m Breite und 15 m Höhe und dem offenen Dachstuhl. Hier erkennt man frei gespannte Holzbinder und Eisenzugstangen, die wiederum von geschnitzten Drachenköpfen gehalten werden. In den vier Ecken des Dachstuhls stehen Sinnsprüche:

  • „Schaue vorwärts, nicht zurück“,
  • „Frischer Mut bring neues Glück“,
  • „Arbeit ist des Bürgers Zierde“ und
  • „Segen ist der Mühe Preis“.

Mit diesem Bau sollte wohl eher der Arbeiter beeindruckt werden und nicht die Geschäftspartner! In der Lohnhalle befand sich das Lohnbüro, von dem dreimal im Monat der Lohn ausgezahlt wurde.

▲ Die Waschkaue betritt man durch die ehemalie Lohnhalle, in der heute auch Trauungen durchgeführt werden.

Die historischen Räumlichkeiten der Lohnhalle bieten Platz für große und kleine Hochzeitsgesellschaften, ein anschließender Empfang ist möglich. Für die standesamtlichen Anmeldung ist das Rathaus am Friedensplatz in der Innenstadt in Dortmund Ansprechpartner.

Als die Waschkaue der Zeche Zollern gebaut wurde, hatten sich auf den Ruhrgebietszechen Umkleide- und Waschräume für die Bergleute bereits durchgesetzt. Die Badebassins, in die alle Angehörigen einer Schicht steigen mussten, wenn sie sich waschen wollten und die Verbreitungsherd vieler Infektionskrankheiten waren, gehörten fast schon der Vergangenheit an. Die Ausstattung der Kaue von Zollern entsprach dem Standard der Zeit: ein Umkleideraum mit Brausegang und Haken, an denen die Bergleute ihre Kleidung unter die Decke zogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Duschen in einen Anbau ausgelagert und es entstand ein neuer Umkleideraum, in dem nur noch die Straßenkeidung hing.

Seit den 1920er Jahren gibt es im Ruhrbergbau eine planmäßige Ausbildung. Sie war Teil einer neuen betrieblichen Sozialpolitik der Unternehmer: Der bergmännische Nachwuchs sollte systematisch geschult und über ein attraktives Freizeitangebot auch nach der Arbeit an die Zeche gebunden bzw. in die „Werksgemeinschaft“ integriert werden. Die Ausstellung „Keine Herrenjahre“ rekonstruiert mit Originalexponaten unter anderem aus der Lehrwerkstatt, der Berufsschule und dem Lehrrevier die Stationen der Ausbildung. Dabei geht es um den Arbeitsalltag der jugendlichen Berufsanfänger, ihre Lebensverhältnissen in der Kolonie, im Lehrlingsheim und im Pestalozzidorf sowie um ihre Freizeitinteressen im Spannungsfeld von betrieblicher Sozialpolitik, Arbeiterkultur und moderner Freizeitindustrie. Die Ausstellung skizziert darüber hinaus auch die unterschiedlichen pädagogischen und kulturellen Einflüsse, mit denen die jungen Bergleute sich auseinander setzten und zeigt, wie sie damit umgegangen sind, wo und inwieweit sie ihre Kultur und Geschichte selbst gestaltet haben.

 
 
 
 
 
 
 
 

▲ Jukebox - Musikbox Rock-Ola: 1478 Tempo II, USA, Hersteller / Marke: Rock-Ola Manufacturing Corporation (Rockola); Chicago, IL, Baujahr 1960, Wechselstromspeisung: 117 Volt, 2 Lautsprecher: Ø 20.3 cm

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

In der Waschkaue hängen noch die "Püngelhaken" unter der Decke.

Durch die Lohnhalle erreichte der Bergmann die Waschkaue, wo er sich umziehen und duschen konnte, Jugend- und Erwachsenenkaue waren voneinander getrennt. Es gab aber noch keine getrennte Weiß- und Schwarzkaue, so dass die Kleidung, Arbeiter- und Straßenkleidung nebeneinander hing und mittels einer Kette mit Haken an die Decke gezogen wurde. Ein großer Nachteil der Kaue war auch, dass sie keine direkte Verbindung zur Schachthalle besaß. Die Bergleute mussten also, um in die Schachthalle zur Seilfahrt zu gelangen, erst wieder durch die Lohnhalle gehen, um dann außen herum zur Schachthalle zu gelangen. Dabei hatte man auf die Funktionalität der Lohnhalle durchaus geachtet, denn diese war im unteren Wandbereich mit glasierten Kacheln versehen, was die Reinigung der Halle erleichterte, die durch die Bergleute zwangsläufig immer wieder einer starken Schmutzbelastung ausgesetzt war. Obwohl es schon vorher Bestrebungen zur Behebung dieser Nachteile gegeben hatte, wurde erst 1951 eine neue Lampenstube zwischen Waschkaue und Schachthalle gebaut, so dass der Bergmann jetzt direkt aus der Kaue in die Lampenstube und anschließend in die Schachthalle gelangen konnte. Zudem entstand 1960 ein Anbau für die Weißkaue, die alte Halle wurde dann als Schwarzkaue umgebaut.

 
 
Die Decke in der Schwarzkaue (mit Kleidung der Bergleute)

Zur Veranschaulichung der Kaue wurden die alten Hängevorrichtungen für die Kleider wieder angebracht, in der Erwachsenenkaue gemischt diejenigen jüngeren Datums und in der Jugendkaue die älteren.

Als die Waschkaue der Zeche Zollern gebaut wurde, hatten sich auf den Ruhrgebietszechen Umkleide- und Waschräume für die Bergleute bereits durchgesetzt. Die Badebassins, in die alle Angehörigen einer Schicht steigen mussten, wenn sie sich waschen wollten und die Verbreitungsherd vieler Infektionskrankheiten waren, gehörten fast schon der Vergangenheit an. Die Ausstattung der Kaue von Zollern entsprach dem Standard der Zeit: ein Umkleideraum mit Brausegang und Haken, an denen die Bergleute ihre Kleidung unter die Decke zogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Duschen in einen Anbau ausgelagert und es entstand ein neuer Umkleideraum, in dem nur noch die Straßenkeidung hing.

Die Ausstellung "Sauber und gesund" zeichnet anhand der Kauenausstattung die Geschichte dieser Einrichtung nach und bettet sie in die allgemeine Hygienegschichte ein. Sie stellt mit Bild- und Tondokumenten die Menschen vor, die in der Kaue arbeiteten und die sie benutzten: den Kauenwärter, der sie sauber hielt, und die Bergleute, für die die Kaue auch ein wichtiger Ort der Kommunikation war. Einbezogen werden die Frauen der Bergarbeiter, die bis 1969 die Arbeitskleidung der Bergleute waschen und instandhalten mussten. Gezeigt werden außerdem medizinische Geräten aus zecheneigenen Gesundheitshäusern.

▼ Holzbottich-Waschmaschine von Holighaus mit Wassermotor und Wäschewringer von Winkelsträter.

 
 

Winkelsträter: ORIGINAL RECORD WRINGER Heisswasser, Gummiwalzen, WERKS GARANTIE FÜR FAMILIENGEBRAUCH

▼ Grubenklosett

 
 

Im Bergwerk wird ja an fast alles gedacht. Auch an die Frage, wo die Kumpel unter Tage dürfen, wenn sie mal müssen. Die Frage, wo die Kumpel während der Zeit im Berg die Notdurft verrichten, wurde so gelöst: Irgendwo in der Strecke wurde ein stilles Örtchen eingerichtet. Das war ein kleiner Bretter-Verschlag, ein Kübel mit Deckel, eine Kiste mit Kalksteinstaub und schon war für Abhilfe gesorgt. Ein alter Kumpel, Assanisator aber auch „Kübelmajor“ genannt, hatte dann die Aufgabe, die vollen Kübel gegen Leere auszutauschen. Die Tätigkeit war unbeliebt. Sie wurde oft als Strafe an Bergleute mit zu frühen Schachtausfahrten vergeben.

▼ Wanne für Unterwassermassagen in der Medizinischen Abteilung

 

Medizinische Abteilung

 

▼ Ladestation für Grubenlampen

▲ Alte Lampenstube und Magazin
Über die Lohnhalle erreichte der Bergmann die Lampenstube. Der Lampenmeister mit seinen Mitarbeitern sorgte dafür, dass die Lampen immer funktionierten. Die Lampen gehörten nicht der Zechengesellschaft selbst, sondern waren von einer Lampenfirma geliehen. zunächst wurden Benzinlampen eingesetzt, bis 1924 der Wechsel zu elektrischen Grubenlampen vollzogen wurden. Hier war auch der Ausgabeschalter des Magazins, in welchem alle für den Zechenbetrieb notwendigen Gerätschaften lagerten und aus dessen Beständen der Bergmann sein Gezähe und kleinere Materialien erhielt.

 

Das Innere des Magazins wird jetzt für Vorträge genutzt. Deshalb wurden hier weitere Wände hineingestellt, so dass von der ursprünglichen Gestalt nur noch wenig zu sehen ist. Die Deckenkonstruktion wurde freigelassen, dazu war jedoch eine Sprinkleranlage notwendig.

Von 1966 bis ca. 1990 war die Waschkaue an einen Möbelgroßhändler vermietet.

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