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Jüdische Friedhöfe

Jüdischer Friedhof in Witten

Im heutigen Stadtgebiet von Witten existierten fünf jüdische Friedhöfe, von denen drei in der Zeit des Nationalsozialismus eingeebnet wurden und zwei noch bestehen, aber offiziell geschlossen sind. Der älteste jüdische Friedhof befand sich auf dem Helenenberg und wurde 1867 offiziell eröffnet, aber schon 1900 wieder geschlossen, da er nicht mehr erweitert werden konnte. Er wurde von den Nationalsozialisten eingeebnet. Heute befindet sich auf dem Gelände ein Gedenkstein. Die Grabsteine wurden zum Teil auf dem Friedhof in Witten-Mitte wieder aufgestellt. 

Im Mai 1939 kaufte das Diakonissenhaus den unbelegten Teil des Friedhofes im Zuge der Arisierung. 1944 wollte die Stadt Witten den Friedhof erwerben und als Park umgestalten, was aber nicht gelang. Im Zweiten Weltkrieg wurden einige Gräber vermutlich durch einen Bombentrichter zerstört. Im Jahre 1950 wurde der Friedhof der "Jewish Trust Corporation" (1945 gegründete Treuhänderstelle für erbenloses jüdisches Eigentum) zugesprochen.Seit 1962 ist der Friedhof im Besitz des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Westfalen. Am 24. September 2007 wurde der Friedhof in der Denkmalliste der Stadt Witten eingetragen (Listen-Nr. 268).

 

Seit dem 14. März 1993 steht die steinerne Stele auf dem Jüdischen Friedhof am Ledderken. Sie erinnert mit der Nennung von 19 Konzentrationslagern an die Orte, in die auch Wittener Bürger verschleppt wurden. Die Trauerstätte grenzt direkt an den Evangelischen Friedhof samt Schwesternfriedhof und an das Gelände des Diakoniewerkes Ruhr. Der Friedhof wurde 1893 von der ehemaligen Jüdischen Gemeinde zu Witten gekauft und eröffnet, nachdem der alte Begräbnisplatz auf dem Helenenberg nicht mehr erweitert werden konnte.

"Zum ewigen Gedenken blicket her und sehet, ob ein Schmerz ist, wie mein Schmerz, der mir angetan worden ist". (Klagelied 1.12) Auschwitz, Theresienstadt, Minsk, Riga, Lodz, Sobibor, Izbica, Majdanek, Bergen-Belsen, Stutthof, Buchenwald, Zamnosc, Sachsenhausen, Vught, Zasavica, Dachau, Natzweiler, Ravensbruck, Piaski.

 

Die 130 noch heute vorhandenen alten Grabsteine mit zum Teil hebräischen Inschriften dokumentieren eine Jahrhundert alte mosaische Begräbnistradition. Sie gehören zu den letzten Zeugnissen jüdischen Lebens in Witten. Von 1893 bis 1941 wurden an diesem Ort 209 Personen beigesetzt. Im hinteren Teil befinden sich die nach 1945 angelegten Gräber, das bislang jüngste aus dem Jahr 1989.

 

An die nationalsozialistische Verfolgungszeit und an die Menschen, die in den Konzentrationslagern ermordet wurden, erinnern einige Familiengräber mit Inschriften wie „umgekommen in Auschwitz“. Seit 1962 ist der Jüdische Friedhof Ledderken im Besitz des Landesverbandes der Jüdischen Kultusgemeinden von Westfalen-Lippe. Nach jüdischem Glauben ist eine Grabstätte ein „ewiges Haus“, eine „Stätte des Lebens“ und ein „guter Ort“, der für ewige Zeiten gesichert werden soll. Deshalb ist das Tor zum Friedhof grundsätzlich verschlossen und nur zu Führungen oder besonderen Anlässen zugänglich.

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Hier ruht
mein über alles geliebter Mann,
unser guter Vater
SAMUEL LINDENBAUM
geb. 11. März 1842
gest. 09. Oktober 1914
Gerecht und gütig war sein Handeln,
Mühe und Arbeit für die Seinen

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(links)

Hier ruht mein geliebter Gatte,
unser guter, treusorgender Vater
MORITZ LINDENBAUM
geb. 21. Decbr. 1835
gest. 16. Januar 1906

 

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(rechts)

Hier ruht unsere geliebte Mutter,
HENNRIETTE LINDENBAUM
geb. Rosenthal
geb. 23. März 1843
gest. 24. Mai 1925

Jüdischer Friedhof in Nizza

Auf dem Schlosshügel Colline du Château, direkt neben dem christlichen Schlossfriedhof Cimetière du Château, liegt der kleine Jüdische Friedhof (Cimetière Israélite). Eine Mauer trennt die beiden Grabräume. Das älteste Grabmal auf dem jüdischen Friedhof stammt aus dem Jahr 1540.

Die jüdische Gemeinde in Nizza ist sehr alt. Zum größten Teil kamen die Mitglieder aus dem Piemont oder Frankreich und der Provence, um unter dem Schutz des Hauses Savoyen Zuflucht zu finden.  Der jüdische Friedhof ist ein Ort der Stille mit grandiosem Panoramablick, eine Empfehlung für Touristen, die dem Trubel der Innenstadt für eine Weile entkommen möchten - hier kann man  innehalten. Dennoch ist er kein Touristenort, sondern ein aktiver Friedhof, auf dem auch neue Gräber zu finden sind. Die meisten der ältesten Grabplatten befinden sich am Eingang des Friedhofs. Dieser Eingang zeichnet sich durch ein Gebäude aus, das als Ort der Meditation und insbesondere zur Erinnerung an die Widerstands- und Deportationsgäste dient. Zwei Urnen enthalten die Asche der Deportierten, die anderen die "Seife aus menschlichem Fett, die von Deutschen des Dritten Reiches hergestellt wurde". Die Begräbniskunst folgt der Mode, ebenso wie die "christlichen" Gräber. Berührend auch das Kindergrab des 8-jährigen Sylvio Maurice Asseo mit Spielsachen. Maurice wurde 1923 in Paris geboren und starb 1931 in Nizza.

Warum liegen auf den Jüdische Grabsteinen kleine Steine?

Ein Rabbiner der Israelitischen Gemeinde erklärt: Zunächst einmal sind die Steine ein Zeichen des Gedenkens: "Wenn jemand bei der Beerdigung nicht dabei sein konnte, kann er mit dem Stein ein Denkmal setzen, jederzeit – auch später noch. Einen Stein auf den Grabstein zu stellen, bedeutet ein Teilnehmen an der Beerdigungszeremonie. Dafür benutzen wir die Steine." Eine weitere Erklärung für diese Tradition stammt aus antiker Zeit, als die Hirten ihrer Schafe mit kleinen Steinen in einem Lederbeutel zählten: "In dem Beutel sind genauso viele Steine wie lebendige Schafe in der Herde. Wenn ein Schaf gestorben ist, haben die Hirten einen Stein weggenommen", erklärt Rabbiner Balla. "Wenn wir sagen, die Seele soll verbunden bleiben mit dem Leben, dann ist dieser Beutel das Symbol, dass dieser Stein niemals den Beutel verlassen soll."

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