Föhr im Überblick / Hen üb min letj lew Eiluun fehr

Hartelk welkimen üüb Feer!

Die Inseldörfer und Kirchen auf Föhr

LIEBE INSEL FÖHR

Wo ich auch hinkomme auf der Erde,

wie auch das Land heißt:

es gibt doch nur eine Insel Föhr,

die liegt mir obenan.

Und käme ich auch an den glücklichsten Ort,

wo Sorgen gar nicht wären,

dächte ich doch früh und auch spät

an dich, meine Insel Föhr.

 

Knud Broder Knudsen

 18461917

 

 

Föhr – Faszination

"Dat Paradies to Adams Tied, dat leeg gewiss von Föhr nich wiet", heißt es einem Lied über die Insel. Der Morgen auf Föhr hat oft magische, ja paradiesische  Momente. Wie ein Gemälde zeichnen sich am Horizont sanft die Warften der Hallig Langeness ab – fast so, als würden sie über dem Wasser schweben, während die Morgenfähre ihre Passagiere auf die Nachbarinsel nach Wittdün bringt.

 

 

Die Inseldörfer

Alkersum

Alkersum liegt im grünen Herzen der Insel und ist eines der ältesten Dörfer Föhrs. In der 913 ha großen Gemeinde leben 477 Einwohner. Alkersum hat die Form eines Haufendorfes und ist in erster Linie durch die Funktion Wohnen, aber auch durch Gewerbe geprägt. Der Ort liegt in der für Föhr charakteristischen Geest-Marsch-Randlage, im Ort kreuzen sich die Landesstraße 214 und die Kreisstraße 125. Sowohl die Landwirtschaft als auch der Fremdenverkehr sind im äußeren Erscheinungsbild nicht so stark auffallend, abgesehen von dem Reiterhof im Südosten, der eine touristische Attraktion darstellt. Weiter weist der Ort an seinem südöstlichen bzw. östlichen Rand Gewerbenutzung auf. Alte Bausubstanz macht sich im Verhältnis zu einigen anderen Orten nicht mehr so stark im Erscheinungsbild bemerkbar. Alkersum ist seit 1995 anerkannter Erholungsort. Der Ortsname Alkersum (friesisch Alkersem) leitet sich von Aldger (altfriesischer Name) und hem = "die Siedlung des Aldger" her.

Borgsum

Borgsum ist ein bäuerliches Dorf mit 439 Einwohnern und einer Fläche von 547 ha mit vielen alten Reetdachhäusern in einer intakten Landschaft. Borgsum wird im Süden von neuerer Bebauung dominiert. Durch Privatinitiative wurde 1991/92 im Südwesten des Ortes eine Windmühle des Typs "Galerieholländer" neu erbaut, die einen Blickfang für den Ort darstellt. Borgsums erhielt 1995 die Anerkennung als Erholungsort. Als "sprachenfreundliche Gemeinde" im Sprachenland Nordfriesland wurde Borgsum im Jahre 2001 ausgezeichnet. Im Ort gibt es mehrere handwerkliche Betriebe, eine Bäckerei, Fahrradhandel und Hofläden. Verschiedene Gaststätten und Cafés stehen für das leibliche Wohl zur Verfügung. Der Naturstrand schließt sich südlich der Ortschaft an. Borgsum liegt zentral im Fahrradwegenetz der Insel Föhr. Borgsum wurde 1462 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Name Borgsum steht für ein "Heim bei der Burg". Friesisch: Borigsem; borig = Burg = Siedlung an der Burg.

Dunsum

Die Gemeinde Dunsum liegt im äußersten Westen der Insel, rund elf Kilometer von Wyk entfernt. Die Bedeutung des Ortsnamens ist unklar, eventuell weist er auf das "Heim oder die Siedlung des Dando" hin, eventuell auch auf eine Düne oder Anhöhe bei dem Dorf. Dompsum wurde 1462 erstmals urkundlich erwähnt, 1509 findet man Dusem, die Besiedlungsgeschichte ist jedoch bis in die Jungsteinzeit zurückzuverfolgen. Davon zeugen Funde von Flintwerkzeugen. Grabhügel aus der Bronzezeit und aus der Eisenzeit belegen eine kontinuierliche Besiedlung, Knochenfunde von Haustieren und Reste von Mahlsteinen deuten darauf hin, dass Ackerbau und Viehzucht betrieben wurden. 1911/12 wurden nordwestlich von Groß-Dunsum prähistorische Küchenabfallhaufen untersucht. Die gefundenen Muschelschalen beweisen, dass auch das Wattenmeer als Nahrungsquelle genutzt wurde. Eine Grabung brachte den gepflasterten Fußboden eines Hauses hervor, das bereits zweiräumig war und als Vorläufer des utlandfriesischen Hauses gelten kann. Schwere Sturmfluten in den Jahren 1717-20 zerstörten einige Häuser. Die Menschen verlegten ihre neuen Wohnstätten nach Osten und gründeten Klein-Dunsum. Dadurch verringerte sich in Groß-Dunsum die Zahl der Häuser um etwa ein Drittel. 1804 wurden dort 24 Häuser gezählt, in Klein-Dunsum neun. Um 1900 lebten in Dunsum knapp 100 Menschen in 24 Häusern. Die Statistik für 1920 weist 90 Einwohner aus. 2012 zählte die Gemeinde mit den Ortsteilen Groß-und Klein-Dunsum 67 Einwohner auf einer Fläche von 272 Hektar. Der Fremdenverkehr bildet die wichtigste Einnahmequelle, vier Bauern betreiben Landwirtschaft auf einer Fläche von 355 Hektar. Versorgungs- und Dienstleistungs-Betriebe sowie Schule und Kindergarten befinden sich in den Nachbarorten Oldsum und Utersum. Die Watt-Wanderungen sind ein beliebter Publikumsmagnet. Eine geführte Tour zur Nachbarinsel Amrum zu unternehmen und dabei viel Wissenswertes über das Spiel der Gezeiten zu erfahren, wird Urlaubern unvergesslich bleiben. 

Midlum

Midlum war früher durch eine vertiefte Wasserlösung mit Wyk verbunden; der kleine "Hafen" verschlickte 1711. Auf dem Gelände der 1888 gegründeten und später aufgegebenen Meierei steht seit 1994 das Dorfzentrum mit Feuerwehrgerätehaus und öffentlichen Toiletten, welches im Rahmen eines Dorferneuerungsprogramms finanziert werden konnte. Midlum hat 493 Einwohner und eine Fläche von 803 ha und ist Sitz der Grundschule Föhr-Ost und des Kindergartens "Arche Noah". Durch ein im Jahre 2001 erschlossenen Neubaugebiet sind diese Einrichtungen nunmehr mit dem Ortskern verbunden. Die Gemeinde trat 1971 der neu gegründeten Fremdenverkehrsgemeinschaft Föhr bei und erhielt 1995 die Anerkennung als Erholungsort. Als touristische Attraktion ist die Ackerumer Vogelkoje, der erstmals 1766 eine Konzession erteilt wurde und die dem Entenfang diente, zu nennen. Die Gemeinde steht, wie der Name schon sagt, im Mittelpunkt der Insel. Gefundene Dokumente zeigen, dass der Name "Middelum" = Mittlere Stätte oder Mittlere Heimstatt auf das Jahr 1462 (gemeinsam mit Alkersum und Boldixum) zurückgeht.

Nieblum

Die Gemeinde Nieblum mit 1.103 Einwohnern und einer Fläche von 794 hat ist nach Wyk die durch den Tourismus am stärksten geprägte Gemeinde. Das drückt sich auch im Ortsbild des Hauptortes Nieblum sowie dem 1970 eingemeindeten Ortsteil Goting und den strandnahmen Splittersiedlungen Bredland und Greveling aus.In dem mehrfach ausgezeichneten Friesendorf bauten sich Seefahrer und Kapitäne im vorigen Jahrhundert ihre wunderschönen Friesenhäuser und pflanzten mächtige Ulmen- und Linden-Alleen. Am Ortsrand steht der alte Friesendom St. Johannis aus dem 13. Jahrhundert mit kostbarem Schnitzaltar. Auf dem Friedhof sind liebevoll restaurierte Grabsteine, in die die Lebensgeschichten alter Walfänger eingehauen wurden, zu entdecken. Nieblum hat einen der gepflegtesten 18-Loch-Golfplätze Deutschlands. Im Ortsteil Goting findet man das geologisch interessante "Goting Kliff", in der Nähe viele Grabhügel, Zeugen einer frühen Besiedlung. Das seit 1931 anerkannte Nordseebad, welches bereits 1912 eine Badekonzession erhielt, verfügt über 5,3 km Strand. An der zur Ruhe einladenden "Meere" liegt das reetgedeckte "Haus des Gastes", welches 1968 gemeinsam mit der Kirchengemeinde St. Johannis errichtet wurde. Der Name Nieblum (friesisch Njiblem) kommt von nia (neu) und bel (vom dänischen boli für Siedlung) bedeutet also "Neue Siedlung".

Oevenum

Die Gemeinde Oevenum mit 594 Einwohnern und einer Fläche von 1.053 ha ist eines der größten Inseldörfer und liegt am Geest-Marsch-Rand. Das für Föhr typische Ortsbild ist gut erhalten, wozu auch die stilgerechte Sanierung vieler Häuser beigetragen hat. Im Dorfkern von Oevenum waren früher die wichtigsten Einrichtungen für die Gemeinschaft. So entstand 1707 das alte Schulhaus, das bis 1956 auch so genutzt wurde. Die auf dem Dach befindliche Schulglocke diente gleichzeitig als Alarmglocke bei großen Bränden und Katastrophen, damit die Dorfbewohner schnell zur Stelle sein konnten. Bei einem großen Brand 1796 in Nieblum wurden 23 Häuser vom Feuer zerstört. Daher beschloss man nach diesem Brand, eine große Glocke von 60 bis 80 Pfund aus schwedischem Metall anzuschaffen, um die Bevölkerung bei Feuer alarmieren zu können. Die Glocke wurde in Amsterdam bestellt. Die Glocke wurde dann am Süderende des Schulhauses auf dem Dach angebracht. Finanziert wurde die Glocke, die damals 188 Mark kostet, über eine Umlage auf jedes der 150 Häuser in Oevenum.  Das alte Schulhaus dient heute als Wohnhaus, ist aber durch das langgezogene Gebäude leicht als die damalige Schule zu erkennen. Der Löschteich vor dem Schulhaus war bei Bränden im Dorf unersetzbar. Entstanden ist dieser durch die ständige Sandentnahme für den Deichbau, den Bau von Straßen und Häusern. Irgendwann war die "Sandkuhle" dann so tief, dass sie durch den erreichten Grundwasserspiegel voll Wasser lief. Erst 1963 wurde der alte Löschteich wieder zugeschüttet und später dann ein Gemeindegarten angelegt, in dem Gedenksteine die geologische Entstehung und die Geschichte der Insel Föhr zeigen. Zu einem Löschteich gehörte natürlich in späteren Jahren auch ein Feuerwehrhaus. Der Standort war auch klar - in der Dorfmitte - damit die Dorfbewohner als Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr bei Katastrophen alle schnell zur Stelle sein konnten. Das gilt auch heute noch so. Im Jahr 2013 wurde das Spritzenhaus erneuert, es beherbergt nun unter anderem eine Ausstellung, außerdem sind die Gedenksteine in der Nordwand des Spritzenhauses eingelassen. Der Name Oevenum (friesisch Ööwenem) hat seinen Ursprung in dem altfriesischen Namen Ove (Uwe) mit der Endung hem und bedeutet "Oves Siedlung".

 

Wochenmarkt

Rund um die Friedenseiche veranstalten Oevenum in den Sommermonaten den Wochenmarkt. Das ist nun schon seit 1982 das Motto des Oevenumer Wochenmarktes, der von einer Gruppe unternehmenslustiger Oevenumer Frauen gegründet wurde. Ein Markt mit der ganz besonderen, urigen Atmosphäre - denn heute wie damals gibt es Handgearbeitetes & Hausgemachtes, Trödel & Flohmarkt, Schnäppchen & Kurioses, Obst & Gemüse, viel zu sehen und jede Menge Leckereien von der Waffel bis zur Wurst. Nehmen Sie sich die Zeit, um alles zu genießen und zu betrachten. Völkerwanderung zu einem der schönsten Inseldörfer stattfindet.

 

Kreativmarkt

An den Markt-Samstagen während der Sommermonate klingt Stimmengewirr auf und ab, wird übertönt von Kinderlachen oder geht unter im lauten Hämmern, Bohren, Schleifen und was sonst gerade gearbeitet wird. Mehr als ein Fotoapperat wird benutzt um die Arbeitsvorgänge der Handwerker festzuhalten. Die Handwerker von Insel und Festland zeigen was und vor allem, dass sie ihre Waren selbst herstellen bzw. bearbeiten. Und das ist eine wichtige Voraussetzung für die besondere Atmosphäre des Marktes. Ob man nun lieber einem Goldschmied oder einer Schneiderin auf die Finger schauen möchten, vielleicht am Modellieren mit Ton oder am Prägen von Leder interessiert sind, für jeden Besucher ist das passende dabei.

Oldsum

Die Gemeinde Oldsum mit 714 Einwohnern. Oldsum liegt im nordwestlichen Bereich der Insel Föhr, unmittelbar auf dem nördlichen Rand des Föhrer Geestkernes. Das sogenannte "Langdorf" besteht aus den Ortsteilen Oldsum, Klintum und Toftum. Obwohl mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, das Oldsum zu den vorgeschichtlichen Siedlungsstätten auf Föhr gehört, beginnt die "geschriebene Geschichte" des Dorfes erst im Mittelalter. Einen Überblick über die Dörfer aus Föhr um die Mitte des 15. Jahrhunderts gibt das "LIBERCENSUALIS EPISCOPI SLESWICENSIS", dessen Abfassung im Wesentlichen wird Oldsum unter dem Namen ULNERSUM geführt. 1509 ist Oldsum unter dem Namen ALNERSUM verzeichnet. 1462 sind die Namen Klintum und Toftum noch nicht genannt. Toftum ist dann im Jahre 1509 mit dem Namen TUFTUM aufgeführt. 

Es ist daher anzunehmen, dass der Ortsteil Klintum eine der jüngsten Aussiedlungen auf Föhr ist. Woher der Name Oldsum -friesisch OLERSEM- stammt, ist nicht eindeutig zu belegen. Wahrscheinlich ist er aus einem Personennamen entstanden. Der südliche Teil von Oldsum und der Ortsteil Toftum haben die Form eines Haufendorfes, während der nördliche Teil von Oldsum und der Ortsteil Klintum die typische Form eines Reihendorfes aufweisen, wobei die dicht zusammen liegenden Häusergruppen, von einem engmaschigen Wegenetz durchzogen sind. Die überwiegend enge Bebauung, findet eine Erklärung in der Bedeutung des Wetterschutzes für die Gebäude, die in früherer Zeit bei Weitem nicht die Standfestigkeit hatten, wie dies heute der Fall ist. Als Siedlungsplatz hatte Oldsum eine sehr günstige Lage. Im Norden reichte die Marsch bis unmittelbar an das Dorf heran. Bis zur Eindeichung der Föhrer Marsch am Ende des 15. Jahrhunderts, hat es wahrscheinlich eine schiffbare Verbindung zur Nordsee gegeben. Südlich des Dorfes befinden sich die fruchtbarsten Ackerböden der ganzen Insel. Dadurch waren sehr gute Voraussetzungen für die Bewirtschaftung des Landes gegeben, die zunächst in der Form von Feldgemeinschaften durchgeführt wurde, und danach, nachdem auf Föhr in der Zeit von 1772 bis 1803 eine Landaufteilung stattgefunden hatte, die Landwirtschaft wesentlich effektvoller in Form von Einzelbetrieben betrieben werden konnte. Wenngleich die Insel Föhr in früherer Zeit wesentlich größere Ausdehnung als heute hatte, ist sie dennoch niemals in der Lage gewesen, mit den Erträgen aus der Landwirtschaft, alle Einwohner zu ernähren. Andere Erwerbsmöglichkeiten waren kaum vorhanden. Es lag in daher nahe, dass die männliche Bevölkerung sich der Seefahrt zugewandt hat. Besonders als um das Jahr 1600 von englischen und holländischen Seefahrern riesige Bestände an Walfischen und Robben im nördlichen Eismeer bei Grönland und Spitzbergen entdeckt wurden, haben viele Männer auf diesen Walfangflotten angeheuert um an diesen, oft sehr gefährlichen, Fangreisen teilzunehmen. Aufgrund ihrer hervorragenden Ausbildung waren Föhrer Seeleute bei den Reedereien im In- und Ausland sehr begehrt. Auch aus Oldsum sind, über die Grenzen der Insel Föhr hinaus, bekannte Kapitäne und Kommandeure von Walfangschiffen in die Annalen der Föhrer Seefahrtgeschichte eingegangen. Der bekannteste davon ist Matthias Peters -1632-1706 aus Oldsum, dem es mit seiner Mannschaft gelang 373 Wale zu erlegen. Diesem ungewöhnlichen Erfolg verdankte er seinen Beinamen "Der glückliche Matthias". Doch über die 200jährige Geschichte des Walfangs wird noch an anderer Stelle berichtet werden.

Süderende

Süderende gehörte einst zum nördlich gelegenen Oldsum und war eben das Süder-Ende. Es ist ein fast rein erhaltenes Friesendorf mit typischen Schmalgiebelhäusern im schönen Ortskern. Den südlichen Abschluss des Ortes bildet die um 1150 erbaute und weithin sichtbare Kirche St. Laurentii mit dem dazugehörigen Friedhof und den sorgfältig restaurierten Grabsteinen, die über das Inselleben erzählen, so auch über die Walfangerfolge des "Glücklichen Matthias", und zu einem Besuch einladen. Süderende, mit 226 Einwohnern und einer Fläche von 261 ha, ist anerkannter Erholungsort, Sitz der Grundschule Föhr-West und eines Kindergartens und verfügt über einen Schulsportplatz sowie Tennisanlagen (Freiplätze und Halle). Der Ortsname heißt im Friesischen Söleraanj und bedeutet südliches Ende.

 

Abseits von den Touristenzentren, inmitten des noch landwirtschaftlich geprägten „Westerlandes“ der Insel Föhr ragt der Turm der St. Laurentii-Kirche hoch über das flache Land. Mit den Nachbarkirchtürmen von St. Johannis in Nieblum und St. Nicolai in Wyk-Boldixum prägt er die Silhouette der Insel. Während St. Johannis und St. Nicolai unmittelbar an die zugehörigen Dörfer grenzen, liegt St. Laurentii mit dem zugehörigen Friedhof abseits der umliegenden kleinen Orte, auch wenn inzwischen mit dem Bau des neuen Pastorates und weniger anderer Häuser die ursprünglich völlige Einsamkeit der Kirche nicht mehr gegeben ist. 

Utersum

Die Gemeinde Utersum mit 532 Einwohnern und einer Fläche von 534 ha besteht aus dem Hauptort Utersum und dem Ortsteil Hedehusum. Utersum ist der am äußeren Westende der Insel am Stand gelegene Ort, der urkundlich erstmals am 8. November 1360 erwähnt wird. In der Nähe befinden sich einige der ehemals fast 700 Grabhügel aus der Frühgeschichte Föhrs. Die Gemeinde ist eine stark touristisch geprägte Ortschaft, bedingt zum einen durch ihre Strandnähe (seit 1931 Badekonzession), zum anderen durch die Reha-Klinik südlich des Ortes. Der alte, noch gut erhaltene Ortskern mit dem "Taarepshüs" befindet sich im Norden, nach Westen hin liegt noch ein vom Ort abgesetzter, küstenparalleler Streifen mit Wohnbebauung. Dort, direkt an der See angrenzend, befinden sich auch das Haus des Gastes und das kleine Kurmittelhaus.

Der Ortsteil Hedehusum, ebenfalls in Küstennähe gelegen und bis zur Eingemeindung am 01.01.1970 eigenständig, ist eher durch Landwirtschaft geprägt. Der friesische Name Ödersem (männlicher Rufname) leitet sich aus dem altfriesischen Udheri und hem = Udheris Siedlung ab.

Witsum

Das kleinste Dorf Witsum mit einer Fläche von 160 ha und 42 Einwohnern liegt an der Südküste der Insel und weist einige Besonderheiten auf. Hier mündet die Godel, der einzige Fluss auf Föhr, in die Nordsee, nachdem sie sich durch die reizvolle Godelniederung mit ihren Salzwiesenbiotopen geschlängelt hat. In Witsum wird Demokratie in seiner Urform praktiziert, denn es entscheidet eine Versammlung aller Einwohner über die Geschicke des Ortes. 1995 erhielt Witsum die Anerkennung als Erholungsort. Witsum wurde 1509 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Friesisch Wiisem; männlicher Rufname, altfriesisch Wibe und hem = Wibes Siedlung.

 

Wrixum

Die Gemeinde Wrixum hat 646 Einwohner und eine Fläche von 779 ha. Wrixum ist ein typisches Straßen- oder Langdorf, das im Mittelalter entlang der Straßen gegründet wurde. Die Gemeinde grenzt unmittelbar an die Stadt Wyk und hat teilweise den Charakter eines Vorortes mit im Südosten sich ausbreitenden Neubausiedlungen angenommen. Die Ortschaft weist im nördlichen Ortsteil dagegen noch die an der Geest-Marsch-Grenze gewachsene Ortsstruktur und eine gut erhaltene alte Gebäudesubstanz auf. Südlich der Landesstraße 214 steht eine der fünf Föhrer Windmühlen, die auch besichtigt werden kann, Typ "Großer Erdholländer". Die Gemeinde wurde im Jahre 1995 als Erholungsort anerkannt und profitiert im Tourismusbereich ebenfalls von der Stadtnähe. Seit 2005 verfügt Wrixum über ein eigenes Wappen. Der friesische Name Wraksem leitet sich von Wirik (altfriesischer Name) und hem "Wigrichs Siedlung" ab.

 

Wyk

Wyk auf Föhr ist die einzige Gemeinde des Amtes Föhr-Amrum mit Stadtrechten, die sie seit dem Jahre 1910 besitzt. Als eigenständige Gemeinde wird Wyk auf Föhr urkundlich seit Mitte des 17. Jahrhunderts erwähnt und bestand damals nur aus wenigen Häusern, deren Bewohner in der Hauptsache vom Fischfang lebten. Mit der Gründung des Seebades im Jahre 1819 begann ein neuer, entscheidender Abschnitt in der Geschichte der Stadt. Ärzte und Gäste hatten die heilklimatischen Vorzüge der Insel in der Nordsee erkannt, was seinen Niederschlag bald auch in steigenden Gästezahlen fand. In der so genannten "Königszeit" in den Jahren 1842 bis 1847 erlebte Wyk durch die Sommeraufenthalte des dänischen Königs Christian VIII. eine besondere Blütezeit. Großbrände zerstörten 1857 und 1869 weite Teile der Wyker Altstadt und führten zur Bildung der Freiwilligen Feuerwehr. 1885 wurde die Wyker Dampfschiffs-Reederei gegründet, die heute mit ihrem modernen Schiffspark die größte Reederei an der schleswig-holsteinischen Westküste ist. 1898 errichtete der Schwabe Dr. Gmelin im damals noch nicht bewohnten Südteil der Gemarkung Boldixum das Nordsee-Sanatorium. Dies war die Initialzündung für den raschen Aufbau des Ortsteils Südstrand, der nach der Eingemeindung Boldixums seit 1924 zu Wyk gehört.

Vorausschauende Stadtväter sorgten für umfangreiche Grünzonen, die heute als breite Bänder die Ortsteile durchziehen. Ein weiterer Schwabe, Dr. Haeberlin, war ab 1902 die treibende Kraft beim Aufbau des später nach ihm benannten Friesen-Museums. Die Weltwirtschaftskrise und die Zeit des Nationalsozialismus warfen ihre Schatten auch über Föhr. Die Auswirkungen des 2. Weltkrieges hielten sich in Grenzen. In den Jahren 1945 bis 1947 fanden viele Vertriebene aus den Ostgebieten in Wyk eine - oftmals nicht nur vorübergehende - Zuflucht. Hierdurch stieg die Einwohnerzahl von 2.824 (1939) auf zeitweise über 6.000 (1947).

 

In den Zeiten des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwunges nach dem 2. Weltkrieg wurde von öffentlicher und privater Seite kräftig investiert, um im wieder zunehmenden touristischen Wettbewerb zu bestehen. Nur einige Beispiele seien hier genannt: Ausbau der Straßen 1950 bis 1965, Vollkanalisation und Kläranlage ab 1954, Hafenumgestaltung und -erweiterung in mehreren Phasen für den zunehmenden Personen-, Güter- und Kfz-Zustrom, Kurmittelhaus 1957 mit mehrfachen Anpassungen an die gestiegenen Anforderungen, Meerwasserhallen-Brandungsbad 1970 mit dessen Umgestaltung zum Familienbad AquaWyk 1995. In das neue Schul- und Sportzentrum am Rebbelstieg zogen 1977 die Realschule mit Hauptschulteil und 1981 das Gymnasium ein. 1984 wurde das neue Rathaus bezugsfertig und ist seit Januar 2007 Sitz des neu geschaffenen Amtes Föhr-Amrum. Das alte Feuerwehrgerätehaus am Heymannsweg wurde Jugendzentrum, nachdem die Feuerwehr 1992 in ihr neues Gebäude am Rebbelstieg umgezogen war. Als jüngste kommunale Großbaumaßnahme wurde im Sommer 2007 nach etwa zweieinhalb-jähriger Bauphase die neue 2,6 km lange Promenade fertig gestellt. Die Anknüpfung an den Hafen wird durch die Umgestaltung von Sandwall und Königstraße in eine noch attraktivere Flaniermeile in den Jahren 2007 bis 2009 geschaffen.

 

Geschichte

Die Geschichte Schleswig-Holsteins und somit auch Amrums und Föhrs ist durch die geographische Lage zwischen Nord- und Ostsee und als Länderbrücke nach Skandinavien geprägt. Die heutigen Inseln Amrum und Föhr, die erst später durch Sturmfluten und Landabbrüche entstanden, waren anfangs wohl nur durch schale Wasserläufe voneinander getrennt bzw. landfest miteinander verbunden.

  • Föhr ist seit mehr als 7.000 Jahren besiedelt. Im Westen der Insel werden Hünengräber (ca. 500 Grabhügel der Bronzezeit) gebaut, ein Ringwall bei Borgsum (Lembecksburg um 1000 n. Chr.). Die Wikinger beeinflussten die Entwicklung der Insel im 8., 9. und 10 Jahrhundert. Die Christianisierung erfolgt um 1100 und findet sehr früh ihren Höhepunkt (um 1150) in den drei großartigen romanischen Inselkirchen St. Johannis (Nieblum), St. Nikolai (Boldixum-Wyk) und St. Laurentii (Süderende). Zwischen dem 11. und 18. Jahrhundert wurde Salzsiederei betrieben. Aus Seetorf gewann man Salz, das "Weiße Gold". Salz wurde als Konservierungsmittel zu sehr hohen Preisen gehandelt. Von ca. 1600 bis 1830 wurde die Insel von der Walfängerzeit bestimmt.
  • Vom Petritag (21. Februar) bis Michaelis im Oktober fuhren die Männer der Insel auf holländischen, englischen und dänischen Schiffen nach Grönland und Spitzbergen zum Walfang. Heute noch wird der 21. Februar mit großen Biikefeuern auf der Insel gefeiert. Die Insulaner galten zu allen Zeiten als vorzügliche Seeleute, die oft die wichtigsten Positionen an Bord innehatten. 1650 – 1780 gilt als 2. Goldenes Zeitalter. Aus der Fremde brachten sie Erfahrung, Geld, Sitten und Bräuche mit. Die Kapitäne der Walfänger nannte man Commandeure. Ihre wertvoll eingerichteten Häuser sind noch heute in Nieblum und Süderende zu sehen. Ihre Grabsteine erzählen von ihren Erfolgen. Sie werden als "sprechende Grabsteine" bezeichnet, weil auf ihnen ihre Lebensgeschichten eingemeißelt sind. Auf den Friedhöfen der drei Föhrer Kirchen sind die Steine zu bewundern. 
  • Zwei besonders schwere Sturmfluten kosteten vielen Föhrern das Leben. Sie gingen in die Geschichte ein: 1362 die 1. Manndränke und 1634 die 2. Manndränke 
  • Die Periode der Walfängerzeit brachte der Inselbevölkerung einen bescheidenen Reichtum und damit auch den Inselkirchen eine vergleichsweise üppige Ausstattung. 
  • Es folgte die Zeit der Auswanderung, insbesondere nach Amerika. So bekennen sich noch heute ca. 28.000 New Yorker und 10.000 Einwohner Chikagos als Friesen von Föhr oder Amrum und pflegen dort ihr Brauchtum. Rückwanderer, die es in der neuen Welt zu einigem Reichtum gebracht hatten, bauten um die Jahrhundertwende 1800/1900 neue moderne Häuser auf Föhr. 
  • In früherer Zeit beschränkte sich der Fremdenverkehr auf die Orte Wyk, das bereits 1819 Seebad wurde, Nieblum und Utersum. 
  • Bis zur Eröffnung der ersten Poststelle in Nieblum wurde die Post von Wyk nach Nieblum befördert und durch einen Boten ausgetragen. Der Nieblumer Bote war für Nieblum und für ganz Westerlandföhr zuständig. Am 9. Juni 1889 wurde die erste Postagentur in Nieblum errichtet. Der Posthalter war auch für die Zustellung der Post an die „Süddörfer“ der Insel bis Utersum verantwortlich.1890 eröffnete man die erste Fernsprechverbindung nach Wyk. 
  • Im Zuge der Verwaltungsreform in Schleswig – Holstein wurde auch auf Föhr eine neue Amts- und Gemeindeneuordnung veranlasst. Dabei wurden die Ämter "Westerland- Föhr" und "Osterland-Föhr" zum "Amt Föhr-Land" vereinigt. Goting wurde mit Nieblum und Hedehusum mit Utersum zusammengelegt. Später erfolgte eine Zusammenlegung der Ämter „Föhr Land“, „Föhr“ und „Amrum“ zum neuen Amt Föhr-Amrum.
1231 - 1259Im "Erbbuch" des dänischen Königs Waldemar II. werden die Inseln Amrum und Föhr erstmals urkundlich erwähnt. Föhr als zwei Harden [Bezirke]: "Vesterhereth" (Westerharde) gehört zum dänischen Reichsgebiet und "Hosterhereth" (Osterharde oder Osterlandföhr) gehört zum Herzogtum Schleswig. Amrum, "Ambrum" gehört zur Westerharde. Grafen von Holstein werden mit dem Herzogtum Schleswig belehnt.
1236Bau der St. Clemens Kirche auf Amrum. 1240 erste urkundliche Erwähnung der St. Johannis Kirche zu Nieblum auf Föhr.
1444die ersten Strandvögte auf Amrum.
1460Vertrag von Ripen "dat se bliven ewich tosamende ungedelt" bestätigt Christian I. Herzog von Schleswig und Grafen von Holstein.
1460 - 1864politische Union der Herzogtümer mit dem Königreich Dänemark.
1464erstmalige Erwähnung von Süddorf und Norddorf auf Amrum, um 1500 Entstehung von Nebel auf Amrum.
1524Reformation auf Amrum
06.06.1656Föhr, fürstliche Anordnung für Osterlandföhr für weitgehende Selbstverwaltung aus Landvogt, 12 Ratsmännern und den vornehmsten Eingesessenen (später Rechensleute).
1676Föhr, Sitz der Landvögte (Gerichtsbarkeit) in Nieblum.
1697die Westerharde (Westerlandföhr und Amrum) wird in eine Birk umgewandelt. Vorsitzender ist der Birkvogt, der die staatliche Gewalt auf unterster Ebene ausübte. Statt der 12 Ratsmänner werden jetzt 40 Gangfersmänner (Vorsteher eines Steuerbezirks) gewählt, davon immer 6 von Amrum.
1783Anordnung zur Dünenbepflanzung auf Amrum; das Halme pflücken war verboten.
1800Amrum, Landaufteilung bestimmt die staatliche Aufsicht über die Ausführung der Dünenschutzarbeiten, die die Versandung der Insel verhindern sollen.
16.08.1802Amrum: "Reglement für die 3 Dörfer Norddorf auf Amrum, Nebel und Süddorf auf Amrum", welches jegliche Dorfzusammenkünfte außer die vom Bauernvogt einberufenen untersagt.

Februar und
November 1825

schwere Sturmfluten.
bis 1850Föhr, Hardengrenze verläuft quer durch Föhr, noch heute als Sprachgrenze (Westteil der Insel friesisch, Ostteil der Insel nieder-(platt-)deutsch und hochdeutsch.
1864Ende des deutsch-dänischen Krieges, Dänemark verzichtet auf Schleswig-Holstein.
1867die Provinz Schleswig-Holstein wird preußisch, Westerharde wird im Austausch gegen die Insel Aerö, das Gebiete um Ripen und Bezirke um Kolding dieser Provinz zugeschlagen; Föhr, es entsteht der Amtsbezirk Westerlandföhr, Gerichtstag in Wyk. Amrum, es entsteht der Amtsbezirk Amrum.
1912Amrum, Gemeinde Wittdün auf Amrum wird selbständig.
14.02.19202. Volksabstimmung in der Zone II (Mittelschleswig mit den Inseln Sylt, Föhr und Amrum, sowie Niebüll und Flensburg). Auf Föhr votierten nur die Gemeinden Hedehusum, Utersum und Witsum für den Wechsel an Dänemark, die Amrumer wollten im Deutschen Reich verbleiben.
1926Amrum, Gemeinde Norddorf auf Amrum wird selbständig.
1969Föhr, Gebietsreform führt zur Eingemeindung von Goting, Hedehusum und Toftum in die Gemeinden Nieblum, Utersum und Oldsum.
1970Föhr, Auflösung der Ämter Westerland- und Osterlandföhr und Bildung des Amtes Föhr-Land mit Amtssitz bis 1978 in Oldsum, danach Midlum; Amrum, Amt Amrum mit Amtssitz Nebel (nur kurze Unterbrechung).
1972die Kreise Südtondern (wozu auch Amrum und Föhr gehörten), Husum und Eiderstedt vereinigten sich durch Gebietsreform zum Kreis Nordfriesland.

01.01.2007

Fusion der Stadt Wyk auf Föhr mit den Ämtern Föhr-Land und Amrum zum Amt Föhr-Amrum mit Amtssitz in Wyk auf Föhr sowie Außenstelle in Nebel auf Amrum.

Zahlen, Daten, Fakten

 AmrumFöhr
Größe:20 km² ohne Kniepsand
30 km² mit Kniepsand

 

davon:
185 ha Wald, 74 ha Heide, 838 ha Dünen
(höchste Düne 32 m über NN)

82 km²
Länge / Breite:14 km / 4 km12,5 km / 8,5 km
Gemeinden:Nebel mit Süddorf und Steenodde,
Norddorf auf Amrum, Wittdün auf Amrum
Alkersum, Borgsum, Dunsum, Midlum, Nieblum, Oevenum, Oldsum, Süderende, Utersum, Witsum, Wrixum sowie die Stadt Wyk auf Föhr
Bevölkerung:2.3548.592
Telefovorwahl:0468204681 und 04683
Postleitzahl:2594625938

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