Han-sur-Lesse

Han-sur-Lesse ist eine ehemalige Gemeinde in der Provinz Namur in Wallonien, Belgien. Im Rahmen der Gemeindereform wurde Han-sur-Lesse der Gemeinde Rochefort zugeteilt. Sie liegt im Tal der Lesse. Im Jahr 1139 wurde das Dorf Ham in einer Urkunde genannt, ab 1266 Han Sur Lesche, entsprechend der Sprachwandlung des Flusses dann Han-Sur Lece (1465) und ab 1528 findet sich Ham lez in den Dokumenten. Der Name Han entstand nach Ansicht der Geschichtsforscher aus dem Begriff Hameau, französisch für Weiler, kleiner Ort, über Ham bis Han. „Sur Lesse“ bedeutet am Fluss Lesse gelegen. Die Einwohner des Ortes nennen sich Ayets. Seit dem Jahr 1974 ist in Han-sur-Lesse ein Luftbataillon der Belgischen Streitkräfte stationiert.

La Taverne du Centre

Kirche St. Hubert

Dominant im Ort ist die Kirche St. Hubert, gebaut 1902/1903 im neogotischen Stil. Dieses neugotische Kalksteingebäude wurde am 11. Mai 1907 geweiht und dem Heiligen Hubert und Unserer Lieben Frau vom Karmel gewidmet. Es ersetzte die 1775 an derselben Stelle erbaute Kirche. Vor dem Eingang an der Hauptstraße wächst eine Linde, in die zahlreiche Nägel eingeschlagen wurden. Nach einem Aberglauben soll die Berührung oder das Aufhängen von Genesungswünschen eine Heilung bringen. Angeblich besonders wirksam sollen Zahnschmerzen verschwinden.

Kirche St. Hubert

Anstelle eines Rathauses gibt es das Dorfhaus (Maison de Village), das als Kulturhaus fungiert. Unter der Schirmherrschaft der Stadt Rochefort fanden hier Auftritte von Künstlern, Verbandstreffen, Familienfeiern und andere kulturelle Aktivitäten statt. Entlang des namensgebenden Flusses sind einige gut erhaltene Wohnvillen gebaut worden. Außerdem unterhält Han-sur-Lesse seit 1970 einen Wildtierpark, für den an verschiedenen Stellen geworben wird.

Museum van de Onderaardse / Museum der unterirdischen Welt

▲ Ebenfalls auf dem Place Théo Lannoy vor dem Kirchengebäude steht eine kleine kupferne Skulptur auf zwei kurzen Metallfüßen. Sie hat die Form einer aufgeplatzten Pflaume und zeigt im Inneren auf einer Seite einen Mann in Vorderansicht, auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Bär modelliert. Man kann von außen durch die Figuren hindurchschauen oder fotografieren also „furchtlos einem Bären gegenüber treten“.

Museum van de Onderaardse

▲ Das Musée du monde Souterrain in Han-sur-Lesse ist ein Museum, in dem man Objekte sehen kann, die in den Grottes de Han gefunden wurden. Die meisten dieser Objekte vom Neolithikum bis zum Ende der Neuzeit wurden von Tauchern gefunden, die den Grund des unterirdischen Verlaufs der Lesse durchsuchten. Zusätzlich kann z.B. Schmuck aus der Zeit vor 3.000 Jahren und andere Gegenstände aus der Jungsteinzeit. In einem Abschnitt des Museums findet man Erklärungen zur unterirdischen Umgebung, zur Herkunft der Höhlen und Fossilien sowie zur spezifischen Tierwelt in den Höhlen. 

▲ Straßenbahn zur Grotte: Bekannt ist Han-Sur-Lesse vor allem durch seine Tropfsteinhöhle, ein Publikumsmagnet in Wallonien. Die Höhle besitzt den größten natürlichen Felsensaal in Belgien, der zu einer Lichtinstallation für die Besuchergruppen genutzt wird. Aus dem Ortskern erreicht man den Grotteneingang bequem mittels der Straßenbahn, betrieben von der Nationalen Eisenbahngesellschaft. Daneben verkehren auch spezielle Kraftomnibusse mit bis zu zwei Anhängern.

 

Mit 1200 Einwohnern bleibt Han-sur-Lesse trotz des weltweiten Rufs seiner Höhlen nur ein kleines Dorf, obwohl es seit 1850 eine enorme Ausdehnung erfahren hat. Seine touristische Berufung hat die lokalen Aktivitäten stark beeinflusst. Mit dem Wachstum des Tourismus vermehrten sich Cafés, Restaurants und Souvenirläden, und kleine Bauernhöfe verschwanden.

Zum Höhleneingang wird man auch heute noch mitten aus dem Ort mit der schmalspurigen Straßenbahn gebracht.

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