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Kaltwalzmuseum im Schloss Hohenlimburg

Im ältesten Gebäude des Schloss Hohenlimburg, dem Alten Palas auf der Ostseite, befand sich seit 1988 das zur Route der Industriekultur zählende Deutsche Kaltwalzmuseum. In eindrucksvoller Atmosphäre des Bauwerks wurden Maschinen und Techniken und die Theorie des Kaltwalzens von Eisen und Stahl damals und heute vermittelt. 2017 wurde das Museum leider gesclossen.

Im August 2017 hat das Kaltwalzenmuseum das Schloss verlassen, das kulturelle Erbe Hohenlimburgs wurde demontiert. Auf unbestimmte Zeit werden die Exponate, angefangen bei einem sieben Tonnen schweren Glühtopf bis zu einer zwei Gramm leichten Rasierklinge, in Lagerräumen der Firma Nockemann und des heimischen Kaltwalzunternehmens C.D. Wälzholz eingelagert. Damit sind eine Ära und ein gewichtiges Stück Hohenlimburger Geschichte beendet. Eine folgenschwere Entscheidung, schließlich gilt Hohenlimburg - national und international - noch immer als Wiege der deutschen Kaltwalzindustrie. Aus diesem Grund wurde am 7. Dezember 1988 das Museum von den führenden Hohenlimburger Unternehmen gegründet und im Palasgebäude des Schlosses untergebracht. Es gliederte sich in einen technisch-historischen und einen sozial-historischen Teil. Ein Grund für den kurzfristigen Auszug sind die kontinuierlich sinkenden Besucherzahlen. Die Situation des Kaltwalzmuseums im Schloss hatte sich im Vergleich zum Jahr 2016 weiter verschlechtert. Das früher von der Schloss Hohenlimburg gGmbH betriebene „Museum Fürstliches Wohnen“ ist geschlossen geblieben. Der dadurch verursachte Besucherrückgang im Kaltwalzmuseum hat sich drastisch verstärkt. Im ersten Halbjahr wies das Museum nur noch 934 Besucher aus. Mit einer Verbesserung war nicht zu rechnen.

Exponate illustrieren die Wichtigkeit des Stahlwalzens

 

Noch heute werden 70% des in Deutschland produzierten Bandstahls in dieser Region hergestellt – kein Wunder also, dass sich das Deutsche Kaltwalzmuseum ausgerechnet in diesem Hagener Vorort befand. So erfuhr man beim Gang durch die Museumsabteilungen, dass der Anfang gewalzten Drahts in Hohenlimburg um 1830 durch einen eher unerwarteten Industriezweig vorangetrieben wurde – der Textilindustrie. Sie verwendete das flexible Material für die Stabilität der damals stark in Mode befindlichen Reifröcke. Im Museum wurden nicht nur Techniken und Maschinen zum Walzen vorgestellt. In den Räumen fanden sich zahlreiche heute alltägliche Gegenstände, deren Herstellung ohne das gewalzte Eisen heute undenkbar wäre – von Möbeln über Lampen, Autos, Spielzeuge bis hin zur Modelleisenbahn. Der ein oder andere Besucher wird sich sicherlich gefragt haben, wie ein Auto (VW Käfer) in das oberste Stockwerk des Museums gelangte und so exakt zwischen den Wänden eingeparkt wurde. Diese Frage war die meistgestellte an das Personal des Kaltwalzmuseums. Neben den musealen Stücken "zum Anfassen" wurde im Videoraum im obersten Dachgeschoss eine kurze mediale Vorstellung geboten.

Einige der alten Maschinen aus Hagens Bandstahl-Werken waren nach wie vor einsatzbereit, damit Besucher die Herstellung hautnah erleben konnten. Das Herstellungsprinzip ist unverändert, doch Geschwindigkeit, Präzision und Produktivität haben sich über die Jahrhunderte verbessert. Zwar ersetzt heute zunehmend Kunststoff die Kaltbandprodukte, doch in der Autoindustrie hat das traditionsreiche Material nach wie vor große Bedeutung. Stabile Stahlteile schaffen passive Sicherheit – und lassen sich später problemlos recyceln. Als Kanten für Skier und Snowboards sind Produkte aus dem Kreis Hohenlimburg weltweit führend.

Die schweren Maschinen im Erdgeschoss stammen aus der Zeit von 1905 bis 1952. Sie waren in der Reihenfolge der Produktion in einem Kaltwalzwerk aufstellt.
Historisches Auflichtmikroskop von Ernst Leitz für die metallografische Untersuchung von Stahlproben.

Eine Lichtbogenlampe (Kohle-Bogen-Beleuchtung) sorgte für die ausreichende Helligkeit beim Fotografieren im Platten-Format 9x12 cm. Bei der Arbeit, insbesondere beim Fotografieren, mussten die Graphitelektroden ständig von Hand nachjustiert werden. Interessant die von oben eingespiegelte Pilotleuchte zur Justierung.

Aus Bandstahl wurden u.a. Schließen hergestellt, die hier in diversen Schubfächern aufbewahrt werden.

Ein Highlight auf der Tour durch die Ausstellungsräume war der VW Käfer mit Halbautomatik aus dem Jahre 1969, bei dem sich schon viele Museumsbesucher fragten, wie der Wagen in den kleinen und engen Raum in der ersten Etage gelangte. Der Käfer wurde wie bei einem Unfall ringsherum aufgeschnitten, der Unterbau in mehrere Teile demontiert, die Treppen hinaufgetragen und dann oben wieder aufgebaut. Die Karosserie wurde anschließend wieder zusammengeschweißt. Die kaltgewalzten Bauteile, die VW früher von heimischen Firmen geliefert bekam, waren unter anderem Stoßstangen und Radkappen.

Das Museum wird möglicherweise in das Freilichtmuseum Hagen integriert. Gespräche hierzu laufen bereits.

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