Föher Künstler: Markus Thiessen und seine Werke

Steine zum „Leben“-erwecken, diese Kunst beherrscht meisterlich der Föhrer Steinmetz/Bildhauer Markus Thiessen. Zeugnis davon ist nicht zuletzt das Prunkstück seiner handwerklichen Tüchtigkeit, der Brunnen auf dem Wyker Sandwall! Seit 1994 lebt der „Inselsteinmetz“ auf seiner liebgewordenen Insel, die er seit 1970 durch die regelmäßigen Aufenthalte während der Familienferien zu schätzen gelernt hat. 1968 wurde Markus Thiessen in Bremen geboren, in Düsseldorf verbrachte er die Kinder- und Jugendzeit. Mütterlicherseits vorbelastet, es wurde künstlerisch mit Ton gearbeitet, verschrieb sich der Inselliebhaber dem „Steinwerkeln“. Erfolgreich absolvierte er die dreijährige Lehrzeit zum Steinmetz/Bildhauer. Zwei Berufe, die sich perfekt ergänzen, wurden zusammen-gefasst. In Freiburg besuchte der Steingestalter die Meisterschule und nach zweijähriger Schulbesuchszeit ging es sofort auf die Insel Föhr mit dem erworbenen Gestalterbrief als Reputation. In Süderende richtete der frischgebackene Meister sich seine Werkstatt ein. Befreundete Landwirte, die der Steinkünstler aus seinen Föhrbesuchen kannte, wurden die ersten Kunden. Für ihre Anwesen gestaltete er Ziersteine, er bearbeitete Findlinge und versah sie mit dem Friesenwappen, Tierportraits oder anderen „Kennungszeichen“, je nach Wunsch und Vorstellungen. Inzwischen sind es an die dreihundert Steine auf der Insel, deren Ornamente und Oberflächenbearbeitung vom handwerklichen Können des Wahlföhrers zeugen. 

Walfängerbrunnen

„Walfängerbrunnen“ im Wyker Wellenbad

---dreieck Der erste Großauftrag Brunnenbauer konnte 1996/97 abgeliefert werden, es war der „Walfängerbrunnen“ im Wyker Wellenbad.

Historische Stadtsäule aus Sandstein

---dreieck Der hier lebende junge Steinbildhauermeister Markus Thiessen, der sich schon durch etliche gelungene Kunstwerke hervorgetan hat, wurde für die Schaffung einer historischen Stadtsäule aus Sandstein gewonnen, die zu einem Teil durch Spenden finanziert wurde. Die Säule wurde anlässlich des Stadtjubiläums 2010 in Auftrag gegeben. Standort ist der Dreiecksplatz in der Mittelstraße. Die Säule zeigt detaillierten Darstellungen der Wyker Stadtgeschichte. Rund fünf Tonnen schwer, mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern und 3,40 Meter hoch wurde das Kunstwerk auf einem Tieflader von Süderende nach Wyk transportiert und mit einem Kran in Position gebracht. Etwa eine Woche lang wurde die Stele noch mit einem Stahlring und Drehstreifen in Position gehalten, bis der Zementmörtel im Lagerbett ausgehärtet und die endgültige Standfestigkeit gesichert war.

Gezeitenbrunnen am Sandwall

---dreieck Gezeitenbrunnen an der Mittelbrücke. Man erkennt die Umrisse Föhr, Amrum, Langeness, Oland. Das sind die Teile, die bei den Durchblick-Skulpturen als "Abfall" übrig geblieben sind.

---dreieck Mit dem Sandwall-Brunnen hat Markus Thiessen sein wahres Meisterstück abgeliefert, wie die große positive Resonanz beweist. Aus namibischem Granit wurde per Presslufthammer und Meißel die nordfriesische Inselwelt konturen- und maßstabsgerecht herausgearbeitet. Föhr liegt dreidimensional im grau-gelben Mosaikbett, umgeben von Wattflächen und Sänden. Der Brunnenaußenrand zeigt die Festlandsküste mit dem Hindenburgdamm, die Nachbarinseln Sylt und Amrum, dazwischen die Priele. Aus schwarz-grünem hessischen Diabasstein hat der Künstler durch Polieren, Anschleifen und Riffeln zwei friesische Fabelwesen-Köpfe herausgearbeitet. Der Friesenkobold „Ekke Nekkepenn“ schaut mit finsterem Blick auf das geschäftige Treiben auf dem Sandwall. Die langen Haare umrahmen den Kopf, aus dessen weit geöffnetem Mund in genau abgestimmten Intervallen das Meeres- Brunnenwasser aus dem Mosaik-Wattenmeer in den Abflussbereich sprudeln kann. Das zweite, ebenfalls langmähnige Gesicht, stellt Ran, Ekkes Sagenwelt-Gattin, dar. Sie blickt in Richtung Promenade. Ihr Haarvolumen wird etwas durch eine Stirnspange gebändigt, ihr Mund ist aber ebenso weit und wasserspeiend geöffnet wie beim Gatten. Der Brunnen stellt die Gezeiten im Zeitraffer dar. Die Flut, in der das Wattenmosaik überspült wird und Föhr als Insel hervorsticht, dauert zehn Minuten. Zwei Minuten kommt es dabei zum Überlaufen, der „Blanke Hans“ zeigt seine Macht. Sehr zum Vergnügen der Brunnenbetrachter, die ungeahnt zum Spielball der „Urgewalten“ werden und nasse Füße bekommen. Es sprudelt das Wasser, dann dauert es 9,5 Minuten, bis das Brunnenbecken durch die wasserspeienden Fabelwesengesichter geleert ist. Nach kurzer Ebbezeit sprudelt es erneut. Ein Brunnen wurde von Markus Thiessen erbaut, dessen Aussagekraft deutlich macht, wie die Meeresströmung im Wattenmeer arbeitet. Der Künstler erhofft sich einen Lerneffekt beim Betrachter. Kinder dürfen plantschen, bei Ebbe müssen sie warten. Je Wasserspeier hat Markus Thiessen wohl dreihundert Arbeitsstunden benötigt. Sechs verschiedene Farbtöne hat er durch sein handwerkliches Geschick aus den steinernen Friesengeistern herausarbeiten können.

Friesenkobold „Ekke Nekkepenn“
Ran, Ekkes Sagenwelt-Gattin
Umriß/Durchblick Föhr

---dreieck Durchblicke auf Föhr:  Markus Thiessen hat am Südstrand tolle Kunstobjekte aufgestellt. Der "Blick nach Oland" steht am Südstrand.

Blick nach Oland
Blick nach Langeness
Blick nach Amrum
Blick nach Amrum

Sonnenuhr

---dreieck Am Südstrand wartet auch eine von ihm geschaffene "Sonnenuhr" auf Beachtung seitens des erhofften Zentralgestirns und seitens der flanierenden Spaziergänger und Badegäste. 

Text-Quelle: u.a. Üüb Feer 20/2008 - Walter Wickel

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