Rausfahren, wenn andere reinkommen: Die Seenotretter
Ihre Spende hält uns auf Kurs. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist einer der modernsten Seenot-Rettungsdienste der Welt. Wir finanzieren unsere Arbeit ausschließlich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen. Als Seenotretter sind wir auf Nord- und Ostsee bei jedem Wetter mit einer Flotte von 60 Seenotkreuzern und Rettungsbooten rund um die Uhr einsatzbereit.
■ HINWEIS: Alle Bilder dieser Seiten unterliegen urheberrechtlichem Schutz. Wer Bilder dieser Seiten nutzen möchte, wende sich bitte an den Betreiber dieses Angebotes.

Ev. Friedhof Pferdebachstraße

Der heutige Friedhof an der Pferdebachstraße wurde mit 4,72 ha Land erworben, und ist am 24. November 1889 eingeweiht worden. Bereits 1890 betrug die Größe des Friedhofs 8,6 ha. 1909 sind weitere 10 Morgen Land hinzuerworben worden. 1901 wurde die Trauerhalle errichtet. Die Zeiger am Giebel der Friedhofskapelle gehörten ursprünglich zur Turmuhr der im Krieg zerstörten Gedächtniskirche. Am 16. Januar 1961 wurde der Glockenturm eingeweiht. Das mit Kupfer ummantelte Kreuz auf dem Turm, besteht aus Vierkantrohren und ist 18 Zentner schwer. Die Höhe des Kreuzes beträgt 8 Meter. Die Glocke wurde in der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock gegossen. Sie hat ein Gewicht von 980 kg und klingt auf den Ton f¹. Die Inschrift der Glocke:" WITTEN 1961". Auf dem Schlagring steht: "Ich bin die Auferstehung und das Leben".

Auf den Friedhöfen Pferdebach und Ledderken leben in enger Verbundenheit Wittener Stadt- und private Familiengeschichte. So findet man auf dem Ev. Friedhof Pferdebachstraße neben einem Gedenkstein für die Opfer der Roburit-Explosion am 16.12.1906 und Soldatengräbern aus den beiden Weltkriegen auch Grabstätten von Persönlichkeiten wie:

  • Pfarrer Johannes Busch (1905 - 1956): Bekennender Christ.
  • Arthur Imhausen (1889 - 1951): Chemiker und Mitinhaber der Wittener Seifenindustrie seit 1912, die unter dem Namen Chemische Werke Witten später in die Firma Dynamit-Nobel AG eingegliedert wurde.
  • Wilhelm Nettmann (1914 - 1984): Leiter des Märkischen Museums von 1953 bis 1978.
  • Ernst Neuhaus (1857 - 1915): Mitbegründer der Firma Dittmann & Neuhaus.
  • Alfred Pott (1882 - 1951): Gründungsvorstand der Ruhrgas-Aktiengesellschaft.
  • Adolf Schluckebier (1860 - 1951): damals Vorstandsmitglied des Diakoniewerkes Ruhr und Rektor der benachbarten Feldschule, war ein begeisterter Naturfreund. Ihm verdankt die Stadt Witten den „Schwesternpark“ in unmittelbarer Nähe des Ev. Krankenhauses, direkt neben dem Friedhof Ledderken.

Nachdem die Rechte für das Grab der Familie Neuhaus (siehe Tafel unten) nicht verlängert wurden, sollte die Jugendstilschöpfung des Bildhauers Horath in eine Urnengemeinschaftsanlage umgestaltet werden. Dort, wo einst Familiengräber lagen, sind  jetzt auf beiden Seiten der Säulen insgesamt 24 Erdurnenkammern eingebaut. Die Abdeckplatten sind aus dem gleichen Sandstein wie die Grabstätte. An den Säulen sind insgesamt 12 Zier-Urnen aus speziellem Steinzeug auf dafür eigens gemachten Konsolen angebracht worden. Die Anbringung von je 3 Urnen pro Pfeiler verstärkt den Blick auf die Statue, die „das Leben“ darstellt.

Hinweistafel am Urnengrab

Auf einer Schlackenhalde schuf Adolf Schluckebier, Rektor der Wittener Feldschule und Vorstandsmitglied des Diakonissen-Hauses, mit Hilfe seiner Schüler und vieler Freiwilliger in liebevoller Kleinarbeit hinter dem Ev. Krankenhaus Witten eine grüne Oase der Ruhe und Erholung, den Schwesternpark. Dabei unterteilte er den Platz in unterschiedlich gestaltete Kleinlandschaften. Sie sollten den aus ganz Deutschland stammenden Diakonissen ein Stück Heimat vermitteln. „Ein heilsamer Ort der Stille und der Rekreation“, sagt Marianne Anschütz. „Ein Ort, um neue Kraft zu schöpfen.“

Wer die alten Grabdenkmäler auf den Wittener Friedhöfen betrachtet, erfährt viel über die Stadtgeschichte, aber auch über die Jenseits-Vorstellungen unserer Vorfahren. Vor allem seit der frühen Neuzeit besaß das Gedenken an die Verstorbenen im Christentum einen hohen Stellenwert. Es durchzog die gesamte, stark religiös geprägte Gesellschaft. Historiker bezeichnen das als „Memorialwesen“. Dem christlichen Glauben nach konnten Verstorbene schneller von Höllenqualen erlöst werden, wenn auf Erden für sie gebetet wurde. Kein Wunder also, dass Gräber wohlhabender Christen besonders aufwendig gestaltet wurden. Die unter Denkmalschutz stehenden Grabsteine in Witten geben Zeugnis von dieser alten Tradition. Zum Teil beeindrucken sie durch ihre Höhe und architektonisch angelegte Gestaltung. Insbesondere das riesige Grabmonument der Familie Soeding wirkt durch seine Säulen imposant. Angelegt ist die Form frei nach dem berühmten „Theatermotiv“ von Andrea Palladio, das nicht nur bei Gebäuden der italienischen Renaissance oft Verwendung fand, sondern auch in der Kirchenarchitektur in Deutschland häufig aufgriffen wurde. Charakteristisch dafür ist der mittlere Rundbogen.

Der Wittener Fabrikant Friedrich Soeding (1834-1914), Inhaber der Fabrik von Feilen, Sägen und Werkzeuge etc., war Gründungsmitglied des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark und langjähriger erster Vorsitzender bis zu seinem Tod. Außerdem war er Begründer des Märkischen Museums.

Am 12. Dezember 1944 wurde das Stadtzentrum durch einen heftigen Bombenangriff zu 80 Prozent zerstört. Auch das Rathaus wurde schwer getroffen. Der Flügel an der Gedächtniskirche und Teile der Fassade an der Hauptstraße brachen zusammen. Der Gedenkstein erinnert an 12 städtische Beamte und Angestellte, die an diesem Tag ihr Leben lassen mussten.

An einer weniger exponierten Stelle des Friedhofes findet man eine schichte Steinplatte zum Gedenken an 12 Russen, die hier in 11 Gräbern beerdigt sein sollen.

Herbstfarben

Vier Kolumbarien gibt es bislang in Witten: Die Stelen auf dem Hauptfriedhof, dazu Urnenwände auf dem evangelischen Friedhof an der Pferdebachstraße, auf dem Friedhof der katholischen Mariengemeinde sowie bei der alt-lutherischen Gemeinde an der Königsberger Straße. Die Nachfrage ist groß, auf dem Hauptfriedhof etwa sind vier der pyramidenförmigen Stelen mit je 24 Kammern bereits voll, die fünfte werde belegt. Der Anteil der Kolumbarien bei den Urnen-Neubeisetzungen liegt bereits bei knapp 20 Prozent.

Stufenförmiges Denkmal. Auf der Spitze befindet sich ein Eisernes Kreuz mit den Jahreszahlen 1914 – 1918. An den Seiten des Gräberfeldes befinden sich Mauern mit den Schrifttafeln der Gefallenen. Die Inschriften sind teilweise schlecht zu entziffern. Unweit der Anlage befanden sich Steinkreuze mit den Gefallenen des II. Weltkrieges.

November 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Was Sie hier erwartet (Auswahl)