Vom Friedhof zur Parkanlage

Viele Menschen meiden Friedhöfe, nur wenige nutzen sie gerne auch als Erholungs- oder Freizeitort. Das soll nach dem Wunsch und dem Betreiben vieler Kommunen und Friedhofsbetreibern anders werden.

 

Alte Friedhöfe sind grüne Oasen in der Stadt, sie warten mit so manchem Kulturdenkmal sowie seltenen Tier- und Pflanzenarten auf. Doch will man diesen vielfältigen Charakter bewahren, brauchen Flächen und Bauten auch nach ihrer Stilllegung kontinuierliche fachgerechte Pflege – und das kostet Geld. Sie werden in Parkanlagen mit Friedhofscharakter verwandelt. Dabei sollen der Denkmal- und Naturschutz gleichermaßen berücksichtigt werden. Friedhöfe bieten einen imposanten Einblick in die Gestaltung und geschichtliche Entwicklung von Grabstätten der letzten Jahrhunderte. Auf vielen Arealen findet man bedeutende Begräbnisplätze mit hohem geschichtlichen Zeugnis- und Schauwert.

 

Die Übergänge vom Friedhof zur Parkanlage sind fließend. Ein Beispiel ist der Kortumpark in Bochum. Der Kortumpark ist ein aufgelassener Friedhof südlich der Innenstadt von Bochum, der als öffentlicher Park dient. Als „aufgelassene Friedhöfe“ werden die Friedhofsanlagen bezeichnet, auf denen keine Bestattungen mehr durchgeführt werden. Die Stadt Bochum ist, da es sich um öffentliches Grün handelt, für die Pflege der Anlagen zuständig. Da jedoch einige Familiengruften bis in die Gegenwart gelegentlich belegt werden, ist in diesen Fällen die jeweilige Familie für die Grabpflege verantwortlich.

 

Der Plan für den Hauptfriedhof der Stadt Witten wurde Anfang der 60er Jahre gefasst. Auf einer Fläche von 180.000 m² entstand der Friedhof auf dem früheren Zechengelände Walfischbusch (Zeche Walfisch 1832-1880). Die parkähnliche Anlage mit ihren weiten Wiesenflächen ist oft ein Ort der Stille. Er ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Symbiose.  

 

Vor dem Zweiten Weltkrieg lag auf dem Gelände des heutigen Lutherparks in Witten der zweite evangelische Friedhof. 1826 war dieser eingeweiht worden. Einzelne Grabsteine wurden im östlichen Teil des Parks belassen. Anfang der 50er Jahre wurde der Park als einer der ersten Naherholungsbereiche in Witten nach dem Krieg hergerichtet. Heute bietet Lutherpark als innerstädtische Parkanlage große Freiflächen, einen Sand-, Matsch- und Kletterplatz für Kleinkinder und separat einen Sportlertreff für Teens und Jugendliche zum Skaten.

wupper digitale fotografie

Alle Bilder auf diesen Seiten unterliegen dem © von Klaus-D. Wupper. Das Copyright für veröffentlichte, vom Betreiber dieses Onlineangebotes selbst erstellte Objekte bleibt allein beim Autor der Seiten.
Eine Vervielfältigung oder Verwendung solcher Grafiken, Sounds oder Texte in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Betreibers nicht gestattet.