Haarmanntempel Witten

Der kleine antikisierende Rundtempel kann als Unterstand und Aussichtspunkt genutzt werden. Er hat die Gestalt eines Oktogons über toskanischen Säulen unter barockisierendem Schweifdach und kann ebenso wie das Parkhaus dem vereinfachenden Jugendstil zugeordnet werden. Der um 1916 entstandene Rundtempel steht als Staffage-Architektur in der Tradition des Landschaftsgartens. 

Die frühere Bedeutung, eine Sichtachse zwischen dem Parkhaus und dem Bergerdenkmal zu bilden, ist durch die architektonischen Grausamkeiten der letzten Jahrzehnte zerstört worden. Es ist ein Hauptanliegen, das Bewusstsein wachzurufen, diese verloren gegangenen Schönheiten wiederherzustellen. Um das zu erreichen, müsste der zugewucherte Bereich mit dem dort angelegten Autoparkplatz zurückgebaut werden.

Der achteckige Tempel mit ionischen Säulen hat ein kuppelförmiges Dach, auf dessen Spitze eine Kugel liegt. In der Mitte des Tempels befand sich eine Büste Haarmanns auf einer einfachen Säule.

Der 1916 errichtete Haarmanntempel ist nach dem Politiker der Nationalliberalen Partei und Wittener (Ober-) Bürgermeister Gustav Haarmann (* 30. August 1848 in Witten; † 5. Mai 1911 in Berlin) benannt. Er studierte an der Preußischen Akademie der Künste Berlin, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Leipzig Philosophie. 1872 machte er in Leipzig seinen Abschluss und bekam die Doktorwürde verliehen. Im Anschluss an sein Studium bereiste er Italien, Griechenland, Ägypten und den Nahen Osten. Nach der Rückkehr engagierte er sich in der Stadt Witten und wurde 1874 zum Stadtverordneten und für 1876 und 1877 zum Stadtverordnetenvorsitzenden gewählt. Da ein großer Teil seines Vermögens im Steinkohlebergbau angelegt war, beschloss er, nachdem die Bergbauaktivität in Witten zurückging, ein weiteres Mal zu studieren. So begann er das Studium der Medizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1882 und 1883 machte er sein medizinisches Staatsexamen. Er verblieb zunächst in Bonn und wurde dort 1887 Stadtverordneter. Gleichzeitig war er in dieser Zeit seit 1884 Mitglied des Reichstages und vertrat dort für die Nationalliberale Partei den Wahlkreis Bochum und später den Wahlkreis Bochum-Gelsenkirchen-Hattingen. Im Jahr 1890 wurde er zum Bürgermeister von Witten gewählt, 1905 wurde er der erste Oberbürgermeister der Stadt. Während eines dienstlichen Aufenthaltes in Berlin verstarb er dort am 5. Mai 1911. Ein bis in die heutige Zeit reichendes Verdienst Gustav Haarmanns war der Erwerb des Geländes um den Hohenstein, dem bedeutendsten Naherholungsgebiet der Stadt. Die uns heute bekannte Anlage entstand in den Jahren 1902 bis 1914, also in einer Zeit, in der sich die führenden Industriellenfamilien Wittens auf dem Hohenstein verewigten: das Bergerdenkmal, der Haarmannstempel, der Dönhoffbrunnen. Der ihm gewidmete Pavillon wurde allerdings von seinem Bruder Geh. Justizrat Haarmann privat finanziert, nachdem der Versuch einer Spendenfinanzierung scheiterte.

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