Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum Wyk/Föhr

Insel-Geschichte entdecken

Das „Friesemmuseum“, eigentlich das „Dr. Carl-Haeberlin-Friesenmuseum“, weist auf seinen Gründer, Dr. Carl Haeberlin, hin, dessen Name bereits 1927 zu seiner Ehrung mit dem Namen des Museums verbunden wurde. Dr. Haeberlin kam 1902 nach Wyk und eröffnete hier eine Arztpraxis. Neben seiner Tätigkeit als Badearzt übernahm er ebenfalls 1902 den Vorsitz des gerade gegründeten Föhrer Naturwissenschaftlich-kulturhistorischen Vereins. Sein Interesse an der Geschichte der Nordseeinsel, an Brauchtum und Traditionen sowie sein Bemühen, gemeinsam mit dem Verein einer Sammlung heimat- und kulturgeschichtlichen Exponaten einen Raum zu geben, führten 1908 zur Gründung des „Friesenmuseums“.

Eingang im Sommer

Häberlins intensive Sammel- und Forschertätigkeit trugen dazu bei, dass für die Exponate der Platz bald nicht mehr ausreichte und in den Jahren 1933, 1936 und 1951 bauliche Erweiterungen am Museum notwendig wurden.

Eingang im Herbst

Lageplan

---dreieck Durch ein Tor aus mächtigen Blauwalunterkieferknochen betreten die Besucher das Gelände des Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museums. Als eindrucksvolle Erinnerung an vergangene Walfängerzeiten sind an den Garteneingängen Unterkiefer-Knochen von Blauwalen aufgestellt. Die imposanten, über 6 Meter langen Kieferknochen gelten als Symbol des Häberlin-Friesen-Museums.

Walkinnladen als Eingangstor

---dreieck In dem mit dem alten Schiffsnamen „Drie Süsters“ versehenen Haupthaus des Museums gibt es in 10 Räumen eine ganze Reihe von sehr interessanten geologischen, archäologischen und naturkundlichen Objekten zu bestaunen. Sie belegen die landschaftliche Entstehung, die menschliche Besiedlung von der Steinzeit bis in die Wikingerzeit und die reichhaltige Fauna der Insel - so gibt es beispielsweise eine Vogelvitrine mit über 90 ausgestopften Arten. Außerdem wird - auch mit Filmen - die Geschichte des Wal- und Entenfangs (in Vogelkojen) anschaulich gemacht. In einem Raum kann man zudem Flüssigkeits-Präparate von Meerestieren (mit interessanten Details, z. B. einem Walauge) bestaunen. Weitere Themen sind die Geschichte des Badetourismus, aber auch die Auswanderungswelle im 19. Jh. Die Ausstellung bezieht auch inseltypisches Handwerk, die Baukultur und das Inselbrauchtum wie Biikebrennen oder Ringreiten mit ein. Im ersten Stock des Museums wurde ein Pesel (Wohnstube) aus der Walfängerzeit rekonstruiert, ebenso wie eine altfriesische Goldschmiedewerkstätte. Ein interessantes Ausstellungsobjekt ist ein Propeller des legendären, 1932 in Wyk gelandeten Großflugbootes Do X, das unter dem Kommando eines Wyker Flugkapitäns stand.

Entlang des Gartenweges und in den Beeten, verteilt auf dem gesamten Museumsgelände, stehen 70 verschiedene Rosenpflanzen die einen sehr wohlriechenden Duft verbreiten. An jeder Rosenpflanze steckt in der Erde ein Schild, darauf ist der Rosenname zu lesen.

---dreieck 1927 ließ Haeberlin das älteste Haus von Föhr, das Haus Olesen aus dem Baujahr 1617, von Alkersum nach Wyk zu holen und auf dem Museumsgrundstück aufbauen. Hier ist anhand von originalen Einrichtungsgegenständen in den historischen Räumlichkeiten eines alten Bauernhauses zu sehen, wie Menschen und Tiere auf engstem Raum zusammen lebten. Weiteres siehe: Haus Olesen

---dreieck Das traufenständige Gebäude wird mittig unter dem Frontspieß (Zwerchgiebel) durch den Haupteingang erschlossen. Der sich anschließende Flur teilt das Gebäude in der gesamten Breite und führt zur auf der Rückseite befindlichen "Gartentür", fries."guarddöör", die zum Garten bzw. zur Hauskoppel führt.

In den Wintermonaten vom 01. November bis zum 15. März ist das Museum nur dienstags bis sonntags von 14-17 Uhr geöffnet.

Das Erlebnis "Winterurlaub" beginnt auf Föhr bereits in der Vorweihnachtszeit. Traditionell veranstaltet das Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum am zweiten Adventswochenende einen Adventsmarkt auf dem Museumsgelände. Die Besucher erwartet ein vielfältiges Angebot: Mehr als 40 Handwerker und Künstler der Insel Föhr sowie aus der umliegenden Region bieten ihre vielfältigen Produkte an.

Bockwindmühle

Eine kleine Bockwindmühle von der Hallig Langeneß und eine landwirtschaftliche Scheune aus  Midlum runden das Bild des  Freilichtmuseumskomplexes ab.

---dreieck Die kleine Bockwindmühle mit vollständigem Mahlwerk wurde 1953 auf das Museumsgelände versetzt. Bis dahin stand sie auf der Hallig Langeneß-Nordmarsch. Der Halligbewohner Peter Hansen hatte sie in den 1930er Jahren in Eigenarbeit gebaut und zum Mahlen von Brotgetreide genutzt. In früherer Zeit gab es auf Föhr in jedem Dorf eine oder mehrere Bockwindmühlen, bis dieser Mühlentyp im 19. Jh. durch die größere und effektivere Holländermühle abgelöst wurde. Die alten Bockwindmühlen besaßen in der Regel nur ein Mahlwerk. Die Flügel mussten mit dem gesamten Mühlenkörper, der auf einem drehbaren Bock sitzt, von Hand in den Wind gedreht werden.

---dreieck Im Jahr 2000 konnte das Freilicht-Gelände des Friesen-Museums auf Initiative des Museumsvereins durch eine Föhrer Scheune aus dem 18. Jahrhundert bereichert werden. Diese stand ursprünglich in dem Dorf Midlum und diente zur Lagerung von Getreide, sowie zur Aufbewahrung von landwirtschaftlichen Geräten. Zwei große Tore an den Giebelseiten erlaubten die Durchfahrt der beladenen Erntewagen. Im hinteren Drittel der Scheune besteht der Fußboden aus einem gestampften glatten Lehmboden, auf dem das eingebrachte Korn mit dem Dreschflegel per Hand ausgeschlagen wurde. Separat stehende Scheunen wurden auf Föhr nur selten gebaut, üblicherweise schlossen die Nebengebäude unmittelbar an das Hofgebäude an. In der Midlumer Scheune werden verschiedene landwirtschaftliche Geräte ausgestellt. Auch bietet sie Raum für verschiedene Museumsveranstaltungen.

Der Aufbau einer originalen Midlumer Scheune im Jahr 2000 zeigt neben landwirtschaftlichen Geräten früherer Jahre die landwirtschaftlichen Traditionen der Insel Föhr und unter welchen Bedingungen z.B. das Dreschen und Lagern des Korns erfolgte.

---dreieck Das von dem Hamburger Architekten Heinrich Bomhoff entworfene Museumsgebäude sollte sich mit seinem Reetdach und den Sprossenfenstern in die traditionelle Hauslandschaft der Insel Föhr einfügen, um so dem heimatlichen Sammelgut einen angemessenen Rahmen zu verleihen. Bis heute werden das historische Ambiente der Ausstellungsräume sowie die Harmonie des gesamten Museumsensembles von den Besuchern geschätzt.

---dreieck Nach 400 Jahren ist ein Föhrer Ehepaar wieder vereint. Die beiden Grabsteine der Verstorbenen haben durch einen glücklichen Zufall einen neuen Platz im Eingangsbereich des Friesenmuseums gefunden.

 

Beim Umbau eines alten friesischen Bauernhauses in Oevenum wurde im Fundament des ehemaligen Schweinestalles ein alter Grabstein gefunden. Dieser war Rouwert Arfsten gewidmet, einem bedeutenden Mann, der als Schmackschiffer, Bauer und Händler um 1600 zu Wohlstand gekommen war. Immerhin war er laut einer historischen Steuerhebungsliste der "zweitbeste" Steuerzahler auf Osterland-Föhr. Die Anlegestelle für Schiffe beziehungsweise Boote befand sich seinerzeit am Midlumer Dorfrand, denn Wyk samt Hafen gab es damals noch gar nicht. Arfsten baute später die ersten Packhäuser "bi de Wik" und auch die erste Kneipe namens "dat grote Suuploch". Außerdem gehörte der langjährige Ratsmann auch zu den Stiftern, die von ihrem Wohlstand abgaben. So hat Arfsten damals zehn Gulden für die Kanzel in der St. Johannis-Kirche gestiftet. Ein Sohn wurde gar Pastor in Nieblum und ein weiterer war 47 Jahre lang Ratsmann. Nach der Restaurierung fand der Stein einen Platz im Landwirtschaftlichen Museum von Heie und Ingke Sönksen-Martens in Oevenum, nur 200 Meter von seinem Fundort entfernt. Weniger abenteuerlich gestaltete sich der Weg der Grabplatte der Ingg Rouwertsen. Als einer der ältesten und eindrucksvollsten Steine des Friedhofs St. Johannis stand er lange Jahre auf dem Erbbegräbnis der Familie Hassold, ehe er neuen Steinen weichen und sein Dasein an der Mauer der Nieblumer Kirche fristen musste und schließlich auf einem Stapel hinter der Kirche landete.  Schnell wuchs die Idee, die beiden Steine zusammen zu führen und gemeinsam als historische Zeitzeugen auszustellen. Nach der Restaurierung, die wieder durch viele Sponsoren ermöglicht wurde, haben sie nun einen überdachten Platz am Eingang des Friesenmuseums gefunden.

---dreieck
ANNO 1616 DEN 25 JANUAR

IS DE ERBAR VND WOLWISE

ROUWERT ARVESTEN

GEWESENE RATMAN 47 JAHR

IN GODT SALICHLIK ENTSLAPEN

SINES OLDERS 69 JAR

DEM GODT GNEDICHS

Hinter dem Hauptgebäude liegt der sogenannte „Galgenberg“, ehemals Richtstätte der Osterlandföhrer Bevölkerung, die auf einem an dieser Stelle vorhandenen Grabhügel errichtet worden war.

Ausstellungsräume im Innern des Museums

---dreieck Dem Besucher wird anhand der Exponate des Museum insgesamt das Brauchtum, die Geschichte, die Volkskunst und der früheren Lebensweise auf der Insel Föhr eindrucksvoll präsentiert. So nehmen u.a. die Volkskunde, das Friesentum mit seiner eigenen Sprache, die Bräuche, Traditionen, eindrucksvollen Trachten und der Schmuck, das häusliche Leben u.a. mit der Darstellung eines nachgebauten Pesels, der „guten Stube“, einen breiten Raum ein. Die Salzgewinnung aus Meeres-Torf als ein im Mittelalter wichtiger Erwerbszweig der Nordfriesen. wird anhand des Modells einer Salzbude erläutert. Aber auch Beispiele für die Geologie sowie für die Ur- und Vorgeschichte der Insel Föhr, Exponate aus der Wikinger-Zeit, Bilder aus den Anfängen des Seebades Wyk, das Leben der Menschen am und mit dem Meer, Fischerei, Sturmfluten und Gezeiten werden aussagekräftig dargestellt.  Breiten Raum nimmt natürlich auch die Thematik Seefahrt ein. Mit Schiffsmodellen, Gemälden, Galionsfiguren und maritimen Nachlässen wird die langjährige seefahrerischen Traditionen erinnert: Kapitäne und Seeleute der Insel Föhr waren mit ihren seemännischen Kenntnissen und Erfahrungen insbesondere auf Walfängern aber auch auf Frachtsegelschiffen vieler Nationen auf den Weltmeeren sehr gefragt.

Erdgeschoss

Walrippe. Dieser Knochen ist Teil eines im Wattentorf bei der Hallig Langeness-Nordmarsch gefundenen Pottwalskeletts.

---dreieck Bis vor 200 Jahren reichte der Getreideanbau auf Föhr nicht aus, um alle Insulaner zu ernähren. Deshalb spielten der Fang von Meerestieren und die Jagd nach Seevögeln und anderen wildlebenden Landtieren zur Nahrungsergänzung früher eine bedeutende Rolle. In der i. J. 2005 neu eröffneten Naturkundeabteilung erfährt der Besucher alles über die traditionellen Jagd- und Fangmethoden in den nordfriesischen Uthlanden. Außerdem werden hier mehr als 70, teilweise historische Vogelpräparate gezeigt, die die heimische Vogelwelt repräsentieren.

---dreieck Die Schleiereule ist seit mindestens 1900 als Brutvogel auf Föhr nachgewiesen, nach 1970 gab es keine Brutnachweise mehr. Neuerdings gibt es wieder Bruten, die durch das Aufstellen von Brutkästen gefördert werden.

Propeller der DO-X: letzter erhaltener, hölzerner Vierblattpropeller des Großflugboots DO-X 1932 in Wyk auf Föhr gelandet

Die Do X (D-1929) wurde 1933 in Travemünde demontiert, nach Berlin verschifft und dort schließlich in der Deutschen Luftfahrtsammlung Berlin, einem Vorläufer des Deutschen Technikmuseums Berlin, ausgestellt. Bei einem Bombenangriff  im November 1943 wurde sie im Zweiten Weltkrieg beschädigt, unmittelbar nach dem Krieg dann durch Metallhändler und von Sammlern weitgehend zerstört. Heute sind im Deutschen Technikmuseum Berlin nur noch einige wenige Metallstücke zu sehen. Ein Holzpropeller kann im Friesenmuseum auf der Insel Föhr besichtigt werden. (Der Kommandant Christiansen stammte von der Insel, und die Do X machte vor ihrem Amerika-Flug 1932 hier Station.) Das 1933 in Passau abgebrochene Leitwerk kann im Dornier-Museum in Friedrichshafen besichtigt werden.

Do X (D-1929)
Büste des Carl Häberlin

Treppenhaus

Obere Etage

Rechts: Sammlung von Oktanten, Fernrohr und Hölzerner Jakobsstab mit drei Schiebern und Skalen auf allen Kanten des Längsstabes.

---dreieck Im linken Schaukasten: Beidseitig kunstvoll geschnitztes hölzernes Heckbrett aus dem 18. Jahrhundert. Motiv der Vorderseite: Kirche mit Wetterhahn - umrankt von einem Kranz aus Blättern, oben eine Sonne. Rückseite: Mann und zwei gebogene Bäume, deren Kronen sich über ihm berühren - umrankt von einem Kranz aus Blättern und mit drei Sonnen. Das Heckbrett stammt von einem Schmackschiff, wahrscheinlich von Oland. Daneben: Beidseitig kunstvoll geschnitztes hölzernes Heckbrett, zum Teil grün und weiß gefasst. Motiv der Vorderseite: Frau und vier Engel, umrankt von einem Kranz, unten zwei Flaggen, oben Reste von zwei Löwen. Rückseite: Wappen (wahrscheinlich der frisländischen Stadt Hindeloopen) und Initialien (? und G), umrankt von einem Kranz, oben Amsterdamer Wappen (zwei Löwen halten Fahne mit drei Kreuzen). Das Heckbrett stammt wahrscheinlich von einem Schmackschiff.

Schiffsnamenbrett aus dem 18. Jahrhundert, Maße: L: 540 cm, H: 60 cm, T: 6,5 cm

---dreieck Schiffsnamenbrett mit dem geschnitzten Namen "DRIE SÜSTERS". Verzierung sowie Schrift erhaben und gelbgold gefasst, Hintergrund taubenblau gefasst. Eine Replike dieses Schriftzuges ist an der westlichen Fassade des Haupthauses angebracht.

Galionsfigur

---dreieck Galionsfigur aus dem 19. Jahrhundert, Maße:   L: 90 cm, B: 40 cm, T: 38 cm. Hölzerne, mehrfarbig gefasste Galionsfigur. Es ist eine weibliche Figur mit Blattranken im langen Haar. Die Figur ist unten abgesägt, ein Arm fehlt. Es ist nicht bekannt, von welchem Schiff die Figur stammt.

Galionsfigur
Sanduhr

---dreieck Das Gestell der Sanduhr bilden oben und unten zwei achteckige Holzscheiben, in denen fünf Holzstäbe eingelassen sind. Innerhalb dieses Gestells befinden sich zwei grüne Flaschen (Gläser), die mit ihren Hälsen aufeinanderstehen und dort mit Tuch festgebunden sind.

---dreieck Standglobus mit gedrechseltem Holzfuß. Im Holzfuß ist ein kleiner Kompass eingelassen. Die Weltkarte ist ein farbiger Druck auf Papier mit Beschriftung in deutscher Sprache. Gebirgsschraffuren sind vorhanden, große Flüsse sind eingezeichnet. Der Globus selbst ist auf einer metallenen Achse aufgehängt und von metallenen Skalen umgeben: eine kleine gravierte Gradskala am oberen Pol (Längengrade) sowie eine senkrecht verlaufende gravierte Skala (Breitengrade). Der waagerechte metallene Ring im Bereich des Äquators ist mit einer Papierauflage versehen, auf die Himmelsrichtungen, Monatsangaben und Sternzeichenen aufgedruckt sind.

---dreieck Kapitänskajüte (Nachbau)

Pesel (Wohnstube) aus der Walfängerzeit
Die Kinderwiege von 1773 ist ein besonders schönes Beispiel für die ausgeprägte Tradition der Laienmalerei auf der Insel Föhr.

Rechts auf dem Tisch: Nähkasten aus Holz von 1804, Maße: B: 24,5 cm, T: 17,2 cm, H: 14,5 cm, dunkelbraun gefasst, mit Blumenbemalung auf Rückwand und Deckel sowie aufgemaltem Monogramm und Datierung auf Vorderwand. Der schräge Deckel lässt sich hochklappen. Innen befindet sich ein separates Fach. Innendeckel und Außenwand des Faches sind grün gefasst.

Vorn: Kreidepfeife aus dem 19. Jahrhundert, aus zwei Hälften zusammengesetzt (die Dicke der Hälften ist etwas unterschiedlich). Im unteren Bereich des Pfeifenkopfes ist eine Verzierung.

Auf dem Tisch: Alte gedruckte Bibel aus dem Jahr 1737 mit persönlichen Widmungen auf den ersten Seiten. Einband aus lederbezogener Pappe mit Goldverzierungen auf dem Rücken.

"...verfasset von D. Eberhard David Hauber, Gräfl. Schaumburgischen Superintendenten, Lemgo"

"..gedruckt und verlegt durch Johann Heinrich Meyer, Hochgräfl. Lippis Hof..".

"..dem hochwohlgebohrenen Reichs-Grafen und Herrn Albrecht Wolffgang,...und seiner Hoch-Reichs-Gräflichen Ercellenz Hochfürstlichen Frau Gemahlin...Charlotta Friderica Amalia gebohrener Reichs-Fürstin zu Nassau-Siegen.."

---dreieck Kaffeekanne (Steingut, glasiert) aus dem 19. Jahrhundert mit weißer Glasur und violettem Aufdruckdekor.
Dekor Kanne: auf einer Seite Szene am Meer: ein Paar sitzt am Ufer, zwei Segler auf dem Wasser; auf der anderen Seite: Szene im Gebirge: ein Paar, ein Schloss, Berge und Wald

Dekor des Deckels: auf einer Seite: Berglandschaft mit See, Erwachsenem und Kind; auf der anderen Seite: Dorfansicht, im Vordergrund eine Wiese und zwei Menschen.

Weiteres Dekor an Tülle und Henkel (Blumenornamente) sowie einige violette Ringe auf der Kanne.

Rekonstruktion einer Werkstatt
Esse und Blasebalg der Goldschmiedewerkstatt von Richard Goos.
Modell eines Dachstuhls

---dreieck Die heutige Form der Föhrer Festtracht ist in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden und hat sich seitdem nur noch geringfügig verändert. Über die Entwicklung und über den Ursprung der Tracht ist wenig bekannt. Es ist denkbar, dass Insel-Vorfahren, die in früheren Zeiten Seefahrer waren, Schmuck und andere Teile von ihren Reisen in ferne Länder mitgebracht haben. Es gibt gewisse Ähnlichkeiten mit Trachten aus Portugal, Spanien, Italien und anderen Ländern. Die Föhrer Festtracht wird heute nur zu hohen Festtagen angelegt. Es sind dies Hochzeiten und andere Familienfeste, Heimatfeste, Treffen mit Trachtengruppen aus anderen Gegenden Deutschlands und Europas, und in jüngerer Zeit auch für touristische Zwecke. Die jungen Mädchen tragen die Tracht zum ersten Mal bei der Konfirmation. Das ist für die Mädchen natürlich ein ganz besonderes Ereignis. Neben der Festtracht wird vereinzelt noch die Sonntagstracht getragen. Bei der Sonntagstracht fehlen der große Silberschmuck und die weiße Schürze. Das Halstuch wird gebunden und man trägt dazu eine schwarze Schürze. Die Alltagstracht wird nicht mehr getragen.

---dreieck Silberfiligranschmuck der Föhringer Tracht: verschiedene Brustketten, Halskettenschlösser, Knöpfe, Schürzenhaken, Brust-Nadeln, Gürtelhaken. Der Brustschmuck stammt von dem Goldschmied Christian Jürgensen (1750-1836) und ist 1802 datiert. 

Traditionell tragen die Mädchen gern die Friesentracht bei der Konfirmation.

---dreieck Das Binden des Kopftuches erfordert viel Können und Geschicklichkeit und wer es noch nicht gelernt hat, ist auf die Hilfe einer "Fachfrau" angewiesen. Das Kopftuch ist etwa 1,20 m im Quadrat groß und wird kunstvoll um den Kopf gebunden. An der Stirnseite befindet sich eine handgestickte Borgüre mit Blumenmustern und an den Seiten befinden sich lange schwarze Fransen. Die verheiratete Frau trägt unter dem Kopftuch ein rotes, mit schwarzen Perlen besticktes Häubchen. Das Halstuch ist ein, mit schwarzen Fransen besetztes Dreiecktuch, und wird mit ca. 60 bis 70 schwarzen Knopfnadeln auf das Mieder festgesteckt. Der Rock ist aus englischem Tuch und 3,5 bis 4 m weit! Er wird in Handarbeit das Mieder genäht. Im Rückenteil ist er in etwa 60 Falten gelegt. Die weiße Schürze ist aus Batist und mit verschiedenen Lochstickereien versehen. Die Ärmel sind aus Taft, Kunstseide oder Samt und mit Bordüren verziert. Der Filigran-Silberschmuck ist aus reinem Silber angefertigt und besteht aus der drei- oder vierreihigen Gliederkette mit einem Amulett in der Mitte worauf sich die Zeichen KREUZ - HERZ - ANKER als Smbole fuer GLAUBE - LIEBE - HOFFNUNG befinden. Die Gliederkette wird von 10 bis 12 Filigranknöpfen umrahmt und in der Mitte mit feinen Silberketten vervollständigt. Dazu wird an den Ärmel jeweils ein Paar Knöpfe getragen. Zur Austattung gehören dann noch ein Silberhals- und Armband sowie ein Fingerring und kleine Nadeln mit Filigranknöpfen am Kopftuch. Die wertvolle Tracht  wird meistens von einer Generation zur anderen vererbt, kann aber auch noch vollständig neu gekauft werden.

Alltags- und Feldarbeitstracht des 19. Jahrhunderts

---dreieck Mangelbrett aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts mit geschnitzten Figuren und farbiger Bemalung. Die ausgeprägten Traditionen der Laienmalerei auf der Insel Föhr Verdienen besondere Beachtung.

---dreieck Der Garnwickler steht auf viereckigen, gezargten, kufenförmigen Füßen. An der Längsseite sind zwei hölzerne Ständer eingelassen, die oben durch ein geschweiftes Stück Holz verbunden sind. In diesem Verbindungsstück ist die Jahreszahl 1740 eingeschnitzt. In den beiden hölzernen Ständern befindet sich jeweils ein Loch, worin eine eiserne Stange mit drei Holzscheiben durchgesteckt ist. Unterhalb der hölzernen Umrandung sind die Buchstaben L B eingeschnitzt. In diesen Garnwickler wurden die Spulen vom Spinnrad eingefügt und das Garn von da zum Knäuel aufgewickelt.

---dreieck Schiffshalbmodell (Diorama) aus dem 20. Jahrhundert, Maße: B: 52,1 cm, H: 35,4 cm, T: 9,7 cm (mit Rahmen). Dreimaster auf dem Meer - alle Segel sowie schwarz-weiß-rot gestreifte Flagge gesetzt. Vorne ein Bilderrahmen (schwarz mit goldener Zierleiste), hinten angefügt ein selbst gefertigter pyramidenförmiger Holzkasten.

---dreieck Rechts vorne: Hölzener Seekistengriffe, erweiterte Objektbezeichnung: Grebb (fries.) aus dem 19. Jahrhundert. Zwei Seekistengriffe aus Holz und Tauwerk. Solche Seekistengriffe werden auch Fancy-Shackles genannt. Jeder Griff besteht aus zwei zusammengenagelten Holzteilen, die auf der Oberseite geschnitzte Verzierungen aufweisen. Sie waren mit Holzdübeln auf die Seekiste montiert. Das Tauwerk ist mit einem Schutzanstrich versehen. An den Enden der Querstangen befinden sich Lederverzierung und ein mit Stoff überzogener Flechtknoten.

Darüber Reiseschreibkasten aus lackiertem Holz mit Messingbeschlägen aus dem 19. Jahrhundert, Maße:  30 x 8,5 x 8,5 cm (geschlossen), der Deckel wird durch zwei Messingscharniere gehalten. Innen mehrere Fächer sowie ein samtbezogener, separat hochklappbarer Innendeckel.
Links daneben: Handwerkgerät des Segelmachers, Segelmacherhandschuh mit metallischer Stichplatte.

---dreieck Vitrine 3 unten: Drei Hölzerne Dose in Tonnenform aus dem 19. Jahrhundert mit abnehmbaren Deckel, hellbraun gefasst. Wahrscheinliche Nutzung als Behälter für Schiffsproviant. Außen sind zur Verzierung Ringe aus dunkelbraun gefärbten Rattan aufgesetzt. Die Wände besteht aus vielen Einzelhölzern (ähnlich Fassbau).

v.l.n.r.:

  • D: 26,0 cm, H: 35,6 cm: Der Boden der Dose ist aus drei Stücken.
  • D: 21,6 cm, H: 29,0 cm: Der Boden der Dose ist aus einem Stück.
  • D: 22,0 cm, H: 30,2 cm: Der Boden der Dose ist aus einem Stück.

---dreieck Seemannsarbeiten: Zwei Pinguine aus Pottwalzähnen und das Buddelschiff im hölzernen Träger zeugen von kunst-handwerklichen Fertigkeiten mancher Seeleute. Besonders die Mannschaften, die beim Walfang als Harpuniere etc. tätig waren, nutzten die Zeit auf der Hin- und Rückreise zu derartigen Arbeiten. Im Zeitalter der Segelschifffahrt gab es auch in der Handelsschifffahrt bei stetigem Wind längere Ruhezeiten, die man oft produktiv und künstlerisch ausfüllte.

Pinguine aus Pottwalzahn geschnitzt. Vorne: Auge nicht geschnitzt sondern eingesetzt. Der Pinguin selbst ist aus einem Stück. Er ist auf dem separaten Sockel festgeschraubt. Links: Schnabel und Füße ggf. angesetzt, ansonsten aus einem Stück. Auge ebenfalls geschnitzt, nur Pupille mit schwarzer Farbe gemalt. Fest auf schwarz gefassten Holzsockel montiert.

Hintergrund: Polierte Pottwalzähne. Vorne links: Pfeifenreiniger aus Walrosszahn - geschnitzt. Durch die Faust verläuft quer ein Loch z.B. zum Durchziehen eines Bandes. Rechts vorne: Teilstück einer Walharpune - es fehlen die eiserne Spitze mit Widerhaken sowie ein Holzstiel mit Leine. Das runde Ende ist ca. 1 cm eingekerbt. Durch das Objekt verläuft mittig eine quasi rechteckige Öffnung.

---dreieck Buddelschiff: Dargestellt ist eine Hafenszene mit Häuschen aus Holz, Kirche, Mühle und Speicher. Der Himmel ist von außen aufgemalt. Drei Schiffmodelle sind in der Flasche: eine Viermastbark, ein Einmaster mit hochgezogenen Segeln (auf dem Segel ist "LS" mit schwarzer Farbe aufgebracht) sowie ein kleines Dampfschiff. Schiffsrumpf des Viermasters sowie dessen Flagge zeigen die Farben schwarz-weiß-rot.

---dreieck Buddelschiff: Dargestellt ist eine Hafenszene mit Häuschen, Kirche, Mühle und Leuchtturm aus Holz. Kein Hintergrund. Flaschenglas leicht grünlich mit einzelnen Blasen und Schlieren, Boden tief eingewölbt. Schiffsmodell: Viermastbark, keine Segel oder Flagge gesetzt.

"Haushaltswaren" aus der jüngeren Bronzezeit
Modell eines alten Wickingerschiffes

---dreieck Stubentür mit Kerbschnittarbeiten

---dreieck Heckbrett: Hölzerne Heckfigur, mehrfarbig gefasst mit reliefartiger Schnitzerei eines Löwen und eines Orangenbaumes. Die Figur stammt wahrscheinlich von dem Walfangschiff DE ORANJEBOOM aus Amsterdam, das eine Zeit lang vom Föhrer Commandeur Gonne Harmsen geführt wurde. Gonne Harmens wurde 1727 in Boldixum geboren. Er starb am 25.9.1776 nach Beendigung einer Walfangreise in Amsterdam. Wahrscheinlich gelangte das Heckbrett zusammen mit seinen Gebeinen nach Föhr. 

---dreieck Rechteckiges, hölzernes Heckbrett, mehrfarbig gefasst mit reliefartiger Schnitzerei einer weiblichen Gestalt mit gerafftem Rock. Das Heckbild stammt eventuell von dem holländischen Walfänger DE VROUW ANNA der 1772 vom Föhrer Commandeur Nahmen Arfsten geführt wurde. Datierung: 18. Jahrhundert, Maße: L: 95 cm, B: 51 cm, T: 12 cm (mit Aufhängung)

---dreieck Grabstein von 1773, Maße: 58,9 cm, 58,9 cm, 4 cm (ohne Verstärkungsplatte, ohne Walknochen), aus Sandstein.

Grabstein des Oevenumer Seemannes Boye Ocken (16.9.1701-15.10.1773) aus dem 18. Jahrhundert. Die rote Sandsteinfliese ist auf einen Walknochen geschraubt und wird heute durch eine Betonplatte verstärkt. Die Inschrift ist gut erhalten. In der Bekrönung ist ein Grönlandwal und darüber ein Spruchband dargestellt "Ich begehre aufgeloset zu werden und bey Christo zu sein". Dier Waldarstellung zieren rechts und links Ornamente mit Arkantusblättern und Roccailleformen. Auf dem Grabstein steht folgender Wortlaut: "Neben diesem Grab und Ehren Mahl ruhen die entseelten Gebeine des nunmehro seel. Boye Ocken aus Oevenum welcher ao 1701 den 16 Sept. daselbst gebohren ao 1725 den 23 Novbr hat er sich mit seine Nachgelassene Witwe Geerlich Arfsten aus Boldixum im Standt der heiligen Ehe begeben in welcher vergnügten Ehe sie miteinander 47 Jahre und 1 Monath gelebet. Er hat unter Göttlicher Leitung seinen Beruf zu Folge die See mit Segen 28 Jahr bedienet, biß er ao 1773 den 15 Octobr in einem rühmlichen Alter von 72 Jahr 1 Monath sein Leben beschlossen." Ob er Commandeur war ist nicht bekannt - ist aber anzunehmen.

Auswanderer

---dreieck Auf der Suche nach neuen Verdienstmöglichkeiten und um der preußischen Militärpflicht zu entgehen, wanderten bereits in der 2. Hälfte des 19. Jhs. 40% der konfirmierten Jungen von Föhr nach Amerika aus. Die Auswanderer pflegten engen gesellschaftlichen Kontakt miteinander und über Generationen auch die Beziehung zur Heimatinsel Föhr. Viele Auswanderer kehrten nach jahrzehntelanger Berufstätigkeit in den USA auf die Insel zurück. Auswanderergepäck, eine Fahne des Föhr-Amrumer-Krankenunterstützungsvereins in New York, Dokumente, Bilder und Fotografien sind zu diesem Thema ausgestellt.

---dreieck Schiffsbild der stählernen Viermastbark PAMIR. Reproduktion eines Ölgemäldes in dunkelbraun gefassten, leicht profilierten Rahmen mit Goldrand ohne Glasabdeckung. Dieses Schiff wurde in den Jahren 1926-1929 von dem auf Föhr gebürtigen Kapitän Carl Brockhöft geführt. Gemälde- Reproduktion 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Rahmen: H: 56 cm, B: 68 cm, T: 2,2 cm

---dreieck Gemälde auf Leinwand

---dreieck Gemälde auf Leinwand

---dreieck Gemälde auf Leinwand von Julius Stockfleth; 1933, Maße: B: 42 cm (mit Rahmen), H: 29 cm (mit Rahmen), Drei reetgedeckte Häuser stehen traufseitig zur gepflasterten Straße, die sich in der Ferne in Wiesen verliert. Bei dem linken Gebäude ist die Detailtreue am auffallendsten, so sind die Topfblumen hinter den Fensterscheiben (giebelseitig) erkennbar. Die Maueranker und Fensterstürze sind wiedergegeben. Im Anschluss an das Gebäude folgt ein Garten, von dem der Zaun besonders gut zu erkennen ist. Rechts der Straße befinden sich zuerst ein weiß gestrichenes Haus, daran anschließend ein rotes Gebäude. Typisch für Stockfleth sind die vielen Büsche und Bäume.

---dreieck Gemälde auf Leinwand von Julius Stockfleth; Maße: B: 30,3 cm (mit Rahmen), H: 23,3 cm (mit Rahmen), Stammhaus der Familie Lorenzen. Typisch friesisches reetgedecktes Haus mit kleinem seitlichen Schuppenanbau, das sich an einer Kreuzung befindet. An der Seitenwand des Hauses befindet sich die Jahreszahl 1732. Rechts und links flankieren Bäume das Gebäude. Die Sonne scheint von links auf das Gebäude. Durch den Text im unteren Bereich ist die Lage in Wyk zu lokalisieren. 

Weitere Exponate

Auf dem Gartengelände verteilt, befinden sich neben den Gebäuden noch einige andere erwähnenswerte Exponate und Besichtigungspunkte. 

---dreieck Eine eiserne Harpunenkanone, Vorderlader, norwegisches Modell. Bis zur Fangzeit 1937/38 befand sie sich an Bord der Flotte "Südmeer" des Hamburger Walfang-Kontors. Seit 1938 steht sie im Außenbereich des Friesenmuseums - montiert auf einem Betonsockel.

Harpunenkanone, Datierung: 1. Hälfte 20. Jahrhundert, Maße:L: 195 cm, H: 86 cm, T: 45 cm

---dreieck An verschiedenen Plätzen des Museumsgeländes weisen Walknochen (wie hier hinter dem Harpunenwerfer) darauf hin, dass dieses Material den Föhringern auf ihrer baumarmen Insel früher als Ersatzbaumaterial für Holz nützlich war.

---dreieck Eisernes Mörsergeschütz ("Mortars") aufliegend und per Eisenschellen befestigt auf einem auf Holzfuß. Der Holzfuß besteht aus drei verbundenen Teilen, die in sich ebenfalls jeweils aus mehreren Teilstücken bestehen und mit Eisenbeschlägen verbunden sind. Datierung:  19. Jahrhundert,  Maße: L: 60 cm, B: 35 cm (mit Aufhängung), D: 22 cm (Rohr außen), (Kanone), L: 80 cm, H: 40 cm, B: 56 cm

Anker
Hölzerne Schwanzflosse eines Wals
Brunnen

---dreieck Brunnen mit Pfosten aus Walknochen, die aus Nieblum (Föhr) stammen. Auf die Walknochen ist eine eiserne Stange aufgelegt, die an einer Seite zu einer Kurbel gearbeitet ist. Die Stange ist zwischen den Pfosten durch ein Rundholz geschoben, dass im mittleren Teil deutliche Abnutzungsspuren aufweist. Der Kurbelmechanismus war von einem kleinen hölzernen Dach geschützt. Die Brunnenstube ist gemauert. Sie ist seit etwa den 80er Jahren mit einer hölzernen Abdeckung versehen. Der Brunnen wurde 1908 mit dem Bau des Friesenmuseums errichtet und diente vor Anschluss an das Leitungsnetz der Wasserversorgung des Museums.

Brunnen mit Pfosten aus Walknochen
Pfosten aus Walkieferknochen
Lehmofen mit zugehöriger Schutzhütte
Südansicht auf die Steinsärge, Im Hintergrund Haus Olesen

---dreieck Hier sind vier rheinländische Sandsteinsärge mit eingemeißelten christlichen Symbolen auf dem Gelände zu besichtigen. Diese Särge sind im Mittelalter auf Schiffen nach Nordfriesland transportiert und später zu Viehtränken umfunktioniert worden.

---dreieck Links und rechts des Gartenweges liegen 2 rekonstruierte, vorgeschichtliche Grabkammern. Das südlich gelegene Grab ist aus großen Findlingssteinen rekonstruiert worden, die verschiedenen jungsteinzeitlichen Gräbern auf Föhr entstammen. Bei dem zweiten Grab handelt es sich um die Steinkammer eines 1968 am Gotinger Kliff entdeckten bronzezeitlichen Grabes.

2015
2018
2018

---dreieck Auch an Galionsfiguren nagt(e) der Zahn der Zeit. Das erfuhr nicht nur die Figur, die nach dem Untergang der „Ulpiano“ im Jahr 1870 gerettet wurde und auf nicht mehr bekannten Wegen ins Wyker Dr.-Carl-Häberlin-Friesenmuseum gelangte, sondern auch ihre „jüngere Schwester“, die Newton Hansen im Jahr 2008 dem Museum gestiftet hat und die ihren Platz draußen, neben dem Museumseingang, gefunden hatte. Sie war acht Jahre lang Wind, Wetter und salziger Luft ausgesetzt und musste im Juli 2017 heruntergeholt und aufwändig restauriert werden. Nun steht die Frauenfigur wieder auf ihrem Platz und hat sogar Augen bekommen, mit denen sie in die Ferne blickt.

Das Original ist im Treppenaufgang zu bewundern.

---dreieck Wann die Galionsfigur der spanischen Bark „Ulpiano“, die auf ihrer Jungfernfahrt auf Süderoog-Sand strandete, nach Föhr kam, ist nicht genau bekannt. Die Figur muss aber schon lange auf der Insel sein. Als 1908 das Museum gebaut wurde, ist für sie in der Wand extra eine Hausnische erstellt worden. Doch Wind und Wetter setzten diesem Überbleibsel der „Ulpiano“ dermaßen zu, dass sie draußen nicht hätte erhalten werden können, weshalb sie abgenommen wurde und seither im Treppenaufgang des Museums zu bewundern ist.

 

Newton Hansen, langjähriger Vorsitzender des Museumsvereins, stiftete dann die neue Galionsfigur, die von dem dänischen Holzbildhauer Povl Kjaer als Nachbildung erstellt worden ist. Diese neue Skulptur war mit Leinölfirnis bearbeitet worden, was dazu führte, dass nach wenigen Jahren der Schmutz nicht mehr entfernt werden konnte. Die Figur bekam ein schwarzes Gesicht und sah sehr unschön aus. Über die Midlumer Restauratorin Birgit Hölzer konnte schließlich ein Kontakt zum Ehepaar Birgit und Claus Hartmann hergestellt werden. Die beiden haben sich auf der Weserinsel Harriersand als Schiffbildhauer niedergelassen und inzwischen fast 40 Galionsfiguren für Segelschiffe und Yachten hergestellt, sowie zahlreiche Figuren restauriert. Hier war die fast 85 Kilogramm wiegende Wyker Figur in besten Händen und wurde aufwändig restauriert. Die alte Farbe wurde komplett abgeschliffen. Die Risse wurden dann mit Mehl aus Eichenholzstaub, das mit Polyurethanharz vermischt wurde, verspachtelt. Danach wurde die Figur fünf Mal grundiert, damit das Holz auch in der Tiefe konserviert wird. Dann erst wurde die Farbe, die nicht „knallig“ werden sollte, in drei Lagen aufgebracht. Abschließend wurde die Figur dann mehrmals mit Klarlack gestrichen. Damit sollen die Farben vor Seewasser und UV-Licht geschützt werden. Die ganze Prozedur, die vom Museumsverein und der Eilun-Feer-Stiftung bezahlt wurde, zog sich über ein halbes Jahr hin. Doch nun hat die neue Galionsfigur ihren alten Platz wieder bezogen.

Geheimnisumwittert ist weniger die spanische Bark "Ulpiano", sondern vielmehr deren Galionsfigur, die einst den Vordersteven des Schiffes, das am 24. Dezember 1870 bei schwerem Sturm auf Süderoogsand strandete, zierte.
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