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Herdecke

Die Stadt Herdecke mit ihren knapp 24.000 Einwohnern ist der ruhende Pol zwischen den Großstädten Dortmund, Hagen und Witten im südwestfälischen NordrheinWestfalen. Umgeben von den waldreichen Höhenzügen des Ardeygebirges befindet sich Herdecke in einer attraktiven Mittelgebirgslandschaft. Die Lage an Hengstey- und Harkortsee macht Herdecke zur Stadt zwischen den Ruhrseen. Das Stadtgebiet erstreckt sich mit zwei Stadt- und sechs Ortsteilen über eine Fläche von rund 22 Quadratkilometer und liegt am niedrigsten Punkt 80 und am höchsten Punkt 273 Meter hoch über dem Meeresspiegel. Sie ist kulturgeschichtlich geprägt durch die Grenzlage zu dem märkisch-ländlichen Sauerland und dem industriell orientierten Ruhrgebiet. Die Flussufer der Ruhr sind befestigt, der Lauf stellenweise verändert und der einst schnelle Fluss ist zu anmutigen Seen aufgestaut worden. Die nun weitläufigen Auen aber bieten einzigartige und vielfältige Möglichkeiten für Freizeit und Erholung. Ebenso bedeutsam für „Großstadtflüchtlinge“ sind die ausgedehnten Wälder als Ziel eifriger Wanderer. Eines der auffälligsten Wahrzeichen des Ruhrtals ist der Herdecker Viadukt, welcher zu Recht als Baudenkmal erster Güte gilt. Markant und majestätisch überspannt die 313 Meter lange Sandstein-Konstruktion in luftiger Höhe von fast 30 Metern den Harkortsee zwischen Herdecke und Hagen. Der Viadukt in Herdecke war Teil der Strecke Düsseldorf-Dortmund der "Rheinischen Eisenbahn", die lange Zeit die wichtigste Lebensader für die Menschen in den Städten der Region war. Mit der malerischen, aus Fachwerkensembles, Schieferfassaden und Sandsteinmauern gewachsenen Altstadt bietet Herdecke das interessante Bild einer wandlungsfähigen und zukunftsorientierten Kulturlandschaft. Als ehemals durch den Kornmarkt bedeutender Handelsstandort hat sich Herdecke zu einer kleinen, aber feinen Stadt mit hoher Wohn- und Aufenthaltsqualität entwickelt. Sehenswert ist auch das Haus Mallinckrodt in Herdecke-Ende (Gedern).

Ein tragendes Gerüst aus Holz, die Zwischenräume oftmals mit einem Holz-Lehm-Gemisch gefüllt, so ist der herkömmliche Aufbau eines Fachwerkhauses. Trotz der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, sind die Fachwerkbauten in Deutschland noch weit verbreitet. So bestimmt das Fachwerk auch in Herdecke das Stadtbild. Zu verdanken ist dies der Weitsicht Herdecker Stadtplaner in den vergangenen Jahrzehnten sowie den vielen Eigentümerinnen und Eigentümern, die ihre Fachwerkhäuser liebevoll und detailgetreu restauriert haben. So sind viele "Denkmäler" der Stadt Herdecke erhalten geblieben und erstrahlen heute oft in neuem Glanz.

Historische Altstadt: Die historische Altstadt mit ihren zahlreichen, liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern lädt zum Bummeln und Verweilen ein.

---dreieck Der vielleicht bekannteste Herdecker Brunnen ist der Sackträgerbrunnen. Er steht direkt neben dem historischen Fachwerkhaus an der Hauptstraße, gegenüber des Mühlencenters, und erinnert an das Be- und Entladen der Getreidewagen zu Zeiten des Herdecker Kornmarktes. Ab 1825 waren bedienstete Ablader tätig, die an ihrem blauen Kittel ein kleines rundes Metallschild mit der Aufschrift "Herdecker Sackträger" trugen.

Der Sackträger ist ein Symbol für die Bedeutung Herdeckes als Kornmarkt aus alten Zeiten. Herdecke bekam früh das Marktrecht verliehen. Der Brunnen steht an dem Ort, wo früher der Markt stattfand. Noch heute findet im Rahmen der Maiwoche traditionell der “Sackträgerlauf” statt.

---dreieck Das wohl älteste Fachwerkhaus Herdeckes steht in der Hauptstraße 1. Es diente früher als Kornspeicher für den Herdecker Kornmarkt, der gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges von der oberen Hauptstraße dorthin verlegt wurde. Der neben dem Gebäude stehende Sackträgerbrunnen soll an den Kornmarkt erinnern, auf dem übrigens nicht nur Getreide, sondern auch Gemüse, Obst und Butter gehandelt wurde. Heute ist in dem Gebäude ein Café mit dem passenden Namen "Kornspeicher" beheimatet.

Das Bachviertel

Viele Häuser in der historischen Altstadt, dem Bachviertel, sind aus der alten Zeit erhalten geblieben und erinnern an Tage, als noch Kutschen und Pferdewagen durch die Straßen der Stadt zogen. Während einige durchaus Baudaten aus dem 17. und 18. Jahrhundert über der Eingangstür ausweisen, wurden andere, neuere Gebäude lediglich im Stil nachempfunden, um das Stadtbild zu unterstützen und zu erhalten.

Bachplatz mit Herdecke Bach und dem 1675 errichteten Fachwerkbau am südlichen Platzende

Klein aber fein präsentiert sich die historische Altstadt in Herdecke: Das Bachviertel mit seinen liebevoll restaurierten und gepflegten Fachwerkhäusern. Benannt ist es nach dem Herdecker Bach, einem Fließgewässer in Herdecke. Dieser mündet rechtsseitig in die Ruhr. Der Bach entspringt nordöstlich der Stadt am Ahlenberg und fließt dann parallel zur Wittbräucker Straße nach Süden. Er nimmt rechtsseitig den Kirchender Bach und den Ender Mühlenbach auf. Südlich der Altstadt von Herdecke mündet er in die Ruhr. Bei Starkregen vergrößert sich die Wassermenge des Bachs erheblich, so zum Beispiel in der Nacht zum 17. August 2010.

Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich das Mini-Hotel, das wohl kleinste Hotel Deutschlands. Ines Berger war 46 Jahren Gastgeberin im möglicherweise kleinsten Hotel der Welt. Auch wenn sich um diesen Titel gleich mehrere Herbergen auf dem Globus streiten, das Minihotel hat Herdecke weltweit bekannt gemacht. Das Minihotel besteht nur aus den Zimmern für die Gäste. Ein Doppelzimmer unter dem Dach, zwei Einzelzimmer auf der ersten Etage und ein Wohnraum im Erdgeschoss. Hier steht eine Flasche Wein samt Gläsern für den Abend vor dem Kamin, eine Anrichte mit zwei Plätzen dient als Frühstücksplatz. Die Brötchen brachte Ines Berger oft persönlich.

Über den Kreisel (links im Bild) erreicht man das Mühlencenter und das Quartier Ruhraue. Farbige Elemente zwischen rund 20 Edelstahlstangen sollen dabei an die Form der Grundmauern der Stiftskirche erinnern.

Zweibrücker Hof

Herdecke liegt unmittelbar an der Ruhr und ist dabei umsäumt vom Hengstey- und Harkortsee. Deshalb wird der Ort auch treffend "die Stadt zwischen den Ruhrseen" genannt. Die Ruhr ist ein ca. 219 km langer Fluss, der nordöstlich von Winterberg im Rothaargebirge entspringt und bei Duisburg-Ruhrort in den Rhein mündet. Der Fluss und seine Umgebung haben sich im Laufe der letzten Jahre immer mehr als Naherholungsgebiet etabliert. So bietet sich die Möglichkeit, umfangreiche Spaziergänge und Touren auf gut ausgebauten Fuß- und Fahrradwegen zu unternehmen.

Ruhr-Schlösschen

Hier befand sich das Gelände des früheren Damenstifts. In karolingischer Zeit hat hier sicherlich schon eine Siedlung bestanden, und die Baugeschichte der Stiftskirche weist wohl bis in das 9. Jahrhundert zurück, als archäologisch wirklich gesichert gilt aber nur eine Datierung zurück bis in das 11. Jahrhundert.

Das Kloster dürfte älter sein als seine schriftliche Überlieferung, die erst 1214 einsetzt; ob es aber als Benediktinerinnen -Kloster oder als Kanonissenstift gegründet wurde, ist ebenfalls unsicher. Die jeweilige Äbtissin des Stiftes war bis zur Stadtgründung von 1739 zugleich Oberhaupt des Dorfes Herdecke. Herdecke gehörte zunächst zum Erzbistum Köln, 1324 fiel es an die Grafschaft Mark, erhielt 1355 das Marktrecht und wurde 1615 zur Freiheit erhoben. In den kriegerischen Zeiten wurde die Siedlung mehrfach gebrandschatzt und geplündert, besonders während des Dreißigjährigen Krieges. Um 1641 hatte sich die Reformation durchgesetzt, 1672 wurde das Stift offiziell zwischen katholischen, lutherischen und reformierten Kanonissinnen aufgeteilt und das religiöse Nebeneinander genau geregelt. 1811/12 wurde das Stift im Zuge der Säkularisation aufgehoben. Die seither als Evangelische Pfarrkirche genutzte ehemalige Stiftskirche war ursprünglich wohl eine Pfeilerbasilika, die im 13. Jahrhundert zu einer Gewölbebasilika umgestaltet wurde; es folgten noch mehrfach Bauveränderungen, doch zeigt die Kirche bis heute Substanz aus dem 12./13.Jahrhundert.

Das Herdecker Heimatstübchen am Stiftsplatz 3 war ein sehenswertes, liebevoll eingerichtetes Museum. Hier konnten die Besucher die Geschichte Herdeckes mit seinen vielen Denkmälern und Fachwerkhäusern näher kennen lernen. Und der Besuch lohnte sich und überraschte. Brunhilde Conjaerts, die die Idee hatte, Herdecke eine Heimatstube zu schenken, stieß bei der Dörken-Stiftung und der Stadtsparkasse Herdecke auf Zuspruch und gewann in diesen Unternehmen Sponsoren, die sie damals mit 40.000 DM unterstützten. Am 20. Mai 1993 öffnete das Minimuseum seine Tore. Die Haushaltsgeräte aus den Jahren um 1900 in den Vitrinen der zwei kleinen Zimmer stammen hauptsächlich aus Conjaerts' eigenem Besitz. 2014 fand die Heimatstube eine neue Heimat an der Uferstraße 13. Im Gebäude befindet sich 2018 eine Rechtsanwalt- und Steuerberatungskanzlei.

 

Das schieferverkleidete Gebäude von 1815 ruht auf den Fundamenten eines Vorgängerbaus, dem Wohnsitz der letzten Äbtissin, mit wohl mittelalterlichem Gewölbekeller. Das in der Formgebung sehr ähnlich gebaute Bruchsteinhaus (Nr. 4) war seit 1778 im Besitz einer Stiftsdame, später wurde es zum Sitz des letzten Stiftsamtmannes. Das schmucke Fachwerkhaus (Nr. 5) gehörte ebenfalls zu den Gebäuden des Stiftsgeländes.

Das in Fachwerk ausgeführte Gasthaus Pfingsten (Bahnhofstraße 1) von 1821/22 geht auf einen Vorgängerbau zurück, in dem Stiftsbrauerei und Stiftsbäckerei angesiedelt waren.

Viehmarktbrunnen in der Fußgängerzone

Der Viehmarktbrunnen, durch seine Lage in der oberen Fußgängerzone nicht minder bekannt als der Sackträgerbrunnen, wurde 1987 errichtet. Wurde der Kornmarkt 1875 endgültig eingestellt, so konnte sich der Viehmarkt in Herdecke bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges halten. In der unmittelbaren Umgebung des Brunnens fand der Viehmarkt, bis zu seiner Verlegung ins Unterdorf, statt.

Der Viehmarktbrunnen trägt seinen Namen zu Recht, da viele Elemente, wie die männliche Gestalt mit zwei Hausschweinen und der Mann aus Bronze mit der Kuh neben dem Brunnen, an diesen alten Markt erinnern. Der eigentliche Brunnen wird durch einen großen, gemauerten kreisrunden Sockel gebildet in dessen Mitte Wasser wie bei einer Quelle sprudelt. Das Wasser läuft über die Ziegelsteine in eine umlaufende Rinne.  Am Rande des Brunnens stehen auf dem Sockel zwei Tauben aus Bronze, die menschliche Gesichter haben. Gestiftet haben diesen schönen Brunnen im Jahre 1987 die Dortmunder Stadtwerke.

Der 1987 errichtete Viehmarktbrunnen erinnert an den Vieh- und Krammarkt, der hier noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts alljährlich am 1. Montag im Mai und am 1. Montag im Oktober stattfand.

Handel und Wandel haben in Herdecke eine lange Tradition und auch heute strahlen die Herdecker Märkte ein besonderes Flair aus. Unverwechselbar und beliebt zählen sie zu dem, was Herdecke so anziehend macht.  Jeden Donnerstag findet vormittags in der Fußgängerzone der Herdecker Wochenmarkt statt. Geschäftliches Treiben wechselt mit beschaulichem Bummeln, Straßenmusik erhellt das Gemüt und beim gemütlichen "Prölken" finden Klatsch und Tratsch, Neues oder auch schon oft Gehörtes immer ein offenes Ohr. Allein die Atmosphäre ist schon einen Besuch wert.

Der Herdecker Wochenmarkt in der Fußgängerzone ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt für sein reichhaltiges Angebot. Besonders das charmante Flair dieses Traditionsmarktes zieht jeden Donnerstag zahlreiche Besucher in die Herdecker Altstadt.

Frederunabrunnen

Frederuna, so hieß die Gründerin des Herdecker Stifts. Ihr und der ersten Äbtissin zu Ehren, wurde 1927 der Frederuna-Brunnen errichtet. In Sandstein gemeißelt halten die beiden in der Fußgängerzone - am Abgang zur Uferstraße - ein stummes Zwiegespräch.

Der Brunnen soll an die Gründerin des freiweltlichen Damenstifts Herdecke im 9. Jahrhundert erinnern. Zu den Füßen von Frederuna kniet die erste Äbtissin Alswedis. Der von Frederuna gehaltene Schild mit Eiche dokumentiert eine Legende zur Standortwahl der Stiftsgründung.

Rathaus

Am 10. Juli 1913 wurde das Herdecker Rathaus feierlich eingeweiht. Der damalige Bürgermeister Bonnermann begrüßte Vertreter von Behörden und die Bürgerschaft bei „recht günstigem Wetter“, so steht es in dem offiziellen Verwaltungsbericht der Stadt Herdecke für die Jahre 1903 bis 1913. Architekt Wiehl aus Hagen hat es geschafft, zwei im Abstand von mehreren Metern stehende Gebäude mit unterschiedlichen Geschosshöhen zu vereinen. Das damalige Verwaltungsgebäude und die Volksschule erhielten ein komplett neues Dach mitsamt des prägnanten „Zwiebelturms“. Die Form des Turms wurde absichtlich so gewählt, aus Rücksicht auf die im Stadtbild hervortretenden größeren Kirchtürme. Gleichzeitig sollte das Gebäude durch den Kupferturm als das Rathaus der Stadt hervorgehoben werden.

Rathaus in Herdecke: Über 100 Jahre ist das Gebäude mit dem prägnanten Zwiebelturm mittlerweile alt.
Das Wandbild zeigt die Hauptstraße 42, wie sie 1892 aussah.
Am Ende der Fußgängerzone steht noch dieser Betonkollege mit seinem Model, geschaffen von der Künstlerin Christel Lechner.
Während Vater fotografiert holt Mutter noch schnell die Lebensmittel für das Wochenende.

Die Jakobssäule

Seit 2008 gibt es ihn wieder, den mittelalterlichen Pilgerweg durch Westfalen nach Santiago de Compostela. Ein 2011 errichteter Wegweiser aus Herdecker Ruhrsandstein (Jakobssäule) zeigt den Pilgern die Richtung an. Fast 2 Tonnen ist sie schwer und 2,60 Meter hoch. Was der Steinbildhauer Timothy Vincent daraus gestaltet hat, bietet ein ganzes Bündel an Informationen und Symbolen.

---dreieck Die Jakobssäule an der Kreuzung Haupt-/Wetterstraße informiert über die Entfernung zum Ziel und die einzuschlagende Richtung. Von hier bis nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens sind es 2.667 km. Die Gehrichtung wird mit der Jakobsmuschel gekennzeichnet. Wer sich von der Marienkirche nähert, erblickt sie vollplastisch ausgebildet bereits aus größerer Entfernung. Was ursprünglich nur Kennzeichen des Pilgers war, ist heute gleichzeitig Richtungspfeil.

Das Muschelschloss verweist aufs Ziel, damit verbundene Strahlen symbolisieren die Hauptwege nach Santiago. Auf der Westseite der Säule erscheint das Ziel noch einmal mit der Westfassade der Kathedrale, gestaltet als Flachrelief. An der Südseite finden sich zwei typische Ausstattungsmerkmale des mittelalterlichen Wanderers, Pilgerstab und Jakobsmuschel, die am Hut, der Kleidung oder mit einer Schnur um den Hals getragen wurde.

Die Jakobsmuschel ist aus diesem Anlass neben der Jakobssäule als weiterer Wegweiser für den Jakobsweg in Form von Pflastersteinen eingesetzt worden. Auch hier gab der Künstler Timothy Vincent den Sandsteinen das Relief der Jakobsmuschel. Dabei symbolisieren die Strahlen der Muschel den Hauptweg durch Europa. Die insgesamt 25 "Muschelsteine" dienen an jedem Knickpunkt des Weges als künftige Orientierung für Pilgerinnen und Pilger und zeigen den Richtungsverlauf an.

Der Weg verläuft nunmehr vom südöstlichen Ortseingang entlang des Kreisels in die Neue Bachstraße, über den Bachplatz, durch die Tal- und Uferstraße, am Viehmarktbrunnen vorbei, über den Stiftsplatz nach St. Marien, in die Alte Stiftsstraße, durch die untere Fußgängerzone, an der Jakobssäule vorbei und durch die Kamp- und Mühlenstraße bis zur Ruhrbrücke.

Um die Säule herum verläuft ansteigend von unten nach oben eine Verbindungslinie, im Wechsel schmal oder breit. Sie kennzeichnet den Weg als enge Spur oder beim Zusammentreffen mehrerer Routen fächerförmig ausgebreitet. Wer es bis oben geschafft hat, kann sich ausruhen, er ist am Ziel. Auf der nördlichen Spitze der Jakobssäule erkennt man noch mehrere Blätter einer versteinerten Wasserpflanze. Ihre Schrägstellung hat der Steinbildhauer weiter unten im Relief übernommen. Seine Arbeit ist erdgeschichtlich nur einen Wimpernschlag alt. Das von der Natur im Karbon-Zeitalter geschaffene Pflanzenrelief kann dagegen auf rund 316 Mio. Jahre verweisen.

Möge die Jakobssäule an dieser Stelle noch viele Jahre auf dem europäischen Fernwanderweg die Richtung anzeigen. Sie erfüllt damit eine weitere Aufgabe: Besuchern, Gästen und Einheimischen wird hier durch das Geschenk des Lionsclubs Herdecke ein Stück Mittelalter in Herdecke sichtbar gemacht. Es muss also nicht immer gleich Santiago sein. Wer nur befristet bummeln möchte, wird vielleicht sagen: "Ich pilger mal durch Herdecke."

Der verknappte Text verweist auf die Herberge und erwähnt drei damit verbundene Namen: Was der Klausner und Eremit Dideric Soneken 1410 gelobt hatte, konnte Eggert van dem Middelenacker 1421 unter dem Landesherrn Herzog Adolf I. von Kleve und Graf von der Mark vollenden.

---dreieck Relief erinnert an Pilgerherberge: Die Pilgerherberge gewährte schon vor fast 600 Jahren Unterkunft und Verpflegung am Jakobsweg in Herdecke. Ihr Standort war ein Grundstück, dessen Grenzen grob umrissen durch die Mühlenstraße (früher Mühlengraben), die Hauptstraße sowie die Kampstraße bestimmt waren. Mit dem Bau einer Mauer, die mit Natursandstein verkleidet wurde, bot sich die Möglichkeit, an der Mühlenstraße Lage und Bedeutung des ehemaligen „Gasthauses“ sichtbar zu machen. Das durch den Steinbildhauer Timothy Vincent aus Wetter geschaffene Relief hat eine Größe von 120 x 110 cm. Es zeigt diagonal den Verlauf des Pilgerweges zwischen Osnabrück und Aachen. Neben Städtenamen erscheinen die Umrisse bedeutender Dombauten entlang der Route. Herdecke wird mit betonter Darstellung des Ruhrübergangs auf dem westfälischen Jakobsweg in den Mittelpunkt gerückt.

Stelenbrunnen

In völlig anderer Optik kommt der Stelenbrunnen, der dritte Brunnen in der Fußgängerzone, daher. Direkt zwischen dem Aufgang zur Stiftskirche und dem Abgang zur Bachstraße steht das Werk des Dortmunder Bildhauers Reinhold Kostrzewa.

In der Kampstraße finden sich weitere historische Fachwerkbauten. Dabei besonders sehenswert sind die Tordurchfahrten mit den Inschriften der Erbauer aus den Jahren 1819 und 1809.

Weitere Herdecker Brunnen

Ein weiterer Herdecker Brunnen, steht auf dem Dorfplatz im Stadtteil Ende. Im Jahre 2009 wurde ein drei Tonnen schwerer Diabas-Quarder, kunstvoll verziert mit einem Wellenmuster durch den Steinbildhauer Timothy Vincent, sowie eine neun Tonnen schwere Sandsteinsäule aufgestellt. Die beiden ortsbildprägenden Steinmonumente stehen seitdem in dem Brunnenbecken, das besonders bei Kindern an heißen Sommertagen beliebt ist. Der Brunnen sollte als ein Wahrzeichen den gerade neu entstandenen Dorfplatz vor dem Martin-Luther-Gemeindehaus schmücken und der vor dem Hintergrund einer wachsenden Ender Mitte in Form und Material das Wechsel- und Zusammenspiel von Tradition und Wandel spiegeln. 

Im April 2007 votierte eine fünfköpfige Jury aus Vertretern des Heimatvereins, der Evangelischen Kirchengemeinde, der Stadt Herdecke und des Ender Forums einstimmig für den Entwurf von Timothy Vincent. Sein Brunnen für Ende besteht aus drei Komponenten und jede Komponente besitzt für sich eine eigene Formsprache und Symbolik:

  • Der Ruhrsandstein, durch Ablagerung über einen Zeitraum von etwa 300 Millionen Jahren entstanden und, wie der Name sagt, dem heimischen Ruhrtal entnommen, steht als unbehauener, etwa viereinhalb Meter hoher Monolith für das örtlich Gegebene, für das natürlich Gewachsene, das Urtümliche.
  • Der Diabas hingegen entstammt nicht der Region. Er ist aus fremden Tiefen der Erde als flüssiges Magma emporgestiegen und zu einem vergrünten Basalt erstarrt. Zum Kubus geformt, steht er für das Moderne und für die Menschen, die über die Zeit hinzugezogen sind und die mit ihren Eigenschaften und Eigenheiten dem Ort sein heutiges Gesicht gegeben haben und weiter geben. Aus dem Griechischen übersetzt, heißt Diabas - hergeleitet aus dem Hindurchziehen des Gesteins durch zahlreiche Schichten - "das Hinübergehen", "der Übergang", und so spricht selbst in der Bezeichnung des Materials der stetige Wandel, der den Stadtteil prägt.
  • Die Fontäne schließlich verbindet die beiden so unterschiedlichen Gesteinsblöcke zu einem einheitlichen Ganzen. Hier sprudelt das Leben, hier fließt die Zeit, hier schöpft sich Neues aus sich selbst heraus und schließt Gewordenes und Kommendes im ewigen Kreislauf stets wieder in sich selbst zusammen.

WEITERE INFORMATIONEN:
Steinbildhauerei Vincent, Timothy C. Vincent, Remestr. 20, 58300 Wetter

E-Mail:  info@steinbildhauerei-vincent.de
Webseite: www.steinbildhauerei-vincent.de

Direkt neben dem Brunnen auf dem Platz vor dem Martin-Luther-Gemeindehaus in Ende sitzen seit 2014 „Bettina und ihr Bernhardiner“,  die Lechner-Figuren in Kirchende. Sie gehören zum Stadtbild. Die finanziellen Mittel wurden von der Stadtsparkasse Herdecke bereitgestellt. 2016 mussten sich Hund und Frauchen einer Schönheitsoperation unterziehen. Der Hund hatte eine kaputte Pfote und auch Bettina war nicht mehr ganz intakt. Die Kunst-Dame, die bei jedem Wetter auch heute wieder ganz entspannt auf ihrem Mäuerchen sitzt, hatte einen Riss im Arm. Ob die beiden Beton-Figuren mutwillig beschädigt wurden, ließ sich nach Auskunft der Stadt nicht mehr klären. Anders als beim Fotografen in der Innenstadt, der im Mai 2014 Opfer eines Angriffs geworden war. Dem Kunst-Mann waren beide Arme samt Kamera abgebrochen worden.

WEITERE INFORMATIONEN:

Christel Lechner Bildhauerin, Stoltenbergstrasse 15, 58456 Witten 

E-Mail: kontakt@christellechner.de

Webseite: www.christel-lechner.de

 

 

Haus Mallingrodt in Herdecke-Ende (Gedern)

Das Anwesen steht verborgen auf einer Lichtung in einem Wald - ein historisches Areal am östlichen Ruhrufer, gelegen an einem Hang des Ardeygebirges ganz im Westen von Herdecke in einem Wald über dem Ruhrtal im Ortsteil Ende (Gedern). 

 

Ruhrviadukt Herdecke

Die Eisenbahnbrücke, die Herdecke und Hagen verbindet, wurde von der damaligen Rheinischen Eisenbahn zwischen 1877 und 1878 erbaut. Eingeweiht wurde der Viadukt am 15. Mai 1879 als eine der letzten Strecken der Rheinischen Eisenbahn, die zum 1. Januar 1880 verstaatlicht wurde und in der Preußischen Staatsbahn aufging. Der Ruhrviadukt galt zu seiner Zeit als besondere technische Meisterleistung. Mit 313 Meter Länge und zwölf halbkreisförmigen Bögen von je 20 Metern Spannweite überspannt er das Tal und gehörte damit zu der sehr schwierigen und kostspieligen Trassenführung der Rheinischen Eisenbahn von Düsseldorf über Hagen nach Dortmund. Das benutzte Bruchsteinmaterial fand man in reichlicher Menge in der Nähe der Baustelle. Allein 24.400 Kubikmeter Mauerwerk wurden verbaut. Als am 17. Mai 1943 die Möhnetal-Sperrmauer von englischen Bomben zerstört wurde, ergoss sich eine Flutwelle in das Ruhrtal. Dabei wurde ein Pfeiler des Viadukts unterspült, der zwei Brückenbögen mit in die Tiefe riss. Die Brücke wurde wieder Instand gesetzt, aber gegen Ende des Krieges von einer Sprengung der Wehrmacht abermals stark beschädigt. Davon ist heute allerdings nichts mehr zu sehen. So wirkt das Bauwerk auch heute noch imposant und nötigt dem Besucher den gehörigen Respekt vor der Ingenieurleistung seiner Konstrukteure ab. Die Eisenbahnbrücke wird heute von der privaten "Volmetalbahn" auf der Strecke von Dortmund nach Lüdenscheid befahren.

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