Ev.-Reformierte Kirche Wetter-Freiheit

Das Ev.-reform. Gotteshaus befindet sich hoch oben über dem Harkortsee neben der Burgruine der Burg Wetter. Die Kirche wurde 1893 vom Architekten Prof. Johannes Otzen aus Berlin erbaut und 1894 eingeweiht. Dass Otzen den Kirchenbau mit romanischen und gotischen Stilformen konstruierte, ist historisch motiviert, denn an dieser Stelle stand einst die Burgkapelle der Freiheit Wetter, entstanden gegen 1250 mit der Burg, 1384 erweitert und um 1550 von der Reformation übernommen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die kleine Kapelle, geweiht den beiden heilig gesprochenen Märtyrerinnen Katharina und Anna, im Schatten der Burg Freiheit wurde 1657 der reformierten Gemeinde überwiesen. Fast 75 Jahre fand das Gemeindeleben in dieser Kapelle statt, bis die Reformierten eine neue Orgel und ein neues Gestühl beschafften, im Jahre 1811 erhielt das kleine Gotteshaus eine neue Ausschmückung. Doch wurden der bauliche Zustand der Kirche im Laufe der Jahre immer schlechter und die Zustände für die kleine Gemeinde fast unzumutbar wurden. Vorangetrieben vom damaligen Pfarrer Hengstenberg, "der sich der Sache mit regem Eifer annahm und das Interesse Sr. Majestät erweckte, welcher allergnädigst geruhte, ein königl. Gnadengeschenk von 10.000 Mark zu bewilligen, sowie die Unterstützung anderer Gemeinden und Glaubensgenossen" konnte die Gemeinde den Bau einer neuen Kirche ausführen lassen, heißt es in der Kirchenchronik. Auf den Fundamenten der alten Freiheit-Kirche wurde im Jahre 1894 mit dem Bau der neuen, heutigen reformierten Kirche begonnen. Noch im Dezember desselben Jahres wurde das neue Gotteshaus eingeweiht. Mit einer Jubiläumswoche beging die evangelisch-reformierte Gemeinde Wetter-Freiheit im Mai 2007 das 350-jährige Bestehen.

 
 

Der Mann an der Orgel: Organist Gerhard Ganter

Gerhard Ganter wohnt in Witten, hat als Lehrer und Kirchenmusiker gearbeitet und ist heute noch in der evangelisch-reformierten Gemeinde Wetter als Organist engagiert.

 
 
 
 

Pfarrer der freien Gemeinde

Die Kirche in der Freiheit.

..........Der ältere Theil der Schloßkapelle wurde wohl gleichzeitig mit der Burg erbaut, man sieht noch heute den Anschluß der alten Ringmauer; später vergrößert, haben sich 1811 die Gebrüder Herminghausen (Ernst und Moriz), Nachkommen des früheren Predigers, um die innere Ausschmückung verdient gemacht.

Diese Kapelle war der heiligen Catharina gewidmet; 1643 lag dieselbe nebst dem Vicarienhause wüste, und 1646, sagen die Nachrichten, waren auch die Kirche und das Pfarrhaus im Dorfe baufällig.

 

1657 ward die Kapelle, nebst den Einkünften der Vicarien St. Annen, St. Nicolas und St. Vincentius, den Evangelischen genommen und den wenigen Reformirten übergeben; daraus erwuchs lang dauernder Haß zwischen den Gemeinden.

Die Vicarie St. Annen ist durch die von Boyle gestiftet worden. Der Vicarius von St. Nicolai trug 8 Acker Landes, zwischen Schornefeld und Urdinghausen gelegen, zum volmerstein’schen Lehen. Dasselbe war in Herdecke der Fall mit der Vicarie St. Annen und dem Hofe zu Hasley; diese kam später an die Kirche in Wetter. 1725 wurde die neue Orgel erbaut und die Gemeindekasse steuerte 2 Thlr. bei. Der erste reformirte Prediger war 1657 Antonius Dülcken. 1673 folgte Theodor Platenius, welcher vorher einige Jahre die Schule in Wetter bedient hatte. 1696 finden wir Conrad Ahltus, Prediger der kurfürstlichen Gesandtschaft in Brüssel, hieher versetzt. Sein Nachfolger war 1702 Conrad Engels und nach dessen Tode wurde Gottfried Carp erwählt. Diesem wurde 1745 Wilhelm Herminghausen als Candidat adjungirt. 1754 trat der Candidat Albert Sethmann ein und verwaltete 47 Jahre lang das Amt; er starb 77 Jahre alt. 1801 fiel die Wahl auf den Candidaten Leopold Beckhaus, welcher 6 Jahre später mit Tode abging. Die Reihe der Heimgegangenen schließt würdig Joh. Heinr. Carl Hengstenberg, früher Prediger in Frömern, gewählt am 18. Dec. 1807 und eingeführt am 22. Mai 1808. Geboren am 3. September 1770, gestorben am 28. August 1834, hinterließ er den wohlverdienten Ruf eines gelehrten Mannes von ächt evangelischer Gesinnung, der uns ein treuer Freund war und auf dessen Grab wir dieses Blatt dankbarer Erinnerung niederlegen! – Sohn und Nachfolger im Amte ist der jetzige Prediger Carl Hengstenberg. Unter dem Vorsitze des Bischoff Eylert traten beide Gemeinden 1822 der Union bei und wir hoffen, daß das Band der Eintracht zwischen ihnen für alle Zeiten befestigt sein werde!.........

 

Aus: Geschichte des Dorfs, der Burg und der Freiheit Wetter als Beitrag zur Geschichte  der Grafschaft Mark von Friedrich Harkort.

 

 

Pfarrer, Richter und Angehörige / Grabplatten, Grab- und Gedenksteine im Kirchhof

In früheren Zeiten fanden auf dem Kirchhof im Schutze der Kirche noch die verstorbenen Gemeindemitglieder ihre letzte Ruhestätte. Der reformierte Friedhof wurde im Laufe der Geschichte zwei Mal erweitert, dann aber stillgelegt.

Das steinerne Monument ist ein barockes Familiengrabmal, das sehr symmetrisch in drei vertikale Abschnitte sowie umlaufende Schriftbänder unterteilt ist:
  • Mittelteil: Hier thront prominent das reliefierte Familienwappen der Reinermans inmitten einer runden Kordel- oder Kranzumrahmung. Darüber steht der Name JOHAN. FRIEDER. REINERMAN. Am unteren Rand dieses Feldes finden sich weitere Todesdaten (OBIIT 20 JULI 1702), die nachträglich angebracht wurden. Ein weiteres Kind ohne lesbaren Namen ist mit dem Todesdatum 5 May 1691 im Alter von 6 Monaten aufgeführt. (1691 ANNO ÆTAT. 6 M.)

  • Linkes Feld: Gewidmet dem Familienmitglied CASPAR REINERMAN ("CASP. REINERMAN"). Am linken Rand ist vertikal das Sterbejahr bzw. Alter eingemeißelt: 1690. ANNO ÆTA. 8 M. (gestorben 1690 im Alter von 8 Monaten). Das Innenfeld enthält ein lateinisches Trauergedicht. Inhalt des Gedichts: Die lateinischen Verse darunter beklagen den allzu frühen Tod des Sohnes. Sinngemäß wird ausgedrückt, dass Gott dieses „zarte Pflänzchen“ früh zu sich gerufen hat, um es vor den Sünden und Leiden der irdischen Welt zu bewahren.

  • Rechtes Feld: Gewidmet CATHARINA REINERMAN. Auch hier verläuft am Rand eine vertikale Jahres- und Altersangabe: 1691. ANNO ÆTAT. 4 M. (gestorben 1691 im Alter von 4 Monaten). Zudem ist rechts ihr Name eingemeißelt. Das Zentrum bildet ebenfalls eine lateinische Grabinschrift.  Das rechte Gedicht spiegelt das linke. Es drückt den tiefen Schmerz der Eltern (insbesondere des Vaters Johann Friedrich Reinerman) aus, die nur ein Jahr nach dem ersten Kind eine weitere Tochter abgeben mussten. Es endet mit der christlichen Hoffnung auf ein Wiedersehen am Tag der Auferstehung.

Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnenLasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Mk 10,14 

Johann Friedrich Reinerman (auch Reinermann geschrieben) war ein einflussreicher Bürger und Angehöriger einer bedeutenden Honoratioren- und Juristenfamilie im Wetter (Ruhr) des 17. Jahrhunderts. Über sein Leben und seine Familie sind aus märkischen Urkunden und den Kirchenbüchern der Reformierten Kirche Wetter folgende historische Fakten überliefert:

Herkunft und Familie

  • Der Vater: Johann Friedrich war der Sohn von Caspar Reinerman (1608–1668). Sein Vater war ein mächtiger Mann in der Region: Er amtierte als kurfürstlich-brandenburgischer Richter zu Wetter, Volmarstein und Herdecke.

  • Das Familiengut: Die Familie besaß ab etwa 1640 das renommierte Gut Schede, ein herrschaftliches Anwesen auf den Höhen des Ardeygebirges über der Ruhr. Dieses Gut ging später im 18. Jahrhundert in den Besitz der berühmten Industriellenfamilie Harkort über.

  • Der Bruder: Sein älterer Bruder Bernhard Caspar Reinerman (1648–1729) trat in die Fußstapfen des Vaters und wurde ebenfalls Richter in Wetter.

Lebensweg und Tragödie

Johann Friedrich schlug vermutlich ebenfalls eine juristische oder akademische Laufbahn ein – ein „Johannes Friedericus Reinerman“ ist im Semester 1664/65 als Student an der Universität Duisburg verzeichnet. Er heiratete Anna Katharina von Hundt. Sein persönliches Leben in den 1690er Jahren war von schweren Schicksalsschlägen geprägt, die auf der erhaltenen Grabplatte an der Kirchenwand verewigt sind:

  • Im Jahr 1690 verlor er seinen 8 Monate alten Sohn Caspar.
  • Nur ein Jahr später, 1691, starb seine erst 4 Monate alte Tochter Catharina.

    Wer ist dann die Person von 1702? Bei dem im Jahr 1702 verstorbenen „Johan Frieder Reinerman“ (24 Jahre, 10 Monate alt) handelt es sich zwingend um einen Sohn des älteren Richters. Dieser wurde demnach um den September 1677 geboren. Er verstarb jung mit 24 Jahren und wurde im Familiengrab beigesetzt, woraufhin sein Name unten auf der Platte nachgetragen wurde.

Tod

Johann Friedrich Reinerman verstarb laut den Inschriften vor dem Jahr 1697 (wobei auf der Grabplatte der 20. Juli 1702 als finales Todesdatum vermerkt ist, was auf eine spätere Beisetzung oder Korrektur im Familiengrab hindeutet). Mit seinem Tod und dem seines Bruders endete im Wesentlichen die Ära der einflussreichen „Richter-Dynastie Reinermann“ auf Gut Schede, bevor das Anwesen 1748 an Peter Harkort verkauft wurde.

Grabplatte Ursula Anna Elisabeth Reinerman

Details auf der Grabplatte
Der hochkant aufgestellte Sandstein folgt dem barocken Stil der Zeit:
  • Die Namensinschrift: Auf der rechten Seite ist vertikal und in großen, gut lesbaren Großbuchstaben ihr Name eingemeißelt: „SEPTEMB. IST URSULA ANNA ELISABETH REINERMAN“.

  • Der Bibelvers: Der gesamte Spruch im Zentrum des Steins zitiert den bekannten Vers aus Psalm 90, Vers 12:„Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden.“ Dieses Zitat diente auf barocken und nachbarocken Grabsteinen als klassisches Memento Mori (Gedenke des Todes), um die Lebenden an die Vergänglichkeit des irdischen Daseins zu erinnern.
  • Das Wappen: Im oberen Zentrum ist das reliefierte Familienwappen der Reinermans in einer runden Kartusche dargestellt, gekrönt von Helmzier und barocken Ornamenten.

 

Familiärer Hintergrund: Ursula Anna Elisabeth war eine Schwester von Johann Friedrich Reinerman und stammte aus der einflussreichen Juristen- und Richterdynastie der Stadt Wetter, die auf dem herrschaftlichen Gut Schede ansässig war. Ihr Vater Bernhard Caspar Reinerman senior lenkte bis zu seinem Tod im Jahr 1668 als kurfürstlich-brandenburgischer Richter die Geschicke der Region. 

 

Früher Tod: Sie verstarb am 4. September 1659 in Wetter (Ruhr). Wie so viele Kinder dieser Epoche erlebte sie das Erwachsenenalter nicht.

Bernhard Caspar REINERMAN, Richter von Wetter bis 1668, 1608 - 02.01.1668 in Wetter
Schwiegermutter ist Anna Berve, Witwe von Johann Merkers, Richter zu Hattingen, kaufte Gut Schede

 

Ehefrau:

Gertrudt Mechthild MERCKERS (MERKERS) (MÄRKER) um 1625 Hattingen - 12.11.1662 Wetter a.d.Ruhr

 

Kinder:

  • Ursula Anna Elisabeth Reinerman ??.??.???? - 04.09.1659 in Wetter (Ruhr)
  • Anna Christina(e) Reinerman (05.12.1644 - 15.11.1697)
  • Bernhard Caspar Reinerman, Richter (7. Mai 1648 – 23. Januar 1729) + Anna Maria Elisabeth Pfannkuch (1652 – 1709), Kind: Charlotte Luisa Reinerman (ca. 1690 – 1738)
  • Johann Friedrich Reinerman (.... – vor 1697)

Auf der gegenüberliegenden Seite findet man ein ganzes Ensemble von z.T. noch gut erhaltenen Grabplatten.

 
 

Engels, Henrich Conrad 1674 - 1714

HIER RUHET IN GOTT DER
WEYLAND WOL EHRW
UND HOCH GELTER HERR HEN-
RICH CONRAD ENGELS IN SEI-
NEM LEBEN TREU=EYFRI
GER LEHRRER UND PREDIE-
GER DIESER CHRISTLICH-
REFORMIERTEN GEMEINE ZU
WETTER GEBOHREN ZU KET
WIG IM JAHR CHRISTI
MDCLXXIV D XVI AUG
GESTORBEN ANNO MDCCXIV
D XXILX SEPTEMBER SEINES AL
TERS XL JAHR VI WOCHEN
UND II TAGE DER HERR
VERLEYHE IHM EINE SANFFTE
RUHE UND SELIGE AUFFERSTE
HUNG

APOC XIV V 13
SEELIG SIND DIE TODTEN DIE IN DEM
HERRN STERBEN VON NUN AN

Hier ruht in Gott der Weyland Wol-Ehrw(ürdigen) und hoch gelter (gelehrter) Herr Henrich Conrad Engels in seinem Leben treu eyfriger Lehrrer und Predieger dieser christlich reformierten Gemeinde zu Wetter geboren zu Kettwig im Jahr Christi MDCLXXIV XVI August, gestorben anno MDCCXIV XXVIII September seines Alters XL Jahr VI Wochen und II Tage. Der Herr verleyhe ihm eine sanfte Ruhe und selige Auferstehung.

 

 

Henrich Conrad Engels (1674-1714) ist eindeutig identifizierbar als Johann Heinrich Konrad Engels, geboren 16.08.1674 in Kettwig, gestorben 28.09.1714 in Wetter. Er gehört zur bekannten reformierten Pfarrer‑ und Bürgerfamilie Engels aus Kettwig.

 

Eltern:

  • Michael Engels (Pfarrer in Kettwig, 1643–1706)
  • Sibylla Peill (ca. 1645–1717)

 

Drei Generationen: 110 Jahre durchgängig Pfarrdienst in Kettwig: 

  • Petrus Engels (1636 - 1666) (2. Ehemann von Grimholds Tochter Anna; Vater von Michael Engels; Großvater von Jakobus Engels)
  • Michael Engels (1666 - 1706) (Sohn von Petrus Engels)
  • Jakobus Engels (1707 - 1746) (Sohn von Michael Engels; Enkel von Petrus Engels)

Grabplatte Ahlii, Conradi (Alter: 30)

Conrad Ahle war ein reformierter Prediger, dessen Name eng mit den religiösen Umbrüchen im märkischen Ruhrtal verbunden ist. Dass seine Gemeinde ihm ein so prachtvolles, rein lateinisches Epitaph mit einem abschließenden Trostgedicht (Luge sed vitas excole...) widmete, unterstreicht seine hohe theologische Autorität und Wertschätzung in der Freiheit Wetter.

EPITAPHIUM
D. M.
VIRI PLURIMUM REVERENDI
CONRADI AHLII
AETATIS SUAE 30 ÃORU 9 MENS:
ET 23 DIERV MINISTERII 45 ÃORU
SACRUM
INC CONRAD AHLII CINERES
HEV FATA SEPULTOS
LUGE SED UITAS EXCOLE SALUUS
ERIS

 

Dem höchsten Gott geweiht.
[Hier ruht der Körper] des hocherwürdigen Mannes Conrad Ahle.
Seines Alters 30 Jahre, 9 Monate und 23 Tage;
seines heiligen Pfarramtes 45 Jahre*.
Hier liegt die Asche Conrad Ahles – ach, durch das Schicksal begraben!
Trauere, aber pflege das Leben [im Glauben], so wirst du gerettet sein. 
*Die Auflösung des Zahlenrätsels:
 
Zählt man die echten Daten zusammen, stellt man fest, dass Konrad Ahle bei seinem Tod im Jahr 1701 tatsächlich genau 30/31 Jahre alt war und exakt 5 Jahre im Pfarramt (1696–1701) in Wetter verbracht hatte. Wie kommt es also zu der Meißelung „MINISTERII 45“ (45 Jahre Dienstzeit) auf dem Stein?  Hier liegen gleich zwei typische Phänomene barocker Steinmetzkunst vor:
  1. Ein klassischer Zahlendreher (Zahlensprung):
    Der Steinmetz hat bei der Dienstzeit schlichtweg eine 5 gehauen, dieser aber eine 4 vorangestellt. Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass die Zahl 45 ursprünglich gar nicht für seine persönliche Dienstzeit stand, sondern ein Dienstjubiläum der Familie oder ein Gemeindejubiläum markieren sollte. Da sein Vater oder Großvater oft ebenfalls im Kirchendienst standen, rechnete man im Barock gerne die „Gesamtdienstzeit“ einer Dynastie zusammen, um den Status auf dem Epitaph zu erhöhen.
     

  2. Die Verwechslung mit dem Dienstalter des Vaters:
    Häufig wurden Entwürfe für Grabplatten handschriftlich auf Papier an den Steinmetz übergeben. Stand dort im Fließtext beispielsweise „er diente treu nach dem Vorbild seines Vaters, welcher 45 Jahre im Amt stand“, neigten handwerklich orientierte Steinmetze dazu, beim Übertragen nur die nackten Zahlen herauszufiltern und diese fälschlicherweise in die standardisierte Zeile „MINISTERII...“ zu setzen.
     
Fazit:
Die Angabe AETATIS SUAE 30 (Seines Alters 30) ist historisch absolut korrekt. Konrad Ahle starb als junger, hoffnungsvoller Theologe. Die „45 Dienstjahre“ sind ein monumentaler Meißelfehler oder eine fehlerhafte Übertragung einer familiären Vorfahren-Amtszeit auf den Stein des Sohnes

Grabplatte Katharina Sibylla von Woringen (....-....) und
Philippina Elisabetha Platenius (....-....)

AO ... DEM 18 FEB..
... EHR UND THUGENDTREICHE FRAW CATHARINA SIBILLA
..ORINGEN EHEFRAW HERRN PASTORIS
... JAR IHRES ALTERS GOT SELIG IM HERRN ENTS

AO 16.. DEN 15 SEPTEM.
IST PHILIPPINA ELISABETHA PLATENIUS IM ERSTEN
JAHR IHRES ALTERS IM HERRN ENTSCHLAFFEN

TEXTUS PS[ALM] 42 V 2
WIE DER HIRSCH SCHREYET NACH
FRISCHEM WASER SO SCHRY-
ET MEINE SEEL GOTT ZU DIR

TEXTUS MATTH. 18 V 10
SEHET ZU DAS IHR NICHT
JEMAND VON DIESEN KLEI
NEN VERACHTET, DAN ICH
ICH SAGE EUCH, IHRR ENGEL
IM HIMMEL SEHEN ALLEZEIT
DAS ANGESICHT MEINES
VATTERS IM HIMMEL.

Katharina Sibylla (Sibylle) von Woringen

 

Ehemann:

Rektor und Pfarrer Diedrich (Theodor) Platenius, Heirat: 15. August 1674, Bochum

 

Kinder:

Anna Helena Margaretha Platenius (ca. 1675 – 16. November 1748)

  1. Ehemann: Heinrich Werner Ehinger (ca. 1675 – ca. 1711) Heirat: 1698
  2. Ehemann: Johann von Woringen, Heirat: 1720

Philippina Elisabetha Platenius (....-....) Sie verstarb laut Grabsteim im ersten Lebensjahr.

Grabplatte Diedrich Theodorus Platenius (1643-1695)

....1673 folgte Diedrich Theodorus Platenius, welcher vorher einige Jahre die Schule in Wetter bedient hatte..... (Quelle: Harkort, s.o.)

.....Theodorus Platenius Pastor vir  pietatis amans....

 

DN THEODORUS PLATENIUS PASTOR ECCLESIAE EVANG
REFORMATAE REVERENSIS VICARIUS
... [MINI]STERY SUI XXIII
PLURIMUM REV..

SUB TUMULO IACET HOC
REVERENDUS VIR THEODORUS
PLATENIUS PASTOR VIR PIE-
TATIS AMANS:
TEMPLORUM SPLENDOR PROBITAS
CONSTANTIA CANDOR
... RELIGIONIS
APEX

P.M.G.P
SUPERSTITES
HERED
MOESTI

 

Der ehrwürdige Theodorus Platenius, Pastor der evangelisch‑reformierten Kirche zu Rehren, Vikar, … in seinem Amt 23 Jahre, höchst ehrwürdig. Unter diesem Hügel ruht der ehrwürdige Mann Theodorus Platenius, Pastor, ein Mann, der die Frömmigkeit liebte. Glanz der Kirchen, Rechtschaffenheit, Standhaftigkeit, Lauterkeit … der Höhepunkt der Religion. Sie setzten dies zum dankbaren Andenken. Die hinterbliebenen, traurigen Erben.

 

1673 übernahm  Platenius die Pfarrerstelle in Wetter. Er heiratete am 15. August 1674 in Bochum die Katharina Sibylla von Woringen (s.o.). Sie hatten lt. Aufschreibungen 2 Töchter: Anna Helena Margaretha Platenius  (ca. 1675 – 1748) und Philippina Elisabetha Platenius (....-....) Sie verstarb laut Grabsteim im ersten Lebensjahr.

Grabmal Karl Hengstenberg und seiner treuen Gattin Laura, geb. Jacobi

 

Aus Gnaden seid ihr selig geworden.
Eph. 2,8.

Hier ruhen in Frieden
Karl Hengstenberg
Pfarrer und Superintendent
in Wetter a. d. Ruhr
* 19. December 1806 in Fröndenberg
+ 22. August 1891

und seine treue Gattin
Laura geb. Jacobi
* 3. October 1814 in Pempelfort
+ 6. September 1883

Aus Gnaden seid ihr selig geworden.

Eph. 2,8.

Hier ruhen in Frieden
Karl Hengstenberg
Pfarrer und Superintendent
in Wetter a. d. Ruhr
* 19. December 1806 in Fröndenberg
+ 22. August 1891

und seine treue Gattin
Laura geb. Jacobi
* 3. October 1814 in Pempelfort
+ 6. September 1883

 

Kinder:

  1. Ernst Karl Georg Hengstenberg  (1837 – 1893)
  2. Clara Carolina Augusta Hengstenberg (1838 – 1888)
  3. Agnes Maria Hengstenberg (1839 – 1873)
  4. Laura Theresa Augusta Mathilda (Mathilde) Hengstenberg (1841 – 1900)
  5. Karl Wilhelm Hermann Hengstenberg (1842 – 1874)
  6. Friedrich Wilhelm Hengstenberg (1843 – 1900)
  7. Maria Theresa Elisabeth Hengstenberg (1843 – 1942)
  8. Clara Emilia Cornelia Theresa Johanna (Anna) Hengstenberg (1846 – 1911)
  9. Laura Hengstenberg (1849 – 1918)
  10. Rudolf Gustav Eduard Hengstenberg (1850 – 1932)
  11. Ida Luisa Maria (Marie) Hengstenberg (1853 – 1900)
  12. Emma Hengstenberg (1854 – 1858)
  13. Ida Agnes Antoinette Hengstenberg (1856 – 1866)

 * Karl Konrad Friedrich Hengstenberg, ** Maria Eleonora Johanna (Laura) Jacobi, *** Düsseldorf-Pempelfort ,
**** Heirat:   29. April 1836, Düsseldorf 


Grabmal Johanna Luise Sophie Hengstenberg (1800-1819)

 
Inschrift 

J. L.
SOPHIE
HENGSTEN-
BERG

GEBOREN
DEN 12. DEC. 1800

GESTORBEN
DEN 30. OCT 1819

OFFENB JOH 2, 10

 

Der Bibelvers: Darunter ist ein Verweis auf die Offenbarung des Johannes (Kapitel 2, Vers 10) eingemeißelt: „Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“

Johanna Luise Sophie Hengstenberg (1800 - 1819)

Auch bekannt als: "Sophie"

 

Geburt: 12.12.1800 Geburtsort: Fröndenberg, Arnsberg

Tod: 30.10.1819 (18) Wetter, Giessen

 

Angehörige:   

Vater: Johann Henrich Karl Hengstenberg 1770 - 1834

Mutter: Wilhelmine Katharina Friederike Hengstenberg 1774 - 1824

 

Geschwister:

  • Ernst Wilhelm Theodor Hermann Hengstenberg;
  • Lisette Wilhelmine Johanna Caroline Hengstenberg;
  • Carl Conrad Friedrich Hengstenberg;
  • Elise Magdalena Wilhelmine Karbe;
  • Ida Caroline Wilhelmine Travers und 3 weiteren

Grabplatte(n) des Johannes Katterberg und seines Schwiegervaters Winnandt Lohe

Grabplatte links:

Anno….ist der ehrsahme Winnandt Lohe im Herrn entschlafen sein Alter 71 Jahr…

Text: Psalm 17 V 15:

Ich aber will(l) schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit. Ich will(l) sat(t) werden wenn ich erwache nach deinem Bilde.

 

Winnand Lohe (1650 – 1721?) evangelisch-reformiert; Apotheker, Stadtrezeptor, Solingen 

 

 

Grabplatte rechts:

….der ehrsahme Johannes Katterberg im Herren selig entschlafen seines Alters 75 Jahr 9 Monath.

Text: Jesaja 57 V2:

Und die richtig vor sich gewandelt haben, kommen zum Frieden und ruhen in ihren Kammern.

 

Johannes Katterberg   (1673 – 1748), evangelisch-reformiert; Kaufmann aus Solingen
Begräbnis: 6. Oktober 1748 in Wetter, Ehefrau: Christina Lohe (1685 – 1749) evangelisch-reformiert

Vater der Ehefrau: Winnandt Lohe (1650 – ....) evangelisch-reformiert; Apotheker, Stadtrezeptor, Solingen 

Grabplatte des Johannes Zauleck und seiner Frau Elisabeth Zauleck geb. Spennemann

 
 

Pastor

Johannes Zauleck

geb. am 9. Aug. 1877 in Bremen

gest. am 16. Aug. 1942

in Wetter

Elisabeth Zauleck geb. Spennemann

14.10.1882 – 26.03.1964

 

JOHANNES ZAULECK (1877-1942)

August Adolf Johannes Zauleck wurde am 9. August 1877 als ältestes der acht Kinder von Pfarrer Friedrich August Paul Zauleck und seiner Ehefrau Auguste Luise Henriette, geb. Duchstein in Bremen geboren. Nach der Reifeprüfung in Bremen studierte Zauleck erst klassische Philologie in Marburg, dann Theologie in Greifswald, Halle und Münster. Nach dem theologischen Examen 1901 unterrichtete Zauleck zunächst als Hauslehrer auf dem Landgut Palwitz in Hinterpommern. 1902-1903 war er Lehrvikar in Werther bei Bielefeld und 1903-1907 Synodalvikar in Witten. Seine erste Pfarrstelle trat Johannes Zauleck 1907 in Weidenau/Sieg an. 1908 heiratete Zauleck die aus einer Wittener Kaufmannsfamilie stammende Elisabeth Spennemann, mit der er vier Kinder hatte.


1913 trat Zauleck eine Pfarrstelle in Bochum an. Auf dem „konservativen Bochumer Pflaster“ konnte Zauleck seine Vorstellungen von Kinder- und Jugendarbeit nicht verwirklichen. Er wollte in eine kleinere Stadt mit ähnlicher industrieller Struktur wechseln. 1920 wurde er in der reformierten Gemeinde in der Freiheit, Wetter als Pfarrer gewählt. Neben der Jugendarbeit widmete Zauleck sich der Männerarbeit. 1922-1932 organisierte er zehn Männerfahrten, mit denen er überwiegend der kirchlichen Gemeinde ferner stehenden Arbeitern eine Urlaubsreise ermöglichte. 1934 wurden diese Reisen von den Nationalsozialisten verboten. Zauleck, der Mitglied der Bekennenden Kirche war, nahm eine neutrale Haltung gegenüber dem nationalsozialistischen Staat ein, geriet aber in Konflikt mit der herrschenden Macht, u. a. auf Grund seines Bemühens „Brücken zu schlagen“ zur sozialistischen Jugend. Zauleck wurde von Mitgliedern der Hitlerjugend auch tätlich angegriffen, als „politisierender Pfarrer“ verunglimpft und für einige Stunden festgenommen. Eine längere Verhaftung oder gar Abschiebung ins Konzentrationslager blieb ihm aber erspart. Das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft erlebte Johannes Zauleck nicht mehr. Er starb am 16. August 1942.

Weitere, z.T. stark beschädigte Grabsteine

Carp, Anna Catharina (geb. Klugh) * k.A., + 1766 (Alter: 81)
Carp, Godefrid * k.A., + 1746 (Alter: 76)

ET ...
RES URGEMUS
BEATO PARENTI POSUIT MAESTUS FILIAS H C
CHRISTUS RESURREXIT

DIE EHR UND TUGENDSAHME
ANNA CATHARINA CARP
GEBOHRNE KLUGH IST GE
STORBEN ANNO 1766 DEN 13
OCTOBER A.. 81 JAHR 10 MONAT.

HIC ...
VIR VEN..
GODEFRID ..RP
ECCLE..
HEERENSIS PE..OS XVI
ET WETTER ..ER XXX
PASTOR ...
PIETATI..
....
....
OBIIT
AO ... MDCCXXXXVI DIE XVI OCTOB…S NTUS ... NTUS LXXVI

VALE CAELITUM NUNC BEATIS
SEDIBUS ADSCRIPTE
NOS TE SEQUEMUR
C.. ..TER
..E
TEXT ... 4 V 8

 

 Gesamtsinn (sinngemäße Übersetzung)

„Wir drängen die Sache weiter / wir treiben das Werk voran. Dem seligen Vater hat der traurige Sohn dieses (Denkmal) gesetzt. Christus ist auferstanden. Die ehr‑ und tugendsame Anna Catharina Carp, geborene Klugh, ist gestorben im Jahr 1766 am 13. Oktober, im Alter von 81 Jahren und 10 Monaten. Hier ruht der ehrwürdige Mann Gottfried Carp, Pastor der Kirche zu Rehren sechzehn Jahre und zu Wetter dreißig Jahre, ein frommer Hirte. Er starb im Jahr 1746 am 16. Oktober, im Alter von 76 Jahren. Leb wohl, du nun den Seligen im Himmel Zugezählter; wir werden dir folgen. (Grabtext) 4. Vers 8.“

DIE EHR UND TUGENDSAHME ANNA CATHARINA CARP GEBOHRNE KLUGH IST GESTORBEN ANNO 1766 DEN 13 OCTOBER ALT 81 JAHR 10 MONAT

 

Anna Catharina CARP, geb. KLUGH
1685 - 13. Oktober 1766 Wetter (Ruhr)

 

Ehepartner:
Pfarrer Gottfried CARP (GODEFRID CARP)  (getauft 1670 – verstorben 14. Oktober 1746) in Hamm
Gottfried Carp immatrikulierte sich 1694 am Akademischen Gymnasium in Bremen, 1697 aber in Franeker. Am 14. Februar 1700 wurde er als Pfarrer in Heeren, am 28. Juni 1716 als reformierter Pfarrer in Wetter eingeführt, wo er am 14. Oktober 1746 verstarb.

 

Eltern:
Pfarrer Heinrich CARP (1626 - 24. Juli 1696)
Anna Catharina SONDERMANN (????- 19. Dezember 1721)

 

Kinder:
Amalie Eleonora Johanna CARP (ca. 1710 - ????) + Johann Caspar Wilhelm HERMINGHAUSEN
Maria Philippina Sophia CARP (Taufe 17. September 1721)

Grabplatte ????

Grabplatte Hengstenberg, Bürgermeister und Kaufmann

ANNO 1720 DEN 11. DECEMBER
IST ..TERBERG GEWES BÜRGEMEISTER UND
RAU...
..RREN SELIG ENTSCHLAFEN SEINES ALTERS 75 JAHR

AÕ 17__ DEN ___ IST DIE EDLE
VIEL EH..END REICHE FRAU ANNA MARGRETA HENGSTEN
BERG FRAU WITTIBE SEL
WILH KATERBERGS SELIG IM HERN ENTSCHLAFEN
IHRS ALTERS __ JAHR

TEXT JACOBI 1 V 12
SELIG IST DER MANN DER
DIE ANFECHTUNG ERDUL-
DET DEN NACH DEM ER
BEWÄHRET IST WIRD ER
DIE KRONE DES LEBENS
EMPFAHEN WELCHE GOTT
VERHEISSEN HAT DENEN
DIE IHN LIEBEN

Text PHILIP 1 V 23
ICH HABE LUST ABZUSCHEI-
DEN UND BEI CHRISTO ZU
SEIN WELCHES AUCH VIEL
BESSER WARE

Grabplatte Johann Caspar Wilhelm Herminghausen

Johann Caspar Wilhelm Herminghausen   (ca. 1706 – 1752),
evangelisch-reformiert; Rektor und ab 1745 Pfarrer in Wetter

Geburt: ca. September 1706 in Radevormwald
Tod: 29. (09.) Mai 1752  in Wetter
Heirat: 21. September 1738 in Wetter

 

Ehefrau:
Amalia Eleonora Johanna (Amalie) Carp
evangelisch-reformiert
Geburt: ca. 1710 (?) in Wetter

Vater: Gottfried Carp  (1670 – 1746)

 

 

HIER RUHET
CASPAR WILHELM HERMINGHAUSEN
..STWÜRDIGER PREDIGER DIESER GE..
..TSCHLUMMERT ZUM BESSEREM L[EBEN]
DEN 9. MAI 1752
ALT 45 JAHRE
... .ORIZ UND ERNST
... UND VERSCHÖNERTEN
LIEB.. DIESEN TEMPEL
..R LEGTE DARUM DIE GEMEI..
... VATER IHRER WOHLTHATEN
... DENKST..
..ESTE..

Die Lebensgeschichte von Johann Caspar Wilhelm Herminghausen (ca. 1706 – 1752) ist eng mit der Religionsgeschichte der Grafschaft Mark und dem geistlichen Leben der Stadt Wetter (Ruhr) im 18. Jahrhundert verknüpft.

 

Herkunft und Ausbildung

  • Die Familie Herminghausen: Johann Caspar Wilhelm entstammte einer angesehenen, tief im märkischen Raum (unter anderem im Raum Radevormwald/Altena) verwurzelten Gelehrten- und Ratsherrenfamilie. Seine Mutter, Anna Catharina Sondermann, stammte aus einer einflussreichen lokalen Familie.
  • Theologiestudium: Um Prediger in der Grafschaft Mark zu werden, absolvierte er ein klassisches Studium der reformierten Theologie, sehr wahrscheinlich an einer der nahegelegen Universitäten jener Zeit (wie der Hohen Schule in Herborn oder in Duisburg). Dort wurde er streng nach der calvinistischen/reformierten Lehre ausgebildet.

Wirken als Prediger in Wetter

  • Das Amt: Nach seiner Ordination trat er die Pfarrstelle an der Evangelisch-Reformierten Stadtkirche in Wetter an. Zu seiner Zeit war der Predigerberuf nicht nur eine geistliche Pflicht, sondern eine staatlich-gesellschaftliche Schlüsselposition: Pfarrer leiteten die Schulen, führten die Register und besaßen enormen Einfluss auf das soziale Gefüge der Stadt.
  • Kulturelles Umfeld: Seine Amtszeit fiel in die Ära Friedrichs des Großen (König von Preußen, zu dem die Grafschaft Mark gehörte). In dieser Epoche wuchs die wirtschaftliche Bedeutung des Ruhrtals durch den frühen Bergbau und die Metallverarbeitung rasant an, was auch die Zusammensetzung seiner Gemeinde prägte.
  • Die Verwandtschaft vor Ort: In Wetter war Herminghausen durch Heirat und Verwandtschaft mit den führenden protestantischen Kaufmanns- und Honoratiorenfamilien vernetzt, darunter den Familien Katerberg und Hengstenberg, die im Textil- und Eisenhandel der Region eine tragende Rolle spielten.

Ein frühes Ende

  • Tod im besten Alter: Das markanteste Detail seiner Lebensgeschichte ist sein früher Tod. Er verstarb mitten in seiner aktiven Schaffensphase am 10. Mai 1752 mit nur 45 Jahren.
  • Das Denkmal: Dass ihm die Gemeinde oder seine wohlhabenden Verwandten eine derart monumentale Sandstein-Grabplatte direkt an der Kirchenmauer errichteten, zeugt von seinem hohen Ansehen. Die Inschrift „[Treuverdienter] Prediger allhier“ und der Bezug auf sein langes Wirken „in diesem Tempel“ unterstreichen, dass er von den Bürgern Wetters tief verehrt wurde.

Heerder, Caspar * k.A., + 1698

 
 

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SELIG ENTSCHLAFEN


TEXTUS PHIL 1 V 21
CHRISTUS IST MEIN
LEBEN - STERBEN IST
MEIN GEWINN

QUOD TU ES EGO FUI
QUOD EGO SUM TU ERIS
[Was du bist, bin ich gewesen,
was ich bin, wirst du sein]

PS 6 V 5
DER HERR ABER IST
MEIN GUT UND MEIN
THEIL. DU ERHELTEST
MEIN ERBTHEIL DAS LOS
IST MIR GEFALEN AUFS
..LICHE MIR IST EIN
... ERBTHEIL WORDEN

 

Caspar Wilhelm Heerder (geb. ??, gest. 8.5.1737 in Dobbertin) aus Wetter in Westfalen war von Juli 1704 bis zu seinem Tod Pastor in Dobbertin. Sein Studium begann 1698. War der hier erwähnte Caspar Heerder sein Vater?

 
 
 
 
 
 

Pastorat / Pfarrhaus

Auch ein Pfarrhaus gab es in den Frühzeit der Gemeinde schon. Es war ursprünglich ein Burglehn der Familie Brocke, die es der Gemeinde bei ihrer Entstehung verkaufte. Das heutige Pfarrhaus wurde in den Jahren 1784 bis 1786 errichtet.