Marineschiffe in Hamburg

Hollands Marinestolz L800 ROTTERDAM besucht Hamburg

Am 20.09.2019 ist das amphibische Marineschiff HNLMS ROTTERDAM der Royal Netherlands Navy in Hamburg an der Überseebrücke eingetroffen. Die Bezeichnung amphibisches Marineschiff ist eine irreführende Übersetzung aus dem Englischen, da das Schiff selbst nicht amphibisch – also an Land und Wasser einsetzbar –, sondern lediglich ein Träger für amphibische Fahrzeuge ist. Die sinngemäße Übersetzung wäre daher Schiff für amphibische Angriffe.

Die ROTTERDAM ist mit einem großen Hubschrauberdeck und einem Dock für Landungsboote ausgestattet, sowie einem kompletten Krankenhaus einschließlich Operationssaal und Intensivstation.

Die ROTTERDAM wurde 1996 auf Kiel gelegt, die Indienststellung erfolgte im April 1998. Zusammen mit ihren 2007 in Dienst gestellten Schwesterschiff JOHAN DE WITT bildet sie das Kernstück der niederländischen amphibischen Flotte. Die später gebaute JOHAN DE WITT ist zwar ein Schwesterschiff, ist jedoch größer als die ROTTERDAM. Die ROTTERDAM verdrängt bei einer Länge von 166,20 Metern, einer Breite von 27,00 Metern  und einem Tiefgang von 5,90 Metern 12.750 Tonnen. Das Schwesterschiff hat einer Verdrängung von 16.500 Tonnen. Die ROTTERDAM kann bis zu sechs Hubschrauber des Typs Lynx aufnehmen. Alternativ finden auch bis zu 3 NH90 Hubschrauber an Bord Platz. Im Dockraum können bis zu 6 Ladungsboote aufgenommen werden. An Bord finden bis zu 600 Soldaten Platz. Angetrieben wird das Schiff durch 4 Dieselmotoren mit einer Leistung von insgesamt 12 MW. Zwei elektrische Fahrmotoren wirken über 2 Wellen und ermöglichen eine Geschwindigkeit von 19 Knoten.

 

Nicht nur die Königlich Niederländische Marine weiß die operativen Möglichkeiten zu schätzen. Auch die Deutsche Marine will die operativen Chancen des Amphibikschiffes in Zukunft stärker nutzen. Die beiden Nato-Mitglieder vereinbarten eine enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet der amphibischen Operationen. Deutschlands Marine besaß, beginnend mit den Aufbaujahren in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre bis in die frühen 1990er-Jahre, eine durchaus respektable amphibische Komponente. Doch büßte die Marine diese Fähigkeiten und auch Ressourcen im weiteren Verlauf der allgemeinen Verkleinerung der Bundeswehr ein. Inzwischen gibt es auch hier eine „Kehrtwende“. Seit dem 1. April 2014 etwa baut die Deutsche Marine ihr Seebataillon (SeeBtl) auf und nutzt dabei auch die in Jahrzehnten erworbene Expertise der Niederländischen Marine, die ein starkes „Korps Mariniers“ hat. Inzwischen finden regelmäßig gemeinsame Übungen statt, bei denen die ROTTERDAM auch immer mal wieder mit von der Partie ist.

Am 07. August 2017 berichtet die THB zum Thema „Maritime Sicherheit“:
Alle drei EGV außer Gefecht

"Bonn" und "Berlin" in Hamburg

Die angespannte Lage hinsichtlich der Verfügbarkeit von Booten und Schiffen der Deutschen Marine zeigt sich immer deutlicher. So befinden sich aktuell die drei Einsatzgruppenversorger, „Berlin“ (A 1411), „Bonn“ (A 1413) und „Frankfurt am Main“ (A 1412) in der Werft. Eine in der Geschichte dieser schwimmenden Logistikplattformen einzigartige Situation.


Anfang August 2017 machte den Reigen der Werftlieger für die Versorger der Klasse 702 die „Bonn“ komplett. Sie liegt jetzt direkt neben ihrem Schwesterschiff, der „Berlin“, in der zur Lürssen-Gruppe gehörenden Hamburger Norderwerft. Die am 11. April 2011 in Dienst gestellte „Berlin“, zugleich Typschiff der Klasse 702, befindet sich bereits seit mehreren Monaten in der Werft am Reiherstieg im Hamburger Hafen. Von größeren technischen Problemen an dem ursprünglich bei FSG gebauten, rund 200 Meter langen Versorger ist in Hamburger Hafenkreisen die Rede. Die Marine äußerte sich nicht zu technischen Details.

 

Knapp 100 Kilometer weiter nördlich, in Kiel, kümmert sich seit Mitte Juni die German Naval Yards (GNYK) um die „Frankfurt am Main“. Wie ihr Schwesterschiff „Berlin“, entstand auch dieser Versorger bei Flensburger FSG-Werft und wurde am 27. Mai 2002 in Dienst gestellt. Dem 15 Jahre alten Logistikschiff wurde ein Fahrmanöver zum Verhängnis, als es am 16. März dieses Jahres im Marinestützpunkt Wilhelmshaven mit dem Heck gegen eine Schleusenwand prallte und dabei erhebliche Beschädigungen in der Stahlkonstruktion erlitt. Von einem siebenstelligen Euro-Betrag ist die Rede (THB 20. Juni 2017).

Die Berlin (A1411) ist ein Einsatzgruppenversorger der Deutschen Marine vom Typ EGV 702, auch Berlin-Klasse. Sie ist das Typschiff dieser Klasse und das neunte Kriegsschiff dieses Namens. Die Berlin wurde auf der Werft der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft gebaut, am 30. April 1999 durch Monika Diepgen, Ehefrau des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Eberhard Diepgen getauft und am 11. April 2001 in Dienst gestellt. Im September 2016 ging die Berlin in eine eineinhalbjährige Grundüberholung in die Norderwerft in Hamburg. Das Bild entstand 2017.

Die Bonn (A1413) ist ein Versorgungsschiff und das größte Schiff der deutschen Marine vom Typ EGV 702. Sie ist die dritte gebaute Einheit dieser Klasse. Namensgeber ist die Bundesstadt Bonn. Der Neubau wurde am 16. September 2010 bei der Peene-Werft in Wolgast feierlich auf Kiel gelegt, der offizielle Baubeginn erfolgte jedoch bereits im März 2010 mit dem ersten Stahlschnitt für den Decksaufbau bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG). Der in Wolgast gebaute Rumpf verließ am 27. April 2011 das Baudock und wurde im Mai nach Emden zur Endausrüstung geschleppt. Am 30. Mai 2011 wurden in Emden der Seeversorgungs-Mast und am Folgetag die von FSG gefertigten Decksaufbauten auf den Rumpf aufgesetzt. In Anwesenheit des Bundesministers der Verteidigung, Thomas de Maizière, wurde das Schiff am 17. April 2012 von Hanne Hufschmidt, der Ehefrau des damaligen Bonner Oberbürgermeisters Jürgen Nimptsch, auf dem Gelände der Emder Werft und Dockbetriebe GmbH auf den Namen Bonn getauft. Das Schiff sollte ursprünglich im Oktober 2012 im Marinestützpunkt Wilhelmshaven in Dienst gestellt werden. Durch Bauverzögerungen, die auch durch die Insolvenz der P+S Werften verursacht worden waren, konnte die Bonn jedoch erst am 13. September 2013 in Dienst gestellt werden.

NORDRHEIN-WESTFALEN (F 223)

Nordrhein-Westfalen (F 223)

Die "Nordrhein-Westfalen", die neue Fregatte F 223 der Deutschen Marine, ist 149 Meter lang, oben grau und unten rot gefärbt und komplett von Wasser umgeben. Gemeint ist natürlich nicht das Bundesland, sondern das erste Kriegsschiff, das diesen Namen erhielt. Die Namenstaufe fand am 16. April 2015 in Hamburg im Rahmen einer Feierstunde bei ThyssenKrupp Marine Systems auf dem Werftgelände der "Blohm+Voss Shipyards" statt. Die Übergabe an den Auftraggeber Bundeswehr ist für Sommer 2018 geplant. Danach erfolgen die Indienststellung durch die Deutsche Marine und die Stationierung in Wilhelmshaven.

Fregatten sind die größten Kampfschiffe, die Deutschland besitzt. Die "Nordrhein-Westfalen" ist eines von vier Schiffen der Klasse 125, die sukzessive acht alte Fregatten der "Bremen"-Klasse ersetzen. Sie wird mit fast der Hälfte an Besatzung auskommen und mit zwei Jahren Dauer wesentlich länger ununterbrochen im Einsatz bleiben können als die bisherigen deutschen Kriegsschiffe. Dafür sind insgesamt acht Wechselbesatzungen unter der Bezeichnung "Crew Alpha" bis "Crew Hotel" geplant, die die neuen Hightech-Schiffe abwechselnd durch die Einsätze führen. Die "Nordrhein-Westfalen" und ihre Schwesterschiffe sollen Seewege sichern, Embargo- und Rettungseinsätze begleiten, Spezialkräfte unterstützen und nicht zuletzt eigene Einheiten gegen feindliche Flugzeuge, U-Boote und Kriegsschiffe verteidigen. Dazu müssen sie zur vernetzten Operationsführung mit Land- und Luftstreitkräften fähig sein. Insgesamt beläuft sich das Auftragsvolumen für die Fregatten auf rund zwei Milliarden Euro.

Nordrhein-Westfalen (F 223)
Nordrhein-Westfalen (F 223)

REINLAND-PFALZ (F 225)

  • Bauwerft: Blohm + Voss, Hamburg
  • Kiellegung: 29. Januar 2015
  • Stapellauf: 24. Mai 2017
  • Namensgeber: Land Rheinland-Pfalz
  • Indienststellung: geplant 2020

Die Rheinland-Pfalz (F225) ist eine im Bau befindliche Fregatte der Deutschen Marine und die vierte Einheit der Baden-Württemberg-Klasse, auch F125-Klasse genannt. Das nach dem Bundesland Rheinland-Pfalz benannte Kriegsschiff ist, nach der 2013 außer Dienst gestellten Fregatte Rheinland-Pfalz (F 209) der Bremen-Klasse, die zweite Einheit dieses Namens in einer deutschen Marine. Ein Kriegsschiff mit dem Namen eines Teilgebiets des heutigen Bundeslandes, die SMS Rheinland, gab es in der Kaiserlichen Marine. Die Rheinland-Pfalz wurde am 29. Januar 2015 in Zusammenarbeit zwischen ThyssenKrupp Marine Systems und der Lürssen-Werftgruppe in Hamburg auf Kiel gelegt. Die feierliche Taufe erfolgte am 24. Mai 2017 in Hamburg. Im Juni 2019 führte das Schiff eine Werfterprobungsfahrt durch. Die Fotos entstanden im September 2019. Die Indienststellung und Übergabe an das 4. Fregattengeschwader ist für das Jahr 2020 geplant.

OSTE (A 52)

Flottendienstboot Oste (A52) der Deutschen Marine im Hamburger Hafen vor Anker

Die Oste (A 52) ist ein Flottendienstboot und das Typschiff der Oste-Klasse der Deutschen Marine. Die Oste gehört zur Einsatzflottille 1 und dort zum 1. Uboot-Geschwader mit dem Heimathafen in Eckernförde. Namensgeber ist der Fluss Oste in Niedersachsen. Die Flottendienstboote der Oste-Klasse wurden zu Zeiten des Kalten Krieges als Aufklärungseinheiten konzipiert. Bis 2002 gehörte die Oste zur Flottille der Marineführungsdienste. Inzwischen hat sich das Aufgabengebiet der Oste wie auch das ihrer Schwesterschiffe Alster und Oker verändert, indem es um Frühwarn- und Fernmeldeaufgaben in Zusammenarbeit mit anderen Einheiten deutscher und internationaler Streitkräfte erweitert wurde. Das derzeitige Schiff Oste wurde am 30. Juni 1988 als Nachfolger für das gleichnamige Vorgängerschiff in Dienst gestellt (Dienstzeit 1957–1987).

 

Technische Daten

Maße (Länge / Breite / Tiefgang): 83,5 m / 14,6 m / 4,2 m

Geschwindigkeit: 21 kn

Verdrängung: 3200 t

36 Mann Stammbesatzung + 40 eingeschiffte Soldaten

Leistung: 6600 kW (8980 PS)

OKER (A 53)

Die Oker (A 53) ist ein Flottendienstboot der Oste-Klasse der Deutschen Marine. Die Oker gehört zur Einsatzflottille 1 und dort zum 1. U-Boot-Geschwader mit dem Heimathafen Eckernförde. Namensgeber ist der Fluss Oker in Niedersachsen. Die Flottendienstboote der Oste-Klasse wurden zu Zeiten des Kalten Krieges als Aufklärungseinheiten konzipiert. Inzwischen hat sich das Aufgabengebiet der Oker und ihrer Schwesterschiffe Oste und Alster verändert, indem es um Frühwarn- und Fernmeldeaufgaben in Zusammenarbeit mit anderen Einheiten deutscher und internationaler Streitkräfte erweitert wurde. Das derzeitige Schiff Oker wurde am 10. November 1988 als Nachfolger für das gleichnamige Vorgängerschiff, einen umgebauten ehemaligen Seitentrawler, in Dienst gestellt. Die alte Oker wurde nach ihrer Dienstzeit 1961–1988 an die griechische Marine verkauft und dort noch einige Jahre eingesetzt.

 

Maße (Länge / Breite / Tiefgang): 83,5 m / 14,6 m / 4,2 m

Geschwindigkeit: 21 kn

Verdrängung: 3200 t

Leistung: 6600 kW (8980 PS)

RHÖN (A 1443)

Rhön (A1443)

Die Rhön ist ein Betriebsstofftanker der Deutschen Marine und gehört zur Rhön-Klasse. Ihre optische Kennung ist „A 1443“. Sie wurde am 23. September 1977 in Dienst gestellt und in Wilhelmshaven stationiert. Die Rhön gehört dem Trossgeschwader an. Das Schiff besitzt eine Einsatzverdrängung von 14.169 Tonnen und kann eine Geschwindigkeit von 16 Knoten laufen. Die Ladekapazität umfasst etwa 11.500 Kubikmeter. Die Antriebsanlage besitzt eine Leistung von 5.880 kW (8.000 PS). Die Besatzung besteht aus zivilen Kräften und umfasst 42 Personen. Das Schiff dient der Versorgung von Kriegsschiffen auf See. Sie verfügt über Einrichtungen für die Seeversorgung, mit der sie während der Fahrt Kraftstoffe und Wasser übergeben kann.

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