Bauernhausmuseum der Stadt Bochum

Das Bauernhausmuseum der Stadt Bochum befindet sich unweit der Wasserburg Haus Kemnade in Hattingen. Das Vierständer-Fachwerkhaus  wurde um 1800 noch als Meierei genutzt. In einer Meierei (auch Molkerei) wurden Butter, Buttermilch, Käse, Quark und Sauermilchprodukte hergestellt. Es war ein typisches Stiepeler Bauernhaus, das zu Beginn der 1960er Jahre in Stiepel abgebaut wurde. 1961 wurde es originalgetreu hinter der Wasserburg Haus Kemnade wieder aufgebaut. Hier können Besucher die Lebensgewohnheiten des 18. und 19. Jahrhunderts nacherleben. Mensch und Vieh haben hier unter einem Dach gelebt. Zu den Exponaten zählen bäuerliche Geräte, Möbel des 16. und 18. Jahrhunderts aus Westfalen und dem Bergischen Land. Ferner haben Imker hier ein Bienenmuseum eingerichtet. In der Außenanlage befindet sich ein Bauern- und Kräutergarten.

Blutbuche am Bauernhausmuseum noch halbwegs "in Form" 2014

Die 200 Jahre alte Blutbuche am Bauerhausmuseum hinter dem Wasserschloss, einer der prachtvollsten Bäume Bochums, hatte 2009 noch eine „Sonnencreme“  bekommen. Diese „Weißanstrich” genannte Paste sollte den Baum vor allzu aggressiven Sonnenstrahlen und zu starkem Aufheizen schützen. Die über 20 Meter hohe Blutbuche ist offiziell ein Naturdenkmal. Im September 2009 brachen plötzlich zwei riesige Stämmlinge an der Südseite ab. Durch das Abbrechen war der Hauptstamm den ganzen Tag direkt der Sonne ausgesetzt. Die Rinde drohte aufzuplatzen und auszutrocknen. Das hätte dem Pilzbefall Tür und Tor geöffnet und das Ende des Baumes bedeutet. Deshalb ließen die Stadt und die Untere Landschaftsbehörde die Buche mit einer weißen Stammschutzfarbe anstreichen. Das Verfahren ähnelte dem Kalken von Stämmen, wie es im Obstbau seit langem erfolgreich praktiziert wird. Nach fünf bis acht Jahren sollte die Farbe verblasst sein und erst nach und nach wieder mehr Sonne an den Stamm lassen. Bis dahin sollte sich die Rinde an die Witterungsbedingungen angepasst haben und robuster geworden sein. In der Krone der Buche wurden auch Sicherungsanker eingebaut. Sie hielten die Stämmlinge zusammen. Ende 2014 kam dann nach weiteren Schäden das endgültige "Aus" für die Blutbuche. Bis auf einen Reststamm wurde der Baum abgeholzt.

Stammrest der Blutbuche am Bauernhausmuseum der Stadt Bochum Herbst 2014
Stammrest der Blutbuche am Bauernhausmuseum der Stadt Bochum Februar 2019

Fortsetzung folgt

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