Witten´s Brücken

Die Ruhr trennt Bommern - genauso wie den Stadtteil Herbede - vom Rest Wittens. Drei Brücken (eine für den Straßenverkehr, ein Viadukt über der Ruhr für den Eisenbahnverkehr sowie ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer die Nachtigallbrücke) verbinden den Ortsteil mit der Innenstadt. 

Von 1503 an, als die letzte Holzbrücke etwas oberhalb in Höhe des Hofes Ruhrmann gelegen, vom Eisgang weggerissen wurde, war nur Fährverkehr zwischen den beiden Ufern möglich. Wer diese Brücke wann errichtete hat, ist unbekannt. Bis zum Jahre 1882 verkehrte eine Fähre zwischen den beiden Uferseiten.

 

Die erste „moderne“ Ruhrbrücke (Bogenbrücke) zwischen Witten und Bommern wurde 1882 dem Verkehr übergeben. Nach Plänen des Baurates Schnock wurde sie 1881 unter Verwendung von Puddeleisen in Form von drei Halbparabel-Fachwerksbalken mit Spannweiten von 33, 43 und 33 Metern als Trogbrücke gebaut. Die vorgesehene Höchstbelastung betrug 5,5 Tonnen. Ausgeführt wurde der Bau der Brücke von der Firma „Aktiengesellschaft für Eisenindustrie und Brückenbau, vorm. I. C. Harkort, Duisburg“.  1899 wurden Gleise für eine Straßenbahn verlegt, 1936 erfolgte der Abriss.

 

Die „alte“ Brücke aus dem Jahre 1936 war eine Betonbalkenkonstruktion mit Gerbergelenken. Die Gerbergelenke sollten eventuelle Schäden aus dem Bereich des Bergbaus verhindern. Die Fahrbahnbreite betrug damals 9 m und für den Fußgängerbereich waren je 2,25 m vorhanden. In der Rekordzeit von Januar 1936 bis zum Juni des gleichen Jahres wurde dieses Bauwerk erstellt. Sie überstand im Krieg 1944 die Bombardierung der Alliierten unbeschadet und versah bis 1997 ihren Dienst. 

 

Die Betonfahrbahn der dritten Brücke (eingeweiht am 8. Juni 1997) liegt auf Vollwandträgern aus Stahl. Mit einer Breite von 21,5 m übertrifft sie die Vorgängerausführung um ein erhebliches Maß, sodass neben den beiden Fahrspuren für PKW und LKW (3,25 m je Fahrtrichtung) noch eine eigene 3 m breite Busspur eingerichtet werden kann. Dazu stehen den Fußgängern und Radfahrern auf beiden Seiten noch 2,25 m als Verkehrsraum zur Verfügung.

Ruhrbrücke und im Hintergrund Nachtigallbrücke

Knapp 150 Meter weiter stadteinwärts überspannt die nächste Brücke den Mühlengraben. Eine weitere, ebenfalls über den Mühlengraben, überquert man als Linksabbieger in Richtung Herbede fahrend. Obwohl nicht mehr auf Bommeraner Gebiet liegend, haben sie dennoch einen enormen Einfluss auf das Verkehrsaufkommen in Bommern.  Während des fast 3-jährigen Neubaus der maroden Brücken am Ruhrdeich gab es zeitweise Rückstaus bis zur Abfahrt Wengern und darüber hinaus.

Dass das 1926 erstellte Bauwerk neu gebaut werden musste, weil es nicht mehr aktuellen Standards entsprach, war 2013 festgestellt worden. Daraufhin wurde der Ruhrdeich zwischen Kreisel Herbeder Straße und Ruhrstraße für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt. Der damalige Zeitplan sah vor, nach einem Jahr – also eigentlich schon gegen Ende 2014 – mit dem Abriss und dem Neubau zu beginnen. Daraus wurde nichts. Bei dem Abriss handelte es sich um einen Teilabriss. Die Fahrbahn wurde während des Neubaus schmaler. Ein Komplettabriss kam nicht infrage, da die Verkehrsbelastung  durch den Knotenpunkt dort zu groß gewesen wäre. Nachteil des Abrisses „Stück für Stück“: Der Neubau dauerte entsprechend länger – bis Anfang 2019!

Die zweite 1930 erbaute Brücke nimmt seit Jahrzehnten den kompletten stetig steigenden Verkehrsstrom aus Bommern, Herbede und Wetter in Richtung Innenstadt auf.  

Hauptverkehrsader zwischen Bommern und Witten City

"Hauptverkehrsader" Bommern - Witten City

Wie lange sie wohl noch hält? Über diese Brücke quälen sich täglich hunderte PKWs, LKWs und Busse. Sie bildet die Hauptverkehrsader zwischen Bommern und der Wittener City. Und sie ist die einzige. Würde sie ausfallen, müssten die Bommeraner weite Umwege über Wetter bzw. Herbede nehmen. Und hier wartet die abbruchreife, marode Omega-Brücke auf ihre Sanierung. Ihr Schwester gleich nebenan, gebaut vier Jahre früher (1926), wurde in zwischwen saniert. Ende 2017 sollte sie fertig sein. Im April 2019 sind immer noch Aktivitäten rund um die Brücke zu beobachten.

Nachtigallbrücke

Im Herbst 1937 begann man mit dem Abbruch der alten Nachtigallbrücke, die den Anforderungen des modernen Straßenverkehrs nicht mehr gerecht werden konnte. Nach dem Abbau der Fahrbahn kamen am 26. Januar 1938 Mindener Pioniere, um die Pfeiler zu sprengen. An langen Stangen befestigte Sprengladungen wurden bis auf den Grund an den Pfeilern hinuntergelassen. Bei jedem Sprengvorgang schossen gewaltige Wasserfontänen hoch. Das war das Ende einer Holzbalkenbrücke, die im Jahre 1853 in Betrieb genommen worden war. Als 1848 die Eisenbahn Witten erreichte, hatte der Hauptgewerke der Zeche „Nachtigall“, Freiherr V. Elverfeldt, den sinnvollen Gedanken, die Kohlen seiner Zeche mit Hilfe einer Schienenbahn über eine Brücke zum „Wittenschen Bahnhof“ zu transportieren. Leider gelang ihm die Durchführung dieses Planes nicht. Erst sein Nachfolger, Jakob van Braam, dem er Steinhausen verkauft hatte, führte den Brückenbau aus. Mit Hilfe einer Pferdebahn auf einer Spur von 600 mm wurden die „Hunde“ (Kohlenwagen) direkt vom Schacht der Zeche zum Bahnhof transportiert. Dort besaß die Zeche „Nachtigall“ eine eigene Verladebühne. Nachdem die Zeche an die vorbeiführende Ruhrtalbahn angeschlossen worden war, stand die Brücke für den Fußgänger- und Wagenverkehr zur Verfügung. Während der französischen Besetzung des Ruhrgebietes war die Brücke vollständig gesperrt. Nach Abzug der Franzosen befand sie sich in einem sehr desolaten Zustand. Halbherzig durchgeführte Reparaturen führten dazu, dass sie hin und wieder vollständig gesperrt werden musste. 1937 war dann ein Zustand erreicht, der nur noch einen totalen Abbruch zuließ. Im „Wittener Tageblatt“ wurde am 21.1.1938 vollmundig erklärt: „Zu Beginn des Frühjahrs dürfte die alte Brücke vollkommen abgetragen sein, wenn auch die Arbeiten mit einigen Schwierigkeiten verbunden sind. Dann soll mit dem Bau einer neuen festen Brücke sofort begonnen werden.“ Leider dauerte es 50 Jahre bis dieser Neubau - jetzt nur in Form einer Fußgängerbrücke - fertig war: Am 22.10. 1988 konnte sie dem Fußgänger- und Radfahrerverkehr übergeben werden. 

MS Schwalbe II unter der Nacjhtigallbrücke

Im August 2018 brach ein Lieferwagen in den morschen Holzbohlen ein. Anfang April 2019 ist die Brücke noch immer für den Fußgängerverkehr gesperrt.

Aus geplanten drei Monaten werden neun. Die Sanierung dauert deutlich länger als geplant – wobei die Brücke ja im Wesentlichen fertig ist. Doch weil es mit den Restarbeiten vor dem Wintereinbruch nicht mehr geklappt hat und nun auch auf eine provisorische Öffnung verzichtet wird, wurde die Brücke erst nach den Osterferien wieder freigegeben. Bis dahin hat die Sperrung zwischen Innenstadt und Muttental etliche Radfahrer und Fußgänger Nerven gekostet. Die Stadtverwaltung hatte im Dezember nach eigener Meldung noch an eine provisorische Lösung gedacht, sie aber wieder verworfen. Aber immerhin: Man hat mal nachgedacht.

Für 550.00 Euro wurden vor allem die angefaulten Holzbohlen der Brücke durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Die Stahlplatten sind auf die neuen Träger montiert und wurden mit einem rutschhemmenden Epoxydharz gestrichen.

Lakebrücke

Die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstörte und wieder aufgebaute Holzbrücke wurde nach Inbetriebnahme der 1934 in unmittelbarer Nähe errichteten großen siebenbogigen Eisenbetonbrücke im Jahr 1942 abgebrochen. 1947 wurde die alte Ruhrbrücke auf Anweisung der britischen Militärregierung als Behelfsbrücke für einige Jahre wieder hergerichtet. 1979 entschloss sich der Rat der Stadt Witten zum Bau einer neuen Fuß- und Radwegebrücke „In der Lake“. Mit ihr wurde der große Rundweg um den Kemnader Stausee geschlossen. Die 1984 eröffnete neue Lake-Brücke sorgte dafür, dass die vielfältigen Freizeitangebote entlang der Ruhr und dem Stausee weiter an Attraktivität gewinnen konnten.

Herbeder Brücke

Sie überspannt nicht nur als einzige Brücke das Ruhrtal zwischen Heven und Herbede, so wie es Autofahrer empfinden. Tatsächlich beginnt am Kreisel am ehemaligen Herbeder Rathaus die sogenannte Omega-Brücke über den Mühlengraben, einen Seitenarm der Ruhr. Es folgt eine Brücke über den Fahrradweg und die dritte Brücke über die Ruhr bis Heven. 
Sorgen machte lange die unter Denkmalschutz stehende Omegabrücke, deren Bögen an den griechischen Buchstaben „Ω“ erinnern. Erst 2015 wurde der Schutz per Ministerentscheid aufgehoben. Eine Sanierung sei nicht möglich, denn die Statik sei unterdimensioniert – in den 1920 und 30er Jahren gab es noch gar keine Schwergewichtsbrummis. Und: Der Lkw-Verkehr nimmt zu.

Viele Autofahrer waren genervt. Über die Ruhrbrücke in Herbede ging es seit Mitte August 2018 nur einspurig. Für 700.000 Euro wurden Geländer und Gehweg erneuert und Pfeiler verstärkt. Für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen bleibt die Brücke gesperrt. Ende Dezember 2018 wurde die Wanderbaustelle abgebaut. Anfang 2019 standen noch Restarbeiten an. Bereits 2017 hatte der Landesbetrieb Straßen die zwischen 1927 und 1934 errichtete Brücke für schwerere Fahrzeuge gesperrt. Der Auslöser für die jetzt beendeten Arbeiten war ein Sturmschaden. Im Januar war bei „Friedrike“ ein Baum auf ein Geländer gefallen und hatte dieses verbogen. Der nördliche Gehweg war danach gesperrt. Am 10. September 2018 begann die Reparatur. Der Neubau der dreizügigen Herbeder Brücke, die die Ruhr, den Mühlengraben und die Eisenbahn überspannt, ist nach aktuellem Stand für das Jahre 2022 vorgesehen.

Autobahn-Brücke A43 in Herbede

Die Brücke wurde 1972 als Stahlverbundbrücke mit Trägerrost und Ortbetonplatte gebaut und hat eine Länge von 47,13 Metern und eine Fläche von 1240 Quadratmeter.

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