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Kunst in Witten

Stelzenheinrich, Quirl, Schneebesen oder Edelstahlblüte?

Gefertigt vom Lüdenscheider Kunstschmied Kurt Toni Neumann, spendeten die Edelstahlwerk Witten AG 1968 das Kunstwerk, das an die Edelstahlblüte Wittens erinnern soll, der Stadt. Bis zur Umstrukturierung des Rathausplatzes 2000 diente es dort rund 30 Jahre als Hingucker und Gesprächsthema. Das knapp drei Meter hohe Kunstwerk aus verschiedenen rostfreien Edelstählen räkelte sich mit seinen Stelzen in den Himmel über dem Rathausplatz. Kurt Toni Neumann gab seiner Plastik keinen Namen, interpretierte sie aber selbst als „Explosion täglicher Empfindungen“. Das spornte die Fantasie der Wittener noch an. Bei ihnen lief sie wahlweise unter „Stelzenheinrich“, „explodierter Wecker“, „kaputter VW“, „Quirl“ oder eben „Schneebesen“.

Als der Rathausplatz ab 2000 neu gestaltet und das Celestiangebäude errichtet wurde, wanderte sie ins Außendepot des Betriebsamtes, wo sie "eingemottet" bis 2003 Patina ansetzte – sprich: Flugrost. Die Wohnungsbaugenossenschaft Witten-Mitte rettete sie schließlich vor dem Einschmelzen, übernahm die Patenschaft und stellte sie vor ihrem Haus Steinhügel Nr. 9 auf. Auch das passte gut – viele Mieter der Genossenschaftshäuser haben mit dem Edelstahlwerk zu tun.

Ende 2014 machte die Wohnungsbaugenossenschaft Mitte der Stadtverwaltung den Vorschlag, selbst für den Umzug von Heven zur Bergerstraße aufzukommen – nebst Fundament, Neubepflanzung und dem Einbau von Bodenstrahlern, die den „Schneebesen“ nachts in Szene setzen. Die Stadt nahm das Angebot jetzt dankend an.

Im August 2015 fand der "Schneebesen" seinen Weg zurück mitten nach Witten, auf den Kreisverkehr am Saalbau in die Nähe seines Ursprungsortes, des Edelstahlwerkes. Nach den Erdarbeiten erfolgte die Fundamentierung; ein Vier-Kubikmeter-Betonfundament wird das Kunstwerk zukünftig an seinem Platz halten.

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