Rausfahren, wenn andere reinkommen: Die Seenotretter
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Haus Herbede in Witten an der Ruhr

Haus Herbede wurde erstmals im Jahr 1200 erwähnt und ist damit ältestes Gebäude von Witten und zugleich eines der ältesten Herrenhäuser im mittleren Ruhrtal. Der einstige Adelssitz Haus Herbede war über Jahrhunderte hinweg Herrschaftsmittelpunkt und Sitz der Gerichtsherren von Herbede. Rund 700 Jahre lang, bis Anfang des 20. Jahrhunderts, befand sich Haus Herbede im Eigentum der Familie von Elverfeldt bzw. ihrer Erben, die es bis zum Ende dieses Zeitraums auch bewohnten. Nachdem Haus Herbede im 20. Jahrhundert jahrzehntelang als Wohnstätte für Werksangehörige eines benachbarten Unternehmens der Eisen verarbeitenden Industrie genutzt wurde und in der Endphase dieser Nutzung immer mehr verfiel, ging es 1985 in das Eigentum der Freizeitzentrum Kemnade GmbH, der Träger-Gesellschaft für den Bau und Betrieb des Kemnader Sees sowie der Freizeit- und Naherholungsanlagen in den Uferbereichen des Sees über und wurde von dieser mit öffentlichen Mitteln grundlegend saniert und zu einer öffentlichen Kultur- und Begegnungsstätte umgebaut. Seit September 1988 hat sich das unter Denkmalschutz stehende Haus Herbede zu einer beliebten Freizeiteinrichtung in der Erholungslandschaft des mittleren Ruhrtals entwickelt.

Auf Haus Herbede finden im Jahresverlauf vielfältige Veranstaltungen statt. Die Räumlichkeiten und der Innenhof des Hauptgebäudes sowie die Vorburg und der Obstgarten eignen sich für eine breite Palette der unterschiedlichsten Veranstaltungen. So findet dreimal jährlich der Kunsthandwerkermarkt im Rahmen des Fröhlings-, Sommer- und Winterfestes statt, auf dem regionale und überregionale Handwerker, Maler, Lebensmittelhersteller und Designer ihre Produkte ausstellen. 

 

Pünktlich ist der Hochsommer noch einmal zurückgekehrt – das Gelände um Haus Herbede erstrahlt in schönstem Sonnenschein und bringt die zahlreichen Besucher des Sommerfestes ordentlich zum Schwitzen. Kein Wunder, dass die Tische des Biergartens alle belegt sind. Und zu den entspannten Klängen der Musiker und nettem Geplauder schmeckt das kühle Getränk gleich nochmal so gut.

 

Doch vor der wohlverdienten Pause ist erst einmal Schauen, Stöbern und Shoppen angesagt – ein bunter und verlockender Stand reiht sich an den nächsten: Edler Schmuck, Deko, Tücher, Hüte, Blechschilder, leckere Marmeladensorten und handgefertigter Ziegenkäse ziehen die Blicke der Besucher auf sich. Auf dem beliebten Kunsthandwerkermarkt gibt es vieles zu entdecken, das man sonst wirklich nicht an jeder Ecke findet!

 

Doch nun ist es Zeit, sich die malerische Kulisse des mittelalterlichen Hauses näher anzuschauen – Historikerin Dörte Rotthauwe führt interessierte Besucher durch das Gebäude. Auf ihr historisches Gewand verzichtet sie heute: „Das ist pelzgefüttert, einfach zu warm.“ Interessant ist der Rundgang aber trotzdem. Viele historische Fakten erfahren die staunenden Zuhörer: Haus Herbede ist keine Burg, sondern war eine Vogtei und ist nicht in einem Guss entstanden, sondern über die Jahrhunderte gewachsen. Bauliche Besonderheiten, Hinweise auf die alte Zugbrücke und die erstaunliche Tatsache, dass die Schießscharten lediglich eine Art Status- und Machtsymbol waren, erfährt man ebenso wie den Hintergrund der Redewendung „steinreich“: „In Stein zu bauen war damals extrem teuer, das konnten sich nur sehr reiche Leute erlauben.“

Herzen, Blumen, Tiere oder auch gerne ein Fußballwappen, Simon Brück kann alles aus einer Schieferplatte herausholen. Der 26-Jährige ist  bei einem Markt im Haus Herbede dabei und weiß, dass die Kunden von seinen Werken begeistert sind. „Ich nehme sehr selten einmal Schieferplatten oder Motive, die ich schon fertiggestellt habe, wieder mit nach Hause“, meint der gelernte Dachdecker. In seiner offiziellen Uniform schlägt er die Figuren und Muster vor den Augen der Kunden direkt aus der Platte heraus. Zu nahe heran sollte man dabei jedoch nicht gehen: Der feine Staub wirbelt unaufhaltsam durch die Luft und setzt sich überall fest.

Wer nach so viel Informationen eine Stärkung braucht, kann diese ganz stilecht am Steinofenstand erwerben – vom Flammkuchen bis zur Brezel und zum Malzbrot gibt es hier Leckereien direkt aus dem Ofen.

Industrie-Skulpturen: Der Wasserlauf der Ruhr hat von alters her die Lebensbedingungen seiner Anrainer entscheidend geprägt. Der Mensch hat sich die Ruhr im Laufe der Zeit in unterschiedlicher Weise nutzbar gemacht: als unerschöpfliches Trinkwasserreservoir, als Transportweg für die Schifffahrt, als Energiequelle zur Stromerzeugung und zur Bewältigung industrieller Fertigungsprozesse sowie als Anziehungspunkt für Freizeit- und Erholungszwecke.

 

Um den verschiedenen Fluss- und Landschaftsnutzungen gerecht zu werden, musste insbesondere in den letzten Jahrzehnten ein geordnetes Neben- bzw. Miteinander der einzelnen Nutzungsarten gefunden werden. Dieses ist im Landschaftsraum des mittleren Ruhrtals und hier insbesondere im Bereich des Hauses Herbede mit seinem industriellen Umfeld in hervorragender Weise gelungen. Zwischen der Öffentlichen Kultur- und Begegnungsstätte Haus Herbede und den benachbarten Industrie-Unternehmen Friedr. Lohmann GmbH und Dittmann und Neuhaus AG hat sich ein gut-nachbarschaftliches Verhältnis entwickelt.

 

So wurde zwischen der Haus Herbede Betriebs GmbH und der Firma Friedr. Lohmann GmbH, einem Unternehmen, das hochwertige Edelstähle produziert und weltweit vertreibt, Mitte der 90er Jahre die Verabredung getroffen, außer Dienst gestellte Produktionsgeräte als Industrie-Skulpturen im Außenbereich zwischen dem Haus Herbede und dem werkseigenen Mühlengraben der Firma Lohmann aufzustellen und damit die Wasserkraftnutzung für die Stahlerzeugung in unmittelbarer Nachbarschaft zur Freizeit- und Erholungsnutzung plastisch sichtbar zu machen.

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