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Haus Herbede in Witten an der Ruhr

Haus Herbede wurde erstmals im Jahr 1200 erwähnt und ist damit ältestes Gebäude von Witten und zugleich eines der ältesten Herrenhäuser im mittleren Ruhrtal. Der einstige Adelssitz Haus Herbede war über Jahrhunderte hinweg Herrschaftsmittelpunkt und Sitz der Gerichtsherren von Herbede. Rund 700 Jahre lang, bis Anfang des 20. Jahrhunderts, befand sich Haus Herbede im Eigentum der Familie von Elverfeldt bzw. ihrer Erben, die es bis zum Ende dieses Zeitraums auch bewohnten. Nach dem Ende der Adelszeit übernahm die Firma Dittmann & Neuhaus das Gebäude, die es als Wohngebäude für die Arbeiter in ihrer Eisenverarbeitung nutzten. Und von den 1950er- bis in die 70er- Jahre verfiel das mittlerweile in kleine Wohnungen aufgeteilte Haus, bis sich Anfang der 1980er-Jahre der Wittener Bruno Sobotka mit einem Förderverein für den Erhalt einsetzte – sonst wäre das historische Gemäuer wohl den Verkehrsplanungen in Herbede zum Opfer gefallen. Happy End: 1985 erwarb das Freizeitzentrum Kemnade für die symbolische „eine Mark“ den Sanierungsfall – und setzte ihn mit zahlreichen Förderern bis 1988 instand. Seit September 1988 hat sich das unter Denkmalschutz stehende Haus Herbede zu einer beliebten Freizeiteinrichtung in der Erholungslandschaft des mittleren Ruhrtals entwickelt. Heute zeigt sich Haus Herbede als Kultur- und Begegnungshaus.

Die Burg weist mehrere Bauphasen auf, so dass sie nicht so einheitlich ist, wie sie sich durch die homogene Dachform darstellt. Der älteste Teil ist der zur Straße hin orientierte Südflügel (heute mit Standesamt), der sich aus zwei Giebelhäusern aus dem 15. Jh. und Anfang 16. Jh. zusammensetzt. Der Nordflügel mit dem Rittersaal (16. Jh.) stand ursprünglich als frei stehender Baukörper und war an der Westecke mit einem Rundturm flankiert. Der Ostflügel mit der Küche wurde Mitte des 16. Jh. zwischen Nord- und Südflügel gestellt, so dass eine Dreiflügelanlage entstanden war. Erst im 17. Jh. wurde die Westfront mit dem Portal und Brücke zur Vierflügelanlage geschlossen. Im 18. Jh. erhielt diese Baugruppe das einheitliche abgewalmte Dach. 

 

Im Osten wurde an die äußere Küchenwand gelehnt ein Anbau errichtet, von dem lediglich der Sockel erhalten geblieben war und der heute eine sanitäre Anlage (WC) aufgenommen hat. 

 

Über eine sehr schmale Wendeltreppe (oben links durch den Pfeil markiert), die zwischen den Wänden der Gebäudeteile von 1540 und 1563 eingezogen worden ist, führt der Weg von der ehemaligen Küche, dem heutigen Kaminraum, in den Keller. Der Küchenraum, der ursprünglich aus zwei voneinander getrennten Teilen bestand und später zu einer größeren Küche umgestaltet worden ist, erfüllte zeitgemäß nicht nur die Funktion einer Küche, sondern hier lebte man auch. Er war, wie ein Foto aus dem Jahre 1908 beweist, mit einem großen Kamin mit einem mächtigen Rauchfang ausgestattet, auf dem die Jahreszahl 1568 gestanden haben soll.

Im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts wurden alle Gebäudeteile der vierflügeligen Hauptburg auf eine einheitliche Höhe abgetragen und dem Gesamtkomplex ein einheitliches Walmdach aufgesetzt. Die hierdurch entstandene Ansicht der Hauptburg des Hauses Herbede prägt bis heute das äußere Bild.

Fenster Rittersaal

Die westliche Schauseite ziert ein nachträglich eingebauter kleinerer Erker mit der Datierung „AD 1636“ (Anno Domini 1636).

Auf den ersten Blick mag man es kaum glauben: Haus Herbede ist noch älter als die Burgruine Hardenstein, die keine drei Kilometer weit entfernt liegt. Dennoch ist von der historischen Substanz so viel mehr erhalten, dass man dem ehemaligen Adelssitz derer von Elverfeldt kaum die verflossene Zeit ansieht. Hinweise gibt es dennoch: In der Außenmauer des Geländes sind noch die Schießscharten zu sehen. Und einst wurde die damalige Burg von zwei Wassergräben vor umher streunendem Gesindel und feindlichen Heeren geschützt. Wer ganz genau hinsieht, entdeckt noch die Stellen, an denen früher die Zugbrücke übers Wasser führte.

Wie eine westliche Baunaht und Abdeckplatten der Außenmauer zeigen, ist die Vorburg bereits im 16. Jahrhundert erweitert worden. Zwischen der neuen Vorburg und der Hauptburg ist zu gleicher Zeit eine erst während der Sanierungs- und Umbauarbeiten von 1985-88 wiederentdeckte Brücke errichtet worden mit einem steinernen Bogen zur Vorburg hin und einer hölzernen Zugbrücke zur Hauptburg hin, die 1798 durch einen steinernen Bogen ersetzt worden ist.

Westfront mit dem Portal und Brücke
Außenfassade des Kaminraums

Der Außenfassade des Kaminraums wird geschmückt von einer aufwendig gestalteten Fensterwand. Zwischen zwei imposanten kannelierten Halbsäulen auf hohen Sockeln, die linke noch mit einem korinthischen Kapitell gekrönt, wurde ein großzügiges fünfbahniges Renaissancefenster eingesetzt. Darüber befindet sich ein aufwendig gearbeitetes fünfteiliges Relief, das jedoch ursprünglich um zumindest zwei oder vier Teile größer war und nachträglich an der heutigen Stelle angebracht worden ist. Das mittlere der fünf Felder, datiert 1576, beinhaltet eine lateinische Inschrift, die besagt, dass dieses Relief von Konrad (Cort) von Elverfeldt (*um 1530, † 1594) und seiner Frau Berta von Vittinghoff gen. Schell zum Schellenberg in Auftrag gegeben worden ist. Links neben der Inschrift ist das Wappen der Familie von Elverfeldt, rechts neben der Inschrift das Wappen der Familie von Vittinghoff zu sehen. Dem Elverfeldt-Wappen ist auf dem sich anschließen-den Teil die Justitia als Versinnbildlichung des Gerichtsherren-amtes zugeordnet; dem Vittinghoff-Wappen ist die Lukretia als Versinnbildlichung der Schützerin des Hauses und der ehelichen Tugenden zugeordnet.
Die so geschmückte Wand, später ergänzt um ein darüber liegendes Fachwerkhalbgeschoss, ist in der weiteren Umge-bung kein zweites Mal zu finden. 

Aufwendig gestaltete Fensterwand mit korinthischen Säulen und einem Figuren- und Wappenrelief.

Die Herren von Elverfeldt zogen hier im Jahr 1311 ein – und gingen erst im Jahr 1889 wieder von hier fort. Sie verdienten ihr Geld mit Brückengeld für die Überquerungen der nahe gelegenen Ruhr – und mit Gerichtsgebühren. Allerdings scheinen die Geschäfte niemals ganz blendend gelaufen zu sein. Man kann das festmachen an dem prinzipiell prächtigen Relieffeld mit den beiden säumenden Postament-Säulen, die im etwas beengten Innenhof sofort ins Auge fallen und zu den optischen Höhepunkten des Hauses zählen. Man sieht, dass sie damals wahrscheinlich die preiswertesten Handwerker genommen haben und Stück für Stück haben arbeiten lassen. An den Säulen erkennt man sofort: Links oben ist die Ornamentik ausgebildet, rechts fehlt sie noch.

 

Im Innenhof schloss sich im Westen ein Treppenturm an, dessen Untergeschoss noch bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts erhalten war. Die Innenhofseite des Ganges ist in Fachwerk ausgeführt. Der Schwellenbalken, der ehemals auf dem Erdgeschoss des Treppenturmes auflag, heute auf dem neuen Treppenhaus, zeigt an seiner Unterkante ein Kerb-Ornament. Der über dem Gang liegende Dachstuhl datiert aus dem Zeitraum um 1630. Im Ergebnis entstand eine vierflügelige Anlage mit einem 6 x 8 m großen Innenhof.

Kaminzimmer, früher Küche (Teil)

Im Haus Herbede finden im Jahresverlauf vielfältige Veranstaltungen statt. Die Räumlichkeiten und der Innenhof des Hauptgebäudes sowie die Vorburg und der Obstgarten eignen sich für eine breite Palette der unterschiedlichsten Veranstaltungen. So findet dreimal jährlich der Kunsthandwerkermarkt im Rahmen des Fröhlings-, Sommer- und Winterfestes statt, auf dem regionale und überregionale Handwerker, Maler, Lebensmittelhersteller und Designer ihre Produkte ausstellen. 

 

Waren die Tage rund um die Veranstaltung traditionsgemß am 1. Augustwochenende auch schon in den letzten Jahren fast immer überdurchschnittlich warm, so brachte der August 2018 Hitzerekorde mit Temperaturen um 38°C.  Viele Besucher nutzten daher die kühleren Morgenstunden für einen schnellen Einkaufsbummel.  Leider viel zu viele (für die Aussteller) verzichteten ganz auf einen Besuch. 

Vorburg

Vorburg mit kleinen Künstergeschäften

Die westlich der Hauptburg vorgelagerte Vorburg mit ihrem malerischen Eingangstor wurde ebenfalls im 16. Jahrhundert erweitert und ihre Mauer aufgestockt. Über die Gräftensituation lässt sich bis heute nichts Genaues sagen. Lediglich im Norden dürfte sich ein Wassergraben befunden haben, von dem sich Reste bis zu Beginn unseres Jahrhunderts erhalten hatten. Der heute noch in Teilen erkennbare südliche Graben muss bereits im 16. Jahrhundert trocken gewesen sein, da in einem kleinen Flankierungswerk zwischen dem Tor der Vorburg und der Hauptburg eine Ausfallpforte eingelassen ist. Die Haupt- und die Vorburg werden durch eine zweibogige steinerne Brücke verbunden, deren Ursprung spätestens im 16. Jh. liegen dürfte. Der ehemals hölzerne Zugbrückenteil ist 1798 durch einen steinernen ersetzt worden.

Rittersaal mit Verkaufsständen

Herzen, Blumen, Tiere oder auch gerne ein Fußballwappen, Simon Brück kann alles aus einer Schieferplatte herausholen. Der Dachdecker ist fast bei einem Markt im Haus Herbede dabei und weiß, dass die Kunden von seinen Werken begeistert sind. „Ich nehme sehr selten einmal Schieferplatten oder Motive, die ich schon fertiggestellt habe, wieder mit nach Hause“, meint er. In seiner offiziellen Uniform schlägt er die Figuren und Muster vor den Augen der Kunden direkt aus der Platte heraus. Zu nahe heran sollte man dabei jedoch nicht gehen: Der feine Staub wirbelt unaufhaltsam durch die Luft und setzt sich überall fest.

Pünktlich war der Hochsommer auch 2016 noch einmal zurückgekehrt – das Gelände um Haus Herbede erstrahlte in schönstem Sonnenschein und brachte die zahlreichen Besucher des Sommerfestes ordentlich zum Schwitzen. Kein Wunder, dass die Tische des Biergartens alle belegt waren. Und zu den entspannten Klängen der Musiker und nettem Geplauder schmeckte das kühle Getränk gleich nochmal so gut.

 

Doch vor der wohlverdienten Pause war erst einmal Schauen, Stöbern und Shoppen angesagt – ein bunter und verlockender Stand reihte sich an den nächsten: Edler Schmuck, Deko, Tücher, Hüte, Blechschilder, leckere Marmeladensorten und handgefertigter Ziegenkäse zogen die Blicke der Besucher auf sich. Auf dem beliebten Kunsthandwerkermarkt gab es vieles zu entdecken, das man sonst wirklich nicht an jeder Ecke findet!

Auch die Herbeder "Nachwächter" waren wieder dabei.

Wer nach so viel Informationen eine Stärkung braucht, kann diese ganz stilecht am Steinofenstand erwerben – vom Flammkuchen bis zur Brezel und zum Malzbrot gibt es hier Leckereien direkt aus dem Ofen.

Wer am Sonntag das Gelände am Haus Herbede besuchte konnte historische Industriekultur hautnah erleben. Hier standen und tuckerten einige historische Traktoren, die die Luft mit Benzin- und Ölgeruch erfüllten. Diese Mischung zog bei strahlendem Sonnenschein die Oldtimer-Fans an. Die historischen Traktoren spielten eine wichtige Rolle in der Industrie und Landwirtschaft. Sie haben – ähnlich wie die Eisenbahn – Holz, Kohle, Stahl, landwirtschaftliche Güter und Personen transportiert.

Zu sehen waren neben einem Lanz 20, Bulldog mit 20PS ein Deutz D 25. Der Traktor der Marke Deutz wurde von 1959 bis 1965 in den Deutz-Werken in Köln produziert wurde. Der Hürlimann D115 war ab 1971 im Lieferprogramm. Ausgestattet mit einem DS95 Motor hat er eine Leistung von 55 PS aus knapp drei Litern Hubraum. Das unsynchronisierte Gruppengetriebe bietet 10 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgänge. Der Motor DS (auch D70 DS genannt) hatte sich gut bewährt und wurde weiterentwickelt. Erstmals kam dieser neue Motor 1970 im Hürlimann D110 zum Einsatz. Vom D110 gab es zwei Varianten, den D110 mit dem schon aus den Vorgängern bekannten Gruppengetriebe mit 10 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgängen.

Stelldichein der Landmaschinen - Trecker-Parade zog Publikum an.

„Ein Schritt in eine andere Zeit ohne Uhr“

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