Hindenburg-Denkmal Witten

Zwischen Muttental und Ruine Hardenstein im alten Dünkelbergschen Steinbruch findet sich ganz versteckt ein merkwürdiges Denkmal. Aus dem Fels gehauen blickt dem Spaziergänger der ehemalige Reichspräsident Paul von Hindenburg entgegen. Der arbeitslose Gustav Oehler aus Witten-Heven war erst 22 Jahre alt, als er 1930 das Felsenbild erschuf. Oehler hatte nur Hammer und Meißel, kein Dynamit und keinen Presslufthammer zur Verfügung. Also musste sein Projekt klein ausfallen.


Trotzdem entstand ein mannshohes Reliefportrait mit wuchtigem wilhelminischen Schnurrbart in der Felswand unweit der Ruine Hardenstein. Es zeigt den alten Kriegsherren und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Daneben steht in großen Lettern ein Ausspruch des deutschnationalen Politikers: "Die Treue ist das Mark der Ehre". Das Denkmal sollte noch durch das Wappen der Familie Hindenburg und einige Kriegerfiguren ergänzt werden. Für heutige Ohren klingt das befremdlich, aber der Hevener war eben ein Kind seiner Zeit. Hauptsächlich, so wird berichtet, wollte der gelernte Steinmetz mit dieser Arbeit auf die schwierige Lage seiner Zunft aufmerksam machen. Der Hindenburgkopf ist heute etwas verwittert, aber trotzdem auch von weitem noch gut sichtbar. Gustav Oehler wird jedenfalls in Erinnerung bleiben – hat er doch so etwas wie ein Wittener (Mini-) Mount Rushmore geschaffen. Trotz dieser Besonderheit will die Stadt das Denkmal nicht besonders hervorheben. „Hindenburg war es ja, der in seiner Position als Reichspräsident 1933 Hitler zum Reichskanzler ernannte“, so Stadtpressesprecher Jochen Kompernaß. „Von daher wollen wir das Relief zwar als zeitgeschichtliches Dokument erhalten, es aber nicht an vorderste Front stellen“.

 

Quellen: Ruhrnachrichten; Stadtmagazin u.a.

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