Süderende

Logbücher des Lebens: Die "sprechenden" Grabsteine von Süderende / Föhr

Typische Grabsteine auf dem Friedhof in Süderende aus mehreren Jahrhunderten

Ruhestätte der Familie Krambeck / Peters aus Hedehusum

Links:

  • Henriette Louise Krambeck geb. Rörden, 13.01.1868 – 14.03.1911
  • Christian D. Krambeck, 20.03.1903 – 22.11.1917
  • Heinrich Krambeck, 12.09.1901 – 18.10.1925
  • Mathilde Gardine Krambeck, verw. Thomsen, geb. Tiemann, 27.07.1878 – 06.09.1930
  • Friedrich Krambeck, 15.12.1873 – 25.04.1947, BM 1923 - 1945

Aufschrift: Grabplatte unten am Kreuz: 1. Ehefrau Henriette - Sohn Christian Detlef - Sohn Hinrich Emil - 2. Ehefrau Mathilde und Friedrich daselbst

 

Mitte: 

  • Gerret Roluf Peters, 23.03.1944 – 21.08.2014

 

Rechts:

  • Else Henriette Louise Krambeck Peters, 18.07.1907 – 13.07.1976
  • Gerret Peters*, 26.03.1903 – 18.10.1977

*Gerret Christian “Krischan Boy Bäcker” Peters.
Gerret wurde in Norddorf auf Amrum geboren. Seinen Namen erhielt er von seinem Dienstherrn Boy Bohn, "Boy Bäcker" in Utersum, zu dem er als Knecht gekommen war.

Fam. Krambeck Peters und Gerret Roluf Peters, 1944 - 2014

Grabsteine der vorderen Reihe:

Phillip Georg

Schau
1852-1923

 

Sophie Caroline
Ariansen Schau
1858-1918

Jacob Jürgen
Ariansen

1814–1891

 

Elena Dorothea
Jappen Ariansen

1821–1906

Wilhelm Herbert

“Willi” Schau
1899-1984

 

Inna Theodora
Beelendorf Schau
1909-1971

Julius August

Ketels
1839-1916

Ingke Christine

Ketels geb. Knudsen
1840-1918.

Friederika Knudsen
geb. Braren
1809-1882

 

Friedrich Knudsen

1807-1884

Sind die Menschen heute mit „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht" zu beeindrucken, waren einst für erfolgreiche Walfänger und Handelskapitäne auf den Nordseeinseln „Mein Haus, mein Gewand, mein Grabstein" die erstrebenswerten Statussymbole. In liebevoll gestalteter Steinmetz-Arbeit wurde hier die Lebensgeschichte des Betroffenen und seiner Familie geschildert, das Giebelbild mit aufwendigem Dekor versehen. Wie wichtig der Grabstein für das Renommee des Einzelnen war, beweist, dass die Texte in deutscher Sprache verfasst sind – der „vornehmen" Kirchensprache, das örtliche Friesisch war die Sprache des Alltags, der Arbeit. Der bildliche Teil der Grabsteine zeigt oft christliche Motive wie Lamm mit der Kreuzfahne oder Kreuz, Herz und Anker für „Glaube, Liebe Hoffnung", aber auch einzelne Personen oder ganze Familien in zeitgenössischer Kleidung. Die hohe Kindersterblichkeit wurde ebenso thematisiert: Auf dem Grab der Mutter zeigten Rosen für Töchter und Tulpen für Söhne, teilweise mit herabhängenden Blüten, wie viele Kinder bereits vor ihr verstorben waren. Ganz große Bedeutung hatte der Beruf des Verstorbenen: Der Mühlenbauer bekam einen Erd-Holländer und eine ganze Armada von Schiffstypen – vom kleinen Küstensegler für den Regionalverkehr bis zu den großen Walfang- und Handelsschiffen – dokumentiert die Seefahrertradition der Inselbewohner. Einige Schiffe sind im Hafen festgezurrt und abgetakelt zum Zeichen des Endes der Lebensfahrt.

 

Wurden im 16. und 17. Jahrhundert holländische Holzschnitzer, die auf dem Festland unterwegs waren, zum Grabsteindekor angeheuert, übernahmen später Schiffszimmerleute die Aufgabe, inspiriert von Grabsteinen in England und Frankreich, bis schließlich professionelle Steinmetze herangezogen wurden, um die Ansprüche ihrer Kunden zu erfüllen. Und die stiegen erheblich: So mancher wohlhabende Insulaner ließ sich seinen Grabstein zu Lebzeiten fertigen, um seine Wünsche in Bild und Text realisiert zu sehen. Auch an der Qualität der Steine wurde nicht gespart: Die meisten Steine auf den Friedhöfen sind aus frostsicherem Oberkirchner Sandstein, der über Bremen als „Bremer Sandstein" in die ganze Welt mit dem Regionalverkehr der Schmackschiffe – zweimastige Küstensegler mit flachem Boden und Gaffelrigg – verschifft wurde. Dieser aus dem weit entfernten Badischen importierte Stein war natürlich nicht immer in ausreichendem Maße verfügbar, so dass man sich gezwungen sah, abgelaufene Steine teilweise abzuschleifen oder ihre Rückseite ganz zwanglos für einen neuen Trauerfall zu nutzen.

Die Bildersprache der Reliefs
Die bildliche Darstellung und das Rahmenwerk auf einem Grabstein dienten nicht nur der Zierde. Sie geben im Stil des Barock und Rokoko (nach Kupferstich-Vorlagen aus der Zeit) symbolhaft Auskunft über Lebensauffassung, Beruf, Rang und Familie des Toten. Wir sehen Engel, Sinnbilder der Gerechtigkeit, des Glücks, die Zeichen von Glaube, Liebe und Hoffnung' stolze Schiffe, Mühlen und oft den Familienbaum. Die Tulpen darin bedeuten männliche, die sternförmigen Blumen weibliche Famitienmitglieder. Geknickte Blüten zeigen, daß die Betreffenden vor dem Bestatteten gestorben waren.

 

Inschriften:  Sie erzählen in eindrucksvoll verdichteter Sprache von ergreifend schlichten oder schweren Schicksalen. Und wir erkennen: Was in einem (auch sehr langen) Menschenleben wesentlich ist, läßt sich tatsächlich auf einer ca. 160 x 70 cm großen Steintafel aufschreiben! Am Anfang steht oft ein Leitspruch oder ein Bibelvers. Erfolge eines Verschiedenen werden genau aufgezählt. Der nicht so Glückliche wird wenigstens ob seiner Ehrbarkeit gelobt. Und immer bat man um den Segen Gottes fur den dahingegangenen, in kunstvoll gestalteten Abktürzungen, siehe wie folgt:

J.S.G.G.S. = Ihren Seelen Gott gnädig sei
D.S.G.G.S. = Deren Seelen Gott gnädig sei
I.S.S.G.G. = Ihrer Seele sei Gott gnädig
D.S.G.G.I. = Deren Seelen Gott gnädig ist
G.S.S.S.G. = Gott sei seiner Seele gnädig.

Auf den Friedhöfen von Süderende und Nieblum wimmelt es vor nautischen Symbolen. Kreuz, Herz und Anker versinnbildlichen die Trias von Glaube, Liebe und Hoffnung. Wale sind prustend in die Stelen gemeißelt, stattliche Schiffe ziehen ihre Bahn durch steinerne Wellen. Meist wird die Lebenszeit bis auf den Tag ausgerechnet, das Schicksal von Kindern und Kindeskindern ebenfalls ausführlich gewürdigt. Ganze Logbücher des Lebens sind so in den Stein gehauen. Die hiesigen Bildhauer waren freilich einfache Handwerker. Oft fingen sie oben mit großzügigen Lettern an und mussten wegen Platzproblemen die Buchstaben von Zeile zu Zeile kleiner schlagen. Ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts waren die goldenen Zeiten Föhrs vorbei. Um der Armut zu entgehen, wanderten nun ganze Dorfgemeinschaften nach Amerika aus. Für die verbliebenen, weniger wohlhabenden Insulaner mussten nun ein schlichter Feldkopfstein oder bescheiden gestaltete Sandsteinfliesen mit den Initialen und dem Sterbedatum genügen. Aus dem Eiland der Abenteurer war bescheidenes Agrarland geworden. Noch heute ist Föhr mit seinem properen Hauptstädtchen Wyk und dem guten Dutzend adretter Dörfer darum die "grüne Insel".

 

Neben den nautischen Sinnbildern beeindrucken die Grabsteine von Föhr auch mit floralen Symbolen, die das Schicksal der Familien auf den ersten Blick offen legen. Auf vielen Grabmalen erkennt man links den Vater und seine Söhne, meist durch blaue Glockenblumen dargestellt, rechts die Mutter und ihre Töchter, versinnbildlicht durch rote Sternblumen. Die Eltern sind durch die oberste große Blüte dargestellt, der Nachwuchs, als wortwörtliche Sprösslinge, weiter unten. Auf den ersten Blick weiß man durch die Zahl der gebrochenen unteren Stängel, wie viele Kinder starben, bevor die Eltern bestattet wurden. Der jüngste der nach alter Tradition gestalteten Grabsteine auf dem Friedhof von Süderende stammt aus dem Jahr 1989 und ist einem Geschwisterpaar aus Oldsum gewidmet, das bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn ums Leben kam. Ein zeitgenössisches Schicksal, eingemeißelt nach uralter Art auf die Rückseite einer Renaissance-Stele.

St. Laurentii in Süderende

"Nun bin ich in dem Hafen meiner irdischen Vollendung angelangt".....

 

......suchte sich der einstige Kapitän Matz Jungrörden (1759-1814) als Leitspruch für seinen Grabstein aus. Unter diesem gottergebenen Motto findet sich das abgetakelte Schiff des Seefahrers in Stein gehauen. Das achtern festgemachte Beiboot soll der Seele des Verstorbenen dabei dienen, vom Diesseits ins Jenseits zu wechseln.

Auch den Himmel erreicht ein erfahrener Nautiker auf maritimem Gerät. Näheres zum Leben des Schiffsführers folgt in weiteren Lettern: "Neben diesem Monument liegen die irdischen Theile der beyden Eheleute des Commandeurs Matz Jungrördenund dessen Frau Elen Matzen, geb. Lorenzen aus Oldsum, die vom 4 Nov. 1787 an, in einer mit zwei Kindern, einem Sohn und einer Tochter, gesegneten Eheverbindung 26 Jahre und 310 Tage gelebt haben." Der Grabstein, von oben bis unten beschrieben, teilt ferner mit, dass Matz nach kurzer Krankheit 1814 mit 55 Jahren starb und nur einen Enkel erlebt hatte, während seine Frau Elen, bevor sie "nach langjähriger Schwachheit" 1820 in genau gleichem Alter wie der Gatte verschied, "5 Jahre und 159 Tage" den Witwenstand zu ertragen hatte, dabei aber immerhin noch vier Enkel groß werden sah. Die Grabstelle der beiden Eheleute findet sich auf dem Friedhof von St. Laurentii im Westen der Nordseeinsel Föhr. Nicht allen Seeleuten war es vergönnt, den letzten Atemzug auf ihrer Heimatinsel zu tun. Manche starben an fernen Gestaden, manche fanden auf See ein Grab. Wenn sie nicht im Wochenbett starben, überlebten die Frauen ihre Männer oft um Jahrzehnte. 

Ruhestätte von Matz Jung Rörden (Jundrörden) und seiner Frau
Elen Matzen, geb. Lorenzen aus Oldsum.

Nun bin ich in den Hafen meiner irdischen Vollendung angelangt

Neben diesem Monument liegen die irdischen Theile der beyden Eheleute des Commandeurs Matz Jungrörden und deren Frau Elen Matzen, geb. Lorenzen aus Oldsum, die, von 4 Nov. 1787 an, in einer, mit Glück und Zufriedenheit gekrönten, mit 2 Kindern, 1 Sohne und 1 Tochter, gesegneten Eheverbindung 26 Jahre und 310 Tage gelebt haben.

Ersterer ward geboren zu Üttersum den 24 May 1759 und starb nach einer kurzen Krankheit den 12 Sept 1814, in einem Alter von 55 Jahren und 109 Tagen, und sahe 1 Enkel

Letztere ward geboren zu Oldsum den 21 Aug. 1764 und starb nach langwieriger Schwachheit d. 18 Febr 1820 nachdem sie 55 Jahre und 182 Tagen und in Wittwenstande 5 Jahre und 159 Tagen gelebt hatte, und sahe 4 Enkel.

 

Todestag! O Gottestag! da du
brachtst meinen Staub zur Ruh
dann schwang zum Leben
das ihm sein Gott wird geben
mein Geist sich auf.

 

Matz fuhr als Commandeur unter Hamburger Flagge auf Walfang und nahm während dieser Zeit den Namen Matthies Riewerts an. Der Tod konnte den gläubigen Seefahrer nicht erschrecken, er sah ihn als die Ankunft im friedvollen Hafen an. So ließ er sein letztes Schiff, das Bootschiff „De jonge David” abgetakelt (Stengen und Rahen gefiert) in seinen Grabstein schlagen. Den Schiffsnamen findet man auf dem Spiegel (Schiffsheck). Das abgetakelte Schiff symbolisiert das Lebensende. Das achtern festgemachte Beiboot bietet der Seele des Verstorbenen die Möglichkeit, mit ihm zum Herrn des Hafens der irdischen Vollendung zu gelangen. Der Spruch am Fuße der Stele zeigt, dass Matz fest an die Unsterblichkeit des Menschengeistes glaubt. Auch diese Stele wurde von Hay Jepken völlig abgeschliffen und neu gestaltet. Die für ihn typische Rankenleiste unterhalb des Dreimasters verrät seine „Handschrift”.


Elen Flohr (Ellin Ocken Flor), die auf dem prunkvollsten aller Föhrer Grabsteine verewigt ist, war mehr als ein halbes Jahrhundert Witwe und bekleidete sogar das hoch angesehene Amt einer Juratin. Auf dem Friedhof in Süderende steht auch der Grabstein ihres Sohnes Martin Flor.

Johan Flor, auch genannt Jan Floris, wurde am 6. März 1641 in Norddorf, Amrum geboren. Er starb am 6. August 1685 in Oldsum, Föhr. Er heiratete Elen Flohr (Ellin Ocken Flor) im Jahr 1669. Johan arbeitete als Commandeur. Elen brachte ein ansehnliches Erbe mit in die Ehe. Die Eheleute Flor zählten um 1683 zu den größten Landbesitzern im Langdorf. Obwohl Johan Flor noch zur See fuhr, amtierte er schon 1673 als Jurat, wobei ihm offensichtlich die Rechnungsführung für die gesamte Kirchengemeinde oblag.

Ein Stein der beiden Eheleute steht gleich am Nordeingang von St. Laurentii. Die wunderschöne Barockstele wurde Elen Flohr von ihren Kindern Martin und Marret gesetzt.

Über dem Grabsteintext befindet sich ein Kreisrelief, das die Verstorbene vor Jesus, ihrem Richter und Erlöser zugleich, kniend zeigt. Vom Munde Jesu führt ein Band mit unlesbar gewordener Inschrift zur Verstorbenen hin. Links von den beiden erkennt man den mit Heiligenstrahlen bedachten Moses, der die Gesetzestafeln hält und einen bocksbeinigen Teufel mit einem aufgeschlagenen Buch, aus dem er die dort verzeichneten Sünden der Verstorbenen vorliest. Von rechts her schwingt der Tod seine Sense auf die Kniende zu. Die Umschrift in Versalien vertieft die symbolhafte Aussage des Reliefs. WAS KANN GESETZ, TODT, TEUFEL SCHADEN JESU NIMMT MICH AN IN GNADEN. Das untere Spruchband "Die Hoffnung und Liebe zum Himmel uns triebe" wird illustriert durch zwei Doppelmedaillons. Sie zeigen die Allegorien der Hoffnung und der Liebe in ihrer irdischen Begrenztheit (unten) und ihrer himmlischen Vollendung (oben). Am Fuße der Stele: G.S.l.S.G. - Gott sei ihrer Seele gnädig.

 

Inschrift:

Was kan Gesetz Todt Teufel schaden Jesus nimt mich an in Gnaden

Hier ruhen die Gebeine der Seel: Elen Flohr Geb in Oltsum D 10 Jan Ao 1650 Gest: D 14 Sept. Ao 1736 Sie hat gelebet mit ihrem Ehemann Johan Flohr Welcher geb: auf Amrum D 6 May Ao 1641 Gest: in Oltsum D 6 Aug Ao 1685 und in S: Laur: Kirche begraben 15 1/2 Jahr und in Witwenstande

51 1/10 Jahr aus dieser Ehe sind gebohren 8 Sohne und ein Tochter zu deren Anden Ecken setzen dieses Grabmahl 2 Nachleben de danckbahre Kinder Martin Flohr Marret Harcken

Die Hoffnung und Libe: zum Himel uns tribe

G. S. l. S. G.

 

 

Martin Flor war über einen Zeitraum von 31 Jahren ein sehr erfolgreicher Commandeur eines Walfängers, wobei er rund 150 Wale erlegt haben soll. Martin Flor stritt über die Besteuerung von Ländereien, die die Westerlandföhrer auf Osterlandföhr (und umgekehrt) hatten. Lt. Nerong (Die Insel Föhr) soll der Prozess von 1655 bis 1746 gedauert haben. Martin Flor gehörte 1755 zu den 10 am höchsten besteuerten Personen in St. Laurentii. Zu seinem Vermögen gehörte auch die Oldsumer Bockmühle. Nach seinem Tod ist die Mühle offensichtlich in 6 Partien aufgeteilt worden. Standen diese doch bis 1785 im Eigentum der Nachkommen von Martin Flor.

Ing und Martin hatten sechs Kinder, fünf erreichten das Erwachsenenalter.


Eben noch war der grasüberwucherte Gottesacker in gleißendes Sonnenlicht getaucht, jetzt liegen die Steine im Schatten. Regen weht mit einer Windböe heran. Die Luft riecht nach Salz. Hinter dem Deich wogt die Nordsee in exzentrischen Tönen von Giftgrün, Quecksilber und Anthrazit.

Alte Grabplatten /-steine im Nordchor der St. Laurentii-Kirche, Süderende

Die Grabstein bzw. -platten aus dem 17. Jahrhundert sind z.T. stark verwittert und kaum zu entziffern.

 

Grabstein rechts:

Dies ist der weitaus älteste Stein auf dem Kirchhof St.Laurentti. Er befindet sich jetzt im Norderchor der Kirche. Der Text ist in Niederdeutsch gehalten, das damals Kirchen- und Amtssprache war.


Anno 1624 den 19 Aprilis is der ehr und veel doget same Fruwe Margrete Olefs  Selige Olef Arfestens nagelatene wedewe salich in dem Heren ent:slapen ehres [lder] r im 60 Jahre dererse. . . G . G . IS  (Gott gnädig ihrer Seele?)


Der Text lautet übersetzt: Im Jahr 1624 den 19.April ist die ehr-und vieltugendsame Frau Margrete Olefs des verstorbenen Olef Arfestens nachgelassene Witwe selig in dem Herrn entschlafen. Im 60. Jahre ihres Alters.

In den Ecken der Grabplatte aus Namurer Marmor befinden sich Kreisfelder mit den Evangelistensymbolen:

  • Matthäus- geflügelter Mensch
  • Markus - geflügelter Löwe
  • Lukas - geflügelter Stier
  • Johannes - geflügelter Adler

In der Mitte befindet sich ein Beschlagwerkkreis - "ihs" - ( Anfang des Namen Jesu im Griechischen ) in Unzialschrift.
Auf dem Beschlagwerk stehen die Initialen der Verstorbenen - M O -

 

Olef & Margret Arfesten; er geboren um 1550, sie geboren 1564. Olef war Landvogt in Westerlandföhr. Laut Lorenz Braren** (s.u.) in den "Geschlechtereihen von St Laurentii", soll Olef einmal 24 Stunden scheintot gewesen sein, lebte danach aber noch lange Jahre. Olef ist Urvater vieler Föhrer Familien bis heute. Im Jahre 1599 hat er vermutlich den Korb der Kanzel von St. Laurentii gestiftet. 

 

Sohn Erich Olufs, der wie sein Vater Landvogt war, hat seiner Mutter diese schöne Platte anfertigen lassen. Erich folgte seinem Vater von 1623-1651 als Landvogt. Ihm wird von Paul Flor das beste Zeugnis als ansehnlicher ehrlicher Mann ausgestellt. In einer Urkunde wird Erich Olefs (Olufs) anno 1629 "Förensis praefectus" (Anwalt, Präfekt oder Föher Präfekt?) genannt. Erich war verheiratet mit J. Oes.
Er hatte 4 Kinder: Oluf Ercken; Hinrich Ercken; Ing Ercken Hay Sammen; Krassen Ercken Arfest Harcken.

 Grabplatte Mitte:

Hier ruhen die Gebeine des weiland ehr samen nunmehro, in dem Herrn entschlaffenen Jung Früd Rörden (Jung Früdde Rordten), welcher in verschiedene Jahren auf Grönland als Commandeur gefahren, gebohren AD 1668 D: 24 Dec: in Klintum. AQ 1697 hat er sich in dem Heili: Ehestand begeben, worin er 42 1/2 Jahr vergnügt gelebet, Gestorben AQ 1741 D: 13 Jun. Sein gantzes Alter gebracht auf 72 Jahr 23 1/2 Wochen. Imgleichen seine hinterlassene Wittwe die weiland und ehrsame Kerrin Jung Früdden So AO 1672 D: 18 August 1672 in Oldsum gebohren AQ 17~ D. – gestorben, im Wittwestände gelebet — Jahr und ihr gantzes Alter gebracht auf – Jahr – Wochen

 
Diese gewaltige Grabplatte aus hellem Sandstein lag früher nördlich der Kirche. In gehobener Sprache wird hierauf vom Leben des Commandeurs Jung Früd Rörden und seiner Frau Kerrin Jung Früdden berichtet. Die Wendung, daß sie eine „vergnügte“ Ehe geführt haben, ist auf vielen Föhrer Steinen zu finden. Hier hat offensichtlich ein Bedeutungswandel stattgefunden. Heute würde man von einer „zufriedenen“ Ehe sprechen.


Die Grabplatte mit einem Segelschiff unter vollen Segeln befindet sich im Nordchor der Kirche. Die Todesdaten der Ehefrau sind nach ihrem Tode nicht eingehauen worden. Kerrin erreichte wohl ein hohes Alter. Mit 88 Jahren (1760) lebte sie noch bei ihrem Sohn Bho in Oldsum, wo sie sich mit ihren 9 Enkeln beschäftigte.

** Lorenz Konrad Braren (geboren am 30. Mai 1886 in Borgholz bei Heide (Holstein); gestorben am  7. Februar 1953 in Markt Indersdorf) war ein deutscher Konstrukteur, Unternehmer und Ahnenforscher.

 

Er wurde am 30. Mai 1886 in Borgholz als Kind der Eltern Ida Maria Jürgens Braren (25. Juni 1865 - 29. Jan. 1956) und Brar Cornelius Braren (1862–1946) geboren. Beide stammten von der Nordseeinsel Föhr; der Laienmaler Oluf Braren war sein Urgroßonkel. Nach dem Besuch der Volksschule in Lundenberg und dem nach dem Abitur auf der Hermann-Tast-Schule in Husum, wohin die Familie übersiedelt war, heuerte Lorenz Braren 1903 zunächst auf einem Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie an, wechselte dann in ein Volontariat bei einer Schlosserei und Maschinenfabrik, bevor er nach Ableistung seines Wehrdienstes bei der Werftdivision 1906 zu Verwandten nach Amerika ging. In New Jersey fand er zunächst Arbeit in einem Stahlwerk und wurde schließlich Abteilungsleiter in einer Gießerei. Im August 1910 nach Deutschland zurückgekehrt begann er ein Studium am Hamburger Technikum. Nach dem Examen verlobte er sich 1911 mit Lisbeth Piper und arbeitete ab 1912 bei einem zweiten Amerika-Aufenthalt zunächst in einer Firma, die Industrienähmaschinen herstellte, bis er in Muskegon als Konstruktionszeichner bei einer Firma für Kranbau angestellte wurde. 1913 heiratete Lorenz Braren Lisbeth Piper in Jersey City. 1920 kehrte sie mit ihren inzwischen geborenen drei Kindern Keike, Brar und Rudolf nach Deutschland zurück, wo im Sommer der dritte Sohn, Lorenz, geboren wurde. Ein halbes Jahr später folgte Lorenz Braren seiner Familie nach Husum. Er arbeitete an dem Entwurf einer Windkraftanlage, für eine bereits in den USA entwickelte automatische Zuschneidemaschine erhielt er ein Patent.

 

Lorenz Braren starb am 7. Februar 1953 in Markt Indersdorf und wurde seinem Wunsch gemäß auf der Insel Föhr auf dem Friedhof der Kirche St. Laurentii (Süderende) beigesetzt. Am 5. August 1973 weihte nicht weit davon entfernt bei Monklembergem der Nordfriesische Verein eine Lorenz-Braren-Gedächtnis-Stätte ein. In Markt Indersdorf ist die Lorenz-Braren-Straße nach ihm benannt.

 

Ahnenforschung und Volkstumsarbeit: Bereits seit 1906 machte Lorenz Braren Aufzeichnungen zu seiner Heimatinsel Föhr. Diese entwickeln sich schließlich zu einem dreibändigen Werk, den „Geschlechter-Reihen St. Laurentii Föhr“, das zu über 20.000 Menschen Lebensdaten und Hinweise zu den verwandtschaftlichen Beziehungen enthält. Mit seiner Lorenz-Braren-Stiftung stiftet Lorenz Braren Legate, deren Erträge der friesischen Heimatarbeit zugutekommen. Lorenz Braren gründete darüber hinaus die Utersumer Trachtengruppe, die 2011 60 Jahre bestanden hat, und förderte deren Teilnahme am Trachtenumzug zum Münchner Oktoberfest.


Grabsteine an den Kirchenwänden

Grabplatte rechts außen:

 

Dieses Denkmal setzten die Eheleute J.J. Hinrichsen und Keike Hinrichsen in Süderende ihren am 22sten Decbr. 1848 gebornen Zwilligskindern einer todtgebornen Tochter und einen Sohn Jürgen Julius Hinrichsen gestorben am 5ten Febr. 1852 im Alter von 3 Jahren 7 Monat und 14 Tagen. Sie waren zwei Knospen, die eine fiel ab. Der Schöpfer nahm wieder indem er gab. (Oberfläche abgeplatzt)

 

Das Blumenmotiv symbolisiert das Zwillingspaar. Die Knospe weist auf die totgeborene Tochter hin, die volle Blüte symbolisiert den Sohn, der im Alter von 3 1/2 Jahren verstarb. Diese Fliese ist höchstwahrscheinlich von dem Steinmetz Erk Lorenzen aus Utersum gefertigt worden. 

Ruhestätte von Oluf Braren und seiner Frau Marret (Meete) Wilhelms Braren

Nicht jede Föhrer Ehe war übrigens "vergnügt", wie es auf dem Grabstein von Rickmer Arfsten und seiner Frau Mattje heißt, und nicht jeder ist neben seiner wahren Liebe in die Erde gelegt. Oluf Braren etwa ist mit seiner Frau Meete Braren bestattet, die der Schullehrer verließ, um mit seiner ehemaligen Schülerin Ing(k) Peter Matzen zusammenzuleben. Der illegitime Sohn des Paares starb schon als Kleinkind an einer schweren Behinderung. Oluf Braren hat die Geliebte und das Kind mit dem Wasserkopf in einem anrührenden Ölbild verewigt. Als Maler wurde er erst lange nach seinem Tod bekannt, auch hier holte ihn das Unglück noch ein, denn fast alle Bilder verbrannten bei einer Ausstellung. 

Nur der Erdenleib wird Erde,
Sein Bewohner bleibt.
Dem Andenken der beiden Eheleute

des Schullehrers Oluf Braren und Meete Braren.

Ersterer ist den 25 Febr. 1787 in Oldsum geboren. 1808 den 25 Sept. ehlichte er die neben ihm ruhende Meete geborne Wilhelms. Seit seinem 19ten Jahre Jugend Lehrer, ging er den 22 Märtz 1839 in einem Alter von 52 jahren 3 Wochen 4 Tagen zum bessern Leben ein. Letztere ist 1783 den 15 Aug in Archsum auf Sylt geboren, nachdem sie in einem 20 jährigen Wittwenstand gelebt hatte entschlief sie 1859 den 13 April in einem Alter von 75 J 34 W 2 T.

 

Oluf Braren entstammt einer alten Bauern- und Schmiedefamilie. Oluf, der stets sehr Eigenwillige, hatte Kontakt zu Büchern gefunden und bildete sich selbst zum Lehrer heran. Als Neuzehnjähriger übernahm er die Schule der Norddörfer auf Sylt. Er heiratete Meete, die aus Archsum stammte. Nach 2 Jahren Dienst auf Sylt siedelte das Paar nach Föhr über; in Utersum soll Oluf Braren die glücklichsten Jahre seines Lebens verbracht haben. Inzwischen hatte der Schulmeister seine zweite Begabung entdeckt, durch die er seiner seelischen Tiefe und Empfindsamkeit Ausdruck verleihen konnte: Er verstand es, hervorragend zu malen und zu zeichnen. Leider war ihm Meete eine ungeeignete Lebensgefährtin. Da fand O. Braren in seiner ehemaligen, hochbegabten Schülerin, der Sylterin lng Peter Matzen eine Frau, die ihn verstand. Diese Liebesbeziehung, aus der zwei Kinder entstammten, dauerte etwa 7 Jahre lang. Die Situation wurde unhaltbar, Oluf B. wurde mit seiner Frau Meete nach Toftum versetzt, wo sie vom 3. Teil eines Lehrergehaltes leben mussten. Ein früher Tod erlöste ihn aus dieser deprimierenden Lage. O. Braren hat auch seine Malkunst autodidaktisch erlernt und später weiterentwickelt. Zu seinen Lebzeiten wurde er als Künstler nicht geschätzt und nach seinem Tode vergessen. Die Rotsandsteinfliese zeigt in einem Kreisrelief eine Pflanze mit nur zwei Blüten, die das kinderlose Ehepaar symbolisiert. Die Tulpe ist geknickt: Oluf Braren ist verstorben. Die Sternblüte steht aufrecht: Meete lebt zur Zeit der Steingestaltung. 

Grabstätte Elene Bendine Braren, geb. Roeloffs 1923 - 1990

Aufschrift

Heer raut üüs mam
Elene Braren
brn. Roeloffs
9.11.1923 - 30.10.1990

 

Wann`t Lewent vörbi as ens gingen - Do skäll `am mi weller hen ker -
Huar min Aalern hörns Rauplaatz haa fünjen - Hen üb min letj lew Eiluun fehr.

(ferring) =

Wenn das Leben vorbeigegangen ist - Da möchte man mich wieder hinbringen -
Wo meine Eltern ihren Ruheplatz gefunden haben - Hin auf meine kleine liebe Insel Föhr.

---dreieck Dem Andenken ihrer am 28. August 1914 vor Helgoland gefallenen treuen Kameraden gewidmet vom Westerlandföhrer Kriegerverein.

Gedenkstein für die Gefallenen der Jahre 1945-48.

Grabstätte des Matthias Petersen (Matz Peters)

Der weit über die Grenzen Föhrs hinaus bekannteste Grabstein ist wohl der des Matthias Petersen oder auch genannt des "Glücklichen Matthias". Übersetzt steht auf seinem Stein:


Matthias Petersen geb: in Oldsum den 24 Dec: 1632, gest: den 16.Sept: 1706,

Er war in der Schiffahrt nach Grönland sehr kundig, wo er mit unglaublichem Erfolg 373 Wale gefangen hat, sodaß er von da an mit Zustimmung aller den Namen “Der Glückliche” annahm; und dessen Frau Inge Matthiessen geb: den 7 Oct: 1641 gest: den 5 April 1727 Ruhig im Tode ist der, welcher weiß, daß er aus dem Tode wiedererstehen wird; Tod kann das nicht genannt werden, sondern ein neues Leben.

Matthias Petersen, der eigentlich Matz Peters hieß, galt als der erfolgreichste Walfänger von Westerland-Föhr. Die Grabplatte aus hellem Sandstein, die aufrecht in einen modernen Zernentfuß gestellt wurde, erzählt uns, daß der Commandeur im Laufe seines Lebens durch unglaubliches Glück 373 Wale fing, was ihm den Beinamen “Der Glückliche” (Felicis) einbrachte. Dieses Fangergebnis war nur möglich, weil M. Petersen als Commandeur noch an der sog. “Baienfischerei”, die gegen 1660 abrupt zu Ende ging, beteiligt war. Die Walfänger stießen damals in den Buchten (Baien) auf ungeheure Mengen von Walen, so daß sie die für eine erfolgreiche Reise erforderliche Anzahl von Tieren in kurzer Zeit in den Buchten erlegten. Die Beutetiere konnten danach direkt an Land geflenst (abgespeckt) werden. Vor Ort wurde der Speck in riesigen Kupferpfannen ausgelassen, und so konnte der zu Beleuchtungszwecken begehrte Tran gewonnen werden. Nach wenigen Jahrzehnten Raubfang waren die Baien leergefischt. Nun begann die See- oder Eisfischerei, die weitaus mühevoller, gefährlicher und ertragsärmer war. Man suchte den Wal fortan im offenen Wasser und jagte den bis zu 18 Meter langen Giganten von kleinen Schalupen aus. Das Flensen der harpunierten Wale geschah nun längsseits des Schiffes an der Backbordseite (links). Der Speck wurde in Stücke geschnitten, in Fässer gepackt und erst später in zahlreichen Tranbrennereien, die wegen des entsetzlichen Gestankes weit außerhalb der Heimathäfen lagen, ausgelassen.

Der Glückliche Matthias erreichte sein legendäres Fangergebnis auch durch die lange Fahrenszeit als Commandeur. Dem Zwanzigjährigen vertraute man bereits die Führung eines Walfangschiffes an. 50 Jahre lang fuhr er als Commandeur. Verbunden mit diesen Erfolgen wurde er auch ein vermögender Mann. Während der letzten Lebensjahre verließ ihn das Glück. Er wurde 1702 während des spanischen Erbfolgekrieges von einem französischen Kaperschiff aufgebracht und konnte sich und die Mannschaft nur durch die Zahlung von 8.000 Reichstalern (nach heutiger Kaufkraft ca. 300.000 Euro) freikaufen. Dies war seine letzte Fahrt. 1701 wurde sein ältester Sohn Matz, ebenfalls Commandeur, von einem franz. Kaper aufgebracht, nach St. Malo geführt und blieb seitdem verschollen. 1702 fielen seine beiden Söhne Ock und John im Gefecht mit einem franz. Piraten. Im Gotteshaus von St. Laurentii erinnern der 1. und 3. der Kronleuchter aus Messing an den “Glücklichen Matthias”. Gemeinsam mit seinem Bruder stiftete er sie 1677 seiner Gemeinde. Matthias Petersen, der um die Wichtigkeit einer guten Ausbildung wußte, ließ seine Kinder von einem Privatlehrer unterrichten. So konnte sein Sohn Clement studieren. Er wurde Prediger in Schwesing. Wahrscheinlich hat er den lateinischen Text auf der Grabplatte seines Vaters verfaßt. Ein anderer Sohn, Peter Mattiessen, besuchte die Lateinschule in Husum, studierte in Jena und wurde Landvogt von Osterlandföhr, Gerichtsvogt von Wyk und gleichzeitig Landvogt von Sylt. Dessen Sohn, ein Enkel des “Glücklichen Matthias”, auch ein Peter Mattiessen, wurde ebenfalls Landvogt von Osterlandföhr, dazu Birkvogt von Westerlandföhr und Amrum. Durch Struensee, einen Studienfreund, wurde P.M. 1771 zum Bürgermeister von Kopenhagen berufen. Nach der Ermordung Struensees wurde er Direktor des dänischen “Handels- und Fischereiinstituts” in Altona. Von hier aus vermittelte er viele Föhrer Seefahrer, vor ‘allem auch Kapitäne, an den “Grönlandhandel”. Nach seinem Tode im Jahre 1706 wurde mit dem “Glücklichen Matthias” recht unrühmlich umgegangen. Als nämlich seine Erben nach 14 Jahren noch immer nicht die versprochenen 100 Reichstaler für sein Begräbnis in der Kirche vor dem Altar bezahlt hatten, wurde er kurzerhand auf den Friedhof umgebettet – was freilich auch kein schlechter Platz ist. 

Weitere Grabsteine der Familie (Kinder und Enkel) finden sich auf dem Friedhof in Nieblum.


Grabstein der Eheleute Brar Cornelius Roeloff und
Johanna Emilie geb. Ketels

Römer 1 V 16. Das Evangelium von Jesu Christo ist eine Kraft Gottes die da selig macht alle die daran glauben

Ihrer Auferstehung harrend ruhen hier

die Eheleute der Landmann und Amtsvorsteher

Brar Cornelius Roeloffs

geb. den 3. März 1865, gest. den 7. August 1933

und seine Ehefrau Johanna Emilie geb. Ketels,

geb. den 11. November 1867, gest. den 4. Juni 1951 aus Süderende


Grabstein der Eheleute Ocke Hinrich Flor
und Thur Flor geb. Rickmers

Ein frisch bemalter Grabstein, der sehr häufig für Reiseführer fotografiert wird. Das frisch renovierte Grabzeichen für den Kapitän und Kommodore (Ehrentitel für dienstälteste Kapitäne) Ocke Hinrich Flor. 1827-1852 führte er mehrere Schiffe für eine Hamburger Reederei.

Wir haben hier keine bleibende Stätte,
sondern die zukünftige suchen wir.

Dieses Grab umschließt die irdische Hülle der beiden Eheleute Ocke Hinrich Flor und Thur Flor geb. Rickmers aus Oldsum, welche 1818 den 23 Jan. zur vereinten irdischen Wallfahrt den Bund der Ehe schloßen.
Beide sind geboren in Oldsum, er 1794 den 21 August, und sie 1791 den 4 Juli. In früher Jugend trat er den wechselvollen Beruf eines Seefahrers an und von der milden Hand der Vorsehung mit Glück gesegnet führte er seit 1824 als Capitain nach einander mehrere Schiffe, meistens von Hamburg nach Newjork. Nachdem er sich 1852 in seine Geburtsheimath zurückgezogen hatte, verwandte er die letzte Zeit und Kraft seines Lebens darauf, das Wohl seiner Familie und in dem ihm aufgetragenen Amte eines Schulpatrons das Beste der Gemeine zu fördern, bis ihn der Herr des Lebens nach einem schweren letzten Leiden 1856 den 6 Mai durch den Tod zur ewigen Ruhe einberief, da er 61 Jahre 8 Monate 15 Tage hienieden gelebt hatte.
Thur Flor, die treue Gattinn, die sorgsame Hausfrau, die lieben Mutter, entschlief nach langem Leiden 1852 den 2 Februar in einem Alter von 60 Jahren 6 Monaten 29 Tagen.

Die hinterlassenen Kinder, ein Sohn und 2 Töchter setzen ihren Eltern dieses Denkmal, und ihnen, wie den Schwiegerkindern und Enkeln bleibet ihr Andenken im Segen.

Grabstein der Friederika Knudsen geb. Braren und Friedrich Knudsen

Zum Andenken der verstorbenen
Friederika Knudsen geb. Braren,
geb. d. 14. März 1809, verheirathet d. 3. Aug. 1832
mit Friedrich Knudsen
mit welchem sie eine 50 jährige, glückliche
und zufriedenen Ehe geführt hat,
vom Herrn mit 4 Kindern gesegnet ward,
1 Sohn und 3 Töchter.

Der Sohn*** ist der Mutter bereits vorangegangen,
er starb den 24. Decbr. 1852,
in Rio=Janeiro, 16 Jahr alt,
sie entschlief den 6. Aug. 1882 im Alter von
72 Jahr 4 Monate 21 Tage.

Sie war uns eine getreue, liebevolle Gattin und
Mutter, ihr Andenken bleibe bei uns in Segen!
Sie ist nun angekommen.
Wir pilgern noch dahin.
Sie ist nun angekommen.
Der Tod war ihr Gewinn.

Friederika Knudsen, geb. Braren wurde am 14. März 1809 in Süderende, Föhr geboren. Sie starb am 06. August 1882 in Süderende, Föhr. Am 19. Juni 1829 heiratete Friederika aus Süderende Hark Ketels aus Toftum. Hark war der Bruder von Erk Ketels und Sohn von Ketel Harken (Stammbäume siehe unten). Nach dessem frühen Tod bewohnte sie das Haus Süderende 36 (früher: 247) zunächst allein. Ihr Vater, Früd Braren, der auf der anderen Straßenseite wohnte, hatte das Haus erworben und für die Heirat seiner ältesten Tochter ausgebaut. Am 3. August 1832 heiratete Friederika Ketels in zweiter Ehe den Kapitän Friedrich Knudsen aus Utersum. Von ihm ist eine Porträt-Miniatur erhalten. Er ließ sie in Antwerpen farbig in einem goldenen Medaillon anfertigen für seine Braut, die 22-jährige Witwe Friederika Ketels.

 

Friederika Knudsen war offenbar reiselustig. Zwei ihrer Enkel erzählen davon in ihren Lebenserinnerungen. Für eine Frau von dieser abgelegenen Insel war das auf jeden Fall ungewöhnlich. Sie reiste zum Beispiel mit ihrem Mann nach England. Öfter besuchte sie ihn in Hamburg oder Antwerpen, wenn sein Schiff ihm keine Zeit ließ, nach Föhr zu kommen. Scherzhaft erzählte er von ihr, das Interessanteste für sie sei immer das Kaspertheater auf der Straße gewesen.

 

Solches Treffen konnte bei der Unsicherheit des damaligen Verkehrs und der Nachrichten Verhältnisse missglücken. Einmal ist es passiert, dass die Eheleute beinahe aneinander vorbeigefahren wären. Der Vater hatte in einem Brief, schon von Rio aus, seine Frau gebeten, sie möchte ihn dann und dann in Antwerpen erwarten. Aber die Sachlage änderte sich. Es folgte ein zweiter Brief mit der Nachricht, das Schiff müsse doch ins Dock, er würde nach Hause kommen. Solche zweite Nachricht bedeutete natürlich für die ganze Familie eine viel größere Freude; aber dieser Brief ist nie angekommen. Er ging verloren. Nun reiste der Vater nach Norden, die Mutter nach dem Süden. Von Hamburg nach Antwerpen benutzte man damals ein Segelschiff. Aber ehe die Postkutsche in Hamburg war, will es der Zufall, dass die beiden Postwagen, der von Hamburg und der von Leck kommende, zu gleicher Stunde in den Posthof zu Rendsburg einfahren. Der Vater blickt gerade aus dem Fenster und wen sieht er? Seine Frau in ihrer friesischen Tracht, die eben dem anderen Postwagen entsteigt. Es dauert nicht lange, da liegen sich die beiden in den Armen und machen nun die Reise zur Heimat gemeinsam.

Friederika Sicilia Knudsen starb im Alter von 72 Jahren an Krebs.

Friedrich Knudsen, 2. Ehemann der Friederika Sicilia Braren Ketels, hatte mit ihr 3 Töchter und einen Sohn, Hinrich Cornelius Knudsen (1836-1852), der als Junge an Bord seines Vaters war. Er verstarb an gelbem Fieber am Weihnachts-Abend 1852. Knudsen  soll später gesagt haben, dass nach diesem traurigen Vorfall die See für ihn schwarz geworden sei. Da sein einziger Sohn nun nicht mehr lebte, blieb er an Land. Sonst wäre er noch weiter gefahren, um seinem Sohn den Weg ins Berufsleben zu ebnen. 

Tatt Rickmers, geborene Braren, 1829-1883 war eine Schwester von Friederika Silicia Braren Ketels. Ihren Grabstein zeigt das ünernächste Bild weiter unten.

 

Grabstein von Ketel Harken und Krassen Ercken Ketels, sowie Krassen Jürgen Ketels

Es wird gesäet ein natürlicher Leib und es wird auferstehen ein geistlicher Leib

Wieder aufzublühen verweset hier das Irdische der beiden Eheleute Ketel Harken und Krassen Ketels aus Tüftum. Er ist geb. daselbst 1761 d.3.Sept. in Ehe getreten mit Krassen Jürgens das. 1789, welche aber 1792 starb und 2 Töchter hinterließ. 1795 trat er in die 2. Ehe mit der jetzt noch lebenden Krassen Ketels, geb. Erken aus welcher Ehe 5 Söhne und 2 Töchter entsproßten und wovon 3 Söhne dem Vater schon in die Ewigkeit vorangegangen sind. Er starb 1843 d. 16.Aug. in einem Alter von 81 Jahren 49 Wochen und 3 Tagen. Sie ward geb. in Dunsum 1774 d. 15.Novbr. und starb 1856 d.5. Aug. in einem Alter von 81 Jahren 37 Wochen und 4 Tagen nach dem sie 13 Jahre im Wittwenstande gelebt hatte.

O Hoffnung, daß nach kurzer Ruh
mein Leib erwacht, wie groß bist du
und welch ein Trost im Tode

▲ Ketel begann die Seefahrt 1773 mit 11 Jahren als Schiffsjunge auf dem hamburgischen Wal- und Robbenfänger DE PATRIOT. Er war mit 13 Jahren schon Matrose und blieb dort als solcher bis 1780, und zwar jeweils gemeinsam mit seinem Vater Hark Ketels, der von 1770 bis 1780 als Speckschneider zur Besatzung der PATRIOT gehörte. Im Zuge der See-Enrollierung wurde Ketel 1781 zum Dienst auf der dänischen Flotte gezogen. Ketel war lt. der Volkszählungen 1787 und 1801 Steuermann. In dieser Funktion fuhr er schon 1785 bei dem Toftumer Kapitän Boh Ketels auf einem Kopenhagener Handelsschiff nach Island und Bilbao. Später finden wir ihn in den Mannschaftslisten des altonaischen Walfängers DE ELBE, von 1792 bis 1794 als Harpunier bzw. Speckschneider, danach bis 1807 als Steuermann. Commandeur dieses Schiffes war von 1788 bis 1807 Luer Petersen von Altona. Wegen der Kontinentalsperre musste der Walfänger 1804 von Tönning und 1805 von Friedrichstadt auslaufen, wo er auch überwintert hatte. Während der Zeit als Ketel Harken auf der ELBE fuhr, waren Commandeur und Mannschaft beim Walfang erfolgreich. Sie brachten von 1792 bis 1801 Speck und Barten von 80 Walen heim, 1798 alleine von 19. Die Erträge von 1802 bis 1807 sind nicht erfasst. Bei seiner Rückkehr im Juli 1800 erlitt das Schiff bei einem Ausweichmanöver eine Havarie. 1807 wurde es während der Rückreise vom Walfang in der Elbmündung von den Engländern gekapert, ebenso wie fünf weitere altonaische Walfänger. Daraufhin wurde der Walfang von Altona aus bis 1815 eingestellt. Ob und wie lange die Mannschaften dieser Schiffe in englischer Kriegsgefangenschaft verblieben, ist nicht überliefert. Von 1815 bis 1820 befehligte Ketel  DE ELBE, die der Reeder P. Schröder von Glückstadt 1815 gekauft hatte. Als nach Beendigung der Kontinentalsperre die Fahrt wieder aufgenommen wurde, war das Schiff durch das lange Liegen im Schlick undicht geworden. Man hatte aber nur die Mittel, eine Seite abzudichten. Daher entschloss man sich, zunächst die Steuerbordseite zu richten, weil diese auf der Ausreise der vorherrschenden, westlichen Winde wegen am tiefsten im Wasser lag. Die andere Seite wurde dann im folgenden Jahr gemacht. 1821 musste er sich wieder mit der Stellung eines Steuermannes begnügen, und zwar auf DE FRAU MARGARETHA, die am 8. April bei Grönland auf 68° 21' Nordbreite von Eismassen zerdrückt wurde. Nach zehntägiger mühseliger Fahrt in ihren Schaluppen (Beiboten) erreichte die Besatzung die unwirtliche Nordküste Islands, wo sie völlig entkräftet eine menschliche Siedlung fand. Auf Ponys reitend, gelangte sie nach Reykjavik. Ein Kopenhagener Schiff nahm sie auf und brachte sie nach Tönning. Am 20. Juni war Ketel  wieder auf Föhr zurück, wo man die Besatzung bereits betrauert hatte. Ketel  war dann 1822 und 1823 Commandeur des Glückstädter Wal- und Robbenfängers NEUENKIRCHEN, den von 1838 bis 1848 sein Sohn Arfst Ketels (1808-1884) befehligte, um dann nach 50 Jahren die Seefahrt zu „bedanken“. Ein gut erhaltener Grabstein des 1843 verstorbenen Ketel H. steht auf dem Friedhof der St. Laurentii-Kirche, etwa 10 m nördlich der Kirchentür. Auf der Rückseite seines Grabsteines befindet sich die Inschrift seines Ur-Ur-Enkels Erk Dietrich Roeloffs. Ketel heiratete Krassen ERKEN Tochter von Erck OLUFS und Antje KETELS am 6. November 1795 in zweiter Ehe. Krassen wurde am 15. November 1774 in Dunsum, Föhr geboren. Sie starb am 5. August 1856 in Toftum, Föhr.


Ruhestätte von Tatt Rickmers, geb. Braren

Hier ruht Tatt Rickmers, geb. Braren, geb. d. 8. Jan 1829, gest. d. 9. Nov. 1883

Christus spricht Joh.11 V 25:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, der wird leben ob er gleich stürbe.

 

Die Eltern von Tatt Braren waren Früd Braren 1788–1875 und Krassen Früdden Braren 1785–1871. Sie war verheiratet mit Jürgen Rickmer Rickmers 1825–1907 (Hochzeit 1849).

 

Ruhestätte von Frederik Brar Rickmers

Das nächste Bild zeigt den Grabstein von Frederik Brar Rickmers,  Sohn von Tatt Braren und Jürgen Rickmer Rickmers. Frederik Brar Rickmers verstarb mit 8 Jahren.

Der Herr hat alles wohlgemacht.

Hier ruht Frederik Brar Rickmers,

geb.d.20 April 1865, gest. d. 3 März 1874.

O weinet nicht, ihr dürft ihn wiedersehen. Dort oben… Ihr dürft dereinst an seiner Seite gehen und ewig bei ihm sein. 

 

Nachfolgend der Grabstein von Früd Braren, Tatt Brarens Vater.

Grabstätte des Früd Braren aus Oldsum

Früd Braren, 11. Dez. 1788 – 13. Okt. 1875

Wer da saet im Segen
der wird auch ernten Segen

 

Dem Andenken des heimgegangenen Landmannes Früd Braren aus Süderende geb. in Oldsum den 11. Dezbr. 1788 verheiratet mit Krassen Peters den 04. Novbr. 1808, gestorben am 13. Octr. 1875 in Süderende in dem hohen Alter von 86 Jahren 10 Monaten 2 Tagen. Die von ihm abstammende Familie zählte bei seinem Tode 80 lebende Mitglieder. Sein strebsames friedliches und rechtschaffendes Wesen wird ihnen allen in dankbarer Erinnerung bleiben.

Früd Braren wurde am 11. Dezember 1788 in Oldsum, Föhr geboren. Er starb am 13. Oktober 1875 in Süderende, Föhr.  Am 04. November 1808 heiratete er Krassen Peters.

Bei seinem Vater erlernte er das Schmiedehandwerk. Nach seiner Hochzeit gab er dieses Handwerk auf und betrieb in dem Hause seines Schwiegervaters (Süderende 30) Landwirtschaft. Als Landwirt war er sehr tüchtig, strebsam und rechtschaffen, stets darauf bedacht seinen Betrieb zu vergrößern und zu verbessern. Er wurde einer der größten Grundbesitzer in Süderende. Der Umstand, dass seine Frau die einzige Tochter eines in recht wohlhabenden Verhältnissen lebenden Schiffskapitäns war, wird ihm dabei sehr zustatten gekommen sein. Sein Haus trägt heute noch als Maueranker seine Initialen „F B“. Für seine Tochter Friederika Sicilia Braren kaufte er das Haus Süderende 36. Er lebte in seinem Alter sehr zurückgezogen und war in den letzten Jahren seines Lebens sehr schwerhörig und schwachsehend. Er starb am 13. 10. 1875 an Altersschwäche im Alter von 87 Jahren.

 

Krassen Peters wurde am 17. September 1785 in Süderende, Föhr geboren. Sie starb am 2. Juni 1871 in Süderende, Föhr. Sie ist die Frau, die der Maler und ihr Schwager Oluf Braren 1808 als "Föhrer Braut" malte. Harro Ketels, Ur-Ur-Enkel von Krassen Peters, schreibt dazu:

"(Der Vermerk über die Trauung zwischen Früd Braren und Krassen Peters) … befindet sich im damaligen Trauregister von St. Laurentii. Es wird noch heute im Pastorat von Süderende aufbewahrt. Die Trauung am 04. 11. 1808 von Früd Braren und Krassen Früdden (Frauen wurden auf Föhr umgangssprachlich oft nach ihrem Mann benannt) trägt den Vermerk "Hauscopulation". Die Trauungen der beiden Schwestern und alle übrigen Trauungen tragen den Registervermerk "In der Kirche". Eine weitere Haustrauung aber ist nicht eingetragen. Dieser Grund für die Haustrauung von Früd Braren und Krassen Peters ist auch ohne weiteres zu erkennen. Oluf Brarens Schwägerin war nämlich bei ihrer Heirat im fünften Monat schwanger. Das erste Kind dieser Ehe wurde am 14. 3. 1809 in Süderende geboren.  Der Grabstein von Friederika Knudsen, geb. Braren, der ältesten Tochter der Föhrer Braut, steht schräg gegenüber, 20 Meter entfernt von dem ihrer Mutter Krassen Peters. 

Haustrauung (Haus-Copulation)

Trauung von Früd Braren und Krassen Peters am 4. November 1809 in Süderende, Haus 30. Dieses Bild von Oluf Braren, Bruder des Bräutigams, wurde unter dem Titel "Haus-Copulation auf Föhr" bekannt. Eine Kopie (oder ist es das Original?) habe ich im Haus Olesen in der guten Stube gefunden und fotografiert.

Trauung von Früd Braren und Krassen Peter

Früd Braren erbte von seinem Vater /Schwiegervater ein beträchtliches Vermögen und die Wohnung, Süd Nr 244. Er konnte somit seinen Kindern in Süderende Häuser kaufen und umbauen. Es wird überliefert, dass Früd zu sagen pflegte: “Wer über Saltnem freit, will entweder betrügen oder betrogen werden". Saltnem ist im Bewusstsein der Insulaner als uralte Hardengrenze, „über die man nicht hinwegheiraten sollte“, noch in sehr lebendiger Erinnerung. Saltnem bildete vor der Schaffung des Amtes Föhr-Land die Grenze zwischen Wester- und Osterlandföhr. Jahrhunderte hindurch markierte er vorher die Grenze zum königsdänischen Bereich der Westerharde, die als Kirchspiel St. Laurentii zum Stiftsamt Ribe gehörte.

Krassen Peters erreichte ein hohes Alter und konnte mit ihrem Ehemann die diamantene Hochzeit feiern. Zu dieser Feier wurde ihnen eine schöne Bibel mit einer Widmung von der Königin Elisabeth, der Gemahlin des regierenden Königs Friedrich Wilhelm IV von Preußen überreicht. In den letzten Jahren ihres Lebens war sie sehr kindisch. Dieser Zustand erforderte viel Wartung seitens der Angehörigen.

Erk Ketels wurde am 20. September 1797 in Toftum, Föhr geboren. Er starb am 13. März 1868 in Klintum, Föhr. Er heiratete Johanna JOHANNESEN am 30. November 1821. Erk arbeitete als Kommandeur.

 

Erk, vom 12. bis zum 53. Lebensjahr Seefahrer, führte den Glückstädter Wal- und Robbenfänger DER KLEINE HEINRICH von 1834 bis 1849. Zuvor war er Steuermann auf der NEUENKIRCHEN, zumindest 1832. Am 14. September 1833 erhielt er das Bürgerrecht in Glückstadt. Als Commandeur erlitt Erk Ketelsen 1838 im Eismeer einen schweren Verlust. Von den vier Schaluppen, die am 14. April bei gutem Wetter zum Robbenschlagen ausgefahren waren, ging eines mit der Mannschaft verloren, weil diese wegen Sturm und Schneetreiben ihr „Mutterschiff“ nicht wieder fand. Erst zwei Tage später wurde die total ramponierte Schaluppe „voll Wasser“ gefunden, „welches ein sehr trauriger Anblick war, und nun gewiss keine Hoffnung mehr war, um die Leute wieder zu bekommen, sie haben ein sehr trauriges Ende genommen“, notierte Erk in seinem Journal, das sein Urenkel Ernst Ketels aus Lübeck 1984 veröffentlicht hat.

 

Erk Ketels wohnte in Klintum 161 (früher Nr. 133), das er 1826 von Diedrich Roeloffs für 300 Reichsbanktaler erworben hatte. Diedrich Roeloffs hatte dieses Hausgrundstück 1824 wegen Verrechnung bestehender Forderungen von der Witwe Thur Arfsten übernommen, die nach dem Tode ihres Mannes Namen Früdden 1822 eine Erbteilung seines hinterlassenen Vermögens vornehmen musste.

Grabstein des Friederich Knudsen aus Süderende

Ich weißs, an welchen ich glaube,
und er kann mir meine Beilage bewah-
ren bis an jenen Tag. 2. Thim. 1,12

Im Glauben an den Todesüberwinder
entschlief am 5. Aug. 1884
Friederich Knudsen aus Süderende.

Geboren in Ütersum d. 29. April 1807 wid-
mete er sich nach der Konfirmation 30 Jah-
re der Seefahrt. Nachdem er 16 Jahr die Stel-
lung eines Schiffsführers bekleidet, war er
noch 31 Jahr in der Heimat zur Freud
und zum Segen seiner Kinder und Kindes-
kinder rastlos thätig. Der Dank folgt
ihm in die Ewigkeit, zu deren Ruhe der Herr
der Seele de 77jährigen Greises abberufen hat.
Sein Leib harret der Auferstehung neben
seiner treuen Gattin.

Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut
Machs nur mit meinem Ende gut.

Friederich Knudsen wurde am 19. April 1807 in Utersum, Föhr geboren. Er starb am 5. August 1884 in Süderende, Föhr. Er heiratete Friederika Sicilia Braren am 3. August 1832.

 

Friederich war Kapitän. Friedrich Knudsen war der jüngste seiner Geschwister. Seine Mutter starb 1820, als er 13 Jahre alt war. Darauf übernahm seine Tante, die jüngste Schwester seines Vaters, Marien Knudten, auch Maike genannt, den Haushalt und die Erziehung der Kinder. Nach der Schulentlassung ist er dann zur See gegangen, wie sein Vater auch.


Sein erstes Schiff soll die Kuff "Godfred" gewesen sein. Die Reise ging von Kiel nach Russland. Gemeint sind sicher die baltischen Staaten, die damals unter russischer Herrschaft standen. Er soll dann nach Hamburg gekommen sein, wo er auf einem Neubau anheuerte. Mit diesem Schiff, geführt von Kapitän Fokkes von der Insel Juist und weiteren Schiffen, ist man dann um Kap Horn gesegelt. Für diese Reise soll Kapitän Fokkes eine Auszeichnung in Form einer Prämie erhalten haben. Er soll dann bei den Holländern nach Ostasien gesegelt sein und ist hier mit 19 Jahren schon Bootsmann gewesen. Später fuhr er dann als Obersteuermann unter Kapitän Nickels Rickmers aus Oldsum auf der Brigg "Forester". Die Brigg war in Massachussets beheimatet und gehörte dem Reeder Whateland. Sie war um 1820 in Boston/USA erbaut und mit 243 Rt. vermessen. Dieses Schiff wurde dann um 1830 an die belgische Reederei "Kempeneers et Otto Neddugendal" in Antwerpen verkauft und erhielt den Namen "Plantin". Dann übernahm Friedrich Knudsen das Schiff als Kapitän. Schon im Alter von 23 Jahren war er Kapitän und soll an Bord ein sehr gestrenger Herr gewesen sein. Bei den Mannschaften war er deshalb als "Teufel von Antwerpen" verschrien. Bis ca. 1853 hat er die hölzerne Brigg "Plantin" ohne besondere Zwischenfälle gefahren. Nur einmal kam er mit dem Schiff auf der Barre von Rio Grande fest. Dieser Vorfall, soll er gesagt haben, habe ihm die Fahrt an der Küste verleidet. Seitdem fuhr er lieber zwischen Europa und der Ostküste von Südamerika. Außer Antwerpen wird er sicher dabei auch Altona angelaufen haben, weil in den auf Föhr vorhandenen Unterlagen zu lesen ist: "Er fuhr von Altona usw". Er hat bei dieser Fahrt verhältnismäßig gut verdient, weil er wohl auch Waren auf eigene Rechnung mitgenommen hat. Eine goldene Taschenuhr, die bei diesem Handel nachgeblieben war, hat er später seinem Enkel Pastor Hinrich Cornelius Ketels geschenkt. Häufiger waren in der Besatzung auf Verwandte zu finden. Sein Neffe Cornelius Lorenz Knudten, geb. 1832, war bei ihm als Leichtmatrose an Bord. Auf einer Rückreise fiel er bei der Insel Wight im Englischen Kanal vom Klüverbaum und ertrank. In den Geschlechterreihen St. Laurentii steht, dass sich das Unglück auf der Reise von Valparaiso nach Hamburg ereignet haben soll.  Einmal fuhr er mit seinem Schwiegersohn Johann Erich Ketels als Steuermann auf der "Plantin" von Antwerpen nach Rio de Janeiro, Bahia und Pernambuco und zurück. Als er mit der Fahrt nach Südamerika begann, kannte man dort das gelbe Fieber noch nicht. Später hat es dann viele von seiner Besatzung dahingerafft. So auch seinen Sohn Hinrich Cornelius, der als Junge an Bord war. Er starb an gelbem Fieber Weihnachtsabend 1852. Er soll später gesagt haben, dass nach diesem traurigen Vorfall die See für ihn schwarz geworden sei. Da sein einziger Sohn nun nicht mehr lebte, blieb er an Land. Sonst wäre er noch weiter gefahren, um seinem Sohn den Weg ins Berufsleben zu ebnen. Friedrich Knudsen war erst 46 Jahre alt, als er die Seefahrt aufgab. Er hatte in den 23 Berufsjahren ein Vermögen von Rm 30.000,-- erworben, das durch Sparsamkeit seiner Frau und Zinsen auf 60.000,-- anwuchs. Das entspricht einer heutigen Kaufkraft von ca. € 400.000. Er wohnte im Haus Süderende 36 (früher 247) und erwarb 1851 das Haus Süderende 31 (früher 243) für seine Tochter Osina.

Grabstein der Eheleute Julius August Ketels
und Ingke Christine Ketels geb. Knudsen

Hier ruhen im Frieden Gottes
unsere lieben Eltern
Julius August Ketels
geb. in Klintum 31. Juli 1839,
gest. in Süderende 26. Feb. 1916.
Ingke Christine Ketels geb. Knudsen
geb. in Süderende 18. Jan 1840,
gest. das. 16. Sept. 1918.

Nach 30jähriger Grönlandfahrt des Vaters durften
die Eltern noch über 30 Jahre sich gemeinsam dem
Aufbau ihres Hauses im Geiste der Liebe und des
Glaubens widmen. – Ihr jüngster Sohn
Hinrich Cornelius Ketels
starb schon ½ Jahr nach der Mutter in Neumünster
eben aus dem Feldzuge glücklich heimgekehrt.

 

Wir danksagen dem Vater, der uns tüchtig gemacht
hat zum Erbteil der Heiligen im Licht.

Julius August Ketels wurde am 31. Juli 1839 in Klintum, Föhr geboren. Er starb am 26. Februar 1916 in Süderende, Föhr. Er heiratete 1865 Cornelia Hayen und nach deren Tod Ingke Christine Knudsen aus Süderende am 20. Januar 1876.

In der Nacht vom 31. Juli zum 1. August geboren bekam er den Namen "Julius August", denn damals konnte man nicht mit Sicherheit sagen, ob er vor oder nach Mitternacht zur Welt kam. Julius August fuhr wie seine Brüder Johann Erich und Ernst Johann auf den Proviantschiffen des Grönlandshandels. Am 26. 1. 1860 schrieb er an die Direktion, er habe nunmehr sein Steuermanns-Examen abgelegt, nachdem er sechs Jahre dem Grönlandhandel gedient habe, und zwar von 1854 bis 1856 auf der LUCINDE, 1857 auf der PERU sowie 1858/59 auf der NORDLYSET. Daraufhin erhielt er mit 21 Jahren eine Stelle als zweiter Steuermann. Diese Position bekleidete er auf der NEPTUNUS 1860/61 und der LUCINDE, NEPTUNUS, TJALVE und HVALFISKEN von 1862 bis 1866 sowie auf der PERU von 1867 bis 1871. Im April 1864 erwarb er vor dem Magistrat in Kopenhagen die Befähigung zum ersten Steuermann und fuhr auf der MARGARETHE SUURBALLE.

1865 heiratete Julius August Ketels Cornelia Jacob Hayen. Sie starb schon 1873 und hinterließ zwei Töchter und einen Sohn. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Ingke Christina Knudsen aus Süderende, die mit Riewert Rörden verlobt war, ihm den Haushalt geführt hat, da er zur See fuhr. Ihr Verlobter galt seit 1868 als auf See verschollen. Am 20. Januar 1876 heiratete er dann Ingke Christine Knudsen. Die Familie wohnte zunächst im Haus 118 in Oldsum. Als sein Schwiegervater dann 1884 starb, gab er die Seefahrt auf und übersiedelte in das Haus Süderende 36 seiner Schwiegereltern.

Als erster Steuermann fuhr er auch 1872 und 1873 auf der NEPTUNTUS und bis 1883 auf der CONSTANCE, LUCINDE, TJALFE, HVALFISKEN, CERES und NORDLYSET. Er wohnte zunächst in Oldsum, Haus 135. Als Kapitän übernahm Julius August 1884 die LUCINDE, die er nur einen Sommer befehligte, um dann die Seefahrt nach einem Schlaganfall aufzugeben und in Süderende eine kleine Landstelle zu betreiben. Das konnte er sich leisten, denn er erbte von seinem Schwiegervater Friedrich Knudsen und übernahm dessen Haus und Hof Süderende 36.  Die "Lucinde" wurde 1846 in Holbæk, DK erbaut und machte insgesamt 60 Reisen nach Grönland. Sie sank 1923.

 

Am 26. Januar 1916 bekam er einen zweiten Schlaganfall, der seinen Tod herbeiführte. Er war 77 Jahre alt geworden.

 

Ehefrau(en)

Cornelia Jacob Hayen Ketels 1842–1873 (verheiratet 1865)

Ingke Christina Knudsen Ketels 1840–1918 (verheiratet 1876)

 

Kinder (vermutet):

Johanna Ketels Jürgens 1866–1941

Cornelius Riewert Ketels 1876–1945

Elene Henriette Ketels Nickelsen 1881–1952

Hinrich Cornelius Ketels 1883–1919

 

Cornelius Riewert Ketels, wurde am 9. November 1876 in Süderende geboren. Sein Vater, Julius August Ketels, fuhr wie die meisten seiner Vorfahren zur See, zuletzt als Kapitän auf der Zweimastbark „Lucinde“ von Kopenhagen nach Grönland. Als sein Schwiegervater Kapitän Friedrich Knudsen starb, gab er den Seemannsberuf auf und übernahm die Landwirtschaft in Süderende. Seine Mutter Ingke Christine, geb. Knudsen, hat durch ihre echte Frömmigkeit das Leben ihres Sohnes entscheidend geprägt. Cornelius war der Älteste von vier Geschwistern. Um das Gymnasium in Neumünster und später in Plön zu besuchen, musste er mit 15 Jahren das Elternhaus verlassen. Die Rückkehr nach Süderende, auf die geliebte Heimatinsel Föhr in den großen Schulferien jeden Jahres ist für ihn zu einem starken Erlebnis geworden. Von 1898 bis 1902 studierte er in Tübingen und Kiel Theologie, um Pastor zu werden. Dies war doppelt ungewöhnlich. In einer langen Reihe von See und Landleuten war er der erste, der ein Universitätsstudium aufnahm. Dass er Pastor werden wollte, hing wahrscheinlich mit dem Einfluss zusammen, den seine Mutter auf ihn hatte. Sicher aber hat es auch etwas für ihn bedeutet, dass sein um 21 Jahre älterer Vetter Hinrich Ketels damals Pastor auf der Hallig Oland war. Nach einer kurzen Tätigkeit als Hilfsprediger an der Christians- und Kreuzkirche in Hamburg-Altona war er von 1907 bis 1921 Pastor auf Amrum. Bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung im Jahr 1936 war er Pastor an der Christianskirche in Hamburg-Altona. Wegen der Bombehangriffe auf Hamburg zog er 1940 mit seiner Frau   nach Endorf in Oberbayern. Am 26. Mai 1945 ist er im Pastorat Jevenstedt im Alter von 68 Jahren gestorben. 

 

 

Einer der Brüder von Julius August Ketels war Johann Erich Ketels (1826-1904), dessen Grabstein im nächsten Bild zu sehen ist.

Grabstätte der Eheleute Johann Erich Ketels
und Osina Christina Ketels

Johann war Seefahrer von seinem 12ten bis zum 56sten Lebensjahr, davon die letzten 12 Jahre als Kapitän.

"Christum lieb haben ist besser denn alles Wissen." Eph 3.19

 

Zum Andenken der Eheleute Johann Erich Ketels und Osina Christina Ketels geb.Knudsen aus Süderende. Er war geb. in Klintum d. 17.Juli 1826. Von seinem 12. bis zu seinem 56. Jahr widmete er sich der Seefahrt, die letzten 11 Jahre als Schiffsführer. Er starb d. 11.October 1904.

Sie war geb. d. 16. April 1833 und starb nach glücklicher 46jähriger Ehe d. 29. Mai 1900. Von den 6 Kindern dieser Ehe sind 2 im zarten Alter, eine Tochter Friederike verheiratete Fries im 34. Jahr den Eltern vorangegangen.

 

Eines wünscht ich mir hiernieden:

Deinen Geist und deinen Frieden

Und den Ruhm an meinem Grabe,

Daß ich dich geliebet habe. 

Grabstein der Eheleute Christian Friedrich Braren aus Oldsum
und Keike geb. Ketels

Das Stabkreuz - es gleicht einem Hirtenstab. Auf Kreuzdarstellungen jenseits der Glaube-Hoffnung-Liebe-Symbolik trifft man auf Föhrer Friedhöfen eher selten.

Im Kreuz mein Heil.

 

In Hoffnung einer seligen Auferstehung ruhen hier die christlichen Eheleute Christian Friedrich Braren aus Oldsum und Keike geb. Ketels. Er wurde als Sohn des Landmannes Frud Braren und der Krassen geb. Peters geboren in Süderende den 23. Oktbr. 1821 und entschlief am 7. April 1887 in einem Alter von 65 Jahren. Mit der Witwe betrauern den Dahingeschiedenen 10 Kinder (s.u.) (darunter 2 aus erster Ehe), 8 Schwiegerkinder und 14 Enkel. Als Landmann war er in seinem irdischen Berufe bis an sein Ende mit unermüdlichem Fleiße thätig. Nun ist er selber gesäet als ein Samenkorn auf den Tag der großen Ernte. Es wird gesäet verweslich und wird auferstehen unverweslich. 1.Kor.15,42

 

Die Gattin, geboren in Oldsum als Tochter des weiland Schiffskomd. Arfst Ketels und der Lena Maria geb. Rekkerts am 9. Mai 1834 lebte noch 25 Jahre im Witwenstande, bis sie am 23 Mai 1912 in einem Alter von 78 Jahren wieder mit dem vereint wurde, den sie im Leben liebte. Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Ps. 126,5

 

Ruhe hier in heil'ger Stille,
Theurer Gatte, theurer Freund,
Bald nach unsers Heilands Wille.
Bin ich dort mit dir vereint.

Weitere Angeben zu den Kindern:

  • Mathilde Braren heiratete Heinrich Meinert Riewerts am 15. November 1878. Heinrich wurde ungefähr 1850 in Oldsum, Föhr geboren.
  • Lena Maria Braren  heiratete Ingwert Cornelius Braren am 16. Januar 1878. Ingwert wurde 1853 in Oldsum, Föhr geboren.
  • Lorenz Cornelius Braren   Todesursache war Schwindsucht. Lorenz war Seefahrer.

Sohn Lorenz Cornelius wurde nur 20 Jahre alt, als er am 19.02.1890 verstarb.

Grabstätte des Lorenz Cornelius Braren

Durch Nacht zum Licht

 

 Hier harret neben seinem Vater einer fröhlichen Auferstehung unser lieber Sohn und Bruder

Lorenz Cornelius Braren,

welcher 20 Jahre alt am 19. Febr. 1890 im kindlichen Glauben an seinen Heiland entschlief. Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege spricht der Herr. Jes. 55 V 8. Trauert nicht, o trauert nicht ihr Lieben, daß mein Auge früh im Tode brach…….


Grabstätten von Cornelius Friedrich Braren und Elise Christina Braren geb. Petersen

Cornelius Friedrich Braren aus Süderende
1823–1903

Ich bin die Auferstehung und das Leben,

wer an mich glaubt, der wird leben,

ob er gleich stürbe.

Hier ruhet

unsere liebe Mutter

Elise Chr. Braren

geb. Petersen

aus Süderende

geb. d. 10. Dezbr. 1832,

gest. d. 14. Aug. 1914.

Hier Arbeit, Last und Mühe Dort heil’ge Sabbatruh‘

Hier Sorgen spät und frühe,

Dort deckt uns Liebe zu.


Grabstein der Eheleute Richard Hinrich Volkert Rickmers
und Christine Friderike Knudten Rickmers aus Oldsum

Glaube-Liebe-Hoffnung: Im Zentrum des Kreises, befinden sich die ersten drei christlichen Tugenden, die als Lebensfundament fest umschlossen sind

Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn

 

Andenken der beiden Eheleute Richard H.V. Rickmers und Christine F. Rickmers aus Oldsum, die 1833 den 19. Juli ehelich verbunden und mir 6 Söhnen und 4 Töchtern gesegnet worden sind, von denen 3 Söhne und 3 Töchter dem Vater in Ewigkeit vorangegangen und bis auf einen, der im ersten Jünglingsalter zur See verunglückte, neben ihnen ruhen.

Richard H.V. Rickmers wurde in Oldsum geboren den 31. Octbr 1808. Sein Betrieb war Handel und Landwirtschaft, worin er mit steter Umsicht für seine Familie gewirkt hat. Den 23. April 1874 endete der Tod sein reiches Leben in dem Alter von 65 Jahren, 5 Monaten und 23 Tagen.

Christine F. Rickmers wurde 1816 den 8. Jan. in Üttersum geboren und folgte ihrem Gatten am 6. März 1896 im Tode nach. Sie war ihrem Gatten eine treue Gefährtin und den Kindern eine zärtliche Mutter. Sie starb in einem Alter von 80 Jahren 1 Monaten u 28 T. Das Andenken der Lieben bleibet in Segen bei den Ihren.


Grabstein der Eheleute Brar Brarren Schmidt (Brar Braren) aus Oldsum
und Kerin Braren (Kerrin Johannen) aus Süderende

Wir erwarten eine Fröliche Auferstehung

 

Denckmal des sel: ruhende EheLeute Brar Brarren Schmidt und Kerin Braren aus Oldsum geboh daselbst 1720 med. Aug. verehlicht 1758, den 15 Jann: gezeuget 3 Söhne und 3 Töchter davon 2 Söhne gestorben Er starb 1795 den 25 Dec. in einem Alter von 75 Jahr 19 W:

Sie ist gebohren in Süderende 1721 den 14 Octor Sie starb 1777 d: 20 Febr in einem Alter von 55 Jahr 18 Woch:

 

O hoffnung daß nach kurzer ruh
Mein Leib erwacht: wie groß bist du
Und welch ein trost im Tode.

Brar Braren wurde am 25. August 1720 in Oldsum, Föhr geboren. Er starb am 25. Dezember 1795 auf Föhr. Er heiratete Kerrin Johannesen am 13. Januar 1758 auf Föhr. Der Grabstein des Schmieds Brar Braren, ca. 10 Meter nordöstlich des Kircheneinganges, ist nach Westen ausgerichtet. Hier wird der Nachname als "Brarren Schmidt" angegeben. Möglicherweise wurde sein Beruf - er war Schmied – zu Schmidt? Außerdem wird er Brarren statt Braren geschrieben = Rechtschreibefehler?

Kerrin (Kerin) Braren geb. Johannesen wurde am 14. Oktober 1721 in Süderende geboren. Sie starb im Alter von 55 Jahren am 20. Februar 1777 und wurde 3 Tage später am 23. Februar 1777 bestattet.

Die männlichen Mitglieder einer Familie werden auf Grabsteinen auf der linken Seite durch eine Art Glockenblume symbolisiert, während die weiblichen Mitglieder einer Familie, Ehefrau und Töchter, auf der rechten Seite durch Blumen, wie man sie mit der Hand malen würde, stilisiert werden. Ist eine der dargestellten Blumen geknickt, so bedeutet dies, dass die betreffende Person zum Zeitpunkt der Entstehung des Grabsteins bereits verstorben war (aufgrund der hohen Kindersterblichkeit ein häufig anzutreffendes Motiv). 


Grabstein der Eheleute Früd Faltings
und seiner Gattinn Ingke, geb. Olufs, in Oldsum

Im Kopfstück der Stele: ein Oktant, ein Fernrohr und eine Getreidegarbe

Dem Andenken des Schiffskapitains
Früd Faltings und seiner Gattinn Ingke, geb. Olufs, in Oldsum.

Früd Faltings wurde geboren in Klintum am 23 Decbr. 1783. Er verband sich am 20 Decbr. 1811 ehelich mit Ingke Olufs, geboren in Oldsum am 28 Oct.1786. Aus ihrer Ehe stammen 3 Söhne. Von früher Jugend sich der Seefahrt widmend, stieg er bis zum Schiffskapitain und führte 23 Jahre lang ein Schiff von Kopenhagen. Nachdem er im Jahre 1839 aus diesem Berufe geschieden war wirkte er bis zu seinem Lebensende als Thätiger und umsichtiger Landwirth. Er sah seine Familie in 13 lebenden Enkeln aufblühen. Am 20 April 1851 rief der Todesbote ihn aus dem Kreise der Seinigen ab im Alter von 67 Jahren 3 Monaten und 28 Tagen. Seine Gattinn Ingke Faltings lebte nach dem Scheiden ihres Gatten im Wittwenstande, bis sie durch den Tod wieder mit ihm vereinigt wurde am 11. Juli 1869 alt 82 Jahre 8 Monate 13 Tage.

 

O Schifter auf des Erdenlebens Wellen,
Ermiß der Pflichten Höhe mit der Christenlieb’Octant,
Und schau, wie hoch aus Leidensfluthen schwellen,
Stets mit des Glaubens Fernrohr nach der Christenhoffnung Land.
So wirst du sicher nach dem lichten Hafen steuern,

Und sammeln wird Gott dich als Garb in seinen Scheuern.

Aus der großen Zahl der Kapitäne im “Grönlandhandel” hebt sich Früd Faltings besonders hervor. Er verlebte eine sehr bescheidene Kindheit. Sein Vater Falting Bohn war als Grönlandfahrer Speckschneider. Er starb mit 43 Jahren und hinterließ seine Frau mit 7 unmündigen Kindern in tiefer Armut; nur 3 Demat Land verblieben, und diese Fläche reichte gerade aus zum Halten einer Kuh. Die Not im Hause trieb Früd mit 12 Jahren zur See. Mit 33 Jahren wurde er Kapitän und erwarb das Bürgerrecht von Kopenhagen. Früd Faltings machte als erfahrener Schiffsführer 23 Fahrten von Kopenhagen nach Westgrönland und zurück. Aufgrund seines Ansehens vertraute der “Grönlandhandel” ihm 4 Schiffsneubauten an. Kein einziges Mal mußte er auf Grönland überwintern. Seine ungewöhnlich schnellen Fahrten erregten in Fachkreisen Aufsehen. Ab 1840 wurde er Landwirt und gehörte zu den größten Landeigentümern in Oldsum. Früd Faltings wurde dank seiner persönlichen Tüchtigkeit zu einer der angesehensten Persönlichkeiten in der Gemeinde St. Laurentii. Seinen beiden Berufen entnahm Früd Faltings drei Berufssymbole, die er im Kopfstück der Stele festhalten ließ: einen Oktanten, ein Fernrohr und eine Getreidegarbe. 


Grabstein Hinrich Cornelius Faltings und Maria Louise Bohn Faltings


Denkmal der christlichen Eheleute Christian Diedrich Roeloffs und Antje Ketels Roeloffs, verw. Braren

Denkmal

der christl. Eheleute

des ehemal. Kaufmannes und Landmannes

Christian Diedrich Roeloffs

aus Süderende (geb. d. 30. Jan. 1801, gest. d. 5. April 1885) und der

Antje, geb. Ketels, verw. Braren

(geb. in Toftum d. 19. Juli 1804, gest. d. 10.Nov. 1890.

 

Ersterer ist auf seinem Lebenswege reichlich gesegnet worden, hat aber auch mit seinen Gütern und Gaben Andern gern gedient; er hat auch indes des Lebens Hast und Hitze tragen müssen: 2 Lebensgefährtinnen, mit denen er nur etliche Jahre gepilgert mit der ersten, Ingke Ocken aus Oldsum, 9, mit der zweiten, Mattje Lorenzen aus Süderende 8 Jahre, und von seinen 9 Kindern, 4 aus der 1. und 5 aus der 2. Ehe, sind 7 vor ihm ins Grab gesunken, doch war es ihm vergönnt, an der 3. Hausfrau eine langjahrige Gehülfin zu finden, von 1846 bis zu seinem Lebensende. Diese hatte ihren ersten Gatten, Brar Braren aus Oldsum, nach 15 jährigem Ehestande verloren und von den 8 Kindern, die sie ihm gebar, hat sie 5 ins Grab sinken sehen.

 

Röm. 14,8: Leben wir, so leben wir dem Herrn,

sterben wir, so sterben wir dem Herrn, darum wir

leben oder sterben, so sind wir des Herrn.

Aus der Ehe von Christian Diedrich Roeloffs mit Mattje Jund Rörden Roeloffs ging u.a. eine Tochter hervor, Ingke Roeloffs Arfsten. Sie ist die Mutter von Oluf Danklef Arfsten, dessen Grabstein im nächsten Bild dargestellt wird. Oluf D. Arfsten wurde nur 28 Jahre alt (1871 -1899)

Denkmal und Grabstein von Oluf Danklef Arfsten

Nachfolgend der Grabstein der Anna Margaretha Hansen Braren und ihrem 2. Ehemann Lorenz Conrad Braren. 2016 ist der Grabstein komplett grell-weiß überlackiert und neu beschriftet.

Grabstätte der Eheleute Lorenz Conrad Braren und Anna Margaretha Braren, geb. Hansen, verw. Arfsten

Lorenz Conrad Braren
geb. 2. 11. 1878 zu Oldsum
gest. 5. 5. 1947 zu Süderende

 

Anna Margaretha Braren
geb. Hansen, verw. Arfsten
geb. 24. 10. 1876 zu Övenum
gest. 14. 5. 1947 zu Süderende.

 

Efter en Leewent fol Meut
an lokelk Stünjen
uun Hergods liwighaid
mäenöler ferbünjen.

 

Die Verstorbenen ließen einen Spruch in ihrer Muttersprache, dem Föhrer Friesisch (dem Fering) in ihren Stein schlagen. Übersetzung: Nach einem Leben voller Mühe und glücklicher Stunden in des Herrgotts Ewigkeit miteinander verbunden. 

 

Im 7. und 8. Jahrhundert n. Chr. wanderten friesische Siedler aus der ost- und westfriesischen Region in den damals fast unbewohnten Raum der heutigen Nordfriesischen Inseln und brachten ihre Sprache mit. Friesisch ist kein deutscher oder dänischer Dialekt, sondern eine eigenständige Sprache. Es gehört wie das Englische zur westgermanischen Sprachgruppe. Auf der Insel Föhr, die eine Hochburg der friesischen Sprache ist, pflegen noch 1.700 Einwohner das Fering (Föhring) als Muttersprache. Im Kirchspiel St. Laurentii ist es weder dem Plattdeutschen noch dem Hochdeutschen gelungen, das Föhring in seinem Bestand zu gefährden. Die friesische Sprache war hier nie Amts- oder Kirchensprache, sie hatte ihren Platz im alltäglichen Umgang miteinander. Zur Grabsteinbeschriftung wurden nur die sog. gehobenen Sprachen verwandt. Mit Beginn dieses Jahrhunderts begann eine Neubesinnung, man entdeckte den Reichtum und die Schönheit der Muttersprache. Im Jahre 1933 wurde in St. Laurentii der erste friesische Spruch in den Grabstein eines Föhringers, der in New York verstarb, auf dem Friedhof aber seine letzte Ruhe fand, geschlagen.

Das nächste Bild zeigt den Grabstein von Christian Diedrich Roeloffs Eltern Erck Jung Diederich Olufs Roeloffs und Kerrin Lorenzen Roeloffs

Denkmal von Erck Jung Diederich Olufs Roeloffs und seiner Ehefrau Kerrin Lorenzen Roeloffs

Denkmal

der beiden Eheleute aus Suederende

Diederich Roeloffs

geboren daselbst den 30. Octbr. 1753 und

Kerrin Roeloffs

geboren(e) Lorenzen in Oldsum den 4. Novbr. 1765.

Nach dem 10ten Jahre seines Alters betrat er 32 Jahre den Seeberuf, die letzten 14 Jahre als Schiffs Capitain in welchem der Segen des Herrn sein Glueck so hocherhoben hatte, daß er schon fruehe in seiner Heimath bleiben konnte. Dieses Glueck wurde noch erhoeht, als das Eheband ihn den 18. Septbr. 1800 mit seiner Gattinn vereinigte, und diese Verbindüng mit einem Sohne gesegnet ward. Mit unermuedlicher Sorgfalt fuer das Wohl der Seinigen wirkend, suchte er zu gleich ändern nuetzlich zuseyn bis ein sanfter Tod den 16. Febr. 1834 sein thaetiges Leben endete, als er 80 Jahre 15 Wochen 4 Tage alt geworden war. Seine Gattinn war ihm in den 34 Jahren ihres Ehestandes eine treue Gefaehrtinn auf seinem Lebenswege, und folgte ihm nach 3 jaehrigem Wittwenstände den 8. Jan. 1837 durch den Tod in jenes bessere Leben nach, als sie 71 Jahr 9 W 2 T gelebt hatte.

 

Die Erndt ist reicher als die Saat,

Die hier sein Glaube säet Ihm folget jede gute That, Wenn er zum Vater gehet.

 

Diedrich Roeloffs wurde als Erck Jung Olufs getauft. Wie viele Föhringer stellte er in holländischen Diensten stehend seinen Namen auf einen dort gefälliger klingenden um: Diedrich Roeloffs. Auf Föhr bediente er sich hinfort beider Namen. Er stammte aus einer hochverschuldeten Seefahrerfamilie und war deshalb gezwungen, im Alter von 10 Jahren zur See zu fahren, um so die Familie zu unterstützen. Er begann die Seefahrt als Walfänger. Nach 5 Jahren Walfang wurde er 1769 von Pastor Kirkerup konfirmiert. Durch den Niederländisch-Englischen Krieg wurde der Walfang der Holländer stark beeinträchtigt. Diedrich Roeloffs erlebte so als junger Seemann den Wechsel vom Walfang zur Handelsfahrt. Mit 28 Jahren heuerte er als Kapitän in Kopenhagen, im neutralen Dänemark, bei der Reederei Chr. Fr. Fiedler an. Diedrich Roeloffs unternahm viele erfolgreiche Handelsfahrten ins Mittelmeer und “bedankte” mit 43 Jahren “die Seefahrt”. Nach 32 Jahren Seefahrt belief sich sein Vermögen auf 37.000 Mark Courant. Hiermit entschuldete er seine Familie, vergrößerte seine Landstelle und richtete in Süderende eine Gewürz- und Getreidehandlung ein. Ferner betrieb er auf Föhr und Amrum Geldverleih in großem Umfang. 


Grabstätte Christian D. Roeloffs und Josine Roeloffs, geb. Matzen


Grabstätte der Göntje Faltings
und ihrer Tochter Elene (Elena) Christine (Christina) Faltings

Hier ruhen zu einem besseren Erwachen die Ehefrau Göntje Faltings geb Danklefs und ihre kleine Tochter Elene Christine Faltings aus Oldsum. Erstere ist geboren den 25. Oktober 1947 und gestorben den 5. Februar 1874 in einem Alter von 26 Jahren, 3 Monaten und 11 Tagen. Letztere ist geboren den 16. April 1872 und gestorben den 7. Januar 1873 in dem jugendlichen Alter von 8 Monaten und 22 Tagen.

Ruhet sanft Ihr treuen Herzen,
Die zu früh von uns geschieden,
Glaube lindert uns die Schmerzen.
Hoffnung führt uns himmelwärts
Wo uns Wiedersehn beschieden.
Gewidmet von dem Gatten und Vater
Ernst Johann Faltings.

Nach dem Tod seiner Frau Göntje im Jahr 1874 heiratete Ernst Johann Faltings 1875 Dorothea Floretta Braren Faltings (geb. Braren). Aus dieser Ehe stammte u.a. die Tochter Gardina Nandina Faltings, geboren am 30. August 1876, gestorben am 29. Dezember 1876, deren Grabstein das folgende Bild zeigt.  

Grabstätte der Gardina Nandina Faltings

Kindergrabstein: die sich auf die rechte Seite neigende Blume steht für ein verstorbenes Mädchen

Gardina Nandina Faltings, geboren am 30. August 1876, gestorben am 29. Dezember 1876, kurz nach Weihnachten. Knapp 4 Monate alt ist sie nur geworden. Ihre Eltern: Ernst Johann Faltings (1844 - 1924) und Dorothea Floretta Braren Faltings (1849 - 1917).

 

Um wieder aufzublühen ward sie gesät

 

Hier ruhet
die irdische Hülle der kleinen
Gardina Nandina Faltings
geb. den 30. August 1876
gest. den 29. Dezember 1876
Dort wird das Aug dich wieder finden,
das Thränen hier um dich vergießt.
Da werden alle Schatten schwinden,
wo Licht von Gottes Stuhl fließt!
Dann drück wir mit selger Lust
Dich theures Kind an unsere Brust.

 

Familienstammbaum s. oben.


Grabstätte des Richard Simon Petersen

Jung Rörd “Richard Simon” Jung Söncken Petersen

 

Richard Simon Petersen, Pastor an St. Laurentii zu Süderende auf der Schleswig. Insel Föhr; geb. 31.08.1768, gestorben den 08.06.1843. Petersen war aus der St. Laurentii-Gemeinde der Schleswigschen Insel Föhr gebürtig. Nach erhaltener gründlicher Schulausbildung studierte er seit Michaelis 1789 zu Kiel Theologie, ließ sich in Michaelis 1792 auf dem Schloss Gottorf (Schleswig)  examinieren, und ward zur Übernahme eines geistlichen Amtes für fähig erklärt. Nachdem er nun noch 6 Jahre als Hauslehrer gelebt hatte, erhielt er im August 1798 die Katechetenstelle (Katecheten = Religionslehrer im kirchlichen Auftrag / Diakon) an der St. Nicolaikirche auf seiner Heimatinsel. Diese verwaltete er 10 Jahre, worauf er von seinem Landesherrn zum Pastor an der St. Laurentii-Kirche bestellt wurde, welchem Amte er von 1808 bis 1843 mit Treue und Eifer vorstand. Er verschied an einem Schlagflusse (heute: Schlaganfall) in dem Dorf Süderende auf Föhr, und hinterließ eine Witwe, eine Tochter, Schwiegersöhne und eine Enkelin.   

 


Grabstätte der beiden Eheleute Olde Hinrichen und Göntje Oldis aus Süderende

Olde war Seefahrer; Kapitän - er ist zu Cap Francois, St. Domingo gestorben

Zum Andenken der beiden Eheleute des Cap. Olde Hinrichen und Göntje Oldis aus Süderende die 8 Jahre, 1 Monat und 8 Tage in einem zufriedenen, nur mit einer Tochter (Mattje Oldes Olufs) gesegneten Ehestande gelebt haben. Ersterer ist 1764, d. 13. Juni geboren und 1802 d. 2 Oktober zu Cap Francois (St. Domingo) gestorben im blühenden Lebensalter von 38 Jahren, 3 Monaten, 2 Wochen und 5 Tagen.  Letztere ist 1768 d. 12 Juli geboren und 1810 d. 20. Februar nach vieljähriger Kränklichkeit gestorben alt 41 Jahre, 7 Monate und 3 Tage.

 

Was nutzt ein langes Leben
wenn man nicht Gott ergeben
nach wahrer Tugend strebt
Wer Gott und Menschen liebet
und sich im Guten übet
nur der hat lang und Wohl gelebet.


Denkmal der Eheleute Früd Peters
und seiner Gattin Sitzele geb. Jappen

Denkmal

der beiden Eheleute des Schiffscapit. Früd Peters

und seiner Gattin Sitzele geb. Jappen

aus Süderende,

die im Jahre 1784 den 22 Nov. in die Ehe traten

aus welcher eine Tochter entspross.

Früd Peters wurde den 29 Mai des Jahres 1761 in Süderende geboren. 29 Jahre hat er sich der See fahrt gewidmet, wovon er die 12 letzten als Capit. verlebte. Er starb 1831, den 12 Oct. In einem Alter von 70 Jahren 22 Wochen 4 Tagen. Sitzele Peters wurde in Tüftum im Jahre 1763 am 13ten Juni geboren. Nach dem sie 6 Jahre in Wittwenstande gelebt hatte folgte sie ihrem Gatten 1839 den 29 Sept. als sie ihr Alter auf 76 Jahr 14 Wochen u. 3 Tage gebracht hatte. 


Ruhestätte von Ingke Thönissen Jürgens und ihrer Tochter Maria Nicoline Jürgens

Ruhestätte
für unsere liebe Mutter und Schwester
Ingke Jürgens geb. Thönissen
geb. 30. Nov. 1819, gest. d. 11. Januar 1899.

 

Ach wie so sanft entschliefest Du,
Nach manchem schweren Stand,
Und liegst nun da in süßer Ruh‘,
In Deines Heiland Hand!

 

Maria N. Jürgens
geb. d. 22. Septbr. 1849, gest. d.7. April 1870
aus Toftum

 

Mir ist Sterben ein Gewinn, denn ich geh zu Jesu hin!

 

Ingke Thönissen Jürgens

30. Okt. 1819 – 11. Jan. 1899 (im Alter von 79)

Kinder

Maria Nicoline Jürgens, 1849–1870 

Tinne Brigitte Jürgens Christiansen, 1854–1941


Grabstätte der Eheleute Nickels Knudt Nickelsen
und Katharina Amalia Nickelsen, geb. Hansen

Hier ruhen
unsere lieben Eltern
Nickels Knudt Nickelsen
geb. d. 7. Juli 1840 in Utersum
gest. d. 23. März 1914 daselbst.

Katharina Amalia
Nickelsen, geb. Hansen
geb. d. 25. Dez. 1845 in Nieblum
gest. d. 13. Aug. 1930 in Utersum.

 

Im Leben lieb und wert,
Im Tode unvergessen.

 


Ruhestätte der Eheleute Thomas August Petersen und
Laura Josine Louise Petersen, geb. Christiansen.

Ruhestätte

unserer lieben Eltern

Thomas A. Petersen

geb. den 21. Aug. 1863 gest. den 28. Juni 1939

Laura .. L. Petersen geb. Christiansen

geb. den 22. Mai 1872 gest. den 15. Jan 1952

 

Sie, die im Leben froh vereint,
Einst teilten Freud und Kummer,
Sie deren Auge nicht mehr weint,
Ruh`n hier im Grabes-Schlummer,
Und oft mit wehmutsvollem Blick,
Denkt Kindeslieb an Euch zurück.


Ruhestätte von Nicoline B. Jürgens, geb. Lorenzen aus Dunsum

Hier ruht
unsere liebe Mutter
Nicoline B. Jürgens
geb. Lorenzen
aus Dunsum
geb. d. 3. Febr. 1850
gest. d. 27. März 1916.
Die Liebe höret nimmer auf.


Auf dem Friedhof findet man weitere sehr ähnlich geformte Grabsteine, allerdings mit Kreuzaufsatz, aber ohne Namensplatte.

Grabmal ohne Namenstafel

Ruhestätte der Eheleute Jungrörd (Jung Rörd) Nickelsen und Elke Nickelsen

Wir sind vorgegangen
Euch droben zu empfangen

Dem Andenken der beiden Eheleute Jungrörd Nickelsen und Elke Nickelsen aus Toftum welche den 1. Novbr. 1832 ehelich verbunden und mit 6 Söhnen und 3 Töchter gesegnet worden sind von denen sie 3 Söhne durch den Tod verloren.
Jungrörd Nickelsen wurde in Toftum geboren am 1. April 1806, ward Landmann und arbeitete mit Fleiß und Treue in seinem Beruf bis an den Abend seines Lebens. Er starb am 28. Juli 1882 im Alter von 76 Jahren 3 Monaten 27 Tagen.
Elke Nickelsen, geb. Früdden wurde in Oldsum geboren am 4. Septbr. 1810. Ihrem neben ihr ruhenden Gattenstand sie treu und liebend zur Seite. Sie starb am 23 Oct. 1898 in einem Alter von 88 Jahren 1 Monaten 19 Tagen.

 

Verheißung die der Herr uns gab    Joh. 17.24

Du einziger Trost in Trennungsschmerzen
An uns’rer lieben Eltern Grab
Für die so sehr betrübten Herzen
Der Kinderalle nah und fern
In Liebe, Dankbarkeit und Segen
Gedenken wir Eurer auf unseren Wegen
Bis einst erscheint die sel’ge Zeit
Die uns Alle vereint in Ewigkeit     Joh. 12.32

Das nachfolgende Bild zeigt die Ruhestätte des Nickels Jung Rörd Nickelsen (1835-1899), Sohn von Junr Rörd und Elke Wögen.

Ruhestätte des Nickels Jung Rörd Nickelsen und seinen Ehefrauen
Ingke geb. Riewerts und ihre Schwester Dorothea Josina geb. Riewerts.

Hier ruht an der Seite seiner beiden Gattinnen der Landmann Nickels Jung Rörd Nickelsen geb. in Toftum d. 30 Sept 1835, gest. daselbst d. 12 März 1899. Am 24. Jan 1862 trat er in den Ehestand mit Ingke geb. Riewerts aus Toftum, geb. d. 28 Oct 1840, gest. d. 1 Juli 1869. Diese Ehe wurde mit 2 Söhnen gesegnet. Am 5. Nov. 1880 trat er in zweiter Ehe mit (...ihrer Schwester....) Dorothea Josina geb. Riewerts aus Toftum geb d. 22 Oct 1842 gest. d. ……… Diese Ehe wurde mit 2 Töchter gesegnet von denen die eine bereits in Kindesjahren gestorben ist.

Da werd ich das im Licht erkennen -
Was ich auf Erden dunkel sah -
Das wunderbar und heilig nennen -
Was unerforschlich hier geschah -
Da denkt mein Geist mit Preis und Dank -
Die Schickung im Zusammenhang.


Ruhestätte der Eheleute Ricklef Volkerts und Krassen Ricklefs

JESUS DER GRUND UNSERES HEILS
DE BAILLUAGE VAN BLOIS

 

Ehrenmaal

denen im Leben verbunden gewesene Eheleuten aus Tüftum Ricklef Volkerts welcher Ao 1740 d: 22ten Octobr das Tageslicht erblickte,
8 Jahre als Comandr - mit seltenem Glücke gefahren, aber schon Ao 1788 d: 17 Aug auf seiner Heimreise
in einem Alter von 48 Jahren und 2 Monaten zum Empfang der himmlischen Krune abgerufen ward,
die er sich alhier im Glauben erkämpft hatte.

 

Test: 2 Tim: 4, 7. 8. Ich habe einen guten Kampf... und Krassen Ricklefs welche Ao 1747 d 17ten Aug. gebohren zwischen

welchen Ao 1767 d 15 Jan, das Eheband geknüpft worden ist, diese Ehe ist mit 1 Sohn und 1 Tochter gesegnet worden.

Sie ging nach wohlgeendeter Pilgrimschaft Ao 1807 d 31 Sept. zu der verheißenen Ruhe ein als Sie 59 Jahren und 33 Wochen gelebet hatte.

Weinet nicht meine Freunde, bald werde ich euch in jenem Leben wieder umfangen, hoffet auf eueren großen Erlöser.

 

Die Stele des Ricklef Volkerts bekrönt der Glaubensspruch „Jesus der Grund unsers Heils”, was bedeuten soll, „Jesus der sichere Ankerplatz unsers Heils”. Darunter, fast versteckt, auf schmalem Schriftband in zierlichen Buchstaben der Schiffsname des prächtigen Dreimasters „De Bailluage van Blois“ (niederl. Provinz, in der das Schiff beheimatet war). Unter dem Bootsnamen zwischen zwei üppigen Rocaillen fährt Ricklef Volkerts Bootschiff, das er bis zu seinem Tode 9 Jahre befehligte, unter vollen Segeln im nördlichen Eismeer; dies bestätigt ein Grönlandwal, der rechts vom Schiff im offenen Meer schwimmt. Dahinter wird die Fluke, die Schwanzflosse, eines zweiten Wales sichtbar, die im Gegensatz zu denen der Fische quergestellt ist. Der Commandeur Ricklef Volkerts gehörte zu den sehr erfolgreichen Walfängern („mit seltenem Glücke gefahren”). Einmal erlegte er innerhalb von 3 Jahren 41 „Fische”. Zu seiner Zeit verdiente man nicht nur durch den Verkauf von Speck, aus dem der begehrte Tran gekocht wurde, man brach auch die bis zu 3,5 m langen Barten, die aus bestem Horn bestanden, aus dem Maul des Grönlandwales, säuberte sie und verkaufte sie an Fischbeinreißereien. Dort wurden sie 2 Std. lang gekocht und unter anderem zu Korsettstangen, Kämmen, Koffern und sogar zu Blattfedern für Kutschwagen verarbeitet.

 

Auf barocken Stelen findet sich oft die Akanthusranke mit ihrem bizarr geschlitzten Blättern. Sie wurde bereits in der Antike auf den Kapitellen der korinthischen Säulen als Ornament verwendet. Die Akanthus ist eine Pflanze des Mittelmeerraumes. Die Rocaille (frz. Muschelwerk) ist ein Ornament in der Zeit des Rokoko (1720 – 1775). Die Stele von Ricklef Volkerts bekrönte der Glaubensspruch „Jesus der Grund unseres Heils“, was bedeuten soll: „Jesus der sichere Ankerplatz unseres Heils“. Unter dem Bootsnamen zwischen zwei üppigen Rocaillen führt Ricklef Volkerts Bootschiff, das er bis zu seinem Tode 9 Jahre befehligte, unter vollen Segeln im nördlichen Eismeer, dies bestätigt ein Grönlandwal, der rechts vom Schiff im offenen Meer schwimmt. Dahinter wird die Flyke, die Schwanzflosse, eines zweiten Wales sichtbar, die im Gegensatz zu denen der Fische quergestellt ist.

Ricklef Dancklefs, 26 Sept 1744 – 2. Juli 1826 (im Alter von 81)

Ricklef war 1787 Kapitän und 1801 Bauer, der bei der Landaufteilung neben Haus und Staven in Toftum Nr. 168 47,5 Demat Land erhielt, womit er die zweitgrößte Landstelle in Toftum besaß. Ricklef war 1805 mit einem Vermögen von 16 1/24 Pfund Englisch die am zweithöchsten besteuerte Person in St. Laurentii. Er dürfte identisch sein mit dem Föhringer commandeur Ryck Dirksz, der von 1766 - 1769 für den Reeder Joachim Thyssen einen Amsterdamer Walfänger befehligte, den sein Vater zuvor kommandiert hatte. Ricklefs Beute waren aber nur 4 Wale. Danach wandte er sich der Handelsfahrt zu.


Ruhestätten von Jacob Ketelsen und Jung Göntje Ketelsen aus Oldsum

Hier ruhet Jacob Ketelsen aus Oldsum, daselbst geboren 1774 den 27sten September, verheirathet mit Jung Göntje geb Rörden 1800 den 24sten Januar aus welcher Ehe ihm 9 Kinder und bis dahin 24 Enkel und 6 Urenkel geboren sind. Er war vom 10ten bis zum 40sten Lebensjahre ein mit Glück gesegneter Seefahrer, zuletzt auch Schiffscapitain, darnach ein betriebsamer Landwirth auch zeitweilig Kirchenjurat, Schulpatron und Gangfersmann verlebte den langen Abend seines Lebens in Ruhe und Stille und ging am 9ten Mai 1860 zum bessern Leben ein in einem Alter von 85 Jahren, 7 Monaten 12 Tagen.

 

 

Die Erndt ist reicher als die Satt,
Die hier sein Glaube sä`t.
Ihm folget jede gute That,
Wenn er zum Vater geht.

Hier ruhet Jung Göntje Ketelsen aus Oldsum, geboren daselbst 1779 den 9 Mai, die liebreiche Gattin und treue Lebensgefährtinn des Jacob Ketelsen, mit dem sie 1800 den 24sten Jan. verehelicht wurde; eine glückliche und beglückende Mutter von 4 Söhnen und 5 Töchtern, Großmutter von 23 Enkeln und Aeltermutter von 4 Urenkeln; als Weitgenoßinn der Seligkeit durch den Tod abgerufen am 12ten Mai 1857 in einem Alter von 78 Jahren 3 Tagen.

 

 

Sie ging so gläubig froh durch dieses Leben,
Ihr edles Herz war jedem Hasse fern,
War ihren Kindern heiß ergeben,
Half jedem Armen und Bedrängten gern,
Das lohnet ihr der Herr mit sel `gem Lohn;
Wenn sie erscheinet vor des Höchsten Thron

Neben Jacob Ketelsens Stele steht der Stein seiner Frau Jung Göntje Ketelsen. Beide Stelen wurden sicherlich von einem einheimischen Steinhauer gefertigt. Jung Göntje muss nach dem Grabsteintext ein ausgefülltes „glückliches und beglückendes” Leben geführt haben. Neben Großmutter von 23 Enkeln war sie noch Ältermutter von 4 Urenkeln. Der Begriff Ältermutter für Urgroßmutter könnte aus dem Friesischen abgeleitet worden sein: Ualmam = alte Mutter = Großmutter, Ua/ualmam = alte alte Mutter = ältere Mutter = Urgroßmutter. Zu leicht vergisst man über den Lobpreisungen der Seefahrer das Schicksal der zurückgebliebenen Frauen, auf deren Schultern die Verantwortung für die ganze Familie lastete. Die Aufgaben sowohl im Haus als auch in der Landwirtschaft mussten von ihnen gemeistert werden, denn sämtliche männlichen Familienmitglieder waren auf See. Zu Hause bangte man monatelang um etliche Angehörige. Zwischennachrichten waren nicht möglich. So kehrte Jacob Ketelsen im Herbst 1801 nicht nach Hause zurück. Welch qualvolle Monate des Hoffens und Bangens für Jung Göntje. Von Grönland aus, wo Jacob mit der Mannschaft überwintern musste, konnte man damals keine Nachricht in die Heimat senden. Erst im Sommer des nächsten Jahres kam der damalige Steuermann wohlbehalten zu Hause an. Das „Hohe Lied“, das im Endspruch auf die Verstorbene „gesungen“ wird, ist beispielhaft für so viele Frauen und Mütter der Insel.

Jacobs Familie war so verarmt, dass der Junge, der damals Jap Ketels hieß, bereits im Alter von 10 Jahren zur See fahren musste. Schon bald „verfeinerte” er, wie die meisten Föhringer Seefahrer, seinen Namen und ließ sich sogar im Kirchenbuch von St. Laurentii offiziell in Jacob Ketelsen umbenennen. Er fuhr für eine Kopenhagener Reederei im Grönlandhandel. Dies war eine Gesellschaft mit Sitz in Kopenhagen, der der dänische König 1774 das Handelsmonopol mit den dänischen Kolonien auf Grönland und Spitzbergen übertragen hatte. Die Aufgabe der Schiffe bestand darin, die Niederlassungen zu versorgen und die dort gewonnenen Landesprodukte nach Kopenhagen zu bringen. Nach 30 Jahren Seefahrt kehrte er auf seine Heimatinsel zurück und wurde „betriebsamer Landwirth”. Aufgrund seines Ansehens übertrug man ihm die gewichtigen Ämter eines Kirchenjuraten, Schulpatrons und Gangfersmannes. Im Rundbogen der Stele erkennt man einen sorgfältig vertäuten und abgetakelten Dreimaster. Der Danebrog am Kreuzmast macht uns bewusst, dass Westerlandföhr und Amrum von 1231 bis 1864 zum Königreich Dänemark gehörten. Viele Föhringer, vor allem die im Westen der Insel, fühlten sich dem dänischen Königshaus verbunden. Bestrebungen, dänisch als Amtssprache einzuführen, stießen allerdings auf einhellige Ablehnung. Die Föhringer fühlten sich stets dem deutschen Kulturkreis zugehörig. So findet man bis auf etliche Danebrogs an den Schiffsdarstellungen auf den Friedhöfen Föhrs kein Denkmal mit dänischem Text.


Ruhestätte von Peter H. Ketels

Die Liebe weint, der Glaube sieht empor,
dort hab ich ewig, was ich hier verlor.

Hier ruhet der Gatte und Vater
Peter H. Ketels
geb. d. 14. Aug 1836
gest. d. 4. Nov 1876
aus Oldsum

Ich hab nun überwunden
Kreuz, Leiden, Angst und Noth;
Durch seine heiligen Wunden
Bin ich versöhnt mit Gott.

 

 

Peter war Seefahrer, Steuermann - Geschichte aus einer Chronik: "Sein Schiff strandete an einer unwirtlichen Küste Vorderindiens und er musste dort lange Zeit von Muschel und anderem Getier leben. Er kam gemütskrank nach Hause."


Ruhestätte von Antje Karsten Arfsten aus Tüftum (Toftum)

Hier ruhe ich in Frieden und bin nun ewig sorgenlos

Neben diesem Denkmale ruhet die irdische Hülle der Antje Arfsten aus Tüftum welche daselbst den 3ten Mai 1792 geboren und 1810 mit dem zur See verunglückten Wögen Arfsten aus Tüftum verehelicht worden ist. Ihr Ehe hat der Alltütige mit 6 Kindern, und zwar 3 Söhnen und 3 Töchtern gekrönt, von denen aber 1 Sohn und 2 Töchter ihr in die Ewigkeit vorangegangen sind. Nachdem sie, nach bestem Vermögen treu ihr Tagewerk verrichtet, und ein dem Christen geziemendes Leben geführt hatte, schloss sie sanft und gottergeben in froher Erwartung der ewigen seligen Freuden des Himmels, den 15ten Dec 1859 ihre Augen im Tode, als sie ein Alter von 67 Jahren 7 Monaten und 12 Tagen erreicht hatte.

Ihr Andenken bleibt den hinterlassenen 3 Kindern Schwiegerkindern und 4 Enkeln im Segen.

Ihr Leib liegt in stiller Gruft
Wo er ruht von seinen Leiden
Bis der Überwinder ruft
Stehet auf zu ewigen Freuden


Grabstein des Oldsumer Commandeurs Broder Riewerts (1773-1854)
und seiner Ehefrau Tadt (Tatt) Ercken Riewerts

Neben diesem Stein ruhen die irdischen Überreste der Eheleute Broder Riewerts und Tadt Riewerts aus Olsdum. Broder Riewerts ist geboren am 3.Oct 1773. Er verehelichte sich am 3 Aug 1796 mit Keike Jacobs (im GRL als Kerrin Ketels) aus Dunsum, aus welcher Ehe 5 Söhne und 2 Töchter stammen. Nach dem am 6 Febr 1812 erfolgten Tode dieser ersten Gattin schloß er am 4 Dez 1812 das 2. Ehebündnis mit Ingke Faltings aus Klintum, welches mit 3 Söhnen und 2 Töchtern gesegnet wurde. Auch diese Verbindung löste der Tod am 20 Juni 1819 und er schritt am 20 Aug 1820 zur 3t Ehe mit Tadt Erken aus Oldsum welche die Gefährtin seiner übrigen Lebenstage wurde. Von seinen 12 Kindern überlebten ihn 2 Söhne und 1 Tochter aus erster und 1 Tochter aus der 2. Ehe. Er sahe 29 Kindeskinder und 10 Urenkel von denen vor seinem Tode 23 Kindeskinder und 4 Urenkel im Leben waren. Er hat 25 Jahre den Beruf des Seemannes gelebt und ist 13 Jahre Schiffsführer gewesen. In spätern Jahren ist er zum Wohl seiner Mitbürger unermüdlich thätig gewesen als Schulpatron, Repräsentant und Deichrichter und seine Verdienste wurden von seinem Könige durch das Ehrenzeichen des Danebrogs belohnt. Sein langes thätiges Leben beschloß er am 29 Jan 1854 im Alter von 80 Jahren 3M 26T. Seine letzte langjährige Gefährtin Tadt geb Erken geb in Oldsum am 5 Juli 1779 lebte nach seinem Heimgange im Wittwenstande bis der Tod sie zur Wiedervereinigung mit ihm abrief am 20 Juli 1857 im Altern von 78 Jahren und 15 Tagen.

 

 

Broder war Commandeur, später Deichgraf, Deichrichter in Westerlandföhr. Als solcher hat er die umfangreichen Wiederaufbau-Arbeiten des Deiches nach der verheerenden Flutkatastrophe vom Februar 1825 geleitet. Seine Verdienste wurden vom dänischen König mit dem Danebrogsorden geehrt. Bei der Föhrer Bevölkerung hatte er sich aber, wohl durch die unvermeindlichen Härten bei der Durchführung der Deicharbeiten, recht unbeliebt gemacht.


Das Buch: "Broder Riewerts": Föhringer als Grönlandfahrer von Kopenhagen.


Ruhestätte von Brar Riewert Matzen

Hier ruhet mein Treuer Gatte
und unser lieber Vater der Landmann
Brar Riewert Matzen
aus Oldsum.
Er wurde geboren den 6. März 1823
und starb nach kurzem Leiden
in einem Alter von 67 Jahren
den 22. October 1890.

Da du lebst nun froh dort drüben
Wo nur Wonne und kein…

 

Das nächste Bild zeigt den Grabstein von Matzens Tochter Rosine Beelendorf, geb. Matzen (1858 - 1924) und ihrer Familie.

Ruhestätte der Eheleute Jürgen Theodor Beelendorf und
Rosine Beelendorf, geb. Matzen

Hier ruhen in Frieden der frühere Schiffskapitän Jürgen Th. Beelendorf geb. 25.6.1850, gest. 27.7.1923

und dessen Ehefrau Rosine Beelendorf, geb. Matzen, geb. 29.11.1858 in Oldsum, gest. 2.8.1942 in Süderende. 
Ruhet sanft!
Die Liebe höret nimmer auf.

Eine weiter Tochtet Matzens  Richardine Karoline Peters, geb. Matzen, (1865 - 1890) ist auf dem folgenden Stein zu finden.

Ruhestätte von Richardine Karoline Peters, geb. Matzen aus Olsum

Hier ruhet
unsere so früh
verstorbene Gattin und Mutter
Richardine Karoline Peters,
geb. Matzen aus Oldsum.
Sie wurde geboren den 5. April 1865 und starb nach längerem Leiden
in einem Alter von 24 Jahren den 7. Januar 1890.

 

Du sankts ins Grab
So früh hinab
Wir wollen drum nicht weinen
Jesus Christus unser Herr
wird uns einst vereinen.

 

Richardine Karoline Matzen aus Oldsum war mit Wilhelm Peters 1863 – 1946 verheiratet und hatte 3 Kinder. Sie verstarb am 7. Januar 1890. Ihre Eltern waren Brar Riewert Matzen 1823 – 1890 und Keike Jacob Hayen 1827 - 1898

 

Kinder:
Camilla Benedine Peters 1887 – 1887
Clara Camille Peters 1889 – 1903
Clara Emilie Peters 1887 – ?

Rörd Matzen (1861 - 1943), Sohn von  Brar Riewert Matzen, ist auf dem nächsten Stein abgebildet. Rörd war offenbar nicht verheiratet und hatte keine  Kinder.

Ruhestätte von Rörd Matzen

Hier ruht unser lieber Bruder und Onkel der Bauer Rörd Matzen aus Oldsum, geb. 26. Sept. 1861, gest. 25. April 1943.

Ruhe sanft. 

 


Gedenkstein des Chemikers Dr. Karl Faltings und seiner Gattin Hilde geb. Klotz.

Dem Andenken des Chemikers Dr. Karl Faltings und seiner Gattin Hilde geb. Klotz.
Karl wurde am 06.11.1914, Hilde am 6.7.1912 in Hamburg geboren. Nach langer Verlobungszeit schlossen sie am 28.2.1940 die Ehe, aus der 2 Kinder, 2 Enkel und 5 Urenkel hervor gingen. Ein erfolgreiches Berufsleben führte sie von Hamburg über London nach Frankfurt am Main, wo Karl am 9.1.1982 verstarb. Nach 28 langen Jahren Witwenstand folgte Hilde ihrem Michel am 28.11.2009 in Wyk zur ewigen Ruhe nach.

Ruhestätteder Eheleute Hinrich R. Rörden und Ingte Th. Rörden, geb. Mader


Grabkreuz Heinrich August Matzen

Hier ruhet

Heinrich August Matzen

geb. 1855  gest. 1902

1928 ist seine Ehefrau Charlotte Christine Nickelsen, geb. 1856 in Nieblum, nach Heinrichs Tod mit ihrer Tochter in die USA (Humboldt County, Kalifornien) ausgewandert, wo sie 1929 verstarb. Einige ihrer Kinder lebten hier bereits. Eine Zeitung in USA schreibt über ihre Ankunft:

 

"Aus Europa angekommen sind Frau Charlotte Matzen und ihre Tochter Frau Margaretha Matzen Nommsen von der Insel Föhr, Mutter und Schwester von Nickels Cornelius Matzen aus dieser Stadt, N.J. Matzen von Penngrove, Frau Theodore Matzen aus der Chapman Lane und Frau Anna Christine Matzen Sorensen aus dem Landkreis Humboldt. Sie sind hier angekommen, wo sie ihr ständiges Zuhause haben werden, und die ganze Familie ist nach einer Trennung von vielen Jahren wieder vereint. Alle werden in diesem Staat wohnen. Die Damen sind vorübergehend bei Frau Sorensen im Kreis Humboldt. Sie kamen am vergangenen Freitag nach einer angenehmen Reise aus Europa an und sind bereits begeistert von Kalifornien, ihrem neuen Zuhause, und freuen sich, wieder in der Nähe von geliebten Menschen zu sein."

 

Wenn die Rückkehr zu Lebzeiten nicht geglückt war, so ließen sich besonders manche Inselfriesen die „Rückkehr zum Grabe“ nicht nehmen. In den Kirchenbüchern der Kirchengemeinden St. Laurentii und St. Nicola sind bis 1994 rund 30 Beerdigungen – zum größten Teil mit aus den USA überführten Urnen – von nach dem 1. Weltkrieg nach Amerika ausgewanderten Föhrern eingetragen.  Es gibt wohl keine Region in Deutschland, in der so viele Grabsteine auf den langjährigen Aufenthalt in den Staaten, auf den Tod dort, aber auf die Beerdigung in der Heimat hinweisen.


Ruhestätte von Jungrörd (Jung Rörd) Rörden und seiner Gattin Gardina Christine

Jungrörd Rörden
Bauer in Hedehuseum
wurde 1797 geboren und starb 1880.

Seine Gattin

Gardina Christine

lebte von 1815 bis 1885.
Ruht in Frieden

 

Jungrörd Rörden

25. Juli 1797 – 2. Okt. 1880 (im Alter von 83)

 

Gardina Christine Knudsen Rörden 

18. Aug. 1815 -  4. Feb, 1885 (im Alter von 69)


Ruhestätte von A.R. Trettin und R.J. Utzat

Zur Ehre des Vaterlandes fanden den Tod beim Untergang von S.M.S. Mainz am 29. Aug. 1914
A.R.G. Trettin aus Oliva 
R.J. Utzat aus Königsberg
Das Meer gab unserem Strande ihre Leiber wieder.

 

SMS Mainz war ein kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine, der im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam. Das zur Kolberg-Klasse gehörende Schiff lief 1909 vom Stapel und wurde am 28. August 1914 im ersten Seegefecht bei Helgoland von britischen Kriegsschiffen versenkt. 89 Soldaten fanden den Tod.


Ruhestätte des "Enzian Calvados", Ernst K. M. Boskamp

Der Maler "Enzian Calvados", der eigentlich Dr. Boskamp hieß und gelernter Chemiker war, zählte zu den Originalen der Insel. Seine vollständige Berufs-Bezeichnung gab er mit „Maler und Sprücheklopfer“ an, und viele Besucher fanden an den farbenprächtigen und kraftvollen Bildern und Sprüchen des Künstlers gleichermaßen Gefallen. 2016 ist er verstorben.


Grabstele der Opernsängerin Eleonore Hertzberger

Zeitzeugin und Weltbürgerin mit Bundesverdienstkreuz

Eleonore Hertzberger wurde 1917 in Berlin geboren. Weil ihr Vater Jude war, zog sie nach der Machtübernahme durch Hitler 1933 mit ihren Eltern nach Amsterdam. Von dort flüchtete sie – inzwischen verheiratet mit dem ebenfalls jüdischen Eddi Hertzberger – 1942 in die Schweiz und nach Spanien. Nach dem Krieg machte sie unter dem Namen Laura Cormonte Karriere als Opernsängerin. 1993 veröffentlichte die inzwischen 86-Jährige erstmals ihre Lebensgeschichte auf Deutsch. Etwa zeitgleich begann sie, als Zeitzeugin Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu besuchen. Grund dafür ist der verstärkte Zulauf rechtsextreme Gruppen Anfang der 90er-Jahre. Am 8. November 2003 erhält Eleonore Hertzberger das Bundesverdienstkreuz als Anerkennung für ihre Vita und ihr Buch „Durch die Maschen des Netzes“ sowie insbesondere für ihren jahrelangen unermüdlichen und unentgeltlichen Einsatz als Vortragende an deutschen Schulen gegen Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit. 2016, kurz vor ihrem 100sten Geburtstag, starb Eleonore Hertzberger und wurde in Süderende / Föhr bestattet.


Ruhestätte von Renate und Jakob Tholund / Olufs

Roluf Meinert Olufs, 28. Sept. 1818 – 27. Mai 1884 (im Alter von 65)

Catharina Cäcilia Nicoline Sienknecht Olufs, 16. Juli 1820 – 14. Mai 1910 (im Alter von 89)

Christina Richardina Olufs Tholund, 26. Sept. 1857 – 9. Juli 1897 (im Alter von 39)

Andreas Jepsen Nissen Tholund, 22. Mai 1855 - 13. Sept. 1938 (im Alter von 83)


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