Harkortsee

Der Harkortsee zwischen den Städten Hagen, Herdecke und Wetter ist einer von insgesamt sechs Ruhrstauseen, vom Ruhrverband als Flusskläranlage angelegte und 1931 fertiggestellt. Der See hat gut 3,1 Millionen Kubikmeter Stauinhalt. Seinen Beginn im Lauf des Flusses markiert der Ruhr-Viadukt zwischen Hagen und Herdecke. Sein Ende bildet ein Stauwehr unterhalb der Ruhrbrücke der B226 zwischen Hagen und Wetter mit einer Stauhöhe von fast 8 Meter. Nördlich begrenzt wird der Harkortsee von Steilhängen des Ardeygebirges, die schöne Ausblicke auf die Landschaft bieten. Ausschlaggebend für die Verbesserung der Wasserqualität in dem Stausee sind biologische Selbstreinigungsprozesse. Der Stausee verschlammt allerdings dadurch, dass sein Wasser nur sehr langsam fließt. Er muss deshalb nach mehreren Jahrzehnten erneut ausgebaggert werden. Außerdem hat er die Funktion eines Ausgleichsbeckens für den flussaufwärts gelegenen Hengsteysee mit seinem Pumpspeicherkraftwerk. Durch dieses schwanken die Wasserspiegel der beiden Stauseen täglich. Aus dem Harkortsee wird jedoch über den Tag verteilt gleichmäßig so viel Wasser abgelassen, wie insgesamt - aber unregelmäßig - zufließt. Von Anfang an dient der nach Friedrich Harkort benannte See gleichfalls der Freizeitnutzung: dem Wassersport sowie der stillen Erholung am Seeufer.

Schifffahrt auf dem Harkortsee

Die MS Friedrich Harkort fährt vom 1. April bis 31. Oktober auf dem Harkortsee, Anlegestelle ist der Seeplatz. An Werktagen fährt das Schiff von 14 bis 17 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr (stündlich). Gruppen können das Schiff auch stundenweise mieten. Bis zu 250 Personen finden Platz auf dem 1972 erbauten Schiff. Das Motorschiff verbindet das Naturbad in Wetter mit der Anlegestelle Ruhrbrücke in Herdecke. Für eine gemütliche Runde benötigt man rund eine Stunde, in der man bei Kaffee und Kuchen einen herrlichen Blick auf das Ardeygebirge und die Freiheit in Wetter hat. Staunen wird man, wenn man unter dem beeindruckenden Ruhrviadukt der ehemaligen Bergisch-Märkischen Eisenbahn hindurchfährt. Heute verkehrt dort die private Volmetalbahn auf ihrem Weg zwischen Dortmund und Lüdenscheid. Einen Bootsausflug kann man wunderbar mit einem Bummel durch die restaurierte Herdecker Altstadt verbinden. Oder mit einem Besuch der besagten Freiheit, wie die schmucke Altstadt von Wetter bezeichnet wird.

Ruhrviadukt Herdecke

 

Die Eisenbahnbrücke, die Herdecke und Hagen verbindet, wurde von der damaligen Rheinischen Eisenbahn zwischen 1877 und 1878 erbaut. Eingeweiht wurde der Viadukt am 15. Mai 1879 als eine der letzten Strecken der Rheinischen Eisenbahn, die zum 1. Januar 1880 verstaatlicht wurde und in der Preußischen Staatsbahn aufging.

 

Der Ruhrviadukt galt zu seiner Zeit als besondere technische Meisterleistung. Mit 313 Meter Länge und zwölf halbkreisförmigen Bögen von je 20 Metern Spannweite überspannt er das Tal und gehörte damit zu der sehr schwierigen und kostspieligen Trassenführung der Rheinischen Eisenbahn von Düsseldorf über Hagen nach Dortmund. Das benutzte Bruchsteinmaterial fand man in reichlicher Menge in der Nähe der Baustelle. Allein 24.400 Kubikmeter Mauerwerk wurden verbaut.

 

Als am 17. Mai 1943 die Möhnetal-Sperrmauer von englischen Bomben zerstört wurde, ergoss sich eine Flutwelle in das Ruhrtal. Dabei wurde ein Pfeiler des Viadukts unterspült, der zwei Brückenbögen mit in die Tiefe riss. Die Brücke wurde wieder Instand gesetzt, aber gegen Ende des Krieges von einer Sprengung der Wehrmacht abermals stark beschädigt. Davon ist heute allerdings nichts mehr zu sehen. So wirkt das Bauwerk auch heute noch imposant und nötigt dem Besucher den gehörigen Respekt vor der Ingenieurleistung seiner Konstrukteure ab.

 

Die Eisenbahnbrücke wird heute von der privaten "Volmetalbahn" auf der Strecke von Dortmund nach Lüdenscheid befahren.

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