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Burgruine Hardenstein in Witten

Die Burg Hardenstein ist eine Ruine an der mittleren Ruhr nordwestlich von Witten-Herbede in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Sie wird vom gleichnamigen Naturschutzgebiet Hardenstein umschlossen und befindet sich in der Nähe des Muttentals. Bis zur Fertigstellung der Ruhrtalbahn (heute Museumsbahn) im neunzehnten Jahrhundert lag die Burg unmittelbar am Fluss. Sie diente hauptsächlich als Wohnsitz seiner herrschaftlichen Besitzer und war daher nur bedingt wehrhaft. 

Das Ruhrtal bei der Burg Hardenstein 1784/89.

Im Jahr 1354 musste Heinrich II. von Hardenberg die Herrschaft Hardenberg im heutigen Velbert an Graf Gerhard I. von Jülich-Berg verkaufen. Im selben Jahr ließ sich Heinrich II. von Hardenberg mit seiner Familie am südlichen Ufer der Ruhr zwischen Herbede und Witten nieder. Die Wasserburg wurde zwischen 1345 und 1354 erbaut. Dessen Nachfahren nannten sich dann auch von Hardenstein und litten wohl unter so manchen Geldsorgen. Im Jahre 1378 zettelte Heinrich IV. von Hardenstein eine Fehde gegen die Stadt Dortmund an, weil er bei einem dortigen jüdischen Geschäftsmann mit einem hohen Geldbetrag in der Kreide stand. Der Angriff mit etwa 1.000 Mann auf die Stadt Dortmund schlug fehl. Bei einem anderen folgenden Feldzug wurde er von den Kölner Truppen gefasst und hingerichtet. Durch Heirat mit der Tochter des letzten Hardenbergers Heinrich V. kam die Burg 1439 an Robert Stael von Holstein. 1430/40 wurde die Südseite mit zwei flankierenden Türmen und einer Schildmauer erweitert. 1974 wurde die Burg von der Stadt Herbede gepachtet, ab 1975 von der Stadt Witten. Die Burgruine wird seit 1974 vom Verein Burgfreunde Hardenstein erforscht, erhalten und gepflegt. 

Mit der "Hardenstein" setzt man innerhalb weniger Minuten zur anderen Ruhrseite über. Von der Anlegestelle sind es wiederum nur wenige Minuten bis zur gleichnamigen Burgruine. Für den Lückenschluss des Rad- und Wanderweges zwischen der Burgruine Hardenstein und der Schleuse Herbede war zunächst eine Brücke vorgesehen. Wegen der erforderlichen nicht unerheblichen Durchfahrtshöhe für Fahrgast- und Arbeitsschiffe hätte die Brücke mit ihren Abmessungen nicht mehr in das Bild des Landschaftsschutzgebietes gepasst. Basierend auf einer Idee des Umweltdezernenten des Ennepe-Ruhr-Kreises hat die Wabe den Vorschlag, eine Fähre einzusetzen, aufgegriffen und weiter entwickelt.  

Teil 1: Burgruine Hardenstein im Frühjahr und Sommer

Tor
Ringmauer
Brunnen

Burg Hardenstein geht auf das Adelsgeschlecht der Hardenberger zurück, welches ursprünglich aus dem bergischen Land stammt und durch eine geschickte Heiratspolitik auch Besitzungen an der Ruhr erlangte. Der Stammsitz der Hardenberger lag auf dem Gebiet des heutigen Velbert, wo das Schloss Hardenberg immer noch an die ursprünglichen Besitzer erinnert. Die Hardenberger, die im 12. Jahrhundert viel Macht und Einfluss besaßen, wurden ab dem 13. Jahrhundert vor allem durch die Grafen von Berg zusehends aus ihren Stammlanden verdrängt. Dabei wurde Ihnen zum Verhängnis, dass ihr Besitz weit verstreut lag, so dass sie ihn nicht ausreichend schützen konnten. Schließlich sah man sich im Jahr 1354 gezwungen, die Stammburg an die Grafen von Berg zu verkaufen. Neuer Wohn- und Verwaltungssitz wurde Haus Hardenstein an der Stelle der heutigen Burgruine. Im Umfeld besaßen die Hardenberger noch einige Besitztümer, die sie mit dem Pferd bequem erreichen und verwalten konnten. Zudem standen sie in einem guten Verhältnis mit den hier regierenden Herren von der Mark. Auch wenn die alte Burg wohl größer und prächtiger war, so schuf sich dir Familie von Hardenberg doch Stück für Stück eine neue Heimat an der Ruhr.

Die Entstehungszeit der Burg ist eingrenzbar. Die erste historische Erwähnung von 1363 bezieht sich auf die Burgkapelle. Unter Heinrich (II.) von Hardenberg entstand wohl zwischen 1345 und 1354 ein zweigeschossiges Turmhaus. Das Bauwerk im Grundmaß von 15,50 x 14,50 m stand auf einem Felsplateau und war teilunterkellert. Die Anlage war ringsum von Wassergräben umgeben. Die nördliche Seite wurde durch den Verlauf der Ruhr geschützt.

Unter Stael-Holstein, dem Schwiegersohn des letzten Hardenbergers, wurde das Burghaus um etwa 1430/40 nach Süden erweitert, wobei der neuste Stand der Fortifikationstechnik berücksichtigt wurde. Die Hauptangriffsseite wurde durch eine Schildmauer mit zwei flankierenden Rundtürmen geschützt. Zusätzlich wurde das südliche Vorfeld durch die zu Teichen angestaute Deipenbecke gesichert, die gleichzeitig als Mühlenteiche dienten. Die Türme weisen Frühformen von Schlüsselscharten auf, dies weist auf das Aufkommen der ersten Feuerwaffen hin. Die Anlage war ab etwa dem frühen 17. Jahrhundert nicht mehr Hauptwohnsitz der adeligen Besitzer, sondern mit den umliegenden Ländereien verpachtet. Die Bauunterhaltungen wurden auf ein Minimum beschränkt. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts verfiel die Burg zunehmend bzw. wurde als Steinbruch der umliegenden Höfe benutzt.

Nach einem Bild von 1785 scheint die Burg Ende des 18. Jahrhunderts in einem noch leidlichen Zustand gewesen zu sein. Ein Inventarium von Hardenstein von 1775 gibt uns über den gesamten Bauzustand ein genaues Bild. Der geplante Bau der Ruhrtalbahn 1871-1877 bedrohte den Baubestand der Burgruine. Eine beherzte Eingabe von Bürgern, gerichtet an die Bahndirektion, konnte den Teilabbruch verhindern. Um Schäden durch Erschütterungen der unmittelbar an der Ruine vorbeiführenden Eisenbahnzüge zu vermeiden, wurden baupolizeiliche Sicherungsarbeiten angeordnet.

Abgesehen von geringfügigen Unterhaltungsmaßnahmen wurde danach Jahrzehnte lang nichts zur Erhaltung der Burgruine unternommen. Die Ortsgruppe Herbede des Vereins für Heimatpflege im Kreise Hattingen stellte 1926 einen Antrag an die Provinzverwaltung Westfalen, die Burgruine Hardenstein instand zu setzen. Mit der Restaurierung begann man im Jahre 1927. Im Juni 1927 waren die Restaurierungsarbeiten vornehmlich am Mauerwerk der Hauptburg abgeschlossen. Weitere Restaurierungsarbeiten wurden 1953/54 Anlässlich der 1100 Jahrfeier der Stadt Herbede vorgenommen. Der 1974 gegründete Verein der Burgfreunde Hardenstein e.V. erklärte sich bereit, die Stadt Herbede in Ihren Bemühungen zu unterstützen, die Burgruine zu erhalten. Kleinere Restaurierungsarbeiten wurden im September/Oktober 1974 durchgeführt. Trotz aller Bemühungen in den vergangenen Jahrzehnten konnte nicht verhindert werden, dass im Jahr 2009 eine Mauer des alten Rittersaals nach über 650 Jahren einstürzte. Nachdem dann auch an weiteren Bauteilen erhebliche Schäden festgestellt wurden, konnten mit vereinten Kräften und finanzieller Unterstützung von öffentlicher und privater Hand umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden. So kann die Burgruine heute wieder gelassen den kommenden Jahrhunderten entgegensehen.

Die Sage von Golemar - der Fluch von Hardenstein

 

Als vor etwa 600 Jahren der Ritter Neveling Besitzer der Burg Hardenstein war, wohnte bei ihm der Zwergenkönig Goldemar. Er saß bei Tisch immer an der rechten Seite des Ritters. Man konnte ihn schlürfen und schmatzen hören, aber man konnte ihn nicht sehen - er war nämlich unsichtbar! Auch sein Pferd, das im Stall stand, konnte man wiehern, saufen oder stampfen hören, nur sehen konnte man es nicht, denn es war auch unsichtbar. Goldemar unterhielt sich mit dem Ritter, speiste mit ihm und solange er auf der Burg war, ging es dem Ritter gut. Selbst vor Feinden war er geschützt, denn Goldemar warnte ihn immer rechtzeitig. Nun lebte zu dieser Zeit auch ein neugieriger Küchenjunge auf der Burg. Er hatte gehört, dass Goldemar kalte Hände wie ein Fisch haben sollte. Gleichzeitig sollten sie aber so weich wie ein Mausefell sein. Außerdem sollte Goldemar die Angewohnheit haben, in der Nacht noch zur Burgküche zu gehen, da er oft hungrig war. Da überlegte sich der neugierige Küchenjunge einen Plan. Er streute Erbsen aus und streute auch Mehl auf den Boden. Bestimmt würde der Zwerg über die Erbsen stolpern. Auch wenn er ihn nicht sehen konnte, so erhoffte sich der Küchenjunge doch, dass er im Mehlstaub einen Abdruck des gestürzten Zwergenkönigs finden würde. Aufgeregt versteckte sich der Küchenjunge hinter der Küchentür und wartete bis Mitternacht. Der letzte Glockenschlag der Herbeder Kirchturmuhr verhallte, als ein Knarren und Ächzen der Küchentür dem Küchenjungen verriet, dass sich dort etwas bewegte. Im gleichen Moment hörte er ein Poltern und einen Aufschrei. Schnell sprang der Küchenjunge hinter der Tür hervor und wollte sich den Zwergenkönig genau ansehen. Dieser aber packte blitzschnell zu. Rasend vor Wut zerriss er den Küchenjungen in Stücke. Diese kochte und briet er in großen Töpfen und Pfannen. Ritter Neveling nahm am nächsten Morgen all seinen Mut zusammen. Zitternd stieg er die Stufen zum Turmzimmer des Zwergenkönigs hinauf, aus dem in der Nacht ein grauenhaftes Schmausen zu hören war. Vor der Turmkammer blieb er wie angewurzelt stehen. Ein eiskalter Schauer lief ihm den Rücken hinab. Über der Tür stand etwas geschrieben - ein Fluch! Burg Hardenstein sollte ab jetzt so unglücklich sein, wie sie in der Vergangenheit glücklich gewesen war! Es sollten nie mehr Großvater, Vater und Sohn gleichzeitig in der Burg leben!  Und tatsächlich starb nach nur vierzig Jahren die Familie Hardenberg aus. Die Burg verfiel und wurde zur Ruine. Den Zwergenkönig Goldemar hat man seither in dieser Gegend weder gesehen noch gehört.

"und kommt die goldne Herbsteszeit...."

Teil 2: Das Leuchten des Herbstes an der Ruine Hardenstein:

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