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Ev. Dorfkirche Bochum-Stiepel

Nur wenige Baudenkmäler zeugen von der Geschichte Bochums. Eins davon ist die Stiepeler Dorfkirche, die über 1000 Jahre alt und das älteste Bauwerk der Stadt ist. Im Jahre 1001 schenkte Kaiser Otto III. dem Grafen Liudger aus dem Geschlecht der Billunger den Hof Stiepel. Liudgers Frau, die Gräfin Imma aus dem Geschlecht der Immedinger, erhielt 1008 vom Erzbischof von Köln die Erlaubnis, auf ihrem Hof eine Kirche zu bauen.

 

Die Baugeschichte der Kirche ist durch die Ergebnisse der 1952 und 1965 durchgeführten Grabungen im Wesentlichen geklärt. Die erste, von der Gräfin Imma gestiftete Kirche, war eine kleine, wahrscheinlich flach gedeckte Saalkirche mit eingezogener, gestelzter Apsis, die nach außen rechteckig ummantelt war. Der bei der Restaurierung aufgedeckte Tonplattenboden stammt aus dieser Zeit. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die Kirche völlig neu gebaut. Anstelle der Saalkirche wurde eine romanische Basilika mit einjochigem Mittelschiff, dreijochigem Querhaus, Nebenapsiden und Chorjoch errichtet. Das Mittelschiff wurde nach Norden und Süden um ein halbes Seitenschiff erweitert. Der Bau ist vor Abschluss der Bauarbeiten mit Kreuzgratgewölben eingewölbt und dann im Innern verputzt worden. Spätestens aus dieser Zeit stammt auch der Turm. Vermutlich im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts wurde die Basilika zur jetzigen Hallenkirche ausgebaut.

 

Bilder und Informationen zu dem historischen Friedhof rund um die Dorfkirche  finden sie hier.

 
 

Der Weg zur Kirche führt durch das spätromanische Eingangstor, über den historischen Friedhof, vorbei an alten Grabplatten. Durch eine Glastür betreten Besucher den Innenraum der Kirche und sind beeindruckt von der Schönheit dieser spätgotischen Hallenkirche mit ihren reichen Ausmalungen.

Grundriss der Stiepeler Dorfkirche

Christliche Kirchen sind im Wesentlichen geostet, d.h. der Altar steht im Osten, der Eingang liegt im Westen. Der Osten entspricht mit der Richtung des Sonnenaufganges der erwarteten Wiederkunft Christi, dem solaren Heros (sol invictus). Die Gemeinde und im alten liturgischen Ritual auch der Priester wenden sich im Gebet und Ritual dem Osten zu. Der Osten wird als spirituelle Richtung gesehen. Der Gläubige beginnt jedoch seinen Weg im Westen. Westliche Vorbauten - oft wie auch hier im Turm, der axis mundi - wurden “Paradies” genannt. Aus dem Paradiese kommend durchschreitet der Mensch die Achse der Kirche als symbolischen Lebensweg mit (innerer) Ausrichtung nach Osten, den Erlöser erwartend. Es ist der Weg aus der Dunkelheit (Sonnenuntergang, Westen) in das erwartete Licht (Osten).

Eine zunehmende Instabilität des Turms gab 1998 den Anlass zu einer Grundsanierung und Restaurierung des Turms, des Außenmauerwerks und des Innenraums der Kirche. Den Abschluss der Restaurierung bildete 2004 der Einbau der neuen Orgel. Im Jahr 2007 folgte die Restaurierung des historischen Kirchhofs. Die über 1,7 Millionen Euro Kosten konnten von der Kirchengemeinde nicht aufgebracht werden. Die Finanzierung wurde möglich durch Spenden und Zuschüsse verschiedener Stiftungen und zahlreiche Einzelspenden. Dass die Finanzierung gelang, ist im Wesentlichen der Initiative des "Freundeskreis Stiepeler Dorfkirche" zu verdanken, ein freier, nicht vereinsgebundener Zusammenschluss engagierter Stiepeler und Bochumer Bürgerinnen und Bürger.

Rückseite der Südapsis
 
 

---dreieck Blick auf den nachträglich angebauten gotischen Chor und die romanischen Bauteile des Nordquerhauses mit der kleinen Seitenapsis, dem Rundbogenfries darüber und den Lisenen auf der Ostwand und der Nordwand des Querhauses. Gen Westen wird die Außenmauer der gotischen Erweiterung des Seitenschiffs sichtbar, mit größerem Spitzbogenfenster und fehlendem Rundbogenfries. Dahinter erscheint der zum romanischen Baukörper gehörige Westturm.

 
 

---dreieck-1 Blick auf die Dorfkirche von Südwesten mit Sicht auf das schlichte Eingangsportal. Der Turm, der aufgestockt wurde, bekam an seiner Nordseite einen Treppenaufgang. Die westlichen Joche des nördlichen und südlichen Seitenschiffes wurden neu gebaut und auf die Breite des Querhauses gebracht, sowie mit Kreuzrippengewölbe und Spitzbogenfenster versehen. Die romanischen Fenster der Nord- und Südwand des ehemaligen Querschiffes wurden vergrößert und der Form der gotischen Fenster angepasst (1952 in der ursprünglichen Form wiederhergestellt), die Fenster in den Nebenapsiden vermauert (1952 wieder geöffnet). Der Chor erhielt in dieser Zeit einen polygonalen Abschluss. An der Nordwand, die bei der gotischen Umbildung des Chores zum größten Teil erhalten blieb, wurde die Sakristei angebaut. Der Turm war ursprünglich als Wehrturm gebaut. Das obere Turmgeschoß konnte nur durch eine enge, mit zwei romanischen Säulen und Rundbogen geschmückte Pforte vom Kircheninneren erreicht werden. Leider wurde die Turmwand mit der Pforte 1952 herausgenommen. 

 

 
 

▲Die Kirche besitzt drei Portale, von denen der Eingang in der westlichen Turmmauer der älteste ist. Das Portal an der Westseite des nördlichen Seitenschiffes ist ein spätromanisches Säulenportal. Es befand sich wohl ursprünglich im nördlichen Seitenschiffjoch der Basilika, wo es nachträglich (um 1200) eingefügt worden ist. Beim spätgotischen Hallenausbau der Seitenschiffe wurde das Portal wiederverwendet. Es besitzt eine runde Archivolte und einen Dreipaßtympanon (stark verwittert), in dessen Mittelfeld in einer Aureole (Heiligenschein) Christus erscheint. Weitere Einzelheiten sind nicht mehr klar erkennbar. 

Archivolte = (ital., Oberbogen) Bogenlauf über dem Gewändeportal, oft plastisch gestaltet. Gewände die schräggeschnittenen Wände einer Wand- oder Fensteröffnung (Stufenportal, Gewändeportal)
Tympanon =  Bogenfeld über dem Türsturz einer christlichen Kirche, meist mit figürlichem Schmuck versehen

 
 

▲ Blickt man von der Westseite auf den Kirchbau, so findet man im nordwestlichen Schiffjoch das heute zugemauerte, frühere romanische Portal mit Christus-Aureole. Vor dem Portal fand man bei Grabungsarbeiten einen rechteckigen, 33 x 45 cm großen, 1,4 m tiefen Brunnen, einen sogenannten Hilligen Pütt oder Hilgenpütgen.  (Hillig = Heilig, Pütt m. Pütte f. (Pütten; Püttken) gemauerter Brunnen.)

 
 
 

Blick auf die Südseite der Hallenkirche mit der Lisenengliederung* ohne Rundbögen und dem reromanisierten Fenster auf der romanischen Querhausstirn und dem Maßwerkfenster über dem schlichten Südportal im gotischen Westjoch des Seitenschiffs. Die äußerste Lisene links bildete ursprünglich die Ecklisene an der Querhausecke, die zum schmaleren Seitenschiff deutlich zurücksprang. (*Lisenen sind wenig vortretende senkrechte Wandvorlagen)

 
 

▲ Unmittelbar vor dem Nebeneingang in der Südwand des Kirchenschiffs im Boden liegt ein Fragment einer Gruftplatte, auf dem nur noch die unteren zwei von sicherlich ehemals insgesamt fünf Wappen zu erahnen sind, dazu einige wenige gotische Lettern einer vielleicht ursprünglich den Stein umlaufenden Inschrift, ähnlich der auf der Platte des Christopher von Dücker-Neylinck. In dem Falle wäre der Stein nicht nur unterhalb seiner Mitte entlang einer schmalen geraden Leiste, die wohl ein Bildfeld abtrennte, quer durchschnitten, sondern auch an den Langseiten abgearbeitet worden. Die Leiste stößt in der aktuellen Lage an die Türschwelle.

 
Fragment einer Gruftplatte - wie eine Fußmatte vor dem Nebeneingang in der Südwand der Kirche. Auf diesem Fragment sind noch zwei kleinere Wappen der Eltern des Verstorbenen zu erkennen, bzw. zu erahnen.
 
 
 
 

Das Kreuz der Dorfkirche wird in 40 Metern Höhe gerade gerückt

 
Kirchturm mit schiefer Spitze
 

Nach schwerem Sturm stand die Spitze der Bochumer Kirche schief. Im April 2019 hat eine Spezialfirma die (De-)Montage übernommen – an Seilen hängend.

 
 

Frei von Furcht vor Schwindel und Höhe sollte sein, wer für die Firma „Seilkonzept“ aus Kassel arbeitet. Die Höhenkletterer haben sich darauf spezialisiert, Wartungs- und Reparaturarbeiten an nahezu allen Gebäuden gleich welcher Größe durchzuführen. Ihr Ziel erreichen sie dabei nicht bequem über ein Gerüst oder einen Kran, sondern akrobatisch und nahezu frei hängend mittels ausgeklügelter Seilzugtechnik. Ihre jüngste Mission führt ein dreiköpfiges Team dieser Spezialfirma jetzt für zwei Tage her zur Dorfkirche. Ihr Auftrag: die Kirchturmspitze, die aus einem Hahn und einem Kreuz besteht, wieder in aufrechte Position zu bringen. Denn seit einem schweren Sturm vor eineinhalb Jahren hängt die Spitze sichtbar auf Halbmast. Mehrere Möglichkeiten wurden durchgespielt: So hätte man das komplette Kirchengebäude einrüsten können. Oder man hätte mit einem riesigen Kran vom Parkplatz aus die Spitze erreichen können. Alles sehr aufwändig und teuer. Gemeinsam mit der Versicherung entschied sich die Kirchengemeinde dazu, die Höhenkletterer von „Seilkonzept“ mit den Arbeiten zu betrauen. Kosten für die Montage und die Reparatur des Kreuzes: etwa 20.000 Euro.

Einige Stunden lang ist das Team in etwa 40 Metern Höhe an Seilen befestigt damit beschäftigt, das Kreuz auf dem Turm aus der Verankerung zu lösen und nach unten zu befördern. Weil dabei immer wieder kleinere Platten vom Dach fallen, ist das Gelände weiträumig abgesperrt. Nach einem Tag sind Kreuz und Hahn unten angekommen.

 
 

Der Innenraum der Stiepeler Dorfkirche

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die Kirche weitgehend um- und neugebaut. Aus der Saalkirche wurde eine gewölbte Basilika mit einjochigem Mittelschiff, dreijochigem Querhaus und Chorjoch. Die zugemauerten Fenster der romanischen Nebenapsiden wurden wieder geöffnet, die beiden gotisch veränderten Querschifffenster wieder auf einen rundbogigen Abschluss zurückgeführt. Bei den weiteren lnstandsetzungsarbeiten von 1958 bis 1961 wurde der östliche Fachwerkgiebel wieder freigelegt, wurden Dach- und Mauerwerksanierungen durchgeführt. Die zunehmende Instabilität des Turmes war 1998 der Anlass für weitere dringend erforderliche Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen.

Betritt man heute die Kirche durch das schmucklose Portal in der westlichen Turmwand und passiert die Vorhalle im Turmsockel, ist schon der erste unmittelbare Eindruck der von einer Helligkeit und Klarheit, die man in einem mit seinen groben Steinquadern außen recht rustikal wirkenden Bau kaum vermutet. Die Entfernung der Emporen, des Chorgestühls und der schweren dunklen Kirchenbänke und deren Austausch gegen eine lichte bewegliche Bestuhlung, die Erneuerung von Altar und Kanzel geben eine ungehinderte Sicht frei auf den Chorraum, auf alle Schiffe und Gewölbe. Das Licht durch die erneuerten gotischen Fenster und dessen Reflexion vom hellen Natursteinboden lassen die den Kirchenraum prägenden Wandmalereien leuchten.

Abgesehen von den Bildern ist von der ursprünglichen Ausstattung nur noch wenig erhalten. Alterungen, Witterungs- und Kriegsschäden erforderten Erneuerungen, gewandelte Nutzungsbedürfnisse und Verkündigungsauffassungen, neue Form- und Stilorientierungen führten, wie schon deutlich bei den Malereien zu sehen, zu Veränderungen. Ausstattungselemente aus Alt und Neu sind heute konzentriert gesetzt. 

▲ Gegenüber der Vielfalt der Malereien ist die Innenausstattung eher karg. Den Besucher empfangen gleich beim Betreten der Kirche auf den Westseiten der beiden Langhauspfeiler zwei gedrungene, quer gelagerte Reliefs (oben links und rechts im Bild). Der Löwe links verweist in seiner Eingangssymbolik auf den Kampf zwischen Christus und dem Satan, rechts als geflügelter Drache mit Ringelschwanz dargestellt. Aus der Zeit, in der das (jetzt zugemauerte) Nordwestportal der Hauptzugang war, stammt das Weihwasserbecken am Nordpfeiler.

Reliefs Löwe und Drache
 
 

Chor mit Altar

▲Auch der Altar erhielt eine neue Form. Noch bis 1872 trug der aus Steinquadern 1698 errichtete Vorgänger einen Flügelaltaraufsatz mit Darstellungen der Kreuzigung, der Grablegung und der Auferstehung. Dieser war 1502 erworben worden. Der heutige Altar besticht durch seine klare und zurückhaltende Form aus vier glatten Sandsteinquadern, zwischen denen sich zwei vorstehende schwarze Stahlplatten kreuzen. Diese Trennung wird wieder aufgehoben durch zwei mal drei die Materialien verbindende Stahlstangen, deren runde Köpfe nach vorn zeigen. Auf dieser Konstruktion ruht die grob behauene alte Altarplatte von 1698. Das neue Altarkreuz, jetzt in einer gleichschenkeligen griechischen Form und ebenfalls aus schwarzem Stahl scheint über seiner Stützstange fast zu schweben. Gleichzeitig wurde die 1955 errichtete hölzerne Kanzel ausgetauscht gegen ein schmales Lesepult In der gleichen Materialkombination. Dieser ganze Komplex wurde, wie auch der Osterleuchter in der südlichen Apsis in zeitgemäßer Form und mit für die heimische Region typischen Materialien, von dem Essener Künstler Michael Stratmann geschaffen.

Sakramentshäuschen

Die Ausstattung des Chorraumes hat im Laufe der Jahrhunderte viele Veränderungen erfahren. Geblieben ist neben den Malereien vor der Nordwand das Sakramentshäuschen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Dieses turmartige Gebilde aus hellem Sandstein vereinigt typische Merkmale der Gotik, schmal und hoch aufragend mit reichhaltigen filigranen Verzierungen. In den zwei spitzbogigen Nischen des Fußes stehen Säulen, auf denen wohl Figuren standen. Das rechteckige Gehäuse, der Aufbewahrungsort der Eucharistie, ist mehrfach gerahmt und durch ein Metallgitter mit Diagonalstreben gesichert. Die Bekrönung darüber beginnt mit einem geschweiften Spitzbogen und aufgesetzter Kreuzblume, Fialen krönen die Wimperge. Unter einem rot unterlegten Baldachin befindet sich vollplastisch die zentrale Figur einer Kreuzigungsgruppe, der leidende Christus. Etwas tiefer steht auf einer Säule in einer Nische trauernd Maria, während die Johannes-Statue in der rechten Nische leider verloren gegangen ist.

Lange Zeit war der Boden des Chorraumes mit alten Grabsteinplatten bedeckt, die bei den Renovierungsmaßnahmen 1951 aufgenommen wurden und einen neuen Platz im Torhaus gefunden haben. Der Einbau einer neuen mit Warmluft kombinierten Fußbodenheizung im Jahre 2002 ergab die Möglichkeit zu einer grundlegenden Neugestaltung des lnnenraums. Turmraum, Kirchenschiff und Chor erhielten gleichartige Beläge aus hellen Ruhrsandsteinplatten und bilden nunmehr eine Einheit.

Bis zu den Freilegungsarbeiten der Wandmalereien beherrschte ein schwergewichtiger, reichhaltig mit Schnitzwerk versehener barocker Epitaph der Patronatsfamilie Syberg die nördliche Chorwand. Heute befindet er sich in Haus Kernnade.

 
 
 

Syberger Epitaph

Weitere Informationen zum Epitaph und seinem heutigen Standort im Museum des Haus Kemnade finden Sie hier.

 

Die Wandmalereien

Die in ihren Ausmaßen eher kleine Stiepeler Dorfkirche zeichnet sich als herausragendes Zeugnis mittelalterlicher Bau- und Kunstgeschichte in Westfalen vor allem dadurch aus, dass in ihrem Inneren ein umfangreicher Bestand an Wand- und Gewölbemalereien erhalten ist. 1952 stieß man bei den Restaurierungs-Arbeiten unter den weiß übertünchten Wänden auf farbige Flächen, die dann freigelegt wurden.

 
 

Die Freilegungsarbeiten

War das Vorhandensein von Wandmalereien an sich keine Überraschung, so war der Umfang der Ausmalung, die bei den Freilegungsarbeiten zutage trat, überwältigend. Es ergab sich, dass die Kirche wiederholt vom 12. bis zum 16. Jahrhundert reichlich mit Malereien geschmückt worden ist. Die zeitliche Ansetzung, hauptsächlich durch stilkritische Vergleiche, lässt auf die Entstehung der einzelnen Malereien Schlüsse zu, denn an historischen schriftlichen Dokumenten mangelt es in Stiepel. So bleiben auch alle Maler und Baumeister im Anonymen. Mit der Freilegung bestätigte sich, was Pfarrer Ostheide in seiner „Geschichte der Kirchengemeinde Stiepel” im Jahre 1871 erwähnt, nämlich, dass „die Kirche im 15. und 16. Jahrhundert mit Heiligenbildern und biblischen Geschichten in schreiend bunten Farben ganz ausgemalt gewesen sei“. In der nördlichen Nebenapsis begannen im Auftrag des Landeskonservators in Münster ein Bochumer Kirchenmaler und Restaurator mit der Freilegung. Versuche an den verschiedensten Stellen der Kirchenwände hatten hier an den ältesten Mauern mit Sicherheit mehrere Bemalungsschichten bezeugt. Die Freilegung schien an dieser Stelle am aufschlussreichsten für die weitere Arbeit zu sein, doch leider stellte sich heraus, dass durch Wasserschäden nach den Kriegseinwirkungen die Malereien unter den dicken Kalkdeckschichten gelitten hatten. Die 1952 unzulänglich aufgedeckten und weitgehend wieder übermalten, allzu freizügig ergänzten und dadurch teilweise stark verfälschten Wand- und Gewölbemalereien wurden 1963 bis 1965 mit größter Sorgfalt vollständig freigelegt, gesichert und in den der ursprünglichen Malerei weitgehend gerechten Zustand gebracht, fehlende Ornamentpartien in Grisaille gemalt und so als Ergänzung kenntlich gemacht. Jüngere Farbschichten mit figürlichen und ornamentalen Darstellungen waren jedoch bei der Erstrestaurierung ohne ausreichende Dokumentation verloren gegangen. Eine letzte Konservierung und Restaurierung führte 2002 der Kölner Restaurator Martin Kozielski durch. lm Rahmen der Restaurierung von 1963 bis 1965 konnten im südwestlichen Zwickel des Vierungsjoches alle Mal- und Tüncheschichten stufenweise getrennt werden. Acht verschiedene Schichten konnten so bestimmt werden, von der äußersten (Schicht 1) aus der 52er Restaurierung bis zur untersten (Schicht 8), d.h. ersten Bemalung im 12. Jahrhundert. Die etwas dickere und harte Schicht 5 aus dem Jahr 1698 überdeckte die alten Malereien. Insgesamt konnten so unter der Berücksichtigung von Farbschichtrelikten an anderen Stellen dreizehn verschiedene Malphasen belegt werden. Viele einstmals farbig gefasste romanische Kirchenwände und -gewölbe Waren in früheren Jahrhunderten gemäß der zeitgenössischen Andachtshaltung, wie auch in Stiepel 1698 geschehen, weiß übertüncht worden. lm späten 19. Jahrhundert mit seinem ausgeprägten Geschichtsbewusstsein und Entdeckerdrang erhielt das Alte wieder einen hohen Stellenwert. Wandmalereien wurden freigelegt, aufgefrischt und manchmal in historisierender Form recht frei ergänzt. Erst seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts war das Erhalten des Originals oberstes Restaurierungsgebot. Beschädigungen und Fehlstellen wurden als solche kenntlich gemacht.

Paradiesgeschichte

 
Sündenfall, Vertreibung aus dem Paradies

Im nördlichen Seitenschiff ist die Paradiesgeschichte dargestellt. Vier aufeinander folgende Szenen, jeweils durch den Baum der Erkenntnis gegliedert, bilden eine Bildergeschichte, ein Fries, 4,40 m lang und 1,20 m hoch, 1,40 m über dem Boden beginnend. Links sieht man die Erschaffung Adams und Evas. Warnend verweist Gott die niederknienden Menschen auf den die Szene rechts abgrenzenden Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Es folgt die Versuchung, links Adam, rechts Eva, dazwischen der Baum, um den sich die Schlange ringelt. Szene Nummer drei ist die Verfluchung. Zwischen Gott und den Menschen steht der Baum der Erkenntnis, steht die Sünde. Gottes Füße sind abgewandt, während seine Hände strafend zu Adam und Eva gerichtet sind. Der letzte Akt zeigt die Vertreibung aus dem Paradies. Der Engel verweist das Paar aus dem Garten Eden. Nackt geht es, aneinandergeschmiegt, von dannen. Rotbraune Zeichnung und im unteren Bereich eine etwas dunkler angedeutete leicht hügelige Bodenfläche charakterisieren als Gestaltungsmittel diesen Bilderzyklus.

Apostel Andreas mit Diagonalkreuz in Form eines griechischen X

Fünf Apostel sind noch auf den Wänden des Altarraumes vorhanden. Von der spätgotischen Malerei im Chor waren bei der Freilegung an vielen Stellen nur noch kleine unzusammenhängende Flecken vorhanden, die um einer ruhigen Gesamtwirkung willen übermalt wurden. Daraus, dass die Figuren teils etwas isoliert dastehen, die einzelnen Schichten jedoch jeweils ein Gesamtprogramm darstellten, kann geschlossen werden, dass es ursprünglich neun, vielleicht sogar zwölf Apostel gewesen sind. Diese ausgewählten Jünger als Sendboten der Lehre Christi wurden in der bildenden Kunst mit Büchern und seit dem 13. Jahrhundert über die schon übliche Typisierung der Köpfe hinaus mit Attributen versehen, die ihre Identifizierung ermöglichen. So ist auf der linken Chorwand Andreas zu erkennen, dessen Attribut, das Diagonalkreuz in Form eines griechischen X (chi für Christós) über die Rahmung hinaus reicht. Rechts neben dem Frontlenster steht Thomas mit dem Winkelmaß, auf der südlichen Chorwand sind Judas Thaddäus mit dem Walkerstab und Philippus mit dem Kreuzstab unter einem Rahmenbaldachin verbunden. Etwas abseits davon schaut Simon Zelotes mit der Säge als Attribut zu ihnen hinüber. Außerhalb der Chorwände ist der kelchhaltende Johannes auf dem südlichen Mittelschiffpfeiler dargestellt. Die Figuren sind etwa lebensgroß und stehen auf perspektivisch angelegten Fliesenböden mit wechselnden Farbfeldern. Die Füße der Zweiergruppe stehen parallel, die anderen strecken ein (Spiel-)Bein locker nach vorn. Alle tragen Bärte, die je nach Alter bzw. Weisheit dunkel oder hell gefärbt sind. Neben Weiß- und leichten Grautönen dominieren in der Farbskala Ocker und verschiedene Braunstufungen, teils zum Rötlichen und Schwarzen hin. Die Gesichter vor den ockerfarbenen Nimben sind wie auch die Hände und die Füße weißlich hell mit Binnenzeichnungen gehalten. Die Gestalten der Apostel Andreas, Thomas und Simeon Zelotes weisen die gleichen Stilmerkmale wie schon erwähnte Malereien der Zeit auf (St. Georg, Paradiesgeschichte), insbesondere in der Gesichtszeichnung. Die anderen Apostel zeigen ganz anders geformte Nasen, auch weniger Kraft und Spannung in der Körperhaltung und der Kleidung. Das lässt auf zwei verschiedene Maler schließen, was auch die unterschiedliche Rahmung, die die einzelnen Figuren umschließt, bestätigt. Die oberen Rahmenabschlüsse über den sie tragenden Säulen zeigen bei den kunstvolleren Darstellungen gotisch aufstrebende Formen, während bei dem Paar schon einfache Renaissanceverzierungen auftauchen.

Judas Thaddäus mit dem Walkerstab und Philippus mit dem Kreuzstab und Simon Zelotes mit der Säge
Simon Zelotes mit der Säge

Simon Zelotes war ein Apostel Jesu Christi. Die ältere kirchliche Tradition sieht ihn als Vetter Jesu an, wie auch Judas Thaddäus. Seinen Beinamen Zelotes, im Aramäischen „Kananäu“, im Deutschen „der Eiferer“, erhielt er wohl aufgrund seiner ursprünglichen Zugehörigkeit zur radikalen Zelotenpartei, die sich zum Ziel gesetzt hatte, die römischen Besatzer gewaltsam zu vertreiben. Nach katholischer Tradition war Simon Zelotes ein Bruder Jakobus des Jüngeren und eng mit Jesus verwandt. Seine Mutter, Maria Kleophae, sei eine der heiligen Frauen unter dessen Kreuz gewesen und sein Vater Kleopas ein Halbbruder des heiligen Josefs.

 

Als Philippus-Fastenzeit oder Weihnachtsfastenzeit bezeichnet man die sechswöchige Vorbereitungszeit vor Weihnachten in den Ostkirchen, benannt nach dem Apostel Philippus, da sie am Tag nach dessen Gedenktag am 14. November beginnt. Die Fastenzeit endet am 1. Weihnachtsfeiertag bzw. mit dem Nachtgottesdienst an Heiligabend. Das Philippus-Fasten wird in den kirchlichen Büchern seit dem 4. Jahrhundert erwähnt, in der heutigen Form stammt es aus dem 12. Jahrhundert. Ein etwa 500 Jahre altes Bild des Apostels Philippus ist im Altarraum der Dorfkirche zu sehen.

Thomas mit dem Winkelmaß
Christus als Weltenrichter

lm Chorschlussgewölbe sitzt Christus als Weltenrichter. Mit einer runden Brosche wird ein Weiter Mantel am Hals gehalten. Arme, Füße und Oberkörper sind bloß. Deutlich sind die Wundmale an Händen, Füßen und an den Rippen zu sehen. Parallel zum rechten Arm befindet sich, vom nimbusgeschmückten Haupt ausgehend, eine Lilie als Zeichen der Reinheit. Auf der anderen Seite korrespondiert ein Schwert, Symbol für das wie ein zweischneidiges Schwert scheidende Wort Gottes. Nachempfundene Ergänzungen im Umfeld der zentralen Figur wurden wieder entfernt, die ursprüngliche Farb- und Bildgestaltung war hier nicht mehr festzustellen.

Thomas mit dem Winkelmaß

Weitere nur noch schwer identifizierbare Figuren, wohl auch Apostel, befinden sich auf der Südwand, neben der südlichen Apsis und auf einem Chorpfeiler.

Die zweite Ausmalungsschicht / 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts

In dieser Epoche wurden die Apsiden neu ausgemalt. In der südlichen Apsis ist diese in Kalkmalerei ausgeführte Schicht recht gut zu erkennen neben den Überresten der Freskomalerei des 12. Jahrhunderts. Breite ockerfarbene und rotbraune horizontale Bänder gliedern die Nische in drei Teile, die an der Innenkante durch ein umlaufendes Band abgeschlossen wird. Das Fenster umzieht wie in der nördlichen Apsis ein rotgelber Streifen. In halber Höhe des Fensters läuft ein Fries mit schwarzgrundigem Palmettenmuster mit farbig wechselnder Innenzeichnung. Darüber stehen je zwei männliche Figuren in Gebetshaltung, mit alttestamentarisch nach oben gereckten leeren Händen die äußeren, mit kontemplativ zusammengelegten die inneren. Nimben fehlen diesen Personen, deren Blick zu einer Mandorla gewandt ist, die, im Scheitelpunkt die Fensterrahmung berührend, über der älteren Malerei liegt und in ihrem unteren Teil noch erhalten ist. Spuren eines roten Gewandes deuten auf eine Person hin. In feierlicher Haltung stehen in der mittleren Zone frontal blickend vier von ehemals sechs teils nur noch bruchstückhaft erhaltenen Heiligenfiguren mit großen Nimben, in ihren Händen Relikte ihrer Attribute haltend. Am untersten Abschnitt der vor der Restaurierung von Feuchtigkeitsschäden schwarz durchfärbten Wand sind rechts und links außen noch schwach Halbfiguren in Grün, Ocker und Englischrot mit breiten rotbraunen Rahmen auszumachen. Die ikonographische Deutung dieser Apsis kann nur Vermutung bleiben. Nach anderen Überlegungen könnten am ehesten mit den Oranten unter der Mandorla die vier „großen“ Propheten Jesaja, Jeremia, Hesekiel und Daniel gemeint sein, denen für gewöhnlich entweder die vier Evangelisten oder die zwölf „kleinen“ Propheten zugeordnet sind. In der mittleren Zone sind hier in Stiepel allerdings nur sechs Personen zu finden.

In der Nordapsis finden wir die gleiche Gliederung wie eben beschrieben. Erkennbar sind die über die älteste Freskoschicht hinweggehenden Ockerparallelen und im Gewölbefeld darüber beiderseits des Fensters nur schwach erkennbare Fabelwesen, vierbeinig und gefiedert, möglicherweise zwei der vier Evangelistensymbole. Dies liegt nahe, da daneben Fehlstellen sind und links darunter aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes nur noch eine von ehemals mehreren Gestalten (Evangelisten?) übriggeblieben ist. In der Kalotte über dem Fenster steht im blaugrauen Oval einer Mandorla eine Madonna, die Hände über dem ockerfarbenen Gewand fürbittend gefaltet.

Deckenfresken

Segnender und richtender Christus zwischen Kain und Abel

In das 12. Jahrhundert einzureihen sind (links und rechts oben) die vier teilweise sehr gut erhaltenen hockenden Jünglinge, die aus großen Amphoren Wasser schütten, an den Schildwänden der Vierung. Sie sind die Personifikationen der vier Paradiesströme Pischon, Gihon, Tigris und Euphrat. In Freskotechnik in rotbraunen und ockergelben Tönen mit weißer Höhung sind sie gemalt.  Gemalte Teppiche, die scheinbar an Ösen und zum Teil an Stangen aufgehängt sind, dienten in kleineren Kirchen als Ersatz für teure echte Webteppiche, so in Westfalen beispielsweise in Soest, Lüdge, Weslarn und Hennen. Die Stiepeler sind die ältesten bekannten.

Segnender und richtender Christus zwischen Kain und Abel
Paradiesströme

Vierungsgewölbe

Diese Art der Gewölbeausmalung ist charakteristisch für die Wandmalerei der Romanik in Westfalen, die sich deutlich von der rheinischen unterscheidet. Ähnliche Malereien, vor allem die Marmormuster, gibt es auch in der Buchmalerei des 12. Jahrhunderts.

Blick durch das nördliche Seitenschiff auf die Südapsis

Mitte recht: Bethlehemitischer Kindermord

Rechts an der Seitenwand: Flucht nach Ägypten

Hinter der Orgel und im Deckenbereich gemalte Wandteppiche.

Löwe und Drache

Die früheste Schicht der Malerei enthält noch eine weniger gut erhaltene, recht fleckige Malerei in der Bogennische der Nordwand. Beherrscht wird die Fläche von einem großzügig gezeichneten, hell ausgemalten Löwen mit je sieben primitiven Strichen als Krallen an den Pranken. Seine Vorderpranken schlagen einen ebenso ausgeführten kleinen Drachen. Nach unten wird die Nische durch einen Sockel abgeschlossen, vielleicht eine ehemalige Mauerbank.

Flucht nach Ägypten

Gemalte Teppiche, die scheinbar an Ösen und zum Teil an Stangen aufgehängt sind, dienten in kleineren Kirchen als Ersatz für teure echte Webteppiche, so in Westfalen beispielsweise in Soest, Lüdge, Weslarn und Hennen. Die Stiepeler sind die ältesten bekannten.

Der Passgang, aus der Pferdedressur bekannt, gilt als eine den/die Reiter(in) schonende Gangart. Ob es allerdings möglich wäre, einen Esel zum Passgang zu dressieren, sei dahingestellt.

Orgel

 
 

▲Da die Orgel mit ihrer besonderen klanglichen Gestaltung als ein wesentlicher Bestandteil des gottesdienstlichen Geschehens zusammen mit dem Erscheinungsbild ihres Prospektes das Gesamterlebnis eines Kirchenraumes entscheidend mit prägt, ist sie für die Erbauer eines Gotteshauses und ihre Nutzer, Gemeindemitglieder und Musikfreunde, ein unabdingbarer, oftmals auch repräsentativer Bestandteil des Gotteshauses. Aus Pfarrer Ostheides „Geschichte der Kirchengemeinde Stiepel" von 1872 ist zu erfahren, dass die erste Orgel nach der Einführung der Reformation im ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts aufgestellt wurde. Aufstellungsort, Disposition und Erbauer sind unbekannt. 1710 schuf der Dortmunder Orgelmacher Johann Georg Alberti eine neue Orgel mit einem Tonumfang von vier Oktaven, die auf einer Empore vor dem Turm stand. Nach immer wieder notwendigen Reparaturen beschloss das Presbyterium, dem Orgelbaumeister Carl Herbst aus Dortmund den Auftrag für eine Neuerrichtung zu erteilen. 1878 konnte diese mechanische Schleifladenorgel in romantischer Stimmung mit 12 Registern auf 4 II Manualen und Pedal auf der erneuerten Westempore eingeweiht werden. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde der Firma Conrad Euler in Hofgeismar der Zuschlag für eine neue Orgel erteilt. Da inzwischen die alten Wandmalereien entdeckt und freigelegt wurden, kam es zu Verzögerungen bis zur Weihe 1952.  Materialmängel und immer öfter auftretende Klangunzulänglichkeiten erforderten nach verhältnismäßig kurzer Zeit schon wieder eine neue Orgel, die 1978 durch die VEB Alexander- Schuke-Orgelbau Potsdam in der Disposition der alten Orgel aufgestellt wurde.

Im Rahmen der 1998 begonnenen umfangreichen Sanierungsarbeiten, die vor allem der Schaffung eines optimalen Klimas zum Erhalt der mittelalterlichen Wandmalereien dienten, wurde die Empore abgebaut, die Schuke-Orgel konnte an die Kirchengemeinde Costa Nova in Portugal verkauft werden. Bis zum Einbau der endgültigen großen Orgel sorgte ab 2000 eine kleine Truhenorgel des Orgelbauers Harm Kirschner aus Weener in Ostfriesland für den vollen guten Ton. Die handwerkliche Meisterleistung, die sich auch optisch in der Gestaltung der Lade aus Eichenholz und in der Bearbeitung der Pfeifen und Tasten zeigt, gab den Anstoß für den Neuauftrag. Das Nachfolgeinstrument, die 2004 eingeweihte Kirschner-Orgel, ist eine hinterspielige Anlage mit fünfzehn Registern, die auf zwei Manuale und Pedal verteilt sind. Die nach historischen Vorbildern norddeutscher Küstenregionen entstandenen Register mit ihren auf Sand gegossenen und anschließend gehämmerten Pfeifen heben sich von den heutzutage üblicherweise maschinell gefertigten hell glänzenden Zinnpfeifen in ihrer dunklen Mattigkeit nicht nur optisch ab, sie erzeugen vor allem einen prägenden weichen warmen Grundton. Als eine Stiepeler Besonderheit kann er aus dem Orgelprospekt herausgeklappt werden. Angetrieben durch ein Windrad, auf dessen Welle sich der Stern (die Sonne) dreht, erklingen vier Bronzeglöckchen. Für den Essener Künstler Michael Stratmann, in dessen Händen schon die Gestaltung von Altar, Kanzel und Leuchter lag, war die Prospectgestaltung eine besondere Herausforderung, galt es doch, ein in Größe und Funktion so dominantes Element auf verhältnismäßig beengtem Raum in die Gesamtarchitektur und deren Bilderreichtum zu integrieren und gleichzeitig die berechtigten musikalisch-liturgischen Ansprüche zu erfüllen. Die Orgel wirkt leicht und schwebend mit ihrer rechtwinkligen Rahmung im Rundbogen über dem Durchgang, vorkragende konvexe und konkave Holzkörper tragen die schmalen senkrechten Pfeifen des Prospektes. Durch den Pigmentauftrag von warmen Gelb- und Rottönen erscheint die Laibung lebendig und korrespondiert mit den Hauptfarben der Wandmalereien.

Taufbecken

In der nördlichen Apsis tauchte gleichzeitig mit der Freilegung der Paradiesgeschichte eine Darstellung der „Beweinung Christi” auf, die nach fotografischer Fixierung entfernt wurde. Ein leeres Kreuz war symmetrisch auf die Fenstervermauerung gesetzt, davor saß Maria, den toten Christus auf den Knien, dahinter standen drei Frauen. Ebenfalls entfernt wurde eine Malerei, die sich auf der nördlichen Schildwand der Vierung befand, der „Einzug Jesu in Jerusalem“. Die rechte Apsis enthielt eine sehr schlecht erhaltene „Kreuzigungsgruppe“. Auf der Südwand fanden sich neben den gotisch erweiterten Fenstern Bilderreste, die nicht mehr zu deuten waren.

Rechts von der Bogenvorlage auf Wand des südlichen Seitenschiffes erkennen wir die Geburt des Herrn, die ihrem unteren Teil gut erhalten ist. Die Gestalt der knienden Maria ist nur noch als Fragment vorhanden, das Kind dagegen etwas deutlicher. Auf dem Zipfel eines ockerfarbenen Mantels liegt es. Die Fläche darunter ist in wechselnden Farbfeldern perspektivisch als Fliesenboden gemalt. Unter dem Bild sind verblasste Reste eines Spruchbandes in gotischer Schritt sichtbar.

 
 

▲ In der Südapsis hat der gotische Taufstein nach wechselvoller Geschichte wieder einen Platz gefunden. Dieser massive oktogonale Steinblock, nach unten hin abgerundet und auf einem schmaleren, ebenfalls achteckigen (erneuerten) Sockel lagernd, stand bis 1698 in der Kirche und lag dann im Garten des Pfarrhauses. 

 

Taufbecken und Abdeckung aus Kupfer für den gotischen Taufstein:

Emil Becker (1903-1974), ein Stiepeler  Kunst- und Kupferschmied hat die Taufe im Jahre 1966 erschaffen und der Gemeinde geschenkt. 


Quelle und Dank an: Gerhard Hagenkötter (Stiepeler Verein für Heimatforschung)

---dreieck Er hat eine in Kupfer getriebene Abdeckung und wird von einem glänzenden Lateinischen Kreuz gekrönt. Das damals neue barocke Taufbecken aus Birnbaumholz mit farbiger Fassung, heute im Stadtarchiv-Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, wurde von dem Bildhauer Schmidt aus Schwelm geschaffen.

▲ Dieser massive oktogonale Steinblock, nach unten hin abgerundet und auf einem schmaleren, ebenfalls achteckigen (erneuerten) Sockel lagernd, stand bis 1698 in der Kirche und lag dann im Garten des Pfarrhauses. Er hat eine in Kupfer getriebene Abdeckung und wird von einem glänzenden Lateinischen Kreuz gekrönt. Das damals neue barocke Taufbecken aus Birnbaumholz mit farbiger Fassung, heute im Stadtarchiv Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, wurde von dem Bildhauer Schmidt aus Schwelm geschaffen. Ursprünglich trug es im Deckel die Inschrift des Stifters: „1698 ope et industria Joh(annis) Henr(ici) Withenii past(oris)” und ein Kleeblattwappen. Der reichhaltig verzierte und aus Birnbaumholz geschnitzte Taufstein steht auf einem sechseckigen, mit Akanthusblättern verzierten Fuß. Darüber windet sich eine Spiralsäule mit Weinranken und Trauben. Das runde Becken mit dem Relief einer Muschel ist mit Blüten geschmückt und am Rand von einem Eichenlaubkranz umwunden. Der Deckel zeigt sehr plastisch ausgeprägte farbig gefasste Relieffiguren, Christus als Erlöser der Welt mit der Weltkugel und einer Segensgeste. Eine Taube als Symbol für den Heiligen Geist und drei Himmelsboten mit Palmwedeln in zeitgenössischer Puttenform schließen das Rund. Ein Pelikan mitausgebreiteten Flügeln, der sich mit dem Schnabel die Brust aufreißt, Symbol für die Nächstenliebe und den Opfertod Christi, krönt den Deckel des Taufsteins, der eine beachtliche Höhe von insgesamt 168 cm hat.

 
 
 

▲ Wie der Engel gegenüber geht auch dieser Engel auf die erste Ausmalung zurück, ist jedoch gleichfalls stark übergangen. Die Hände mit dem verdeutlichten Handballen und dem Griff am Schwert zeigen Parallelen zu den Darstellungen in der Vierung und der Nordapsis. Das Schwert weist den Engel als Erzengel Michael aus. Eine Kombination der beiden Erzengel Gabriel und Michael als Wächter an Kirchenportalen oder als Begleiter Mariens in Chören ist sehr verbreitet in der christlichen Ikonographie.

 
 

Blick quer durch die Kirche gen Osten zeigt die Nordwand des Chores.

Drachenkampf des Heiligen Georg

▲ Die spätgotischen Neu-Ausmalungen im 15. Jahrhundert

In diese Zeit ist auch ein Drachenkampf des Heiligen Georg zu datieren, in der Bogennische des nördlichen Seitenschiffjoches, gemalt in den Farben Rotbraun, Englischrot, Graublau, mit weißen Höhungen und schwarzen Umrissen. Das Bild verzichtete noch weitgehend auf die ausführliche Schilderung des Geschehens und der Landschaft. Georg reitet im Zaddelrock gemäß der Legende auf einem Schimmel, seine Lanze steckt tief im Kopf des Drachens, eines echsenartigen, schuppigen, feuerspeienden Untiers, das Flügel hat. Seine enormen Ausmaße lassen die Größe der Heldentat in den Vordergrund treten. Nur die Königstochter ist neben der Hauptgruppe zu sehen. Gegenüber dieser Darstellung aus den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts, die im Laufe der Freilegungsarbeiten wegen darunter liegender älterer Malerei entfernt wurden, hat die recht gut erhaltene zweite Fassung aus der Spätzeit des Jahrhunderts auf der Nordwand des Chores einen illustrativ erzählenden Charakter. Diese recht gut erhaltene Darstellung des Drachenkampfs des Heiligen Georg auf der nördlichen Wand des Chorraumes zeigt eine bis in alle Einzelheiten gehende Schilderung des Geschehens. Über eine Breite von 3,75 m erstreckt sie sich in Rotbraun, Schwarz, Ocker, Graugrün und Weiß. lm Vordergrund sprengt von rechts, abweichend von der Legende auf einem dunklen Ross, der Märtyrer, eigentlich ein römischer Offizier, hier in mittelalterlicher Manier als Ritter dargestellt, heran. Über seinem Kopf schwingt er hoch das Schwert, um dem Drachen den Todesstoß zu geben. Feuerspeiend wendet sich das Ungeheuer, in dessen Kopf schon eine abgebrochene Lanze steckt, ab. Diagonal aufgereihte Büsche leiten in die Tiefe der Landschaft, in der in einiger Entfernung die Prinzessin mit dem Lamm kniet. Auf einer Anhöhe am rechten Bildrand beobachtet das Königspaar von seiner Burg aus den Kampf. Links ragen am Horizont die Türme einer Stadt auf. Der Himmel ist von Sternen übersät, während den unteren Bildrand ein Fluss bildet, in dem ein Totenkopf liegt. Dies lässt eine nicht ganz abwegige Vermutung zu, dass damit durchaus die Ruhr gemeint sein kann, die 1486, also etwa zur Entstehungszeit der Malerei, viel Wasser führte und sich ein neues Bett brach, was Verluste gebracht haben konnte. Auch die gemalte hügelige Landschaft zeigt Ähnlichkeiten mit der heimatlichen Stiepeler. Zahlreiche Urkunden sprechen von reger Bautätigkeit zu dieser Zeit. 1452 stiftete der Stiepeler Herr, Goddart von der Reck einen Marienaltar. Unter seinem Sohn Adrian, der 1482 folgte, wurden die Arbeiten fortgeführt, die bis 1486 dauerten. Währenddessen beziehungsweise anschließend muss die neue Wandausmalung geschehen sein.

Christus bei den Pharisäern

▲ Auf der Nordwand des Chores, unmittelbar unter der Darstellung des Drachenkampfes, zwischen Fenster und Tür zur Sakristei, befindet sich ein Bild in etwas primitiverer Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert, Christus und fünf Männer an einem Tisch. Ein Teil des Heiligenscheins überlagert die untere Rahmung des älteren Werkes. Das sehr beschädigte Originalbild war 1952 in weitgehender Neuerfindung zu einem „Abendmahl“ ergänzt worden. Anlässlich der neueren Restaurierung wurde es wieder in seinen ursprünglichen Zustand gebracht. Es blieben statt der zwölf Jünger fünf Personen, von denen nur eine, die ganz rechts sitzende, einen Nimbus trägt. Die anderen sind weltlich gekleidet. Der rechts von Christus befindliche und offensichtlich mit ihm sprechende Mann - so sind seine Gesten und auch das ihm zugewandte Gesicht Christi zu deuten - ist sogar sehr prunkvoll gekleidet, wie auch der Mann links außen, der über seinem dunkelroten Wams einen breiten Weißen Kragen und auf dem Kopf einen großen Hut trägt. Auf dem quergestellten Tisch steht vor Christus ein hoher Kelch, davor eine Schüssel. Brote, einige Teller und andere Gefäße sind noch wahrzunehmen. Eine endgültige Deutung des Bildes dürfte kaum zu finden sein. Als der am ehesten mögliche, mit vielen Fragezeichen versehene Vorschlag gilt der im Tätigkeitsbericht des Landesdenkmalamtes Westfalen-Lippe von 1965: "Christus bei den Pharisäern, im Hause Simons”. Eine weitere Vermutung ist die, dass die Personen, auf deren Kleidung so viel Wert gelegt wurde, sich als die Auftraggeber, d. h. die Stiepeler Herren, in die Tischrunde haben einfügen lassen. Wie in vielen Beispielen vor allem der Tafelmalerei zu sehen, waren dem Zeitgeist entsprechend biblische Gestalten nach aktueller Mode aufwändig gewandet oder man ließ sich als Stifterfigur gleich mit einbeziehen.

 

Apostel Johannes mit dem Giftkelch an dem südwestlichen Vierungspfeiler.

Auf dem südwestlichen Vierungspfeiler ist der Evangelist Johannes mit einem Kelch zu erkennen. Obwohl er unter der Christenverfolgung des Kaisers Domitian (81-96) zu leiden hatte, starb Johannes um 100/101 n.Chr. als einziger der Apostel hochbetagt eines natürlichen Todes in Ephesus. Aus dem Kelch, den der Johannes an dem Stiepeler Pfeiler vor sich hält, müsste sich eine Schlange herausgewunden haben, als die Malerei noch unbeschädigt war. Dieses Attribut bezieht sich auf eine heute weniger bekannte Legende.

Weihwasserbecken

 
Am Nordpfeiler befindet sich ein steinernes Weihwasserbecken, das sicherlich aus der Zeit stammt, in der das Nordwestportal überwiegend benutzt wurde.
 

▲ Interessant sind die Reste der ehemaligen Fensteröffnungen auf der südlichen Scheidbogenwand, dem ehemaligen Obergaden der kleinen Basilika. Ein Teil einer Fenstersäule mit Schaft, Kapitell und Kämpfer ist bei der Maueröffnung zutage getreten, die noch eine dem übrigen Gewölbe entsprechende Marmorierung auf ihrer Bogenstirn zeigt.

Grabplatten im Inneren der Kirche

 
 

▲ Die Grabplatte von Johann Heinrich Witthenius findet man in der Kirche.  Johann Heinrich Witthenius folgte seinem Vater Arnold Georg von 1693 bis 1744. Als vierter Pastor nach der Reformation starb er im Alter von 81 Jahren am 08.05.1744. Seine Grabplatte befindet sich in der Kirche rechts an der Westwand. Ihm verdanken wir die ersten Kirchenbücher mit allen Angaben über Geburt, Taufe, Konfirmation und Todestag. Sein Schwiegersohn Friedrich Wilhelm Dornseifen stand ihm seit 1724 zur Seite und war von 1745 bis 1755 der fünfte Pastor nach der Reformation.

 

Die Umschrift innen: MEIN ERBSCHAFT IST MEIN KLEHBLATT UND DER HEILIGE DREY EINIGE GOTT.

Inschrift innen: LEICHTEXT MATH. 25 V 23 EY DU FROMMER UND GETREUER KNECHT; DU BIST ÜBER WENIGEM GETREU GEWESEN ICH WILL DICH ÜBER VIEL SETZEN; GEHE EIN ZU DEINES HERRN FREUDE IM 55 JAHR SEINES SEHLSTANDS

Die Umschrift außen: AO 1744 D 8. MAI IST DER HOCHWOHL EHRWD: HERR JOH: HENRICH WITTHEN IM 81. JAHR SEINES ALTERS UND IM 55. JAHR SEINES PREDIGTAMTES ALHIER IM HERRN ENTSCHLAFEN. 

 
 

Die Withen waren eine in der Grafschaft Mark verbreitete Pastorenfamilie, so waren sie im 17. Jahrhundert in drei Generationen in Halver tätig. In Stiepel leiteten nacheinander Arnold Georg 25 Jahre lang und sein Sohn Johann Heinrich Withen (Wittenius) 55 Jahre lang die Gemeinde. Von dem ersten ist der Grabstein, dessen lateinischen und deutschen langzeiligen Text der Pfarrer H. Ostheide 1872 in seiner Geschichte der Kirchengemeinde Stiepel mitteilte, noch vorhanden, allerdings ist die Schrift im oberen Teil des großen Steines stark verblasst. Sein Sohn Johann Heinrich Withen sorgte für eine würdige Ausstattung der Kirche. Er veranlasste die Aufstellung einer neuen Kanzel, richtete die Orgelbühne ein, schaffte einen neuen Taufstein an mit der Umschrift: „1698 ope et industria Joh. Henr. Withenii past.“ und sorgte für die Errichtung eines barocken Ehrenmals für die Patronatsfamilie von Syberg im Chor der Kirche, heute in Haus Kemnade.

 
 

1952 beim Bau des heutigen Gemeindbüros mussten einige Grabsteine versetzt werden. So steht in der Kirche der einzige Grabstein in Form eines Kreuzes mit der Aufschrift:

Ao 1604

DEN 6 MAY IST

CATREINA UMBERG

ERASMI VON STADE

HAUSFRAU ENTSCHLAFEN

Arnold Georg Withenius war der dritte Pfarrer nach der Reformation in Stiepel. Er gehörte zu einer in der Grafschaft Mark verbreiteten Pastorenfamilie. Arnold Georg Withenius war 25 Jahre Pfarrer in Stiepel, geboren 1635 - gestorben am 09.07.1693. Diese Grabplatte lag in zwei Teile zerbrochen im Hinterhof der Wasserburg Kemnade. Die Teile wurden im Juni 2007 wieder zusammengefügt und in der Kirche rechts an der Westwand aufgestellt. lm oberen Teil der Grabplatten von Arnold Georg Withenius finden wir ein dreiblättriges Kleeblatt, das auch auf der Grabplatte seines Sohnes Johann Heinrich zu sehen ist. Die Schrift im oberen Teil des Steines ist leider schlecht zu lesen. Die lateinische Inschrift und die Übersetzung von Pfarrer Ostheide lautet wie folgt:

Hoc iacet in tumolo

Vir toto consentiente populo

Plurimum reverendus et doctissimus

Arnold Georg Withenius,

Qui hac in aede Sacra

Per Plus quam quinque lustra

De hac divina cathedra

Sanctissima mysteria

Ut orator vere fecundus

Et Aaron certe secundus

Orthodoxe praedicavit,

Gregem Christi dextre |oavit,

Gregi liquit filium pastorem.

Patris darum aemulatorem,

Et in cruce militavit

Summa cum patientia

lnsigni cum Constantia

Lustris circiter duobus

Velut divus illel obus,

Postquam annis 58 vixit,

Vitam miseram neglexit.

Cum lacobo triumphavit,

Salvatorem expectavit,

Tandem Deus hunc reavit,

l693. Anno 9. Julii

Viator vale et vive memor mortis.

In diesem Grabe ruht der, wie alles Volk anerkennt, höchst ehrwürdige und sehr gelehrte Arnold Georg Withenius, der in diesem heiligen Hause während mehr als 25 Jahre von dieser Gotteskanzel die heiligsten Geheimnisse als ein wahrhaft reicher Redner und als ein zweiter Aaron richtig gepredigt hat. Die Herde Christi hat er recht geweidet, ihr ließ er seinen Sohn als Hirten, des Vaters rüstigen Nachahmer. lm Kreuze hat er gestritten mit der höchsten Geduld, in herrlicher Standhaftigkeit fast 10 Jahre hindurch, wie jener heilige Hiob. Nachdem er 58 Jahre gelebt, hat er das arme Leben verlassen, mit Jacobus triumphiert. Des Heilands hat er gewartet, edlich hat ihn Gott erlöst 1693 am 9. Juli. Wandrer lebe wohl und lebe eingedenk des Todes.

Der historische Friedhof

Der „Verein der Freunde und Förderer der Stiepeler Dorfkirche“ setzt sich seit dem 9. November 2005 für den Kirchenbau ein. Drei Aufgaben bilden den Schwerpunkt: Erhalt der Kirche, der mittelalterlichen Fresken und Wandmalereien sowie des Kirchhofes samt Grabsteinen – sämtliche Teilbereiche, die 1988 unter Denkmalschutz gestellt wurden.

Auf dem Kirchhof, der von einer Mauer umsäumt wird, befinden sich noch 72 aus Ruhrsandstein gefertigte Grabsteine. Sie entstammen alle aus Zeit von 1600 bis 1709. Da die Gemeinde Stiepel bis 1595 noch katholisch war, kann man davon ausgehen, dass nach der Reformation alle früheren Grabsteine entfernt wurden. Ein Lageplan von 1852 wies rund um die Kirchen 112 Gräber aus.Die Grabplatten, die am Hofeingang und auf dem Kirchhof zu besichtigen sind, entstammen der Zeit von 1360 bis 1744 und können trotz der teilweise fortgeschrittenen Verwitterung noch den jeweiligen Gerichts- und Patronatsherren von Stiepel zugeordnet werden.

WEITERE BILDER vom historischen Friedhof, seinen Gräbern und dem alten Baumbestand finden Sie ►hier.

Gemeindehaus

 
 

In zwei Bauabschnitten - 1999 und 2009 -  wurde das Gemeindehaus an der Brockhauser Straße errichtet. Die Fassade aus Ruhrsandstein passt sich stimmig in das Ensemble von 1000-jähriger Dorfkirche und dazugehörigem historischen Kirchhof ein. Die Innenräume bieten viele Möglichkeiten zur Nutzung. Es stehen ein großer und ein kleiner Saal sowie eine Küche in der oberen Etage zur Verfügung. In der unteren Etagen befinden sich zwei funktional gestaltete Gemeinderäume. Von hier kann man auch den schattigen Innenhof betreten. Haben Sie Interesse einen Raum dauerhaft und regelmässig als Gruppe zu nutzen? Dann melden Sie sich bitte im Gemeindebüro.

 


Brockhauser Str. 74 a, 44797 Bochum
Tel.: 79 13 37 Fax 79 12 87
bo-kg-stiepel@kk-ekvw.de


Öffnungszeiten: 
Mo., Mi., Fr. 9.00 - 11.00 Uhr,
Do. 14.30 - 17.00 Uhr

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