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Internationales Maritimes Museum Hamburg (IMMH)

Im Kaispeicher B hat die weltweit größte private Sammlung maritimer Kostbarkeiten ihre neue Heimat gefunden. Die 2007 eröffnete Ausstellung in der geschichtsträchtigen Speicherstadt ist ein Muss für alle Liebhaber von Schiffsmodellen, U-Booten und Militärgeschichte.

Maritimes Museum und Hamburg – das gehört eindeutig zusammen. Die Hansestadt ist unvorstellbar ohne die Schifffahrt, und ein Besuch des Internationalen Maritimen Museums in Hamburg ist ein Muss für alle, welche sich für die Facetten des Meeres und der Seefahrt begeistern können. Das Internationale Maritime Museum Hamburg erzählt von Entdeckern und Eroberern, von Kapitänen und Seeleuten und bietet eine Expedition durch 3.000 Jahre Menschheitsgeschichte. In dem historischen Gebäude des Kaispeicher B in der Speicherstadt präsentiert Prof. Peter Tamm seine liebevoll zusammengetragene Sammlung. Jahrzehntelang hat Professor Peter Tamm Senior rund 26.000 Schiffsmodelle, 50.000 Konstruktionspläne, 5.000 Gemälde und Grafiken, mehr als 2.000 Filme, 1,5 Millionen Fotografien, 120.000 Bücher und zahlreiche nautische Geräte, historische Uniformen, Militaria und maritime Objekte zusammengetragen. Auf zehn Stockwerken und mehr als 11.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche lernen die Besucher Schifffahrts- und Marinegeschichte aus 3.000 Jahren kennen. Damit ist die Ausstellung die weltweit größte private Kollektion dieser Art und bietet Liebhabern der Seefahrt, aber auch allen anderen historisch Interessierten Exponate von kurios bis grausig.

Hamburgs ältestes Speicherbauwerk vor dem Verfall gerettet

Ursprünglich war der Kaispeicher B ein Getreidesilo, wurde aber bereits 1884 zu einem Bodenspeicher umgebaut. Das zehnstöckige Backsteingebäude ist an zwei Seiten von Wasser umgeben. Schuten und Schiffe liefen von der Elbe kommend in den Magdeburger Hafen ein und wurden über Ladeöffnungen mit Winden entladen. Vom Brooktorhafen wurden die Waren auf kleinen Booten weitertransportiert. Die Fassade des Speichers mit ihren Giebeln, Gesimsen und Spitzbögen zeigt bereits den neugotischen Stil der „Hannoverschen Schule“, der für die Speicherstadt so typisch werden sollte. Der ideale Ort also für das Internationale Maritime Museum. So ist aus einer privaten Sammlung ein öffentliches Museum geworden, das als erste große Kultureinrichtung in der HafenCity den Menschen nicht nur ihre Geschichte erzählt, sondern in die Welt hinaus blickt. Denn Schifffahrtsgeschichte ist Weltgeschichte und wo könnte man sie besser erzählen, als nah am Hafen, Hamburgs Tor zur Welt.

Deck 09: Modelle: Die große Welt der kleinen Schiffe

Die Ausstellungsdecks im Überblick

  • Deck 01:  Die Entdeckung der Welt: Navigation und Kommunikation (mit Kinderbereich „Das Schwimmende Klassenzimmer“)
  • Deck 02:  Mit dem Wind um die Welt: Schiffe unter Segeln
  • Deck 03:  Die Geschichte des Schiffbaus: Vom Handwerk zur Wissenschaft
  • Deck 04:  Dienst an Bord: Im Zeughaus der Geschichte
  • Deck 05:  Krieg und Frieden: Marinen der Welt seit 1815
  • Deck 06:  Moderne Seefahrt: Handels- und Passagierschifffahrt
  • Deck 07:  Expedition Meer: Das letzte Geheimnis der Erde mit (Kinderbereich „Forschungsstation“)
  • Deck 08:  Kunstsammlung: Marinemalerei und Schatzkammer
  • Deck 09:  Modelle: Die große Welt der kleinen Schiffe
  • Deck 10:  Salon 10. Längengrad (Eventbereich, Sonderveranstaltungen)

Das Maritime Museum in der Hamburger Hafencity besitzt einen ganz besonderen Schatz: die weltweit größte öffentlich zugängliche Sammlung von so genannten „Knochenschiffen“. Das sind Schiffsmodelle aus Tierknochen, die von französischen Häftlingen in britischen Gefängnissen vor zweihundert Jahren zur Zeit der napoleonischen Kriege zum Zeitvertreib hergestellt wurden. Bei der Kollektion des Sammlers Peter Tamm handelt es sich um wahre Meisterwerke filigranen Kunsthandwerks – vom wenige Zentimeter großen Minischiff bis zum meterlangen Großsegler, die seinerzeit in mühevoller Detailarbeit entstanden sind. Thomas Samboll ist hinabgetaucht in die faszinierende Welt der Knochenschiffe in der Hamburger Hafencity.

Deck 08: Kunstsammlung: Marinemalerei und Schatzkammer

Meer und Schiffe inspirieren Künstler seit jeher. Doch ihre Blütezeit erlebte die Marinemalerei erst Mitte des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden. Die Marinemaler jener Zeit galten als Chronisten, die wichtige Ereignisse und Schiffe in Öl festhielten. Das Internationale Maritime Museum Hamburg zeigt Gemälde aus 500 Jahren Kunstgeschichte. In der Schatzkammer staunt man über Modelle aus Elfenbein, Bernstein, Silber und das weltweit einzige Modell aus purem Gold. Einen besonderen Blick verdienen die Knochenschiffe, die Kriegsgefangene der Engländer als „Überlebenskunst“ während der Napoleonischen Kriege (1792-1812) aus Tierknochen anfertigten. Wer wissen möchte, unter welch qualvollen Bedingungen diese Kunstwerke entstanden sind, braucht nur durch vergitterte Fenster in das nachgebaute Zwischendeck eines Gefangenenschiffes schauen.

Eines der ältesten und zugleich größten Exponate des Museums:

Original der James Caird II von Arved Fuchs

In völlig anderer Mission sticht der Abenteurer Arved Fuchs regelmäßig in See: Mit Fahrten in die unwirt-lichsten Gebiete der Welt erinnert er an historische Expeditionen – so auch auf seiner Tour mit der „James Caird II“, die auf Deck 6 des IMMH liegt. Mit dem nur sieben Meter langen Boot besegelten Fuchs und seine drei Begleiter auf den Spuren von Sir Ernest Shackleton das Wedellmeer zwischen Kap Horn und der Antarktis. Dass diese Fahrt Fuchs’ härteste gewesen sei, glaubt ihm jeder sofort, der sich die Filmaufnahmen im Museum anschaut.

Während der Transport immer zügiger und reibungsloser funktioniert, entdecken Urlauber den Weg als Ziel. Kreuzfahrten boomen! Goldverziertes Geschirr und feines Silberbesteck der „Auguste Victoria“ lassen den Luxus erahnen, den einst die Gäste der Hapag-Reederei genossen – mit Originalmobilar eingerichtete Kabinen der Viermastbark „Sea Cloud II“ und des Fünf-Sterne-Expeditionsschiffes „Hanseatic“ holen modernes Kreuzfahrt-Flair ins Museum.

Passagierschifffahrt und Kreuzfahrt-Feeling auf Deck 6.

Geschichte des Schiffbaus: Vom Handwerk zur Wissenschaft

Von der Steinzeit bis heute spiegelt der Schiffbau die technischen Möglichkeiten seiner Epoche. Am Anfang der Entwicklung stand der Einbaum. Ein Jahrtausende alter, mit einfachsten Werkzeugen ausgehöhlter Baumstamm aus der Elbe bei Geesthacht ist das älteste im IMMH gezeigte Exponat – eine Leihgabe des Helms-Museums. Erst Jahrhunderte später planten die Konstrukteure ihre Arbeit anhand von Schiffsrissen und Modellen. Mit dem Blockmodell eines englischen Schiffes um 1650 und Zeichnungen aus William Keltridges Manuskript „His Book“ aus dem Jahr 1675 erinnern zwei der ältesten erhaltenen Dokumente an diese Epoche. Wie sich der Schiffbau seitdem immer weiter spezialisiert hat, illustrieren moderne Werftmodelle, maßstabsgetreue Nachbauten von Dampfmaschinen der „Titanic“ und der „Deutschland“, Schleppmodelle der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt und verschiedene Filme.

Besonders spektakulär: Im Luftraum, der Deck 2, 3 und 4 verbindet, schwebt das Großmodell der "Wapen von Hamburg III" - mit rund vier Metern Länge das größte Schifsmodell des Museums.

Modell des 1722 gebauten Konvoi-Schiffs im Maßstab 1:16, hier etwa 4 m lang, frei schwebend vor einer Reproduktion des Gemäldes „Schwere See im Atlantik“, des Hamburger Marine-Malers Johannes Holst (1880-1965) im Maritimen Museum in Hamburg.

Mit dem Wind um die Welt: Hier dreht sich alles um die Geschichte der Seefahrer unter Segeln. Es ist wirklich erstaunlich was es alles für Schiffe gibt oder gab. Eines haben sie aber alle gemein, egal ob Drachenboote der Wikinger oder Schiffe der Hansezeit, sie wirken sehr imposant.

Der Stiftungsgründer und Vorstandsvorsitzende des Internationalen Maritimen Museums Prof. Peter Tamm verstarb am 29. Dezember 2016 im Alter von 88 Jahren.

Prof. Peter Tamm wurde am 12. Mai 1928 in Hamburg geboren. Nach dem Krieg arbeitete er zuerst als Schiffsredakteur für das Hamburger Abendblatt, bevor er im Axel Springer Verlag Karriere machte. Bekannt wurde er als langjähriger Vorstandsvorsitzender des Axel Springer Verlages und rechte Hand von Axel Springer. Mit dem Verleger verband ihn bis zu dessen Tod eine respektvolle Freundschaft. Als kleiner Junge bekam Peter Tamm von seiner Mutter ein Miniatur-Schiffsmodell geschenkt. Es sollte der Grundstock für die weltweit größte Privatsammlung zur Schifffahrts- und Marinegeschichte werden. Das kleine Modellschiff, die Tamm 1, ist heute im Kaispeicher B in der Hamburger HafenCity ausgestellt, als Teil eines einzigartigen, internationalen maritimen Museums mit Weltruf. Es war Prof. Peter Tamm stets ein Anliegen, Geschichte für die nachfolgenden Generationen erfahrbar zu machen und zu erhalten. Ziel der 2008 gegründeten Peter Tamm Sen. Stiftung ist es, nachfolgende Generationen für die Seefahrt zu begeistern und ihnen deren Wichtigkeit für die Prosperität der Weltbevölkerung zu verdeutlichen.

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