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Warnemünde im Dezember 2012

Das Hotel „Am Alten Strom“ ist inzwischen zu unserem Stammhotel geworden. Zentral gelegen, ist es Startpunkt für manchen Ausflug. Bis zum Strand sind es nur rund 10 Minuten zu gehen, 5 Minuten bis zum Bahnhof.

Zur Geschichte des Hotels: Direkt neben dem ältesten Haus von Warnemünde, der Vogtei, eröffnete 1831 der Gastwirt Burmeister Am Strom 60 sein Hotel. Neben 18 Zimmern gab es auch ein Stallgebäude für Pferde. 1867 zog das Großherzogliche Nebenzollamt in das Haus. Es diente nun als Dienstgebäude und Wohnstätte der Zollbeamten. Am Strom 61 wurde von W. Banselow im gleichen Jahr eine Gastwirtschaft eröffnet. 1872 wurde Am Strom 61 vom Gastwirt Berthold Kiehn das „Ostseehotel“ betrieben. 1888 verkaufte Carl Hosmann das Hotel an Otto Scholz, der 1892 auch das Haus Am Strom 60 erwarb und dadurch in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet. Er konnte nur „Hosmanns Pension“ weiter betreiben. „Hosmanns Hotel“ wurde zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben. 

Erst 1898 glückte die Versteigerung und der Kaufmann Max Ebert erwarb das Hotel. Der Hotelname blieb bestehen und Ebert setzte den Geschäftsführer Friedrich Steffen ein. Dieser kaufte das Haus wenig später. „Hosmanns Pension“ wurde 1905 vom Kaufmann G. Christeinicke erworben und als „Hotel Garni Union“ geführt. Friedrich Steffen ließ 1911 „Hosmanns Hotel“ durch einen Neubau ersetzen. Es entstand eines der ersten Stahlbetongebäude in Mecklenburg nach den Plänen der Rostocker Architekten Alfred Krause & Paul Korff. Der imposante und weithin sichtbare Turm des neuen Hauses veränderte die Silhouette am Alten Strom. Während der Bauzeit verstarb Friedrich Steffen und seine Witwe Frieda Steffen übernahm die Leitung des Hotels. Die Erhaltung des Geschäfts war keine einfache Angelegenheit und so bemühte sich die Witwe Steffen bereits 1915 um den Erhalt des Hauses. Sie beantragte die Nutzung des Nebengebäudes zum Ausschank von Bier. Diese wurde ihr für die Dauer der Sommermonate bewilligt. 1920 war Frieda Steffen dann doch gezwungen, „Hosmanns Hotel“ aufzugeben. Neuer Besitzer wurde noch im gleichen Jahr Paul Schlemmer, der den Hotelnamen in „Hotel Reichshof“ änderte. Schlemmer betrieb das Hotel bis 1927, dann verkaufte er an Theodor Schmude. 

1933 übernahm dessen Tochter Martha Kähler die Leitung des Betriebes, die sie aber nach kurzer Zeit wieder aufgeben musste. Verwalter des Hauses wurde der Gastwirt Carl Buggenthin. Dieser beantragte beim Rostocker Amtsgericht die Stellvertretererlaubnis. Aufgrund verschiedener Vorstrafen wurde ihm diese aber nicht erteilt, seine Frau Marie erhielt 1934 die Konzession zur Führung des Hotels. Die Familie Buggenthin wurde Eigentümerin des „Hotels Reichshof“. 1942 traf eine Brandbombe das „Hotel Reichshof“. Der Dachstuhl des Hauses brannte ab und das Hotel erhielt behelfsmäßig ein neues Dach. Der Turm wurde jedoch nicht wieder aufgebaut. 1945 wurde Carl Buggenthin erschossen. Seine Frau Marie führte das Hotel weiter, bis sie es an ihre Tochter Anny Clavier übergab. Im Zuge der Aktion Rose musste auch Anny Clavier ihr Hotel an den FDGB abgeben. Die Besitzer des „Hotels Union“ – Familie Christeinicke – waren nicht von der Enteignung betroffen, verkauften ihren Besitz aber an den FDGB-Feriendienst. Beide Hotels wurden ab 1958 durch den FDGB als „Erholungsheim Am Alten Strom“ betrieben. In dieser Zeit entstand ein Durchbruch im ersten Obergeschoss. Dadurch waren beide Gebäude miteinander verbunden. Der Beherbergungsbetrieb lief hier nun bis zum Ende der DDR. Außerdem erfolgte hier die gastronomische Versorgung von FDGB-Urlaubern, die in verschiedenen FDGB-Objekten in Warnemünde untergebracht waren. 

Vorweihnacht im Hotel "Am alten Strom"

Als eines der ersten Sondervermögen der Neuen Bundesländer übertrug man 1992 das ehemalige „Hotel Reichshof“ an die Erbengemeinschaft Buggenthin. Helmut Jahn erwarb das Haus noch im gleichen Jahr. Anny Claviers Neffe, der Rechtsanwalt Horst Clavier, war für die Abwicklung zuständig. Ebenfalls 1992 bewarb Helmut Jahn sich bei der Treuhandanstalt um den Kauf des „Hotels Union“ und bekam den Zuschlag. Am 15. Mai 1992 wurde das Hotel „Am Alten Strom“ noch im Stil eines FDGB-Erholungsheims eröffnet. Gemeinschaftstoiletten und -duschen sowie einfache Waschmöglichkeiten in den Zimmern waren hier der einzige Komfort. Der Durchbruch zwischen den Häusern Am Strom 60 und Am Strom 61 wurde auf alle Etagen erweitert. Zeitgemäße Zimmereinrichtungen und sanitäre Anlagen innerhalb der Zimmer wurden dabei errichtet, es entstanden Ladengeschäfte aus ehemaligen Büroräumen. Ab 1997 erfolgte dann die größte bauliche Veränderung: das Hotel wurde durch einen Neubau in Richtung Kirchenplatz erweitert. 1998 musste die unter Warnemündern bekannte „Mauer der Besten“ weichen. Das Hotel bekam eine glasüberdachte Hotelhalle, weitere Ladengeschäfte und eine Tiefgarage. Am 1. Mai 1999 wurde die Eröffnung des nun vollständig fertiggestellten Hotels gefeiert. Bei den Ausschachtungsarbeiten wurden die Fundamente der St.-Nikolai-Kirche und die zweier weiterer Vorgängerkirchen sowie gut erhaltene Fliesen und bunte Fensterglasscherben freigelegt. Der Warnemünder Friedhof hatte bis ins 19. Jahrhundert hier ebenfalls seinen Platz. Aufwendige archäologische Arbeiten förderten menschliche Knochen aus dem 14. bis 19. Jahrhundert zutage. Außerdem fand man Grabbeigaben aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Von Geschirr über Glasgefäße, Schmuck, Münzen, Zierrat bis hin zu Buchbeschlägen entdeckte man einen reichen Fundus an Zeugnissen der Geschichte von Warnemünde. Der Hotelier stellte bei den zuständigen Behörden den Antrag, den historischen Turm des ehemaligen „Hotels Reichshof“ wiedererrichten zu dürfen. Damit kam ein drei Jahre andauernder Rechtsstreit ins Rollen, denn die Stadtverwaltung lehnte den Bau zunächst ab. Begründet wurde die Absage damit, dass dieser Turm untypisch für Warnemünde sei und eine Genehmigung zu „bodenrechtlichen Spannungen“ führen würde. Vor dem Verwaltungsgericht Schwerin bekam Helmut Jahn Recht und dem Antrag musste entsprochen werden. Im Spätherbst 2008 begann der Aufbau des Turmes. Die Hausansicht nach historischen Vorlagen aus der Zeit vor 1942 war wieder hergestellt.

Schneereste in den Dünen

Die Attraktivität des Ostseebades Warnemünde ist bei Urlaubern und Touristen ungebrochen. Besonders Ambiente und Atmosphäre am Alten Strom sucht an der Ostsee seinesgleichen. Der Fischerhafen am Alten Strom ist gesäumt von vielen Fischerbooten und Ausflugsschiffen. Die außerordentlich lebendige Mischung macht es.

Liebesschlösser mit Gravur kennt wohl jeder. Sie stellen einen Liebesbeweis zwischen zwei Menschen dar und werden oft an öffentlichen Bauwerken festgemacht. In Städten sind es meist Brücken. Die gravierten Schlösser werden hinterlassen und sollen dem Liebespaar Glück bringen. Im Ostseebad Warnemünde waren die Liebesschlösser lange Zeit vor dem Steuerrad an der Bahnhofsbrücke festgemacht. Um die Mechanik der historischen Brücke zu schützen, mussten die Schlösser während einer Brückensanierung weichen und ein neuer Standort musste gefunden werden. Der neue Standort für Liebesschlösser in Warnemünde wurde eine Polleranlage am Alten Strom gleich gegenüber der Vogtei. In Wassernähe können nun frisch getraute Eheleute unmittelbar nach der Trauung diesem Brauch frönen, der ja Glück bringen soll. Im Oktober 2014 errichtet, reichte der Platz für Schlösser der Liebe nicht mehr aus und so wurde die Kettenanlage an der Warnemünder Bahnhofsbrücke im Oktober 2016 bereits zum zweiten Mal erweitert. Zwei neue mit Ketten bespannte Poller kamen hinzu.

Teepott und Leuchtturm

Am 23. Mai 2017 hat das Schnellboot S78 Ex-„Ozelot“ (P 6128) (hier noch im Dienst) als letzte Einheit des ehemaligen 7. Schnellbootgeschwaders zum letzten Mal den Marinestützpunkt Warnemünde verlassen. Mit Hilfe von zwei Schleppern wurde Ex-„Ozelot“ Richtung Kiel „zur weiteren Verwertung" zum ehemaligen Marinearsenal (jetzt WTD 71) verlegt.  Das Schnellboot OZELOT der Gepard-Klasse wurde am 18. Dezember 2014 nach 30 Jahren im Dienst der Deutschen Marine außer Dienst gestellt.

Warnemünde bietet dem Urlauber sehr viele unterschiedliche Facetten. Sicher steht für die meisten Besucher der Strandbesuch an erster Stelle. Aber die eigentliche Attraktivität des Ostseebades entsteht durch die überall sichtbare Geschichte dieses alten Fischerorts und seines Hafens. Um mehr über die Geschichte Warnemündes zu erfahren, bietet sich der Besuch des Heimatmuseums an. Das Heimatmuseum Warnemünde befindet sich leicht erreichbar direkt neben der Tourist-Information nahe dem Alten Strom in der Alexandrinenstraße 30/31.

Die Ausstellungsstücke des Heimatmuseum Warnemünde sind in einem historischen, sehr liebevoll restaurierten, alten Ostsee-Fischerhaus untergebracht. Das denkmalgeschützte Fischerhaus wurde 1767 errichtet und ist schon allein den kleinen Eintrittspreis wert. Mehrere Räume sind so eingerichtet, wie der Warnemünder ehemals im 19. Jahrhundert in dem Fischerhaus gelebt hatte. Viele der Ausstellungsstücke haben einen direkten Bezug zu Schifffahrt und Meeresnähe. Die im Museumsshop erhältlichen Postkarten mit historischen Warnemünder Motiven sind sehr für den kleinen Urlaubsgruß vom geschichtsträchtigen Fischerort zu empfehlen.

Die Kirche Warnemünde ist ein neogotischer Backsteinbau im zur Hansestadt Rostock gehörenden Ortsteil Warnemünde. Sie wurde von 1866 bis 1871 erbaut und ist die Kirche der Kirchgemeinde Warnemünde im Kirchenkreis Rostock der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. Im Dezember gibt es hier um die Kirche für kleine und große Besucher einen Weihnachstsmarkt.

Der frische Fang wird am Kai verladen und kann direkt bei einem der vielen Fischstände gekauft werden. Einige Anbieter haben sich darauf spezialisiert den Fisch direkt am Hafen zu räuchern. Das macht Appetit auf die beliebten Fischbrötchen oder den Besuch eines der vielen gut besuchten (Fisch)restaurants direkt am Kai.

„Püppi“ wird sie schon liebevoll genannt, die fast vier Meter große gertenschlanke weibliche Figur, die ein halbes Jahr zuvor, im Juli 2012, an der Spitze der Mittelmole enthüllt wurde. Aber eigentlich heißt die vergoldete Bronzeplastik des Rostocker Bildhauers Ené Slawow „Esperanza“, auf Deutsch: die Hoffnung. Sie ist ein Geschenk der Brüder Pap vom Baltic Taucherei- und Bergungsbetrieb Rostock an die Hansestadt. Am Kopf der Mittelmole soll sie die Seereisenden in Warnemünde begrüßen. Die Figur ist nicht unumstritten. 2 Jahre waren zunächst angedacht, die „Püppi“ hier verbringen sollte. 2017 waren es bereits 5 Jahre, der raue Wind und das salzige Wasser der Ostsee haben ihre Spuren jedoch an ihr hinterlassen. Auf der einen Seite glänzt die Figur noch goldfarben, auf der anderen ist Grünspan zu sehen. Das sollte sich im Mai 2017 ändern: „Püppi“ sollte wieder frische Farbe erhalten. Dann strahlt die Figur im Sonnenschein und soll den Heimkehrern und Seefahrern schon von Weitem ins Auge fallen. Denn sie verkörpert die Hoffnung, dass alle gesund von kurzen und langen Seereisen zurückkommen.

Das oben gezeigte Fotomotiv mit "Fütterung von Möwen" wird wohl in Warnemünde der Vergangenheit angehören. Wie auch an der an vielen Erholungsorten der Nordsee gilt ab dem 31.07.2009 Fütterungsverbot für Möwen. Das regelt eine von Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock erlassene Stadtverordnung auf Grundlage des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes Mecklenburg-Vorpommern.  Verstöße gegen das Verbot können mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro geahndet werden. Das Fütterungsverbot für Möwen soll das weitere ungehinderte Anwachsen der Möwenpopulation in Warnemünde behindern. Damit will die Stadtverwaltung den sich häufenden Beschwerden von Bewohnern und Gästen über diese Vögel entgegen treten. Die Stadtverwaltung folgt mit dieser Verordnung einem Vorschlag betroffener Einwohnerinnen und Einwohner, die auf positive Erfahrungen mit entsprechenden Verboten in anderen Seebädern verwiesen. 

Die Bronzefigur „Liebespaar“ (1979) von Wilfried Fitzenreiter an der Promenade ist sehr beeindruckend und soll das Liebesglück symbolisieren.

Das Liebespaar steht in Höhe des 4. Dünenaufganges auf der Strandpromenade von Warnemünde. Vom Leuchtturm aus ist man zu Fuss in weniger als drei Minuten hier. Die Skulptur wurde im Jahre 1979 von Wilfried Fitzenreiter gestaltet. Das Werk zeigt einen nackten Mann, der auf einem Sockel steht und seine ebenfalls nackte Freundin in die Höhe hebt. Auch wenn das Werk aus der Nähe betrachtet etwas grobmotorisch gestaltet erscheint machen die beiden doch einen sehr glücklichen Eindruck. Und das ist ja schliesslich die Hauptsache.

Große Hafenrundfahrt

Eine Hafenrundfahrt ist zweifelsfrei eine der beliebtesten Aktivitäten für Urlauber im Ostseebad Warnemünde. Ob man nun direkt am Alten Strom entlang spaziert oder sich gerade hinter dem Bahnhof am Neuen Strom nahe der Fähre zum Ortsteil Hohe Düne befindet, zumindest eines der vielen vertäuten Fahrgastschiffe wird fast immer in Kürze zu einer großen Hafenrundfahrt ablegen. Gleich mehrere Reedereien bieten die Rundfahrt mit dem Fahrgastschiff an. Die Preise für die Rostocker Hafenrundfahrt variieren dabei nur wenig. Die Kapitäne der Fahrgastschiffe geben während der Hafenrundfahrt gern Auskunft darüber, was man gerade sieht. So erfährt der Fahrgast während der Tour viel Wissenswertes, Interessantes, Historisches und zum Teil auch Amüsantes über Rostock und seinen Hafen. Themen wie der Rostocker Stadthafen, der Seehafen, der Warnowtunnel, die IGA und das Schifffahrtsmuseum, der Fischereihafen, die Neptunwerft, die Seenotretter, die Marine und vieles mehr werden angesprochen und vertieft.

Die Wyker Dampfschiffs-Reederei aus Schleswig-Holstein lässt eine neue Nordseefähre bei der Rostocker Neptun Werft, einem Ableger der Meyer Werft bauen. Ab Februar 2018 soll das Schiff mit bis zu 1200 Passagieren, 70 Pkw und maximal 20 Lkw an Bord vom Hafen Dagebüll zu den Inseln Föhr und Amrum pendeln. 2011 lieferten die Rostocker die teils baugleiche „Schleswig-Holstein“ an die Wyker Dampfschiffs-Reederei. Qualität, Service und Preis hätten überzeugt — und trugen offenbar dazu bei, dass auch der neue Auftrag an die Neptun Werft ging. Eine gute Handvoll Schiffbaubetriebe aus ganz Europa hatten sich beworben. Den Kaufpreis ließen beide Seiten offen. Die „Schleswig-Holstein“ hatte 17,5 Millionen Euro gekostet. Mit dem neuen Projekt ist die Werft bis weit ins Jahr 2018 ausgelastet. Im Auftragsbuch des Betriebs mit 525 Beschäftigten stehen außerdem noch acht Flusskreuzfahrtschiffe, ein Flüssiggastanker und ein Kreuzfahrtschiff-Segment für den Mutterbetrieb Meyer in Papenburg. Die neue Fähre fährt mit Marinegasöl, was Pkw-Diesel entspricht und weniger Schwefel enthält als Schweröl oder Schiffsdiesel.Flüssiges Erdgas (LNG), das als besonders umweltfreundlich gilt, schied wegen der fehlenden LNG-Infrastruktur aus.

Die Daten beeindrucken: 66 Meter lang, 16,5 Knoten (30 km/h) schnell und ausgestattet mit einer Pfahlzugkraft von mehr als 100 Tonnen. Die Rede ist vom Notfallschlepper BALTIC, der im August 2010 in Warnemünde festgemacht hat. Neben dem neuen Giganten wirkte der seit 2000 in Warnemünde stationierte Schlepper FAIRPLAY 26 fast schon winzig. Ihn hat die BALTIC, der derzeit stärkste Notschlepper im Ostseeraum, abgelöst. Gebaut wurde die BALTIC auf der spanischen Astilleros Armon Werft. Nach der Überführungsfahrt von Spanien machte der Schlepper an seinem künftigen Liegeplatz in Warnemünde fest. Betrieben wird der Notschlepper von der Fairplay Reederei im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz, die ihn an das Bundesverkehrsministerium verchartert hat.

Derzeit gibt es etwa 150 Firmen, die im und am Rostocker Hafen umschlagen, lagern, produzieren, Dienstleistungen für Schifffahrt, Transport, Umschlag, Lagerung und Warenbehandlung anbieten.

Die Nordex AG wird in Zukunft ihre Produktion von Windenergieanlagen weiter in Rostock konzentrieren. Mit diesem Schritt setzt Nordex die Zentralisierung seiner Fertigungsfunktionen fort. Auch die Schaltschrank– und die Flügelproduktion sind in den letzten Jahren nach Rostock verlegt beziehungsweise in der Hansestadt aufgebaut worden. Durch die Konzentration auf einen Fertigungsstandort in Europa können spürbare Synergien in den Bereichen Einkauf, Lager und der Logistik erzielt werden. In Rostock kann die Gruppe im Jahr rund 600 Megawatt produzieren. Im Jahr 2002 hat Nordex Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt etwa 505 Megawatt installiert.

Nordex: Flügel für Windenergieanlagen

Nordex: Turmmodule

Neben dem klassischen Umschlaggeschäft hat die Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock mbH (Hero) in den zurückliegenden Jahren den Ausbau des Seehafens zu einem maritimen Gewerbegebiet vorangetrieben. Zahlreiche hafenaffine Service- und Dienstleistungsunternehmen haben sich angesiedelt, aber auch Industriebetriebe. Einer der renommiertesten Investoren ging Anfang der 2000er Jahre vor Anker. Die Firmengruppe Liebherr entschied sich, im Seehafen auf Pier III ein Produktionswerk für maritime Krane zu errichten. Ausschlaggebend dafür war der unmittelbare Zugang zum Wasser. So können die gefertigten Großgeräte direkt und endmontiert aufs Schiff verladen werden. Auf dem Seeweg exportiert die Liebherr-MCCtec Rostock GmbH Krane in alle Welt. Das zur Sparte Maritime Krane der Firmengruppe Liebherr gehörende Unternehmen startete im Jahr 2005 mit der Produktion von Hafenmobilkranen (LHM). Später kamen Schiffs- und Offshore-Krane sowie Reachstacker für den Umschlag von Containern hinzu. Perspektivisch war damals von einer Fertigungsstätte mit rund 300 Mitarbeitern ausgegangen worden. Doch die Planungen wurden schnell von der wachsenden Nachfrage auf dem Weltmarkt und der Produktionsentwicklung überholt. Die Anzahl der bei Liebherr-MCCtec in Rostock fest angestellten Beschäftigten stieg bis heute auf rund 1500. Das Werk auf dem Areal im Seehafen wurde permanent erweitert. Dominierender Neubau ist eine 740 m lange Montagehalle, in der auf einer Fläche von sechs Fußballfeldern große Offshore- und Schiffskrane gefertigt werden. Direkt neben der neuen Halle entstand die Liebherr-Akademie. In der Einrichtung wird nicht nur der eigene Fachkräftenachwuchs, sondern auch im Auftrag von Firmen aus der Region in verschiedenen Lehrberufen ausgebildet.

Im breiten Produktportfolio von Hafenmobilkranen sowie Schiffs- und Offshore-Kranen sorgt die Liebherr-MCCtec in Rostock immer wieder mit spektakulären Neuentwicklungen für Furore. So wurde 2014 der neu entwickelte Tiefseekran RL-K 7500 auf dem Offshore-Markt eingeführt. Er ist mit einem Knickgelenkausleger in der Lage, Lasten bis zu 300 t maximal 3400 m tief in das Meer abzusenken. Inzwischen wird in Rostock mit dem LHM 800 auch der weltgrößte Hafenmobilkran produziert. Die Hubkapazität von 308 t übertrifft den Vergleichswert des bisher stärksten Hafenmobilkrans, des LHM 600, um 100 t. Laut Liebherr kann der LHM 800 in der Ausstattungsvariante für den Containerumschlag mit einem 64 m langen Ausleger problemlos Frachtschiffe mit einer Breite von 22 Containerreihen be- und entladen. Ein erstes Exemplar in spezieller Schwerlastkonfiguration ist seit September 2015 im Hafen Bronka im Einsatz, wo damit regelmäßig Industriegüter von über 150 t Gewicht bewegt werden. In Rostock entfällt bezogen auf den Umsatz der größte Teil der Produktion auf die Hafenmobilkrane. Zudem werden nach Firmenangaben an der Ostsee die meisten Liebherr-Hafenmobilkrane gefertigt. Die Marktführerschaft ist zuletzt ausgebaut worden, der Anteil liegt weltweit deutlich über 60 Prozent.

Yeoman Baumineralien GmbH vertreiben Granit aus eigenen Steinbrüchen in Glensanda (Schottland) und Halsvik (Norwegen). Yeoman Baumineralien GmbH ist "Am Getreidehafen 3" im Rostocker Stadtteil Peez zu finden.

Das Kraftwerk Rostock ist ein mit Steinkohle betriebenes Kraftwerk am Ostrand der Stadt. Betrieben wird es von der Kraftwerks- und Netzgesellschaft mbH (KNG). Der Kraftwerksbau begann im Juni 1991. Am 20. September 1994 fand die feierliche Inbetriebnahme statt, am 1. Oktober 1994 begann der Dauerbetrieb. Das Kraftwerk Rostock verfügt bei einer Feuerungswärmeleistung von 1370 Megawatt über eine elektrische Bruttoleistung von 553 MW und eine Nettoleistung von 509 MW. Dabei werden für die Dampfturbine pro Stunde bis zu 1650 Tonnen Dampf produziert. Der Kühlturm (Gesamthöhe 141,5 m) wird gleichzeitig als Schornstein genutzt, die Rauchgase werden dabei oberhalb der Verrieselungsebene in die Dampfschwaden eingeleitet.

Seit 2008 befasst sich EEW Special Pipe Constructions GmbH am Standort Rostock mit der Produktion von dickwandigen und schweren Stahlrohren sowie den dazugehörigen Rohrkomponenten. Die Kunden, hauptsächlich aus Europa und Deutschland, kommen vorwiegend aus dem Bereich der Offshore-Windindustrie und dem Offshore Öl- und Gasmarkt. Durch den Einsatz modernster Maschinen und Anlagen auf über 24.500 m² können längsnahtgeschweißte Großrohre mit Durchmessern bis zu 10 m, Längen bis zu 120 m und Gewichten bis zu 1500 t hergestellt werden. Basierend auf dem Einsatz hochmoderner Maschinen und fortschrittlichster Fertigungsverfahren beträgt die Jahreskapazität etwa 144.000 t.

Die Fischerboote am alten Strom sind keine Attrappen. Fast zu jeder Tageszeit kann man dem Treiben der Fischer beiwohnen. Aus nächster Nähe beobachtet man, wie der frische Fang aus den Fischerbooten am Kai verladen wird. Das Kreischen der immer hungrigen Möwen zeigt früh an, dass ein weiterer mit Fisch beladener Fischkutter in den Hafen am Alten Strom einläuft.

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