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Ev. Kirche Witten-Bommern

Eng mit der Kirche in Wengern verbunden, bekannten sich die Bommeraner Christen ab 1543 zu den Lehren Luthers. Ende des 19. Jahrhunderts kam es zwischen den Bommeranern Protestanten und der Landeskirche zu erheblichen Verstimmungen. Bommern wünschte sich eine eigene Kirche, die Bitte wurde von der Landeskirche jedoch, so wird es überliefert, „schroff“ abgelehnt, woraufhin etwa 200 Bommeraner aus der Kirche austraten. 1890 gab die Landeskirche dem Drängen der Bommeraner nach. Am 21. August 1892 wurde der Grundstein für die ev. Kirche in Bommern gelegt. Die Einweihung war am Buß- und Bettag, 15. November 1893. Auf die traditionelle Ausrichtung des Chores gen Osten wurde verzichtet, da es so möglich war, die Kirche auf einem Hügel zu errichten, weithin sichtbar.

Die Kanzel

Die  Positionierung  der  Kanzel  erfolgte streng nach dem Eisenacher Regulativ von 1861, einem Vorschriftenkatalog zur Gestaltung protestantischer Kirchen. Zur Aufstellung einer Kanzel wird darin folgende Empfehlung  gegeben: 

"Die  Kanzel  darf  weder vor, noch hinter oder über dem Altar, noch überhaupt im Chore stehen. Ihre richtige Stellung ist da, wo Chor und Schiff zusammenstoßen,  an  einem  Pfeiler  des  Chorbogens  nach  außen  (dem  Schiffe  zu);  in mehrschiffigen  großen  Kirchen  an  einem der östlicheren Pfeiler des Mittelschiffs."

 

Der achteckige Kanzelkorb der Ev. Kirche Bommern ist aus Holz angefertigt. Die einzelnen Flächen des Achtecks sind mit Pflanzenmotiven wie Weinreben, Akanthus und Disteln verziert. Besonders aufwendig gestaltet ist die Kanzelhaube mit neogotischen Fenster- und Turmelementen.

Die Orgel

Die erste Orgel der Kirche wurde gebaut im Jahre 1893 von der Firma Ernst Seifert, Köln. Sie hatte 17 Register und Membranladen, die von einer pneumatischen Traktur angesteuert wurden. Im Jahre 1931 überholte die Firma Walcker, Ludwigsburg, das Instrument, welches dann in den Turm gesetzt und elektrifiziert wurde. Dabei wurde der Spieltisch seitlich aufgestellt. In den 50er Jahren stellte sich heraus, dass dieses Instrument den Anforderungen nicht mehr gerecht wurde. Nach längerer Planungs- und Ansparungszeit konnte schließlich am 12. November 1978 die neue Orgel in den Dienst gestellt werden. Die Firma Schwelmer Orgelbau, Jürgen Dahlbüdding KG, konnte das aus Eichenholz gefertigte Gehäuse weiterhin verwenden, sodass also das jetzige Bild der Orgel dem des Jahres 1893 entspricht. Der neue Spielschrank liegt wieder in der Prospektmitte und wurde dem Gehäuse angepasst, die gesamte Orgel musste etwas aus dem Turm hervorgezogen werden. Das Klangbild des neuen Instrumentes sollte weich und verschmelzungsfähig sein, großer Wert wurde gelegt auf eine vielseitige Verwendung des Instruments. Neben polyphoner Musik sollten auch romantische Werke möglichst stilgerecht interpretiert werden können. Diese Forderungen versuchte man zu erfüllen durch Auswahl der Register, Mensuren und entsprechender Intonation. Das Schwellwerk wurde sehr hoch gelegt und etwas zurückgesetzt und unterstützt wesentlich diese Bemühungen.

Auf der großen Fläche zwischen Schiff und Chorraum liegt nach der Renovierung der Kirche ein dicker, sandfarbener Teppich. In sieben Sprachen ist in einem großen Rund der Taufspruch eingewebt. „Denn siehe, ich bin bei Euch . . .“ In der Mitte dieses Kreises steht das neue Taufbecken. Das schwere, massive Prachtstück in der Form eines klassischen Taufsteins funkelt und glänzt, als wäre es auf purem Gold von einem armenischen Künstler geschaffen und von einem Bommeraner gespendet.

Der Bau der Evangelische Kirche war auf 90.000 RM veranschlagt, blieb aber als Unikum unter dem Kostenanschlag. Für Glocken, Altargemälde, Altarbekleidungen, Geräte und dergleichen waren Schenkungen vorgesehen. Einen kleinen Schrecken gab es noch: Als das Altargemälde aus Berlin eintraf, passte es nicht in den größeren Ausschnitt des Altaraufsatzes. Schreinermeister Küch wusste Rat. Er fertigte einen dunkel gebeizten Rahmen an, in den nun das Bild genau passte.

 

Das Altargemälde wurde von Maler Döring, einem Neffen von Frau Oberste Frielinghaus, deren Familie das Bild auch stiftete, gemalt. Sein Vater war Direktor der Kriegsakademie in Berlin, in deren Vestibül eine große breite Marmortreppe hinaufführte. Dieselbe fiel der Sohn als kleines Kind hinunter, verletzte sich das Rückgrat, blieb Zeit seines Lebens behindert und musste sich auf zwei Krücken fortbewegen. Er fand seinen Beruf in der Malerei, hauptsächlich in Portraits. Diese biblische Darstellung freute ihn nun sehr auszuführen. Er fuhr dafür extra zu seinem Studium an die See, ließ sich nachts und im Morgengrauen ans Meer fahren, um seine Skizzen zu machen.

Jesus geht auf dem Wasser

......Und sofort befahl er den Jüngern, in ein Boot einzusteigen und ihm auf die andere Seite des Sees vorauszufahren während er die Menge verabschiedete. Als er die Menge verabschiedet hatte, stieg er auf einen Berg um alleine zu sein und zu beten. Er war noch dort allein, als es schon Abend geworden war. Das Schiff aber war sehr weit vom Ufer entfernt, als es von starkem Wellengang bedrängt wurde. Der Wird wehte ihnen nämlich entgegen. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging dabei auf dem See. Als seine Jünger ihn auf dem See gehend sahen, durchfuhr sie ein großer Schreck, denn sie dachten, dass er ein Gespenst sei. Und sie schrien vor Angst. Da sagte er zu ihnen: Habt keine Angst, ich bin es. Fürchtet euch nicht länger. Petrus aber antwortete ihm: Herr, wenn du es bist, befehle mir, zu dir auf dem Wasser zu gehen. Da sagte er: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiff aus, ging auf dem Wasser und kam zu Jesus. Als er aber den Wind sah, fürchtete er sich. Und er begann zu sinken und rief: Herr, rette mich! Da streckte Jesus seine Hand aus und ergriff ihn. Er sagte zu ihm: Warum hast du so schwaches Vertrauen, warum zweifelst du? Und als sie in das Boot einstiegen, lies der Sturm nach. Die aber im Boot waren, warfen sich vor ihm nieder und sagten: Du bist tatsächlich Gottes Sohn!......

 

2016 erstrahlte das Bethaus der Bergleute im Muttental nach einer Komplettsanierung wieder in neuem Glanz. Der Fußboden und die Wandvertäfelung wurden aufgearbeitet, Tische und Stühle sind neu, die Küche wurde modernisiert, und statt einer abgerockten Toilette finden sich nun zwei moderne WCs im Bethaus. Eine Leinwand und ein Beamer für Präsentationen stehen vorort nun auch zur Verfügung. Mitte Januar 2016 wurde mit der Renovierung begonnen. Kosten: rund 60.000 Euro, die durch Spenden, Fördermittel, Eigenkapital, Stadtmarketing und das Einrichtungshaus Ostermann zusammenkamen. Die tätigen Firmen, darunter auch Wittener Betriebe, haben durch das Einräumen von Rabatten ebenfalls einen Teil zur Förderung des Projekts geleistet.

Link: Geschichte der Renovierung der Kirche 2013-2015

(www.kirchebommern.de)

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