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Friedhof Dortmund-Dorstfeld an der Twerskuhle (Bauernfriedhof)

Der Ortsteil Dorstfeld  wurde bereits um 882 in einem Werdener Urbar als "dorstidfelde" erwähnt. Dorstfeld lag am Übergang der Handelsstraße über die Emscher, 1345 urkundlich als Dorstfelder Helewege benannt. In der Nähe des kleinen Friedhofs befand sich später der Eingang zur Zeche Dorstfeld, hier soll Alfred Nobel zwischen 1860 und 1864 mit Sprengstoffen für den Bergbau experimentiert haben. Nicht weit vom Friedhof entfernt stand bis 1938 die Dorstfelder Synagoge, an die nur eine uninteressante Skulptur aus gelbem Gestänge erinnert. Gegenüber befindet sich das Schulte-Witten-Haus, Herrensitz einer alten Familie, die sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. 

Der alte Friedhof an der Twerskuhle wurde schon etwa seit 1790 belegt. Zu diesem Zeitpunkt war Dorstfeld noch eine eigenständige Gemeinde. Die Eingemeindung erfolgte 1914. Dorstfeld entwickelte sich entlang des Hellweges und blieb bis etwa 1840 ein kleines Dorf, dessen Hofstellen zumeist nördlich des Hellweges lagen. Dorstfeld besaß keine eigene Pfarrkirche und war zu St. Reinoldi in Dortmund eingepfarrt. Nach der Reformation kam es zu einer Spaltung der Gemeinde. Der evangelisch gewordene Teil der Gemeinde blieb bei St. Reinoldi und der größere Teil, der katholisch gebliebenen Bevölkerung orientierte sich nach Huckarde. Im Zuge der Industrialisierung kam es nach 1840 zu einer völligen wirtschaftlichen und kulturellen Umstrukturierung. Damit entwickelte sich auch ein Bedarf an Wohnraum und infrastrukturellen Verbesserungen. Den Friedhof hatte man südlich des Ortskerns angelegt. Der älteste erhaltene Grabstein auf dem Friedhof stammt aus dem Jahre 1843. Es handelt sich hierbei um eine Stele im klassizistischen Stil für Johann Dietrich Schulte-Witten. Der Friedhof an der Twerskuhle ist bedeutend für die Geschichte des Menschen. Der erhaltene Bestand auf diesem Friedhof an baulichen Anlagen, Ehrenmälern und Grabsteinen dokumentiert eindrucksvoll den Totenkult von der Mitte des 19. bis zum beginnenden 20. Jahrhunderts. Für die Erhaltung und Nutzung sprechen wissenschaftliche und künstlerische Gründe. Die wissenschaftlichen Gründe beziehen sich in erster Linie auf stadt-, kultur- und sozialgeschichtliche Zusammenhänge, die sich mit der Anlage des Friedhofs und einzelnen Grabsteinen aufzeigen lassen. Im Mittelpunkt steht dabei die dokumentarische Bedeutung, die dem Friedhof zukommt. Einzelnen Grabmälern kommt eine künstlerische Bedeutung zu. Sie sprechen das ästhetische Empfinden in besonderem Maße an und vermitteln den Eindruck, dass es sich nicht um etwas alltägliches handelt. Sie vermitteln ein gültiges Bild der Grabmalkunst von der Mitte des 19. bis zum beginnenden 20. Jahrhunderts.

Quelle: https://rathaus.dortmund.de

Grabmal Heinrich Schulte-Witten

Auf dem Dorstfelder Friedhof ruhen in einem großzügig angelegten Grab, das sich hinter den repräsentativen Grabstellen der Fabrikbesitzer auf dem Dortmunder Ostfriedhof nicht verstecken muss, zwei Generationen Heinrich Schulte-Witten, beide, wie auf einer Tafel nicht ohne Stolz vermerkt ist, ihres Zeichens Fideikommissbesitzer.

Wer sich nun fragt, was oder wer ein Fideikommissbesitzer ist, hier folgende Kurzerklärung (www.fremdwort.de):

Kaum noch bekannt ist die Rechtsform der Fideikommisse, obwohl noch heute an den Oberlandesgerichten und am Bundesgerichtshof eigene Fideikommisssenate bestehen. "Ein durch Stiftungsakt geschaffenes unveräußerliches und unteilbares, einer bestimmten Erbfolge unterliegendes Vermögen, das üblicherweise auch nicht belastet werden durfte. Im Wesentlichen nach spanischem Vorbild ausgebildet, verbreitete es sich nach dem 30jährigen Krieg auch im römisch-deutschen Reich. Die Erbfolge in den üblicherweise adeligen Familienfideikommissen erfolgte meist nach den Regeln der Primogenitur, wobei häufig daran noch als zusätzliche Bedingung eine Ebenbürtigkeitsklausel für den Begünstigten geknüpft war. Der Übergang von Erstgeburtstiteln war vor allem in Preußen häufig an die Innehabung des Fideikomisses gebunden."

Schulte-Witten von 1907, monumentales Grabmal mit Rundplastik
 
 
 
 
 

Der älteste Begräbnisplatz, auf dem 1822 Herz Levi bestattet wurde, ist nicht mehr zu lokalisieren. Möglicherweise liegt er unter der um 1907 erbauten Sparkasse. Ab 1861 bestand in Dorstfeld ein Friedhof an der Wittener Strasse. Er wurde nach 1933 aufgehoben, die Knochen und die 50 Grabsteine wurden auf den Friedhof an der Twerskuhle gebracht. Das Friedhofsgelände an der Twerskuhle wurde bereits ab 1843 belegt, es lag aber nicht an der heutigen Stelle, sondern eine kurze Strecke entfernt in westlicher Richtung. Die letzte Beerdigung fand im Jahre 1932 statt. Der Friedhof ist heuet als Parkanlage gestaltet. Vom jüdischen Teil sind noch die Tore mit den Pfeilern zu finden, die Tore selbst fehlen. (www.juedische-friedhoefe.info)

Jüdische Abteilung mit 54 historischen Grabsteinen

 
 

Jüdischer Friedhof Dorstfeld
(Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Dortmund)

  1. Neugarten, Moses (1827 – 1888). Rustika-Stele
  2. ---, Rosalie (---). Stele. Schrift fast ganz verwittert
  3. Rosenbaum, Werner (1916 – 1916). Kleiner Stein
  4. Baum, Henriette (1845 – 1898). Architektonische Stele
  5. Baum, Samuel 1845 – 1917). Architektonische Stele
  6. Neugarten, Dina (1848 – 1903). Obelisk
  7. Rosenberg, Jakob (1840 – 1903). Rustizierte Stele
  8. Markhoff, Charlotte (1827 – 1904). Stele
  9. Rosenbaum, Meier 81844 – 1904). Stele
  10. Rosenberg, Bertha (1870 – 1905). Obelisk
  11. Dannenbaum, Sarah (1833 – 1905). Architektonische Stele
  12. Löwenberg, Rosa (1885 – 1911). Architektonische Stele
  13. Rothschild, Julie (1832 – 1905). Rustizierte Stele
  14. Neugarten, Isaak (1851 – 1905) und Lina (1866 – 19?8). Obelisk
  15. Lindenbaum, Julie (1841 – 1906). Stele
  16. Glass, Georg (1874 – 1907). Stele
  17. Rosenberg, Jettchen (1840 – 1907) und Philipp (1848 – 1919). Obelisk
  18. ---. Stele. Schrift verwittert
  19. Neugarten, Levy. Stele, hebräisch, Rückseite deutsch beschriftet
  20. ---, Stele, nur hebräisch beschriftet, Schrift teilweise verwittert
  21. Rosenberg, S. (1804 – 1867). Architektonische Stele mit weißer Inschriftenplatte (Marmor), wie Nr. 37
  22. Markhoff, Julius (1860 – 1890) Stele
  23. Baum, Frau Herz (1818 – 1895). Architektonische Stele, wie Nr. 40
  24. Rosenthal, Philipp (1837 – 1916) und Johanna (1835 – 1899). Monumentale Stele mit Grabeinfassung
  25. ---. Stele mit Relief (Vase, Rosen). Schrift nicht mehr lesbar
  26. ---. Sockelreste
  27. Rosenberg, Susmann (1830 – 1909) und Eva (1835 – 1914). Architektonische Stele mit Grabeinfassung
  28. Baum, Sophie (1879 – 1913). Stele mit Grabeinfassung
  29. Hanau, Wwe. J. (? – 1915). Stele
  30. Rosenbaum, Hetti (1888 – 1918). Architektonische Stele mit Relief der gebrochenen Rose. Umgestürzt
  1. Rosenberg, Louis (1867 – 1923). Ädikula
  2. Neugarten, Martha (1898 – 1924). Ädikula mit Inschriftenplatte
  3. ---. Kissen. Schrift nicht mehr lesbar
  4. Baum, Julie (1882 – 1927) und Salomon (1881 – 1928). Stele
  5. Neugarten, Mendel. Architektonische Stele, hebräisch, Rückseite deutsch beschriftet
  6. Rosenberg, Levi Philipp (1835 – 1873). Stele
  7. Rosenberg, Henriette (1873). Architektonische Stele, hebräisch, Rückseite deutsch beschriftet
  8. Rosenberg, Phl. J. (1789 – 1874). Architektonische Stele, hebräisch, Rückseite deutsch beschriftet
  9. Neugarten (1823 – 1875). Architektonische Stele, hebräisch, Rückseite deutsch beschriftet. Schrift teilweise verwittert
  10. Baum, Herz (1812 – 1891). Architektonische Stele, wie Nr. 23
  11. Neugarten, Ludwig (1878 – 1893). Rustika-Stele
  12. Baum, Abraham (1854 – 1932) und Caroline (1860 – 1916). Breite Stele
  13. Oppenheimer, Herz (1830 – 1902). Stele
  14. Oppenheimer, Jettchen (1877 – 1928). Stele
  15. Weinberg, Julie (1851 – 1929) und Julius ( 1858 – 1934). Stele
  16. Baum, Jacob (1887 – 1932). Stele
  17. ---. Kissen, bemoost, verwittert
  18. Rosenberg, Moritz (1868 – 1930) und David (1865 – 1945). „Zur Erinnerung an Regina Rosenberg, zu Tode gekommen 1941 im Osten“. Stele. 
  19. Mendel, Julius. Kissen: „Hier ruht mein lb. Mann / der Metzgermeister / Julius Mendel / geb. 28.2.1900 / gef. 15.4.1945
  20. ---. Verwitterter Sockel mit Reliefspuren
  21. ---. Stele, nur hebräisch beschriftet? Schrift stark verwittert
  22. Rosenbaum, Samuel (1838 – 1903) und Adelheid (1848 – 1918). Ädikula. Inschriftenplatte zerbrochen und wieder eingefügt
  23. Neugarten, Samuel (1849 – 1919) und Eva (1851 – 1932). Breite Ädikula mit Inschriftenplatte
  24. Hayum, Flora (1865 – 1940) und Josef (1863 – 1951).
v.l.n.r.: Nr. 13: Rothschild, Julie (1832 – 1905). Rustizierte Stele, Nr. 31: Rosenberg, Louis (1867 – 1923). Ädikula, Nr. 48: Rosenberg, Moritz (1868 – 1930) und David (1865 – 1945). „Zur Erinnerung an Regina Rosenberg, zu Tode gekommen 1941 im Osten“. Stele, Nr. 32: Neugarten, Martha (1898 – 1924). Ädikula mit Inschriftenplatte, Nr. 15: Lindenbaum, Julie (1841 – 1906). Stele, im Hintergrund leicht unscharf: Nr.14: Neugarten, Isaak (1851 – 1905) und Lina (1866 – 19?). Obelisk  

Der Friedhof - der dritte jüdische Friedhof in Dorstfeld - wurde 1851 im Nordwesten angrenzend an den heute sogenannten kommunalen "Bauernfriedhof" angelegt. In der äußersten Ecke des Friedhofs wurde ein Taharahaus errichtet, das den Dorstfelder und Huckarder Juden zur Leichenwaschung diente. Es existiert heute noch als Teil des Gebäudekomplexes "altes Armenhaus".

Dieser Friedhof hatte zwei Vorgängerfriedhöfe. Der älteste jüdische Friedhof in Dorstfeld an der Wittener Str. 18 war 1790 geschlossen worden. Menschliche Knochen, die beim Bau der Sparkasse auf diesem Gelände gefunden wurden, bettete man 1907 auf den Friedhof an der Twerskuhle um. Der auf dem Nachbargrundstück Wittener Str. 14 im Jahr 1790 eröffnete jüdische Friedhof war bereits 1851 voll belegt und geschlossen worden. 1940 legte man hier einen Luftschutzkeller an. Die dabei gefundenen menschlichen Knochen wurden ebenfalls auf dem Friedhof an der Twerskuhle beigesetzt. Ein Gedenkstein für diesen zweiten Friedhof steht heute auf dem Dortmunder Hauptfriedhof.

 
Nr. 12. Löwenberg, Rosa (1885 – 1911). Architektonische Stele (hinten) und Nr. 30. Rosenbaum, Hetti (1888 – 1918). Architektonische Stele mit Relief der gebrochenen Rose.
 
Nr. 53. Neugarten, Samuel (1849 – 1919) und Eva (1851 – 1932). Breite Ädikula mit Inschriftenplatte

                   Nr. 42: Baum, Abraham (1854 – 1932) und Caroline (1860 – 1916). Breite Stele

 
 
 
v.l.n.r.: Nr. 4: Baum, Henriette (1845 – 1898). Nr. 5: Baum, Samuel 1845 – 1917). Architektonische Stelen, Nr. 6: Neugarten, Dina (1848 – 1903). Obelisk, Nr. 7: Rosenberg, Jakob (1840 – 1903). Rustizierte Stele
 
Nr. 39. Caroline Neugarten geb. Rosenberg (1823 – 1875). Architektonische Stele, hebräisch, Rückseite deutsch beschriftet. Schrift teilweise verwittert
Nr. 38. Rosenberg, Phl. J. (1789 – 1874). Architektonische Stele, hebräisch, Rückseite deutsch beschriftet
 
Nr. 40. Baum, Herz (1812 – 1891). Architektonische Stele
Nr. 52: Rosenbaum, Samuel (1838 – 1903) und Adelheid (1848 – 1918). Ädikula. Inschriftenplatte zerbrochen und wieder eingefügt
 
 

Die zwei steinernen Pfosten, in denen noch die Angeln stecken, die aber so verrostet sind, dass sie jegliche Hoffnung auf Torflügel aufgegeben haben, könnten selbst Stelen sein, wären sie nicht schmuck- und namenlos. Weiträumig verteilt sind hier die wenigen verbliebenen Grabsteine: die Rosenbergs, Rosenbaums und Baums, deren Namen wunderbar zu diesem kleinen, idyllischen Ort inmitten der Verkehrshektik passen. Doch die Ruhe, die Totenruhe, ist leider auch hier nicht jeder Gesinnung heilig. Der Friedhofscharakter geht allmählich in einen Parkcharakter über, ein kleines Mausoleum steht unbeachtet, wer darin war, hat seinen Namen nicht an die Mauern schreiben lassen, ein gefällter, annähernd mannshoher Baumstumpf darf vor sich hinfaulen, und zwischen den Gebüschen oder einfach direkt am Wegrand, von der Grasnarbe fast zugewachsen, hier und dort Grabsteine, oft so verwittert, dass die Schriftzüge nicht mehr erkenntlich sind, die Namen, die Sprüche, mit denen die Hinterbliebenen ihre Wünsche den Verstorbenen mit auf den Weg gaben.

 

 

 

Der sogenannte kommunale "Bauernfriedhof"

Einzelgrabdenkmäler auf dem historischen Teil des Friedhofes: (Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Dortmund 2018)

 

Feld 1:

  • Schulte-Witten, Johann Dietrich (1843), klassizistische Stele mit Reliefs
  • Schulte-Witten, Johann Heinrich (1847), klassizistische Stele mit Reliefs
  • Sibbe (1873), neugotische Fiale
  • Schulte-Witten (1907), monumentales Grabmal mit Sandsteinquader-Einfriedung und Bronzedekor, figürliche Rundplastik (Engel) vom Kölner Bildhauer Wilhelm Fassbinder
  • Prein (o. J.), monumentale Ädikula mit seitlichen Ansätzen
  • Kaffsack (o. J.), Obelisk, Abschlussgitter
  • Ostermann, gen. Deusemann (1862), neugotische Fiale
  • Ostermann, gen. Deusemann (1885), marmorner Pultstein mit Reliefs
  • Frerich, Fam. Carl (1935), stilisierter Sarkophag mit Aufsatz
  • Wüllner / Frerich (1866), neugotische Fiale
  • Thiemann (1875), architektonische Stele und 5 alte Pultsteine, zum Teil auf Schlackensockeln
  • Köster (1861), 5 alte Pultsteine mit Akanthusrelief
  • Samm / Horn (1897), Obelisk und 7 Schlackengrabeinfassungen mit eingearbeitetem Pultstein
  • Ziegler (1897), architektonische Stele
  • Starke (1915), Stele mit seitlichen Ansätzen
  • Poth/Drenkmann (o. J.), Obelisk
  • Othmer (1906), Mauer mit Granitvorsatz
  • Dehselmann (o. J.), architektonische Stele
  • Samm, C. H. (o. J.), architektonische Stele
  • Samm / Abendroth (o. J.), monumentale Schlackenwand mit Inschriftentafel aus Granit
  • Schulte gen. Trantroth (o. J.), Stele mit Bronzerelief (Jugendstil)
  • Poth (1898), Obelisk
  • Klein / Blume (1902), zwei rustizierte Stelen, eine Gußsteinstele
  • Hansack (1897), Obelisk

 

Feld 2:

  • Mausoleum der Familie Wulf (um 1910 - 1915), kubischer Bau aus Sandsteinquadern mit Kuppel, Säulenportikus, Architekt Heinrich Voss, Dorstfeld
  • Bornemann, Johannes (1889), Pultstein 1. Kriegerdenkmal von 1934
  • 2 Kriegsgräber von 1914 bis 1918 und Gedenkstein von 1866 (Preußisch-Österreichischer Krieg)
  • Denkmal zur Erinnerung an ein Bergwerksunglück von 1925

Grabstätte Klein

Mausoleum der Familie Wulf von 1912

Mausoleum der Familie Wulf (um 1910 - 1915), kubischer Bau aus Sandsteinquadern mit Kuppel, Säulenportikus, Architekt Heinrich Voss, Dorstfeld
 
 
 
 
 
 

Denkmal zur Erinnerung an ein Bergwerksunglück von 1925

Denkmal und Gräberfeld für die Opfer einer Kohlenstaubexplosion infolge vorhergegangener Explosion des Sprengstofflagers Untertage - 16.05.1925 - Zeche Dorstfeld in Dortmund - 47 Tote & 28 Verletzte

 
 

Die Zeche Dorstfeld ist nach der Ortslage benannt. Der Schürfschacht lag 500 m westlich des alten Dorfs. Zwischen 1861 und 1891 lief der Betrieb unter Ver. Dorstfeld. Eine deutliche Vergrößerung des Grubenfelds brachte die Übernahme der Zeche Ver. Carlsglück & Planetenfeld im Jahr 1889. Sie wurde in Dorstfeld 2 umbenannt. 1885 kamen erstmalig im Ruhrgebiet Radschrämmaschinen zum Einsatz, die das mühsame Setzen eines Schräms per Hand ersetzte. 1895 waren sie soweit verbessert, dass sie im Dauerbetrieb laufen konnten. 1952 erwarb die Harpener Bergbau AG die Zeche, die danach die drei Schachtanlagen noch als Einzelbetriebe weiterführte. Diese wurden 1955 zusammengefasst als sich die Kohlekrise ab 1958 schon andeutete. Bis 1959 bestand noch eine Seilbahn von Dorstfeld 5/6 nach Dorstfeld 2/3. Danach wurden die Kohlen unter Tage transportiert. Ende 1963 kam die Stilllegung, da die Zeche im Konzern die schlechtesten Zukunftsaussichten hatte. Bei Schlagwetterexplosionen starben 1855 drei und 1891 sechs Bergleute, bei einer Kohlenstaubexplosion 1905 fünf und bei weiteren Schlagwetterexplosionen 1916 und 1918 jeweils fünf und zwölf. 1925 kam es zu einem Großunglück. In der Sprengstoffkammer am Schacht 5 kam es zu einer Explosion mit 47 Toten. 1932 starben drei Bergleute beim Absturz eines Förderkorbs im Schacht 3. (www.ruhrzechenaus.de)

Familie Rodenbrügger

W. Ostermann, gent. Deusemann

Ehrenamtmann Wilhelm Ostermann genannt Deusemann

 

Über ihn berichtet Nils Kowalewski in seiner Schrift „Das Dorstfelder Wappen und seine Väter“: .....„Dieser (Wilhelm Ostermann) wurde am 10. September 1831 in Eppendorf bei Bochum* geboren und auf den Namen Heinrich Wilhelm Ostermann genannt Klettmann getauft. Er heiratete am 21. April 1854 die Anerbin des Deusemann-Hofes in Dorstfeld, Caroline Sophie Lisette Deusemann (09.01.1825 - 08.04.1862). Er wurde infolge der Hochzeit abweichend von seinem Geburtsnamen nun Ostermann genannt Deusemann gerufen. Er wurde am 18. Januar 1866, dem preußischen Krönungstag, zum Ehrenamtmann des Amtes Lütgendortmund ernannt, zu welchem auch die später selbstständigen Amtsbezirke Dorstfeld und Marten gehörten.“......... 

 

*Mit der Auflösung des Landkreises Bochum durch das Gesetz über die Neuregelung der kommunalen Grenzen im rheinisch-westfälischen Industriebezirke wurde Eppendorf am 1. April 1926 auf die kreisfreien Städte Wattenscheid und Bochum aufgeteilt. Mit der Eingemeindung Wattenscheids am 1. Januar 1975 kam Eppendorf dann ganz zur Stadt Bochum.

Stammbaum Heinrich Wilhelm Ostermann genannt Klettmann
 
 

Wüllner/Frerich von 1866, neugotische Fiale

 
 
 
Frerich, Fam. Carl von 1935, stilisierter Sarkophag
 

Köster von 1861, 5 Pultsteine mit Akanthusrelief

Kriegerehrenmal 1866
August Boehle

Auf dem Alten Friedhof Dorstfeld befindet sich auf einem Gräberfeld (für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen) auch eine zweiteilige Gedenkplatte, die eines im Preußisch-Österreichischen Krieg Gefallenen, August Boehle aus Vormholz Kreis Bochum, gedenkt. Vermutlich sind diese Platten Teil eines Denkmals gewesen. Das am 6.6.1867 eingeweihte Denkmal befand sich möglicherweise an einem anderen Ort und nur die Platten blieben erhalten. Künstler und Gießer der Bronze-Platten sind unbekannt.

 
Auszug: Verlust-Listen der Königlich Preußischen Armee
 

Einweihungsdatum: 6.6.1867
Errichter: Gemeinde Dorstfeld
Künstler: unbekannt

Technik/Material: Bronze
Höhe: Anlage: ca. 80 cm; Gedenkstein: 30 cm
Breite: Anlage: ca. 9 m; Gedenkstein: 1,4 m
Kunstwerknr.:44149-005

 

Inschriften:

Vorderseite: „Dem am 27. Juni 1866 bei Nachod gefallenen Krieger August Boehle gewidmet.“
Rückseite:   „Zur Erinnerung an das Jahr 1866“

 

Im Deutschen Krieg von 1866 fand in der Nähe der Stadt am 27. Juni 1866 die Schlacht bei Nachod zwischen den preußischen und österreichischen Truppen statt, in welcher das österreichische 6. Korps unter General Wilhelm Ramming durch das 5. preußische Korps unter Generalfeldmarschalls Karl Friedrich von Steinmetz geschlagen wurde.

 

 

Klein/Blume von 1902, zwei rustizierte Stelen

 
 

Samm/Horn von 1897, Obelisk mit 7 Pultsteinen

Grabstätte Ernst, Berta und Wilhelm Hiddemann

Lehrer Adolf Rummenhöller 1862 - 1919

Familie Othmer

Kriegerdenkmal von 1934,
Kriegsgräber von 1914 bis 1918 und Gedenkstein von 1866 (Preußisch-Österreichischer Krieg)

 
 

Familie Gustav Poth

Familien Poth/Drenkmann, o.J., Obelisk, Wilhelm Poth, Otto Poth

 
Poth von 1898, Obelisk
 

Eheleute Pahlke

Ruhestätte der Familie Lücker

Friedrich Welsch, 1838 - 1912

Willy Wagner, 1897 - 1918

Familie Starke von 1915, Stele mit seitlichen Ansätzen (Jugendstil)

 
 
 

Schulte-Witten, Johann Dietrich von 1843, klassizistische Stele
Schulte-Witten, Johann Heinrich von 1847, klassizistische Stele

 
 

(Im Hintergrund: Frerich, Fam. Carl (1935), stilisierter Sarkophag mit Aufsatz)

Thiemann von 1875, architektonische Stele und 5 Pultsteine

 
  • Elisabeth Thiemann geb. Rahmann ..11.1808 –  22.01.1890
  • ……Thiemann geb……. 06.10.1806 - ..10.1876
  • Hermann Thiemann, 15.10.1843 – vermisst in der Schlacht…

  • Zum Gedächtnis – Amtsgerichtsrat Dr. Paul Kühn
    01.10.1908 - 16.11.1943 (gefallen als Oberleutnant vor Leningrad)

  • Emilie Frerich gnt. Thiemann geb. Neuhoff
    11.06.1851 – 30.04.1919
 
 
Sharlotte Rüddigkeit 1897 - 1935
Hier ruht Mariechen Schmittmann geb. Schröder 1860-1886
 
 
 
 

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