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Jüdischer Friedhof in Bochum-Wiemelhausen

Etwa ab dem Ende des Ersten Weltkrieges (ca. 1918) fanden Beerdigungen auf dem neuen jüdischen Friedhof an der Wasserstraße in Wiemelhausen statt, der im Zuge einer Erweiterung des seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bestehenden kommunalen Friedhofs angelegt wurde. Als 1954 im Zuge der Anlegung des neuen Hauptbahnhofs die zwei jüdischen Friedhöfe an der Friedhofstraße / Wittener Straße aufgelassen werden mussten, wurden die Toten zur Wasserstraße umgebettet und die Grabdenkmäler ebenfalls dorthin versetzt. Der Friedhof an der Wasserstraße wird Prognosen der Friedhofsverwaltung zufolge in drei bis fünf Jahren voll sein, da jüdische Gräber niemals neu belegt werden dürfen. Die Gemeinde ist durch den Zuzug von Russlanddeutschen stark gewachsen. Daher wird es künftig einen neuen jüdischen Friedhof auf dem östlichen Teil des Hauptfriedhofs am Freigrafendamm geben. Bei den Bestattungen in den letzten Jahren ist festzustellen, dass sich Grabsteine und Grabgestaltungen der christlichen Sepulkral Kultur angleichen und das typisch jüdische zurücktritt. Vereinzelt werden aber noch kleine Steine bei den Besuchen der Gräber zurückgelassen.

Jüdischer Friedhof in Bochum-Wiemelhausen
Die Trauerhalle aus Backstein entstand 1917.

An der Trauerhalle befindet sich eine Gedenktafel für den Bochumer Rabbiner Dr. Moritz David, in dessen Amtszeit 1901 bis 1936 der Friedhof errichtet wurde. Moritz David wurde 1875 in Gimbsheim bei Worms geboren und studierte in Erlangen, wo er bereits im Alter von 21 Jahren seine Dissertation „Das Targum scheni zum Buch Esther“ ablieferte und promoviert wurde. 1901 wurde er als erster Rabbiner der Synagogengemeinde Bochum berufen und blieb dort bis zu seinem freiwilligen Ruhestand im Jahr 1934. 1938 betreute er kurz das vakante Rabbinat in Dortmund, bevor er mit Hilfe von Leo Baeck nach England emigrierte. Er starb am 16. Januar 1956 in Manchester. Im Jahr 1959 wurde durch einige Mitglieder der Synagogengemeinde Bochum eine Gedenktafel für Moritz David auf dem jüdischen Friedhof an der Wasserstraße enthüllt. 

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Der Friedhof mit seinen Gräberfeldern, Brunnen und Trauerhalle wurde 2001 als Baudenkmal unter der Nummer 529 eingetragen. 52 Gräber gehören Opfern der Zwangsarbeit in Bochum und Wattenscheid, 2 Urnen Opfern aus dem KZ Oranienburg und dem KZ Dachau.

Ein Teil der KZ-Häftlinge beim Bochumer Verein musste in körperlicher Schwerstarbeit Bauarbeiten und Erdarbeiten im Lager verrichten, die anderen wurden in der Geschossfabrik des Bochumer Vereins eingesetzt: im Pressbau und in der Dreherei. Arbeitsunfälle der ohne Schutzkleidung an den Pressen und Drehbänken arbeitenden Menschen sowie Misshandlungen durch die Vorarbeiter im Betrieb und die SS-Wachen im Lager waren an der Tagesordnung. Zahlreiche Häftlinge waren den unmenschlichen Anforderungen der Zwangsarbeit bei gleichzeitiger unzureichender Unterbringung und Ernährung nicht gewachsen. Im Januar 1945 wurde ein Transport "unbrauchbarer" Häftlinge zusammengestellt und nach Buchenwald geschickt - für viele ein Weg in den Tod. Aber auch im Bochumer Lager fanden zahlreiche Häftlinge den Tod. Ihre genaue Zahl ist nicht bekannt. Von Werksärzten des Bochumer Vereins wurden 108 Todesfälle beurkundet. Die Leichen von 52 jüdischen Häftlingen des KZ-Außenlagers Bochumer Verein wurden auf dem jüdischen Friedhof an der Wasserstraße beigesetzt.

Das Symbol der segnenden Hände deutet darauf hin, dass hier das Mitglied einer alten Priesterfamilie, die ihre Herkunft von Aaron ableitet, beerdigt wurde. Die vor der Stirn zusammengelegten Hände mit gespreizten Fingern, zeigen die typische Geste, die der Priester (Kohanim) beim Segensspruch macht. Familiennamen wie Cohen, Katz und Kahn verweisen ebenfalls auf eine Herkunft aus einer alten Priesterfamilie.

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Normalerweise sind die Gräber so angeordnet, dass die Toten in Richtung Jerusalem, d.h. Osten bzw. Südosten liegen.

Ursprünglich waren die Grabsteine meist aus Sandstein. Im 19. und 20 Jahrhundert kamen dann Grabsteine aus härteren Materialien, wie Marmor, Granit und Zementguss auf. Häufig wurden diese mit eingelassenen Inschriftplatten aus weißem Marmor verziert. Der jüdische Friedhof soll auch das Prinzip der Vergänglichkeit widerspiegeln. Aus diesem Grunde gibt es keinen Blumenschmuck oder auf Hochglanz polierte Grabsteine. Diese sollen durchaus die Zeichen der Zeit aufzeigen. Häufig sieht man auf jüdischen Friedhöfen, kleine Steine auf den Gräber, die Besucher dort abgelegt haben. Dies geht auf eine alte Tradition der Nomaden zurück, die durch die in der Wüste durch die Ablage von Steinen die Toten vor Tieren schützen wollten.

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Anfänglich waren die Inschriften der Grabsteine nur in der hebräischen Sprache verfasst. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden diese durch deutschsprachige Angaben ergänzt. Zunächst war nur der Name auf der Rückseite zu erkennen. Dann kamen auch auf der Vorderseite immer mehr Angaben hinzu. Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts tauchen die ersten Grabsteine auf, die ganz in Deutsch verfasst wurden.

 

(Anmerkung: Ein Biederweib ist nach dem Frühneuhochdeutschen Wörterbuch eine ehrenhafte Frau.)

 

 

Beispiel:
Halt an mit arbeit, schick dich drein  
Und sey häußlich, hertzlieber mann,  
So wil ich auch dergleichen than, 
Wie einem biderweib zusteht.

 

Auf fast allen Grabsteinen findet man untenstehende hebräische Worte. Diese werden allerdings nur durch ihre Anfangs-Buchstaben symbolisiert.

  • Poh nikbár – Hier ruht – P.N.
  • Poh nitmán – Hier ist bestattet– P.N
  • Ferner stehen die fünf Buchstaben T.N.Z.W.H. für den Satz „Te’hi Nischmató zrurá Bi’zrór Ha’Chajim“ – Möge seine Seele gebündelt sein im Bunde des (ewigen) Lebens -

Symbole auf den Grabsteinen

Die Darstellung von Personen auf Grabsteinen entspricht nicht der jüdischen Glaubensauffassung. Allerdings verraten uns Sinnbilder sehr viel über den Namen, Beruf oder Funktionen und Ehrenämter. Symbole aus der Pflanzen- und Tierwelt verraten uns ebenfalls einiges über die Toten.

 

Die segnenden Hände

  • Wie zuvor bereits erwähnt, deuten die segnenden Hände daraufhin, dass hier das Mitglied einer alten Priesterfamilie, die ihre Herkunft von Aaron ableitet, beerdigt wurde. Die vor der Stirn zusammengelegten Hände mit gespreizten Fingern, zeigen die typische Geste, die der Priester (Kohanim) beim Segensspruch macht. Familiennamen wie Cohen, Katz und Kahn verweisen ebenfalls auf eine Herkunft aus einer alten Priesterfamilie.

Die Levitenkanne

  • Das Symbol einer Kanne, die auch häufig mit einer Wasserschale kombiniert ist, weist darauf hin, dass der Angehörige der altpriesterlichen Familie Levi entstammt. Die Leviten waren Beschützer und Diener des Tempels. Familiennamen, die auf diese Herkunft verweisen sind auch Levi, Lewin, Löwe, Löwenthal u.ä.

Der Schmetterling

  • Der Schmetterling gilt als Sinnbild der Psyche, gemeint ist damit die "unsterbliche Seele" in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen, die sich nach dem Tode vom Körper getrennt hat. Sie ist damit sowohl ein Symbol des flüchtigen Lebens als auch der Unvergänglichkeit. Das Symbol erscheint häufig auf Frauengräbern.

Rosen, Blumen

  • Rosen und Blumen stellen ein schmückendes Element dar. Es kommt die Rose häufig bei Frauen mit dem Namen Röschen vor. Oft schmückt sie auch das Grab eines früh verstorbenen Mädchens.

Geknickte Blume

  • Die geknickte Blume oder der Baumstumpf sind Symbole dafür, dass der Tote aus der Blüte seines Lebens gerissen wurde.

Mohnkapseln

  • Mohnkapseln sind ein Zeichen für den (ewigen) Schlaf.

Der Davidstern

  • Der Davidstern ist häufig auf Grabsteinen anzutreffen Das Hexagramm ist ein altes Zeichen, das sich immer mehr zum Sinnbild des Judentums entwickelte. Er stellt das Hauptsymbol auf der Flagge Israels dar.

Palmzweige

  • Palmzweige symbolisieren die Wiedergeburt und die Unsterblichkeit.

Ehrenkranz, Girlanden

  • Der Ehrenkranz erinnert, wie viele universale Symbole (Sanduhr, Genien, nach unten gerichteten Fackeln), an Vergänglichkeit und Tod.

Die Tafeln des Bundes

  • Die Tafeln des Bundes stellen die Gesetzestafeln dar, auf denen Moses die „Zehn Gebote“ eingehauen hat.

 

 

 

 

 

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