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Archäologiemuseum Hagen – Wasserschloss Werdringen
ehem. Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen

Das Museum im Wasserschloss Werdringen in Hagen-Vorhalle feiert im November 2022 sein 18-jähriges Bestehen. Jetzt soll auf Beschluss des Kultur- und Weiterbildungsausschuss der Stadt Hagen eine Neukonzeption der museumspädagogischen Vermittlungsangebote und Vermarktung erfolgen. Auch der Name wird geändert: „Archäologiemuseum Hagen – Wasserschloss Werdringen“ soll die Einrichtung künftig heißen. Die bisherige Bezeichnung des Museums als „Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen“ bzw. „Museum Wasserschloss Werdringen“ entspricht nicht mehr dem heutigen Trend im Museumswesen, bereits im Namen das Thema des Museums aufzuzeigen. Hier werden nicht nur die Überreste der "ältesten Westfalen" präsentiert, sondern auch Relikte aus 450 Millionen Jahre Geschichte im südlichen Westfalen erlebbar. Denn in der direkten Umgebung des Wasserschlosses wurden zahlreiche archäologische Funde entdeckt. Sie reichen von der Altsteinzeit und das Neolithikum über die vorrömischen Metallzeiten und die Römische Kaiserzeit bis zum Mittelalter. Das Modell eines lebensgroßen Mammuts empfängt Sie gleich im Eingang. Im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen werden zahlreiche museumspädagogische Angebote für verschiedene Zielgruppen zur Verfügung gestellt.

Das am Fuße des Kaisbergs im Hagener Stadtteil Vorhalle gelegene Museum ist in einer historischen Burganlage untergebracht. Es verfügt über eine geologische Sammlung, die auch die weltberühmten Insektenfossilien aus dem benachbarten Nationalen Geotop, dem Ziegeleisteinbruch Vorhalle beinhaltet. Zu den archäologischen Exponaten, gehören die bis zu 11.000 Jahre alten Funde aus der Blätterhöhle. Der Adelssitz Werdringen wurde bereits im 13. Jahrhundert erwähnt. Zu dieser Zeit war das heutige Wasserschloss ein befestigtes Burghaus bzw. eine Turmburg im Besitz der niederadeligen Familie Dobbe. Werdringen gehörte zur Lehnskammer der Herren von Volmestein. Sie ging im 15. Jahrhundert auf die Herren von der Recke über. Im Spätmittelalter erfolgte der Ausbau in eine Wasserburg. Eine weitere Bauphase erlebte die Anlage zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals erfolgte der An- und Umbau von Gebäudeteilen im neogotischen Baustil.

 
Modell eines Wollhaarmammuts im Museum
 
 
 

Natürliche Nachbildungen von einem Mammut, Wollnashorn und Rentier sowie Inszenierungen vermitteln ein anschauliches Bild vom Leben in der damaligen Zeit. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Überreste steinzeitlicher Menschen, die in einer Höhle in Hagen gefunden wurden. Untersuchungen der Knochen haben ein Alter von etwa 10.700 und 5.600 Jahren ergeben.
Der Rundgang führt von den ersten Bauern der Jungsteinzeit weiter über die Bronze- und Eisenzeit bis zu den Römern. Da sich das Museum in einem Wasserschloss befindet, dessen Ursprung in das Mittelalter zurückgeht, endet die Führung in dieser Epoche bei einer imposanten Ritterfigur. Einen kurzen Abstecher gibt es auch zu den Fossilien aus dem Vorhaller Steinbruch.

 
 

Die Grabungen vor und in der Blätterhöhle Hohenlimburg finden seit 2006 statt. Sie bringen zahlreiche spannende Objekte aus der Alt- und Mittelsteinzeit zu Tage. Die Besonderheit des Fundortes war bis Januar 2019 in der Ausstellung "Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland" im Walter-Gropius-Bau in Berlin zu sehen. Eine Ausstellung im Museum Wasserschloss Werdringen präsentiert die wichtigsten Objekte und Menschenreste aus der Blätterhöhle. Diese gilt als eine der wichtigsten Steinzeitfundplätze in Europa. Bei einem geführten Rundgang durch die eigens für die Blätterhöhle konzipierte Ausstellungseinheit erfahren die Teilnehmer mehr über die Grabungsstätte, Ausgrabungstechnik und Funde.

 
Bei der Aktionsführung "Feuermachen in der Steinzeit" gibt es unter anderem die Gelegenheit, mit einem Feuerstein Funken zu schlagen. Auch ein sogenannter "Feuerbohrer" kommt zum Einsatz.
 

Die zeitweise Schließung des Museums ermöglichte die Einrichtung einer neuen Ausstellungseinheit in einem Nebenraum im Obergeschosses. Der kleine Raum sowie ein begrenzter Bereich davor dienen dazu, die Vorplatzsituation und das Höhleninnere der Fundstelle in Hagen-Holthausen zu präsentieren. Dabei trennt der Durchgang von der Dauerausstellung im Höhlenraum die „irdische Welt“ vom „Reich der Toten“. Auch inhaltlich macht die Ausstellung diese Trennung deutlich, indem Funde vom Höhlenvorplatz vor dem Höhlenraum und Funde aus der Höhle im Inneren des abgedunkelten Ausstellungsbereiches gezeigt werden. Modernste Technik und archäologische Untersuchungsverfahren machten es möglich, dass das Gesicht eines Menschen aus der Steinzeit anhand seines Schädels und statistischer Daten aus der Forensik rekonstruiert werden konnte.

 
 
 
 

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