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Kurzurlaub in Paderborn 2023

Hotel "Kaiserpfalz"
Noch wird der einstige Bauernhof an der Von-Kettler-Strasse teilbewirtschaftet.
Erzbischöfliches Palais

Unter der Leitung des Barockbaumeisters Johann Conrad Schlaun (1695-1773) entstand 1718 an der Ecke Kamp und Heiersstraße ein zweistöckiger Rechteckbau als städtisches Quartier für die Angehörigen des Augustinerchorherrenstifts Dalheim; dessen Wappen schmückt noch heute den Dreiecksgiebel über dem dreistöckigen Fassadenvorbau (Risalit). 1774 verkaufte das Kloster seinen Stadthof. Obermarschall Dietrich von Bocholtz, dem das Gebäude als Erbe zugefallen war, veräußerte es 1831 dem preußischen Staat, der es dem Bischof von Paderborn als Amtssitz zuwies. Friedrich Clemens von Ledebur-Wicheln (1825-1841) wurde erster Bewohner. Er war - noch als Mieter - bereits 1826 eingezogen. 1862 wurde der Hof dem Bistum Paderborn übertragen. 1902 erweiterte dieses die Anlage entlang des Krummen Ellenbogens durch einen Flügelanbau. Der Zerstörung 1945 folgte 1948/50 die Wiedererrichtung. Neue Innenwände und eine Eingangshalle wurden errichtet. Im Rahmen einer Außensanierung konnten 1979 Reste der ursprünglichen Fassadenfarbe aus dem Barock festgestellt werden. Die neue Farbfassung greift dies auf. Weiterhin residieren die Bischöfe bzw. Erzbischöfe von Paderborn im Palais. Zur Rechten wird das Gebäude vom 1994-1997 errichteten Einkaufszentrum Libori-Galerie und dem angebauten Großparkhaus überragt. Der Innenhof wird von seinem mächtigen, sphärisch gewölbten Pultdach aus Glas dominiert. Nachdem die Fußgängerzone über die Westernstraße hinaus ausgedehnt wurde, markiert das Palais heute deren Abschluss dort, wo der Kamp in die Kasseler Straße mündet.

 

Altes Gemäuer: Das Gymnasium Theodorianum.
Einer der drei erhaltenen Brunnen der historischen Wasserkunst

Der Liborius-Kump ist ein Denkmal des heiligen Liborius, des Schutzpatrons der Stadt und des Erzbistums Paderborn.
Der Kump ist einer der drei erhaltenen alten Brunnen, aus denen die Paderborner früher ihr Wasser schöpften. Das barocke Portal der 1980 erbauten Bonifatius-Buchhandlung stammt aus dem Jahr 1735 und befand sich ursprünglich am Gerichtsgefängnis in der Königstraße, das nach schweren Kriegszerstörungen abgebrochen wurde.

Die Theologische Fakultät Paderborn ist die älteste Hochschule Westfalens. Sie wurde am 10. September 1614 durch den Paderborner Fürstbischof Dietrich IV. von Fürstenberg (1585–1618) als Jesuitenuniversität mit theologischer und philosophischer Fakultät gegründet; noch im selben Jahr fanden bereits erste Vorlesungen in beiden Disziplinen statt. Papst Paul V. (1605–1621) bestätigte die Gründung am 2. April 1615 durch das Breve „In supereminenti“, Kaiser Matthias (1605–1619) durch ein Diplom am 14. Dezember 1615. Im Herbst 1616 wurden diese Urkunden in Paderborn proklamiert, 1617 für beide Fakultäten Dekane ernannt und die Statuten der Universität veröffentlicht. Papst und Kaiser hatten die Jesuitenuniversität mit allen akademischen Rechten, insbesondere auch mit dem Promotionsrecht für beide Fakultäten privilegiert. Zu den Professoren der ersten Generation gehörte Friedrich Spee von Langenfeld (1591–1635), der bedeutende Barockdichter und Kämpfer gegen den Hexenwahn. Er war hier 1623 bis 1626 als Professor der Philosophie und 1629 bis 1631 als Professor der Moraltheologie tätig.

Auch nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 und dem Ende des Hochstifts Paderborn durch den Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 existierte die Hochschule weiter. Zwar verfügte König Friedrich Wilhelm III. von Preußen (1797–1840) am 18. Oktober 1818 ihre Aufhebung, diese wurde aber nicht umgesetzt und am 16. April 1836 durch Allerhöchsten Erlass ausdrücklich zurückgenommen. Dennoch dauerten Verhandlungen zwischen dem Paderborner Bischofsstuhl und der preußischen Regierung bis 1843 an, bevor die Hochschule unter Bischof Richard Dammers (1841–1844) als „Philosophisch-Theologische Lehranstalt“ neue Statuten erhielt. Während des Kulturkampfes (1871–1887) blieb sie aufgrund staatlicher Beschränkungen von 1873 bis 1887 geschlossen, danach erlebte sie eine neue Blütezeit. 1909 bestanden an ihr acht Lehrstühle; deren Professoren gaben in diesem Jahr erstmals die Fachzeitschrift Theologie und Glaube heraus. Seit dem 16. März 1917 trug die Hochschule die Bezeichnung „Philosophisch-Theologische Akademie“. Weil ihre Gebäude nach den schweren Luftangriffen auf Paderborn im März 1945 völlig zerstört waren, wurde der Studienbetrieb nach dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945) nach Bad Driburg verlegt und konnte erst im Wintersemester 1949/50 wieder in Paderborn aufgenommen werden.

Durch ein Dekret vom 11. Juni 1966 erkannte Papst Paul VI. (1963–1978) der Hochschule den Rechtsstatus einer Theologischen Fakultät zu und bestätigte zugleich ihr Recht, alle akademischen Grade zu verleihen. Dieser Rechtsstatus wurde am 14. Oktober 1966 in einer Urkunde des Kultusministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen bekräftigt und besteht noch heute. Laut novellierter Fassung des Hochschulgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen vom 16. September 2014 ist „die Theologische Fakultät Paderborn staatlich anerkannte Hochschule im Sinne dieses Gesetzes“ (§ 74 Abs. 1). Sie hat damit den gleichen Rang wie die entsprechenden Fakultäten oder Fachbereiche der staatlichen Universitäten der Bundesrepublik Deutschland.

 

 
 

Das Gymnasium Theodorianum in Paderborn geht auf die vermutlich im Jahr 799 gegründete Domschule zurück. Nachdem die Schule einen Bedeutungsverlust hinnehmen musste wurde im 16. Jahrhundert der Schulbetrieb modernisiert und die Schule in Gymnasium Salentinianum umbenannt. Am Standort der Schule befand sich bis 1592 ein Minoritenkloster, in mehreren Abschnitten wurde der bis heute bestehende Schulbau errichtet und fortan als Akademisches Gymnasium oder Theodorianisches Gymnasium bezeichnet. Erster Abschnitt (1596-1605) war das eigentliche Kolleggebäude mit seinem mächtigen Westturm, dem 1612-14 der Mittel- und Gymnasialflügel folgte. 1729 ist der östliche Turmanbau ergänzt und 1730-34 der Südflügel mit Verbindung zur Jesuitenkirche erbaut worden. Absolvent der Schule war unter anderem der Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun. Seit 1846 trägt die Schule den Namen Gymnasium Theodorianum. In Teilen des Gebäudeensembles wurde 1615 die Jesuitenuniversität als erste Universität in Westfalen gegründet. Aus dieser haben sich später das Priesterseminar und die theologische Fakultät der Paderborner Universität gebildet.

 
Portal
 

Der Neubau des Gymnasiums, dessen Vorgänger, die alte Domschule, die Jesuiten 1585 mit dem Amtsantritt des neuen Fürstbischofs übernommen hatten, paßte aus Platzgründen nicht in die Kolleggebäude, für dieses wurde wenige Jahre später der sog. Gymnasialflügel an die Westseite des Turmes angesetzt (1612-1614). Das Gymnasium galt später als dritte Fakultät der Universität. Der Gymnasialflügel hat zwei viereckige Treppentürme, die beides Stiftungen von wichtigen Amtsträgern im Fürstbistum waren: Der südliche Treppenturm wurde von dem damaligen Dompropst Walter von Brabeck gestiftet, der nördliche vom Domdechanten Arnold von Horst. Zwischen den beiden Treppentürmen ist ein prächtiges Renaissance-Portal, das obendrüber in einer Bogennische die Figur des Stifters in vollem Ornat trägt: Die Accademia Theodoriana ist nach dem Paderborner Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg (1585-1618) benannt, der in lateinischen Urkunden auch mit dem Namen Theodor oder Theodorus unterzeichnete. Seine Figur wird von zwei Putten flankiert.

 

Die stark abgekürzte Inschrift zu seinen Füßen lautet: "THEODORVS A FVRSTENBERG DEI AC SEDIS APOSTOL(ICAE) GRATIA ECL(ES)IAE PADERB(ORNENSIS) ANTISTES AC S(ACRI) R(OMANI) I(MPERII) PRINCEPS AFFECTV ZELOQ(VE) BONI PVBLICI QVA RELIGIONE QVA SAPIENTIA PROCVRANDI PROPAGANDIQ(VE) RELIGIONI QVIDEM TEMPLVM SAPIE(N)TIAE VERO GYMNASIVM ACADEMICVM COLLEGIVM PORRO PATRIB(VS) SOCIETATIS IESV TANQVAM FIDIS VTRIVSQ(VE) THESAVRI DISPENSATORIB(VS) AETERNV(M) CONSECRABAT". Darunter folgt direkt über dem Portal noch eine kleinere, zweiteilige Inschrift mit Chronogramm im linken Teil, die von den beiden freistehenden Säulen des Portalrahmens teilweise verdeckt wird. Ein späterer Einsatz mit einer Inschrift unter einem Engelskopf verkündet: "FERDINANDVS II EP(ISCOP)VS RENOVAVIT A(NN)O 1677".

 

Das Gebäude wurde also unter Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg 1677 renoviert. Drei Fürstbischöfe hat die Familie Fürstenberg hervorgebracht, der erste legte den Grundstein für das neue Gymnasium, der zweite renovierte es und der dritte führte 1791 die allgemeine Schulpflicht ein.

Theodorianum - rechter Treppenturm

Am rechten Treppenturm des Gymnasialflügels befindet sich dieses wappengeschmückte Portal zum Hofe. Es ist wie sein Pendant gegenüber üppige Weserrenaissance mit reichem Beschlagwerk am Portalgewände und besonders reich dekorierter Wappenrahmung, mit zwei armlosen Karyatiden und zwei seitlichen Engelsköpfen, die hinter ihren Flügeln hervorschauen. In diesen kostbaren Rahmen ist mit etwas Abstand ein rechteckiger Rahmen eingepaßt, der das Vollwappen enthält, von zwei Engeln gehalten. Darunter befindet sich eine ovale Inschriftenkartusche. Es ist das Wappen von Arnold von Horst, Paderborner Domdechant, Stifter des nördlichen Treppenturmes des neuen Gymnasiums und späterer Dompropst, datiert auf 1616. Er starb 1630. Das von zwei drallen Engeln gehaltene Wappen Horst zeigt eigentlich in silbernem Feld fünf blaue Balken und darüber einen roten, golden gekrönten Löwen, hier in 9x von Silber und Blau geteiltem Feld einen roten, golden gekrönten Löwen. Im Aschaffenburger Wappenbuch ist das Wappen Horst verzeichnet, dort ebenfalls mit 5 blauen Balken in Silber. Das Helmkleinod zeigt einen roten, golden gekrönten Löwen wachsend zwischen einem wie der Schild bez. Adlerflug. Helmdecken blau-silbern, hier abweichend in unheraldischem blau-rot. Normalerweise blickt der Löwe natürlich nach rechts, doch hier ist er gewendet. Man kann spekulieren, daß das geschehen ist, weil der Löwe sonst in das Mauerwerk des Gymnasialtraktes blicken würde, so aber ist der Blick des Löwen auf den Vorplatz gerichtet, und er schaut in die einzige Richtung, aus der ein Besucher kommen kann, und gleichzeitig in Richtung des Domes.

Rathaus

Die erste Erwähnung eines Rathauses in Paderborn findet sich in einer Urkunde des Jahre 1279, Einzelheiten über dieses Gebäude sind jedoch nicht bekannt. 1611 beschloss der Rat auf Anweisung des Fürstbischofs Dietrich von Fürstenberg, das damalige heruntergekommene Rathaus durch einen Neubau zu ersetzen. Hermann Baumhauer, ein Baumeister aus Wewelsburg, errichtete den Neubau im Stil der sog. Weserrenaissance in den Jahren 1613 bis 1620 unter Einbeziehung eines älteren Vorgängerbaus von 1473. 1870 erfolgte eine grundlegende Sanierung des Rathauses, die zugleich mit einem vollständigen Umbau des Inneren verbunden war. So entstanden u.a. die Eingangshalle und das große repräsentative Treppenhaus. Nach Auseinandersetzungen zwischen Volmer und der Stadt - die Kosten liefen aus dem Ruder -  wurde die Bauleitung 1874 dem Zimmermeister Schafmeister übertragen. 1878 war der Umbau vollendet. Nach weitgehender Verlagerung der personell gewachsenen Stadtverwaltung in das ehemalige Gaukirchkloster in der Grube 1894 richtete im Erdgeschoss des Rathauses der Altertumsverein ein Museum ein. 1945 wurde das Rathaus bis auf die Außenmauern zerstört und brannte aus. Die historische Innenausstattung von 1870/78, besonders erwähnenswert eine astronomische Uhr, wurde vernichtet. Die Ruine war einsturzgefährdet, der große Giebel musste durch Drahtseilabspannungen gesichert werden. Der schon 1946 begonnene Wiederaufbau zog sich bis 1954 hin, der Innenausbau wurde durch eine Lotterie finanziert. Die künstlerische Ausgestaltung geht vor allem auf den Paderborner Bildhauer Josefthomas (Joto) Brinkschröder zurück. Er entwarf die Eingangstüren, das Treppengeländer, die Treppenhausfenster sowie die Haupteingangstür des großen Saales und die zugehörige Supraporte. Die Entwürfe für die Türlaibungen des großen Saales lieferte der Bildhauer Müller-Oerlinghausen. Der Ausbau des Rathauskellers zum gastronomischen Betrieb erfolgte erst in den 1960er Jahren. 1975 erhielt das Rathaus eine Farbfassung nach historischen Befunden.

 
 

Abdinghofkirche

Kloster und Kirche wurden 1945 bis auf die Außenmauern zerstört. Die Kirche erstand bis 1951 neu, wobei die Türme nunmehr Satteldächer erhielten. Die Ruinen des Klosters wurden 1951/52 abgerissen, um Platz für die neue Paderborner Stadtverwaltung zu schaffen, die zwischen 1956 und 1958 entstand. Zeitgleich baute man die evangelische Lutherschule und legte den Franz-Stock-Platz an. Der Stadtverwaltung wurde als Westteil die Städtische Galerie angeschlossen, die Gemälde u. a. Kunstwerke zeigte. Im ‚Untergrund‘ blieben Reste des Kreuzgangs erhalten. Im Zuge weiterer Sanierungen und Neugestaltungen zwischen 1959 und 1961 baute man zwischen Abtskapelle und Galerie ein Pfarrhaus. Im Zuge einer Neugestaltung der Paderborner Museen zog die Galerie aus. Das Gebäude wurde vom Architekten Tido Brussig als Stadtmuseum neu geplant, umgebaut und vergrößert. Schon 2000/01 hatte es eine neue Fassade erhalten. 2015 wurde das Stadtmuseum im Adam-und-Eva-Haus geschlossen, im Oktober 2017 öffnete es an neuer Stätte seine Pforten. Garten und Kreuzgang des alten Klosters sind heute Teile des Museums und über dieses zugänglich. Seit 2009 umgibt den Vorplatz der Abdinghofkirche wieder eine Steinmauer mit Eisengitterzaun. Die Pflasterung markiert zudem längst verschwundene, aber archäologisch nachgewiesene Bauelemente.

 
 

(links) Kapelle errichtet 1670-1673, erster Backsteinbau Paderborns. Nachfolgebau der 1017/1018 unter Bischof Meinwerk errichten aber wohl schon beim Stadtbrand von 1058 wieder zu Grunde gegangenen, mit Asylrecht ausgestatteten Alexiuskapelle. Ursprünglich als Oktagon erbaut, 1729 durch Anfügung eines Rechteckbaus nach Westen erweitert; 1808-1817 evangelische Pfarrkirche. 1945 weitgehend zerstört, Wiederaufbau 1955-1966.

(Rechts) Domturm errichtet Anfang des 13. Jahrhunderts. Im Laufe der Jahrhunderte mehrfach wechselnde Helmform. 1887-1889 Sanierung und Ausstattung mit großem Helm und vier Ecktürmchen nach dem Vorbild des Turms der Soester Patroklikirche durch Diözesan-Baumeister Arnold Güldenpfennig. 1945 Zerstörung des Helms, Turminneres ausgebrannt. Wiederaufbau in leicht veränderter Form 1954/1955.

 
 

Die Alexiuskapelle in Paderborn ist ein barocker Backsteinbau nach flämischem Vorbild. Sie befindet sich in der Paderborner Innenstadt am Abdinghof und somit in unmittelbarer Nähe sowohl zur Abdinghofkirche als auch zum Dom.

 

Die dem Heiligen Alexius geweihte Kapelle ist Nachfolgebau einer gleichnamigen 1017/18 geweihten und mit Asylrechten ausgestatteten Stiftung Bischof Meinwerks an anderer Stelle und diente noch im 18. Jahrhundert als Zufluchtsstätte. Sie wurde 1670 bis 1673 erbaut und erhielt zwischen 1680 und 1692 eine Barockhaube mit Laterne. 1728/29 wurde der achteckige Zentralbau nach Westen zur heutigen Form erweitert.

 

Nachdem das Hochstift Paderborn seit der Gegenreformation unter Dietrich von Fürstenberg für lange Zeit rein katholisch geblieben war, formierte sich ab 1802 mit der Besetzung durch preußische Truppen auch eine evangelische Gemeinde in Paderborn. Nachdem dieser zunächst die Abdinghofkirche zugewiesen worden war, wurde ihr für eine Übergangszeit bis 1817 die Alexiuskapelle, danach die Busdorfkirche und ab 1863 wieder und jetzt endgültig die Abdinghofkirche zur Verfügung gestellt.

 

Noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kapelle 1945 bis auf die Umfassungsmauern zerstört, aber bis 1957 wieder aufgebaut. Aufgrund der Zerstörung ist von der ursprünglichen Ausstattung fast nichts erhalten, abgesehen von drei Statuen, darunter eine Darstellung des heiligen Meinolf und eine des Heiligen Liborius. Über der Pforte befindet sich die lateinische Inschrift Anno 1014 / Meinwerc / Ep[iscopu]s Pad[erbornensis] Vovit / Deo Optimo Maximo / in Honorem Sancti / Alexii Confessoris („Im Jahre 1014 weihte Meinwerk, Bischof von Paderborn, dem gnädigsten und erhabensten Gott zu Ehren des Heiligen Bekenners Alexius [diese Kapelle].“)

 

Von 1998 bis 2018 diente die Alexiuskapelle der russisch-orthodoxen Gemeinde zu Ehren der Hl. Gottesmutter-Ikone „Feodorovskaya“ für ihre Gottesdienste. Am 11. Februar 2018 fand der russisch-orthodoxe Gottesdienst in dieser Kapelle letztmals statt. Daraufhin zog die im Laufe der Jahre immer größer werdende russisch-orthodoxe Gemeinde in ein größeres Gotteshaus nach Bad Lippspringe um

 
 
 
 
 
 

In Paderborn sprudelt und strömt das Wasser überall

 
 
Der Park bietet im Sommer Frische

Die Pader speist sich aus über 200 Quellen und prägt mit ihren Auenlandschaften das Bild von ganz Paderborn. In der Stadt sorgt das allgegenwärtige Wasser für ein angenehmes Klima und lässt exotische Bäume in den Parks gedeihen. Quellen sind besondere Orte: Ursprung des Lebens, religiös und kultisch verehrt, heilig und heilkräftig mancher Legende zufolge, sagenhaft und erfrischend, Orte mit Mystik und Magie. Quellen sind faszinierend, erst recht, wenn sie so offensichtlich sprudeln wie in Paderborn. Das Quellgebiet des Flusses Pader liegt auf engem Raum inmitten der ostwestfälischen Stadt; nach den Aachquellen bei Radolfzell in Baden-Württemberg sind die Paderquellen mit einem Wasserausstoß von bis zu 9000 Liter pro Sekunde die stärksten in Deutschland. Es quillt so stark, dass die Pader gewissermaßen von gleich auf jetzt ein Fluss ist. Das Wasser sprudelt, strömt und gurgelt überall – Paderborn lebt nicht an den Quellen, die Stadt lebt gewissermaßen auf ihnen.

Quelle im Keller der Kaiserpfalz: Hier spiegeln sich die alten Gemäuer im Quellwasser

In der Pfalz neben dem Dom führen steile Treppen einen Schacht hinab. In dem 1978 auf den Resten der alten Kaiserpfalz aufgebauten Gebäude hielten seit Karl dem Großen vier Jahrhunderte lang deutsche Herrscher Hof. Im Keller ist eine Quelle, die sich wohl schon vor tausend Jahren in ein großes Becken ergoss. Das Gewölbe liegt im Zwielicht, es ist kühl hier unten, die Oberfläche des Wassers im Quellbecken zittert wie elektrisiert. Zu hören ist das Rauschen von Wasser, das draußen fließt, und der Klang von Kirchenglocken, gedämpft und weit weg. Hier kann man buchstäblich in die Geschichte abtauchen, während zarte Lichtreflexe über die Decke des Gewölbes huschen. Aus den Quellen sollte man nicht unbedingt trinken, denn das Oberflächenwasser braucht vom Versickern in den Klüften auf der Paderborner Hochfläche nur zwei bis vier Tage, bis es die Quellen in Paderborn erreicht. Entsprechend gering ist die Filterwirkung. Unterhalb der Pfalz entspringt die Dielenpader. Es ist eines von sechs Quellbecken in Paderborn, die Namen tragen wie Börnepader, Maspernpader, Dammpader oder Rothobornpader; mehr als 200 „Borne“ sind es insgesamt in der Innenstadt – nach ihnen wurde die alte Kaiser- und Bischofstadt Paderborn benannt. Die Pader ist ein ganz besonderer Fluss. Kaum dem Boden entsprungen, muss sie bereits nach vier Kilometern, im Ortsteil Schloss Neuhaus, beim Zusammenfluss mit der Lippe ihren Namen aufgeben. Damit ist sie der kürzeste Fluss Deutschlands – und dennoch überaus reizvoll. Denn ein grünes Band von Auen schmiegt sich beidseitig ans Flussufer. Besonders reizvoll: die Paderaue zwischen Padersee und Schloss Neuhaus.

Ideal für ein Picknick, etwa wenn man am Ursprung der Dielenpader am Ufer dieser Quelle sitzt. Zu hören sind fließendes Wasser, munteres Vogelgezwitscher, manchmal Kirchenglocken sowie leise, klassische Klaviermusik aus der Dommusikschule nebenan. Wer Glück hat, sieht hier sogar buntschillernde Eisvögel oder eine Pader-Amsel.

Das Quellbecken der Dielenpader mit Kaiserpfalz und Dom

Entlang der westlichen Paderarme legten die Paderborner vor gut 70 Jahren einen Park an, er ist heute eine einzigartige innerstädtische Wasserlandschaft, viel Raum für Fluss und Mensch. Typisch für die östlichen Paderarme wiederum ist der alte, mächtige Baumbestand. Die Gegend ist auch deshalb so besonders, weil Quellwasser in der Regel immer kühl ist, in diesem Fall um die zehn Grad. Die herrliche und belebende Frische macht das Wandeln und Spazieren im Sommer angenehm. Und im Winter wird es nie wirklich kalt, denn dann wärmt das Wasser. Wasser bricht aus der Tiefe empor: Überall pumpt, pulsiert und drückt das Wasser, es sickert, sprudelt und strömt aus der Erde und aus Wiesen, aus kleinen Teichen und dem Fluss selbst, aus Mauern und aus Wänden, von irgendwo hervor, von irgendwo heraus, in Kellern und unter Kneipen tritt es aus, unter einem Hotel. Mal ist es ein kniehoher, mächtig sprudelnder und wallender Born, mal ein verhaltenes, wie in Zeitlupe geschehendes Quellen unter Wasser. Sand und feiner Kies wirbeln über Quelldüsen. Der Wasserreichtum ist die Grundlage der Parklandschaft, mal kanalisiert und mal frei fließend, unter Bogenbrücken hindurch, über Kaskaden plätschernd, kraftvoll und verspielt gleichermaßen.

Alter Fachwerkhaus-Bestand

 
 

Die Kirche des Michaelisklosters

Die Klosterkirche steht unter Denkmalschutz. Im Jahr 2012 übergab der Orden der Augustiner-Chorfrauen das Gymnasium St. Michael und die Realschule St. Michael in die Trägerschaft des Erzbistums Paderborn. Die erhaltene Fassade der Klosterkirche gilt als wichtiges Zeugnis des flämischen Barocks. Im Dezember 1597 teilten Alix Le Clerc und vier Gleichgesinnte der Gemeinde in Mattaincourt (Lothringen) mit, dass sie eine religiöse Gemeinschaft gründen wollten mit dem Ziel, alles mögliche Gute zu tun. Pierre Fourier übertrug 1598 dieser Gruppe die Aufgabe, Mädchen und jungen Frauen aller Schichten kostenlos Unterricht zu erteilen und sie zu erziehen. Die erste Schule wurde im Juli in Poussay eröffnet. Der Orden der Augustiner Chorfrauen CBMV wurde im August 1628 gegründet und vom Papst bestätigt. Während des Dreißigjährigen Krieges flohen vier Chorfrauen von Lothringen nach Münster und fanden hier neue Aufgaben. Fürstbischofs Dietrich Adolph von der Recke erwirkte im März 1658 die Neugründung, es wurde eine Schule eröffnet. Die Schwestern zogen 1669 nach Paderborn in ein direkt an der Pader gelegenes Haus. Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg machte es ihnen zum Geschenk, sie richteten es als Kloster ein und weihten es dem hl. Joseph.[2] Das Kloster und die Kirche wurden 1698 neu gebaut, der Fürstbischof Hermann Werner von Wolff Metternich verfügte das Patrozinium des Erzengels Michael. Als einziges Kloster in Westfalen entging das Paderborner Michaelskloster 1802 der Säkularisation, da es eine der Stiftungen war, die sich nur dem öffentlichen Unterricht widmete. Während des Kulturkampfes im Jahr 1878 wurden die Schwestern ausgewiesen, die preußische Regierung hob das Kloster auf. Das Kloster wurde 1925 in Hagen neu gegründet. Die Nationalsozialisten schlossen 1939 die Schule. Bei einem Bombenangriff auf Paderborn wurden die Gebäude 1945 zerstört. Die Schule wurde bis 1946 wieder aufgebaut und neu eröffnet, trug seit 1949 die Bezeichnung Privates neusprachliches Mädchengymnasium St. Michael und seit 1950 Private Realschule St. Michael. Nach der Auflösung des Konventes St. Hildegard in Hagen schlossen sich fünf Schwestern dem Konvent in Paderborn an. Durch die Art der Anlage suggeriert die Fassade eine Dreischiffigkeit, obwohl die Kirche nur ein Schiff besitzt. Der Wechsel der Baumaterialien Sandstein und Ziegel zeigen den flämischen Einfluss. Auf der Mittelachse der Front prangt ein großes Wappen des Fürstbischofs. Das Gebäude wurde nach einer Bezeichnung 1696 im Auftrag des Fürstbischofs Hermann Werner von Wolff-Metternich von Ambrosius von Oelde errichtet, die Weihe erfolgte 1697. Im Jahr 1895 wurde an der Westseite ein neuer Nonnenchor angebaut und ausgestattet. Der Giebel wurde 1970 teilweise erneuert.

Fassade des Klosters
Wappen des Hermann Werner von Wolff-Metternich zur Gracht

Kardinal-Degenhardt-Platz

2012, zehn Jahre nach seinem Tod, hat die Stadt Paderborn einen Platz nach Johannes Joachim Kardinal Degenhardt benannt. Der Geistliche starb am 25. Juli 2002 im Alter von 76 Jahren. Am Nachmittag wurde der Platz vor der Paderborner Stadtbibliothek als Kardinal-Degenhardt-Platz feierlich eingeweiht. Zu dem Festakt kamen auch Degenhardts Nachfolger Erzbischof Hans Josef Becker und Bürgermeister Heinz Paus. 2023 wird seine Ehrenbürgerschaft im Zusammenhang mit seinem angeblichen Fehverhalten in Frage gestellt.

Ehemalige Domdechanei Paderborn, heute Zentralbibliothek

Neptunbrunnen von Josef Rikus vor dem Dom

Der Neptunbrunnen hatte ursprünglich im Innenhof des Residenzschlosses gestanden. Fürstbischof Clemens August von Bayern (1719-1761) schenkte ihn den Bürgern der Stadt. 1730 wurde er auf dem Markt aufgestellt und um eine vom Bildhauer Johann Theodor Axer geschaffene Neptun-Figur ergänzt.

Nachdem 1945 ein Bombenvolltreffer den Neptunbrunnen buchstäblich ausradiert hatte, blieb die Stelle bis 1979 frei. Der Paderborner Künstler Josef Rikus schuf eine neue Neptun-Figur. Beim Ausheben der Baugrube stieß man auf Reste des alten Brunnens. Sie werden seit 2018 im Residenzmuseum Schloss Neuhaus ausgestellt.

Markt- und Domplatz wurden 2016/18 mit Natursteinen neu gepflastert, die Randbereiche mit Natursteinplatten ausgelegt. Steine des alten Eifel-Basalts fanden bei der Gestaltung der Parkplätze im Ostteil des Marktes Verwendung. Vor dem Dom hebt die Pflasterung den ehemaligen Domfriedhof (bis 1809) hervor.

Barockportal der Gaukirche
 
 

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