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Deutsches Bergbaumuseum Bochum

Als beliebtes Ausflugsziel für Touristen, aber auch für Menschen aus dem Ruhrgebiet, Familien mit Kindern und Schulklassen vermittelt das Deutsche Bergbau-Museum (DBM) in Bochum jährlich rund 400.000 Besuchern umfassende Informationen über alle Bodenschätze von der Zeit der Industrialisierung bis heute. Mit einer Ausstellungsfläche von 12.000 m² ist das DBM das bedeutendste Bergbau-Museum der Welt. Originalmaschinen und Modelle, die die Besucher teilweise selbst in Gang setzen und ausprobieren können, erschließen die Welt des Bergbaus. Das Highlight des Museums ist ein Anschauungs-Bergwerk unterhalb des Museums, um die Welt unter Tage kennen zu lernen. Es befindet sich in einer Tiefe von nur 25 m, der Rundgang ist etwa 2,8 km lang. Die technische Entwicklung des Bergbaus wird hier anhand originaler, lauffähiger Maschinen gezeigt. Hier bekommen Besucher realistische Eindrücke eines Steinkohlen- und Eisenerzbergwerks und von den Bedingungen unter Tage. Aber auch aus der Luft und am Boden erlebt man im Bergbau-Museum in Bochum die Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet. Und von dem zum Museum gehörenden Förderturm aus hat man einen wunderbaren Blick über Bochum. Neben der Dauerausstellung beherbergt das Bergbau-Museum von Zeit zu Zeit auch Sonder-Ausstellungen.

Aufwärts ober abwärts?

Aufwärts!

Weit über die Grenzen Bochums bekannt ist das grüne Fördergerüst. Dabei kam das größte Ausstellungsstück erst 1973 nach Bochum und prägt seither die Stadtsilhouette. Bis dahin stand das Fördergerüst noch an seinem ursprünglichen Ort, über dem Zentralschacht der Schachtanlage Germania in Dortmund-Marten. Entworfen von den renommierten Industriearchitekten Fritz Schupp und Martin Kremmer, wurde das vollwandige Doppelbockgerüst 1943/44 errichtet. Es galt seinerzeit mit einem Gewicht von 650 t, einer Höhe von 71,4 m und einem Durchmesser der Seilscheiben von 8 m als weltgrößtes Fördergerüst und war eine der modernsten und auch leistungsstärksten Fördereinrichtungen des deutschen Steinkohlenbergbaus, die noch bis 1971 in Betrieb war. Von großem medialen Interesse begleitet, wurde das Gerüst nach seiner Stilllegung in Einzelteile mit einem Gewicht bis zu 30 t zerlegt und mit Spezialtransportern nach Bochum gebracht und dort in wochenlanger Arbeit montiert. Heute können Besucher über den Fahrstuhl in das Anschauungsbergwerk einfahren und die Aussichtsplattform in luftiger Höhe erreichen. Über den Dächern der Stadt reicht der Blick weit über die Grenzen Bochums hinaus.

Technische Daten

 

Aufgebaut auf der Schachtanlage Germania1944
Wiederaufbau im Deutschen Bergbau-Museum1973
Höhenlage der Rasen-Hängebank Keller± 0,00 m (+ 84,00 m NN)
Gesamthöhe (ab Rasenhängebank)71,40 m (+ 155,40 m NN)
Höhe bis zur oberen Seilscheibenbühne62,00 m (+ 146,00 m NN)
Höhe bis zur unteren Seilscheibenbühne50,00 m (+ 134,00 m NN)
Gesamtgewicht der Gerüstkonstruktionrund 650 t
Seilscheibendurchmesser8.00 m

Bochum von oben

Die Technische Hochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum (häufige Abkürzungen: TH Bochum oder TH Georg Agricola) ist eine private, staatlich anerkannte Hochschule in Bochum. Im Jahr 1816 als Bergbauschule gegründet, entwickelte sie sich bis heute zu einer modernen Hochschule, an der zum Wintersemester 2016/2017 fast 2300 Studenten eingeschrieben waren. 88 % davon sind männlich, 9 % Studierende mit anderer Nationalität und 49 % absolvieren das Studium berufsbegleitend.

Abwärts ...

Wer noch nie untertage war, kann es hier nachholen und einfahren: Das Anschauungsbergwerk im Untergrund des Deutschen Bergbau-Museums ist die besondere Attraktion und in seiner Art einzigartig. Hautnah können die Besucher bei einer Grubenfahrt erleben, wie es in einem Bergwerk unten „vor Kohle“ zuging, wie in Hitze, Dunkelheit und stickiger Luft das schwarze Grubengold gewonnen wurde. Auf einem Streckennetz von rund 2,5 Kilometern Länge kann man sich ein anschauliches Bild vom Steinkohleabbau in der Vergangenheit und Gegenwart machen – von der harten Handarbeit vor hundert Jahren bis zu heutigen High-Tech-Verfahren.

Flöz im Anschauungsbergwerk

Der Rundgang beginnt ...

Ausstellungen im über Tage-Bereich des Museums eröffnen Einblicke in die ganze Welt des Bergbaus. Zahlreiche Originalmaschinen und Geräte können die Besucher selbst in Gang setzen. Sie gehören zu dem einmaligen und reichen Sammlungsbestand des Museums, das neben technischen auch umfangreiche mineralogische und (kunst-) historische Gegenstände umfasst. Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum zählt mit fast 400.000 Besuchern pro Jahr zu den meist besuchten Museen der Bundesrepublik. Es ist das bedeutendste Bergbaumuseum der Welt und zugleich ein renommiertes Forschungsinstitut für Montangeschichte.

Waschkaue des Anschauungsbergwerks

Die Einrichtung von geologisch-paläontologischen Sammlungen wurde bereits kurz nach der Gründung der Westfälischen Berggewerkschaftskasse (WBK) eine Grundlage zur Erforschung des Niederrheinisch-Westfälischen Steinkohlengebiets sowie für die Ausbildung von Bergingenieuren. Die Sammlungstätigkeit wurde im Wesentlichen bis in die 1970er Jahre aktiv fortgeführt. Somit sind vor allem das oberkarbonische Gebirge und das Deckgebirge von der Oberkreide bis zum Quartär sehr gut dokumentiert. Auch wegen der Einrichtung eines seit 1919 öffentlich zugänglichen geologischen Museums wurde die Sammlung überregional und um Zeugnisse anderer Erdzeitalter erweitert. Stücke aus der Sammlung bilden von jeher die Basis für wissenschaftliche Forschungen und sind entsprechend publiziert.

Die Wurzeln der mineralogischen Sammlungen liegen mehr als 150 Jahre zurück und sind eng an die frühe Entwicklung der ehemaligen Westfälischen Berggewerkschaftskasse (WBK) geknüpft. Während zunächst Mineral- und Erzstufen sowie Gesteine aus den heute meist klassischen Lagerstätten (z.B. im Ruhrgebiet, Erzgebirge, Harz, Siegerland usw.) gesammelt wurden, stehen seit geraumer Zeit die in den Forschungsvorhaben des DBM relevanten Rohstoffgrundlagen im Vordergrund. Die mineralogischen Sammlungen sind inzwischen auf internationale Lagerstätten erweitert. Zur Ausbildung von Bergingenieuren und Bergleuten konnten an den Bergschulen Sammlungen nach mineralogischer Systematik zur Ausbildung angelegt werden, diese sind heute im DBM zusammengeführt.

Eine effektive Wertschöpfung lässt sich in der Regel nur durch die an eine Gewinnung anschließende Aufbereitung oder Veredelung eines zuvor im Bergbau gewonnenen Rohstoffs realisieren. Meist findet diese Aufbereitung bei den Bergwerken oder ganz in der Nähe statt und erfordert spezielle technische Einrichtungen oder Industrieanlagen. Zerkleinerungs-, Klassier-, Anreicherungs- sowie Wasch- und Sortiereinrichtungen sind teilweise im Original oder als Modelle vorhanden. Ein Sammlungsschwerpunkt liegt bei der Steinkohle, nämlich bei deren thermischer Veredelung durch Verkokung einschließlich der chemischen Veredelung der seit Ende des 19. Jahrhunderts gewonnenen Nebenprodukte. Daneben gehören auch die Erzaufbereitung, die Soleanreicherung sowie Objekte zur Brikettierung von Braunkohle zu diesen Sammlungen.

Die besondere Arbeit des Bergmanns, der sich als einzige menschliche Berufsgruppe unter der Erde ohne das naturgegebene Licht der Sonne bewegt und den weithin unbestimmbaren Kräften der Geosphäre aufgesetzt ist, hat im Laufe der Jahrhunderte besondere Kultur- und Kunstformen entwickelt, die heute als aussagekräftige Dokumente und Quellen zu verstehen und zu bewerten sind. Deshalb sammelt das DBM seit seinem Bestehen Belegexemplare für Beispiele der vom Montanwesen beeinflussten Kunst und Kultur. Diese Exponate – in der Sammlungshalle „Bergbau in Kunst und Kultur”, in der „Schatzkammer“ sowie in der „Barbara-Ausstellung“ der Nemitz-Stiftung St. Barbara - gehen den unterschiedlichen Strömungen und Wechselbeziehungen nach, die zur Entstehung der Exponate beigetragen haben.

Die Bergbau-Heilige St. Barbara

Die neben der Heiligen Anna und dem Heiligen Daniel wichtigste Schutzpatronin der Bergleute ist die Heilige Barbara: Die nach der Legende des Jacobus Voraginis (1228/29 –1298) aus Nikomedien (Türkei) stammende Königstochter wandte sich dem Christentum zu. Ihr Vater Dioskur versuchte, sie unter allen Umständen von ihrem Glauben abzubringen, schloss sie in einen Turm ein und ließ sie schließlich enthaupten, worauf Dioskur von einem Blitz getötet wurde, der von einem plötzlich aufgezogenen Unwetter herabschlug. Vor ihrem Tode soll die Märtyrerin zu Christus gebetet haben, weshalb die Heilige oft mit Kelch und Turm abgebildet wird. Die Heilige Barbara wurde zunächst von den Glockengießern als Schutzpatronin angerufen, später von den Artilleristen, die mit ihren Kanonen "künstlich" Blitz und Donner hervorrufen konnten. Mit der Einführung des Schießpulvers in den Bergwerken (17. Jahrhundert) gewann die Heilige Barbara neben ihrer allgemeinen Funktion als Nothelferin besonders für die Bergleute an Bedeutung: Heute ist sie die wichtigste und weltweit verbreitete Schutzpatronin der Knappen. Die Ausstellung zeigt die vielfältigen Gestaltungs- und Erscheinungsformen dieser Schutzpatronin: Neben den Skulpturen, Gemälden, Ikonen, Münzen und Medaillen sind es vor allem die vielfältigen, unterschiedlichen Darstellungsformen der Barbara-Verehrung, die den Besucher in seinen Bann schlagen. Die überwiegende Mehrzahl der ausgestellten Exponate stammt aus der Nemitz-Stiftung St. Barbara, die von einer Führungskraft aus dem Bergbau zusammengetragen und dem DBM zur Aufbewahrung, Pflege und Erforschung übertragen worden sind. Die Sammlungseinheit befindet sich im Erdgeschoss des Erweiterungsbaus („Schwarzer Diamant“).

Kunst und Kultur im Bergbau

Als ein vorgeschichtliches, bereits vor rd. 6000 Jahren entstandenes Beispiel für Kunstwerke, die mit der Gewinnung von nutzbaren Lagerstätten ursächlich verbunden sind, müssen die kulturschöpferischen Leistungen interpretiert werden, die im Zusammenhang mit dem ägyptischen Kupferbergbau bei Timna/Süd-Israel verbunden sind. Darstellungen vom Tonbergbau im klassischen Griechenland führen weiter zum einzigartigen Stein von Linares, dessen Betrachtung man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte: Es ist ein Steinrelief, das im 3. Jahrhundert entstanden ist und Bergarbeiter mit ihren Werkzeugen auf ihrem Weg zu einem römischen Blei- und Silberbergwerk im spanischen Linares darstellt. Die Kopie des Titelblatts des „Kuttenberger Kanzionales”(um 1500 in Böhmen geschaffen) ist die erste umfassende bildliche Darstellung eines Bergbaubetriebes in der Frühen Neuzeit und reicht von der Gewinnung der Erze unter Tage über die Aufbereitung bis hin zur Verteilung und zum Verkauf des Silbers. Der Annaberger Bergaltar des sächsischen Malers Hans Hesse vom Jahre 1521, der in einer originalgroßen Kopie gezeigt wird, belegt die verschiedenen Arbeitsbereiche des klar gegliederten und organisierten Bergbaus. Ebenso analysiert Georg Agricola (1494-1555) drei Jahrzehnte später in seinen „Zwölf Büchern vom Bergbau” als einem der ältesten technischen Fach- und Lehrbücher der Neuzeit sämtliche Arbeitsabläufe mit nahezu wissenschaftlicher Akribie - eine Vitrine enthält die jeweils erste lateinische, deutsche und englische gedruckte Ausgabe seines Werkes. Das nahezu gleichzeitig in Tirol entstandene „Schwazer Bergbuch” aus dem Jahre 1556 ist eine kostbare Handschrift und Quelle für die Geschichte des Bergbaus. Wirtschaftsgeschichtliche Aspekte werden im Umfeld der ausgestellten Münzen und Medaillen mit bergbaulichen Motiven angesprochen. Die absolutistische Prachtentfaltung, wie sie z. B. am sächsischen Hof bestanden hat, basierte zum großen Teil auf der Wertschöpfung aus dem erzgebirgischen Silberbergbau. Die Stiche von der Hochzeitsfeier im Plauenschen Grund von 1719, die Bergparaden und die Paradeuniformen mit entsprechendem Zubehör sind ebenso wie die zahlreichen Porzellanfiguren und -service beredte Belege dafür. Kostbare Holz- und Porzellanfiguren aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die in Deutschland herausragende Sammlung von Gemälden und Plastiken des großen sozialkritischen, belgischen Malers Constantin Meunier (1831 -1905) sowie weitere Bildwerke namhafter Künstler von der Wende vom 19. zum 21. Jahrhundert erläutern die weitere Entwicklungsschritte der vom Montanwesen geprägten Kunstentwicklung. In sozialgeschichtlicher Sichtweise aufschlussreich sind die Laienarbeiten von Bergleuten, die nicht nur die besonders ausgeprägte Liebe zum ausgewählten Beruf dokumentieren, sondern auch ihre soziale Lage andeuten: Heimarbeit bedeutete eben auch einen zusätzlichen Broterwerb. Im Laufe seiner Jahrtausende zählenden Geschichte unterlag der Bergbau als Teil des Montanwesens einem ständigen Wechselspiel unterschiedlicher Kräfte und Faktoren. Dieses wurde geprägt von natürlichen Voraussetzungen, politischen und wirtschaftlichen Zielvorstellungen, gesellschaftlichen Normierungen, sozialen Komponenten und geistigen Gegebenheiten. Die Tatsache, dass Bergbau betrieben worden ist, hat somit wesentliche Einflüsse nicht nur auf das Kultur-, Kunst- und Geistesschaffen, sondern auch auf Entwicklungen, die für die Technik- und Sozialgeschichte schlechthin von Bedeutung sind, ausgeübt. Die besondere Arbeit des Bergmanns, der sich als einzige menschliche Berufsgruppe unter der Erde ohne das naturgegebene Licht der Sonne bewegt und den weithin unbestimmbaren Kräften der Geosphäre aufgesetzt ist, hat im Laufe der Jahrhunderte besondere Kultur- und Kunstformen entwickelt, die heute als aussagekräftige Dokumente und Quellen zu verstehen und zu bewerten sind. Deshalb sammelt das DBM seit seinem Bestehen Belegexemplare für Beispiele der vom Montanwesen beeinflussten Kunst und Kultur. Diese Exponate – in der Sammlungshalle „Bergbau in Kunst und Kultur”, in der „Schatzkammer“ sowie in der „Barbara-Ausstellung“ der Nemitz-Stiftung St. Barbara - gehen den unterschiedlichen Strömungen und Wechselbeziehungen nach, die zur Entstehung der Exponate beigetragen haben.

 

Eine Ausstellung lebt von seiner Gestaltung und seinen Exponaten. Allerdings ist es nicht immer möglich, das Original zu präsentieren. Manchmal erlaubt es seine Zerbrechlichkeit, seine schiere Größe oder seine Unverrückbarkeit nicht. Wenn der Ausstellungsmacher dennoch nicht auf dieses Exponat verzichten möchte, greift man auf eine Kopie zurück. Deren Herstellung bleibt zumeist unbeachtet, sie ist jedoch eine Kunst für sich. Es sind die Mitarbeiter der Modellbauwerkstatt des DBM, die hinter den Kulissen der Ausstellungen arbeiten. Sie bauen und erstellen Modelle aus verschiedensten Materialien, die so authentisch wie möglich aussehen sollen. Dazu ist allerhand technisches Wissen über verschiedenen Werkstoffe und räumliches Vorstellungsvermögen Voraussetzung. Die Ausbildung zum Modellbauer dauert dreieinhalb Jahre und kann in den Werkstätten des DBM absolviert werden.

Oktober 2017
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