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Marienkirche / St.-Georgen-Kirchein Waren

Noch auf der Müritz fällt der Blick schon vor dem Anlegen des Schiffes auf zwei der drei Warener Kirchen:
Die St.-Georgen-Kirche (links) und die Pfarrkirche St. Marien (rechts).

 

Die St.-Georgen-Kirche wurde Anfang des 14. Jahrhunderts als dreischiffige Backstein-Basilika mit Langhaus und Kreuzrippengebäude errichtet. Von einem Vorgängerbau aus dem 13. Jahrhundert sind keine baulichen Reste vorhanden. Der quadratische Westturm stammt aus dem Jahr 1414. Die Kirche wurde durch Brände mehrfach in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Großbrand im Jahr 1699 wurden die Inneneinrichtung und der Glockenturm zerstört. Selbst die Kirchenglocken konnten der Hitze nicht standhalten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche im neugotischen Stil überbaut und 1857 neu geweiht.

 

Die Pfarrkirche St. Marien ist ein rechteckiges einschiffiges Backsteingebäude. Sie entstand aus den Überresten der Burgkapelle der nicht mehr existierenden Warener Burg der Herren zu Werle. Erhalten geblieben sind der rechteckige Feldsteinchor und die Sakristei vom Beginn des 13. Jahrhunderts im romanischen Stil. Dieser Teil der Kirche ist das älteste erhalten gebliebene Bauwerk der Stadt Waren. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde diese Kapelle den Erfordernissen der wachsenden Stadt angepasst. An dem Chor wurde ein gotisches dreischiffiges Langhaus angefügt.

St.-Georgen-Kirche

Zwei bildhafte Glasfenster in den Seiten-schiffen empfehlen sich der Aufmerksamkeit. Angefertigt Anfang des letzten Jahrhunderts, also des zwanzigsten. Sie stammen aus einer Glaswerkstatt in Innsbruck. Es war ein Warener Regierungsbaurat namens Pries, der auf einer Urlaubsreise in Tirol diesen Auftrag vermittelte. Er hatte ein gutes Gespür. Die Glasmaler waren Meister ihres Faches. Wunderbar in der satten Farbigkeit, in den feinen Nuancen der geätzten Partien, in der kraftvollen Zeichnung. Dargestellt ist auf der Südseite der Namensgeber, der Ritter “Sankt Georgius”. Er erinnert an Dürers “Ritter, Tod und Teufel”. Gestiftet wurde dieses Glasfenster 1909 von dem Apothekerehepaar Horn zur Erinnerung an ihren früh verstorbenen Sohn, dem Hauptmann Paul Horn.

Da das Schicksal vom Ritter Georg nicht jedermann geläufig ist, sei hier kurz erinnert. Es ist grausam: Georg, Soldat bzw. Offizier unter dem römischen Kaiser Diokletian, war Christ. Also in einer Zeit, als Christen noch verfolgt wurden. Wegen seines Glaubens erlitt er den Märtyrertod. In verschiedenen Varianten wird von den Torturen berichtet, die er zuvor erleiden musste. Mit Nägeln wurden ihm blutige Wunden gerissen, in die dann Salz gestreut wurde. Kraft seines Glaubens überstand er unversehrt den Kessel mit glühendem Blei, das Rad, auf das er geflochten wurde und einen Giftbecher. Am Ende seines Leidens wurde er enthauptet. Legenden des 11. Jahrhunderts verbanden die Person des Heiligen mit der Gestalt des Drachentöters, der die schöne Königstochter vor dem Drachen rettete, dem sie geopfert werden sollte. In dieser Eigenschaft als unerschrockener Krieger wurde er oft Gegenstand künstlerischer Darstellungen. Als Ritter ohne Furcht und Tadel. So auch hier.

Orgel von Friedrich Hermann Lütkemüller (1856). Waren (Müritz), Kirche St. Georgen

Pfarrkirche St. Marien

Eines der Wahrzeichen der Stadt Waren ist die Marienkirche, die mit dem Schwan auf der Turmspitze auch Anregung für das Logo der Stadt lieferte.
Künstlerisch interessant eine Kreuzigungsgruppe aus Lärchenholz. Sparsam bemalt. In der Apsis des Altarraumes: Der Gekreuzigte, zu seinen Füßen Maria Magdalena, links seine Mutter, rechts Johannes. Ein Tiroler Holzbildhauer hat die Gruppe 1909 eigens für das Warener Gotteshaus geschaffen.

Während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1637 stürzte nach einem Großbrand die Decke ein und die Kirche brannte aus. Über 100 Jahre blieb das Gebäude eine Ruine, bevor es 1739 ein neues Dach bekam. Ein grundlegender Wiederaufbau erfolgte 1790–1792 nach den Plänen des Hofbaumeisters Johann Joachim Busch im klassizistischen Stil. Dabei wurde aus der dreischiffigen Hallenkirche durch die Entfernung der Gewölbepfeiler eine einschiffige Saalkirche. Das äußere Erscheinungsbild blieb unverändert. Am 26. August 1792 erfolgte die erneute Weihe des Gotteshauses. Sieben Jahre später wurde die steile Turmhaube mit Laterne im spätbarocken Stil auf die Reste des mittelalterlichen Turmes gebaut. Dabei wurden auf die West- und Ostseite Dreiecksgiebel aufgesetzt. Darüber kam die Turmspitze mit achteckigem Schaft und schlankem, kuppelartigem Helm. An dessen Spitze befindet sich eine kleine Laterne mit kuppelförmiger Haube. Diese krönt eine Windfahne in Form eines Schwanes. Der Kirchturm verfügt seit dem Jahr 1995 über eine Aussichtsplattform in 45 Meter Höhe, die durch eine 176-stufige Treppenanlage zu erreichen ist. Der gesamte Turm ist 54 Meter hoch.

Während der Befreiungskriege wurde die Kirche als Stroh- und Heuspeicher genutzt. Erst nach Kriegsende erfolgte eine weitere Renovierung. So wurden der Taufständer im Jahr 1817 und die Orgel im Jahr 1819 ergänzt. Im Jahr 1884 erfolgte eine Umgestaltung der Inneneinrichtung im neugotischen Stil. Dabei wurde in den Jahren 1894 bis 1898 unter Baumeister Georg Daniel auch der Turm umgebaut, damit er Glockenstuhl und Glocken aufnehmen konnte. Diese wurden, mit Hilfe einer Stiftung von Herzog Friedrich Franz II., drei Jahre später ergänzt. Am 6. Juli 1901 erfolgte der erste Gottesdienst der Kirchgemeinde und die Weihe der neuen Glocken. Aus akustischen Gründen wurde die Kanzel im Jahr 1909 vom Chorraum an den heutigen Standort umgesetzt. Weiterhin wurde die Kreuzigungsgruppe für den Chorraum angeschafft und der Chorbogen farblich mit einem Wandgemälde gestaltet. Bereits im Jahr 1917, während des Ersten Weltkrieges, wurden die Glocken konfisziert und eingeschmolzen. Sie wurden im Jahr 1922 durch das heutige Geläut ersetzt. Im Jahr 1963 wurde durch die neue Bemalung z. B. das Wandbild von Fritz Greve übermalt. Dieses wurde inzwischen wieder freigelegt und wartet auf seine restauratorische Wiederherstellung. Von 1993 bis 1995 erfolgten umfangreiche Renovierungsarbeiten in der gesamten Kirche. Seitdem kann die Kirche auch nachts beleuchtet werden. Anschließend folgten die Modernisierung der Glockenanlage, die Sanierung der Pfeiler der Südseite (1996–1997) und die Sanierung der Nordpfeiler im Jahr 2000. Im Jahr 2001 folgten die Sanierung des Ostgiebels und die Neubemalung des Innenraumes im Bereich der Empore. Im Jahr 2003 wurden das Südportal und das Dach auf der Südseite saniert.

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