Früher Friedhof - heute Park: Kortum-Park in Bochum

Der Kortumpark ist ein aufgelassener Friedhof südlich der Innenstadt von Bochum. Als „aufgelassene Friedhöfe“ werden die Friedhofsanlagen bezeichnet, auf denen keine Bestattungen mehr durchgeführt werden. Sie bilden als Parkanlagen wichtige Bausteine im Grünsystem der Stadt. Sie fördern das gute Stadtklima, laden zu Entspannung und Erholung ein und bieten Tieren einen wichtigen Rückzugsraum. Die Friedhofsanlage dokumentiert mit ihren Gräbern darüber hinaus die Stadtgeschichte Bochums. Gerahmt von der nördlich bogenförmig verlaufenden Bahntrasse Essen-Dortmund erstreckt er sich am Fuße des Lohbergs im Westen von der Wittener Straße, der Sackgasse Am Hain bis zur Akademiestraße. Das Gebäude der Hauptverwaltung der BP-Aral grenzt direkt an das südwestliche Parkgelände zwischen Wittener Straße und Am Hain. Nordöstlich auf dem Lohberg befinden sich übergangslos Schrebergärten, im Tal am Nordrand des Parks ein kleines Heizkraftwerk aus den 1950er Jahren.

Bahntrasse Essen-Dortmund

Der Kortum -Park

Die älteste Begräbnisstätte befand sich um die Propsteikirche St. Peter und Paul in der Altstadt und wurde bis 1819 genutzt. Da der Platz für die stetig wachsende Stadt nicht mehr ausreichte, wurde für alle Gemeinden ein neuer Begräbnisplatz außerhalb der Stadtwälle gesucht. An der Chaussee nach Witten wurde am 21. November 1819 der Neue Friedhof seiner Bestimmung übergeben. Nachdem 1872 die Aufnahmefähigkeit des Friedhofs erschöpft war, wurden nur noch die Erbgruften als Begräbnisstätten genutzt. Bereits 1876 wurde er als „alter Begräbnisplatz“ am Lohberg bezeichnet. In den 1960er Jahren ging man dazu über, den bisher als Alten Friedhof bezeichneten Park, nach dem hier bestatteten Arzt und Aufklärer Carl Arnold Kortum zu benennen. Heute übernimmt der Kortumpark eine wichtige Nah- und Kurzzeit-Erholungsfunktion. Mit seinem alten Baumbestand und den kultur-geschichtlich wertvollen Gräbern zählt der Kortumpark zu den Bochumer Sehenswürdigkeiten. Die Stadt Bochum ist, da es sich um öffentliches Grün handelt, für die Pflege der Anlagen zuständig. Da jedoch einige Familiengruften bis in die Gegenwart gelegentlich belegt werden, ist in diesen Fällen die jeweilige Familie für die Grabpflege verantwortlich. 

Die Kortum - Gedenkstätte

Dr. Carl Arnold Kortum, geboren am 5. Juli 1745 in Mülheim/Ruhr, lebte und wirkte von 1770 bis zu seinem Tod am 15. August 1824 als Arzt und Alchemist, als Literat und Schöpfer der "Jobsiade" und als Historiker, der die erste wirklich bedeutende Bochumer Stadtgeschichte geschrieben hat, in Bochum. Sein vielfältiges Schaffen, seine Forschungen und Sammlungen, kurz seine bemerkenswerten Hinterlassenschaften haben sich unter Kennern in unserer Stadt stets größter Wertschätzung erfreut. - Die wichtigste Einkaufsstraße, ein bei Alt und Jung noch gut bekanntes Kaufhaus, ein Brunnen und Denkmäler, ein Friedhof-Park, ein Ärztehaus, eine Hauptschule, die Ehrenmedaille der Medizinischen Fakultät sowie der Innovationspreis der Biologischen Fakultät an der Ruhr-Universität Bochum und die stadt-historische Gesellschaft tragen seinen Namen; dies sind nur einige Punkte einer typisch Bochumer Liste, deren Ende noch lange nicht erreicht ist......

Kortums Grabstein, der von einer schlangen-umwundenen flammenden Urne gekrönt wird, ist insgesamt etwa 2,70 Meter hoch und zeigt an seinen vier Seiten - jeweils über unterschiedlichen Symbolen - in lateinischer und in deutscher Sprache vier Inschriften:

Vorderseite

Hoc sub monunento quiescit /
C. A. Kortum / Dr. medic. pro meritis / nominatus consiliarius aulicus /
Natus 5. Juli 1745, /
Mortuus 15. Aug. 1824. /

Hier ruht die irdische Hülle / des Dr. medic. und Hofrath / C. A. Kortum / geb. 5. Juli 1745, / gest. 5. Aug. 1824.


Symbole: unter einer Schleife gekreuzt eine Lyra für die Dichtkunst und ein Äskulapstab mit heiliger Schlange für die Heilkunst.

Rückseite

Deploratus ab uxore filia septem / nepotibus decemve /
pronepotibus. /

Des Wiedersehens freuen sich seine Gattin, / seine Tochter, seine sieben Enkel / und zehn Urenkel.

 

 

 

Symbole: zwei gekreuzte, gesenkte, noch aber brennende Fackeln auf herzförmigem Schleifenkranz für die Vergänglichkeit von Liebe und Leben.

Linke Seite

Per aspera ad astra /
Offenbarung Joh. 14 V. 13 /

Selig sind die Todten / die in dem Herrn sterben.


 

 

 

 

Symbol: eine Amphore, wohl für Fülle und Maß des Lebens

Rechte Seite

Non mihi mors gravis est /
posituro morte dolorem /
Sirach, 22 V. 11 /

Man soll nicht so sehr trauern.


 

 

 

 

Symbol: zwei gekreuzte Palmwedel als Zeichen maßvollen Trauerns.

Kortums letzte Ruhestätte bezeichnet ein verhältnismäßig schlichtes, angeblich von ihm selbst entworfenes Grabmal aus Sandstein, das sich über einer etwa zehn mal acht Schritte messenden Gruft erhebt, in der auch noch mehrere Familienangehörige bestattet wurden: Es sind dies seine Tochter Helena Christina Henriette Döring, geborene Kortum (geb. am 1. Mai 1770 in Bochum, gest. am 5. Februar 1839 in Bochum), der Apotheken-Provisor und nachmalige Ehemann der Kortum-Enkelin Caroline Döring, Constantin Brinkmann der Ältere (geb. am 9. März 1796 in Polsum, gest. am 9. Juni 1841 in Bochum), der ab 1827 auch Besitzer der Alten Apotheke zu Bochum wurde, sowie Kortums Ur-Enkel, Constantin Brinkmann der Jüngere (geb. am 30. November 1821 in Bochum, gest. am 21. April 1851 in Bochum), der die Apotheke auch noch einige Jahre bis zu seinem frühen Tod leitete.

Die vier Gräber repräsentieren somit auch vier aufeinander folgende Generationen, und es stellt sich die Frage, wo zum Beispiel Kortums Ehefrau, Helena Margaretha, geborene Ehinger (geb. am 4. April 1744 in Bochum, gest. am 9. August 1825 in Bochum), oder die Ehefrau Constantin Brinkmanns des Älteren, Caroline Döring (geb. am 12. September 1797 in Bochum, gest. am 1. Mai 1881 wohl in Bochum) bestattet wurden, doch auf diese Fragen gibt es zur Zeit noch keine Antworten.

Von der Wittener Straße kaum 25 Schritte entfernt, war die Kortum-Grabstätte bis vor einigen Jahren nicht direkt einzusehen, da sie als Grabanlage durch eine dichte und entsprechend hohe Bepflanzung nach Brauch und Regel der Bochumer Stadtgärtner vom pulsierenden Alltagsgetriebe - zumindest optisch - separiert wurde. Kortums biedermeierzeitliches Grabmal wurde im Zuge des Jubiläumsjahres 1995 samt der drei dazu gehörigen Grabplatten seiner Verwandten gründlich restauriert und unter Denkmalschutz gestellt, das Gebüsch wurde stark herunter geschnitten. Das Denkmal war nach dem Zweiten Weltkrieg - offenbar wegen starker Beschädigungen und infolge Steinzerfalls - durch eine fast getreue Nachbildung ersetzt worden, die aber Mitte der neunziger Jahre wieder restaurierungsbedürftig gewesen ist, und so traf es sich gut, dass die Kortum-Gedenkstätte zum Jubiläum 1995 völlig überarbeitet werden konnte.

Bei der Wiederaufstellung des erneuerten Gedenksteins für Kortum kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde dieser offensichtlich um 90 Grad gedreht, da bei Umgestaltung und Neuanlage der Gruft - sie wurde zusätzlich mit einer niedrigen Bruchsteinmauer umfriedet - die Grabstätte eine neue Zuwegung erhielt. Wünschenswert ist es, diesen Sachverhalt noch einmal gründlich aufzuarbeiten und festzustellen, weil nicht auszuschließen ist, dass die gesamte Kortum-Gruft nach 1924 um eine Reihe von Metern verlegt worden ist.

Auf dem ganzen Parkgelände verteilt finden sich Grabmale aus allen Zeiten nach 1819, von kleinen Platten bis hin zu monumentalen Grabstätten. Da das Gelände zum Lohberg aufsteigt, befinden sich die meisten noch genutzten Grüfte um den höchsten Punkt. 1991 wurden einige Grabsteine bzw. Skulpturen in die Denkmalliste der Stadt Bochum eingetragen.

 

Zu den bekannten Bochumer Persönlichkeiten, die auf diesem ehemaligen Friedhof begraben liegen, zählen:

  • Jacob Mayer (1813–1875), Unternehmer
  • Max Greve (1815–1873), 1842–1873 Bürgermeister der Stadt
  • Louis Baare (1821–1897), Unternehmer und Ehrenbürger der Stadt
  • Johann Joachim Schlegel (1821–1880), Braumeister, Gründer der Schlegel-Brauerei AG in Bochum
  • Heinrich Grimberg (1833–1907), Bergbauunternehmer
  • Fritz Baare (1855–1917), Unternehmer
  • Wilhelm Baare (1857–1938), Unternehmer
  • Franz Fromme (1875–1961), Heimatdichter
  • Johann Christian Leye (1830–1880), Chemiker und Unternehmer
  • Gebrüder Scharpenseel, Inhaber der Scharpenseel-Brauerei AG in Bochum
  • Carl (1845–1908) und Robert (1849–1904) Eickhoff, Unternehmer in Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik und Eisengießerei in Bochum
  • Wilhelm Seippel (1832–1906), Unternehmer, Inhaber der Firma Wilhelm Seippel, Grubensicherheitslampen und Maschinenfabrik in Bochum

Grab des Königlichen Sanitätsrats Heinrich Reinhard und seiner Familie im Bochumer Kortum-Park

Heinrich Reinhard, Kgl. Sanitätsrat 1829 – 1897

Hermine Reinhard, geb. Schnelle  1833 – 1909

 

Luise Reinhard, Pastor, geb. Ulmann 1788 – 18xx

Clara Reinhard 18xx – 18xx

Marie Reinhard 1859 – 1890

 

Cäsar Schnelle, Ingenieur 1827 – 1893

Ruhestätte der Familie Georg Vieting

Die Vorgänger der Vietings zu Goldhamme

Georg Vieting

20.01.1804 - 07.03.1875 (im Alter von 71)

Elisabeth Vieting, geb. Westerworth

22.11.1818 - 02.11.1889 (im Alter von 70)

 

Kinder

Emma Schulte-Vieting, geb. Vieting

18.06.1853 - 13.01.1892 (im Alter von 38)

Hulda Schulte-Vieting, geb. Vieting

13.08.1858 - 04.03.1919 (im Alter von 60)

 

In Frankreichs Erde ruht:

Georg Schulte-Vieting, Leutn. d. R. Westf. Hus. Rgt. Nr. 11, 21.04.1886 – 06.09.1914

Heinrich Schulte-Vieting, 19.12.1857 – 07.09.1939

Elisabeth Schulte-Vieting 25.05.1882 – 14.07.1883 (1 Jahr)

Otto Schulte-Vieting 16.01.1885 – 11.01.1886 (1 Jahr)

Grab Dreyer im Kortumpark

Friedrich Dreyer 1850 - 1912

Lina Dreyer, geb. Müser, 1853 - 1919
Agnes Murray, geb. Dreyer, 1894 - 1930

 

Non omnis moriar /  Ich werde nicht sterben. 

Horaz römischer Dichter *18.12.65 v.Chr.  †27.11.8 v.Chr.

Hermann Bernhard Meyer

Königl. Preuß. Land u. Stadtgerichtsrath

Ruhestätte der Familie

von den Bercken und Christ

(links)

Hier ruhet

Georg Diedrich Heinrich Gruthof
1828 - 1847

Ruhestätte der
Eheleute Surmann

Hier ruhet die Hülle der frommen Mutter und liebenden Gattin Henriette ……

Grabstätte der Familie Goerdt

Ruhrstätte der Familie Eickhoff

Die Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH ist ein traditionsreiches mittelständisches Unternehmen in Bochum im Bereich des Maschinenbaus. Das Unternehmen wurde 1864 von Johann Henrich Carl Eickhoff (*2.Februar 1808, †11.September 1864) als Gießerei gegründet. Das Unternehmen betätigt sich seit diesem Zeitpunkt als Zulieferer für den Bergbau auf Steinkohle, Erz und Salz im Ruhrgebiet und weltweit in anderen Bergbaugebieten. Als zweites Standbein nutzt das Unternehmen den Bau von Getrieben für Windkraftanlagen.

1871 übernahmen die beiden Söhne des Firmengründers Carl (*5. April 1845, 29. April 1908) und Robert (*19.Juni 1849, †8.August 1904) die Geschäftsführung von ihrer Mutter Elisabeth, geb. Cohlmann,  (*28. November 1808, †11. Juli 1888), die seit dem Tode des Vaters das Unternehmen leitete. Seit diesem Zeitpunkt trägt das Unternehmen den noch heute gültigen Namen. Robert Eickhoff war für den technischen Bereich der Geschäftsführung zuständig, Carl Eickhoff für den kaufmännischen Anteil. Nach dem Tode von Carl Eickhoff übernahm sein Sohn Alfred sen. (*12.März 1884, †27.Januar 1949) das Unternehmen. Ab 1949 war Alfred jun. (*28.September 1910, †28.Mai 1981) für die Führung des Unternehmens verantwortlich.

Das Grab von Jacob Mayer im Kortumpark

Jacob Mayer (* 1. Mai 1813 in Dunningen, Württemberg; † 30. Juli 1875 in Bochum) war ein deutscher Stahlfabrikant und Erfinder des modernen Stahlformgusses. Mayer, Sohn eines Landwirtes, wuchs in bäuerlicher Umgebung auf. Er hatte eine große technische Begabung, die er bei Arbeitsverhältnissen in Köln und England erweiterte. Bei seinem Onkel in Köln absolvierte er eine Uhrmacherlehre, bevor er als Arbeiter nach England ging. Sein Onkel hatte Versuche mit dem Tiegelguss von Stahl angestellt, in England trachtete Mayer danach, Kenntnisse über dieses Verfahren zu erlangen. Zurück in Deutschland führte er zunächst auf dem Hof des Vaters in Dunningen Versuche zum Stahltiegelguss aus, die vermutlich um 1836 im kleinen Maßstab erfolgreich waren. Im Jahr 1854 heiratete er die aus Bonn stammende Agnes Siebert (* 1812). Die Ehe blieb kinderlos. In den Jahren 1869 bis 1875 war Mayer Bochumer Ratsmitglied. Für die Erfindung der Stahlgussglocken erhielt er den Gregoriusorden. Mayers Witwe stiftete 1882 für die Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt in Köln-Nippes vier Glocken aus Gussstahl. Mayer produzierte ab 1839 als deutschlandweit Erster in Köln-Nippes Gussstahl nach einem in England bekannten Verfahren, wozu er eine Partnerschaft mit dem Hüttenunternehmer Eberhard Hoesch einging. Streitigkeiten über Standortfragen und die Verwendung der qualitativ besseren Steinkohle aus dem Ruhrrevier führten aber bald darauf zur Trennung von Hoesch. Sodann gründete Mayer zusammen mit dem Kaufmann Eduard Kühne 1842 in Bochum die Gußstahlfabrik Mayer und Kühne, welche ab 1845 die Produktion aufnahm, und verfeinerte den Stahlformguss. Bereits 1853 konnten in der Fabrik Stahlgüsse bis zu 7000 Pfund ausgeführt werden. Abnehmer der Produkte der Gießerei waren zunächst Werkzeugfabriken im bergischen-märkischen Raum. Kapitalmangel führte 1854 zur Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft unter der Firma Bochumer Verein, deren technischer Leiter Mayer wurde. Im Jahr 1852 schließlich präsentierte Mayers Werk auf der Düsseldorfer Gewerbeausstellung erstmals Glocken in Stahlguss. Das neue Gussverfahren konnte sich am Markt aber erst ab der Pariser Weltausstellung 1855, auf der dem Bochumer Verein für seine Stahlgussglocken eine Goldmedaille zuerkannt worden war, durchsetzen und fand insbesondere bei der Herstellung von Eisenbahnmaterial wie Lokomotiv- und Wagenrädern Anwendung.

Grabmal Max Greves im Kortumpark (Baudenkmal Nr. A 658)

Max Greve (* 9. August 1815 in Castrop; † 12. Juli 1873 in Bochum; vollständiger Name: Adolf Theodor Karl Maximilian Greve) war ein deutscher Verwaltungsjurist. Von 1842 bis 1873 amtierte er als Bürgermeister der Stadt Bochum. Nach dem Abitur 1835 am Paulinum in Münster studierte Greve Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn von Oktober 1835 bis zum Abschluss im August 1838. Als die Kreisstadt Bochum 1842 die „Revidirte Städteordnung“ einführte, schrieb sie eine Bürgermeisterstelle aus. Greve wurde von der Sitzung der Stadtverordneten am 30. Dezember 1842 gewählt. Greve war zweimal verheiratet. 1846 heiratete Greve Henriette Theresia Catharina Baumann aus Dorsten. Im folgenden Jahr wurde eine Tochter geboren. Als die Tochter kaum ein Jahr alt geworden war, starb die Mutter 1848. Zum zweiten Mal heiratete er 1852 Julia Lucia von Stockhausen, Tochter des Rittergutbesitzers Franz Florens von Stockhausen (1780–1852) auf Gut Stockhausen bei Meschede. Aus der Ehe gingen vier Söhne und eine Tochter hervor. Einer der Söhne war Julius Greve, der als Ingenieur einer der Initiatoren des Vereins zur Kanalisierung der Ruhr war und die ersten Entwürfe für ein Wasserkeilhebewerk fertigte. Als Greve 1873 starb, hatte er in 30 Jahren Amtszeit den Wandel der Stadt vom Ackerbürgerstädtchen zum Industriestandort und die Erweiterung der Infrastruktur maßgeblich mitgeprägt. Das Register der Propsteikirche St. Peter und Paul verzeichnet Typhus als Todesursache. Am alten Friedhof an der Wittener Straße befindet sich heute noch sein Ehrengrabmal.

Max Greve war verheiratet mit (Henrietta Theresia) Catharina BAUMANN, geb. am 15.09.1826 in Dorsten, verstorben am 19.04.1848 in Bochum. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor: Käthchen (Catharina) GREVE, geb. am 04.12.1847 in Bochum, verstorben am 16.08.1916 in Kassel.

Beschreibung:

Obelisk auf Postament

Auf dem kubusförmigen, die Inschrift tragenden Postament mit zwei Ornamentbändern sitzt der Obelisk, der an den Seitenflächen das Relief eines Lorbeerkranzes zeigt.

 

Inschriften:

  • Vorderseite: „Hier ruht in Gott, tief betrauert/ von seinen Hinterbliebenen/ Herr/ Maximilian Greve/ geb. zu Castrop d. 8. August 1815/ Bürgermeister/ der Stadt Bochum/ vom Jahre 1843 bis zu seinem/ Tode am 12. Juli 1873“
  • Rückseite: „Ihrem Bürgermeister/ M. Greve/ Zum ehrenden Andenken/ Die Stadt Bochum“
  • Nordseite: „Catherina Greve/ geb. Baumann/ geb. 16. Sept. 1826/ gest. 19. April 1848“

 

Das Denkmal geht auf den Wunsch der Witwe von Maximilian Greve, seiner zweiten Frau, zurück. Sie meinte nach dem Begräbnis ihres Mannes, die Stadt könne ihm verdientermaßen ein Erinnerungsmal auf der Familiengrabstätte setzen.

Familiengrabstätte Johann Christian Leye (1830–1880), Chemiker und Unternehmer

Grabstätte der Familie Johann Christian Leye. Säulenädikula in Mauer integriert, an der eine schlichte Grabplatte befestigt ist. DENKMALLISTE DER STADT BOCHUM: A 664.  Johann Christian Leye war Inhaber der Firma Joh. Chr. Leye & Co. technisch, chemische Fabrik, AsphaIt,- Teer- und Harzprodukte, Lacke und Firnisse in Bochum.

Gruft der Familie Baare

Familiengruft Baare, „Trauernde“ von Bildhauer Albert Moritz Wolff

Carl Ludwig Baare, genannt Louis Baare, (* 12. Juni 1821 in Minden; † 16. Mai 1897 in Bochum) war ein deutscher Kaufmann und Manager in der Montanindustrie. Baare kam im Alter von 24 Jahren als kaufmännischer Angestellter zur Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft und stieg dort in der Verwaltung bald auf. Das Unternehmen gehörte zu den Gläubigern der Bochumer Gussstahlfabrik Mayer & Kühne, aus der später der Bochumer Verein hervorging. Von 1854 bis 1895 war er Direktor, dann Generaldirektor des Bochumer Vereins und baute ihn zu einem Unternehmen mit weltweiter Bedeutung aus. Sein Nachfolger in dieser Funktion wurde sein Sohn Fritz Baare. Von 1863 bis 1897 war Baare Stadtverordneter der Stadt Bochum. Ferner war er von 1872 bis 1897 Präsident der Handelskammer zu Bochum. Von 1884 bis 1895 war er für den Wahlbezirk Mark für die Kollektivstädte und dann für den Wahlkreis Bochum-Stadt und die Nationalliberale Partei Mitglied des Provinziallandtags der Provinz Westfalen. Baare war ab 1879 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und beriet Otto von Bismarck in einigen sozialpolitischen Fragen. 1880 und 1881 war er in der Frühphase der Erarbeitung eines Unfallversicherungsgesetzes Ideengeber für Bismarck. Vom preußischen Staat wurden Baares Verdienste mit den Ehrentiteln Kommerzienrat und Geheimer Kommerzienrat honoriert. 1884 wurde er in den Preußischen Staatsrat berufen. 1887 verlieh die Stadt Bochum Louis Baare die Ehrenbürgerwürde. Die Stadt würdigte seine Arbeit mit den Worten: „Die Fortschritte des großen Werkes, an dessen Spitze er steht, sind innig verknüpft mit dem Gedeihen der Stadt.“

Baare war zweimal verheiratet: Mit seiner ersten Frau Elisabeth Alwine († 1850), geborene Hönemann, hatte er zwei Söhne: Bernhard und Paul. Mit seiner zweiten Frau Helene Johanna (* 17. Oktober 1830; † 7. April 1885), geborene André, hatte er weitere fünf Söhne (Friedrich, Wilhelm, Adolf (* 28. Januar 1861 in Bochum; † 6. Januar 1906 in Mülheim an der Ruhr), Louis und Theodor) sowie drei Töchter, von denen allerdings nur Minna das Säuglingsalter überlebte. Drei seiner insgesamt sieben Söhne bekleideten später ebenfalls leitende Posten des Bochumer Vereins: Friedrich, Wilhelm und Bernhard.

Fritz Baare (* 9. Mai 1855 in Bochum; † 10. April 1917 in Bad Oeynhausen; vollständiger Name: Friedrich August Baare) war ein deutscher Unternehmens-Manager und Industrieller. Der Sohn des Bochumer Industriellen Louis Baare beendete seine Schulausbildung in Arnsberg 1873 mit der Reifeprüfung und studierte danach in Berlin und Karlsruhe. Durch einen mehrmonatigen Aufenthalt in Paris und zwei Jahre in Leeds (England) verbesserte er außerdem seine technischen und sprachlichen Fähigkeiten. Am 1. Mai 1880 trat er in die Dienste des Bochumer Vereins, wo er als Stellvertreter seines Vaters arbeitete. Am 19. August 1882 heiratet er Hedwig Wilhelmine Heintzmann (* 21. Juli 1861; † 18. November 1948), eine Tochter des Bochumer Bergrates Heintzmann, die sich um zahlreiche soziale Einrichtungen verdient machte. Mit ihr hatte er zwei Töchter. Am 5. Januar 1895 wurde Fritz Baare Nachfolger seines Vaters als Generaldirektor des Bochumer Vereins. Anders als dieser hatte er aber kaum politische Ambitionen, sondern kümmerte sich vornehmlich um die Belange des Unternehmens. Insbesondere durch die Konstruktion einer der ersten in Deutschland errichteten hydraulischen 4.000-t-Schmiedepresse machte er sich in der damaligen Fachwelt einen Namen. Darüber hinaus war er zweiter Vorsitzender der Handelskammer zu Bochum und 1905 bis 1916 für den Wahlkreis Bochum-Stadt und die Nationalliberale Partei Mitglied des westfälischen Provinziallandtags. Fritz Baare wurden wegen seiner Verdienste im Jahr 1907 der Ehrentitel Geheimer Kommerzienrat und im Juli 1914 die Ehrendoktorwürde (als Dr.-Ing. E. h.) der Technischen Hochschule Aachen verliehen. Fritz Baare erlag den Spätfolgen eines Herzinfarktes, die ihn in seinen letzten Lebensjahren bereits stark einschränkten. Sein Grab befindet sich in der Familiengruft Baare. Sein Nachfolger als Generaldirektor des Bochumer Vereins wurde sein jüngerer Bruder Wilhelm Baare (1857–1938).

Wilhelm Baare, genannt Willy Baare (* 25. September 1857 in Bochum; † 2. Juli 1938 in Godesberg) war ein deutscher Unternehmer. Baare, 1857 als Sohn von Louis Baare geboren war der Nachfolger seines 1917 gestorbenen Bruders Fritz als Generaldirektor des Bochumer Vereins. Von 1917 bis 1919 war der promovierte Jurist als Nationalliberaler zudem Abgeordneter für den Wahlkreis Bochum-Stadt im Provinziallandtag der Provinz Westfalen.

Ruhestätte Familie Moritz Baltz

Ruhestätte Familie August Brodt

Ruhestätte Familie Schmiedeknecht

Ruhestätte Dr. med. Theodor Heinrich klostermann, 11.09.1796 - 30.07.1850

Nicht nur einer der ältesten Friedhöfe, sondern auch eine der schönsten und reizvollsten Grünanlagen der Innenstadt ist der Park an der Wittener Straße. Ein Rundgang an den alten Gräbern entlang lässt die Bochumer Stadtgeschichte lebendig werden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Begräbnisplatz auf dem alten Kirchhof um die Propsteikirche geschlossen. Zu stark war die Bevölkerung gewachsen. Vor den Toren der Stadt wurde 1819 ein neuer Friedhof als Parkanlage mit Bäumen, Sträuchern und Blumen angelegt, der heutige Kortum-Park. Zunächst beherrschten Grabsteine verdienter Bochumer Familien das Bild. Einer von ihnen, Carl Arnold Kortum, liegt hier im Kreise seiner Angehörigen begraben. Bald kamen Persönlichkeiten hinzu, die im Bergbau und der Industrie eine wichtige Rolle spielten. Nachdem die Aufnahmefähigkeit des Friedhofs erschöpft war, wurden nach 1872 nur noch die Gruften als Begräbnisstätte genutzt.

Grabstätte Cramer im Kortumpark

Grabstelle der Familie Cramer ab 1834. Sieben gewölbte Sargdeckel aus Sandstein, teilweise mit den Symbolen Kreuz und Fackel.

 

Zur Person: Georg Cramer, persönliche Daten sind nicht bekannt! Gründer der Zeche Pfingstblume, einem kleinen Steinkohlebergwerk in Bochum-Stiepel. Sie förderte von 1834 bis 1893. Das Verwaltungsgebäude aus Ruhrsandstein und das Stollenmundloch an der Brockhauser Straße sind noch erhalten und wurden 1999 in die Denkmalliste der Stadt Bochum unter der Nr. A 476 eingetragen.

Ruhestätte Heinrich Grimberg

Heinrich Grimberg (* 26. Juni 1833 in Bochum; † 24. März 1907 ebenda) war ein deutscher Gewerke und Bergbau-Unternehmer. 1856 gründete er zusammen mit dem Essener Kaufmann Theodor Sprenger in Eving die Zeche Minister Stein. Im Jahre 1872 gründete er zusammen mit Fritz Funke, Carl Ernst Korte, Johann Wilhelm Schürenberg, Carl Waldthausen und Friedrich Wilhelm Waldthausen die Zeche Lothringen in Gerthe. 1873 gründete er zusammen mit Friedrich Grillo die Zeche Monopol in Kamen und Bergkamen. 1894 gründete er zusammen mit dem Kamener Bohrunternehmer Carl Julius Winter die Bohrgesellschaft Wintershall in Heringen an der Werra mit Sitz in Bochum. 1933 beschrieb seine Tochter Maria Marckhoff in ihren handschriftlichen Lebenserinnerungen auch den Werdegang ihres Vaters, sie werden heute im Westfälischen Wirtschaftsarchiv aufbewahrt.

Ruhestätteder Maria Marckhoff, geb. Grimberg

Am Rande des Parks: Die Konzernzentrale der Deutschen BP AG in Bochum.

Gebäude der Hauptverwaltung der BP-Aral

Die Übernahme von Aral durch das Unternehmen BP im Jahr 2002 war der Beginn einer umfangreichen Neustrukturierung des Bochumer Unternehmenssitzes. In diesem Zusammenhang bestand der Wunsch nach einer an modernsten Standards orientierten Bürophilosophie, die auch in der baulichen Repräsentanz ablesbar werden sollte. Das Hamburger Büro Bothe Richter Teherani Architekten entwickelte ein städtebauliches Konzept unter Berücksichtigung der gewachsenen innerstädtischen Struktur. Um auf die durch urbane Villen geprägte Umgebung zu reagieren, wurde die Bebauung in einzelne Baukörper untergliedert. Ausgehend von einer eingeschossigen Sockelzone, in der sich die Konferenzbereiche befinden, entwickelt sich die BP-Zentrale vom Kortumpark zum siebengeschossigen Hauptbaukörper an der Wittener Straße, der die Flucht des Bestandsgebäudes aufnimmt. Über der Sockelzone scheinen die einzelnen, parallelogrammförmigen Bürotrakte zu schweben. Durch die offene Gebäudestruktur entstehen tageslichtdurchflutete Arbeitsplätze in einer mit dem Park verzahnten Bürolandschaft, die dem Nutzer ein Maximum an Flexibilität bietet.

Neubau der Konzernzentrale der Deutschen BP AG in Bochum. Bestandteile des Konzern sind die Firmen Aral und Veba Oel. Das Gebäude wurde von Bothe, Richter, Teherani Architekten (brt) entworfen und 2006 fertig gestellt.

wupper digitale fotografie

Alle Bilder auf diesen Seiten unterliegen dem © von Klaus-D. Wupper. Das Copyright für veröffentlichte, vom Betreiber dieses Onlineangebotes selbst erstellte Objekte bleibt allein beim Autor der Seiten.
Eine Vervielfältigung oder Verwendung solcher Grafiken, Sounds oder Texte in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Betreibers nicht gestattet.