Rausfahren, wenn andere reinkommen: Die Seenotretter
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Schloss Burg a.d. Wupper

Die mächtige Burganlage von Schloss Burg hatte im Mittelalter ihre große Zeit: Anfang des 12. Jahrhunderts erbaut, war sie rund 300 Jahre lang das Machtzentrum der Grafen von Berg, die dem „Bergischen Land“ den Namen gaben. Zur gewaltigen Festung baute sie Graf Engelbert aus, an den noch heute das Reiterstandbild vor den Mauern erinnert. Wer heute hier ankommt, begibt sich auf eine Zeitreise in das Mittelalter: Beeindruckende Gemäuer, Rittersaal, Kemenate und Rüstkammer, mehrmals im Jahr Ritterspiele und Burgbelebungen – hier kann man hautnah erfahren, wie es früher einmal war.

 

Einfach traumhaft ist die Aussicht: Von den luftigen Terrassen der umgebenden Cafés blickt man über die Täler und Höhen der Wupperberge in die Weite des Bergischen Landes. Und wer das ganz Besondere sucht, findet es garantiert bei Märkten und Basaren im mittelalterlichen Ambiente von Schloss Burg. Wer es sportlich mag, kann den steilen Aufstieg von Unterburg zum Schloss zu Fuß bewältigen: Ein kleiner, steiler Pfad windet sich durch den schattigen Wald hinauf. Bequem ist die Auffahrt mit der Seilbahn: Einfach einsteigen, die Beine über Wald und Wupper baumeln lassen und den atemberaubenden Blick genießen. Und auch, wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann bequem mit der Seilbahn nach oben schweben: Sie wurde so umgerüstet, dass auch Fahrräder transportiert werden können!

Graf Engelbert von Berg

Zur gewaltigen Festung baute Graf Engelbert von Berg die Burg im 12. Jahrhundert aus. Engelbert war ein wichtiger Mann mit vielen Ambitionen: Erzbischof von Köln, Kanzler des Heiligen Römischen Reiches, Prinzenerzieher, Regent für den in Italien weilenden Stauferkaiser Friedrich II – und zugleich Graf von Berg. Im Streit um die Erbfolge in der Grafschaft fiel er 1225 einem Attentat zum Opfer.

 

Am Ende des 30-jährigen Krieges, 1648, zerstörten die abziehenden kaiserlichen Truppen das Schloss, den Bergfried und die Verteidigungsanlagen. Der Untergang von Schloss Burg war besiegelt. 200 Jahre später verkaufte der preußische Staat die Anlage zum Ausschlachten. Mitte des 19. Jahrhunderts war die einst so stolze Burg zur Ruine verfallen. 1887 gründeten Kaufleute, Unternehmer, Beamte, Lehrer und Geistliche den Schlossbauverein zu Burg an der Wupper. Ihr Ziel und Auftrag: Wiederaufbau der idealen Burganlage. 1914 war es dann soweit. Bis heute kümmert sich der Verein um den Erhalt und die Nutzung der Anlage.

Heute befindet sich in Schloss Burg das Bergische Museum, das neben vielen Informationen zum Schloss und seiner Geschichte zahlreiche Ausstellungsstücke vom Mittelalter bis in die Neuzeit zeigt. Zu sehen sind etwa mittelalterliche Rüstungen und Waffen, aber auch eine festlich gedeckte Tafel aus dem Jahr 1650 sowie antike Schlafzimmer und Küchen und eine historische Apotheke.

Die Kapelle im neugotischen Stil war einstmals nur den Grafen von Berg und ihren Familien vorbehalten. Über dem Altar wacht die über 2 Meter  große, bemalte Holzplastik des Erzengels St. Michael, eine Nachbildung der berühmten Statue in St. Andreas in Köln aus dem 15. Jahrhundert.

Die Ahnengalerie befindet sich zwischen Rittersaal und Kemenate. Von Adam und Eva bis zum letzten deutschen Kaiser wird die Geschlechterfolge der bergischen Landesherren eindrucksvoll in Form von Stammbäumen und Gemälden dargestellt.

Die historischen Räume Rittersaal, Ahnensaal, Kemenate, Kapelle, sind die Hauptattraktionen des Schlosses. Zahlreiche Wandgemälde schildern prunkvoll verschiedene Szenen aus der Zeit der Grafen von Berg und der Geschichte des Bergischen Landes. Hier finden u.a. auch die verschiedenen Veranstaltungen des Schlossbauvereins statt. Der Rittersaal war im mittelalterlichen Schloss Burg der wichtigste Repräsentationsraum. Er war Empfangshalle, Herrschaftsraum und Versammlungsort, vermutlich sogar Gerichtsstätte. Hier residierte der Burgherr.

Kleiner, aber nicht minder prachtvoll ist die Kemenate. Sie war der Wohnraum der Grafenfamilie und nicht, wie man lange annahm, der Raum, in dem sich nur die Frauen aufhielten. Meist war die Kemenate der einzige Raum, der beheizt war. Die Wände über der schönen, kunstvoll geschnitzten Holzvertäfelung wurde - ebenso wie die im Rittersaal - nach der Jahrhundertwende (1905-1907) mit Szenen des adeligen Lebens auf einer Burg ausgemalt.

Gasthaus "Zur schönen Aussicht", Batterieturm und "Holztruhe am Schlosstor"

Das Café Restaurant „Zur schönen Aussicht“ das Restaurant in Solingen auf Schloss Burg an der Wupper bietet neben den Speisen der Bergischen Küche auch die passenden Räumlichkeiten mit einer wunderschönen Aussicht von Solingen-Oberburg in die Wupperberge und nach Solingen-Unterburg. In der "Holztruhe" findet man wunderschönes Holzspielzeug und Geschenkartikel.

Der Glockenturm von Schloss Burg (rechts) enthält drei Glocken aus Breslau und Königsberg.

Die Uhr am Batterieturm. Über der Uhr befindet sich die Stundenglocke. Die römischen Ziffern MCMXIX an der Uhr bedeuten 1919.

Musikzimmer / Esszimmer
Glasfenster mit Darstellung von Schloss Burg von Hans Karl Rodenkirchen (HAKARO).
Offener Wehrgang am Nordteil der Burg. Der Wehrgang diente der Außenverteidigung der Burg.
Wehrgang
Die Kirche St. Martinus mit angrenzendem Friedhof im Schatten von Schloss Burg.
Kirche St. Martinus: Die ältesten Teile der Kirche gehen auf das frühe Mittelalter zurück.

Palas, Batterieturm und die Unterburg, fotografiert vom Bergfried. Im Hintergrund schwach zu erkennen ist der 134 m hohe Fernmeldeturm von Witzhelden. Er steht in ca. 3,5 km Entfernung.

Der Höhepunkt des Rundganges ist der Blick vom Bergfried, der den Besucher nach dem Bewältigen der vielen Stufen belohnt.

Der Komplex war sehr auf Wehrhaftigkeit ausgelegt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage wurde dennoch weitgehend zerstört.
Die Kapelle (Kirche) von Schloss Burg (mit dem Erker) befindet sich im 1. Obergeschoss.

Der Wehrgang von Schloss Burg, unterhalb eine Gartenanlage, ausgestattet nach dem Prinzip "Capitulare de Villis", der Landgüterverordnung Karls des Großen.

 
Überweg zwischen Teilen der Burg vom Bergfried zum Wehrgang.

Am Schluß des Rundganges kann man noch eine Ausstellung von historischen Apotheken bewundern. Hier sind mehrere vollständig erhaltene Apothekeneinrichtungen aus dem Rheinisch Bergischen Raum zu sehen. Es ist richtig interessant, die vielen lateinischen Bezeichnungen auf den Messingschildern der Schubladen und auf den vielen Flaschen zu entziffern.

Durch Schenkung der Apothekerkammer Nordrhein kam die voll- ständig erhaltene Empire-Offizin der ehemaligen Einhorn-Apotheke Köln in den Bestand. Das Mobiliar bilden drei Repositorien sowie der Rezepturtisch der Einrichtung. Eine Restaurierung der Offizin in den 1980er Jahren ergab fünf Übermalungen, die ursprüngliche lindgrüne Fassung wurde wieder hergestellt. Zum Inventar aus der Betriebszeit der Apotheke gehören mehr als 400 Glas- und Porzellangefäße. Weitere Sammlungsraritäten bilden deutsche, italienische, spanische und niederländische Fayencen, Prunkgefäße aus schwarzem Hyalithglas sowie mehrere Mörser, Haus- und Reiseapotheken sowie historische Druckschriften. Die Einrichtung im Empire-Stil wurde um 1830 ursprünglich für die „Alte Apotheke“ in Siegburg gefertigt. 1867 übernahm sie die Adler-Apotheke in Hennef und schließlich kam sie 1949 in die Kölner Einhorn-Apotheke. 1982 schließlich gelangte sie zusammen mit den Sammlungsraritäten mit den als Schenkung an das Rheinisch-Bergische Apotheken-Museum im Schloss Burg an der Wupper, wo sie auch künftig als Leihgabe des Dt. Apotheken-Museums zu sehen sein wird.

Der Turm - der Bergfried: Aussichtsturm und zugleich Zufluchtstätte: Ein unbewohntes Gebäude mit mächtigen Mauern.

Der Wermelskirchener Julius Schumacher aus den "Bürgerhäusern" gründete den Verein, der aus der Ruine das machte, was uns als Schloss Burg vertraut ist. Schloss Burg war um 1850 endgültig zur Ruine geworden. Die Bauern der Umgebung nutzten die Reste der Anlage als Steinbruch. Der preußische Staat, letzter Besitzer, ließ aus Geldmangel Schloss Burg auf Abriss verkaufen. Ab 1890 erfolgte dann der Wiederaufbau durch den Schlossbauverein; die Bauarbeiten zogen sich bis 1914 hin.

Ein besonderer Schatz in Schloss Burg sind die Heilpflanzengärten. Im zweiten Innnenhof befinden sich in historischen Beeten alle 36 Heilpflanzen, die in Kapitel 70 des capitulare de villis Erwähnung finden, der Landgüterverordnung Karls des Großen von ca. 800 n. Chr. Alle Heilpflanzen sollten in jedem Garten wachsen, damit jeder sich kurieren konnte. Hier findet man zum Beispiel Ringelblume, Poleiminze, Tausendgüldenkraut, ewiger Kohl, Schalotte, Mutterwurz, Krapp, Porree, Estragon, Muskatersalbei, Lattich, wilde Malve u.v.m. Es gibt regelmäßig Führungen durch die Heilpflanzengärten von Schloss Burg. Man kann sehr viel über jene Heilpflanzen des capitulare de vilis erfahren, aber auch über die Geschichte der Heilkunst jener Zeit.

Das Reiterstandbild des Grafen Engelbert II. von Berg und Erzbischofs von Köln auf Schloss Burg.  Diese Statue wurde 1925 von Paul Wynand geschaffen.

Der mächtige Batterieturm mit Geschützen bewaffnet diente der Verteidigung. Im Batterieturm ist die Gedenkstätte des Deutschen Ostens untergebracht.

Shops am Burgtor mit schattigem Platz zum Verweilen
Der Diebesturm mit dem umlaufenden Wehrgang von Schloss Burg.

Nachdem der Verschönerungsverein Burg e.V. schon 1989 die Bronzefigur "Der Burger Brezelbäcker" in Unterburg aufstellen ließ, folgte 2004 zum 115-jährigen Jubiläum die Skulptur "Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft" von Christiane Püttmann. Diese Skulptur stellt in ihrer modernen Form einen gewollten Kontrast zum historischen Bauwerk von Schloss Burg dar. Die "drei Bergischen Dickköpfe", wie sie sehr schnell von der Bevölkerung genannt wurden, haben einerseits die Blickrichtung zum Schloss, andererseit zum Ortsteil Unterburg und letztlich darüber hinaus, ins Bergische Land, in die Zukunft.

 

Standort: Solingen-Burg, Schloss Burg
Höhe: 170 cm

Material: Thüster Kalkstein, Stahl

Sponsor: Verschönerungsverein Burg e.V.

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