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StiftsMuseum Xanten

Das StiftsMuseum Xanten ist eines der schönsten kirchlichen Museen Deutschlands. Es liegt in unmittelbarer Nähe des Xantener Doms. Ein Besuch des Doms lässt sich sehr gut mit einem Besuch im StiftsMuseum verbinden. Vom Dom aus gelangt man durch den Kreuzgang direkt in den Museumshof und ins Museum. Das StiftsMuseum forscht regelmäßig an seinen eigenen Beständen und dem jeweiligen Kontext. Außerdem bilden das StiftsArchiv und die historischen StiftsBibliothek reichhaltige Quellen für internationale Wissenschaftler und Forscher. Bei den Forschungen geht es nicht nur um Kirchengeschichte, sondern um politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen im gesamten Rheinland. Auch Nachwuchswissenschaftler von Partner-Universitäten nutzen das StiftsMuseum regelmäßig als Forschungsstätte. Herz der Sammlung sind die Xantener Kirchenschätze. Die Bestände gehen bis ins 5. Jahrhundert zurück und umfassen international bedeutsame Kunstwerke. Darunter eine Sammlung kostbarer Reliquiengefäße, Altargeräte, Skulpturen und Gemälde. Ein Highlight ist der große, bis auf die Zeit um 1.000 zurückreichende Paramentenschatz mit über 450 kunstvollen Textilien. Ein echtes Erlebnis ist die historische StiftsBibliothek.

Ein Museum der Originale

 

Die zehn Schauräume des StiftsMuseums sind über drei Etagen verteilt. Der Rundgang durch die Räume ist sowohl thematisch als auch chronologisch geordnet. Die Besucher starten in den alten Gewölbekellern, steigen dann auf ins Erdgeschoss und in die erste Etage. Im Vordergrund der Sammlungs-Präsentation steht immer das Original. Die kostbaren Exponate werden in Vitrinen rundum sichtbar präsentiert. Eine sensible Lichtregie inszeniert die Ausstellungsräume zu einem stillen und stellenweise geheimnisvollen Erlebnisort.

Für das Verständnis der Geschichte des Viktorstifts Xanten und des Doms lohnt sich ein Blick in die frühe Geschichte dieses Ortes. Dieser Zeitraum reicht von der römischen Epoche des später Xanten genannten Ortes bis ins 11. Jahrhundert. Römische Kaisermünzen, Götterfiguren aus Bronze, Weihesteine und fränkische Grabbeigaben treten hier als Zeitzeugen auf. Eine Besonderheit ist der begehbare Schmuckfußboden aus der Stiftskirche. Architekturmodelle von der ersten bescheidenen Gedächtnisstätte bis zur ottonischen Basilika demonstrieren die außerordentliche Bauentwicklung am verehrten Ort.

Aus der Zeit des Xantener Viktorstifts sind viele kostbare Reliquiare erhalten. Die kunstvoll gestalteten Kästchen wurden vor allem zur Aufbewahrung von Knochen verehrter Heiliger benutzt. Der Glaube an ihre Wirkmacht führte dazu, dass sie wie die Heiligen selbst verehrt wurden. Einzigartig sind das im Rheinland geschaffene ovale Kästchen aus der Zeit um 1200 und ein Exemplar aus der Werkstatt der Venezianer Künstlerfamilie Embriachi (um 1400). Die tatsächliche Geschichte vieler Reliquiare ist vielfach nicht komplett nachzuzeichnen. Das macht sie zu rätselhaften und erstaunlichen kleinen Kunstwerken. Im katholischen Gottesdienst verwendete Geräte und textiler Raumschmuck werden hier ähnlich ihres Gebrauchs in der Kirche gemeinsam präsentiert. Herzstück ist die Inszenierung eines Altars aus Bildrückwand und Vitrinentisch. Diese Zusammenschau der teils kostbaren Einzelstücke macht die bis heute zentrale Bedeutung der Eucharistiefeier (Abendmahl, Kommunion, Danksagung) in der katholischen Kirche deutlich. In fünf Hochvitrinen sind die wertvollsten Exponate einzeln ausgestellt - darunter eine ausgezeichnet erhaltene Turmmonstranz, ein Hostienkelch (Ziborium) und ein Tragaltar. 

Zum Konzept des StiftsMuseums Xanten gehört die Einbindung der Stiftsgeschichte in größere historische Zusammenhänge. In diesem Raum befinden sich zahlreiche Zeugnisse, die über die Landesgeschichte hinausgehen - von der Urkunde des Erzbischofs von Köln zur Stadterhebung Xantens (1228) bis zum Kupferstich mit der Darstellung Napoleons im Krönungsornat (um 1830). Graphische Blätter mit Darstellungen historischer Ereignisse und Porträts formen zusammen mit Urkunden, Akten, Münzen und Medaillen einen Bilderbogen der Zeit vom 13. bis ins frühe 19. Jahrhundert.

Das StiftsMuseum Xanten verfügt über eine bedeutsame Sammlung von Paramenten. Den kunstvoll gearbeiteten liturgischen Kleidungsstücken und Stoffen sind zwei Schauräume gewidmet. Im ersten Raum werden mittelalterliche Objekte bis 1520/30 gezeigt. Glanzstück – und zugleich das älteste Stück der Sammlung - ist das Messgewand (Kasel) des hl. Bernhard von Clairvaux (Byzanz, um 1100). Es ist nahezu perfekt erhalten. Als Ensembles präsentieren sich die „Rote Kapelle“ und die „Goldene Kapelle“. Eine Wandmalerei und ein Ölbild zeigen, wie Paramente getragen wurden. Der zweite Raum zeigt Textilien aus der Zeit von 1540 bis 1780. Hier stehen die unterschiedlichen Stoffmuster und -qualitäten im Mittelpunkt. Fast alle Vitrinen sind rundum einsehbar und geben den Blick auf Vorder- sowie Rückseiten der Liturgiegewänder frei. Anhand von kunstvoll gestalteten Taschen (Bursen) für den liturgischen Gebrauch wird die Bedeutung der Farben im Kontext der katholischen Gottesdienste erläutert. Historische Kupferstiche, Radierungen und Lithographien illustrieren den aufwändigen Herstellungsprozess des kunstvollen Materials.

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