Rausfahren, wenn andere reinkommen: Die Seenotretter
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Bommern: Wittener Vorort mit Herz

  • Erstmals erwähnt in der so genannten Werdener Urbare im Jahr 990 als „Bodenburion"
  • Bis 1895 zum Amt Volmarstein gehörend (Zusammenschluss mehrerer kl. Gemeinden)
  • 1895 selbstständige Gemeinde innerhalb des Landkreises Hagen
  • Eingemeindung nach Witten: 1. August 1929
  • Heute: Einer von 7 Wittener Stadteilen mit 6 Stadteilbezirke: Steinhausen, Bommerbank, Bommerfeld, Wettberg, Buschey, Bommeregge
  • Fläche: 6,13 km²
  • Einwohner: 8458 (30. Jun. 2015)

Tor nach Bommern: „Wohnpark Ruhrhof“, gebaut 2000 mit 46 Wohnungen auf dem ehemaligen „Ruhrhof“ – Gelände.
Im Hintergrund: Y-Hochhäuser im Bommerfeld

Bommerns "Neue Mitte"

Edeka, die Apotheke „Am Ring“, Elektro Hoffmann und die Bäckerei Büsch öffneten am Donnerstag dem 10. April 2014 nach rund einjähriger Bauzeit zum ersten Mal die Türen für ihre Kunden. Das neue Einkaufszentrum „Neue Mitte“ mit 154 neuen Parkplätzen ist seitdem komplett. Durch die Zusammenfassung mehrerer Grundstücke in unmittelbarer Nachbarschaft zur Helene-Lohmann-Realschule wurden an der südlichen Einmündung des Bommerfelder Ringes in den Bodenborn die Voraussetzungen geschaffen, hier ein leistungsfähiges Versorgungs-Zentrum für den Stadtteil zu errichten.

 

Aldi (1000 m²) hatte am 12. März 2014 vorgelegt. Rund 3 Wochen später begrüßte Edeka seine Kunden mit 1500 Rosen, die Apotheke am Ring kredenzte gesunde Kokosmilch mit Ananas-Saft. Elektro Hoffmann hat sich mit jetzt 110 m² fast um 300 m² kleiner gesetzt. Die Apotheke am Ring wartet mit High Tech auf. Auf Mausklick fährt der Kommissionierungsautomat das gewünschte Medikament heran: Ein Roboter holt es aus dem abgeschirmten Regalraum. Der Edeka-Supermarkt hat nun 1600 statt 950 m² Verkaufsfläche. Ralf Schwalemeyer nahm sein Stamm-Personal mit, stellt sechs neue Mitarbeiter ein und hat zwei Auszubildende. Er führt auch den Lotto-Toto-Zeitschriften-Laden. Die Bäckerei Büsch bietet zwischen Haupteingang und Hauptstraße 40 Sitzplätze plus Terrasse.

Wie alles begann: Februar 2013

Bommern - Wittens grüne Oase

Betreutes Wohnen

Betreutes Wohnen im Rigeikenhof: Zum Jahrtausendwechsel wurde die Einrichtung mit der taubenblauen Front unterhalb der Ev. Kirche an der Elberfelder Straße gebaut. Die Diakonie Mark-Ruhr bietet hier Betreutes Wohnen an. Eigentümer ist die Kirchliche Zusatzversorgungskasse Rheinland-Westfalen. Der Rigeikenhof bietet Menschen, die auf Komfort, Sicherheit und Individualität auch beim Älterwerden nicht verzichten wollen ein ideales Zuhause.

Betreutes Wohnen an der Rigeikenstraße, 2015 zum Jahrtausendwechsel wurde die Einrichtung unterhalb der Ev. Kirche gebaut. Die Diakonie Mark-Ruhr bietet hier Betreutes Wohnen an. 130 Senioren leben hier betreut in 100 Wohnungen. Eigentümer ist die Kirchliche Zusatzversorgungskasse Rheinland-Westfalen.

Alte und neue Bausubstanz am Bodenborn

Bodenborn 58

Als die Amtsvertretung der Gemeinde Bommern noch über die Modalitäten zur Gründung einer Sparkasse im Amt Bommern nachdachte, bestanden in den Nachbarorten schon derartige Einrichtungen. Wenn auch Rendant Naderhoff noch nicht in Dimensionen wie Witten und Hagen rechnete, wollte er doch gern sein Wohnzimmer wieder für private Zwecke nutzen. Etwa zur Jahrhundertwende bezog die Sparkasse Räumlichkeiten im Hause des Kaufmanns Rüping; in diesem Wohn- und Geschäftshaus war auch die erste Gemeindeverwaltung untergebracht. Außerdem befand sich in dem Gebäude, das heute die Bezeichnung „Bodenborn 58“ führt, eine Gastwirtschaft. Später hatten hier ein Kolonialwarenhändler (Bartel) und ein Fahrradhändler (Karmann-Röring) ihre Geschäfte. 1938 führte das Fahrradgeschäft Wilhelm Karmann, von der Bommeraner Jugend aufgrund seiner Leibesfülle kurz DKW genannt: „Dicke Karmanns Wilm“. Das Besondere an Karmanns Wilm war aber nicht der Verkauf von Fahrrädern und deren Ersatzteilen, sondern seine Art von „Verkehrserziehung“ für die Bommeraner Jugend. Es war nämlich zur gefährlichen Unsitte geworden, sich an langsam fahrende Lastwagen anzuhängen und sich bequem den Bodenborn hinaufziehen zu lassen. Kam einmal wieder so ein „Anhänger“ mit einer „Acht“ im Vorderrad ins Geschäft, dann ging es los, fast schon wie vor Gericht: „Na, hingst du mal wieder hinter so einem dicken Wuppertaler?“ Gemeint war ein schwerer LKW aus Wuppertal. „Daß ihr Blagen das nicht lassen könnt! Und Geld habt ihr ja nicht genug, um die Reparatur zu bezahlen.“ War das Donnerwetter dann beendet, kam die gute Seele zum Vorschein. Das nicht ausreichende Geld konnte durch Sortieren von Schrauben wieder ausgeglichen werden. Letzteres geschah dann beim Bruder des Geschäftsinhabers, der in der alten Kegelbahn der ehemaligen Rüpingschen Gaststätte seine Fahrradwerkstatt führte. Heute beherbergt das Haus eine Imbissstube und ein Geschäft mit Kunst, Schmuck und Accessoires.

Apropos "Bodenborn": In früheren Zeiten lauteten die Straßenbezeichnungen „Provinzialstraße“ (bis 1914) und „Wittener Straße“ (bis 1929), bevor im Zuge der Eingemeindung Bommerns die Namenswahl auf „Bodenborn“ fiel.

1830 als Bauernhaus erbaut, später  Wohnhaus, 1980 modernisiert. Das Fachwerkhaus rechts daneben wurde abgerissen und ist heute Behelfs-Parkplatz.

Der Reesenhof - ein starkes Stück Bommern: Das Haus ist eines der ältesten Bommerns. Es wird bereits 1486 urkundlich erwähnt. Seit 1989 steht es unter Denkmalschutz. Im und um den Fachwerkhof hat sich ein kleines Zentrum mit Hotel, Gastronomie und Eisdiele angesiedelt. Der Resenhof liegt am Bodenborn. In der so genannten Werdener Urbare wird im Jahr 990 ein Bodenburion aufgeführt, von dem man annimmt, dass es sich dabei um Bommern handelt. Eine abgeleitete Überlieferung des Namens findet sich bis heute in der Bezeichnung der längsten Straße Bommerns, des Bodenborns.

Bodenborn 48

Im Jahre 1909 gab die Amtssparkasse ihre Geschäftsräume in der damaligen Provinzialstraße 58 auf und folgte der Gemeindeverwaltung des Amtes Bommern in das alte Amtshaus, einen Steinwurf von dem bisherigen Domizil entfernt. Das Haus Nr. 48 an der Provinzialstraße (ab 1914 bis 1929 „Wittener Straße“ ‚ seit 1929 „Bodenborn“) war 1879 als Wohngebäude für die Steiger der Zeche „Ver. Bommerbänker Tiefbau“ errichtet worden. Laut Vertrag vom 4.8.1908 konnte die Gemeinde Bommern die Immobilie zum Preis von 22.500 Mark von der Zechenverwaltung „Mont-Cenis“ in Herne kaufen. Mit einem Festakt wurde das Gebäude nach den entsprechenden Umbauarbeiten am 9. August 1909 seiner neuen Bestimmung übergeben. Später war hier auch ein Kindergarten untergebracht.

Im Sommer 1985 wurde das Gebäude (nunmehr Bodenborn 48) abgebrochen. So schaffte man Platz für das neue Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde.

Bodenborn mit Apotheke und ehemaliger Edeka, gebaut 1980 Leerstand seit 2014, Mietvertrag lief 2016 ab
Altes Fachwerkhaus an der Rauendahlstraße.

Ruhrgarten: Mittwochs spielte hier die Musik

Fährt man mit der „Schwalbe“ in Richtung Bommern, passiert man unterhalb der Ruhrbrücke das Tor nach Bommern. Ein paar Meter weiter, auf der rechten Seite vom Schiff aus gesehen, stand einst der Ruhrgarten, um 1900 in Witten eins der beliebtesten Ausflugsziele. Der Inhaber Otto Turk warb mit Dampfheizung und elektrischem Licht. Alte Fotos zeigen den Ruhrgarten mit Biergarten, Musikpavillon, Hotel und Tanzsaal im Anbau sowie ein altes Fachwerkhaus, den Ruhrmannshof. Im Musikpavillon gab es an Wochenenden und an Feiertagen viele Freiluftkonzerte. Am Ufer der Ruhr gab es eine Anlegestelle für Ruderboote. Und es gab dort sogar eine Haltestelle der „Elektrischen“ (Straßenbahn). Die Gaststätte befand sich hier bis 1917/18.

Ruhrseite heute: Auf den Fundamenten haben die Wasserfreunde gebaut. Die Wanderfalken (Faltbootfahrer) sind links zu Hause. Dahinter sind Wohnungen. 

Vorderseite von Haus Uferstraße 5 heute. Die um 1900 eröffnete Straßenbahnlinie kreuzte hier die Bahnstrecke.

Heizkraftwerk Bommern, renoviert  2014, Mit Bio-Erdgas betrieben werden hier Strom und Wärme gleichzeitig in einem Prozess erzeugt. Die erzeugte Wärme gelangt über ein kleines und somit verlustarmes Fernwärmenetz direkt zu den Haushalten.

Hauptverkehrsader zwischen Bommern und Witten City

Wie lange sie wohl noch hält? Über diese Brücke quälen sich täglich hunderte PKWs, LKWs und Busse. Sie bildet die Hauptverkehrsader zwischen Bommern und der Wittener City. Und sie ist die einzige. Würde sie ausfallen, müssten die Bommeraner weite Umwege über Wetter bzw. Herbede nehmen. Und hier wartet die abbruchreife, marode Omega-Brücke auf ihre Sanierung. Ihr Schwester gleich nebenan, gebaut vier Jahre früher (1926), wird seit 2 Jahren saniert. Ende 2017 sollte sie fertig sein. Mitte 2018 ist noch immer kein Bauende absehbar.

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