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Maschinenhalle Zeche Zollern

Der Entwurf für eine Maschinenhalle in Backsteingotik lag bereits vor, da änderte der Zechendirektor im Jahr 1902 spontan seine Pläne. Unter dem Eindruck zweier völlig neu konstruierter Pavillons auf der Düsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung ließ er stattdessen von einem neuen Architektenteam unter der Leitung des Berliner Architekten Bruno Möhring die erste moderne Industriehalle des Ruhrgebiets errichten.

 

Neben einem starken Repräsentationswillen spielte wohl auch der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle: Da man einen Stahlskelettbau in kürzerer Zeit fertig stellen konnte, war eine frühere Produktionsaufnahme möglich. Das filigrane Stahlskelett der Halle überspannt einen fast hundert Meter langen, lichtdurchfluteten Raum. Zwei Ausstattungsdetails haben die Halle besonders bekannt gemacht: die große marmorne Schalttafel, die wie ein Altar der Elektrotechnik wirkt, sowie das ovale Eingangsportal, das nicht nur zu einem Symbol des Jugendstils wurde, sondern der Halle auch zu ihrem Ruf als wohl bekanntestes Industriedenkmal Deutschlands verhalf.

Die Maschinenhalle wurde in den vergangenen 9 Jahren umfangreich saniert und wird am 5. Sept. 2016 wieder geöffnet.
Schönheit aus Stahl und Glas: Die Maschinenhalle nach der mehrjährigen Sanierung
Typisch für den Historismus: die Synthese aus verschiedenen Bauformen.

Vor der marmornen Schalttafel unter der goldenen Uhr steht noch heute der original erhaltene Maschinenpark, der um die Jahrhundertwende zum modernsten der Welt zählte und unweigerlich an Szenen aus dem Fritz Lang-Film „Metropolis“ denken lässt.

Die elektrischen Kompressoren lieferten die Druckluft für die Maschinen und Abbauhämmer unter Tage.

Neben dem architektonischen Wert der Anlage ist auch die technische Ausstattung hervorzuheben. In der Maschinenhalle sind die wichtigsten technischen Großgeräte wie Fördermaschinen, Kompressoren und Umformer weitgehend im Originalzustand erhalten. Von technikgeschichtlicher Bedeutung ist die Tatsache, dass auf Zollern erstmals alle wesentlichen Maschinen, also auch die Fördermaschinen, elektrisch betrieben wurden. Der Strom wurde ursprünglich in eigenen Generatoren erzeugt, die nicht mehr vorhanden sind.

Bei der Auslegung der technischen Anlagen wurde ebenfalls großer Wert auf Repräsentation gelegt. Augenscheinliche Beispiele sind die prächtige marmorne Schalttafel mit ihrer Vielzahl von Originalinstrumenten oder die große Jugendstil-Uhr in der Maschinenhalle.

Schon von außen sind auf Zollern an mehreren Gebäuden sakrale Elemente erkennbar. Aber es gibt auch viele kleine religiöse Akzente zu entdecken. Diese Schaltwand in der Maschinenhalle zum Beispiel ist wie ein Altar inszeniert. 

Der erhaltene historische Maschinenbestand ist einzigartig.

Leonard-Umformer. Er machte aus Wechselstrom Gleichstrom und trieb die erste elektrische Hauptschacht- Fördermaschine an. Über ein nicht mehr vorhandenes tonnenschweres Schwungrad wurde genug kinetische Energie gespeichert um im Notfall eine Förderung sicher zu beenden.

Die 1903 fertiggestellte und 1968 stillgelegte Maschinenhalle war Energiezentrale und Fördermaschinengebäude. (Die hier gezeigten  Bilder sind aus den Jahren vor Beginn der Restaurierung und nach Fertigstellung 2017, 2018)

Fördermaschinen

Steuerung der Fördermaschine mit Förderkorb-Positionsanzeige.

Siemens-Schuckert Gleichrichter VD2511. Aufnahme 6x480V 6x545A 50Hz, Abgabe 560V 1330A 750 KW. Nachdem diese Quecksilberdampfgleichrichter entwickelt wurden, sorgten sie für den Gleichstrom für die elektrische Hauptschacht-Fördermaschine anstelle des Leonard-Umformers.

Der große Generator und die elektrische Fördermaschine der Zeche Zollern stehen heute für den vergossenen Schweiß der Arbeiter und die Vergangenheit des Ruhrgebiets. Die Sanierungsarbeiten der Maschinenhalle wurden im September 2016 abgeschlossen. Damit ist die "Kathedrale der Industriekultur" wieder öffentlich zugänglich.

Restaurierter elektrischer Kompressor-Motor
Temperaturanzeiger (Celsisus)

Die elektrischen Kompressoren lieferten die Druckluft für die Maschinen und Abbauhämmer unter Tage.

Baujahr 1903: Die von 2003 - 2005 restaurierte Hauptschachtfördermaschine mit Förderseil zum Förderturm.

Das Produkt der Firma Siemens & Halske von 1902/03 ist die älteste elektrische Hauptschachtfördermaschine des deutschen Bergbaus. Die technischen Daten:
525 Volt Gleichstrom, zweimotorige Maschine mit 1410 PS Dauerleistung, 2800 PS Anfahrleistung, Fördergeschwindigkeit max. 13 Meter/Sek., Nutzlast 4,2 Tonnen, Förderung pro Tag max. 2700 Tonnen, vierbödiger Korb für 52 Mann bei Seilfahrt oder acht Wagen für Nutzlast.

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