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Haus Olesen in Wyk auf Föhr (2013)

Das Föhringer Haus, von dem viele heute noch in den alten Dorfkernen zu finden sind, ist ein sogenanntes "uthlandfriesisches Haus", das auf den Inseln und früher wassergefährdeten Küstensaum heimisch ist. Das älteste Beispiel dafür ist das "Haus Olesen", von 1617, das 1927 nach dem Tod der letzten Bewohnerin in Alkersum abgerissen und auf das Gelände des Dr. Carl Haeberlin Museum in Wyk auf Föhr versetzt wurde.

Im uthlandfriesischen Haus lebten Mensch und Vieh unter einem Dach. Wohnteil und Stall waren nur durch einen Flur voneinander getrennt. Der Wohnbereich des Haus Olesen umfasst mit Küche, Kammer, Pesel und Dörnsk nur 4 kleine Räume, jedoch gab es noch viele weitaus kleinere Häuser auf der Insel. Baumaterial war in früheren Jahrhunderten knapp und teuer auf den baumlosen Inseln und Halligen.

"Haus Olesen" ist beispielhaft für Konstruktion und Zuschnitt des Föhringer Hauses. Viele heute in den Dörfern befindliche jüngere Bauten sind Weiterentwicklungen diese Typs, sowohl in konstruktiver Hinsicht, als auch vom grundrisslichen Aufbau her.

Konstruktion: Das alte Föhringer Haus war eine reine Ständerkonstruktion. Die Sparren und Deckenbalken ruhten auf einem Längsbalken, der seinerseits von Ständern getragen wurde, die etwa einen Meter hinter der Außenwand angeordnet waren. Die Außenwand aus Ziegel, früher auch aus Holz oder Soden, trug nur sich selbst. Zwischen Außenwand und Ständerebene entstand so die sogenannte "Katschur", friesisch "kaatskiawling", eine nach außen gemäß dem Dachverlauf abfallende schräge Decken-fläche. Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Ständerbauten langsam durch die modernere Konstruktion der "Mauerbauten", d.h. Dach und Deckenbalken liegen auf der Außenwand und werden von ihm getragen, abgelöst.

 

Grundriss: Das traufenständige Gebäude wird mittig unter dem Frontspieß (Zwerchgiebel) durch den Haupteingang erschlossen. Der sich anschließende Flur teilt das Gebäude in der gesamten Breite und führt zur auf der Rückseite befindlichen "Gartentür", fries."guarddöör", die zum Garten bzw. zur Hauskoppel führt. Auf der einen Seite des Flurs, der Hauptstraße, bzw. der höher und trockener gelegenen Seite des Dorfes zugewandt, liegt der Wohnteil, auf der anderen Seite des Flurs der Stallteil. Der Wohnbereich teilt sich auf in vier gleich große, fast quadratische Räume. Dem Flur nächstgelegen sind Küche und Pesel (fries."dörnsk" = Wohnraum), dahinter eine Kammer und ein "besserer" Pesel. 

Wohnstube "Dörnsk"

Eine Trauung der besonderen Art: Im historischen Ambiente des „Haus Olesen“ kann man sich von einem der beiden Föhrer Standesbeamtinnen trauen lassen. Die Trauung findet in der Stube, der „Dörnsk“, statt. Dieser Raum ist mit historischen Möbeln, Alkoven und Bilegger-Ofen ausgestattet. Die Stube ist relativ klein und bietet neben einigen Sitzplätzen maximal für 10 weitere Personen Stehplätze. Da dem Brautpaar das gesamte Haus zur Verfügung steht, können die Gäste bei einer größeren Hochzeitsgesellschaft auch im angrenzenden Flur stehen. Der anschließende Sektempfang findet bei meist schönem Wetter im Garten des Haus Olesen statt. Dabei wird das Brautpaar von einer "Trauungsmanagerin" betreut. Ebenfalls dabei ist eine Friesin in der typischen Föhrer Festtagstracht, die alle Fragen zu dem traditionellen Kleidungsstil der Föhringer Frauen beantworten kann. Bei schlechterem Wetter findet der Sektumtrunk in den Innenräumen des Museums statt. Bei Winter-Trauungen gibt es auch heißen Glühwein als Alternative zum Sekt.

Geheizt wurde, wenn man von Heizen reden kann, zentral von der Küche aus. Eingebaut in die hölzernen Zwischenwände der Räume waren Wandbetten, in denen meist mit mehreren Personen geschlafen wurde. 

Pesel mit Webstuhl

Küche mit Feuerstelle

Kammer

Diele / Stallungen

Der Stallbereich war längserschlossen mit einer Stalltür unter dem Krüppelwalm, der Hauskoppel bzw. der Marsch zugewandt. Innen hatte der Stallteil eine nicht immer raumhohe hölzerne Längswand, die den Bereich in Stall und Scheune/Lagerraum trennte. Der mittlere Gang war gleichzeitig Mistgang mit seitlicher Dung-und Jaucherinne, fries."grup".

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