Sylt - Perle der Nordsee

Sylt ist mit 99,14 km² die viertgrößte Insel Deutschlands und die größte nordfriesische Insel. Sylt liegt zwischen 9 und 16 Kilometer vor der Küste des Festlands und erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung vor der Nordseeküste Schleswig-Holsteins. Bekannt ist die nördlichste deutsche Insel vor allem für ihre touristisch bedeutenden Kurorte Westerland, Kampen und Wenningstedt sowie für den knapp 40 Kilometer langen Weststrand. Wegen ihrer exponierten Lage in der Nordsee kommt es zu kontinuierlichen Landverlusten bei Sturmfluten. Seit 1927 ist Sylt über den Hindenburgdamm mit dem Festland verbunden. Südöstlich von Sylt befinden sich die Inseln Amrum und Föhr, nördlich liegt die dänische Insel Rømø.

Sylt 2013

Die ehemals selbstständige Stadt Westerland ist nach Hörnum der jüngste Ort auf Sylt. Nachdem bei der Allerheiligenflut am 1. November 1436 der Ort Eidum vollständig zerstört wurde, gründeten die Überlebenden auf den Heideflächen nordöstlich der alten Siedlung einen neuen Ort. Der Name Westerland leitet sich wohl von einer alten Tinnumer Flurbezeichnung ab, auf der diese neue Siedlung entstand: Es handelte sich um das Land westlich des Dorfes, also das Wester-Land. Das heutige Alt-Westerland wurde 1462 erstmals urkundlich erwähnt. Nachdem die ehemaligen Eidumer noch 200 Jahre lang ihre zwischen den Dünen stehende Kirche benutzt hatten, die noch 1648 auf Johannes Mejers Karte eingezeichnet ist, begannen sie 1635 am Ostrand ihres neuen Dorfes mit dem Bau einer eigenen Kirche, der heutigen Dorfkirche St. Niels, die wie die Eidumer Kirche Nikolaus von Myra, dem Heiligen der Seefahrer, geweiht war. Das Inventar und die Glocke stammen aus der alten Eidumer Kirche. Westerland bestand 1778 lediglich aus 124 Häusern und war so arm, dass kein einziger Landbesitzer sich von seinem Land ernähren konnte, weil das fruchtbare Marschland entweder von der See weggespült wurde oder von den Dünen versandete, wie das Kirchenkollegium an den Herzog schrieb, verbunden mit der Bitte, eine Kollekte zur Renovierung der inzwischen baufälligen Kirche zu genehmigen.

St. Christophorus (Bildmitte) ist die römisch-katholische Kirche in Westerland. Sie wurde in den Jahren 1997 bis 1999 nach Plänen von Dieter Georg Baumewerd erbaut. Links daneben: Den Sender Westerland gibt es seit dem Jahr 1976 im Innenstadtbereich als nördlichsten Sender Deutschlands.

Im Jahr 1855 erhielt der Ort das Prädikat eines Seebades. Die rund 500 Einwohner beherbergten in der ersten Saison 98 Gäste. Bald galt Westerland als das fortschrittlichste Bad, da im sogenannten Familienbad Männer und Frauen gemeinsam baden durften. Das erste neu erbaute Hotel des Ortes war die im Jahr 1858 eröffnete Dünenhalle, später Hotel Union an der Deckerstraße. Dieses Haus überlebte die Zeiten, bis es im Jahr 2002 abgerissen wurde. Hauptort der Insel wurde Westerland erst mit der Anerkennung als Seebad; bis dahin war über Jahrhunderte Keitum der Hauptort Sylts; dort befand sich zum Beispiel noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die einzige Apotheke der Insel. Durch seine zentrale Lage am Schnittpunkt aller Verkehrsachsen und aufgrund seiner Strandnähe festigte sich in den vergangenen 150 Jahren Westerlands insulare Vormachtstellung. 1905 erhielt Westerland schließlich das Stadtrecht. Durch die vielen katholischen Kurgäste sah man sich veranlasst, 1896 ein katholisches Gotteshaus, die Herz-Jesu-Kirche, zu bauen. Diesem folgte 1957 ein größerer Bau, die Christophoruskirche. Die alte Kirche wurde daraufhin von der Stadt Westerland abgerissen. Wegen mangelhafter Bauqualität wurde allerdings bereits in den 1990er Jahren entschieden, diese abzureißen und an gleicher Stelle durch einen Neubau zu ersetzen, der am Palmsonntag des Jahres 1999 eingeweiht wurde. Als die kleine Dorfkirche St. Niels für die schnell wachsende Bevölkerung und die vielen Gäste nicht mehr ausreichte, errichtete man im Jahr 1908 zusätzlich die Stadtkirche St. Nikolai.

Die Stadtkirche St. Nicolai (links im Bild) ist eine evangelisch-lutherische Kirche in Westerland

In den 1920er Jahren war Westerland auf dem Weg, ein mondänes Seebad zu werden. In der Zeit des Nationalsozialismus gehörte Westerland, das bis dahin als judenfreundlich gegolten hatte, zu den Strandbädern, die 1934 Juden die Aufnahme und Beherbergung verweigerten. Damit verlor es einen Großteil seines vorherigen Publikums. 1949 folgte schließlich die Anerkennung als Seeheilbad. Dem Bauboom, der die Stadt in den 1960er Jahren erfasste, fielen viele alte Villen und Logierhäuser neuen Apartmentbauten zum Opfer. Das Stadtbild veränderte sich in den 1960er Jahren entscheidend. Ausgelöst durch den Boom des Tourismus entstanden große Apartmentblocks und Hotels. Am auffälligsten war hier das Kurzentrum Westerland, das zwischen 1966 und 1969 gebaut wurde. Die drei Apartmentblocks überragen auch 2013 noch alle anderen Gebäude. An einem weiteren Großbau, dem geplanten Ferienzentrum Atlantis, das in 25 Stockwerken ein Kurmittelhaus, 750 Apartments und 1200 Tiefgaragenplätze umfassen sollte, entzündete sich ein langanhaltender Streit. Das Gebäude wurde schließlich vom Innenministerium in Kiel gestoppt, die weitere Stadtentwicklung setzte nicht mehr ausschließlich auf moderne Apartmentblocks.

Per Bürgerentscheid wurde am 25. Mai 2008 der Zusammenschluss mit der Gemeinde Sylt-Ost zum 1. Januar 2009 beschlossen. Seit dem 1. Januar 2009 bilden diese beiden Gemeinden gemeinsam mit Rantum die neue Gemeinde Sylt.

Dünenaufgang in Westerland

Das in fünfter Generation familiengeführte Fünf-Sterne-Hotel „Miramar“ übersetzt klassische Jugendstil-Eleganz in die heutige Zeit. Das Hotel liegt direkt an der Westerländer Strandpromenade und bietet sowohl vom Restaurant als auch von der mediterran anmutenden Terrasse einen einmaligen Blick auf Strand und Meer. Das Haus verfügt über 63 Doppelzimmer oder Suiten, einen renovierten Spa-Bereich mit Pool und Saunalandschaft, einen Massage- und Fitnessraum, einen Beautysalon, eine gut besuchte Cocktailbar, ein Lese- und Schreibzimmer, eine Bibliothek sowie Tagungs-Räumlichkeiten. Die 63 Zimmer des Hauses verbinden Historie und Modernität auf geschmackvolle Art und Weise, angepasst an das jeweilige Flair des Raumes. Das märchenhaft eingerichtete Restaurant mit Terrasse unter traumhafter Strandkulisse lädt sowohl zu einem opulenten Frühstücksbuffet als auch zu einem romantischen à la carte Dinner im Kerzenschein ein, abgerundet durch einen gut sortierten Weinkeller. Der Logenplatz am Meer mit 90 Plätzen bietet somit für Gäste ein einzigartiges Flair.

Sie sorgen für Sicherheit an Sylts Stränden: Rund 75 hauptberufliche Rettungsschwimmer, Männer und Frauen sind seit Anfang Juni wieder auf der Insel im Einsatz, um von Hörnum bis nach List in Gefahr geratene Schwimmer aus der unberechenbaren Nordsee zu ziehen. Anders als in anderen deutschen Küstenorten an Nord- und Ostsee, werden die Rettungsschwimmer auf Sylt für ihre Arbeit bezahlt. Nachwuchssorgen gibt es auf der Insel nicht.

Schalke-Kolonie: Die Strandkorbwächter findet man in ihren Häuschen an den Übergängen – allerdings nur so lange, bis die ersten Herbststürme über die Insel fegen. Denn dann werden die 12.000 blau-weißen Sylter Strandkörbe mit Traktoren in ihre Winterquartiere transportiert, wo sie gereinigt, repariert und fit für die nächste Saison gemacht werden.

Apartment-Silo Neues Kurzentrum an Westerlands Strandpromenade – eine Insel-prägende Bausünde der 60er Jahre.
Sitzbänke vor der Strandmuschel. An zentraler Stelle steht die Musikmuschel, in der im Sommerhalbjahr regelmäßig Musikkonzerte stattfinden
Idyllisch in den Dünen gelegen mit direktem Blick auf die Nordsee lädt "Die Seenot" zum Verweilen ein.

Ab und zu liegt fester weißer Schaum am Strand oder tanzt im Wind – es sieht so aus, als wären Seife, Waschmittel oder irgendwelche Chemikalien ins Meer gelangt. Damit hat dieses Phänomen allerdings nichts zu tun. Stattdessen hat das Schauspiel einen natürlichen Ursprung: Überall im Ozean gibt es Algen. Wenn diese sterben, geben sie Stoffe wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße ins Wasser ab. Wenn nun das Wasser durch den Wind kleine Luftblasen bildet, lagern sich diese Algenreste darauf ab und umhüllen die Bläschen. Dadurch werden sie stabiler und können einige Zeit überdauern. Das gleiche Phänomen kann man auch beim Aufschäumen von Milch beobachten: Eiweiß- und Fettgebilde umschließen, durch das Aufschlagen entstandene, Luftblasen und die Milch wird fester und cremiger. Viele ekeln sich vor dem glitschigen Schaum. Doch keine Sorge, er ist vollkommen ungefährlich und verschwindet, nach kurzer Zeit wieder von selbst.

Im feinen Sand versunkene Tetraeder

Die Ankündigung des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN), nahezu alle Buhnen entlang der Sylter Westküste bis zum Jahr 2023 abzureißen, hat auf der Insel einen Sturm der Empörung ausgelöst. Die Forderung: Die alten Holzbuhnen müssen erhalten bleiben – als ein Stück Sylter Geschichte ebenso wie als bei Fotografen wie Sylter Urlaubern gleichermaßen beliebte Motive.

Beim Baden sollte man zu den Buhnen ausreichend Abstand halten, sie können lebensgefährlich werden und schwerste Verletzungen hervorrufen. Buhnen sind nicht in allen Orten einheitlich gekennzeichnet. Es gibt überall rot-weiße Warnschilder, zusätzlich in Westerland gelbe Kreuze und in Wenningstedt und Kampen sind die Buhnenköpfe mit Warndreiecken markiert.

Sylter Südspitze driftet Richtung Osten

Sylt und seiner Südspitze geht es an den Kragen: Der Wintersturm 'Norkys' hat die Nordseeinsel erneut ein Stück schrumpfen lassen. Und die Stürme Ruzica und Susanna waren wohl keineswegs gnädiger. So hat es an der Südspitze in kurzer Zeit wieder kleinere Abbrüche gegeben. Die Verluste bewegen sich noch im Rahmen dessen, was man jetzt erwartet hatte. Es bestand kein Anlass zur Dramatik.

Schwere Verluste hatte die Sylter Südspitze dagegen im November 2015 hinnehmen müssen. Auf rund 850 Metern Länge und bis zu 60 Metern Breite brach damals ein Küstenstreifen weg. Rund 2,2 Hektar Land des Naturschutzgebietes fielen den Herbststürmen 'Heini' und 'Iwan' zum Opfer. Sämtliche Verluste gehören zur Anpassung der Morphologie an der Landzunge dazu. Die Sylter Südspitze driftet dem Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz zufolge seit mehreren Jahren mit der Strömung in östliche Richtung. Die Behörde erwartet noch weitere Erosionen. Das wann und wie ist jedoch schwer zu prognostizieren. Bereits im Herbst hatte die Schutzstation Wattenmeer Touristen dazu aufgerufen, die Hörnumer Odde nur noch bei Niedrigwasser zu besuchen, um die empfindliche Dünenvegetation zu schonen. Denn bei Hochwasser verbindet nur noch ein schmaler Landstreifen die Südspitze mit dem Rest von Sylt. Dennoch entstanden bereits erste Trampelpfade in den Dünen. Während die Odde auch wegen ihres Status als Naturschutzgebiet dem Sturm ausgesetzt ist, schützen Tetrapoden aus Beton den weiter nördlich befindlichen Ort Hörnum.

Dauerbaustelle Sylt

Hörnum-Odde, die Dünenlandschaft an der Südspitze der Insel droht, immer weiter im Meer zu verschwinden. Seit 1972 ist am südlichen Ende der Insel ein ganzer Kilometer Land von den Fluten der Nordsee verschluckt. An der Spitze von Sylts südlichem Ende ist das Festland je nach Wasserstand nur noch maximal 150 Meter breit. Im November 2015 rissen die Herbststürme „Heini“ und „Iwan“ knapp 60 Meter Sand und Dünen ins Meer. Besonders dramatisch ist, dass das Problem von Menschenhand gemacht ist: 1962 wurde hier die sogenannte „Kersig-Siedlung“ für gut betuchte Urlauber gebaut – gegen die Warnungen des Küstenschutzes. Schon bald hatten die Bewohner das Meer sprichwörtlich vor der Haustür. Daraufhin wurden im Meer vor der Hörnum-Odde Wellenbrecher aus Beton verankert werden, sogenannte Tetrapoden. Das Problem war, dass der Sand, der sich bis dahin schützend vor der Sylter Südspitze abgelagert hatte, durch diese Tetrapoden und die unterbrochene Strömung umgeleitet wurde. So kam es im Laufe der Jahrzehnte dazu, dass immer größere Teile der Hörnum-Odde im Meer verschwanden. Die Häuser der Urlauber, die heute zum Teil mehrere Millionen Euro wert sind, wurden zwar geschützt, allerdings zu Lasten der Natur. Vor einigen Jahren wurden daher die Tetrapoden an die Südspitze der Insel verlegt, wo sie heute auf immerhin 600 Metern die Hörnum-Odde vor der Brandung schützen. Wollten die Sylter nicht ihre gesamte Küste einmauern, mussten sie sich etwas anderes einfallen lassen. Unter Protest vieler Anwohner griffen sie in den Achtzigern die Idee der Sandvorspülungen auf.

Schrumpfen der Hörnum - Odde
Tetrapoden, Betonblocksteine, die in Küstenschutzbauwerken Verwendung finden. Die „Arme“ der etwa sechs Tonnen schweren Steine sind auf die Ecken eines imaginären Tetraeders ausgerichtet.

Sylt-Aquarium

Das Sylt Aquarium im Süden der Stadt Westerland auf Sylt ist ein zoologischer Garten, der sich auf Fische aus der Nordsee sowie tropische Fische aus Korallenriffen spezialisiert hat. Das im Jahr 2004 eingeweihte Aquarium liegt unmittelbar am Dünengürtel und bezieht sein Frischwasser durch eine direkte Rohrleitung aus der Nordsee. Es bietet 25 Salzwasserbecken mit etwa 2000 Fischen. Es hat einen gläsernen Tunnel, durch den die Besucher unter einem Becken hindurchgehen können.

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