Nix für Frostkötel:
"Tjen di biiki ön" (Februar 2015)

Auf den drei großen nordfriesischen Inseln Sylt, Föhr und Amrum ist der 21. Februar stets ein Festtag, ist es doch der Tag an dem der Winter langsam verabschiedet wird und die neue Saison begrüßt wird. Überall ähnlich, aber nirgendwo gleich: "Tjen di biiki ön!" So lautet das Stichwort, auf das alle Bewohner der nordfriesischen Inseln und Halligen am 21. Februar warten. An diesem Tag feiern sie das „Biikebrennen“, das Nationalfest der Friesen. Weithin leuchten in der Abenddämmerung der Feuerschein der großen Holzstapel, die an diesem Abend entzündet werden. Die Inseldörfer pflegen diese Tradition, ein Stück lebendiges Brauchtum, dessen Bedeutung sich im Laufe der Jahrhunderte mehrmals wandelte:

Das Biikebrennen gilt als nordfriesisches „Nationalfest“. Es hat seinen Ursprung wahrscheinlich schon in heidnischer Zeit und sollte die bösen Geister vertreiben und die neue Saat schützen. Nach der Christianisierung wurde es als Fastnachtsbrauchtum weitergeführt. Weil es ein fröhliches Fest war, musste es vor die Fastenzeit fallen. Das Feuer brannte zunächst an langen, bakenähnlichen Stangen. So ist es für 1740 überliefert, und noch 100 Jahre später wurde sie als brennende, mit Teer und Stroh gefüllte Tonne auf einer Stange beschrieben. Die heute üblichen großen Feuerstöße sind wahrscheinlich erst nach der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Sie setzten sich auch durch, weil seit Ende des 19. Jahrhunderts auch in den Peseln (guten Stuben) der Nordfriesen Tannenbäume aufgestellt wurden. Sie bilden bis heute einen wesentlichen Anteil des Biikematerials. Der Keitumer Chronist Henning Rinken berichtete, das vor 1760 sich alljährlich am 22. Februar in Keitum auf Sylt die Seeleute versammelten, um ihre Abfahrt zu den Walfanghäfen zu besprechen, und Heuerverträge für die kommende Fangsaison abzuschließen. Aus dieser einfachen Tatsache entwickelte um 1830 der Keitumer Lehrer C.P. Hansen die „alte Tradition“, dass die Walfänger auf den Inseln mit einem großen Feuer verabschiedet wurden. Diese Legende hält sich - wie viele andere im 19. Jahrhundert erfundene historische Mythen - zäh bis auf den heutigen Tag. Sie ist allein deshalb schlecht erfunden, weil die Seefahrt erst aufgenommen werden konnte, wenn die Häfen eisfrei waren. C.P. Hansens Erzählkunst ist auch die Deutung zu verdanken, die Biike sei ein Opferfeuer für den germanischen Gott Wodan. Ursprünglich lag der Termin des Biikefestes nicht fest, er wurde örtlich an verschiedenen Tagen begangen, jedoch stets vor Beginn der Fastenzeit. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde das „nordfriesische Nationalfest“ fest auf den Abend des 21. Februar, dem Abend vor Petri Stuhlfeier terminiert. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der friesische Volksbrauch für Propagandazwecke missbraucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er nur noch in den Uthlanden begangen. Erst nachdem der Landkreis Nordfriesland entstanden war, wurde auch vor dem Hintergrund des wiedererwachten nordfriesischen Regionalbewusstseins 1972 zum ersten Mal wieder auf dem Festland eine Biike entzündet. Heute brennen die Feuer am 21. Februar wieder in mehr als 60 Gemeinden des Landkreises.

 

Quelle: www.geschichte.schleswig-holstein.de

War die Biike vor nicht allzu langer Zeit ein Fest der Einheimischen, so reihen sich heute auch viele Gäste in die die Umzüge ein, um mit Fackeln bestückt zu den Biikeplätzen zu marschieren. Und während die Biiken verglimmen, wird in den Restaurants und Stuben der Friesen das Traditionsgericht aufgetischt: Grünkohl mit Wurst und Bratkartoffeln.

 

Lodernde Flammen, knisterndes Holz und dazu ein Glas heißer Friesen-Punsch: Auch für die Föhrer ist das Biikebrennen die Antwort auf die fünfte Jahreszeit und eine der wichtigsten Friesentraditionen der Insel. Insgesamt 14 Biikefeuer erhellen in dieser speziellen Nacht den Himmel - so viele wie auf keiner anderen Nordseeinsel. Bereits Wochen zuvor sammeln die Insulaner das Brennmaterial und stapeln es zu gewaltigen Biikehaufen auf. Einmal entfacht, sind die brennenden Biiken viele Kilometer weit sichtbar und tauchen die Insel in einen mystisch-diffusen Lichterschein - ein eindrucksvolles Schauspiel.

 

In manchen Gegenden werden als Symbol für den Winter eine Strohpuppe, das sogenannte Petermännchen, oder ein altes Holzfass verbrannt. Das Petermännchen hat vermutlich eine zweite Bedeutung und kann mit dem Papst, genauer mit dem Petrus-Amt in Verbindung gebracht werden. Am Tag nach dem Biikebrennen feiert die katholische Kirche die Vorrangstellung des Petrus-Amtes gegenüber dem Lehramt mit dem Fest Kathedra Petri. Da der christliche Glaube damals abgelehnt wurde, besteht die Vermutung, dass diese Ablehnung durch das Verbrennen der Puppe symbolisiert wird.

"Mit brennendem Eifer dabei: Ihnen ist kein Baum zu schwer oder zu stachelig. Die vielen kleinen und größeren Feuerwehrmänner und -frauen der Jugendfeuerwehren Wyk und Boldixum sammeln bei Wind und Wetter alljährlich die ausgedienten Weihnachtsbäume ein und fahren sie zum Biikeplatz am Fehrstieg. Damit sorgen sie durch ihren unermüdlichen Einsatz dafür, dass das Biikefeuer in Wyk jedes Jahr in seiner vollen Pracht brennen kann. Morgens um acht treffen sie sich zur Lagebesprechung. Die Stadt Wyk und einige Landwirte haben den Freiwilligen Fahrzeuge und Anhänger zur Verfügung gestellt. Mit denen fahren sie durch die Straßen von Wyk und Boldixum, hieven die einst prächtig geschmückten Weihnachtsbäume hinauf, auf die hohen Anhänger. Hier ist echte Teamarbeit gefragt, denn so manch eine Tanne wehrt sich nach Kräften heftig nadelnd und pieksend gegen die Verladung. Ist der Anhänger voll, geht’s zum Biikeplatz. Schnell abladen, vielleicht noch einen kurzen Klönschnack mit den Freunden aus der anderen Gruppe halten, die auch gerade auf den Platz gefahren sind, und schon geht’s weiter. Gegen Mittag ist’s dann geschafft. Müde, durchgefroren aber doch zufrieden treffen sich die Kinder und Jugendlichen im Feuerwehrgerätehaus, wo es bereits nach Bratwurst duftet. Wenn sie wieder zu Kräften gekommen sind, wird ordentlich gefachsimpelt, und jede Gruppe ist sich sicher, dass sie die meisten Bäume eingesammelt haben. Für die Kids ist es trotz der Anstrengung stets ein Riesenspaß, und ohne, dass es ihnen dabei vielleicht bewusst ist, sorgen sie mit ihrem Einsatz für die Fortführung einer Tradition, deren Ursprünge viele hundert Jahre zurückliegen. Um das Aufschichten des Haufens kümmern sich schließlich die Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt. Ist der Klamp erst einmal fertig, haben die Jugendlichen der Feuerwehr stets ein Auge darauf, damit der Haufen auch wirklich erst am Abend des 21. Februars abbrennt."

 

Quelle: ÜÜB FEER, Biikebrennen auf der Insel Föhr • Ausgabe 2 • Februar 2004

Seit Jahren verbinden zunehmend mehr Urlauber das Biikebrennen mit einem erholsamen Kurzurlaub auf Föhr. Denn rund um Biike erlebt man jetzt einfach die winterliche Gemütlichkeit auf der Insel – sei es beim Friesensport Bosseln oder beim gemütlichen Klönschnack in einem der urigen Cafés. Ein Kurzurlaub oder verlängertes Wochenende ist einfach ideal, um dem Alltagsstress für einen Moment zu entkommen! Natürlich muss man zu dieser Jahreszeit mit nahezu jedem Wetter rechnen: Regen, Sturm, Hagel, Schnee, Eiseskälte aber auch schon warme, sonnige Abschnitte bestimmen die Eindrücke von der Insel.

Doch von Anfang an: Anreise war am 18. Februar 2015

Kitesurfen bei jedem Wetter - auch im Februar

Seit einigen Jahren gehören Störche wieder zum Stadtbild von Wyk auf Föhr. In einer Aufzuchtstation in der Feldstraße verbringen etliche Störche sogar den Winter auf der Insel. Ende Februar in Wyk auf Föhr: Im Mühlenpark ist ein Storchenpaar eifrig dabei, ein Nest zu bauen. Unaufhörlich wird Material herangeschafft, das sorgfältig angeordnet wird. Sogar der Strand wird nach dünnen Zweigen abgesucht. Auch in der Station in der Feldstraße werden haben sich mehrere Storchenpärchen gefunden und bereiten alles für den Nachwuchs vor.

Das ist Föhr im Februar: Abends noch ein wunderschöner Sonnenuntergang, der Frühlingsgefühle weckt - am nächsten Tag schneit es und der Winter ist zurück.

Mal schnell eine Runde in der Nordsee drehen ....

.......und danach ins Cafe auf einen Pharisäer oder eine Tote Tante! Und abends dann wieder Sonne!

Wenn die Touristentage vorbei sind, wird es auf der beschaulichen Insel an der Nordsee merklich ruhiger. Das heißt nicht, dass die Bewohner und die Attraktionen völlig in den Winterschlaf fallen, aber es wird stiller und geruhsamer. Vielmehr wechseln mit der Jahreszeit auch die Anforderungen an Föhr. Sollte es an den bunten Sommertagen vor Partystimmung nur so wimmeln, kommen nun Gäste auf die Insel, die sich von Trubel und Alltagsstress bei entspannten Spaziergängen und bekömmlichen Getränken innerlich und äußerlich aufwärmen möchten. Wanderer und Naturfreunde zieht es im Winter an das Meeresufer, nahe der kilometerlangen Strandpromenade. An klaren Tagen kann man von hier aus die Warften der nahe gelegenen Halligen sehen. Sie und die umliegenden Inseln sind der Grund für ein gemäßigteres Klima. Trotz Nordsee direkt vor der Tür ist der Wind auf Föhr zu allen Jahreszeiten milder als auf den Nachbarinseln. Diese Eigenschaft macht sich sowohl in den Temperaturen als auch in den Windgeschwindigkeiten bemerkbar. Nicht umsonst wird Föhr auch die Friesische Karibik genannt. Auch innerhalb der Insel finden Wanderfreunde ihre Pfade.

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