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Die Back

Ein Blick in die Kombüse, die Schiffs-Küche.
Kojen der Matrosen
Toilette und Lampenraum
Zimmermannswerkstatt und Bootsmannswerkstatt
Kettenwinde im Bugraum der Rickmer Rickmers

Die Back ist der vorderste Decksaufbau. In diesem befinden sich neben dem Ankerspill die folgenden Räumlichkeiten:

 

2 Mannschaftsunterkünfte

1 Klosett/Lampenraum

1 Waschraum

1 Zimmermannswerkstatt

1 Bootsmannswerkstatt

1 Segelmacher-Vorräte

1 Decks-Vorräte

 

 

Mannschaftsunterkünfte

Die 6 Mann einer jeden Unterkunft bildeten eine Wache, genannt Steuerbord- und Backbordwache. Die Wachzeit betrug 6 Stunden, es folgten 6 Stunden Freiwache usw. Bei Segelmanövern wurde kurzfristig auch die Freiwache, durch Läuten der Schiffsglocke auf der Back, an Deck geholt. Die Mahlzeiten nahm jede Wache in Ihrem Mannschaftsraum ein. Der Moses holte das Essen und das heiße Wasser für den Abwasch aus der Kombüse. Töpfe und Geschirr verblieben in den Logiesräumen. Der Koffer des Seemannes war die Seekiste. An Bord wurde sie zugleich als Kleiderschrank, Ablage für persönliche Sachen und Sitzkiste benutzt. Die Mannschaftsunterkünfte unter der Back waren also die Wohn-, Schlaf-, Ess- und Freizeitsräume für die Seeleute.

 

Toilette und Lampenraum
Das Klosett war ein mit Kohleteer bestrichener Trichter mit direktem Abfluss nach außenbords. Gespült wurde mit einer Pütz (Eimer) Seewasser, das einem an Deck stehenden Fass entnommen wurde. In dem gleichen Raum lagerten tagsüber die Positions- und andere Petroleumlampen sowie Petroleum, Reserveteile, Ersatzzylinder, Lampenputzer, Dochtbänder, Putzlappen usw. Die Wartung und Reparatur und das tägliche Anzünden und Löschen aller an Bord befindlichen Petroleumlampen war die Aufgabe des „Lampentrimmers“, eines extra damit beauftragten Seemannes. Nach dem Anzünden der Backbord- und Steuerbord-Seitenlaternen und der Flammennachregulierung wurden die Positionslampen von unten her in die wind- und wassergeschützten Feuertürme auf der Back in Position gebracht.

 

Waschraum

Jede Wache, also 6 Mann, bekam pro Tag eine Pütz aufgefangenes Regenwasser als Waschwasser zugeteilt. Man nahm natürlich jede Gelegenheit wahr, die Menge an Regenwasser zu ergänzen. Zum Waschen nahm man sich Wasser mit einem Schöpfgefäß aus der Pütz in die Waschschüssel. Als Abfluss für das Waschwasser diente eine Öffnung im achteren Schott in Deckshöhe. So konnte das Waschwasser in den Wassergraben und dann nach außenbords ablaufen.

 

Zimmermannswerkstatt und Bootsmannswerkstatt

Diese enthalten typische Werkzeuge und Materialien für anfallende Holz-, Decks- und Tauwerksarbeiten, insbesondere Kalfatgeschirr, Pechkocher, Pech, Werk usw. zum Kalfaten (Abdichten der Decksnähte) des Holzdecks.

 

Decks-Vorräte

Hier lagern die Materialien, die neben den Farben zur Ausrüstung eines Seglers gehören und hauptsächlich der Konservierung des Schiffskörpers und der Takelage dienen.

 

Segelmacher-Vorräte

Hier befinden sich die Werkzeuge und Materialien, die hauptsächlich vom Segelmacher benutzt wurden, ebenso wie die Segelmacherbank mit den Spleiß-Werkzeugen. Die Werkstätten waren nur der Ausgangspunkt für die anfallenden Arbeiten, die eigentliche Werkstatt war das gesamte Deck und die Takelage.

 

 

Das Ankergeschirr

Unter der Back befindet sich das Ankerspill. Das „Klarmachen der Anker zum Fallen“ bedeutete, dass die Anker, die auf der Back beigelascht waren, mit einer Talje des Ankergalgens aus ihrer Halterung gehievt, ausgeschwungen und bis zur Wasserlinie weggefiert wurden bis sie in der Ankerkette hingen und die lose Talje ausgepickt werden konnte. Das „Fallenlassen des Ankers“ geschah durch Lösen der jeweiligen Bandbremse des Spills. Jede Ankerkette besteht aus 9 bzw. 10 Längen, wobei eine Kettenlänge 27 m sind. Die Ankerketten lagern unterhalb des Spills in Kettenkästen, die bis auf den Schiffsboden reichen. Zum „Klarmachen des Ankers zum Hieven“ wurde das Nussrad, über welches die Kette läuft, eingeschiftet und die Bremsen gelöst. Das „Hieven des Ankers“ durch die Seeleute geschah durch Drehen des sich auf der Back befindlichen Spillkopfes mit Hilfe von Handspaken. Die Kraftübertragung erfolgte mittels einer Welle, die durch das Deck auf das Getriebe des Ankerspills wirkte. War der Anker aus dem Wasser, musste ein Seemann außenbords „runter“ und die Talje des Ankergalgens einpicken. Dann wurde der Anker durch die Talje in Deckshöhe gehievt, mit Hilfe des Ankergalgens an Deck in Position gebracht und gelascht.

Ankerspill

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