Von Rostock in alle Welt: Liebherr

Neben dem klassischen Umschlaggeschäft hat die Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock mbH (Hero) in den zurückliegenden Jahren den Ausbau des Seehafens zu einem maritimen Gewerbegebiet vorangetrieben. Zahlreiche hafenaffine Service- und Dienstleistungsunternehmen haben sich angesiedelt, aber auch Industriebetriebe. Einer der renommiertesten Investoren ging Anfang der 2000er Jahre vor Anker. Die Firmengruppe Liebherr entschied sich, im Seehafen auf Pier III ein Produktionswerk für maritime Krane zu errichten. Ausschlaggebend dafür war der unmittelbare Zugang zum Wasser. So können die gefertigten Großgeräte direkt und endmontiert aufs Schiff verladen werden. Auf dem Seeweg exportiert die Liebherr-MCCtec Rostock GmbH Krane in alle Welt. Das zur Sparte Maritime Krane der Firmengruppe Liebherr gehörende Unternehmen startete im Jahr 2005 mit der Produktion von Hafenmobilkranen (LHM). Später kamen Schiffs- und Offshore-Krane sowie Reachstacker für den Umschlag von Containern hinzu. Perspektivisch war damals von einer Fertigungsstätte mit rund 300 Mitarbeitern ausgegangen worden. Doch die Planungen wurden schnell von der wachsenden Nachfrage auf dem Weltmarkt und der Produktionsentwicklung überholt. Die Anzahl der bei Liebherr-MCCtec in Rostock fest angestellten Beschäftigten stieg bis heute auf rund 1500. Das Werk auf dem Areal im Seehafen wurde permanent erweitert. Dominierender Neubau ist eine 740 m lange Montagehalle, in der auf einer Fläche von sechs Fußballfeldern große Offshore- und Schiffskrane gefertigt werden. Direkt neben der neuen Halle entstand die Liebherr-Akademie. In der Einrichtung wird nicht nur der eigene Fachkräftenachwuchs, sondern auch im Auftrag von Firmen aus der Region in verschiedenen Lehrberufen ausgebildet.

Im breiten Produktportfolio von Hafenmobilkranen sowie Schiffs- und Offshore-Kranen sorgt die Liebherr-MCCtec in Rostock immer wieder mit spektakulären Neuentwicklungen für Furore. So wurde 2014 der neu entwickelte Tiefseekran RL-K 7500 auf dem Offshore-Markt eingeführt. Er ist mit einem Knickgelenkausleger in der Lage, Lasten bis zu 300 t maximal 3400 m tief in das Meer abzusenken. Inzwischen wird in Rostock mit dem LHM 800 auch der weltgrößte Hafenmobilkran produziert. Die Hubkapazität von 308 t übertrifft den Vergleichswert des bisher stärksten Hafenmobilkrans, des LHM 600, um 100 t. Laut Liebherr kann der LHM 800 in der Ausstattungsvariante für den Containerumschlag mit einem 64 m langen Ausleger problemlos Frachtschiffe mit einer Breite von 22 Containerreihen be- und entladen. Ein erstes Exemplar in spezieller Schwerlastkonfiguration ist seit September 2015 im Hafen Bronka im Einsatz, wo damit regelmäßig Industriegüter von über 150 t Gewicht bewegt werden. In Rostock entfällt bezogen auf den Umsatz der größte Teil der Produktion auf die Hafenmobilkrane. Zudem werden nach Firmenangaben an der Ostsee die meisten Liebherr-Hafenmobilkrane gefertigt. Die Marktführerschaft ist zuletzt ausgebaut worden, der Anteil liegt weltweit deutlich über 60 Prozent.

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