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Jüdischer Teil des Ost(en)friedhofes in Dortmund

Feld 14 wurde gemäß Bestattungsregister seit 1898 als jüdischer Teil des Friedhofs genutzt, wobei das Feld 14a den Erwachsenen und das Feld 14b den Kinderbestattungen vorbehalten war. Die Gruften befanden sich entlang der Wege. 

 

 
 

Auf Feld 14 ranken sich viele Geschichten und Anekdoten um die Namen der hier Bestatteten. Isidor Goldschmidt etwa starb 1919. Der Getreidegroßhändler hatte 1888 die Dortmunder Getreidebörse mit gegründet und Dortmund damit zum Zentrum des regionalen Kornhandels gemacht. Das erste Telefon in Dortmund soll ihm gehört haben. Seine Nichte Bertha heiratete den berühmten Kunsthändler und -sammler Alfred Flechtheim, der heute als bedeutender Förderer avantgardistischer Kunst gilt. In Dortmund sorgte das damals nicht gerade für Bewunderung: Flechtheim legte einen Teil der Mitgift in kubistischer Kunst an, sehr zum Entsetzen seiner Schwiegereltern.

Mahnmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes

▲ Das Mahnmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes auf dem Dortmunder Ostfriedhof ist „Den Toten der jüdischen Gemeinde Dortmund 1933-1945“ gewidmet. Es zeigt einen Davidstern und trägt unter einer hebräischen Inschrift noch die Zeilen: „Im Angesicht Gottes eingedenk ihrer Lieben mussten sie ihr Leben lassen für den Glauben ihrer Väter.“ Die hohe Stele aus hellem Naturstein steht auf einem Sockel, verjüngt sich leicht nach oben und endet in einem waagerechten Abschussstein. Vor ihr ist auf einem kleinen Podest ein breiter Blumenkübel platziert. Das Ensemble erhebt sich auf einer rechteckigen Grundplatte, zu der fünf Stufen hinaufführen. Die Gedenkstätte wird von sechs Steinen eingefriedet, die mit Ketten verbunden sind und als Inschriften die Namen der Konzentrationslager Auschwitz, Mauthausen, Theresienstadt, Buchenwald, Zamosch (Zamoœæ) und Riga tragen, zu den Dortmunder Juden deportiert wurden.

Technik / Material: Stein

Höhe: Steinplatte mit Schriftzug: max. 3,17 m; Schale: 0,6 m; Stufen: 0,16 m;

Breite: Steinplatte: 1,38 m; Stufen: 1m;

Durchmesser: Schale: 1,04 m;

Kunstwerknr.: 44143-006

 

 "DEN TOTEN/ DER/ JÜDISCHEN GEMEINDE/ DORTMUND/ 1933-1945"

hebräischer Schriftzug mittig;

 

unten: "IM ANGESICHT GOTTES/ EINGEDENK IHRER LIEBEN/ MUSSTEN SIE IHR LEBEN LASSEN/ FÜR DEN GLAUBEN IHRER VÄTER"

 

je auf einem der sechs Begrenzungssteine:

"AUSCHWITZ", "MAUTHAUSEN", "THERESIENSTADT", "BUCHENWALD", "ZAMOSCH", "RIGA"

 

Schon ab 1943 hatten die Nationalsozialisten keine jüdischen Bestattungen mehr auf dem Friedhof erlaubt. Während des zweiten Weltkrieges wurde der jüdische Friedhof durch Bombentreffer nahezu völlig zerstört. Heute steht hier ein Mahnmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes. Es wird umarmt von einer Reihe mit Ketten verbundener Steine, die die Namen verschiedener Konzentrationslager tragen.

Auf dem jüdischen Teil des Ostfriedhofs wird bereits seit 1921 niemand mehr bestattet. 1898 angelegt, wurden viele der Grabstätten im Krieg beschädigt und durch Nationalsozialisten geschändet – der Originalzustand konnte später nicht vollständig wiederhergestellt werden. Aber auch hier, auf Feld 14, ranken sich viele Geschichten und Anekdoten um die Namen der hier Bestatteten. Isidor Goldschmidt etwa starb 1919. Der Getreidegroßhändler hatte 1888 die Dortmunder Getreidebörse mit gegründet und Dortmund damit zum Zentrum des regionalen Kornhandels gemacht. Das erste Telefon in Dortmund soll ihm gehört haben. Seine Nichte Bertha heiratete den berühmten Kunsthändler und Kunstsammler Alfred Flechtheim, der heute als bedeutender Förderer avantgardistischer Kunst gilt. In Dortmund sorgte das damals nicht gerade für Bewunderung: Flechtheim legte einen Teil der Mitgift in kubistischer Kunst an, sehr zum Entsetzen seiner Schwiegereltern.

Salomon ...., Isaak ...., Henriette ..beck, ...Rosenbach,

 
 

Isaak Kahn

1847 - 1911

Bertha Rhee geb. Winter

1844 - 1899

Albert Rhee

1839 - 1903

Auguste Horn, geb. Löwenberg

13.08.1832 - 08.01.1899
Salomon Horn
02.12.1835 - 01.07.1902

Rosa Elias, geb. Benjamin
08.04.1814 - 13.05.1899

Julius Biermann

13.06.1861 - 15.05.1899

 

Paul Löwenberg und Hermann Löwenberg

 

Paul Löwenberg
01.10.1879 - 12.06.1916 gefallen
Herm. Löwenberg
26.09.1841 - 26.08.1922

 
 

Paul Löwenberg
01.10.1879 - 12.06.1916
Herm. Löwenberg
26.09.1841 - 26.08.1922

Grabstein Cohen

Leeser Cohen

1850 - 1915

Johanna Cohen geb. Rosenfeld

1846 - 1928

Henny Gerson geb. Cohen

1880 - 1929

ohne Inschrift

Grabstätte Rosenberg

Sybilla Rosenberg geb. Walter
1863 - 1918
Georg Rosenberg
1860 - 1936
Albert Rosenberg 
1887 - 1942

 
 
 

Ruhestätte Max Levy

Max Levy 23.02.1858 - 13.01.1917

Zur Erinnerung an die in der Verbannung 1942 - 1945 Verstorbenen

Emma Levy 1862 - xxxx

Hedwig Levy 1893 - xxxx

Alice Levy 1902 - xxxx

Ernst Samson 1887 - 1918 und Abraham Blumenrath 1844 - 1897, Henriette Blumenrath 1839 - 1917

Ernst Samson 24.11.1887 - 22.10.1918

Abraham Blumenrath 18.05.1844 - 25.01.1897

Henriette Blumenrath geb. Barsig 22.03.1839 - 22.09.1917

Grabstein Familie Rosenbaum

 
 

Johanna Rosenbaum 1846 - 1918

Wolf Rosenbaum 1842 - 1919

Moritz Jacobi  1875 - 1918

Familie Hugo Grabe

Samuel 1851 -1919 und Bertha Oppenheimer 1854 - 1922

Samuel Oppenheimer, Bertha Oppenheimer

Emma Luss geb. Meyer 1859 - 1920

 

Clara geb. Berg und Gustav Hammerschlag

Isaac und Fritz Windmüller

Carl Baum und Willi Rosenbach

Abraham Kahn

Abraham Kahn

1866 - 1919

Grabstätte Schmittdiel

Helene Schmittdiel

1860 - 1930
Josef Schmittdiel

1844 - 1912

 

Ruhestätte Eheleute S. Dannenbaum

 

Moses Sieger

Nathan Frankenstein 1821 - 1897

Familie Carl Kemper

 

Johanna geb. Peuckmann 1857 - 1931 und Giesbert Umbach 1854 - 1915

 

Clara geb. Kohn und Philipp Friede

Philipp Friede 1848 - 1922
Clara Friede geb. Kohn xxxx - 1923

 

Auerbach / Schild

Herm. Auerbach
1868 - 1925
Helene Auerbach geb. Sternau
1870 - 1934

Sally Schild

xxxx - 1934

Bertha Schild geb. Bacharach
xxxx - 1901

Gottlieb August Melcher 1844 - 1906 und Helene Melcher

Künstler Benno Elkan schuf für den Bergwerksdirektor Gottlieb August Melcher und seine Frau Helene eine monumentale Grabstätte, die heute nicht mehr vollständig ist. 

Jahr: 1908
Beschriftung: Inschrift:
oben: „G. A. MELCHER“; „GEB./ 5. MAI/ 1844“; „GEST./ 28. NOV./ 1906“
li.: „GOTTLIEB AUG. MELCHER/ 5.MAI 1844/ 28.NOV. 1906“
re: „HELENE MELCHER/ unleserlich LIEBER/NOV. 1865/JUN. 1915“;
Sign. u. dat.: „BENNO ELKAN 1903“ unten linke Mitte
Technik/Material: Relief: römischer Travertin; Grabstein: Muschelkalk
Höhe: Relief: 0,84 m; Grabstein: ca. 1,11 - 2,71 m
Breite: Relief: 1,05 m; Grabstein: 1,83 – 4,54 m
Kunstwerknr.: 44143-014

Die Grabstätte besteht aus einer schlichten Architektur. Der mittlere Teil baut sich über einem hohen Sockel auf. In den unteren Steinblock ist ein Relief aus römischem Travertin eingelassen, der obere enthält eine große ellipsenförmige Nische. Eine auskragende Platte schließt die Stele nach oben hin ab. Beidseitig wird der Mittelteil von halbhohen Steinplatten flankiert. Hier sind die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen eingraviert. Das Grabmal präsentiert sich heute unvollständig. In der Nische stand einst eine Bronzebüste Melchers. Sie zeigte ihn in fortgeschrittenem Alter mit langem Bart. Melchers Antlitz ist auch auf dem Relief „Abschied“ wiederzuerkennen. Es zeigt ihn als Wanderer, der - plötzlich abberufen – das Leben verlässt. Die Venus symbolisiert die Liebe, der Jüngling mit Hammer sein Lebenswerk. 

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